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Full text of "Die Vögel der paläarktischen Fauna systematische Übersicht der in Europa, Nord-Asien und der Mittelmeerregion vorkommenden Vögel"

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Die Yögel 

der paläarktischen Fauna. 



Systematische Übersicht 

der 

in Europa, Nord-Asien und der Mittelmeerregion 
vorkommenden Vögel. 



Von 



Dr. Ernst Hartert. 



Band I. 



Mit 134 Abbildungen. 






Berlin 1910. 

Verlag von E. Friedländer und Sohn. 

Agents in London: Witherby & Co., 326 High Holborn. 




Druck von A. Hopf er in Burg. 



Einleitung. 

Es war ohne Zweifel der große Reformator der systematischen Natm'- 
wisseuschafteu Liune, der jemals den größten Antiieb gegeben hat zum 
Sammeln, Studieren und Benennen der verschiedenen Lebewesen. Er war 
es, der zuerst scharf und bestimmt zwischen den „Spezies" unterschied, und 
man kann sagen, daß in der Ornithologie seit fast 150 Jahren das Studium 
der Arten mit großem Eifer und Erfolg betrieben worden ist. Heute kennen 
wir sicherlich in den zugänglicheren Teilen unsrer Erde weitaus die Melu'zahl 
der Arten, obwohl es auch noch maache neue zu entdecken gibt.^) Es hat 
sich aber neben dem der Arten noch ein tiefergehendes Studium Bahn gebrochen, 
nämlich das der geographischen Variation. Linne sah die Natur an als 
bestehend aus einer Anzahl von unveränderlichen Weseneinheiten, deren 
Individuen nur bis zu einem geringen Grade abänderten. Diese Weseneinheiten 
nannte er Spezies (Arten) und erfand fär sie die überaus praktische binäre 
Nomenklatur. Die Entscheidung, ob es sich um Arten oder Varietäten 
ha delte, wurde zumeist ziemlich willkürlich und lediglich nach dem Maß der 
Unterschiede getroffen. Eine Gruppe von Individuen, die sich gut definieren 
iß, war eine Art, ihi' im wesentlichen ähnliche oder gar durch Übergänge 
^w^irkliche und vermeintliche) verbundene Formen wurden entweder gar nicht, 
oder als Varietäten benannt. Auf die geographische Verbreitung wurde dabei 
gar kein, oder nur ein geringes Gewicht gelegt — das war auch damals 
nicht anders möglich, denn das vorliegende Material war gering, selten genau 
und oft ganz falsch etikettiert, die Kenntnisse physikalischer Geographie 
waren gering. Die sogenannten Varietäten waren zum Teil wirkliche individuelle 
Aberrationen, zum Teil geographische Vertreter. Die ungeheuere Zunahme 
unsrer Kenntnis von Formen und die Menge des gesammelten Materials 
mußte notwendigerweise zu einer Vertiefung des Studiums führen. Es mußte 
sich herausstellen, daß manches sehr ähnliche doch nicht dasselbe, und manches 
auffallend verschiedene doch noch nicht spezifisch verschieden war. Man 
erkannte, daß gewisse äußerlich sehr ähnliche Tiere verschiedenen Arten 
angehörten, während auffallend verschiedene, aber eine andre geograpliische 
Verbreitung innehabende Formen ti'otzdem doch nicht andren Arten angehörten. 
Auffallenderweise hatte die gewaltige Revolution der Evolutionslehi-e 
wenig Einfluß auf die systematischen Arbeiten der Ornithologen : mau erkannte 
die neue Lehre zwar meistens an, zog aber keine Konsequenzen für die 
systematischen Details aus ihr, ausgenommen in neuerer Zeit für die Systematik 
der höheren Gruppen. 

^) In der 10. Ausgabe seines Systema Naturae, 1758, also in dem Jahre, mit 
dem wir unsre Nomenklatur beginnen, kannte Liune 554 Vögel, wir unterscheiden 
heute mehr als 15 000. 



ly Einleitung. 

Viele Forscher aber gingen falsche Wege. Die Einen mit außerordentlich 
scharfem Blick und unermüdlichem Fleiße erkannten zahllose Formen, fixierten 
ihi-e Unterschiede und legten ihnen neue Namen bei. Sie merkten dabei sehr 
wohl, daß viele einander geographisch vertreten, aber es blieben Arten für sie. 
Sie fuhi-en fort, alle diese Vertreter als Arten zu beschreiben, teils weil sie 
Übergänge zwischen weiterstehenden Formen noch nicht kannten, teils weil 
sie abgöttisch an der strengen Unterscheidung von Arten und der alten 
Nomenklatur hingen. Sie begingen aber den Fehler, den alten Artbegriff 
zu verschieben, und uns so in ein gefährliches und den Widerspruch aller 
NichtSpezialisten hervorrufendes Fahrwasser zu leiten. Das Extrem dieser 
Kichtung sehen wir in der neuen „Hand-list" Dr. Sharpe's, worin es nur 
binär benannte Arten, aber nichts andres gibt. Einem solchen Verschieben 
des Artbegriffs müssen wir uns entschieden widersetzen, und müssen nicht nur 
zurückkehren zum alten Staudpunkt, sondern den Artbegriff so weit wie möglich 
fassen. Aber wenn wir auch nicht mit der technischen Auffassung, d. h. der 
Nomenklatur der „Splitters" übereinstimmen, und wenn wir auch wissen, daß sie 
Fehler machen, so sind uns doch ihre Arbeiten von außerordentlichem Nutzen, 
denn durch sie lernen wü- die verschiedenen Formen kennen, weil sie sie 
beschreiben: wir können daher aus ihren Schriften ersehen, um was es sich 
handelt, daraus lernen und Schlüsse ziehen. 

Anders mit denen, die sich nicht die Mühe geben, feine Unterschiede 
zu fixieren und zu bestimmen, oder die nicht die Fähigkeit haben, sie zu 
sehen, mit den sogenannten „Lumpers". Ihre Arbeiten verwischen die Tat- 
sachen, denn mit der Flüchtigkeit und dem Mangel an feinem Blick geht 
Mangel an logischem Schließen und Schreiben fast immer Hand in Hand: sie 
bieten uns nur grobe Umrisse von sehr zweifelhafter Kichtigkeit und wir 
lernen wenig und oft falsches von ihnen. 

Es liegt aber auf der Hand, daß wir nicht nur die augenfällig ver- 
schiedenen, von unsern Freunden den „Splitters" benannten geographischen 
Formen unterscheiden müssen, sondern auch die in geringstem Maße ver- 
schiedenen: sie gerade sind geeignet, uns wichtige Fingerzeige für die Zu- 
sammengehörigkeit und den Werdegang der Formen zu geben. Die Frage 
erhebt sich nun: wie weit haben wir darin zu gehen und können wir zu 
weit gehen? Die Antwort ist nicht so leicht, wie es scheint. 'Zunächst 
kommt es darauf an zu entscheiden, was Unterschiede sind. Es zeigt sich 
beim Vergleichen von Serien einer und derselben Art aus verschiedenen 
Gebieten, daß sich die Individuen aus den verschiedenen geographischen 
Regionen verschieden verhalten. Es kommen folgende Fälle vor: 

1. Sie gleichen einander vollständig. 

2. Alle Individuen aus dem einen Gebiete unterscheiden sich auffallend 
von allen aus dem andern Gebiete. 

3. Alle Individuen aus dem einen Gebiete unterscheiden sich sehr wenig 
von allen aus dem andern Gebiete. 

4. Nur ein Teil der Individuen aus dem einen Gebiete unterscheidet 
sich von denen aus dem andern Gebiete. 

Im ersten Falle erhebt sich natMich keine Frage, d. h. wir können 
nicht mehi-ere Formen unterscheiden. 

Im zweiten Falle müssen wir sie benennen, ohne daß sich weitere 
Schwierigkeiten darbieten. 



Einleitung. y 

Der dritte Fall ist natürlich schon schwieriger. Ein geübter Systematiker 
sieht mehr Unterschiede, als ein Anfänger, und wer sich lange intensiv mit 
einer Formengruppe beschäftigt, sieht wieder viel mehr, als einer, der sich 
nur vorübergehend und flüchtig damit befaßt hat. Wer z. B. nie Hauben- 
lerchen, nie Baumläufer oder Raben und dergl. studiert hat, wird zunächst 
ratlos und kopfschüttelnd vor den vielen Formen neuerer Systematiker stehen, 
während der Spezialist ihre Berechtigung nicht nur anerkennt, sondern immer 
noch mehr neue entdeckt. Der Nichtspezialist hat aber nicht das Recht, 
den subtil unterscheidenden Kenner apodiktisch zu kritisieren, ohne die Fragen 
selbst eingehend studiert zu haben und die Formen haben darum nicht weniger 
Bedeutung, daß man sie ohne tieferes Studium nicht sehen kann. 

Noch schwieriger ist der vierte Fall zu behandeln. Um zu entscheiden, 
ob da eine Form benannt werden darf oder nicht, d. h. ob durch Benennung 
derselben einem Bedürfnis abgeholfen, ein Nutzen gestiftet wird, muß man 
wissen, ein wie großer Prozentsatz zu unterscheiden ist, und man wird gern 
zugeben, daß eine geographische Form mit Vorteil benannt werden wird, 
wenn sich merklich mehr als die Hälfte ihrer Individuen unterscheiden läßt, 
während eine Benennung besser unterlassen bleibt, wenn sich merklich weniger 
als die Hälfte unterscheiden läßt. Da wir aber von den tatsächlich vor- 
handenen Individuen nur einen verschwindend geringen Teil untersuchen 
können, so liegt es auf der Hand, daß wir in solchen Fällen überhaupt nur 
dann an eine Benennung denken dürfen, wenn uns umfangreiche Serien vor- 
liegen, nicht aber, wenn wir nur wenige Stücke untersuchen konnten. In 
diesen Fällen kann es schon verschiedene Meinungen geben und man kann 
oft gezwungen sein, seine ursprüngliche Ansicht ändern zu müssen. 

In einem Übersichtswerke wie das vorliegende mußte man zu einem 
Entschluß kommen, auch da, wo die Fälle sehr schwierig waren und wo 
verschiedene Spezialisten ihre gegenseitigen Meinungen bekämpften. Wo es 
irgend möglich war, wurden eigene Studien an möglichst umfangreichem 
Material gemacht. Verfasser begann seine Studien an den Vögeln der Heimat 
und hat immer eine besondere Vorliebe für die Vögel der alten Welt gehabt 
und manche Stunde daran gearbeitet, es steht ihm aber auch ein reiches 
paläarktisches Material in dem von ihm verwalteten Rothschild'schen Museum 
zur Verfügung, unter anderm die Brehm'sche Sammlung und die Zarudny'schen 
Serien russischer, turkestanischer und persischer Vögel u. a. m. Außerdem 
benutzte er häufig das Britische Museum und wurde von vielen Museen und 
Freunden unterstützt. Er brauchte also in der Regel nicht leichtfertig zu 
urteilen. Auf der andern Seite konnten nicht in jedem schwierigen Falle 
erst jahrelange Studien gemacht werden und Fehler waren daher unvermeidlich 
— das aber ist immer der Fall, nur ein aufgeblasener Narr wird glauben 
können, daß er keine Fehler machen kann. 

Eine gleichmäßige Behandlung wurde angesti-ebt, aber oft nicht erreicht, 
denn von manchen Vögeln ist es leicht, Serien zu verschaffen und über 
manche Gattungen liegen umfangreiche Arbeiten, Resultate jahrelangen Fleißes 
vor, von andern Arten fehlt es überall an Material und niemand hat sich 
für sie besonders interessiert. Solche Inkonsequenzen aber, wie sie sich bei 
mehreren modernen Autoren finden, hat der Verfasser zu vermeiden gesucht. 
Wer z. B. sämtliche paläarktischen Baumläufer, Rotkehlchen, Raben, Tannen- 
häher u. a. m. schweigend ignoriert oder ausdrücklich nicht anerkennt, wie darf der 
die nicht ein bischen mehi- verschiedenen Wasseramseln und Stare unterscheiden ! 



YI Eiuleitung. \ 

Ebenso erstaunlich ist es, wenn ein andrer Schriftsteller alle Sumpf- und 
Weidenmeisen von Schweden bis Italien, England bis Ungarn vereinigt, und 
dabei die feinsten Schwanzmeisenformen und andere Unterarten entdeckt. 

Das oben gesagte beantwortet eigentlich schon eine Frage, die viele 
Leser stellen werden: was ist die Definition der Subspezies (Unterart) gegen- 
über der Spezies (Art). Die knappe Antwort lautet: Mit Subspezies bezeichnen 
wir die geographisch getrennten Formen eines und desselben Typus, 
die zusammengenommen eine Spezies ausmachen. Es ist also nicht etwa 
ein geringes Maß von Unterschieden, das uns bestimmen darf, eine Form 
als Subspezies aufzufassen, sondern Unterschiede verbunden mit 
g e g" r a p h i s c h e r T r e n n u n g , natürlich bei allgemeiner Übereinstimmung 
in den Grundzügen. (Vgl. Rothschild & Jordan, Revision of the Sphingidae, p. XLII.) 

Wälii-end man aber früher glaubte, und das große Publikum noch heute 
zu glauben scheint, daß geographische Variation eine Ausnahme ist, wissen 
wir heute durch die Studien der Systematiker, daß sie die Regel bildet. 
Man staunte, als nach Darwin's Reise das lokale Abändern der Finken und 
Reptilien auf den Galäpagos-Inseln bekannt wurde, man sah mit Verwunderung 
auf die Philippinen, wo fast jede Insel andre Formen aufweist — heute wissen 
wir, daß das in jedem Insel-Archipel ähnlich ist, und daß es viel mehr Vögel 
(und Tiere überhaupt) gibt, die in den verschiedenen geographischen Gebieten 
abändern, als solche, die in den verschiedenen Wohngebieten einander gleichen. 
Daß dem Systematiker der alten Schule angst und bange wird, wenn er die 
Fülle der Formen (z. B. bei Corvus, Fasser, Pams, Galerida) sieht, ist begreiflich, 
darf uns aber nicht anfechten. Das Endziel war früher, jeden Balg „richtig 
zu bestimmen", und den „richtigen Namen" auf das Etikett zu schreiben. 
Wir halten das nicht mehr für das wichtigste, denn wir unterscheiden auch 
Formen, zwischen denen Übergänge vorkommen, die man nicht immer mit 
völliger Bestimmtheit einer oder der andern der in Betracht kommenden 
Formen zuzählen kann. Wir streben danach, die in der Natur bestehenden 
Tatsachen zu erkennen und zu erklären, aber wir können nicht verlangen, 
daß dieselben immer unsern vorgefaßten oder schulmäßig angelernten Ideen 
entsprechen. Jeder ehrliche Forscher dürfte schon erfahren haben, daß seine 
ihm lieb gewordenen Anschauungen plötzlich vor dem Lichte der Wahrheit 
in Schaum zerstoben. Es war bequemer, wie man es früher machte, ein 
System zu erdenken und die Natur in dasselbe einzuschalten ■ — wie es 
Linne, Oken, Swaiuson und viele andre machten — als aus den eigenen 
Beobachtungen und den Forschungsresultaten andrer Schlüsse zu ziehen und 
danacli System und Nomenklatur einzurichten. Wer das tut, kann heutzutage 
allein Anspruch darauf machen, auf der Höhe der Zeit zu stehen, er wird 
jedoch erkennen müssen, daß die Natur es nicht so bequem gemacht hat, wie 
man früher wähnte und wie man es gern möchte, er wird aber auch ein- 
sehen, daß noch viel zu ergründen ist, noch zahllose Lücken in unsrer Kenntnis 
sind. Nicht nur, daß wir immerfort noch auffallende und schöne Arten 
entdecken können, daß das Studium der lokalen Formen vielfach noch ganz 
im Argen liegt, daß wir die Nester, Eier und Lebensweise vieler Vögel noch 
nicht kennen, sondern auch, daß die übliche Abgrenzung der sogenannten 
Familien der Singvögel eine sehr schwache und anfechtbare ist, ebenso die 
vieler uns geläufigen Gattungen, endlich daß sogar über ganz elementare 
Fragen noch manchmal Unsicherheit oder Dunkel herrscht. Ich erinnere 
z. B. daran, daß die Ornithologen noch gleichsam in zwei Lagern einander 



Einleitung:. YTT 

gegenüberstehen, deren eines eine Umfärbung der alten Feder behauptet, 
deren andres jede Farben- und Zeicbnuugsändeniug der alten Feder (abgesehen 
von Abnutzen, Strukturveränderung und Verbleichen) leugnet, also bei jedem 
neuen Kleide eine Mauser voraussetzt^); daß erst vor wenig mehr als einem 
Jahrzehnt durch den Verfasser dieses die Frage der Beinhaltung der Raub- 
vögel und schließlich aller Vögel im Fluge aufgeworfen wurde, sodaß erst 
jetzt eine einigermaßen belehrende Literatur darüber vorliegt (vgl. Barrett- 
Hamiltou im Zoologist 1903); weiterhin, daß es bei manchen Vögeln noch 
nicht sicher festgestellt ist, wie oft, wann und wo sie mausern — eine für 
das Studium der lokalen Formen ganz besonders wichtige Frage! Auch 
über die Wanderungen der Vögel sind wir noch nicht genügend unterrichtet, 
und gerade für die Erforschung dieser ist das genaue Studium der Unterarten 
von größter Bedeutung. Es ist klar, daß wir mehr davon verstehen lernen, 
wenn wü- den auf der W^anderung befindlichen Vögeln ansehen können, wo 
ihre Heimat ist, d. h. wo sie brüten. Überenthusiastische Genossen müssen 
fi-eilich darauf aufmerksam gemacht werden, daß wir dies nicht in allen 
Fällen werden ermöglichen können, denn nicht bei jeder Vogelart sind lokale 
Formen ausgebildet. 

Als paläarktisches Faunengebiet wurde, wie üblich, ganz Europa und 
Nord- Asien bis zum Himalaya, Nord-Arabien und Nord-Afrika genommen. 
Die Abgrenzung dieses Gebietes nach Süden ist in vielen Fällen nicht ganz 
sicher und keineswegs scharf. Im Westen bildet die Sahara die Südgrenze, 
was vorläufig sehr bequem ist, da wir das Innere dieses Wüstengürtels zoologisch 
noch nicht kennen. Im Niltal verwischt sich die Grenze, da tropische Formen 
dem Nil nach Norden, paläarktische ihm südwärts gefolgt sind. Wir gehen 
mit den paläarktischen Formen, soweit sie südwärts vordrangen und nehmen 
lieber zu viel, als zu wenig auf. Auch in Arabien ist die Grenze nicht 
scharf; der Sinai ist paläarktisch, während Süd-Arabien rein tropische Formen 
zeigt. Im Himalaya sind alle den paläarktischen Formen nahestehenden Vögel 
erwähnt, rein tropische Formen aber meist unerwähnt gelassen, auch wenn 
sie hoch in die kühlen Regionen aufsteigen. In China fehlt es an einer 
scharfen Grenze, im allgemeinen gingen wir im Westen bis in die Berge von 
Szetschwan, im Osten bis in die Breite von Peking und nahmen soviel 
wie möglich auf. Japan durfte natürlich niclit fehlen. Wir geben zu, daß 



1) Praktische Naturbeobachter im allgemelDen und anatomisch arbeitende Zoologen 
haben von jeher der letztern Ansicht beigestimmt. Es sind vorzugsweise bloße Balg- 
forscher, die eine Farben- und Zeichnimgsveräuderung in der alten Feder behaupteten. 
Davon kann aber keine Rede sein. Nur so lange die Feder noch wächst, ist 
ein Zufluß von Pigment überhaupt möglich uud findet vielleicht in einigen 
Fällen statt. In solchen Fällen kann dann möglicherweise eine Farbenveränderung 
einer Feder stattfinden. Die Behauptung von Schlegel, Sharpe, Grant, Millais u. a., 
daß eine im Herbste erwachsene Feder nach Monaten im Frühling ihre Farbe und 
sogar ihre Zeichnung ändere, z. B. statt Längsstreifen Querbänder bekomme nsw., ist 
in keinem Falle bewiesen und beruht auf falscher Schlußfolgerung, indem aus dem 
Vergleiche \äeler Federn auf die Veränderung einer einzelnen Feder geschlossen wurde. 
Gewaltig sind aber die Veränderungen, die durch Abwetzuug sowie durch das Abfallen 
der Seitenästchen der Federfahuen oder ihrer filamentösen Anhängsel hervorgebracht 
werden. Das vorher wie mit einem Duft überzogene, matte Gefieder erhält dadurch 
oft lebhaft glänzende Farben. Die Abnutzung der Spitzen und das Abfallen der feinen 
Seitenzweiglein oder ihrer Anhängsel geht in vielen Fällen in trockenheißem, sonnigerem 
Klima rascher vor sich, als in höheren Breiten. 



VIII Einleitung. 

die Annahme einov holarktischen Region wissenschaftlich mehr für sich hat, 
als die Trennung der uearktischen und paläarktischen Fauna, aber wir haben 
aus praktischen Gründen in vorliegendem Werke nur die paläarktischen Formen 
behandelt. Die Hinzuziehung Nord-Amerikas würde eine große Menge rein 
amerikanischer Formen bedingt haben und den Umfang des Werkes wie die 
Ai'beit verdoppelt haben, außerdem bearbeiten die Amerikaner selbst (Ridgway) 
ihre Vögel in so musterhafter und fast übermäßig minutiöser Weise, daß wir 
auf ihre Werke hinweisen können. Nur in Fällen, wo Amerika und die alte 
Welt gleiche oder nahe subspezifisch verwandte Formen haben (z. B. bei 
Cowus corax, Pica pico) war es im Interesse der Vollständigkeit und Über- 
sichtlichkeit geboten, die nordamerikanischen Subspezies zu charakterisieren 
oder wenigstens kurz zu erwähnen. 

Wir besitzen kein Werk, das die lokalen Formen der paläarktischen 
Vögel in knapper Form berücksichtigt. Von dem großen und kostspieligen 
Prachtwerke desselben Verfassers abgesehen, haben wir zwar ein soeben, 1903, 
erschienenes überaus praktisch angelegtes Werk H. E. Dresser' s, dasselbe aber 
steht noch ganz auf dem Standpunkte der alten Schule. i<]s läßt die Ergebnisse 
des subtilen Studiums der letzten 15 Jahre unbeachtet, obwohl es nicht selten 
eine Unterart als Art beschreibt und so den alten Artbegriflf zu verschieben 
droht, bietet also nur einen Teil von dem, was wir gebrauchen, außerdem 
ist es bisher nur in englischer Sprache erschienen. Das vorliegende Buch 
bemüht sich vor allen Dingen zu zeigen, was bisher in Unterscheidung der 
Subspezies geleistet worden ist, und somit auch, wo noch Lücken auszufüllen 
sind. Selbstredend hat Verfasser nie daran gedacht, daß es einen endgültigen 
Abschluß bedeutet — einen solchen wird keiner der heutigen Ornithologen 
erleben. Er hat nur das Bekannte zusammengestellt, an der Hand von 
Material und Literatur geprüft, gesichtet und neu hinzugefügt, was das ihm 
vorliegende Material ergab. 

Wie groß aber sind noch die Lücken! Z. B. fehlt es in den meisten unser 
Museen an Material aus den Pyrenäen und Gebirgen Mittel- und Süd-Spaniens, 
aus den Hochgebirgen und südlichen Teilen Marokkos, aus Arabien, Meso- 
potamien, Griechenland, mehreren Inseln des Mittelmeeres, Thibet und China, 
Kamtschatka u. a. m. Aber auch, manche naheliegende Gegend kennen wii* 
nur ungenügend. So z. B. ist es sehr schwer, über die genaue Verbreitung 
vieler Formen in Frankreich ein genügendes Bild zu bekommen, da mau dort 
in neuerer Zeit auf Subspezies paläarktischer Vögel wenig achtet. Manche 
Arbeiten russischer Forscher sind für die Wissenschaft im allgemeinen vor- 
läufig so gut wie begraben, da sie in russischer Sprache geschiieben sind. 
Bezüglich der speziellen Behandlung sei folgendes bemerkt. 

Es schien notwendig, auch die höheren Gruppen, Familien und Gattungen, 
kurz zu charakterisieren. Soweit als möglich wurde versucht, dies mehr 
scharf und präzis als weitschweifig und ausführlich zu tun. Das aber ist 
wahrscheinlich nicht immer gelungen. Bei den Familien der Singvögel ist 
dies jedoch kein Fehler des Verfassers, sondern liegt an der bereits erwähnten 
Schwäche dieser Familien. 

Schon 1857 schrieb einer der besten deutschen Ornithologen, Hartlaub: 
„Die schrankenlose Vervielfältigung der genera, ein wuchernder Parasit auf dem 
Blüthen und Früchte zugleich tragenden Baume der modernen Ornithologie, 
läuft meinen Ansichten schnursti-acks zuwider." Es hat das auch heute noch 
einige Berechtigung und ist dem Verfasser recht sympathisch, er bemühte 



- Einleitung. IX 

sich jedoch möglichst dem Gebrauch zu folgen und nur da zu ändern, wo 
ihm die vorgenommene Gattungssp alterei durchaus nicht haltbar erschien. 

In der Nomenklatm* nimmt Verfasser einen radikalen, oder mau kann 
auch sagen sti-eng konservativen Standpunkt ein, indem er sich bemüht, den 
ältesten Namen rücksichtslos und durchaus unverändert -- bis auf das Geschlecht 
der adjektivisch gebrauchten Spezies- und Subspeziesnamen — anzuwenden. 
Nur auf diese Weise kann eine stabile Nomenklatur en-eicht werden, eine 
logische Selbstverständlichkeit, die einer Erläuterung eigentlich gar nicht bedarf, 
die aber ti'otzdem tausendfach bestritten, ventiliert und disputiert wurde. 
„Nomina nuda" wurden zwar zitiert, aber als solche gekennzeichnet. Daß 
sie nicht angewandt wurden, braucht nicht auseinandergesetzt zu werden. 
Bei den Zitaten wurde es zur Regel gemacht, sie nachzuschlagen und den 
ersten Fundort einer Form, die „typische Lokalität" eines jeden Namens fest- 
zustellen, und wo eine solche sich nicht aus der Publikation oder sonstwie 
ergibt, sie jetzt als Grundlage für spätere Forschung zu fixieren.^) 

Die Beschreibungen wurden, wo nur irgend Material vorlag, nach der 
Natur entworfen, nicht abgeschriebeu oder übersetzt, so bequem und leicht 
es gewesen wäre, im Hause, Abends bei Lampenlicht, oder aber es wurde 
das, wo es unvermeidlich war, bemerkt. Es wurde versucht, die Beschreibungen 
möglichst knapp, kurz aber charakteristisch zu machen, eine Aufgabe, die 
sich oft als recht schwer herausstellte und nur teilweise einigermaßen gut 
gelöst worden sein mag. Die Maße sind, wenn irgend möglich, an vor- 
liegenden Bälgen vom Verfasser selbst genommen. 

Die Verbreitung wurde möglichst genau gegeben, aber auch das ist nicht 
so leicht getan, wie man es sich denkt und die Lücken sind groß geblieben, 
was der Verfasser selbst am besten weiß. 

Das Fortpflanzungsgeschäft wurde nur sehr kurz beschrieben. Die Maße 
der Eier wurden teils selbst genommen, teils der neuen Ausgabe des „Naumann" 
entlehnt, wo ihnen besondi'e Sorgfalt gewidmet wurde. 

Schwer war es, bei den Eierbeschreibungen und noch mehr bei den 
Andeutungen der Lebensweise gleichmäßig zu verfahren und Maß zu halten. 



1) Verfasser hätte gern alle Syuonymieu und Zitate vermieden, aber das war 
unmöglich. Die größten allgemeinen Werke (Oatalogue of Birds, ßirds of Europa) 
haben die Priorität nicht ernst genug genommen, außerdem bei der XII. statt der X. Aus- 
gabe Linne's begonnen. Alle Synonyme mußten zitiert werden, damit man sehen kann, 
was füi- Namen existieren, und die tyi)ischen Fundorte mußten eruiert werden, damit 
man bei Abtrennung neuer Unterarten nicht in den oft gemachten Fehler verfalle, neue 
Namen zu schaffen, obwohl schon Namen da waren, die sich auf die neue Form 
bezogen, aber bisher als Synonyme galten. Es ist traurig, aber wahr, daß die 
deutschen Vögel sich durch besonders viele Synonyme und nackte Namen hervortun, meist 
durch die Publikationen C. L. Brehm's in dem „Vogelfang", noch mehr durch das von 
A. E. Brehm herausgegebene Verzeichnis der Sammlung seines Vaters. Dasselbe war 
deutschen Ornithologen bekannt und wurde von denen, die es kannten, mit Recht tot- 
geschwiegen, Dresser aber fand es nötig, die darin enthaltenen zahllosen Nomina nuda 
(ohne sie als solche zu bezeichnen !) in den „Birds of Europe'' zu zitieren, sodaß wir 
sie nun als nutzlosen Ballast mit herumschleppen müssen. In allen Fällen wurde nur 
die den Ausgang bildende erste Publikation angegeben. Das Zitieren von allbekannten 
Werken wie Oatalogue of Birds, Dresser's Birds of Europe u. a., wie es (besonders in 
England) üblich ist, erschien nutzlos, denn jeder weiß, daß dort die betr. Vögel zu 
finden sind. Auf diese Weise wurde viel Ballast vermieden, dagegen wurden die ersten 
Beschreibungen ausführlich zitiert. 



X Einleitung. 

Zu leicht kam man in die Gefalu', zu breit zu werden. Es tauchten die 
Kiefernforsten und sumpfigen Erlenwälder Ostpreußens, die Gärten am. Ehein, 
wogende See, wilde Klippen, Palmen- und Orangenhaine in Gedanken auf, 
und nur zu gern gab man über alte liebe Freunde mehr, als über die Arten, 
die man nur aus Büchern kannte. 

Für die geogTaphischen Formen haben wir natürlich den Ausdruck 
Subspezies (Unterarten) beibehalten, der sich allgemein eingebürgert hat. 
Es hat nicht den geringsten Zweck, gibt keineswegs einen besseren Begriff 
und ist uur eine unnötige Neuerung, statt dessen die Bezeichnung Conspezies 
einzuführen. 

Daß die zuerst benannte Form nur zufällig zuerst bekannt war, liegt auf 
der Hand. Wir nehmen ihren Namen lediglich darum für die Art au, weil 
er zuerst veröffentlicht wurde, und verbinden damit alle Namen der Formen 
derselben Art, um zu zeigen, daß sie alle in denselben Formenkreis gehören. 
Es ist widersinnig, die zuerst benannte Form als „Stammform" oder „Stamm- 
art" zu bezeichnen. Sie ist eben die zufällig zuerst benannte Form und 
darum nehmen wir ihren Namen für die Art an. Jedes andre Verfahren 
würde zu endlosen Streitfragen führen, weil wir selten ohne weiteres fest- 
stellen können, welche Form genetisch die älteste ist. welche aus der andern 
hervorgegangen ist. 

Da nun die zuerst benannte Form natürlich keinen andern Rang ein- 
nimmt, als die andern Subspezies derselben Art, muß sie auch in derselben 
Art und Weise wie jene benannt werden, d. h. wii" können nicht für sie 
allein einen binären, für die andern trinäre Namen anwenden. Um ihr nun 
keinen neuen Namen zu verleihen und somit das System unnötig zu belasten, 
wiederholen wii- als dritten (subspezifischen) Namen den ihr allein im besoudern 
zukommenden. 

Als Beispiel möge die Wasseramsel dienen. Sie wurde von Linne 
Sttanus clndus genannt. Wir beschränken den Namen auf die skandinavische 
Form. Da der erste Gattungsname für die Wasseramseln leider Cinclus 
(Bechstein) ist, so muß die Art Cinclus cinclus heißen, da wir uns weigern, 
den Gattungs- wie den Artnamen zu ändern. Außer der nordischen Form 
kennen wir aber noch viele andre, nämlich den britannischen Cuiclus cinclus 
britcumicus, den mitteleuropäischen Cinclus cinclus albicolHs, ferner Cinclus 
cinclus cashminensis, Cinclus cinclus sordidus, u. a. m., die zuerst benannte Form 
wird also Cinclus cinclus cinclus — scbön nicht, aber logisch unanfechtbar 
und praktisch. 

Bezüglich der technischen Behandlung sei noch folgendes bemerkt. 
Die Autornamen wurden in allgemein verständlicher Weise und zwar im 
allgemeinen wie im „Catalogue of Bii'ds" abgekürzt. Die oft übertriebenen 
und unpraktisch gewählten Abkürzungen des vom Berliner Museum heraus- 
gegebeneu Verzeichnisses wurden nicht benutzt. Was hat es z. B. für einen 
Zweck, den vollen Namen „Gould" in „ J. Gld." „abzukürzen" ! Bei gemeinsam 
verfaßten Arbeiteu wurden die Autorennamen durch das Zeichen & verbunden. 
Das Weglassen dieses Zeichens hat sich mit Recht nicht eingebürgert — auch 
die Redaktion des „Tierreich" billigte es nicht — , da es keinen Vorteil bringt, 
wohl aber leicht Verwirrung anrichten kann, da man nicht ohne weiteres 
wissen kann, ob es sich um Vor- und Nachnamen oder zwei Leute handelt. 
Die Autorennamen wurden eingeklammert, wenn der Art- resp. ünterart- 
name ursprünglich mit einem andern, als dem nun angewandten Gattungs- 



Einleitung. XI 

namen publiziert worden war. Ein stetes Einklammern ist ein sehr über- 
flüssiger Ballast. 

Bei den Zitaten wurden nicht die übertrieben abgekürzten Titel ange- 
wandt, wie sie in England und anderswo üblich sind. Anstatt „P. Z. S." 
für ..Proceedings of the Zoological of I^ondou" wurde z.B. „Proc. Zool. Soc. 
London", statt „J. f. 0." für „Journal für Ornithologie" wurde „Journ. f. 
Orn.", anstatt ,.S. N." für „Systema Naturae" vielmehr ,.Syst. Nat." gebraucht, 
sodaß auch ein Anfänger ohne große Mühe und besonderes Lernen den Titel 
mehr oder minder genau sofort erkennen kann. Das Buch soll ja besonders 
dem Anfänger ein Ratgeber, ein Wegweiser und eine Hülfe sein, nicht aber 
ihm Rätsel aufgeben — das tun ja unsrc Freunde im Federkleid zur Genüge! 

Genauigkeit und Deutlichkeit erschienen weit wichtiger, als Eleganz 
der Sprache. Es wurde daher kein Anstoß daran genommen, die oft schwer 
definierbaren Farbeutöne mit langatmigen Namen zu belegen, sowie in den 
Beschreibungen sich oft wiederholende Ausdrücke anzuwenden. 



Kunstausdrücke. 



id*"/'''' 




J Eandscliwin^en 
tt Jrmschirmgcn 
M lleaiddeckai 
W Grosso TlügeldeAm, 
Y Mittlere FUitfeldccken, 
fl Skine Fliyddedtai 

lEÄfurmgß- 



Figur 1. 



Stirn uud Scheitel = Vorderkopf. 
Ohrgegend = Ohrdecken. 
Uiiterhals = Vorderhals. 
Oberhals = Hinterhals. 



Henj Zehe 
(3.PfUM)Mc 
'f. (Aussen) Zelie 



Oberkopf = Pileum. 
Schulterfedern = Schulterfittiche. 
Unterkörper = Abdomen. 
Steiß = Aftergegeud. 



Ein über den Zügeln und über das Auge hinziehender Streif wird gewöhnlich 
als Superciliarstreif oder Supercilium bezeichnet. 

Der Schnabel ist wenn nicht anders gesagt vom Ende der Stirnbefiederung bis 
zur Spitze gemessen (ßeichenow's und anderer Methode); wenn gesagt wird „von der 
Wurzel" oder „von der Stirn", ist er aber vom Beginn der Schnabeldecke gemessen. 
Bei einigen Arten schien das erstere, bei andern das letztere genauer zu bewerkstelligen. 

Der Flügel ist vom Bug bis zur Spitze auf dem Lineal gestreckt gemessen. 

Der Schwanz ist von der Wurzel, d. h. von da wo die mittleren Steuerfedern 
aus der Haut heraustreten bis zum Ende der längsten Steuerfeder gemessen. 

Der Lauf ist von der hintern Gelenkvertiefung zwischen Lauf und Unterschenkel 
(Fersengelenk) bis zum Ende des letzten Laufschildes gemessen. 



Inhalt des I. Bandes. 



Ir [Seit der Zeit des Erscheinens der 1. Lieferung der „Vög. der paläarkt. 
Fauna" hat die Tätigkeit auf diesem Gebiete gewaltig zugenommen, namentlich 
hat man in neuerer Zeit angefangen mehr auf geringe Unterschiede in den 
verschiedenen Ländern und Faunengebieten zu achten. Dies ist ein erfreuliches 
Zeichen für die Weiterentwicklung unserer Lieblingswissenschaft, wenn auch 
nicht alles Gold ist was dafür ausgegeben wii'd, und wenn auch mitunter 
im Übereifer fehlgeschossen wird. 

In den Anmerkungen zu vorliegendem Inhaltsverzeichnis sind die seit 
Ende 1903 als neu beschriebenen Formen (bis Ende 1909) erwähnt, aber 
fast nur in Fällen, wo ich mir ein auf Untersuchung von Material gegründetes 
Urteil erlauben zu dürfen glaubte, habe ich mich darüber ausgesprochen, ob 
die betreffenden Namen neuen Spezies oder Subspezies zukommen, oder ob 
sie den Synonymen hinzuzufügen sind. Ebenso habe ich in den Überschriften 
vorgekommene oder sonstige wichtige Fehler verbessert und Übersehenes 
nachgetragen. Beschreibungen und Beurteilung aller der hinzugekommenen 
Formen, neuere Entdeckungen und Ergänzungen der Verbreitung, Fort- 
pflanzung und Lebensweise usw. werden in den später zu veröffentlichenden 
Nachträgen erfolgen.] 

Die 6 Hefte des I. Bandes erschienen wie folgt: 
Heft 1: (Seite I— XII und 1—112): November 1903. 
„ 2: Seite 113—240: Juni 1904. 
„ 8: Seite 241—384: Juni 1905. 
„ 4: Seite 385—512: März 1907. 
„ 5: Seite 513—640: Februar 1909. 
„ 6: Seite 641—817: Juni 1910. 

Seite 

Einleitung I— XII 

Ordnung PASSERES 1 

Familie CORVIDAE 1 

Gattung Corvus L 1 

1. Corvus coi-ax corax L 2 

„ varius Brunn. ^) 4 

,, tibetanus Hodgs 4 

,, sibii'icus Tacz ■ 4 

„ ussurianus Tacz 4 • 

„ kamtschaticus Dyb 5 



1) Hinzufügen ist: C. corax islandicics Hantzsch, Orn. 3Ionatsber. 1906, p. 130; 
Island. — Der grönländische Habe ist C corax principalls ßidgw. 

E. Hartert, Die Vögel der paläarktischen Fauna. II 



XIV Inhalt des I. Bandes. 

Seite 

7. Corvus corax behringianus Dyb.i) 5 

8. „ „ hispanus Hart. & Kleinschm • 5 

9. „ „ sardus Kleinschm 6- 

10. „ „ canariensis Hart. & Kleinschm 6 

11. „ ~„ tingitanus Irby ^) 6- 

12. „ „ laurencei Hume 7 

13. „ „ umbrinus Sund 8 

14. „ affinis Rüpp 8 

1.5. „ cornix cornix L. ^) 9^ 

16. ,, „ sardonius Kleinschm 10 

17. „ „ sharpii Oates 10 

18. „ „ capellanus Sei 11 

19. „ corone corone L 11 

20. „ ,, Orientalis Eversm. . , 12 

21. „ macrorhynchus japonensis Bp.*) 12 

22. ., frugilegus frugilegus L 13 

23. „ „ tschusii Hart 14 

24. „ „ pastinator Gould 14 

Gattung Coloeus Kaup 15 

25. Ooloeus monedula monedula (L.) 15 . 

26. „ „ spermologus (Vieill.) 16 

27. „ „ collaris (Drummoud) 17 

28. „ dauuricus (Pall.)ß) 18 

29. ., neglectus (Schleg.) .' . 18 

Gattung Pica Vieill. (oder Schäflfer 1789) 19 

30. Pica pica jDica (L.) 10 

31. „ „ melanotos Brehm 21 

32. „ „ bactriana Bp 21 

33. „ „ hudsonius (Sab.) 21 

34. „ „ sericea Gould 22 

35. „ „ mauritauica Malh 22 

36. „ „ bottanensis Deless 22 

37. „ „ nuttalli Aud 22 

Gattung Cyanopiea Bp 23 

38. Cyanopiea cyauus cyauus (Fall.) ") 23 

39. „ „ swinhoei Hart 24 

40. „ „ cooki Bp 24 



^) Synonym: C. grebnitskü Stejneger, Proc. Biol. Soc. Washington II (1884), p. 97. 

*) Vgl. C. corax krausei Zedlitz, Orn. Monatsb. 1909, p. 178 (Sinai. — Nach 
Ansicht des Verf. vermutlich der östliche Vertreter von tingitanus, dagegen tmihrinus 
weniger ähnlich. Wenn eine besondere ßabenform den Sinai bewohnt, muß sie aber 
wohl infumatus heißen. Vgl. Parrot, Zool. Jahrb. XXIII, p. 287. 

'') Die südosteuropäische Xebelkrähe wurde als C. cornix valachus Tschusi (Orn, 
Jahrb. 1904, p. 121, Tj^pus ßumänien) unterschieden. Synonym; C. cornix halcaniciis 
ßzehak, Orn. Mouatsber. 1906, p. 189 (Serbien). — Die Form von Cyperu wurde als C. 
c. pallescens (Madaräsz, Orn. Monatsber. 1906, p. 528) abgetrennt. 

*) Die bereits angedeutete kleinere festländische Form wurde als „Corvus hassi"^ 
(Reichenow, Orn. Monatsber. 1907, p. 11, Typus von Tsingtau) beschrieben. — Die 
Form der Riu-Kiu-Inseln wurde als C. macrorhynchus osai (Ogawa, Annot. Zool. 
Japon. V, 1905, p. 196, Typus Mus. Tring) getrennt. 

^) S. Coloeus dauuricus khamensis Bianchi, Bull. B. 0. Club XVI, p. 68, 1906. 
(Mir unbekannt.) 

*) Die japanische Form, auf deren mögliche Verschiedenheit ich schon hinwies- 
wurde als C. cyanus japonica Parrot (Orn. Monatsber. 1905, p. 26) abgetrennt. 



Inhalt des I. Bandes. XV 

Seite 

Gattung Nueifraga Vieill. (oder Schaeffer 1789) 25 

41. Nueifraga cai^ocatactes caryocatactes (L.) 25 

42/ ., ., macrorhyuchos Brehm 26 

■i^. ,, „ japonicus Hart. 27 

"4-f. „ „ kamtchatkensis Barrett-Ham 27 

45. „ „ rothscliildi Hart 27 

46. „ „ hemispila Vig 28 

47. „ „ multipunctata Gould 28 

Gattung Garrulus Vieill. (oder Schaeffer 1789) 28 

48. Garrulus glandarius glandarius (L.) 29 

49. „ ,, rufitergum Hart 30 

50. ,, „ kleinschmidti Hart.^) 30 

51. „ „ ichnusae Kleinschm 30 

52. „ ,, glaszneri 3Iad 31 

53. „ „ hyrcanus Blanf. 31 

54. „ „ caspius Seeb 31 

55. „ „ minor Verr 31 

06. „ „ krynicki Kalenicz. ^) 32 

57. ,, „ atricapillus Geoffr. ^) 32 

58. „ „ japonicus Schleg 32 

59. „ „ brandtii Eversm. *) 33 

60. ,, „ whitakeri Hart 33 

61. „ „ cervicalis Bp. ^) • . . . 34 

Gattung Perisoreus Bp 34 

62. Perisoreus infaustus infaustus (L.) . . . • 34 

63. „ „ sibericus (Bodd.) 85 

Gattung Pyrrhocorax Vieill 35 

64. Pyrrhocorax pyrrhocorax (L.) 35 

65. ,, graciilus (L.) 36 

Gattung Podoces Fisch 37 

66. Podoces hendersoni Hume 38 

67. ,, biddulphi Hume 38 

68. „ panderi Fisch • 39 

69. „ pleskei Sar 39 

70. „ huniilis Hume 40 



^) Hierfür muß der ältere Name fasciatus Brehm (AUg. D. Naturh. Zeitung 
1857, p. 446) angewandt werden. 

*) Synonym: G. tiiyrifrons Buturlin, Ibis 1906, p. 425, 426, 736. — Hierher 
dürfte auch als ferneres Synonym zu stellen sein : G. lenälii Madaräsz vom Taurus 
(Orn. Monatsber. 1907, p. 77 — mit minor (!) verglichen) nach ungenügendem Material 
beschrieben. Serien alter Vögel sind zu untersuchen. 

3) Vgl. Salvadori, Boll. Mus. Torino XXV 1909, No. 607! 

*) Synonyme : G. glandarius taczanoivskii Lönnberg, Journ. Coli. Sc. Tokyo, XXIII, 
Art. 14, p. 7 (1908 — Sachalin) und G. g. bambergi Lönnberg, Arkiv för Zool. V, Nr. 9, 
p. 12 (1909 — Transbaikalien, Nord-Mongolei). 

^) , iSj^riönym : G. glandarius koenigi Tschusi, Orn. Jahrb. 1904, p. 99 — Tunis. 
— Die Untersuchung von 28 Stück erwies die Nichtigkeit der meisten der vermeint- 
lichen Unterschiede ; nach der Brutzeit tritt das dunkle Kropfband in der Regel mehr 
hervor, die Seiten werden dunkler, die Unterseite schmutziger. Falls sieh dennoch die 
Form aus Nord-Tunesien von der der Aurfes Berge (Batua), die kleiner zu sein scheint, 
unterscheiden lassen sollte, würde letztere zu benennen sein, da Nordalgier mit Nord- 
tunesien übereinstimmen und sicher nordalgerische Stücke zuerst cervicalis genannt 
wurden. Näheres a. a. 0. 

II* 



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unic 



XVI Inhalt des I. Bandes. 

Seite 

Familie STURNIDAE i) 41 

Gattung Sturnus L.^j 41 

Sturnus vulgaris vulgaris L 41 

granti Hart 43 

poltaratskyi Finsch 44 

faroensis Feildeu 44 

humii Brooks 45 

nobilior Hume • .... 45 

caucasicus Lorenz 46 

purpurascens Gould 46 

porphyronotus Sharpe 46 

minor Hume 46 

: Temm 46 

Gattung Pastor Temm 47 

82. Pastor roseus (L.) 47 

Gattung Spodiopsar Sharpe 48 

83. Spodiopsar cineraceus (Temm.) 48 

Gattung Sturnia (Fall.) 49 

84. Sturnia sturnina (Fall.) 49' 

^5. „ violacea (Bodd.) • 50. 

Familie ORIOLIDAE ^) 51 

Gattung Oi'iolus L 51 

86. Oriolus oriolus oriolus (L.) 51 

87. „ ., kundoo Sykes 53i 

88. „ indicus Jerd 53. 

Familie PRINGILLIDAE 54 

Gattung Coccothraustes Fall, (oder Schaeffer 1789) 55 

89. Coccothraustes coccothraustes coccothraustes (L.) • . .. 55 

90. „ „ japonicus Temm. & Schleg 57 

91. „ „ buvryi Cab ■ 57 

92. „ „ humii Sharpe • 57 

Gattung Eophona Gould 57 

93. Eophona personatus personatus (Temm. & Schleg.) 58 

94. ,, „ magnirostris Hart. 58 

95. „ melanura melanura ((xm.) 59 

96. „ „ migratoria Hart 59 

Gattung Myeerobas Cab • 60 

97. Mycerobus caruipes (Hodgs.) . . . . • 60 



1) Hier ist einzufügen: Aniydrus tristami Sei., stahlblau mit rostroten Schwingen. 
Palästina und Sinai. S. Cat. B. Brit. Mus. XIII, p. 168. 

2) Die Gattung bedarf einer völligen Umarbeitung, die in den Nachträgen nach 
Vollendung dieses Werkes erfolgen soll. Im Orn. Jahrb. 1904, p. 206—213 beschrieb 
Buturlin neun neue Formen, teilweise von ganz neuen Fundorten; Vergleichung der 
Typen ist notwendig. 1905 beschrieben Tschusi & Reiser noch S. vulgaris graecus. 
— S. ferner S. balcanicus Buturlin & Härms, Orn. Monatsber. 1909, p. 56. 

^) Hier würde die Familie DICRURIDAB einzufügen sein, die mit einer Art 
bis ins paläarktische Gebiet reicht: Dicrurus atra (ELerm.) — Muscicapa atraJlermann, 
Observ. Zoolog, p. 208 (1804) — geht bis in die Tsinling-Berge, wo sie häufig zu sein 
scheint. Da nur junge und wenige alte nicht gute Vögel vorhegen, ist nicht zu ent- 
scheiden, ob es sich um typische indische atra, oder eine der südchinesischen cathoeca 
näher stehende Form handelt. Vgl. Nov. Zool. 1910, p. 249. 



Inhalt des I. Bandes. 



XVII 



9&. 

99. 
100. 
lOL 
102. 
103. 
104. 
105. 

106. 

107. 

108. 

109. 

110. 

111. 

lila 

112. 

113. 

114. 

415. 

116. 

117. 

118. 

119. 

120. 

121. 

122. 

123. 



Gattung Chloris Cuv. 

iChloris chloria chloris (L.) i) 

„ aurantiiventris (Gab.) 

„ chlorotica (Bp.) 

sinica kawarahiba (Temm.) 

„ minor (Temm. & Schleg.) . . . .♦ 

„ sinica (L.) 

„ „ ussuriensis Hart 

„ kittlitzi (Seeb.) 

Gattung Aeanthis ßorkhausen 1797 2) 

Acanthis carduelis carduelis (L.)») 

„ britannicus Hart 

„ tschusii (Arrig.) 

„ parva (Tsch.) 

„ africanus Hart 

„ major (Tacz.) 

„ „brevirostris" (Zar.) /^i 

caniceps caniceps (Yig.) 

„ Orientalis (Eversm.) 

spinus (L.) 

thibetana (Hume)*) 

spinoides (Vig.) 

cannabioa cannabina (L.) 

„ mediterranea Tschusi 

„ nana (Tschusi) 

„ fringillirostris (Bp. & Schi.) ^) 

flavirostris flavirostris (L.) 

„ brevirostris (Moore) 

„ stoliczkae Hart. ^) 



Seite 
61 
61 
63 
63 
63 
64 
64 
64 
65 
65 
67 
68 
68 
69 
6» 
6^ 

.) 70 
70 
70 
71 
72 
73 
73 
75 
75 
75 
76 
77 
77 



1) Hinzugekommen: C. chloris turkestanicus Sarudny, Orn. Monatsber. 1907, p. 61. 

— Ferner „mühlei" Parrot, Journ. f. Orn. 1905, p. 649 (Griechenland; unauffällig im 
Text vorgeschlagen!). — Als Synonym von 98 betrachte ich C. c. rossika Sar., 
ebenda p. 63. 

2) Vgl. Schalow, Orn. Monatsber. 1910, p. 53. — Hinzuzufügen: A. amUgua. 
Chrysomitris ambigua Oustalet, Bull. Mus. Paris 1896, p. 186 (Junnan)). Diese merk- 
würdige Art kommt auch in Szetschwan (Ta-tsien-lu) vor. Kopfplatte schwarz, sonst 
typische Grünlingsfärbung, Schnabel stieglitzartig. A. ambigua zwingt uns fast die 
Gattungen Acanthis und Chloris zu vereinigen. 

*) Neu beschrieben sind: Carduelis carduelis loudoni Sarudny, Orn. Monatsb. 
1906, p. 48 (Schilan und Kaswin in Persien) (ebenda auch C. c. minor wieder beschrieben 

— indessen ist der Name minor ebenso wie brevirostris vergeben!); Carduelis carduelis 
volgensis Buturlin, Ibis 1906, p. 424 (Ostrußland, Ssura bis Ural); Carduelis carduelis 
niediecki Reichenow, Journ. f. Orn. 1907, p. 623 (Kleinasieu). 

*) Vgl. ferner: Chrysomitris bieti Oustalet, Nouv. Arch. Mus Paris (3) VI u 41 
(1894— Ta-tsien-lu). ' ^ ' 

5) Hinzugekommen: A. cannabina merzbacheri Schalow, Orn. Monatsb. 1907, p. 3 
(Tianschan); kritische Bern, ebenda p. 46— 47, 58—59! 

6) Hierfür wird wohl der Name montanella angewandt werden müssen: Linota 
montanella Hume, Lahore to Yarkand, p. 261 (1873 — Yarkand. Unauffällig im Text 
emer Anmerkung erwähnt! Abbild.: Taf. 26. — Als interessante neue Form ist hinzu- 
zufügen: A. flavirostris rufostrigata Walton (Bull. B. 0. Club XV, p. 93, 1905, Kamba 
Dschong in Tibet. Etwas größer, Schnabel etwas stärker). 



XVin Inhalt des I. Bandes. 

Seite 

124. Acanthis flammea flammea (L.) ^) 77 

125. „ „ holboelli (Brehm) 2) 79 

126. „ „ rostratus (Coues) ^) 80 

127. „ „ cabaret (P. L. S. Müll.)*) 80 

128. „ hornemannii hornemannii (Holb.) 81 

129. „ „ exilipes (Coues) 81 

130. ,, citriuella citrinella (L.) 81 

131. „ ,, corsicana (Koenig) 82 

Gattung Serinus Koch 82 

132. Serinus serinus serinus (L.) 83 

133. „ „ canaria (L.) 84 

134. „ syriacus Bp. 85 

135. „ pusillus (Fall.) 85 

Gattung Uragus Keys. & Blas 8H 

136. Uragus sibirica sibirica (Fall.) 86 

137. „ „ sanguinolenta (Temm. & Schleg.) 87 

138. „ „ lepidus Dav. & Oust 88 

Gattung Erythrospiza Bp 88 

139. Erythrospiza githaginea githaginea (Licht.) ^) A 88 

J40. „ „ crassirostris (Blyth) 89 

141. „ „ amantum Hart 89 

142. „ mongolicus (Swinh.) 89 

Gattung Rhodopechys Gab. 90 

143. Rhodopechys sanguinea sanguinea (Gould) 90 

144. „ „ aliena Whit 91 

Gattung Rhodospiza Sharpe 91 

145. Rhodospiza obsoleta (Licht.) 91 

Gattung Pyrrhula Fall 92 

146. Fyrrhula pyrrhula pyrrhula (L.) ^) 93 

147. „ „ europaea Vieill. ^) 94 

148. „ „ kamtschatica Tacz 95 

149. „ „ griseiventris Lafr 95 

150. „ „ kurilensis Sharpe 95 

151. „ „ Cassini Baird 96 

152. „ „ murina Godm 96 



^) Dieser Name wurde durch ein unglückliches, durch Störung während der 
Arbeit hervorgerufenes Versehen angewandt, wie ich Orn. Monatsberichte 1907, p. 97 
erklärt habe. Diese Form muß somit Acanthis linaria linaria (L.) heißen. Hinzu- 
zufügen: Ä. linaria islandica Hantzsch, Orn. Monatsb. XII, p. 32, 190-1, scheint aber 
nicht von A. l. linaria unterscheidbar zu sein. 

2) Muß A. linaria holboelli heißen. 

ä) Muß A. linaria rostratus heißen. 

*) Muß A. linaria caharet heißen. — Die englische Form ist von Schmiedeknecht 
(Wirbelt. Eur., p. 128, 1906) als A. linaria britannica abgesondert worden, scheint mir 
aber nicht trennbar zu sein. 

^) Hinzufügen: E. githaginea zedlitzi Neuniaun, Orn. Monatsb. 1907, p. 145, 146. 
Die Form von Algerien und Tunesien ist rosiger und meist etwas größer. 

^) Hinzuzufügen: P. pyrrhula rossikoivi Derjugin & Bianchi, Ann. Mus. Zool. Ac. 
Sc. St. Petersburg V, 1900, p. 43. Russisch! Vgl. innere Seite des Titelblattes von 
Heft III dieses Buches, sowie Buturlin, Ibis 1906, p. 420 — 422. Kaukasus, Trans- 
kaukasien. — Ferner: P. 2)yrrhula caspica Witherby. Bull. B. 0. Club XXIII, p. 48 (1908). 

') Die britische Form ist als P. pyrrhula pileata Macg. zu trennen. S. Hartert, 
British Birds II, p. 130 (1908). 



Inhalt des I, Bandes. XIX 

Seite 

153. Pyrrhula erythaca Blythi) 96 

154. „ erythrocephala Vig 97 

155. ., aurantiaca Gould 97 

156. ., nipalensis nipalensis Hodgs.^) 93, 97 

Gattung Pyrrhoplectes Hodgs 98 

157. Pyrrhoplectes epauletta (Hodgs.) 98 

Gattung Carpodacus Kaup 98 

158. Carpodacus rubiciila (Güld.) 99 

159. ,, „ severtzovi Sharpe 100 

160. „ „ rubicilloides Przew 100 

161. „ rhodochlamys rhodochlamys (Brandt) 100 

162. „ „ grandis Blyth 101 

163. „ thura thura Bp. & Schi, s) 101 

164. „ „ blythi (Bidd.) 102 

165. „ „ dubius Przew 102 

166. ,, rhodochroa (Vig.) 102- 

167. „ pulcherrimus (Moore)*) 103 

168. „ rhodopepla (Vig.) . 103 

169. „ edwardsii Verr 104 

170. „ vinaceus Verr 104 

171. „ trifasciatus Verr. . • 104 

172. „ rosea (Pall.) 105 

173. „ erythrina erythrina (Pall.) 106 

174. „ „ grebnitskii Stejn 107 

175. „ „ roseata (Hodgs.) s) 108 

176. ,, synoica synoica (Temm.) ■ 108 

177. „ „ stoliczkae (Hume) 109 

178. ,, verreauxi (Dav. & Oust.) 109 

Gattung Haematospiza Blyth 110 

179. Haematospiza indica (Gm.) HO 

Gattung Pyrrhospiza Hodgs HO 

180. Pyrrhospiza punicea puuicea Hodgs 111 

181. „ „ hnmii Sharpe 111 

182. „ „ longirostris Przew. ^) • Hl 

Gattung Procarduelis Hodgs 111 

183. Procarduelis nipalensis (Hodgs.) 112 

184. „ rubescens Blanf 112 

Gattung Propyrrhula Hodgs 112 

185. Prophyrrhula subhimachalus (Hodgs.) 113 

Gattung Pinicola Vieill 113 

186. Pinicola enucleator enucleator (L.) 114 

187. „ „ kamtschatkensis (Dyb.) 115 

1) Man vergleiche: P. altera flippon, Bull. B. 0. Club XIX, p. 19, W. Junnau. 

2) Man vergleiche: P. ricJcetti La Touche, Bull. B. 0. Club XVI, p. 21, S. O. 
€hina; P. vidoriae Rippon, Bull. B. 0. Club XVI, P- 47, Mt. Victoria in Birmah. 

') Man vergleiche: C. femininus Rippon, Bull. B.O.Club XIX, p. 31 (1906 — 
W. Junnan). 

*) Die hier vorgenommene Vereinigung von C. pulcherrimus und davidianus 
halte ich auch jetzt für richtig, dagegen kommt hinzu: C. p. tvaltoni (Sharpe) {Pro- 
passer icaltoni Sharpe, Bull. B. 0. Club XV, p. 95, 1905) aus Tibet. 

°) Hinzuzufügen: C. erythrina laetissimus Walton, Bull. B.O.Club XV, p. 93 
(1905 — Tibet). Ob von C. e. roseata zu unterscheiden? 

^) Hinzuzufügen: P. punicea szetschuana Bianchi, Bull. Ac. St. Petersburg 1907, 
p. 189. 



XX Inhalt des I. Bandes. 

Seite 

Gattung Chaunoproctus Bp. 115 

188. Chaunoproctus ferreirostris (Vig.) 115 

Gattung Loxia L 11(> 

189. Loxia curvirostra cui-yirostra L. i) 117 

190. „ „ hispana Hart. . . • 119^ 

191. „ ,, anglica Hart. 2) . . 119 

192. „ ,, scotica Hart 120 

193. „ „ balearica Hom 120 

194. „ .. poliogyna AVhit 121 

195. „ ,. guillemardi Mad 121 

196. „ „ albiventris Swinh 121 

197. ,, ,, himalayensis Blyth 121 

198. „ pytyopsittacus Borkh 122" 

199. „ leucoptera bifasciata (Brehm) 123- 

200. „ „ elegans Hom 124 

Gattung Fringilla L 125 

201. Fringilla coelebs coelebs L.3) 125 

202. „ „ spodiogeuys Bp 127 

203. ,, „ africana Lev^aill 127 

204. ,. „ koenigi Rothsch. & Hart 128 

205. „ „ maderensis Sharpe 128 

206. ,, „ moreleti Buch 128 

207. „ „ canarieusis Vieill 129 

208. „ „ palmae Tristr 129 

209. „ teydea Webb, Berth. & Moqu.-Taudon *) 129 

210. „ montifringilla L.^) 130- 

Gattung Montifringilla Brehm«) 131 

211. Montifringilla nivalis nivalis (L.) 132^ 

212. „ „ alpicola (Fall.) ^) 133- 

213. „ „ adarasi Adams 134 

214. „ mandelli Hume • 134 

215. „ davidiana (Verr.) 134 

216. „ ruficollis Blanf. 135 



^) S. Loxia curvirostra caucasica Buturlin, Orn. Monatsb. 1907, p. 9. 

2) Vermutlich nicht zu trennen; da es schwierig ist, sichere englische Brutvögel 
zu bekommen, ist die Frage schwer zu entscheiden. L, c. scotica ist zwar variabel, 
aber eine sehr kenntliche Form. 

3) Kleinschmidt trennte die englischen Brutvögel als F. coelebs gengleri ab 
(Falco V, 1909, p. 13), die Form muß aber als fraglich betrachtet werden, bis größere 
Serien englischer Brutvögel untersucht worden sind. 

*) Hinzuzufügen: F. teydea polatzeki Hartert, Orn. Monatsb. 1905, p. 164, von 
Gran Canaria. 

^) Hinzuzufügen die noch näher zu untersuchende: F . montifringilla suhcuneolata 
Kleinschmidt. Falco V, 1909, p. 13, Ostasien (Terra Typica Japan). 

^) Eine (leider russische) Übersicht der Gattung — die der Verf. in 5 Genera 
trennt! — findet sich Ann. Mus. Petersburg XII, 1907, p. 555— 597. 

Übersehen wurde von mir: Moni, henrici (Oust.) — Eurhinospiza Henrici Üustalet,. 
Ann. Sei. Nat. XII, 18, p.291, 293, Taf. XI, Plateau von Thibet. Scheint wohl unter- 
schiedene Art nahe adamsi zu sein. 

7) Sarudny & Loudon trennten (Orn. Jahrb. 1904, p. 215, 216) ab: Montifr. 
alpicola groiim-grzimaili (aus Beischan) und M. alpicola gaddi (aus Luristan in Persien), 
Bianchi, 1. c, p. 580 — 582, 588, aber hält beide für synonym mit aljncola. Derselbe 
trennt „M. alpicola kwenluneneis" ab (1. c, p. 583, 588). 



Inhalt des I. Bandes. XXI 

Seite 

217. Montifringilla blanfordi Hume 135 

218. „ kansuensis (Przew.) ^) . . . 136 

219. „ nemoricola nemoricola (Hodgs.) 136 

220. „ „ altaica (Eversm.) 137 

221. „ brandti brandti (Bp.)^) . .' 137 

222. „ „ haematopygia Gould") 137 

223. „ „ walteri Hart 138 

224. „ arctous (Pall.)^) 138 

225. ,, roborowskii (Przew.) ^) 139 

226. „ gigliolü (Salvad.) 139 

227. „ . brunneinucha (Brandt) 140 

228. „ tephrocotis griseonucha (Brandt) 140 

Gattung Petronia Kaup 141 

229. Petronia petronia madeirensis Erl 141 

230. „ „ petronia (L.) 141 

231. „ „ hellmayri Arrig 143 

232. „ „ barbara Erl.«) ' 143 

233. „ „ exiguus (Hellm.) 143 

234. „ „ intermedia Hart 144 

235. „ „ , brevirostris Tacz 144 

236. „ „ puteicola Festa • 144 

Gattung Gymnoris Blyth 144 

237. Gymnoris flavicoUis transfuga Hart 145 

238. „ ,, flavicollis (Frankl.) 145 

Gattung Carpospiza Müll 145 

239. Carpospiza brachydactyla (Bp.) 145 

Gattung Passer Koch J47 

240. Passer domestica domestica (L.) ') 147 

241. „ „ biblicus Hart 149 

242. „ „ tiugitanus Loche 149 

243. „ „ ahasver Kleiuschm. *) 150 

244. „ „ arboreus (Bp.) 150 



1) Diese mir unbekannte Form ist nach Bianchi gleich davidiana. 

2) Eine fernere, aber wohl unterschiedene Subspezies dieser Art scheint zu sein : 
M. margaritacea Madaräsz, Orn. Monatsb. 1904, p. 196, Katon Karagai (Altai); Synonym: 
Leucosticte annae Suschkin, Bull. B. 0. Club XVI. p. 56 (1906— Tarbagatai). 

3) Vgl. ; Leucosticte haematopygia pallidior Bianchi, Ann. Mus. Zool. Petersb. XIII, 
p. 45, 55 (Russisch!). 

*) Synonym: 31. cognata Madaräsz, Ann. Hist.-Nat. Mus. Hungar. VII, p. 176, 
mit impressionistischer Abbild, auf Taf. IV (1909— Tunkan-Berge, Nord-Mongolei). 

^) Kozlowia nov. gen. nach Bianchi, Aves exped. Kozlowi, p. 21, 1907; Abbild.: 
Taf. 1. 

«) Synonym: Petronia j^etronia algeriensis Kollibay, Orn. Monatsb. 1905, p. 42. 
Neues Material aus Algerien zeigt deutlich die Nichtigkeit der angeblichen Unterschiede. 

') 8. Passer domesticus var. Valloni Chigi, Boll. Soc. Zool. Ital. XV, p. 50, von 
Udine in Italien. Nach Salvadori (Atti Acad. Sei. Torino XLI, 1906, p. 728) Bastard 
von P. d. domestica und italiae. S. auch Boll. Soc. Zool. Ital. 1907, fasc. 1, 2, 3. 

s) Augenscheinlich Bastard von P. domestica tingitanus und P. hispaniolensis. — 
„Passer italiae bergeri" Zedlitz (Orn. Monatsb. 1908, p. 42) aus Süd-Tunesien ist das- 
selbe wie „P. hispaniolensis flückigeri" (259) und scheint ebenfalls ein Mischprodukt 
zu sein; eine eingehende Besprechung der komplizierten algerischen und tunesischen 
Sperlinge, auf Grund sehr umfangreichen, größtenteils von Dr. Rothschild und mir ge- 
sammelten Materials, erfolgt demnächst a. a. 0. 



XXII Inhalt des I. ßaades. 

Seite 

245. Passer domestica subsp.^) 151 

246. „ „ indicus Jard. & Selby 151 

247. „ „ pyrrhonotus ßlyth 151 

248. „ italiae italiae (Vieill.)^) 152 

249. „ „ senckenbergianus Hart 152 

250. „ griseigularis Sharps 153 

251. „ enigmaticus Sar 154 

252. „ moabiticus moabiticus Tristr 155 

253. „ „ yatii Sharpe') 155 

254. „ hispaniolensis hispaniolensis (Temm.) 156 

255. „ „ arrigonii Tsehusi 157 

256. „ „ transcaspicus Tsehusi 157 

257. „ „ „ maltae Hart 157 

258. „ „ „ brutius Fiore 158 

259. „ „ ,, flückigeri Kleinschm 158 

260. „ ammodendri ammodendri Gould 158 

261. „ „ korejewi Sai-. & Härms 159 

262. „ „ stoliczkae Hume 159 

263. „ montana montana (L.) 160 

„ „ saturatus Stejn. *) 161 

„ „ malaccensis Dubois 161 

„ „ taivanensis Hart 161 

264. „ „ dilutus Richm 161 

265. „ rutilans rutilans (Temm.) 161 

266. „ „ cinnamomea (Gould) 162 

267. „ „ debilis Hart 162 

268. „ Simplex simplex (Licht.) 162 

269. „ „ saharae Erl.^) 163 

270. „ „ zarudnyi Pleske 163 

Gattung Emberiza L. •) 164 

271. Emberiza calandra calandra L. ') 165 

272. „ ,, thanneri Tsehusi 167 

273. „ eitriuella citrinella L. «) 167 

274. „ „ erythrogenys Brehm 169 



^) Fasser domesticus niloticus Nieoll & Bonhote, Bull. B. 0. Club XXHI, p. 101, 
102 (1909). 

2) Vgl.: P. domestica italiae var. Romae und var. subalpina Chigi, Boll. Soc. 
Zool. Ital. XTII, p. 145. 

^) Vgl.: P. mesopotamicus Sarudny, Orn. Jahrb. XVf 1904, p. 108. 

*) Die Vögel „vom Kaukasus bis Tsingtau" werden von Reiehenow wegen durch- 
schnittlich etwas kürzerer Flügel getrennt: P. montanus iubilaeus ßeichenow, Journ. 
f. Orn. 1907, p. 470. 

^) Fraglich ob von P. s. simplex zu trennen! 

8) Hinzuzufügen: E. /cosZo w; i Bianchi, Bull. B. 0. Club XIV, p. 80 (1904— Oberer 
Mekong). Diese prachtvolle Art ist auf Taf. 1 der Aves Exped. Koslow. abgebildet 
(1907). — Ebenfalls in die Gattung i^mfceri^^a gehört die interessante „Junco" siemsseni 
Martens, Orn. Monatsb. 1906, p. 192, aus Futschau in China. 

') Hinzuzufügen: E. calandra buturlini Johansen, Orn. Jahrb. 1907, p. 202 (Kastek, 
Westsibirien). 

*) ^^gl- >i^- citrinella palukae" Parrot, Orn. Jahrb. 1905, p, 45, im Text. (Kon- 
stantinopel — ungenügend begründete Form.) — Bei den Flügelmaßen von E. c. citrinella 
(p. 168) ist ein bedauerlicher Schreib- oder Druckfehler untergelaufen: es muß heißen 
Flügel 85 — 93 mm. Ebenso bei E. c. erythrogenys (p. 169) 91 — 94, nicht 61 — 64 mm! 



Inhalt des I. Bandes. XXIII 

Seite 

276. Emberiza leucocephalos S. G. Gm 169 

276. „ melanocephala Scop 170 

277. „ luteola Sparrm. i) 171 

278. „ rutila Fall 172 

279. „ aureola Fall 173 

280. „ elegans Temm 174 

281. ,. cirlus L 175 

282. „ spodocephala spodocephala Fall 176 

283. „ „ melanops Blyth 177 

284. „ „ personata Temm 177 

285. „ „ subsp?") 178 

286. „ sulphurata Temm. & Schleg 178 

287. „ cinerea Strickl.») 178 

288. „ Stewart! Blyth 179 

289. „ hortulana L 180 

290. „ buchanani Blyth *) • 182 

291. „ caesia Cretzschm 182 

292. „ cia cia L 183 

293. „ „ stracheyi Moore 184 

294. ,, „ par Hart 184 

295. „ „ godlewskii Tacz, *) 185 

296. „ cioides cioides Brandt 185 

297. ,, „ castaneiceps Moore 186 

298. „ „ ciopsis Bp • • • 186 

299. „ jankowskii Tacz. 186 

300. „ fucata fucata Fall 187 

301. „ „ arcuata Sharpe 187 

302. „ rustica Fall 188 

303. „ pusilla Fall 188 

304. „ chrysophrys Fall 189 

305. „ striolata sahari Lev 190 

306. „ „ striolata (Licht.) 191 

307. „ variabilis Temm 191 

308. „ tristrami Swinh 192 

309. „ yessoeusis (Swinh.) 193 

310. „ pallasi (Gab.) 194 

311. „ schoeniclus schoeniclus (L.) ö) 194 

312. „ „ pallidior Hart. 197 

313. „ „ pyrrhulinus Swinh 197 



^) Sparrmanns Name ist doch nicht sicher, die Art ist daher besser icterica zu 
nennen. 

") Lönnberg (Journ. College Sei. Univ. Tokyo XXIII, Art. 14, p. 14) verglich eine 
Serie von Sacchalin, die er nicht von E. s. personata zu trennen vermochte. 

') Hinzuzufügen: E. cinerea semenoivi Ssirudnj , Arabistan in Fersien und Syrien. 
E. senie7ioioi Sarudny, Orn. Jahrb. XV, 1904, p. 117. Synonym: E. citritiiventris Sclater, 
Bull. B. 0. Club XVI, p. 39 (1905— Syrien); Abbild., Ibis 1906, Taf. 15. 

*) Den Synonymen ist hinzuzufügen: „E. buchanani Blyth var. obscui'a subsp. 
nov." Zarudny & Korejew, Orn. Monatsb. 1903, p. 130, Semiretschje-Gebiet in Turkestau. 

^) Hinzuzufügen : E. cia yunnanensis {E. yunnanensis Sharpe, Bull. B. O. Club 
XIII, p. 12, 1902, Junnan); ist rötlicher und etwas kleinei*, vertritt ^odlZetüsfcii in China, 
von den Tsinliug-Bergen bis Schensi, Schansi. Szetschwan und Junnan. 

*) Hinzugekommen: E. schoeniclus zaruänyi Härms, Orn. Monatsb. 1909, p. 1 
(Kuldscha am Ili-Strom). Von mir nicht gesehen. — (Vgl. auch Avicula II, p. 125 — 130.) 



XXIV Inhalt des I. Bandes. 

Seite 

314. Emberiza schoeniclus canneti (Brelim) 197 

315. „ ,, tschusii Heis. & Abnäsy 198 

316. „ ,, othmari Hart 198 

317. „ pyrrhuloides pyrrhuloides Fall 198 

318. „ ,, reiseri Hart 199 

319. „ „ centralasiae Hart. *) 199 

320. „ „ subsp. 2) 199 

321. ., ,, palustris Savi 199 

Gattung Calearius Sechst 200 

322. Calearius lapponica lapponica (L.) 200 

323. „ „ coloratus Ridgw 201 

Gattung Passerina Vieill 202 

324. Passerina nivalis nivalis (L.) 202 

Gattung Urocynehraraus Przew. . 204 

325. Urocynchramus pylzowi Przew 205 

Familie ALAUDIDAE^) 205 

Gattung Rhamphocorys Bp 206 

326. Rhamphocorys clot-bey (Bp.) 206 

Gattung Melanocorypha Boie . 207 

327. Melanocorypha calandra calandra (L.) 208 

328. „ „ psammochroa Hart. *) 210 

329. „ bimaculata (Menetr.) • 210 

330. ., maxima Gould s) 211 

331. ,, sibirica (Gm.) 211 

332. ., mongolica (Fall.) 212 

333. , ,, yeltoniensis (Forst.) 213 

Gattung Calandrella Kaup 214 

334. Calandrella brachydactyla brachydactyla (Leisl.) 214 

335. „ ,. longipennis (Eversm.)^) 216 

336. „ ,, dukhimensis (Sykes) ') • 217 



^) Verschieden aber sehr nahestehend : E. pyrrhuloides harterti Suschkin, Bull. 

B. O. Club XVI, p. 56 (1906— Saissan-Noor). 

2) E. pyrrhuloides korejeivi (Sar.) {Cynchramus pyrrhuloides korejeivl Sarudny, 
ürn. Monatsb. 1907, p. 83). (Seistaa und Persisches Baluchistan). 

^) Vgl. Bianchi, Cat. Alaudidae in Bull. Ac. Imp. Sei. St. Petersburg (5) XXV, 
1906, p. 1 — ^98; höchst wichtige Arbeit in der nur leider Verf. eine Anzahl überflüssiger 
neuer Gattungen aufstellt, u. a. auch Otocorydopsis für Otocorys berlepschi. Ferner 
werden einige wohl unterscheidbare Formen unrichtigerweisc vereinigt. S. auch Bull. 
Ac. Imp. Sei. St. Petersburg (5), XXIII, 1905, p. 205 — 240, wo u. a. Ammomanes in 
Pseudammomanes, Ammomanes, Ammomanopsis und Ammomanoides gespalten wird. 

*) Bianchis Ansicht, daß dies eine individuelle Varietät sei, die auch anderswo 
auftreten könne (?) — s. ßef. in Orn. Monatsb. 1907, p. 85 — ist irrig. — M. calandra 
raddei Sar. & Loud., Orn. Jahrb. 1904, p. 221 (Dezember) aus Südwestpersien ist augen- 
scheinlich synonym; M. c. psammochroa variiert natürlich auch. 

^) „Melanocoryphoides maxima" Bianchi 1906. 

®) Bianchi (1. c.) gibt an, der Typus von longipennis sei typische brachydactyla, 
was aber des Fundortes wegen kaum glaublich erscheint. Er trennt ferner wieder 

C. tibetana (Tibet) und „C. tibetana acutirostris" (Tianschan, Pamir, Karakorum und 
Kaschmir), was einer erneuten Prüfung bedarf, aber vielleicht richtig ist, nur daß die 
Nomenklatur verfehlt ist, da der Name acutirostris älter ist als tibetana. 

') Nach Bianchi Brutvogel in der Wüste Gobi, vom Lob-Nor bis Ala-schan 
usw. (t. c, p. 50). 



Inhalt des I. Bandes. XXY 

Seite 

337. Calaudrella minor rufesceus (Vieill.)i) 217 

338. „ „ polatzeki Hart 217 

339. 
340. 
341. 
342. 
343. 
344. 
345. 
346. 



,, baetica Dress. ^) . . 218 

minor minor (Gab.) ^) 218 

„ heinei (Hom.)*) 219 

„ leucophaea Sew 219 

„ seebohmi (Sharpe) 220 

„ persica (Sharj^e) °) 220 

„ cheleensis (Swinb.) 220 

„ kukuuoorensis Przew. •*) 221 

Gattung Ammomanes Gab 221 

347. Ammomanes deserti algeriensis Sharpe 221 

348. „ „ erythrochroa ßchw 222 

349. „ „ deserti (Licht.) 222 

350. „ „ isabellina (Temm.) ') 223 

351. „ ,, fraterculus Tristr 223 

352. „ „ parvirostris Hart. ^) 223 

353. „ „ subsp. nov.? 223 

354. „ „ phoenicuroides (Blyth) 224 

355. ,, „ subsp. nov.? 9) 224 

356. „ phoenicura arenicolor (Sundev.) 224 

357. „ „ ciüctura (Gould) 225 

358. „ „ zarudnyi Hart 225 

359. „ „ phoenicura (Frankl.) 226 

Gattung Galerida Boie . 226 

360. Galerida cristata nigricans Brehm '^) 227 

361. .. cristata cristata (L.)") .... • 228 



362. 
363. 
364. 
365. 



subsp.'0i2) 229 

tenuirostris Brehm 230 

caucasica Tacz 230 

meridionalis Brehm 230 



^) Hinzuzufügen: C. minor distincta Sassi, Orn. Jahrb. 1908, p. 30 — 32 (Grau 
Oanaria. Der Fundort ganz neu). 

^) Der Name muß durch den älteren Namen apetzii ersetzt werden: Melano- 
corypha Apetzii Brehm, Naturh. Zeit. 1857, p. 455 (s. Zool. Ann. III, 1, p. 66). 

') Hinzuzufügen: C. minor nicolli Hartert, Bull. B. 0. Club XXV, p. 9 (October 
1909— :Nil-Delta). 

*) Vgl. C. minor minuta Saruduy & London, Orn. Jahrb. 1904, p. 224. — AVinter- 
rogel in Persien. Nach Biauchi identisch mit no. 341. 

^) Die Form aus Seistan, auf deren Unterschiede ich schon hinwies, wurde als 
C. minor seistanica Sarudny & London, Orn. Jahrb. 1904, p. 222 abgetrennt. 

®) Diese mir nur aus der Beschreibung bekannte Form ist nach Bianchi partieller 
Albino von C. m. seebohmi. 

') Die Deutung und Verbreitung von Nr. 349 und 350 bedarf ferneren Studiums 
und wahrscheinlich einiger Ergänzungen. 

*) Vermutlich synonym: A. deserti Orientalis Sarudny & London, Orn. Jahrb. 
XV, p. 224 (1904— S. W. Buchara und Nordostecke Persiens). 

9) AVahrscheinlich = 354. 

^^) Hinzuzufügen: G, cristata moeritica Nicoll & Bonhote, Bull. B. 0. Glub XXIII, 
p. 101 (1909 — Fayum, Ägypten. Steht G. c. nigricans sehr nahe). 

^1) Hinzuzufügen: G. cristata neumanni Hilgert, Orn. Monatsb. 1907, p. 63 
(Römische Gampagna). 

^^) G. cristata cypriaca Bianchi ex Hartert no. 362, Bull. Ac. Sei. Petersburg 
XXV, p.65, 1907. 



366. 


•1 


367. 


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868. 


5? 


369. 


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370. 


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371. 


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373. 


55 


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55 


377. 


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378. 


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379. 


55 


380. 


55 


381. 


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382. 


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383. 


55 


384. 


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385. 


>5 


386. 


55 


387. 


5' 


388. 


55 



XXVI Inh&U des I. Bandes. 

Seite 

pallida Brehm 231 

„ kleinschmidti Erl 231 

„ riggenbacM Hart 231 

., macrorhyncha Tristr. ^) 232 

„ arenicola Tristr. ^) 232 

„ senegalleusis (P. L. S. Müll.) ») 233 

„ isabellina Bp 233 

„ altirostris Brehm *) 233 

„ caroli Hart 234 

„ brachyura Tristr 234 

„ subsp.?6) 234 

,, cinnamomina Hart 235 

,, subsp.?«) 235 

„ tardinata Hart 235 

,, magna Hume ') 235 

,, iwanowi London 236 

„ chendoola (Frankl.) 236 

„ leautungensis (Swinh.) 236 

,, coreensis Tacz 236 

theklae theklae Brehiu 237 

„ erlangeri Hart 237 

„ ruficolor Whit 238 

„ harterti Erl. ») 238 

*) Hinzuzufügen: G. cristata car^/ia^^mis Kleinschmidt & Hilgert, Orn. Mouatsb. 

1905, p. 188; Hilgert, Kat. Coli. Erlanger, p. 102. Neuer Name für G. c. macrorhyncha 
Erl. aus N. Tunesien. Das Bedürfnis, diese Form zu benennen, entsprang geographischen 
Gründen; wenn auch die Autoren recht haben werden (wovon ich überzeugt bin), so ist 
doch eine Neubenennung aus lediglich geographischen Gründen nicht empfehlenswert, 
wenn nicht greifbare Unterschiede angegeben werden können. Die allerdings noch 
rätselhafte Verbreitung von macrorhyncha hoffe ich demnächst zu ergründen. 

*) Synonym dürfte sein: G. cristata gafsae Kleinschmidt & Hilgert, Orn. 
Monatsb. 1905, p. 189; Hilgert, Kat. Coli. Erlanger, p. 103. Die augeblichen Unter- 
schiede sind nach dem von mir verglichenen Material nicht stichhaltig, auch ist das 
Gebiet geographisch und der Bodenbeschaffenheit nach dasselbe. — Über die noch 
fragliche, aber wahrscheinlich doch verschiedene G. c. reichenoivi s. Hilgert, Kat. Coli. 
Erlanger, p. 104. 

*) Die angegebene Verbreitung ist vermutlich zu groß. Neumann (Bull. B. 0. 
Club XXIII, p. 45, 1908) trennte G. cristata alexanderi von Bautschi im Haussalande. 

*) Synonym: „Var. aegyptiaca von Ägypten" Reichenow, Vög. Afr. III, j). 361, 
im Text. 

^) G. cristata nubica Bianchi ex Hartert Nr. 376, Bull. Ac. Sei. Petersburg XXV 

1906, p.69. 

^) G. cristata somaliensis Bianchi ex Hartert Nr. 378, Bull. Ac. Petersburg XXV, 
p.69 (1906); G. cristata somaliensis Beichenow, Journ. f. Orn. 1907, p. 49 (Zeila). 

') Vgl. G. cristata vamberyi Härms, Orn. Monatsb. 1907, p. 49 (Utsch-Adsehi in 
der Sandwüste Kara-Kum in Transkaspien). Scheint zwischen G. c. magna und cancasica 
zu stehen. 

^) Hierher gehört wohl wenigstens teilweise „Galerida schlüteri" Kleiuschmidt, 
Orn. Monatsb. 1904, p. 196, Bona und Kerrata in Nordalgerien. — Es scheint mir, daß 
das übrigens zoogeographisch überhaupt übereinstimmende algerisch-tunesische Küsten- 
gebiet und die nördlichen Teile des Atlas nur von einer Form von Galerida tJieklae, 
nämlich von G. t. harterti bewohnt werden. Serien von Tunis, Hammam Meskoutine 
und Umgebung, Kerrata und der Sahel-ßegion bei Alger scheinen mir nicht trennbar 
zu sein. — Damit stimmen auch Stücke von Böne überein, während andere viel heller 



Inhalt des I. Bandes. XXVII 

Seite 

389. Galerida theklae superflua Hart, i) 238 

390. „ „ carolinae Erl 239 

391. „ „ cyrenaicae Whit 239 

392. „ „ praetermissa (Blanf.) 239 

393. „ „ ellioti Hart 240 

394. „ malabarica (Scop.) 240 

Gattung LuUula Kaup 241 

395. Lullula arborea (L.) 241 

„ „ arborea (L.) 242 

„ „ SLibsp.? 242 

„ „ flavescens Ehmcke 242 

„ „ pallida Sar. *) 243 

Gattung Alauda L 243 

396. Alauda arvensis arvensis L 244 

397. „ „ cantarella Bp 246 

398. „ „ cinerea Ehmcke ') 247 

„ „ subsp. •*) 247 

399. „ „ harterti Whit. ») 247 

400. „ „ pekinensis Swinh.®) 248 

401. „ „ japonica Temm. & Schleg 248 

402. „ „ intermedia Swinh 248 

403. „ gulgula gulgula Frankl 249 

404. „ „ guttata Brooks 249 

405. „ „ inconspicua Sew 249 

406. „ „ australis Brooks 249 

407. „ „ coelivox Swinh 249 

408. ,, „ sala Swinh. '') 250 

Gattung Alaemon Keys. & Blas 250 

409. Alaemon alaudipes alaudipes (Desf.) • 250 

410. „ „ desertorum (Stanl.) 251 

411. „ „ pallida (Blyth) 251 



sind und mit solchen von G. t. siqjerflua übereinstimmen, es fragt sich jedoch, ob der 
Fundort „Bona" richtig ist. 

^) Wie wir uns 1909 auf der Reise von Biskra nach Tuggurt überzeugten, habe 
oh unrichtigerweise G. t. deichleri mit G. t. superflua vereinigt; erstere ist eine wohl 
verschiedene Subspezies, über die eingehend a. a. 0. berichtet werden wird. Sie 
variiert wie alle Formen von G. theklae einigermaßen. 

^) Über diese Formen kann ich auch heute noch nicht zu einem befriedigenden 
Resultat gelangen. Daß sie alle lediglich „auf verschieden abgetragenes Gefieder 
zurückzuführen" sind, ist eine unbegründete Annahme. — Die tunesischen Brutvögel 
wurden L. arborea harterti benannt; Hilgert, Kat. Coli. Erlanger, p. 113 (1908). 

^) Vermutlich ist die ostpersische Form als Ä. a. schach Ehmcke zu trennen. 

*) Diese Vögel sind nicht identisch mit der europäischen Form. Sie müssen 
wohl A. arvensis dulcivox Brooks (1873) heißen. 

Hinzuzufügen: A. inoplnata Bianchi, eine durch die stumpfe Flügelform sehr 
ausgezeichnete Art (oder Subspezies von arvensis). — A. japonica inopinata Bianchi, 
Ann. Mus. Zool. St. Petersburg IX, p. XXXI. Ost-Tibet: Nan-Schan, Kuku-Nor, oberer 
Mekong, oberer Brahmaputra, Gyantse, Lhassa. 

^) Eine noch sehr unsichere Form. Näheres darüber a. a. Ü. 

^) Den Synonjnuen ist hinzuzufügen: A. buxtoni Allen, Bull. Am. Mus. N. H. XXI, 
p. 247 (1905 — Anadir, N. 0. Sibirien). — Nach Untersuchung des Typus muß diese 
Form pekinensis heißen und nicht blakistoni. 

') Beschrieben von Formosa und Haiuau. 



XXVIII Inlialt des I. Bandes. 

Seite 

Gattung Chersophiliia Sliarpe 252 

412. Chersophilus duponti duponti (Vieill.) 252 

413. „ „ margaritae (Koenig) 253 

Gattung Eremophila Boie. {Otocorys auct.) 253 

414. Eremophila alpestris alpestris (L.) 255 

415. ,, „ flava (Gm.) 255 

416. „ ,, atlas (Whit.) 257 

417. ,, „ bilopha (Temm.) 257 

418. „ ,, brandti (Dress.) 257 

419. ,, ,, montana (Bianchi) 258 

420. „ „ diluta (Sharpe) 259 

421. „ „ przewalskü (Bianchi) 259 

422. „ „ longirostris (Moore) 260 

423. „ „ elwesi (Blanf.) 260 

424. ,, „ khamensis (Bianchi) 260 

425. „ ,. teleschowi (Przew.) 261 

426. „ „ penicillata (Gould) 261 

427. „ ,, balcanica (Rchw.) . 262 

428. „ „ albigula (Bp.) 262 

429. „ „ bicornis (Brehm) 263 

Familie MOTACILLIDAE 263 

Gattung Anthus Bechst 264 

430. Anthus richardi richardi Vieill 265 

431. „ „ striolatus Blyth 266 

432. „ campestris campestris (L.) 267 

433. „ „ .minor (E. Blas.) 269 

434. „ leucophrys captus Hart 269 

435. „ ,, jerdoni Finsch 270 

436. „ berthelotii berthelotii Bolle i) 270 

437. „ „ madeireusis Hart 271 

438. „ trivialis trivialis (L.) 272 

439. „ „ maculatus Jerd. -) 273 

440. „ gustavi Swinh.») 274 

441. „ pratensis (L.)*) 275 

442. „ cervina (Fall.) s) 277 

443. „ roseatus Blyth 279 

444. „ spinoletta spinoletta (L.) 279 

445. „ „ coutellii Sav 281 

446. „ „ blakistoni Swinh 282 



1) Tschusi & Folatzek (Orn. Jahrb. 1908, p. 191) beschränken A. berthelotii 
berthelotii auf Tenerife, Gran Canaria und Gomera und trennen die Form der Inseln 
Fuertaventura, Lanzarote und Graciosa unter dem Namen A. berthelotii lanzaroteae ab. 
Ich konnte von dort nur einige wenige stark abgenutzte Sommervögel vergleichen. 

2) Sarudny (Orn. Monatsb. 1909, p. 41, ex Beresowski & Bianchi) trennt Stücke 
von S. W.-Kansu als A. maculatus berezowskii ab. 

^) Den Synonymen ist hinzuzufügen: Anthus stejnegeri Ridgway, Proc. U. S. 
Nat. Mus, 1883, p. 95 (Bering Insel). 

*) Sarudny (Orn. Monatsb. 1909, p. 56) unterschied bei Taschkend (Turkestau) 
durchziehende Vögel als A. pratensis enigmaticus. Sie gleichen der Beschreibung nach 
Stücken von A. cervina ohne rote Kehlen. 

^) Den Synonymen ist hinzuzufügen: A. anadyretisis Allen, Bull. Am. Mus. XIII, 
p. 254 (1905 — Gichiga in Nordost-Sibirien). 



Inhalt des I. Bandes. XXIX 

Seite 

447. Anthus spinoletta japonicus T«mm. & Schleg. ^) 282 

448. „ „ peusilvanica (Lath.) 282 

449. „ „ obscura (Lath.) 2) 283 

450. „ „ kleinschmidti Hart 284 

451. „ „ littoralis Brehm 284 

Gattung Motacilla L 285 

452. Motacilla flava flava L.^) 287 

453. „ „ dombrowskii (Tschusi) 289 

454. ,, „ simillima Hart.*) 289 

455. „ „ alascensis (Ridgw.) 290 

456. „ „ beema Syk 290 

457. „ „ leucocephala (Przew.) 291 

458. „ „ borealis Sund. &) 291 

459. „ „ cinereocapilla Savi^) 292 

460. „ „ taivanus (Swinh.) 293 

461. „ „ rayi (Bp.) ') 294 

462. „ „ campestris Fall 294 

463. „ „ melanocephala Licht®) 295 

464. „ „ melanogriseus (Hom.) 296 

465. „ citreola citreola Fall. 9) 296 

466. „ ,, citreoloides (Gould) 298 

467. „ boarula boarula L 298 



^) Sarudny unterscheidet drei Durchzugsvögel aus Taschkend wegen etwas 
geringerer Größe (Flügel 85.7 — 87 mm) als A. japonicus härmsi (Orn. Monatsb. 
1909, p.40). 

2) Nach CoUett (Nyt. Mag. Naturw. XXIII, 1877, p. 144, XXVL 1881, p. 306) soll 
obscura auf den Inseln und au den Küsten Norwegens bis zum Varangerfjord brüten, 
während im südöstlichen Norwegen die „baltische" Form, i. e. littoralis, brütet. • — (?) — 

^) Motacilla flava pygmaeus (Brehm) ist eine ausgezeichnete, kleine, weißkehlige 
Subspezies, die in Ägypten brütet. Ich hielt das einzige s. Z. untersuchte Stück 
irrtümlich für aberrant. — Den Synonymen von M. f. flava ist hinzuzufügen: Biidytes 
fasciatus Brehm, Vogelfang, p. 141. 

*) Synonym: Motacilla barnardi North, Broc. Linn. Soc. N. S. Wales XXX, p. 579 
(1906 — Dawson üiver, Queensland). — Nach einem Zugvogel, ohne jedes Vergleichs- 
material, trotz der dem Verf. bekannten Schwierigkeit der Gruppe selbst für Ornithologen, 
die „ein lebenslanges Studium der Gattung" hinter sich haben. 

^) Hierfür muß der ältere Name thunbergi Billberg, 1828, augewandt werden; 
s. Journ. f. Orn. 1906, p. 351. 

®) Vgl. Budytes x>lumbeiceps Azzolini, Publ. Mus. ßovereto 42, p. 20 (1906 — 
Italien). S. auch Giglioli, Avif. Ital. 1907, p. 111. 

^ Den Synonymen ist hinzuzufügen: Budytes neglectus Brehm, Vogelfang, 
p. 142 (1855 — „England, selten in Deutschland"). 

*) Härms beschreibt „Exemplare aus Transkaspien und der Wolganiederung", 
von denen er vermutet, daß sie in der „unteren Wolgagegend" brüten als M. flava 
raddei (Orn. Monatsb. 1909, p. 2). Sie haben weißen Superciliarstreifen und schiefer- 
grauen Nacken und ebensolches Genick. Mit dieser Beschreibung stimmt der Typus 
von A. E. Brehms superciliaris (paradoxus 0. L. Brehm) überein. Wenn diese Form 
also wirklich ein besonderes Brutgebiet inne hat (untere Wolga), muß sie demnach 
M. flava stipereiliaris heißen. Ich hielt sie für eine Aberration. 

^) Budytes citreola werae Buturlin, Ürn. Monatsb. 1907, p. 197. (Brütet in Ruß- 
land „vom Weißen Meere und Kasan, Simbirsk und Astrachan Gouvern. östlich bis 
Ural, aber nie im Moskauer Gouv.", und unterscheidet sich (nach Buturlin) durch 
geringere Größe.) (S. Pallas, Reise Russl. HI, p. 696 !) 

E. Hartert, Die Vögel der paläarktischeu Fauna. III 



468. ]\ 


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469. 


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476. 


55 55 


477. 


55 55 


478. 


55 55 


479. 


)5 55 


480. 


55 55 


481. 


55 55 



XXX Inhalt des I. Bandes. 

Seite 

Motacilla boarula melanope Pall. . . r 300' 

schmitzi Tschusi 301 

alba lugubris Temm. ^) 301 

alba L 302 

dukhunensis Syk 304 

baicalensis Swinh. 304 

leucopsis Gould 304 

subpersonata J\Ieade-Waldo 305- 

persica Blanf. 306 

personal a Grould 306 

hodgsoni Blj'tli 307 

ocularis Swinh 307 

lugens Kittl 308 

grandis Sharpe 309' 

Gattung Dendronanthus Blyth 309 

482. Dendronanthus indica (Gm.) 309- 

Familie MNIOTILTIDAE 311 

Familie NECTARINIIDAE 311 

Gattung Cinnyris Cuv 312 

483. Cinnyris asiatica brevirostris (Blanf.) 312 

484. „ osea Bp 313- 

Gattung Neetarinia 111. . . • 313 

485. Nectarinia metallica Licht 313^ 

Familie ZOSTEROPIDAE 314 

Gattung Zosterops Vig. & Horsf 314 

486. Zosterops palpebrosa stejnegeri Seeb 315 

487. " „ „ loochooensis Trisr 315 

488. ,, „ japonicus Temm. & Schleg.^) 315 

489. „ erythropleurus Swinh. ^) 315 

Familie CERTHIIDAE 31& 

Gattung Certhia L 316^ 

490. Certhia familiaris familiaris L.*) 317 

491. „ „ japonica Hart 319' 

492. „ „ macrodactyla Brehm 319 

493. „ „ brittanica Ridgw 32a 

494. „ „ corsa Hart 320 

495. „ „ hodgsoni Brooks 320- 

496. „ „ bianchii Hart 321 



1) Nistet nach Collett zuweilen im westl. Norwegen bei Stavanger und Bergen. 

2) Hinzuzufügen ist: Z. palpebrosa alani Hartert, Bull. B. 0. Club XV, p. 45. 
(1905 — Vulkan-Inseln, südöstlich von Japan). — Ferner: Z. p. insnlaris OgSLSva, Annot. 
Zool. Japon. V., p. 186 (1905 — Tanegaschima und Jakuschima). 

8) Hinzuzufügen ist: Z. moussoti Oustalet, Ann. Sei. Nat., Zool. XII, 19, p. 289- 
(1891 — Szetschwan). Ebenfalls Subspezies von palpebrosa. 

*) Hinzuzufügen ist: 1. C. familiaris persica Sarudny & London, Orn. Monatsb. 
1905, p. 106 (Nördliche Provinzen Persiens: Ghilan, Masanderan, Astrabad). Ich konnte 
diese Form nicht untersuchen. — 2. C. familiaris caucasica Buturlin, Orn. Monatsb. 
1907, p. 8 „Kaukasus und Transkaukasien". Untersuchung von 5 Bälgen aus dem Nord- 
kaukasus ergab, daß sich diese Vögel weder durch längere Schwänze noch längere 
Schnäbel unterscheiden, daß aber die Füße auffallend dunkler sind und der Ober- 
schnabel fast schwarz erscheint; ob die Unterseite weniger rein weiß ist, ist schwer 
zu entscheiden, da einige nicht ganz rein sind, doch könnte es der Fall sein. 



Inhalt des I. Bandes. XXXI 

Seite 

497. Certhia familiaris tianschanica Hart. ^) 321 

498. „ „ khamensis Bianchi " 321 

499. „ „ nipalensis Blyth 322 

500. „ discolor Blyth • 322 

501. ,, stoliozkae Brooks 322 

502. „ brachydactyla brachydactyla Brehm 323 

503. „ „ ultramontana Hart 324 

504. „ „ mauritanica With 32& 

505. „ „ dorotheae tfart 325 

506. „ „ harterti Hellm 325 

507. „ himalayana taeniura Sew 32& 

508. „ „ himalayana Vig 326 

Gattung Tichodroma 111. 326 

509. Tichodroma muraria (L.) 327 

Familie SITTIDAE 328 

Gattung Sitta L 328 

510. Sitta europaea europaea L 329 

511. „ „ homeyeri Hart 330 

512. „ „ uralensis Glog. 2) 330 

513. „ „ albifrons Tacz. ») 331 

514. ,, „ amurensis Swinh 331 

515. „ „ caesia Wolf*) 331 

516. „ „ britannica Hart 332' 

517. „ „ caucasica E,chw. ^) 333' 

518. „ „ levantina Hart 333' 

519. „ „ persica With 333 

520. „ „ sinensis Verr 333 

521. „ „ nagaensis Godwin-Austen 334 

522. „ „ montium La Touche 334 

523. „ cashmirensis Brooks 334 

524. „ himalayeusis Jard. & Selby 335 

525. „ canadensis whitcheadi Sharpe 335 

526. „ „ villosa Verr. ß) 336. 



^) Vgl. C. familiaris albomaculata Johannsen, Orn. Jahrb. 1907, p. 202 (EJreis 
Dscharkent in Turkestan). — Diese Form bedarf fernerer Bestätigung, denn es lag 
dem Verf. nur ein (J vor. Zwei von mir untersuchte 9 von Dscharkent (von Sarudny 
gesammelt) zeigen die angegebenen Unterschiede nicht. 

2) Den Synonymen ist hinzuzufügen: 8. biedermanni Reichenow, Journ. f. Orn 
1907, p. 312 (Telezky-See, Altai. — Auf individuelle Unterschiede begründet). — - 
S. uralensis kann übrigens nicht „sibirica" genannt vrerden, da dieser Name nicht in 
nomenklatorischem Sinne gebraucht vrurde! -— Verschieden ist „S. ardica". Buturlin, 
Psovaia i Ruzheinaia ükhota XHI, no. 6, p. 87, Febr. 1907, und Orn. Monatsber. Mai 1907, 
p. 79 (Werchojansk. — Äußerst schmalschnäblig, Zeichnung der Steuerfedern auffallend!). 

'') Schwach verschieden scheint zu sein S. e. bedfordi („S. bedfordi" Grant, 
Bull. ß. 0. Club XXIII, p. 59) von der Quelpart Insel südlich von Korea. , 

*) Synonym: S. caesia yav. sordida Reichenow, Journ. f. Orn. 1907, p. 312 (Nörd- 
liches Deutschland!). 

^) Hiervon verschieden (Schnabel viel, Flügel etwas länger, Unterseite dunkel 
ocker-röstlichgelb) ist wieder: S. europaea rubiginosa Tschusi & Sarudny, Orn. Jahrb. 
1905, p. 140 (Nordpersische Gebirge). 

") Trefflich unterschieden ist: S. canadensis corea, etwas kleiner als villosa und 
Abdomen rahmfarben {S. corea Grant, Bull. B. 0. Club XVI, p. 87 (1906— Korea). 
Die Form bekräftigt meine Auffassung von der subspezifischen Verwandtschaft voa 
S. c. canadensis und lohiteheadi, da sie in vieler Hinsicht in der Mitte steht. 

III* 



XXXII Inhalt der I. Bandes. 

Seite 

527. Sitta ki-üperi Pelz. '. 336 

528. „ leucopsis leucopsis Gould 337 

529. „ „ przewalskii Berez. & Bianchi 337 

530. „ neumayer neuniayer Michah. ^) 338 

531. ,. „ sjTiaca Temm 338 

532. „ „ tephronota SharpeS) 339 

533. „ „ tschitscherini Sar. ') 339 

Familie PARIDAE 339 

Gattung Parus L 340 

534. Parus major major L ■ 341 

535. „ „ newtoni Prazäk 343 

536. „ „ excelsus Buvry 343 

537. „ „ corsus Kleinschm 343 

538. „ „ aphrodite Mad.*) ' 344 

539. „ „ blanfordi Prazäk 5) 344 

540. „ ,, bokharensis Licht.®) 345 

541. „ „ intermedius Sar 345 

1) S. neumayer neumayer durfte auf Südost-Europa beschränkt sein! Die klein- 
asiatische Form ist kleiner und unterseits blasser. Sie muß S. neumayer zarudnyi 
heißen (Buturlin, Mitt. Kauk. Mus. III, p. 69 (1907— Typus aus Kleinasien)). 

2) Die Verbreitung wurde von mir zu groß angenommen: Die nordpersiscbe 
Form (Eibursgebirge, Armenien, Transkaukasien) ist trotz meiner Auseinandersetzungen 
zu trennnen: Schnabel kleiner, feiner, schlanker, u. a. m. Sie muß S. neumayer rupi- 
cola Blanford heißen, denn ßlanfords Diagnose und der zuerst genannte Fundort „in 
mont. Persicis praesertim in Elburz saxa . . ." beziehen sich auf diese Form und es 
ändert nichts, daß der Autor irrigerweise auch Vögel aus Isfahan und Schiras dazu 
rechnete. Buturlius Name S. syrica parva (Ibis 1906, p. 417, typus von Tiflis) ist also 
Synonym von rupicola). — S. syriaca obscura Sarudny & Loudou, Orn. Monatsb. 1905, 
p. 86 ist Synonym von tejihronota. 

3) Buturlin unterscheidet von der „kleinen" S. tschitscherini noch eine „große" 
S. dresseri (Orn. Monatsb. 1906, p. 132). Seine tschitscherini wurde aus Ispahäu 
beschrieben, dresseri soll Faristau, Schiras und Luristau bewohnen, ich halte sie 
indessen nicht für verschieden, denn sie scheint mir nicht geographisch getrennt zu 
sein. (Vgl. Ibis 1907, p. 91.) 

*) P. m. aphrodite wird in Griechenland durch die etwas größere P. major pelo- 
ponnesius Parrot, Journ. f. Orn. 1905, p. 547, vertreten. Der Unterschied ist aber nur 
bei Untersuchung von Serien festzustellen und nicht immer konstant. — Dalmatinische 
Stücke wurden als Farus major snlfureus Kollibay, Journ. f. Orn. 1904, Süddalmatien (!) 
unterschieden, scheinen aber nicht von mitteleuropäischen Stücken unterscheidbar zu sein. 

ö) Synonym von P. m. blanfordi ist P. maior cas])ius Sarudny & London, Orn. 
Monatsb. 1905, p. 109, indessen ist P. m. blanfordi nicht so weit verbreitet, wie ich annahm: 
sie bewohnt Nordpersien: Teheran, Ghilan, Masanderan, Asterabad und die Wälder des 
Tieflandes von Talysch, während die Form des südwestlichen Persiens, Parus major 
zayrossiensis verschieden ist (P. m. zayrossiensis Sarudny & Loudon, Orn. Monatsb. 1905, 
p. 108. Terra typica: Sagroschgebirge). (Hellmayr in litt.) — Verschieden ist ferner 
auch die Kohlmeise von Palästina. Sie gleicht in jeder Beziehung der südwestpersischen 
P. m. zayrossiensis, ist aber kleiner: Flügel (5 71 — 72, 9 69.5 mm, bei P. m. zayrossiensis 
dagegen (5 über 75, 9^1 und mehr. Ich benenne die Form von Palästina 

Parus major terraesanctae siibsp. nov. 

Typus (5 Jerusalem. 2. Februar 1899, No. 177 im Tring Museum. 

®) Ist beschränkt auf Buchara, Transkaspien (Amu Darja, Merw, Tedsehen), Nord 
Afghanistan und wird im eigentlichen Turkestan (Dschuugarei, Semiretschje [Dscherkent] 
und Syr Darja) durch die viel großschnäbligere und überhaupt größere P major 
iurkestanicus (Sarudny & Loudon, Orn. Monatsb. 1905, p. 109) vertreten. 



Inhalt des I. Bandes. XXXIII 

Seite 

542. Parus major caschmirensis Hart. 345 

543. „ „ minor Temm. & Schleg 345 

544. „ „ tibetanus Hart 346 

545. „ ., commixtus Swiuh 346 

546. ,, „ okinawae Hart 346 

547. „ monticolus monticolus Vig 347 

548. ., caeruleus caeruleus L. ^) 347 

549. „ „ obscurus Prazäk 348 

550. „ „ ogliastrae Hart 349 

551. „ ., subsp. nov.? 349 

552. „ „ ultramarinus Bp 349 

553. „ „ degener Hart 350 

554. „ „ teneriffae Less 350 

555. „ „ ombriosus Meade-Waldo 350 

556. „ ., paluieiisis Meade-Waldo 350 

557. .', ,, persicus Blanf. 2) 351 

558. „ „ pleskii Cab 351 

559. „ cyanus cyanus Fall 352 

560. ,, ,, tiausclianicus (Meuzb.) 353 

561. „ „ flavipectus Sew 354 

562. „ „ berezowskii (Pleske) 354 

563. „ varius varius Temm. & Schleg 354 

564. „ „ owstoni Ijima 355 

565. ,, ,, castaneoventris Grould 355 

566. „ varius subsp. nov.? 3) 355 

567. „ venustulus Swinh 355 

568. „ ater ater L. *) 356 

569. „ „ britannicus Sharpe & Dress 357 

570. „ „ sardus Kleinschm 358 

571. „ „ atlas Meade-Waldo 358 

572. ,, ,, pekiuensis David ^) 358 

573. „ ,, aemodius Hodgs 358 

574. ., „ insularis Hellm 359 



^) Sarudny & London (Orn. Monatsb. 1905, p. 105) beschreiben unter dem Namen 
Cyanistes coerulens orientalis eine anscheinend lichtere Subspezies aus den östlichen 
Gouvernements Rußlands (Orenburg, Ufa, Samara, Kasan, Simbirsk). — P. coeruleus 
calamensis Parrot, Verh. Orn. Ges. Bayern, VIII, 1908, p. 28 ist vielleicht zu unter- 
scheiden, aber noch zweifelhaft. Scheint ebenfalls hell zu sein. 

2) Ich machte auf wahrscheinliche Unterschiede von Kaukasus-Stücken auf- 
merksam. Sarudny (Nasa Okhota 1908, 10, p. 5 & Orn. Monatsb. 1908, p. 5, 6, beschreibt 
gleich zwei neue Formen: P. („Cyanistes") caeruleus raddei aus Nordpersien, und P. (C.) 
c. satunini aus Lenkoran bis Nordpersien, also „südlich, westlich und östlich" von 
P. c. raddei. 

^) Einige Exemplare von Okinawa und Amami scheinen sich nicht von P. varius 
varius zu unterscheiden, noch weniger gehören sie zu P. v. castaneoventris, die von 
neueren Sammlern nicht wiedergefunden wurde und vielleicht gar nicht von Formosa kam? 

*) P. vieirae Nicholson (Mem. & Proc. Manchester Lit. & Philos. Soc. L, III 
No. 13, p. 16, mit Tafel, 1906 — Portugal) ist augenscheinlich auf ein aberrantes Stück 
mit stark rostbraunen Weichen begründet, doch sind vielleicht andre portugiesische 
und spanische Stücke auch etwas verschieden. — Im Zitat von P. ater schwederi muß 
es heißen 1905, nicht 1904. Die sogenannten schwederi gleichen vollkommen den 
typischen Skandinaviern. 

^) P ater amurensis Buturlin, Orn. Monatsb. 1907, p. 80 (Amur & Ussuri), 
steht zwischen ater und peMnensis (vgl. p. 357 und P. ater ater). 



XXXIV lulialt des I. Bandes. 

Seite 

575. Parus ater rufipectus Sew 359 

576. „ „ cypriotes Dress 359 

577. „ „ ledouci Malh 360 

578. „ „ moltschauovi Menzb 360 

579. „ „ derjugini (Sar. & London) 360 

580. „ „ michalowskii Bogd 360 

581. „ „ phaeonotus Blanf. 361 

582. „ rufonuchalis rufonuchalis Blyth 361 

583. „ „ beavani (Jerd.) 361 

584. „ rubidiventris Blyth 362 

585. „ melanolophus Vig 362 

586. „ dichi'ous dichroides (Przew.) 363 

587. „ „ dichrons flodgs 363 

588. „ cristatus cristatus L. 363 

589. „ „ mitratus Brehm 364 

590. „ „ scotica (Prazäk) 365 

591. „ cinctus cinctus Bodd 365 

592. „ „ obtectus Gab 366 

593. „ „ sayana (Suschk.)i) 367 

594. „ songarus songarus Sew 367 

595. ,, ,, affinis Przew 367 

596. „ lugubris lugubris Temm 368 

597. „ „ lugens Brehm 368 

598. „ ,. anatoliae Hart 368 

599. „ „ hyrcanus (Sar. & London) 369 

600. „ „ dubius Hellm 369 

„ braudtii (Bogd.) 369 

601. „ superciliosa (Przew.) 370 

602. „ davidi (Berez. & BiancM) 370 

603. „ palustris palustris L 370 

604. „ „ stagnatilis Brehm 371 

605. „ „ korejewi Sar. & Härms 372 

606. ,, „ communis Baldenst 372 

607. „ „ longirostris Kleinschm 373 

608. „ „ dresseri Stejn 373 

609. „ „ italicus Tschusi & Hellm 374 

610. „ „ brevirostris (Tacz.) 374 

611. ,, „ crassirostris (Tacz.) 374 

612. ,, „ hensoni Stejn 375 

613. „ „ hellmayri Bianchi 375 

614. „ „ hypermelaena (Berez. &, Bianchi) 375 

615. „ „ dejeani Oust. ^) 376 

616. „ atricapillus salicarius Brehm 376 

617. „ „ rhenanus Kleinschm 377 

618. „ „ kleinschmidti Hellm 378 



^) Hinzugekommen: Poecüe kolymensis Buturlin, Journ. f. Orn. 1908, p. 284. 
Augenscheinlich wohl uuterscheidbare Subspezies von P. cinctus (N.O. Sibirien — Kolyma 
— bis zum Ochotskischen Meere). 

2) Es ist nicht ausgeschlossen, daß hypermelaena und dejeani und vielleicht auch 
noch hellmayri (letztere nicht nach Untersuchung von Material, sondern ex Hellmayr & 
Kleinschmidt benannt) ein und dieselbe Form sind: durch Abnutzung der Federspitzen 
an den Kehl- und Halsseiten tritt der im frischen Gefieder teilweise verdeckte schwarze 
Kehlfleck mehr hervor. Wir ei-hielten alte Vögel aus den Tsinling-Bergen. 



Inhalt des I. Bandes. XXXV 

Seite 

619. Parus atricapillus borealis Selys 378 

620. „ „ assimilis Brehm 379 

621. ,, „ bianchii (Sar. & Härms) 379 

622. „ ., montanus Baldenst 380 

623. „ „ baicalensis (Swinh.) i) 380 

624. „ „ restrictus Hellm 380 

625. „ „ kamtschatkensis (Bp.) 381 

626. „ modestus (Burton) 381 

Gattung Aegithalos Herrn. {Acredula auct.) ^) 382 

•627. Aegithalos caudatus caudatus (L.) *) 382 

628. „ „ europaea (Herrn.) 384 

629. ,, „ rosea (Blyth) • 384 

630. „ „ taurica (Menzb.) 385 

631. „ „ macedouica (Dress.) 385 

632. „ „ trivirgatus (Temm. & Schi.) 385 

633. „ „ irbil (Sharpe & Dress.) 386 

634. ,, „ sicula (Whit.) 386 

635. ., „ major (Radde) 386 

636. „ „ tephronotus (Grünther) •*) 387 

637. „ „ passekii (Sar.) 387 

638. „ „ glaucogularis (Moore) 388 

639. „ ,, vinacea (J. Verr.) 388 

Gattung Anthoseopus Gab 388 

640. Anthoseopus pendulinus pendulinus (L.) 389 

641. „ „ caspius (Poelzam) 390 

642. „ „ jaxartensis (Suschk.) 391 

643. „ „ stoliczkae (Hume) 391 

644. „ „ consobrinus (Swinh.) ^) 391 

645. „ yenisseensis (Suschk.) 392 

646. „ coronatus (Sew.) 392 

647. „ macrouyx (Sew.) ß) 393 



1) P. atricapillus sachalinensis Lönnberg, Journ. College Tokyo, XXII Art. 14, 
j). 20 (1908) von Sachalin steht dem Autor zufolge zwischen baicalensis und kamtschat- 
kensis. — Synonym von baicalensis ist wohl Poecile tmikanansis Madaräsz, Ann. Mus. 
Hung. VIT, 1909, p. 177 (Tunkan-Berge). 

2) Durch Versehen wurden A. iousehistos und A. fuliginosus nicht beschrieben 
— ich war damals Kongreß-Sekretär! — A. iousehistos (Parus iousehistos Hodgsou, 
Journ. As. Soc. Bengal XIII, 2, p. 943, 1844— Nepal) bewohnt den östlichen Himalaya 
Abbild. : Gould, B. Asia. II, Taf. 68. — A. fuliginosa (Mecistura fuliginosa Verreaux, 
Nouv. Arch. Mus. Paris V, Bull. p. 36, 1869) lebt in den westchinesischen Gebirgen , 
Szetschwan, Tsinling-Berge (Tapaischan) und Kansu. Abbild. : Nouv. Arch. Mus. Paris 
VIII, Bull., Taf. V, Fig. 4. Ausführliche Beschreibung wird in den Nachträgen erfolgen. 

*) Synonym: Acredula trivirgata magna (sie!) Clark, Proc. U. S. Nat. Mus. XX?^II: 
p. 475 (1907— Korea. — Beschreibung eines jungen Vogels!), ^l^r / '■^■'T^ ^T^-d-^U'^^/ 

*) Leider muß hierfür der ältere Name A. catidatus alpinus (Hablizl) angewandt 
werden: Farus alpinus Hablizl, Neue Nordische Beyträge IV, p. 49 (1783— Gebirge 
der Provinz Ghilan in Nordpersien). 

^) Synonyme: Remiz consobrinus suffusus Clark, Proc. U.S. Nat. Mus. XXXII, 
p. 474 aus Korea und R. c. japonicus Clark, ebenda p. 475 aus Japan, letztere aufs 
Gerathewohl benannt. 

6) Sarudny, Orn. Monatsber. 1908, p.l62, 163, beschränkt A. macronyx macronyx 
(die er A. rntilans rutilans nennt) auf Turkestan und trennt die Form von Seistan als 
A. rutilans nigricans, die aus den Rohrwäldern von Lenkoran, Ghilan, Masanderan 



XXXVI Inhalt des I. Bandes. 

Seite 

Gattung Cephalopyrus Bp 39a 

648. Ceijhalopyrus flammiceps (Burton) 394 

Gattung Regulus Vieill 394 

64^. Kegulus regulus regulus (L.) 394 

650. „ „ auglorum Hart 396- 

651. „ ,, azoricus Seeb 396 

652. „ „ interni Hart 396 

653. ,, „ himalayensis Jerd 397 

654. „ „ japonensis Blakist 397 

655. „ „ teneriffae Seeb ,, 397 

656. „ „ tristis Pleske 398 

657. „ ignicapilla ignicapilla (Temm.) 398 

658. „ „ madeirensis Harc 399 

Gattung Leptopoeeile Sew 400 

659. Leptopoeeile sophiae sophiae Sew 400 

660. „ ,, deserticola Hart 401 

661. „ „ obscura Przew 401 

Gattung Lophobasileus Pleske 402 

662. Lophobasileus elegans (Przew.) • 402 

Gattung Panurus Koch 403- 

663. Panurus biarmicus biarmicus (L.) 403 

664. „ „ russicus (Brehm) "..... 405 

Gattung Cholornis Verr 405 

665. Cholornis paradoxa Verr 406 

Gattung Suthora Hodgs 406 

666. Suthora unicolor (Hodgs.) 407 

667. „ ruficeps ruficeps (Blj'th) 407 

668. „ uipalensis Hodgs , . . . 408 

669. „ humii Sharpe 408 

670. „ gularis Verr 409 

671. „ przew alskii Berez. & Bianchi 409 

672. „ fulvifrons fulvifrons (Hodgs.) 409 

673. „ cyanophrys David 410 

674. „ conspicillata David 410 

675. „ webbiana mantschurica Tacz 410 

676. „ „ webbiana Gray , 411 

677. „ „ alphonsiana Verr 412 

Gattung Psittiparus Hellm 412 

678. Psittiparus ruficeps ruficeps (Blyth) 412 

679. „ gularis gularis (Gray) 413 

Gattung Conostoma Hodgs 41S 

680. Conostoma aemodius Hodgs 413 

Familie LANIIDAE 414 

Gattung Lanius L 414 

681. Lanius minor Gm 416 

682. 5, excubitor excubitor L 418 

683. „ „ homeyeri Cab 420 

684. ,, „ przewalskii Bogd 420 

685. „ ., mollis Eversm 422 



und Asterabad als A. rutilans negledus ab. — Johansen, Orn. Jahrb. 1907, p. 201, 
beschreibt ein cj von den „Ufern des Balchasch, westlich vom Flusse Karatal" als A. 
saposhnikoioi. („Nach der Abbildung wahrscheinlich (J juv. von macronyx". — Hell- 
mayr in litt.) 



Inhalt des I. Bandes. XXXVII 

Seite 

686. Lanius excubitor borealis Vieill 423 

687. ,, ,, bianchii Hart 424 

688. „ „ meridioualis Temm 424 

689. „ „ algeriensis Less 425 

690. „ „ dodsoni Whit 426 

691. „ „ koenigi Hart 426 

692. ,, „ elegans Swains. ') 427 

693. „ „ leucopygos Henipr. & Ehr 428 

694. „ „ pallidirostris Cass 429 

695. „ „ aucheri Bp 430 

696. „ „ buryi Lor. & Hellm 432 

697. ,, sphenocercus sphenocercus Gab • . • 433 

698. „ ., giganteus Przew 434 

699. ,. Senator Senator L. ^) 434 

700. „ ,, niloticus (Bp.) 436 

701. „ ,, badius Hartl 437 

702. ,, nubicus Licht ^ 438 

703. „ coUurio collurio L 439 

704. „ „ kobylini (But.)») 441 

705. „ vittatus Valenc 441 

706. „ tigrinus Drap 442 

707. „ cristatus phoenicuroides (Schalow) ■*) 443 

708. „ „ isabellinus Hempr. & Ehr 444 

709. „ „ cristatus L 446 

710. „ „ superciliosus Lath 447 

711. „ „ lucionensis L • • 447 

712. „ bogdanowi (Bianchi)^) 448 

713. „ darwini (Sew.) 449 

714. „ bucephalus Temm. & Schleg 450 

715. „ Schach tephronotus (Vig.) 451 

716. „ „ erythronotus (Vig.) 451 

Gattung Telophonus Swaius.^) 452 

717. Telophonus senegalus cucullatus (Temm.) 452 

Gattung Hypocolius Bp 453 

718. Hypocolius ampelinus Bp 454 



^) Brütet ostwärts bis Egypten. 

2) Kleinschmidt unterscheidet den algerischen Rotkopf- Würger als L. Senator 
flückigeri (Falco 1907, p. 68), die angegebenen Unterschiede sind aber m. B. nicht 
stichhaltig. Näheres an anderem Orte. 

^) Buturlin trennt ferner L. loudoni von Nord-Turkestan (Mitt. kaukas. Mus. 1907, 
p. 78). Ich konnte keine Stücke von dort untersuchen. 

*) Buturlin schuf noch einen neuen Namen für den von ihm für verschieden 
gehaltenen „Otomela varia" (s. siebentes Synonym), und zwar L. zarudnyi (Nasa 
Okhota 1908, 90, p. 9. 

5) ? Otomela salina Zarudny, Mem. Ac. Imp. Petersb. ser. 8, X, s. 187 (1900— N. Ü. 
Persien). 

") Vgl. Reichenow's Ansicht über diesen Namen, die ich indessen nicht ganz 
teile. Boie sagt ,,Pomatorhynchus Horsf.", und da er Pomatorhinus Horsf. nicht er- 
wähnt, kann es — er stellt die Gattung auch in dieselbe Verwandtschaft wie Timelia — 
keinem Zweifel unterliegen, daß er nur Horsfields Namen falsch, oder seiner Ansicht 
nach besser, wiedergab. Swainson dagegen schrieb selbst 1831 Telophorus, dagegen 
1837 Telophonus. Vielleicht ist es am besten, auch diesen Namen zu verwerfen, und 
Harpolestes Gab. für die Gattung anzuwenden, ein Name, der jedenfalls einwurfsfrei ist. 
Ich hatte Telophonus 1831 übersehen. 



XXXVni Inhalt des I. Bandes. 

Seite 

Familie AMPELIDAE 455 

Gattung Bombycilla Vieill 455 

719. Bombycilla garrulus garrulus (L.) 456 

720. „ japonica (Sieb.) 457 

Familie BRACHYPODIDAE 459 

Gattung Pyenonotus Boie 459 

721. Pyenonotus barbatus barbatus (Desf.) 460 

722. „ „ arsinoe (Licht.) 461 

723. „ capensis xanthopygos (Hempr. & Ehr.) 461 

724. „ leucotis (Gould) 462 

725. „ leucogenys (Gray) 463 

Gattung Hypsipetes Yig 463 

726. Hypsipetes amaurotis amaurotis (Temm.) 463 

727. „ „ heusoni Stejn 464 

728. „ „ pryeri Stejn 464 

729. „ ,, stejnegeri Hart 464 

730. „ „ ogawae Hart 465 

731. „ „ squamiceps (Kittl.) 465 

732. „ „ magnirostris Hart 465 

Familie CAMPOPHAGIDAE i) 466 

733. Pericrocotus cinereus Lafr. 5=) 466 

734. „ tegimae Stejn 467 

735. „ bi'evirostris (Vig.) 468 

736. „ solaris solaris Blyth 468 

Familie MUSCICAPIDAE (einschließlich „Sylviidae", „Timelüdae" und 

,,Turdidae'^) 469 

Gattung Tchitrea Less 469 

737. Tchitrea i^aradisi (L.) 470 

738. „ incei (Gould) 471 

739. ,, princeps princeps (Teram.) 471 

740. „' „ iUex (ßangs) 472 

Gattung Rhipidura Vig. & Horsf 472 

741. Rhipidura albicollis (Vieill.) 473 

Gattung Muscieapa L. (einschließlich „HemicJtelidon", „Alseonax", „Xan- 

thopygia", „Cyanoptila" u. a.) 473 

742. Muscieapa striata striata (Fall.) {M. grisola auct.) 475 

743. „ „ neumanni Poche 477 

744. „ latirostris Raffl 477 

745. „ griseisticta (Swinh.) *) 478 

746. „ sibirica sibirica Gm 478 

747. „ „ fuliginosa (Hodgs.) 479 

748. „ ferruginea (Hodgs.) 479 



^) Hinzuzufügen: Campophaga melanoschista melanoptera (Rüpp.) {Cehlepyris 
melanoptera Rüppell, Mus. Senckenberg. III, p. 25, Taf. II, Fig. 1 (1839). Chinesische 
Gebirge bis ins Tsinling-Gebirge. Schiefergrau, Uuterschwanzdecken hellgrau bis 
weißlich. Schwingen schwarz, Steuerfedern schwarz mit weißen Spitzen. Etwa von 
Starengröße. Die Form der Tsinling-Berge gehört entweder zu melanoptera oder bildet 
eine besondere Subspezies, sie gehört aber nicht zu saturata von Hainau. 

2) Die (mir nicht vorliegende) Form von Korea wurde als P. cinereus intermedius 
abgetrennt (Clark, Proc. U. S. Nat. Mus. XXXII, p. 474, 1907). 

^) Parrot beschreibt die Form von Iturup (Kurilen) nach einem am 30. August 
1900 gesammelten (^ als M. griseisticta habereri. Größer als M. g. griseisticta, Flügel 
90 mm. 



Inhalt des I. Bandes. XXXIX 

Seite 

749. Muscicapa atricapilla atricapilla L. ^) 480 

750. „ „ speculigera Bp.2) 482 

751. „ „ semitorquata Hom. *) 483 

752. „ collaris Sechst 483 

753. „ strophiata (Hodgs.) 484 

754. „ ruficauda Swains 485 

755. „ parva parva Sechst 485 

756. „ „ albicilla Fall 487 

757. „ „ hyperythra (Gab.) 487 

758. „ superciliaris Jerd 488 

759. „ hodgsonii (Verr.) 488 

760. „ leucomelanura leucomelanura (Hodgs.) 489 

761. „ „ cerviniventris (Sharpe) 489 

762. ,, narcissiaa zanthopygia Hay 490 

763. „ „ narcissina Temm 490 

764. „ „ jakuschima Hart 491 

765. „ „ owstoni (Sangs) 491 

766. „ mugimaki Temm 492 

767. „ cyanomelana Temm 493 

768. „ melanops Vig ' . . . 494 

Gattung Chelidorynx Hodgs. 494 

769. Chelidorynx hypoxantha (Blyth) 494 

Gattung Culicicapa Swinh 495 

770. Culicicapa ceyloiiensis (Swains.) 495 

Gattung Cryptolopha Swinh • 496 

771. Cryptolopha burkii tephrocephalus (Anders.) 496 

772. „ „ burkii (Surt.) 497 

773. „ „ valentini Hart 497 

774. „ „ intermedia La Touche 497 

775. „ affinis (Rossf. & Moore) 498 

776. „ xanthoschistos xanthoschistos (Gray) 498 

777. „ „ jerdoni (Srooks) 498 

Gattung Abrornis Hodgs 498 

778. Abrornis albogularis albogularis Moore 499 

779: ,, „ fulvifacies Swinh 499 

Gattung Phylloscopus Soie 499 

780. Phylloscopus collybita collybita (Vieill.) 501 

781. „ „ abietina (Miss.) 503 

782. „ „ tristis Blyth 503 

783. „ „ canariensis Hartwig 504 

„ „ axillaris Suschk 504 

784. „ „ exsul Hart 505 

785. „ „ sindianus Brooks 505 

786. „ neglectus neglectus Hume 506 

787. „ „ lorenzii (Lorenz) 506 

788. „ trochilus trochilus (L.)*) 507 



^) Hierfür muß der ältere i^ame M. hypoleuca hypoleuca eintreten {Motacilla 
hypoleuca Pallas, Yroegs Cat. Verzam. Vogeleu, Adumbratiuncula, p. 3; 1764 — Holland). 

") Muß M. hypoleuca speculigera heißen. 

3) Muß M. hypoleuca semitorquata heißen. 

*) Den Synonymen ist hinzuzufügen: Fhyllopseuste cwmrosfns Madaräsz, Journ. 
f. Orn. 1880, p. 326 (Budapest). 



XL Inhalt des I. Bandes. 

Seite 

789. Phylloscopus trochilus eversmanni (Bp.) ^) 509 

790. „ tytleri Brooks 510 

791. „ nitidus nitidus Blyth 510 

792. „ ,, viridanus Blyth . 510 

793. „ „ plumbeitarsus Swinh 511 

794. „ tenellipes Swinh 512 

795. „ lugubris Blyth 512 

796. „ magnirostris Blyth 513 

797. „ bonelli bonelli (Vieill.) 513 

798. „ ,, Orientalis (Brehrn) 514 

799. „ sibilatrix sibilatrix (Bechst.) 515 

800. „ „ erlangeri Hart 516 

801. „ borealis borealis (Blas.) 517 

802. „ „ xanthodryas Swinh 518 

803. „ superciliosa superciliosa (Gm.) 518 

804. „ ,, humei (Brooks) 519 

805. „ „ mandellii (Brooks) 520 

806. „ subviridis (Brooks) 520 

807. „ occipitalis coronata (Temm. & Schleg.) 521 

808. „ „ occipitalis (Blyth) 521 

809. „ , trochiloides (Sund.) 522 

810. „ ijimae (Steju.) . . . , 522 

811. „ pi-oregulus proregulus (Fall.) 523 

812. „ „ newtoni Gätke 524 

813. „ maculipennis (Blyth) 524 

814. „ pulcher Blyth • 524 

815. „ affinis (Tick.) 525 

816. „ subaffinis (Graut) 526 

817. „ armandii (Milne-Edw.) 526 

818. „ indica (Jerd.) 527 

819. „ fuscata (Blyth) 528 

820. „ homeyeri (Dyb.)^) 528 

821. ,, fuligiventer (Hodgs.) 529 

Gattung Herbivoeula Swinh 529 

822. Herbivoeula schwarzi (Radde) 530 

Gattung Horeites Hodgs 530 

823. Horeites cantans cantans (Temm. & Schleg.) 531 

824. „ „ canturiaus (Swinh.) 532 

825. „ „ borealis (Campbell) • 532 

826. „ „ diphone (Kittl.) 533 

827. „ flavolivacea flavolivacea (Blyth) 533 

828. „ „ intricatus Hart 533 

829. „ major Moore 534 

830. „ acanthizoides brunnescens Hume -. . 534 

831. „ ,, acanthizoides (Verr.) 534 

832. „ fortipes fortipes (Hodgs.) 535 

833. „ „ davidiana (Verr.) 535 

834. „ pallidus Brooks 536 

835. „ brunnifrons (Hodgs.) 536 



^) Hierher gehört wahrscheinlich auch der von Erlanger im Dezember bei 
Wonda im südlichen Abessinieu (nicht im „südafrikanischen Seengebiet" wie Reichenow 
schreibt) gesammelte Vogel: „Var. murina^' Echw., Vög. Afr. III, p. 645. 

2) Yg]_ Novitates Zoologicae-1910, p. 239. 



Inhalt des I. Bandes. XLl 

Seite 

Gattung Cettia Bp 536 

836. Cettia cetti cetti (Marm.) 537 

837. „ ,, cettioides Hume 538 

Gattung Urosphena Swinh 539 

838. Urosphena squameiceps (Swinh.) 539 

Gattung Lusciniola Gray 540 

839. Lusciniola melanopogon melanopogon (Temm.) 540 

840. „ „ mimica Mad 541 

841. „ thoracica (Blyth) 541 

842. „ tacsanowskia (Swinh.) 542 

843. ,, major (Brooks) 543 

844. „ luteoventris (Hodgs.) i) 543 

Gattung Locustella Kaup 544 

845. Locustella fasciolatus (Gray) • . . 545 

846. „ ochotensis (Midd.) 545 

847. „ fluviatilis (Wolf) 547 

848. „ luscinioides luscinioides (Savi) 548 

849. „ „ fusca (Sew.) 549 

850. „ certhiola (Fall.) 550 

851. „ naevia naevia (Bodd.) 551 

852. ., „ straminea Seeb 553 

853. „ lanceolata (Temm.) 553 

Gattung Phi'agamaticola Jerd 554 

854. Phragamaticola aedon (Fall.) 554 

Gattung Acroeephalus Naum 555 

855. Acroeephalus arundiuaceus arundinaceus (L.) 556 

856. „ „ zarudnyi Hart 558 

857. „ „ Orientalis (Temm. & Schleg.) 558 

858. „ stentorea stentorea (Hempr. & Ehr.) 559 

859. „ „ brunnescens (Jerd.) 560 

860. ,, strepera strepera (Vieill.) *) 560 

861. „ ,, macronyx (Sew.) 561 

862. „ palustris (Bechst.) 562 

863. ,, dumetorum Blyth 563 

864. ,, agricola agricola Jerd 564 

865. „ „ concinens (Swinh.) 565 

866. „ orinus Oberh 565 

867. „ bistrigiceps Swinh 565 

868. ,, schoenobaenus (L.) 566 

869. „ aquatica (Gm.) 568 

Genus Hippolais Brehm 569 

870. Hippolais icterina (Vieill.) 570 

871. „ polyglotta (Vieill.) 571 

872. ,, olivetorum (Strickl.) 572 

873. „ ianguida (Hempr. & Ehr.) 573 

874. „ pallida pallida (Hempr. & Ehr.) 3) 574 

875. ,, „ reiseri Hilgert 574 

876. „ „ opaca Gab 575 



^) In den Angaben über die Verbreitung muß es heißen: Bergländer südlich 
des Brahmaputra. 

2) Den Synonymen ist hinzuzufügen: CalamoherjJe arborea Crette de Palluel, 
Le JS'aturaliste, 6. annee, p. 469 (1884 — Descriptio nuUa! Gärten in Paris). 

*) Häufiger Brutvogel in Ägypten! 



XLÜ 



Inhalt des I. Bandes. 



Seite 

877. Hippolais rama (Sykes) 575 

878. „ caligata (Licht.) 575 

Gattung Sylvia Scop 576 

879. Sylvia nisoria nisoria (Bechst.) 578 

880. „ „ merzbacheri Schal 579 

881. „ hortensis hortensis (Gm.) {S. orphea auct.) 580 

882. „ „ crassirostris Cretzschm 581 

883. „ borin borin (Bodd.) (S. hortensis auct. errore!) 582 

„ „ pallida Johansen 583 

884. „ atricapilla atricapilla (L.) 583 

„ „ heiueken (Jard.) 585 

885. „ communis communis Lath 586 

886. „ „ icterops Menetr 587 

887. „ curruca curruca (L.) 588 

888. „ „ affinis Blyth 589 

889. „ „ halimodendri Suschkin 589 

890. „ „ minula Hume 589 

891. „ althaea Hume 590 

892. „ nana nana (Hempr. & Ehr.) 590 

893. „ „ Meserti (Loche) 591 

894. „ ruppeli Temm 592 

895. „ melanocephala melanocephala (Gm.) 593 

896. „ „ leucogastra (Ledru) 594 

897. „ „ momus (Hempr. & Ehr.) ^) • • • ^ 594 

898. „ melanothorax Tristr 595 

899. „ mystacea Menetr 595 

900. „ subalpina subalpiua Temm. ^) 596 

901. „ „ inornata Tschusi 3) 597 

902. „ „ albistriata (ßrehm)*) 597 

903. ,, conspicillata conspicillata Temm 598 

904. „ „ bella Tschusi 599 

905. „ deserticola Tristr 599 

906. „ undata undata (Bodd.) 600 

907. „ , „ dartfordiensis Lath 601 

908. „ „ toni Hart 602 

909. „ sarda Temm 602 

Gattung Agrobates Swains 603 

910. Agrobates galactotes galactotes (Temm.) 603 

911. „ „ syriaca (Hempr. & Ehr.) 605 

912. „ „ familiaris (Menetr.) 605 

913. „ „ minor (Gab.) 606 

Gattung Scotoeerea Sund 606 

914. Scotoeerea inquietus inquietus (Cretzschm.) 606 

915. „ „ platyura (Sew.) 607 

916. „ „ striatus (Brooks) 607 

917. „ „ buryi Grant 607 

918. „ „ saharae (Loche) 608 



^) S. semenoivi ist Sj^nonym. 

2) Hierfür — nicht aber für S. xmdatal — muß der ältere Name Sylvia cantillans 
cantillans (Fall.) angewandt werden: Motacilla ca7itillans Pallas, in Vroeg's Cat. rais. 
Coli. Ois., Adumbratiuncula p. 4 (1764 — Italien). 

ä) Muß S. cantillans inornata heißen. 

4) Richtiger S. cantillans albistriata. 



Inhalt des I. Bandes. XLIII 

Seite 

Gattung Prinia Horsf. 608 

919. Prinia gracilis gracilis (Licht.) 608 

920. „ „ deltae ßchw 609 

921. „ „ yemenensis Hart 609 

922. „ „ lepida ßlyth 610 

Gattung Cisticola Kaup 610 

923. Cisticola cisticola cisticola (Temm.) 610 

924. „ ,, arquata (Müll.) 611 

925. „ „ aridula With 612 

926. „ „ uropygialis (Fräs.) 612 

927. „ „ cursitans (Frankl.) 613 

928. „ „ brunniceps (Temm. & Schleg.) 613 

929. „ ,, tintinuabulans (Swinh.) 613 

930. „ „ fuscicapilla Wall 613 

Gattung Rhopophilus Gigl. & Salvad 613 

931. Rhopophilus pekinensis pekinensis (Swinh.) 614 

932. „ „ albosuperciliaris (Hume) 614 

Gattung Proparus Hodgs 615 

933. Proparus nipalensis hueti (David) 616 

934. „ „ nipalensis (Hodgs.) . . . . : 616 

935. „ vinipectus vinipectus (Hodgs.) 617 

936. „ „ bieti Oust 617 

937. „ cinereiceps (Verr.) 617 

938. „ striaticoUis (Verr.) 618 

939. „ ruficapilla (Verr.) 618 

940. „ chrysotis Blyth 619 

941. „ swinhoii Verr 619 

Gattung Moupinia David & Oust 619 

942. Moupinia poecilotis (Verr.) 619 

Gattung Leiothrix Swains 620 

943. Leiothrix lutea lutea (Scop.) 620 

944. „ „ ealipyga (Hodgs.) 621 

Gattung Crateropus Swains 621 

945. Crateropus squamiceps squamiceps (Cretzschm.) 621 

946. „ „ yemensis (Neum.) 622 

947. „ caudatus huttoni (Blyth) 622 

948. „ „ altirostris Hart 623 

949. „ „ caudatus (Drap.) 623 

950. „ fulvus fulvus (Desf.) 623 

951. „ „ acaciae (Licht) 624 

Gattung lanthocinela Gould 624 

952. lanthocinela maximus (Verr.) 625 

953. „ ocellatum artemisiae (David) 626 

954. „ „ ocellatum (Vig.) 627 

955. „ lunulata Verr 627 

956. „ lanceolatus lanceolatus (Verr.) 627 

957. „ „ bonvaloti (Oust.) 628 

958. „ waddelli (Dress.) 628 

959. „ koslowi (Bianchi) 629 

960. „ sukatschewi (Berez. & Bianchi) 629 

961. „ davidi (Swinh.) 630 

962. „ cinereiceps styani (Oust.) 63Q 

963. „ ,, cinereiceps (Styan) 631 

964. „ elliottii elliottii (Verr.) 631 

965. „ ,, prjevalskii (Menzb.) 632 



XLIV 



Inhalt des I. Bandes. 



Seite 

966. lanthocincla elliotti bouvaloti (Oust.) *) 6b2 

967. „ henhci (üust.) . 632 

968. „ affinis blythii (Verr.) 633 

969. „ ,, affinis (Blytli) 633 

970. „ „ oiistaleti Hart 633 

971. „ subunicolor (ßlyth) 633 

972. „ formosum (Verr.) 634 

973. „ rufogularis rafogularis Gould 634 

974. „ „ assamensis Hart 635 

975. „ „ occidentalis Hart 635 

976. „ lineatum lineatum (Vig.) 635 

977. „ „ grisescentior Hart 636 

978. ,, „ gilgit Hart 636 

979. ,, perspicillatus (Gm.) 636 

980. „ albogularis Gould 637 

Gattung Pomatorhinus Horsf. 637 

981. Pomatorhinus erythrogenys erythrogenys Vig 637 

982. „ „ ferrugilatus Hodgs 638 

983. „ macclellandi gravivox David 638 

984. „ „ dedekensi Oust 638 

985. „ ruficollis ruficollis Hodgs 639 

986. „ „ styani Seeb. 639 

Gattung Turdus L 640 

987. Turdus dauma aureus Hol 642 

988. „ „ major (Ogawa) 643 

989. „ moUissimus Blyth 644 

990. „ Sibiriens Sibiriens Fall 644 

991. „ „ davisoni (Hume) 645 

992. „ pilaris L • 646 

993. „ viseivorus viseivorus L 647 

994. „ „ deichleri Erl • 648 

995. „ „ bonapartei Cab 649 

996. „ auritus Verr 649 

997. „ philomelos philomelos ßrehm (T. musicus auct., errore!) 650 

998. „ „ clarkei Hart 651 

999. „ cardis Temm 652 

1000. „ musicus L. (T. iliacus auct.) 653 

1001. „ hortulorum Sei 654 

1002. „ pallidus Gm • 655 

1003. „ obscurus Gm 656 

1004. „ chrysolaus Temm 656 

1005. „ celaenops celaenops Stejn 657 

1006. „ ,, yakushimensis (Ogawa) 657 

1007. „ naumanni Temm 657 

1008. „ fuscatus Fall 658 

1009. „ ruficollis ruficollis Fall 659 

1010. „ „ atrogularis Temm 660 

1011. „ castanea castanea (Gould) 661 

1012. „ ,, gouldi (Verr.) 662 

1013. „ kessleri Przew 662 

1014. „ albocinctus Koyle 663 



ich vor: 



') Fräokkupiert durch I. bouvaloti (antea p. 628). — Als neuen Namen schlage 



lanthocincla elliotii honoripeta uom. nov. 



Inhalt des I. Bandes. XLV 

Seite 

1015. Turdus torquatus torquatus L. 663 

10J6. „ „ Orientalis (Seeb.) 664 

1017. ,, „ alpestris (Brehm) 665 

1017 a. ,, merula merula L 665 

1018. ,, „ hispaniae Kleinschm 667 

1019. ,, ,, cabrerae Hart, i) 667 

1020. „ „ azorensis Hart 668 

1021. ., ,, mauritanicus Hart 668 

1022. „ „ algira (Mad.) 669 

1023. „ ,, aterrima (Mad.) 669 

1024. ,, „ syriaca Hemper. & Ehr 669 

1025. ., „ intermedia (Richm.) 670 

1026. „ ,, maxima (Seeb.) 670 

Gattung Montieola Boie 671 

1027. Montieola saxatilis (L.) , . . 671 

1028. „ gularis (Swinh.) 673 

1029. .. solitarius solitarius (L.) (M. cyanus auct.) 674 

1030. ., ,, transcaspicus Hart 675 

1031. „ „ pandoo (Sykes) 675 

1032. „ „ philippensis (P. L. S. Müll.) 675 

Gattung Myiophoneus Temm 676 

1033. Myiophoneus temminckii temminckii Vig. 676 

1034. ,, „ turcestanicus Sar 677 

1035. „ caerulea (Scop.) 677 

Gattung Saxieola Bechst 678 

1036. Saxieola oenanthe oenanthe (L.) • 679 

„ „ argentea Lönnb 680 

„ „ rostrata Hempr. & Ehr 681 

1037. „ „ leucorhoa (Gm.) 681 

1038. ,, „ seebohmi Dixon 682- 

1039. ,, deserti deserti Temm 683 

1040. ,. „ atrogularis ßlyth 2) 684 

1041. „ hispaniea hispanica (L.) 685 

1042. ,, „ xanthomelaena Hempr. & Ehr 687 

1043. ,, „ gaddi Sar. & Lond 688 

1044. „ pleschanka pleschanka (Lepech.) 688 

1045. „ „ cypriaca Hom 689 

1046. „ melanoleuca melanoleuca (Güld.) 690 

1047. „ „ finschii Heugl 690 

1048. „ isabellina Cretzschm • 691 

1049. ,, xanthoprymna ehrysopygia (De Til.) 692 

1050. „ „ xanthoprymna Hempr. & Ehr 693 

1051. ,, „ eummingi Whit 693 

1052. „ moesta Licht 693 

1053. „ lugens lugens Licht 694 

1054. „ „ halophila Tristr 695 

1055. „ persiea Seeb 696 

1056. „ picata Blyth 696 

1057. „ opistholeuca Strickl 697 



^) Synonym: T. m. hrachyptera Eloericke, Aus der Heimat des Kanarienvogels 
(Tenerife). 

2) Wird S. deserti albifrons heißen müssen: Saxieola albifrons Brandt, BulL 
Acad. Petersburg II, p. 139 (1844- „Westsibirien")- 

E. Hartert, Die Vögel der paläarktisohen Fauna. IV 



XL VI 



Inhalt des I. Bandes. 



Seite 

1058. Saxicola leucurus leucurus (Gm.) 697 

1059. „ „ syenitica Heugl 698 

1060. „ „ riggenbachi Hart 699 

1061. „ leucopyga (Brehm) 699 

1062. ,, alboniger Hume 700 

1063. „ monacha Temm 701 

Gattung Pratincola Koch 701 

1064. Pratincola rubetra rubetra (L.) • 702 

1065. „ „ spatzi Erl 703 

1066. „ „ noskae Tschusi 703 

1067. „ „ margaretae Joh 704 

1068. „ dacotiae Meade-Waldo 704 

1069. „ insignis Blyth 705 

1070. „ torquata rubicola (L.) 706 

1071. „ „ hiberuans Hart 707 

1072. „ „ maura (Fall.) 707 

1073. „ „ stejnegeri Parrot 708 

1074. „ „ indica Blyth 708 

1075. „ „ przewalskii Pleske 709 

1076. „ caprata rossorum Hart 709 

1077. „ „ bicolor (Sykes) 710 

1078. „ „ caprata (L.) 710 

Gattung Oreicola Bp 710 

1079. Oreicola ferrea ferrea (Gray) 711 

1080. „ „ haringtoni Hart 711 

Gattung Tarsiger Hodgs. 712 

1081. Tarsiger cyanurus (Fall.) 712 

1082. „ rufilatus (Hodgs.) 713 

1083. „ indica indica (Vieill.) 713 

1084. „ hyperythra (Blylh) 714 

1085. „ chrysaeus Hodgs 714 

Gattung Chaimarrornis Hodgs 715 

1086. Ohaiman-oruis leucocephala (Vig.) . . . . • 715 

1087. „ fuliginosa fuliginosa (Vig.) 716 

Gattung Phoenicurus Forst 717 

1088. Phoenicurus phoenicurus phoenicurus (L.) 718 

1089. „ „ algeriensis (Kleinschm.) 719 

1090. ,, „ mesoleuca (Hempr. & Ehr.) 720 

1091. ,, ochruros gibraltariensis (Gm.) (tithys auct err!) 720 

1092. „ „ ochruros (Gm.) 722 

1093. „ „ semirufa (Hempr. & Ehr.) 723 

1094. „ „ phoenicuroides (Moore) 723 

1095. „ „ rufiventris (Vieill.) 723 

1096. „ hodgsoni (Moore) . . . . I 724 

1097. ., aurorea aurorea (Fall.) 725 

1098. „ ,, filchneri (Parrot) 725 

1099. „ „ leucoptera Blyth 726 

1100. „ erythrogastra erythrogastra (Güld.) 726 

HOL „ „ grandis (Gould) 726 

1102. „ erythronota (Eversm.) 727 

1103. „ alaschanica (Frzew.) 728 

1104. „ frontalis Vig 728 

1105. „ schisticeps Gray 729 

1106. ,, coeruleocephala Vig 730 



Inhalt des I. Bandes. XL VII 

Seite 

Gattung Diplootoeus Hart 731 

1107. Diplootoeus moussier! (Olphe-Galliard) 731 

Gattung Luscinia Forst 732 

1108. Luscinia megarhynchos megariiynchos Brehm (L. luscinia auct. errore!) . . 733 

1109. „ „ golzii (Gab.) 735 

1110. ,, „ africana (Fisch. & Rchw.) 735 

1111. ,, luscinia (L.) (L. philomela auct.) 736 

1112. „ calliope (Fall.) 738 

1113. „ pectoralis pectoralis (Gould) 739 

1114. „ „ ballioni (Sew.) 739 

1115. „ „ confusa Hart 740 

1116. ,, tschebaiewi (Frzew.) 740 

1117. ,, davidi (Oust.) 740 

1118. „ obscura (ßeres. & Bianchi) 741 

1119. „ ruficeps (Hart.) 741 

1120. ,, akahige (Temm.) 742 

1121. „ komadori komadori (Temm.) 742 

1122. ,, „ namiyei (Stejn.) 743 

1123. „ sibilans (Swinh.) 743 

1124. „ cyane (Fall.) 744 

1125. „ svecica gaetkei (Kleinschm.) 745 

1126. ,. ,, svecica (L.) 745 

1127. ,, „ pallidogularis (Sar.) 747 

1128. „ „ discessa (Mad.) 747 

1129. „ „ robusta (But.) 748 

1130. „ „ cyanecula (Wolf) 748 

1131. „ „ volgae (Kleinschm.) 749 

1132. „ „ magna (Sar. & Loud.) 750 

1133. „ „ abbotti'(ßichm.) 750 

Gattung Erithacus Cuv 750 

1134. Erithacus rubecula rubecula (L.) 750 

1135. „ ,, melophilus Hart 752 

1136. „ „ sardus Kleinschm 753 

1137. „ „ witherbyi Hart 753 

1138. „ „ superbus Koenig 754 

1139. „ ,. hyrcanus Blanf 754 

1140. „ „ caucasicus But 755 

Gattung Irania De Fil 755 

1141. Irania gutturalis (Guerin) 755 

Gattung Hodgsonius Bp 756 

1142. Hodgsonius phoenicuroides (Gray) 756 

Gattung Grandala Hodgs 757 

1143. Grandala coelicolor Hodgs 757 

Gattung Enieurus Temm 758 

1144. Enieurus maculatus maculatus Vig 759 

1145. „ „ guttatus Gould 759 

1146. „ sinensis Gould 759 

1147. „ leschenaulti indieus Hart 760 

Gattung Microeichla Sharpe 760 

1148. Microeichla scouleri (Vig.) 760 

Familie ACCENTORIDAE 761 

1149. Prunella coUaris coUaris (Scop.) 762 

1150. „ „ subalpinus (Brehm) 763 

1151. „ „ caucasicus (Tsch.) 764 

1152. „ „ rufilatus (Sew.) 764 

IV* 



XLvm 



Inhalt des I. Bandes. 



Seite 

1153. Prunella collaris tibetanus (Bianchi) 765 

1154. ., „ erythropygius (Swinh.) 765 

1155. „ „ nipaleusis (Blyth) 765 

1156. „ „ himalayanus (Blyth) 766 

1157. „ „ rnbeculoides (Moore) 767 

1158. „ strophiatus strophiatus (Blyth) 767 

1159. „ „ miiltistriatus (David) 768 

1160. „ ,, jerdoni (Brooks) 768 

1161. „ montanella (Fall.) 768 

1162. „ fulvescens fulvescens (Sew.) 769 

„ „ dresseri Hart 770 

,, „ äahwicus (Tacz.) 770 

1163. „ „ ocularis (Radde) 770 

1164. ,, atrogularis (Brandt) 771 

1165. „ koslowi (Przew.) 771 

1166. „ modularis modularis (L.) 772 

1167. „ „ occidentalis (Hart.) 773 

1168. „ „ Orientalis (Sharpe) 774 

1169. ,, „ blanfordi (Sar.) 774 

1170. .', rubidus (Temm. & Schleg.) 774 

1171. ., immaculatus (Hodgs.) • 775 

Familie TROGLODYTIDAE 775 

Gattung Troglodytes Vieill 776 

(Iroglodytes troglodytes taivanus Hart.) 776 

1172. Troglodytes troglodytes islandicus Hart 776 

1173. ,, „ zetlandicus Hart 777 

1174. ,, „ borealis Fisch 777 

1175. „ ,, subsp.? 777 

1176. ,, „ hirtensis Seeb 778 

1177. „ „ troglodytes (L.) 778 

1178. „ „ kabylorum Hart 780 

1179. ,, „ cypriotes (Bäte) 780 

1180. „ „ hyrcanus Sar. & Loudon 780 

1181. ,, ,, pallidus Hume 781 

1182. ,, „ zagrossiensis Sar. & Loudon 781 

1183. ,, „ nipaleusis Blyth 781 

1184. „ ,, tibetana (Walton) 782 

1185. „ „ neglectus Brooks 782 

1186. „ „ daurious Dyb. & Tacz 782 

1187. „ „ tarbagataica (Suschk.) 782 

1188. „ „ peninsulae (Clark). 783 

1189. „ „ idius (ßichm.) 783 

1190. ,, „ szetschuauus Hart 783 

1191. ,, „ fumigatus Temm 783 

1192. „ „ ogawae Hart 784 

1193. ,, „ kurilensis Stejn 784 

1194. ,, ,, pallescens ßidgw.) 784 

Gattung Spelaeornis Dav. & Oust 785 

1195. Spelaeornis troglodytoides (Verr.) 785 

1196. „ halsueti (David) . 786 

1197. ,, caudata (Blyth) 786 

Gattung Pnoepyga Hodgs 786 

1198. Pnoepyga squamata (Gould) 787 

1199. „ pusilla pusilla Hodgs 787 



Inhalt des I. Bandes. XLTX 

Seite 

Gattung Cinclus 788 

1200. Cinclus cinclus cinclus (L.) 788 

1201. „ ,, britannicus Tschusi 789 

1202. „ „ tibernicus Hart 790 

1203. „ „ pyrenaicus Dress 790 

1204. ,, „ subsp.? 790 

1205. „ „ sapeworthi Arrigoni • 791 

1206. „ „ aquaticus Bechst 791 

1207. „ „ meridionalis Brehm 793 

1208. „ „ minor Tristr 793 

1209. „ ,, caucasicus Mad 794 

1210. „ „ rufiventris Tristr 794 

1211. „ „ persicus Witb 795 

1212. „ „ cashmeriensis Grould 795 

1213. „ „ leucogaster Bp 795 

1214. „ pallasii pallasii Temm 797 

1215. „ „ souliei Oust. 797 

1216. „ „ tenuirostris Bp. 798 

Gattung Tesia Hodgs 798 

1217. Tesia castaneocoronata (Burton) 798 

Familie HIRUNDINIDAE 799 

Gattung Chelidon Forst 799 

1218. Chelidon rustica rustica (L.) 800 

1219. „ „ transitiva Hart 802 

1220. „ „ savignii (Steph.) 802 

1221. „ „ gutturalis Scop.) 803 

1222. ., „ tytleri (Jerd.) 804 

1228. ,, daurica rufula (Temm.) 804 

1224. „ „ nipalensis (Hodgs.) 805 

1225. ,, „ daurica (L.) 806 

1226. „ „ striolata (Temm. & Sehleg.) 806 

1227. „ „ erythropygia (Syk.) 806 

Gattung Hirundo L 807 

1228. Hirundo urbica urbica L 807 

1229. „ „ meridionalis Hart 809 

1230. „ „ whiteleyi (Swinh.) 809 

1231. „ „ cashmeriensis (Gould) 809 

„ ,, nigrimentalis Hart 810 

1232. „ „ dasypus (Bp.) 810 

Gattung Riparia Forst 810 

1233. Riparia riparia riparia (L.) 811 

1234. „ „ littoralis (Heugl.) 812 

1235. „ „ diluta (Sharpe & Wyatt) 813 

1236. „ „ ijimae (Lönnb.) 813 

1237. „ paludicola minor (Gab.) 813 

1238. „ ,, mauritanica (Meade-Waldo) 814 

„ „ paludicola (Vieill.) 814 

1239. „ rupestris (Scop.) 815 

1240. „ obsoleta obsoleta (Gab.) 816 



1, 



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Die Vögel 

der paläarktisohen Fauna. 



Systematische Übersicht 

der 

in Europa, Nord-Asien und der Mittelmeerregion 
vorkommenden Vögel. 



Von 



Ernst Hartert. 



Heft I. 



Mit 22 Abbildungen. 



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Berlin. 

Verlag von R. Friedländer und Sohn. 

Ausgegeben im November 1903. 



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Alle Rechte vorbehalten. 



Die Vögel 

der paläarktischen Fauna, 



Systematische Übersicht 

der 

in Europa, Nord-Asien und der Mittelmeerregion 
vorkommenden Vögel. 



Von 



Ernst Hartert. 



Heft I. 



Mit 22 Abbildungen. 



-^^4^ 



Berlin. 

Verlag von R. Friedländer und Sohn. 
Ausgegeben im November 1903. 



„Der Naturforscher soll nie die Wahrheit der Klarheit zum Opfer bringen, denn 
was heute unwahr ist, bleibt immer unwahr, was aber heute nicht klar ist, kann später 
klar werden." 



Druck von A. Hopfer iu Burg b. M. 



Ordnung PASSERES. 

Gaumenkuoclieu aegithor/iiafh. Halswirbel nicht mehr als 15. Ohne 
Basipterygoidfortsätze. Von Schenkelmuskelu fehlt der Ämhiem. Zehenstelluug 
immer normal, d. h. die Hinterzehe (Hallua;) ist nach hinten, die übrigen 
Zehen sind nach vorn gericlitet. Die tiefen Zehenbeuger frei, der ßexor 
perfomns digitorwn beugt die drei Vorderzehen, davon unabhängig der ßexor 
longus hallucis die Hinterzehe. Bürzeldrüsen nackt. Die Jungen sind blind- 
geborene Nesthocker. 

Die Passeres oder Passeriforrnes bilden die weitaus größte Ordnung 
der Vögel. Sie umfassen die Osrines oder eigentlichen Singvögel und die 
den Tropen angehörenden Oligomyoden und TracJieopJionen, die beiden letzteren 
die Clanuitores Cabauis', der aber auch die meisten unsrer heutigen Coraciae 
dazu rechnete. 

Die Einteilung der Passeres ist äußerst schwierig und noch keineswegs 
zufriedenstellend. In der Anordnung derselben, wie in der ganzen systematischen 
Reihenfolge in diesem Buche, folgen wir mit wenigen unwesentlichen Aus- 
nahmen Sharpe's Klassifikation, wie er sie in seiner Haud-list anwendet. 
Es sind lediglich Arbeits- und Raumverhältnisse (nicht wissenschaftliche 
Gründe!), die dazu bestimmten, mit den höhereu Formen zu beginnen. 



Familie CORVIDAE. 

Die größten unsrer Passeres. Flügel mit 10 Handschwingen, von denen 
die erste verkürzt ist, immer aber länger als die Handdeckeu, meist etwa 
halb so lang wie die zweite. Lauf hinten mit einer fortlaufenden Schiene 
bedeckt. Geschlecliter nicht wesentlich verschieden. Die Jungen den Alten 
ähnlich. Nasenlöcher vom Stirnrande entfernt, offen, aber von Borsten über- 
deckt. Nur eine meist im Herbste stattfindende Mauser. 



Gattung CORVUS L. (1758). 

umfaßt die Raben, Krähen uud Saatkrähen. Gefieder schwarz oder 
grau (bis milchweißlich) und schwarz. Erste Schwinge normal, nur wenig 
an der Inneufahne verjüngt, mindestens halb so lang wie die zweite. Schwanz 
abgerundet oder wenig gestuft, kürzer als der Flügel. Nester frei auf Bäumen 
oder an Felsen. 

E. Hartei't, Die Vögel der paläaiktischen Region. i 



2 Oorvidae. 

Fast kosmopolitisch, nur iu Südamerika, Neuseeland und den meisten 
Südsee-Inseln (aber nicht auf den Sandwichs-Inseln) fehlend. 

In unserm Gebiete 6 Arten mit vielen Unterarten. 

Übersicht der paläark tischen Arten. 

{Die die Nasenlöcher verdeckenden Borsten fächerartig nach oben ge- 
richtet C. affinis . p. 8 
Die die Nasenlöcher verdeckenden Borsten nach vorn gerichtet 2 

f Ganz schwarz 3 

\ Grau (oder weißlich) und schwarz C. cornix . p. 9 

/ Sehr groß, Schnabel mächtiger, Federn des Vorderhalses stark verlängert 
und mehr oder minder spitz, Flügel über 38 cm, meist nahe an oder 

3 ^ weit über 40 cm C. corax . p. 2 

I Nicht so groß und mächtig, Halsfedern nicht so auffallend lang und spitz, 

l Flügel unter 38 cm, meist viel kürzer 4 

(Schnabel gestreckt, spitzig, Halsfedern weitstrahlig, zerschlissen, Gefieder 
stark glänzend C. frugilegus . p. 13 
Schnabel verhältnismäßig kürzer, kolbiger, Halsfedern kompakter, Gefieder 
nicht so schön purpurglänzend 5 

/ Schnabel länger als der Kopf, von der Stirn an nach der Mitte der 
I Firste zu etwas ansteigend; im allgemeinen mehr grünlich schimmernd 

C. macrorhynchos . p. 12 
Schnabel nicht länger als der Kopf, die ganze Firste absteigend, oder 
doch nirgend ansteigend; im allgemeinen etwas mehr bläulich schimmernd 

C. corone . p. 11 

-f-1. Corvus corax corax L.^) (Fig. 1.) 
Der europäische Kolkrabe. 

Corvus Corax Linn., Syst. Nat. Ed. X, p. 105 (1758 — . „Hab. in Europa". Erstes Zitat: 

Fauna Suecica 69, typ. Lok. daher Schweden). 
Corvus maxhnus Scopoli, Annus I Hist. Nat., p. 34 (1769 — Linue's C. corax.) 
Corvus Clericus Sparrm., Mus. Carlson. Taf. 2 (1786 — Aberration mit weißem Kinn). 
Corvus sylvestris Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutsch., p. 163 (1831 — Typus ßenthendorf). 
Corvus peregrinus Brehm, 1. c. p. 164 (1831 — Typus ßenthendorf). 



^ \ 



^) Das Studium der Kolkrabenformen ist ein sehr schwieriges, weil es viele lokale 
Formen gibt und das sonst so bequeme Hilfsmittel der Farbenunterschiede fast gänzlich 
fehlt, außerdem ist es schwer, aus manchen Gegenden Serien zu erhalten, und die Formen 
sind tüchtige Flieger, die zur rauhen Jahreszeit oft ihre Wohnsitze wechseln. Die 
sibirischen Formen sind mir fast unbekannt geblieben, ich führe daher ihre Unterschiede 
nach Taczanowski an, es sei jedoch bemerkt, dass die von diesem Autor zur Unter- 
suchung benutzten Schvvingenverhältnisse auch bei einer und derselben Form stark 
variieren, und daher die sibirischen Formen noch nicht feststehen. Überhaupt sei darauf 
aufmerksam gemacht, daß die Kenntnis der liabenformen mit vorliegender Übersicht 
jedenfalls noch nicht abgeschlossen ist. Eine äußerst kleine Babenform (C. edithac) bewohnt 
Somaliland; in Amerika wohnen mehrere wohl unterscheidbare Formen: C. c. sinuatus 
Wagler (Isis 1829 p. 748) aus den westlichen Vereinigten Staaten, C. c.principalis Hidgw. 
(Man. N. A. B. p.361, 1887) N.W.-Amerika, Kanada usw., C. c. cryptoleucus Couch (Proc, 
Ac. Philad. 1854, p. 66) Texas bis N. -Mexiko, eine wohl unterscheidbare, anscheinend 
noch nicht benannte Form von Alaska, C. c. clarionensis Rothsch. & Hart. (Nov. Zool. 
1902) von der Clarion-Insel im Stillen Ozean. 



Corvidae. 3 

Cortms littoralis Brehni, 1. e. p. 164 (1831 — Typus Rügen). 
Corcus ntoiitanus Brehm, 1. c. p. 165 (1831 — Typus Tirol). 

Corax nobilis, pityocorax, planiceps, minor A. Brehm, Verz. Samml. p. 3 (Nom. nuda!)') 
Engl.: fciaven. Franz.: Corbeau. Schwad.: Korp. Ital.: Corvo imperiale. 

Ad. Großer, hoher Schnabel, sehr starke Füße, Kehlfedern verlängert 
und zugespitzt, die seitlichen Steuerfederu mindestens 4 — 5 cm kürzer als 
die mittleren, sodaß der Schwanz eine abgerundete oder stumpf keilförmige 
Gestalt hat. Glänzend schwarz, stahlblau bis 

bräunlich-purpurn schimmernd, am Halse ^^^^^^^^^^^**'*>*», 

manchmal etwas ins bräunliche ziehend. ^^^^^^^^^ ^^N. 

Das Kleingefieder an der Wurzel ascli- , ^^^°'*='^ ^ ' ^ 

grau, dann mattschwarz, darauf metallisch ^^^ c. c cxv^o mc -^ ) 

glänzend, auf dem Oberrücken noch wieder ^^^"^^^0^^^^ " 

mit bräunlichem Endsaum. Iris dunkel- '"^^^^^ß^^ 
braun, Schnabel und Füße tiefschwarz. "^^^ 
Größte Flügellänge 43 — 45 cm. Schwanz Figu,. i 

24 — 25 cm, seitliche Steuerfedern etwa 
20 — 21 cm. Schnabel 70 — 84mm, größte Höhe etwa 31 mm, Lauf 70 — 75 mm. 

Q wie d, aber im allgemeinen etwas kleiner. 

Juv. Mattschwarz, ohne viel Glanz, die Kehlfedern kurz und abgerundet. 

Nord- und Mittel-Europa — Skandinavien, Rußland, Polen, W.-Sibirien, 
Deutschland, die britischen Inseln bis zu den Hebriden, Frankreich bis zu 
den Pyrenäen, Alpengebiet, Nord-Italien, Österreich-Ungarn, Donauländer. (In 
Griechenland leben mehrere Raben formen, deren Studium noch aussteht.) 

Schon auf den Färöer vertritt den typischen co)x\x eine andre Unterart, 
auch der grönländische weicht etwas ab. In den Donauländern, im Balkan 
sowie im Kaukasus scheinen die Raben nicht die Größe der westlichen Stücke 
zu erreichen, in Amerika, Nord-Afrika und in Spanien südlich der Pyrenäen 
kommt der typische Rabe sicher nicht mehr vor. Außer den bisher unter- 
schiedenen Formen dürften sich noch mehr unterscheiden lassen, wenn 
genügendes Studienmaterial sorgfältig geprüft wird. 

Bewohner der felsigen Meeresküsten, höheren Gebirge und ausgedehnten Wälder 
seines Verbreitungsgebietes. Stand- und Strichvogel. Scheu und flüchtig. Omnivor: 
Fische an den Meeresküsten, Aas. lebendige Tiere, vom jungen Vogel, Reh, Schaf, 
Ziege und Hasen bis zum Wurm, Schnecke und Insekt, Vogeleier, Pflanzen, Korn. 
In den Kulturländern meist selten geworden, daher trotz gelegentlicher Räubereien 
an Wild und Vögeln dort dringend des Schutzes bedürftig. Stimme ein tiefes, sonores 
krach, krach; in der Paarungszeit hört man auch ein weitklingendes klong, klong und 
ein krächzendes Geschwätz. 

Nester je nach des Ortes Gelegenheit an Felsen oder auf hohen Bäumen. Eier 
vom März bis April, manchmal in mildem Klima (AVest-Europa) schon Ende Februar, 
3 — 6 (meist 4 — 5) an der Zahl. Genau wie große Kräheneier, hellgrün oder bläulich- 
grün mit grünlichen Schalenflecken und bräunlichen Flecken und Punkten, zuweilen 
auch Strichzeichnungen, 47 X 31 .f), 49 x 32.9, selten bis zu 53 x 34.5, seltener nur 
43 X 33, oder gar 43 x 29 mm. 



^) -Die Drucklegung dieser zahllosen Namen ist bedauerlich. Sie ist entstanden 
durch den Mangel an Ernst, mit dem man Prioritäts- und Nomenklaturfragen zu 
behandeln pflegte. Man könnte vielleicht das Verzeichnis als Verkaufsliste ignorieren, 
dies würde aber im Hinblick auf Lichtenstein's Dublettenverzeichnis u. a. m. nicht 
konsequent sein, außerdem hat Dresser die Namen bereits in seinem großen Werke 
zitiert, sie sind also nicht mehr totzuschweigen. 

1* 



4 Coi'vidae. 

2. Corvus corax varius Brüun. 
Der Färöer-Rabe. 

Corvus varius Brünnicli, Orn. Bor., p. 8 (1764 — „E feroensibiis insulis", Beschreibung- 

der weiß und schwarzen Aberration). 
Corvus leucophaeus Vieillot, Noiiv. Dict. d'Hist. Nat. VIII, p. 27 (1817). 
Corvus leucomelas Wagler, Syst. Av., Genus Corvus, sp. 4 (1827). 
Corvus ferroensis Schlegel, Bijdr. tot de Dierk., Genre Corvus, p. 6 (1858). 
Corvus corax varius Hartert & Xleinschm., Nov. Zool. 1901, p. 44, Abb. 

Dem C. c. corax äußerst ähnlich, größte Flügelläuge der bisher 
gemessenen Stücke 44 cm, das Kleiugefieder sehr weitstrahlig, viel lichtere, 
weißliche Gefiederbasis, nicht so stark purpurglänzend. Neigung zu partiellem 
Albinismus, der sich in ziemlich regelmäßiger Verteilung an Kopf, Unterkörper, 
Flügeln und Schwanz zeigt, wobei auch die Haut schwächer pigmentiert 
erscheint. 

Färöer. — Auf diesen Inseln kommt natürlich nur diese Form vor. 

Nistet an den Felswänden und lebt von ans Ufer geworfenen Fischen, jungen 
Seevögeln, Eiern und Abfällen aller Art. Standvogel. 

3. Corvus corax tibetanus Hodgs. 

Corvus Tibetanus Hodgson, Ann. & Mag. Nat. Hist. (2), III, p. 203 (1849— „Tibet", 
jedenfalls nördlich von Sikkim). 

.ausgezeichnet durch seine bedeutende Größe, besonders riesige Flügel- 
länge, die bis 497 mm reicht! Großer, besonders in der Mitte sehr hoch 
gewölbter Schnabel, verhältnismäßig kleine Füße. 

Lebt im Himalaya in Höhen von über 13000 engl. Fuß. 
4. Corvus corax sibiricus Tacz. 

Corvus corax sibiricus Taczanowski, Faune orn. Sib. Orient. I, p.526 (1891 — Ost-Sibirien). 

Flügellänge 447 mm, erste Schwinge kürzer als siebente und 86 mm 
kürzer als die zweite, 1 cm vor der Spitze 9 mm breit, äußere Steuerfedern 
56 kürzer als die (längste) mittelste. 

Ost-Sibirien bis zum Ussuriland, genaue Verbreitung nicht bekannt. 
(Nach Taczanowski.) 

5. Corvus corax ussurianus Tacz. 

Corvus corax ussurianus 1'aczanowski, E'aune orn. Sib. Orient. I, p. 527 (1891 — russ. 
Mandschurei). 

Flügellänge 445 mm, erste Schwinge länger als die siebeute und 
86 — 90 mm kürzer als die zweite. 1 cm vor der Spitze 10 mm breit, äußere 
Steuerfedern 70 mm kürzer als die (längste) mittelste. 

Russische Mandschurei, besonders im Süden. (Nach Taczanowski. Ich 
habe keinen Ral)en gesehen, dessen erste Schwinge regelmäßig kürzer als 
die siebente ist.) 



Corvidae. 5 

6. Corvus corax kamtscliaticus Dyb. 

Corvus corax kavitscJiaticus Dybowski, Bull. Soc. Zool. France 1883, p. 362, 863 (Kam- 
tschatka). 

Flügellänge 492, erste Schwinge gleich der siebenten, 102 mm kürzer 
als die zweite, 1 cm vor der Spitze 6 mm breit, äußere Steuerfeder 64 kürzer 
als die mittelste. 

Kamtschatka, gemein. (Nach Dybowski und Taczanowski.) 
7. Corvus corax behringianus Dyb. 

Corvus corax behringianus Dybowski, Bull. Soc. Zool. Fi-auce 1883, p. 363 (Behrings-Insel). 

Flügellänge 44 — 46, erste ScLwinge kürzer als die siebente und 95 mm 
kürzer als die zweite, 1 cm vor der Spitze 10 mm breit, äußere Steuerfeder 
65 kürzer als die mittelste. 

Kommandeur-Inseln (Behrings- und Medni-Insel). (Nach Taczanowski.) 

Die ünterscbiede dieser Formen bedürfen der Bestätigung. Auf den 
Kurilen wohnt und brütet ein Rabe, der zu kamisckaticuK gehören sollte, ein 
untersuchtes Stück aber hat die erste Schwinge länger als die siebeute. Die 
Breite der ersten Schwinge variiert, ebenso die Länge der Steuerfedern. 
Es liegen mir 2 Raben von Jesso, Nord-Japan, vor, bei denen auch die 
erste Schwinge länger als die siebente ist. p]s sind gewaltige Raben, beide 
als Männchen bezeichnet, Flügel etwa 42 und 45 cm, aber ziemlich abgenutzt. 
Sie sind also in Bezug auf Flügellänge merklich kleiner als C. c. tibetamis 
und scheinen am meisten dem kurilischen Raben zu gleichen. (Möglicherweise 
werden C. c. Sibiriens, 7issurianus, kandschaticus, hehringiainis und die Form 
von den Kurilen und Yesso zu einer und derselben Subspezies zu zählen 
sein, die dann den Namen kamtschaticus führen müßte. Es würde eine große 
langflüglige Form nahe C. c. tihetamts sein, mit reich befiedertem Fersengelenk 
und kurzem Lauf, langem Flügel, der meist den von C. c. corax übertrifft, 
aber hinter dem von C. c. tihetanas zurückbleibt.) 

8. Corvus corax hispanus Hart. & Kleinschm. (Fig. 2.) 
Der spanische Rabe. 

Corvus corax hispanus Hartert & Kleinschm., Nov. Zool. 1901, p. 45 (Spanien, Typus 
Aguilas bei Murcia). 

Zeichnet sich durch großen, hohen, an 
der Schneide stark gebogenen Schnabel, kurzes, 
engstrahliges Gefieder, das am Fersengelenke 
besonders auffällt, und geringe Allgemeingröße, 
besonders kurzen Flügel, aus. Maximum der 
Flügellänge nur 43 cm. Diese Form steht 
zwischen C. corax corax und C. c. tingitanus, 
unterscheidet sich aber von beiden durch den Figur 2. 

im Verhältnis zu seiner geringen Größe sehr 

kräftigen, hohen Schnabel, der bei C. c. corax gestreckter, bei C. c. tingitanus 
kürzer ist. 

Spanien. 




ß Corvidae. 

9. Corvus corax sardus Kleinscbm. 

Corvus sardus Xleiiischmidt, Orn. Monatsber. 1903, ]). 92 (Sardinien). 

Steht zwischen Corvus corax corax und C. c. tingitanns und ähnelt auch 
C. c. Idsi^anus außerordentlich. Unterscheidet sich von C. c. corax durch 
höheren, gedrungneren Schnabel und meist kürzere Flügel, von C. c. üngitanns 
•namentlich durch gestreckteren Schnabel und meist längere Flügel. Jüngere 
Vögel und Weibchen können ohne gutes Vergleichsmaterial leicht mit 
C. c. üngitanns verwechselt werden, und die meisten Angaben vom Vorkommen 
letzterer Form auf Sardinien usw. dürften sich auf C. c s((rdi(s bezielien, 
obwohl ein gelegentliches Verfliegen von C c. tingitanus auch nicht unwahr- 
scheinlich ist. Im allgemeinen ähnelt C. c.-sardus dem C. c. hispanus am meisten, 
hat aber längere Flügel. Der Schnabel ist auch meist gestreckter, einzelne 
Stücke aber haben Schnäbel, die denen von manchen C. c. hispanus gleichen. 

Sardinien. (Wahrscheinlich auch noch andre mediterrane Inseln.) 

10. Corvus corax canariensis Hart. & Kleinscbm. 
Der canarisclie Rabe. 

Corvus corax canariensis Hartert & Kleinschm., Nov. Zool. 1901, p. 45 (Canarisehe 
Inseln, Typus Palma). ^) 

Schnabel von der Form des Schnabels von C. c. corax, aber kleiner, der 
ganze Vogel viel kleiner. Flügel 390 — 415, Schwanz 240 — 250 mm. Unter- 
scheidet sich von C. c tingitanus, womit er von vielen Autoren verwechselt 
wurde, durch viel schlankeren, gestreckteren, weniger hohen Schnabel 
(Schnabelhölle bei 8 gemessenen Exemplaren nicht über 27 mm), durch viel 
stärkere Füße mit kürzerem, dickerem Lauf (Lauflänge nicht über 65 mm), 
durchschnittlich kürzeren Flügel und meist etwas schmalspitzigere Kehlfedern. 

Bewohnt die westlichen Canarischen Inseln — vermutlich auch die 
östliche Gruppe (Fuertaventura und Lanzarote), aber welcher Form die 
dortigen ßaben angehören ist noch niclit ausgemacht. 

Unterscheidet sich vom eurojjäischen Kabcn wie die meisten südlichen Formen 
durch größere Geselligkeit und mindere Scheuheil, obwohl er auch noch vorsichtig 
genug ist. Außer dem charakteristischen Rabenlockrui' hört man oft ein klangvolles 
„kloaug, kloang". Nistet an Felsen, augeblich auch auf Bäumen. Eier typische Kabeu- 
eier, 47 x 30, 48 x 32, 45 x 31, 54 x 33, 48 x 33 mm. 

11. Corvus corax tingitanus Irby. (Fig. 3.) 
Nordafrikanischer Kabe. 
Corvus tingitanus Irby, Ibis 1874, p. 264 (Tanger, Marokko). 

Der sehr kurze, aber hohe, gekrümmte Schnabel ist für diese Form 
sehr charakteristisch. Größte Flügellänge 43 cm. Interscapularfedern stark 



^) Vielleicht müßte für diese Foi-m der Name leptonyx (Corvus leptonyx Peale, 
U. S. Expl. Exp., p. 105, 1848) angenommen werden. Sie wurde von JMadeira beschrieben, 
später von (Jassin für ntnbrhms erklärt. Da späterhin Raben nicht auf ]\ladeira gefunden 
wurden, und sich ebensowohl tingitanus wie canariensis oder hispanus nach Madeira 
verflogen haben konnten, war der Name höchstens nach Untersuchung des Typus zu 
deuten. Neuerdings sind aber, besonders auf den Desertas, nach Schmitz Raben öfters 
beobachtet, die jedoch alle nur gelegentliehe Gäste zu sein scheinen. Es muß also 
auf Material zur Lösung der Frage gewartet werden. 




(Jorviflap. 7 

abgevimdet. Gelieder stark giänzeud, der l)ei allen Kabeu mattere Hinterhals 
und die dunkel olivenbräunliclien, ölig giäuzeuden Ränder der Oberrtteken- 
federn sehr ausgebildet. Kehlfedern kurz, überhaupt das Gefieder ziemlich kurz, 
die Ferse ziemlich weit nackt lassend. Schneiden 
des Oberschnabels oft merklich hervortretend, was 
man aber auch bei andern Raben findet. Schnabel- 
höhe bis 28 mm bei einer Länge von nur 60 — 
64 mm. 

Atlasländer: In Tunis „sowohl in den Gebirgs- 
zügen im Norden des Landes, als auch in den 
Gebirgen südlich der Atlaskette häufiger ßrut- 
vogel" (Erlanger), in Algier weitschichtig ver- 
breitet, sogar bis in die Wüste hinein (Koeuig), 
in Marokko von Tanger bis Casablanca und Mogador. 
überall in den ebenen Umgebungen ungemein häufig. 

Vögel von Tunis bis Marokko sind die gleichen, 
besser zu unterscheiden als manche der andern Rabenformen, aber das Studium 
der mediterranen Formen zeigt, daß es unmöglich ist, ihn artlich zu trennen. 

Ein echter Rabe in Flug, Bewegungen und Wesen, klug und scheu, omnivor 
und räuberisch. Vom europäischen Kolkraben durch mehr geselliges Wesen unter- 
schieden, wie alle südlicheren Rabenformen. 

Nistet je nach des Ortes Gelegenheit auf Felsen und Bäumen. Erlanger fand 
die Horste in Tunis nur an Felswänden, Ivoenig bei Batna in Algier auch auf Bäumen. 
Ich fand sie am Kap Blanco in Marokko an einer Felswand, w^ährend am Oum Rbiah 
bei Mazagan fast jede Dattelpalme einen Horst trug. Von mir in Marokko Mitte April 
gesammelte Eier messen von 54x35.6, £0x34.6, 53.1 x; 33, 50 x: 35.3 (das größte 
Gelege), bis 46.9x32, 44x32.5, 45x32.1, 45.1x32.1, 45.1x32 mm (das kleinste 
Gelege). Die Gelege bestehen aus 4 — 5 Eiern. Letztere variieren wie die von C. c. 
corax — hellbläulichgrün mit nur schmalen, hellbräunlichen Linien und Kritzeln, bräun- 
lichgi'ün mit fast das ganze Ei bedeckenden braunen Flecken usw. 



Figur 



Bei Mazasfan und 



C. c. tingitatms ist 



12. Corvus corax laurencei Hume. 

Corvus Lmirencei Hume, Lahore to Yarkand, p. 335 (1873- - Puujab). 

Steht gewissermaßen zwischen C. c. corax, Cctihetaims und C. c. nmbrinus 
und ist bisweilen kaum von diesen Formen zu unterscheiden. Im frischen 
Herbstgefieder ist er schwarz und sieht dann C. c. corax so ähnlich, daß 
man ihn manchmal nicht sicher unterscheiden kann; er ähnelt dann auch 
C. c. übetanus sehr, ist aber kleiner und hat viel kürzere, aber spitzere ver- 
längerte Kehlfedern. In der Brutzeit (vor der Mauser) verbleichen die Hals- 
federn oder werden vielmehr braun; dann ähneln diese Vögel C. c. umbriims 
bis auf die bedeutendere Größe auffallend. Die Größe ändert vielfach und 
es ist möglich, daß noch mehrere Formen abtrennbar sind, wenn bedeutenderes 
Material untersucht wird. Flügellänge 420 (Indien), 410, 425, 440, 450 
(Kandahar), 447 (Quetta), 440 (Jerusalem), Maximum also bis 450 mm. 

In N.W.-Indien (Punjab, Bahäwalpur. Bikaneer, Jodhpur und Jaipur, 
Sambhar, Sindh), Baluchistan und Ost-Persien, dann aber wieder im nörd- 
licheren Palästina. (Einige ostgriechische Raben scheinen auch zu dieser 
Form zu gehören, doch fehlt es noch an genügendem Material.) 



3 Oorvidae. 

13. Corvus corax umbrinus Sund. 

Corviis imibrimis Sundevall, Oef. k. Vet. Akad. Förli. Stockh. 1838. ]>. 199 (Ex Hedenborg 

MS., Sennar). 
Corvus infumntus Wagner, Manch, gel. Anz. 18.39. (teste Sund.) 
Corvus umbrinus, fuscicollis, nigrlcollis, crassirostris. minor A. Brehm, Verz. Samml., 

p. 3 (186(5, nomina nuda!). 

Gekeunzeiclinet durch geriuge Größe, schlauken Schnabel, chokolade- 
farbenen Ton im Gefieder, der am Halse und Nacken am stärksten ist. 
Diese liraune Farbe der Halsgegend ist am frisch vermauserteu Vogel nicht 
deutlich, denn die frisch gewachseneu Federn sind schwarz, wird aber vor 
der Mauser sehr' auffallend. Andre südliche Rabenformen werden auch am 
Halse bräunlich, al)er nicht bis zu dem Grade. Federwurzeln ziemlich hell. 
Maße variabel, vielleicht lassen sich noch mehr geographische Formen 
trennen, so z. B. sind die von den Kapverden meist sehr klein. Sollten diese 
Vögel sich unterscheiden lassen, würde der Name rußcolUs Lesson (Traite 
d'Orn., p. 329 — Kapverden) dafür anzuwenden sein, es scheinen aber keine 
konstanten Differenzen nachweisbar zu seiu. Ägyptische Stücke im Museum 
zu Tring messen 380 — 420, fünf von den Kapverden 370 — 390, zwei aus 
Arabien bis 357 (?jun.), eins südlich vom toten Meere 380, 1 Sokotra 395, 
1 Lahej 357 Flügelmaß. 

Bewohnt das Saharagebiet von den Kapverden durch die tunesische 
Sahara bis Ägypten (Wüstengegenden), südlicli bis Kawirondo und Barawa, 
durch Arabien und Sokotra bis in das südliche Palästina (Senke des toten 
Meeres), Baluchistan, Ost-Persien (Seistan), einzeln bis Sindh (Larkhana) 
und Jacobabad. 

Eier t^'pische Kabeneier, -14x31.5 mm. 

14. Corvus afflnis Rüpp. 

Corvus affinis ßüppell. Neue Wirbelth. Fauna Abyssin.. Vögel, i». 20 (1835 — Massaua 

und Schendi). 
Corvus brachyurus A. E. Brelini, Journ. f. Orn. 18ö4-, p. 75 („Ägypten", descr. mala, 

t\'pus ex Luxor in Mus. Tring). 
Corvus brachyrhynchos (errore) C. L. Brehm, Vogelfang, p. 414 (1855, deser. malaj. 
Corvus brevicaudatus Müller, Journ. f. Orn. 1855, ]>. 45H (descr. nuUa). 

Schnabel kurz, stark gebogen, an der Wurzel hoch, nach der Spitze 
zu ziemlich rasch abnehmend, Nasenlöcher von sehr steifen Borsten bedeckt, 
die nur ganz vorn nach vorne, sonst aufwärts gerichtet sind. Kehlfedern nur 
mäßig verlängert und an den Spitzen ziemlich breit, oft gespalten. Ziemlich 
einfarbig tiefschwarz glänzend, tief stahlblau schimmernd, nur auf den Flügeln 
etwas Purpurschimmer. Flügel 340 — 370, Schwanz kurz und breit, 140 bis 
160 mm lang, Lauf etwa 55, Schnabel von der Wurzel an 50 — 60 mm. 

Wurde seiner eigentümlichen Nasenlochbekleidung wegen von Sharpe 
zum Vertreter einer eigenen Gattung {Rldnocorax Cat. B. Brit. Mus. III, p. 45) 
erhoben. 

C. affinis, von den Engländern als „Fantail-Raven" bezeichnet, ist von 
Palästina, dem südlicheren und mittleren Ägypten, Nubien, Kordofan, ganz 



Corvidao. 9 

Abyssiuien und Somalihiiid südlich bis Uganda (Karamojo) bekannt, auch 
von Südarabieu. 

Der Flug wird als eigenartig geschildert und soll namentlich durch das viele 
Schweben ausgezeichnet sein. Die Stimme rabenartig. Teils in Paaren, teils in Flügen. 
In der Wüste des Somalilandes folgt dieser Rabe den Karawanen und nährt sich von 
Abfall. Nistweise noch nicht bekannt. 

15. Corvus cornix cornix L.^) 
Die Nebelkrähe. 

Corvus Cornix Linn., Syst. Nat. Ed. X. p. 105 (1758— „Hab. in Europa", erstes Zitat 

Fauna Suecica 71, typ. Lok. daher Schweden). 
Corvus cinereus Leach, Syst. Cat. Mamm. etc. Brit. Mus., p. 18 (1816 — nomen nudum!). 
Corvus subcornix Brehm, Handb. \ög. Deutschi., p. 168 (1831— nordöstl. Deutschi., 

namentlich Ahlsdorf). 
Corvus cinereus Brehm, 1. c. p. 169 (1831 — im Winter in Älittel-Deutschland). 
Corvus tenuirostris Brehm, Naumannia 1855, p. 273 (Nomen nudum, außerdem schon 

von 3Ioore vergeben!) 
Corvus cornix vulgaris, planiceps A. Brehm, Verz. Samml., p. 3 (1866, nomina nuda!) 
Engl.: Hooded Crow'. — Franz.: Corneille mantelee. — Ital.: Cornacchia. 

Gestalt ganz wie die von C. c corone, aber nur der Kopf, Vorderhals 
und Kropf, Flügel, Schenkelbefiederuug und Schwanz schwarz, das übrige 
Gefieder aschgrau mit schwärzlichen Federschäften. Iris dunkelbraun, Schnabel 
und Füße schwarz. Flügel 320—340, Schwanz 185—212, Lauf 55—64, 
Schnabel von der Stirn an gemessen 47 — 54 mm. 

(Nach Süd-Osten sollen die Nebelkräheu im allgemeinen heller werden, 
eine Beobachtung, die weiterer Bestätigung bedarf und fernere Beachtung 
verdient.) 

Ganz Skandinavien, Dänemark, Rußland und Polen, Österreich-Ungarn und 
die Balkanhalbinsel, die Cycladen, Italien, Sicilien, Majorka, Minorka (s. Notiz 
unter Nr. 16), am Fuße der Alpen bis Nizza. Im östlichen Deutschland etwa bis 
zur Elbe — von Schlesien bis zur Ostsee, durch Preußen, Pommern, Meklenburg 
bis zur Westküste Jütlands, in Schleswig-Holstein etwa bis zu einer in süd- 
östlicher Richtung bis zur Neustädter Bucht verlaufenden Linie, bis Lüneburg, 
südlicher am 29. Längengrad entlang bis zijr Unstrut, die Elster entlang 
und von Greiz aus östlich bis zum Erzgebirge, noch südlicher etwa bis zum 
Egertal und zum Böhmerwald und der bayerischen Grenze an der Donau, 
über den Hausruck die Salzach hinauf, Nordost-Tirol bis Innsbruck. Von 
Skandinavien aus dürfte sie die Färöer, Hebrideu, Schottland und Irland 
bevölkert haben, wo sie häufig ist. 

Die nördlich wohnenden Nebelkräheu sind Zugvögel, die in ungeheueren Massen 
beim Beginn des Winters fortziehen. Sie sind aber nicht Wandervögel im Sinne der 

^) Es ist meines Erachtens absurd, die Artselbständigkeit der C. cornix und 
corone zu verneinen. Obwohl beide dieselbe Gestalt haben, sind sie in der Gefieder- 
färbung total verschieden entwickelt. Beide Arten haben mehrere Unterarten und 
verbastardieren sieh, wo ihre Verbreitungsgebiete zusammenstoßen. Gerade dieser 
Umstand spricht für und nicht gegen ihre Verschiedenheit, denn wenn nicht tiefbegründete 
Unterschiede zwischen beiden beständen, würden sie ihre Selbständigkeit unter den 
obwaltenden Umständen längst aufgegeben haben. So aber erhalten sie sich rein, trotz 
der Häufigkeit von Bastarden in Mittel-Deutschland, in Sibirien und Schottland. 



10 Oorvidae. 

Schwalben. Segler, (Trasniücken. rotrückigen Würger, Mandelkrähen und zahlreicher 
andrer, die weit über das Mittelmeer nach Süden, in die Tropen, ja bis in das südlichste 
Afrika wandern, sondern sie überwintern schon in den Ostseeprovinzen und im südlichen 
Skandinavien, und nur die ganz nördlich wohnenden ziehen nach Süden, mehr aber 
noch nach Westen, milderen Gegenden zu. Ganz West-Deutschland, Frankreich, 
England, Spanien, sowie die niedrigeren Teile der Schweiz werden im Winter von ihnen 
überschwemmt. Man sieht sie in diesen Ländern etwa von Mitte oder Ende Oktober 
an, oder später, in strengen Wintern mehr, als in milden. 

Die Nahrung besteht aus Insekten, AVürmern, Mäusen, Sehnecken, Feldfrüchteu. 
Obst, Abfall aller Art, bis zu Kartoffelsehalen. Knochen und Menschenkot. Zur Brut- 
zeit sind sie die allerabscheulichsten Eierdiebe, die nicht nur den Eiern der kleinen 
bodenbrütenden Singvögel, sondern auch denen der ßebhühner, Fasanen, Enten, Wasser- 
hühner und Taucher nachstellen und stellenweise großen Schaden tun. Sie rauben 
auch junge Vögel und junge Hasen und werden imWinter bei tiefem Schnee allem schwachen 
Wilde gefährlich, überfallen alle Arten Federwild, Hasen usw. Am Meeresufer finden 
sie reiche Nahrung an dem ausgeworfenen Seegetier und bei Ebbe. Muscheln und 
auch wohl Knochen heben sie auf und lassen sie auf Steine, Felsen, Dächer herab- 
fallen, um zu dem Inhalte zu gelangen. Am Seestrande kann man dies leicht beobachten. 
Sie fischen auch nicht selten, natürlich nur an der Oberfläche des Wassers. 

Die Nebelkrähe ist ein hochbegabter, mutiger und vorsichtiger Vogel, der wqIiI 
weiß wo und wie wenig er dem größten Feinde der Tierwelt, dem Menschen, trauen 
darf. Sie ist daher in Europa nur bei tiefem Schnee und am Neste leicht zu erlegen. 
Ihre Stimme ist ein rauhes Kräh oder Kraah, das sie oft sehr lang zieht. Bei Ver- 
folgung von ßaubvögeln oder Neckereien läßt sie ein eigentümliches Knarren hören, 
und zuweilen einzelne höhere, wie jauchzende Töne, die man wohl als Mißtöne 
bezeichnen kann. 

Die Nester stehen immer einzeln, wenn auch oft nicht weit voneinander — an 
besonders günstigen Orten, wie z. B. in ßeiherkolonien, wo sie sich mit Vorliebe 
ansiedeln und den Keihern eine Geißel werden — , fast stets auf Bäumen, meist hoch, 
selten niedrig, nur wo es an höheren Bäumen fehlt auch ganz niedrig in Büschen, oder 
sogar auf den Sanddünen und auf den Färöer und andern nordischen Inseln an Fels- 
wänden. Die Nester gleichen denen andrer Krähen und sind stets oben frei. Die Eier 
gleichen denen der Rabenkrähe und Saatkrähe, sind aber meist etwas dicker und größer 
als die der letzteren. Sie nistet ungestört nur einmal im Jahre. Das Gelege besteht 
aus 3 — 5, selten 6 und nur außerordentlich selten aus 7 Eiern. Die Eier messen durch- 
schnittlich 41.79x29.04 und 41.2x29, herab bis zu 37.5x26.5 und 38.2x28.7, und 
hinauf bis zu 45x30 und 45.5 x 30.5 nmi. Die Eier schmecken ausgezeichnet. 

16. Corvus cornix sardonius Kleinschm. 

Cormis sardonius Kleinschmidt, Orn. Monatsber. 1903, p. 92 (Sardinien). 

Ganz wie C. c. cornix, aber etwas kleiner und die graue Ober- und 
Unterseite mit einem leichten bellbräunlicbeu Schimmer. 

Sardinien und Korsika, von letzterer Insel im Museum zu Tring. (Be- 
wohnt vielleicht auch Cypern und noch andre Inseln des Mittelmeeres. Von 
den Balearön und Sizilien konnte ich keine Stücke vergleichen.) 

17. Corvus cornix sharpii Oates. 

Corvus sharpii Oates, Fauna Brit. India, Birds I, p. 20 (1889 — „Siberia, Turkestan, 
Afghanistan, and a portion of India" — typische Lokalität daher Sibirien). 

Vollkommen wie C. c. cornix, aber die grauen Teile heller, weniger 
aschgrau, mehr bräunlichgrau, auch ist im allgemeinen der Schnabel etwas 
schwächer. 



(lorvic)ae. 11 

Bewohnt West-Sibirien etwa bis in die Gegend von Tomsk (nur ver- 
einzelt am Jenissei und noch weiter östlich), Turkestan, Afghanistan, im 
Winter weiter südlich, bis Mesopotamien und N.W.-Indien. Die mesopotamischen 
Stücke gleichen ganz denen aus Sibirien. In den Gegenden zwischen Tomsk 
und Krasnoyarsk in Sibirien sind Bastarde zwischen C. comix sharjni und 
C. corone orientalis häutig. Diese Form steht C. c. comix sehr nahe, beim 
Vergleichen einer Serie aber ist der Unterschied sehr auffallend. 

Einige Schwierigkeit bieten die in Ägypten (und Syrien) brütenden 
Nebelkrähen. Sie sind meist nicht von C. c. sharjni zu unterscheiden, aber 
zuweilen etwas dunkler. 

Die Untersuchung größereu frischvermauserteu Materials ist nötig zu 
entscheiden, ob man sie von C. c. sharpü trennen kann, was ich vorläufig 
nicht wage. 

18. Corvus cornix capellanus Sei. 

Corvus capellanus Sclater, Proc. Zool. Soc. London 1876, p. 694 Tab. LXVI („Arabia 
Turcica, ad ora Sinus Persici"). 

Unterscheidet sich sehr auffallend von C. c. cornix und C. c. sharpü 
durch die nur ganz schwach graulich angehauchte rahmweiße oder milchweiße 
Färbung der hellen Teile, mit deutlich hervortretenden schwarzen Schäften, 
und bedeutendere Größe, namentlich der Läufe und Füße. Flügel 335 — 350, 
Schwanz 215—225, Lauf 64—70 mm. 

Die milchweiße Farbe der hellen Teile und die Größe unterscheiden 
diese Form sehr von der Nebelkrähe und die meisten Ornithologen betrachten 
sie als ..gute Art". Sie mit C. comix cornix zu vereinigen ist schon ein 
starkes Stück, trotzdem hat Dresser dies in seinem „Manual of Palaearctic 
Birds" getan. 

Wie es scheint nur vom Persischen Meerbusen durch Mesopotamien 
hin bekannt, 

19. Corvus corone corone L. (Fig. 4.) 
Die Rabenkrähe. 

Corvus Corone Linn., Syst. Nat. Ed. X, p. 105 (1758 — Ex Rajus, Albin. „Hab. in Europa". 

Typ. Lok. England, ex Raj., Albin.). 
Corvus subcorone Brehni, Handb. Vög. DeutscW., p. 167 (1831 — Mittel-Deutschland). 
Corvus hiemaUs Brehm, 1. c. p. 167 (1831 — seltener Wintervogel, Mittel-Deutschland). 
Corvus assimilis Brehm. Vogelfang, p. 57 (1855 — Deutschland). 
Corone anäayensis Olphe-Galliard, Faune orn. Europe occ. IV, Coraces, j). 60 (Henday — 

jedenfalls iudivid. Aberr.) 
Corvus corone major, minor, lonfjirostris, brevirostris, 

intercedens, montaniisA. Brehm. Verz. Samml., 

p. 3 (1866 — nom. nuda!). 
Engl.: Oarrion-Crow. Franz.: Conieille noir. 

Ital.: Cornacchia nera. 



Ö 9 ad. Starker Schnabel, wie ein Kaben- 
schnabel im kleinen (Fig. 4), Nasenlöcher wie 
bei den Raben mit borstenartigen Federn ver- ^^^^^^ *" 

deckt, die nie ausfallen, Färbung schwarz, Oberseite mit purpurnem Schimmer, 
Kopf und Hals grünlich. Erste Schwinge meist merklich kürzer als die 




'X 



12 Corvidae. 

neunte. Iris dunkelbraun, Schnabel und Füße schwarz, Rachen innen hell 
fleischfarben. Flügel 305—330, Schwanz 180—195, Lauf 58—64, Schnabel 
von der Stirn an gemessen 46 — 56 mm. 

Ganz England, Frankreich, Spanien, West-Deutschland bis dahin, wo 
die Nebelkrähe sie vertritt, die auch in einzelnen Stationen iu das Gebiet 
der Rabenkrähe übergreift, durch die ganze Schweiz, bis Mähren und Böhmen, 
die österreichischen Alpenländer, Ober-Italien. In Spanien vielleicht nur 
Wintervogel. 

Unterscheidet sich in der Lebensweise nicht wesentlich von der Nebelkrähe, ist 
aber nirgends so ansgesprochener Zugvogel, sondern mehr Stand- imd Strichvogel. 
Wo sie in strengen Wintern fortziehen, vereinigen sie sich auch in großen Flügen. 

Die Eier unterscheiden sich nicht von denen der Nebelkrähe. 

20. Corvus corone orientalis Eversm. 

Corvus orientalis Eversmann, Add. Fall. Zoogr. fasc. II, p. 7 (1841 — ,.circa fluviuui 
Narym, ultra oppidum Buchtarma"). 

Durch viel bedeutendere Größe iu allen seinen Teilen und etwas mehr 
gestuften Schwanz von C. c. corone unterschieden. Meist scheint auch die 
Allgemeinßirbung etwas weniger tiefschwarz zu sein. 

Sibirien, vom Jenissei bis zum Stillen Ozean. Kamtschatka, Mongolei, 
Nord-China und Japan. Einzeln in Turkestan und Nord-Indien erlegt. 

21. Corvus macrorhynclios japonensis Bp. 

[Corvus Macrorhynclios (ex Temminck MS. in Mus. Lugd.) Wagler, Syst. Avium, gen. 
Corvus, sp. 3 (1827^ „Hab. in Nova HoUandia, Nova-Guinea et in insulis 
Sumatra et Java". — Als typische Lokalität ist Java (Temminck MS. in 
Leyden) anzusehen, Australien und Neu-Guinea sind irrtümliche Angaben).] 

Corvus japonensis ßonaparte, Consjj. Av. I, p. 386 (1850 — „Japon"). 

Schwarz, Stirn grünschimmernd, Hinterkopf uud Hinterhals matt, 
glanzlos (Federn weitstrahlig), der ganze Rücken mit blaugrünlichera Stahl- 
schimmer. Die Federbasis grau. Handschwiugen schwarz mit grünem Glänze, 
Armschwingen und Oberflügeldecken mit purpurblauem Schimmer. Schwanz 
schwarz mit blaugrünem Glänze, üntei'seite mattschwarz mit ganz geringem 
metallischen Schimmer, nur die Kehle lebhafter grün gläuzend. Iris dunkel- 
braun. Schnabel und Füße schwarz. Flügel 340—376, Schwanz 220—246, 
Schnabel von der Stirn an bis zu 75 mm, Lauf 60 — 67 mm. 

Diese Krähenform weicht bedeutend von den europäischen Formen ab. 
Sie steht gewissermaßen zwischen den Krähen und Raben. Sie übertrifft die 
co?'one-Formen bedeutend an Größe, der Schnabel großer japanischer Männchen 
gleicht einem kleineu Rabeuschnabel, aber die Kehlfedern sind zwar spitz 
und an den Spitzen oft zweigeteilt, nie aber stark verlängert wie bei den 
Kolkraben (cor«;?;- Gruppe). 

Japan, Korea, Nordost-China und Ost-Sibirien (Ussurien). Im Durch- 
schnitt scheinen die japanischen Vögel größere Dimensionen zu erreichen. 
Sollte die Untersuchung größerer Serien eine Trennung rechtfertigen, so 
würde wohl für die festländische Form ein neuer Name gemacht werden 



Corvidae. 



13 



müssen, denn der Name sinensis dürfte strikte auf die südcbinesische Form, 
welche der indischen gleicht, zu beziehen sein. 

C. rnacrorhynclios, macrorhynclios bewohnt die Suuda-Inseln und unter- 
scheidet sich auf den ersten Blick von C. m. japonensis durcli niedrigeren, 
gestreckteren Schnabel, geringere Dimensionen, mehr tiefschwarze, glänzendere 
Unterseite, schwarzen, glänzenden Hinterhals und weiße Federbasis, die nur 
bei ganz jungen Vögeln grau ist. 

C. m. kvaiUantii Less. (1831 — typische Lokalität Bengalen) ist 
C. m. macrorhynclios sehr ähnlich, hat aber wieder graue Federbasis. Bewohnt 
Indien bis Süd-China. 

Leben§\veise mehr krälienartig als rabenartig: sehr gesellschaftlich, in Baum- 
pHanzuugen und Wäldern, auf dem Felde und in Städten und Dörfern. Nester stets 
auf Bäumen, nach Art derer der Kabenkrähe. Eier großen Kräheneiern völlig gleichend. 
Die Stimme ist mehr rabenartig als krähenartig. 



22. Corvus frugilegus frugilegus L. (Fig. 5.) 
Die Saatkrähe. 

Corvus frugilegus Linn., Syst. Nat. Ed. X, p. 105 (1758 — „Hab. in Europa". Erstes 
Citat Fauna Suecica 70, tj^p. Lok. daher Schweden). 

Corvus agrorum Brehm, Handb. Vög. Deutschi,, p. 170 (1831 — „Nord- und Mittel- 
Deutschland"). 

Corvus granorum Brehm, 1. c. p. 171 („31ittel-Deutschland auf tleni Zuge"). 

Corvus advena Brehm, 1. c. p. 171 („Koburg, Februar 1827"). 

Corvus agricola Tristram, Proc. Zool. Soc. London 1864, p. 444 (Nablous, Palästina). 

Corvus frugilegus major, gregarius, longi-, angusti-, tenui-, crassirostris, planiceps 
A. Brehm, Verz. Samml., p. 4 (186fi — nomina nuda!). 
Engl.: Rook. Franz.: Corbeau-Freux. Ital.: Corvo nero. Schwed. : ßaka. 

ö 9 ad. Glänzend schwarz mit prachtvollem purpm'uem Schimmer, 
besonders an Kopf, Hals, Brust und Flügeldecken. Die Haut um die Schnabel- 
wurzel herum, Zügel und Kinn mit einer hellgrauen, grindigen Haut bedeckt 
und unbefiedert, am Kinn meist etwas 
Flaum- und Federstoppeln. Iris nußbraun, 
Schnabel und Füße schwarz. Mund innen 
Schieferfarben. 

Von der Rabenkrähe (C. corone) 
durch folgende Merkmale himmelweit 
verschieden : Schnabel viel gestreckter 
und spitziger, Schuabelwurzel im Alter 
nackt und grindig, Halsfedern weniger 
kompakt, zerschlissener, das ganze Gefieder Figur 5. 

glänzender. Gestalt und Flügel schlanker, 

die erste Schwinge etwa eben so lang oder sogar etwas länger als die 
neunte. Flüo-el 30 — 33, Schwanz 16 — 18, abgerundet, die äußere Steuer- 




feder 2 — 2.5 cm kürzer, Lauf 4.8- 
nur etwas kleiner. 



-5.4, Schnabel 5.2— 6 7^ cm. 9 wie d, 



Juv. Matter schwarz, viel weniger glänzend, Schnabelwurzel befiedert, 
Nasenlöcher von Borsten überdeckt. (Die Federn um die Schuabelwurzel 
fallen mit zunehmendem Alter aus und werden abgenutzt.) Iris graubraun, 
Mund innen dunkel fleischfarben. 



14 Corvidae. 

Einige Oruitbologen (Bonaparte, Sunclevall, Sharpe und viele Nach- 
folger) stellen die Saatkrähen in eine eigene Gattung, Trypcmocorax. 

Vom 62^2 Grad nördl. Br. in Finland und etwa 60" in Schweden, von 
Cholmogory in Archangelsk und der unteren Petschora in Bußland über 
ganz Europa, als Brutvogel am häufigsten in Mittel-Europa, selten im Süden, 
aber noch bei Biarritz, Modena und im Venetianischen, in der Dobrudscha 
und Krim, In den südlicheren Jjäudern, wo der Boden im Sommer so 
steinhart wird, daß sie darin nicht bohren kann, fehlt sie als Brutvogel. 
Im mittleren und südlichen Italien, in der ganzen iberischen Halbinsel und 
den Mittelmeerländern im allgemeinen nur Wiutergast. In den nördlichen 
und kälteren Gegenden ihres Wohngebietes ist die Saatkrähe Zugvogel. 
Schweden, Nord - Kußland, das nordöstliche Deutschland verläßt sie im 
Oktober und November in Scharen, aber in England ist sie Standvogel, 
in West-Deutschland (am Niederrhein), und Süd -Deutschland überwintert 
sie schon regelmäßig, in Mecklenburg vereinzelt. Im Winter ist sie häufig 
am Mittelmeer, in Italien, Spanien, ausnahmsweise erscheinen einzelne in 
Algier, regelmäßig besucht sie Palästina und die nördlichen Teile Ägyptens. 

In der Leljensweise weicht die Saatkrähe von der Rabenkrähe wesentlich ab. 
Sie ist immer gesellschaftlich, geht in Flügen ihrer Nahrung nach, übernachtet in 
Scharen und nistet in größeren oder kleineren Kolonien. Nährt sich meist auf Ackern 
von Würmern und Insekten und allen Arten Korn. Sie verschmäht auch Aas nicht 
und frißt am Seestrande ausgeworfene Fische und andres Getier, plündert Obstbäume 
und ist besonders ein lästiger Walnußdieb. Nur ausnahmsweise in trocknen Sommern 
als Eierdieb und Nestplünderer beobachtet. 

Nester in Kolonien von nur wenigen Paaren bis zu Tausenden, oft hart bei- 
einander, nicht selten viele auf einem Baume. Fast immer auf sehr hohen Bäumen. 
Eier da wo sie überwintern schon im März, im Norden erst Ende April, 3 — 5, wie die 
andrer Krähenarten, aber meist etwas kleiner und oft gestreckter als die von Corvus 
cornix und corone, sehr oft am spitzen Ende am meisten gefleckt. Maße der Eier im 
Durchschnitt 40.7x27 mm, Maximum 44.5x29, Minimum 36.5x27.5 und 40x27 mm. 
Hot gefäi'bte Varietäten sind äußerst selten. 

23. Corvus frugilegus tschusii subsp. uov. 

C. frugilegus frugilegus dicto simillimus sed minor, rostro graciliore, rectiore, pedil)us 
pauUo infirmioribus, alis brevioribus. 

Im allgemeinen schwächer, mit dünnerem, gestreckterem Schnabel, 
etwas kleineren, schwächlicheren, ein wenig kurzzehigeu Füßen und oft 
1 — 2 cm kürzeren Flügeln, sonst völlig der europäischen Saatkrähe gleichend. 

Typus Qad. Gilgit 7. Dezember 1879, J. Scully, Nr. 711, in Mus. 
Rothschild, Tring. Nistet in Nord-Persien, Turkestan und dem südwestlichen 
Sibirien bis etwa zum Irtisch. Im Winter in Afghanistan, Kaschmir, Hazara 
und dem nordwestlichen Punjab in Indien. 

(Benannt zu Ehren des Herrn Viktor Ritter von Tschusi zu Schmidhoffen.) 

24. Corvus frugilegus pastinator Gould. 

Corvus pasÜHcdor Gould, Proc. Zool. Soc. Lond. 1845, p. 1 (Chusan. C'hina). 

Unterscheidet sich von C. frugilegus frugilegns durch folgende Merkmale; 
Der Schnabel ist kürzer, Schwanz und Flügel kürzer, Kopf und Nacken 



Corvidae. 15 

schwärzer, dunkler, nicht so bläulich, mehr trübrötlich scliimmeriul. Haut 
nur uumittelbar au der Schuabelwurzel grindig und im Alter von Federn 
entblößt, Zügel und Kinn immer befiedert. Flügel 29'^l^ — ^l^l„, Schwanz 
16—17 7,, Schnabel 4^2—572 cm. 

China, nördlich bis Ost-Sibirien, westlich bis Gansu; Korea, Japan; 
südlich bis Formosa, aber dort wohl nur im Winter. 

Lebensweise und Nisten "wie bei C f. frugilegus (Taezanowski, Orn. Siberie 
Orient. I, p. 537). 

Gattung COLOEUS Kaup. (1829).^) 

Umfaßt nur die eigentlichen Dohlen des Nordens der alten Welt. Der 
nordamerikanische Cormis ossifragns hat nichts mit den Dohlen zu tun. Von 
den meisten Oruithologeu mit Corviis vereinigt, aber doch durch folgende 
Merkmale einigermaßen charakterisiert: Schnabel kurz, kolbig, kaum so laug 
wie der Kopf, Oberschuabel wenig gekrümmt. Federn am Hals und Ober- 
kopf wie zerschlissen, weitstrahlig; Innenfahne der ersten Schwinge von der 
Mitte an stark ausgebuchtet, so lang wie oder länger als die längsten Arm- 
schwingen; der Schwanz gerade, die einzelnen Steuerfedern gar nicht abgerundet, 
sondern am Ende wie abgeschnitten. Nisten stets in Höhlungeu, nur aus- 
nahmsweise in alten Krähennestern. P]ier meist auffallend hell und spärlicher, 
aber größer gefleckt, als die der Raben und Krähen. Alle Dohlen haben 
einen starken, ganz eigenartigen, auch noch an Bälgen und lange aus- 
gestopften Stücken bemerklichen moschusartigen Geruch. Raben, und etwas 
weniger die Krähen, haben auch einen Geruch, der aber ganz anders und 
nicht so auffallend ist. 

2 Arten, von denen eine in mehrere Unterarten geteilt worden ist, 
Europa und das nördliche Asien. 

Übersicht der Arten: 

Unterkörper schwärzlich C. monedula . p. 17 

Unterkörper weißlich C. daimriciis . p. 18 

25. Coloeus monedula monedula (L.). 
Die schwedische Dohle. 

Conus Monedula Linne, Syst. Nat. Ed. X, p. 106 (1758 — „Hab. in Eiiropae agris", erstes 

Citat Fauna Suecica, daher typ. Lok. Schweden). 
Monedula septetitrionalis ßrehm, Haudb. Naturg.Yög. Deutschi., p. 173 (1831 — Nördl. 

Europa, namentlich bei Helsingör). 
Schwed.: Kaja. 

Alle europäischen Dohlen sehen folgendermaßen aus: Im frischen 
Gefieder, kurz nach der Herbstmauser, sieht der ganze Vogel schwärzlich aus. 
Die Kopfplatte ist blauschwarz mit etwas purpurnem Schimmer; diese Kopf- 
platte ist seitlich scharf begrenzt, am Nacken aber meist etwas in den schiefer- 



^) Coloeus und Lycos wurden beide erst 1829 {Lycos nicht 1822) zuerst veröffent- 
licht. Coloeus ist vorzuziehen, weil schon 1787 der Name Lycus (allerdings mit u) 
gegeben wurde. 



16 Corvidae. 

farbeneu Hals übergebend. Zügel und Fleck an der Wurzel des Unter- 
scbnabels scbwärzlicb. Obrdecken, Halsseiten und Hiuterbals düster scbiefer- 
grau, binter den etwas belleren Olirdecken ein düsterer Scbatten. Oberseite 
mit Eiuscbluß der Schulterfedern scbieferscbwarz mit blaugrünlicbem, an 
den Eändern stärkerem Glänze. Handscliwingen schwarz mit ölgrünlicbem 
Glänze, Armschwingen und größere Flügeldecken an den Außensäumen schön 
purpurglänzend. Schwanz stahlschw\"irz mit grünlichem Schimmer. Unterseite 
dunkel aschgrau, die Federn am Kinn mit weißgrauen Schaftstrichen, Kehle 
und Vorderhals dunkler, fast schwarz. Schnabel und Füße schwarz. 

Im Laufe des Jahres, namentlich im Frühjahr, erleidet dies Gefieder 
auffallende Veränderungen. Die Federränder nutzen sich ab, dadurch werden 
die Räuder der Federn der Halsseiten und des Hinterhalses zerschlissener 
und heller, weißlichgrau, die schwarze Kopfplatte tritt dadurch scliärfer hervor. 
Auch die Federn der übrigen Oberseite werden an den Rändern abgenutzt, 
sodaß sie auffallende graue Säume bekommen. 

Im ersten Jugeudfieder sind Ober- und Unterseite bräunlich scliiefer- 
farben mit schmalen, heller bräunlichen Säumen, der Schnabel braun. Iris 
in der Jugend braun, im Alter bläulichweiß. 

Flügel 230—250, Schwanz 135 140, Lauf 42—45, Sclinabel 
29—36 mm. 

Die schwedische Form der Dohle gleicht vollkommen der west- 
europäischen, aber das Kleiugefieder ist heller, was namentlich auf der 
Unterseite auffällt, wenn man Stücke aus der gleichen Jalireszeit miteinander 
vergleicht. Auch die Federwurzeln sind meist etwas heller. Nur selten 
zeigt sich ein schmalei-, meist undeutlicher weißer Fleck an den Halsseiten 
nach dem Flügelbug zu. 

Bewohnt Skandinavien bis etwa 63^2 Grad nördlicher Breite. Die 
genaue Grenze nach Osten zu vermag ich nicht anzugeben. 

2(i. Coloeus monedula spermologus (Vieill.). (Fig. 6.) 

Die westeuropäische Dohle. 

Corviis spermologus Vieillot, Nouv. Dict. d'flist. Nat. VIII, p. 40 (1817 — Ex Frisch, 

Lathani, Buffon, typ. Lok. Süd-Frankreicli). 
Mo7icdula turrkmi Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutsclil., p. 172 (1831 — „ . . . unseres 

\'aterlaiides", d. h. Mittel-Deutschland). 
Monedula arborea Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutsch!., p. 173 (1831 — ,.bewohnt die 

hiesigen Wähler", typ. Lok. daher 
Renthendorf). 
Monedula vulgaris alüceps, planiceps, crassl- 
rostris, occldentalis A. Brehm, Verz. 
Samml., p. 4 (1866 — nom. nuda!). 
Engl.: Jackdaw. Franz.: Choucas. 

Gleicht vollkommen der schwedi- 
sclien Dohle, aber das Kleingetieder 
ist dunkler, was sich an der Unter- 
seite beim Vergleich einer Serie bald 
zeigt. Nur selten ist ein weißer 
Fleck an den Halsseiteu ausgebildet. 

Verbreitung: Großbritannien und Irland, Deutschland, Belgien, Holland, 
Frankreich, Spanien und Portugal bis Gibraltar und ab und zu Tanger, die 




FiETur 6. 



Corvidae. 27 

Alpeuländer, Italien, Sardinien, Malta, Österreicli und Ungarn, genaue Grenze 
gegen Osten nicht festgestellt. Ausnahmsweise auf den Canaren beobachtet, 
nach älteren Angaben auch in Algier, wo neuere Forscher sie aber nicht 
fanden. (Die mediterranen Dohlen sollten genauer uutersuclit werden. Es 
scheint, als wenn solche von Spanien und Cypern sehr kleinwüchsig wären, 
Verf. hatte aber kein nennenswertes Material.) 

Bewohner der verschiedenartigsten Gegenden, wenn sie nur Gelegenheit zu 
gesellschaftlichem Nisten bieten. So finden wir die Dohlen an Kalksteinfelsen und 
andern höhlenreichen Felswänden, besonders au der Meeresküste, in altem Gemäuer, 
an Türmen, Burgen, Schlössern und andern hohen Gebäuden, in den Schießscharten 
von Festungsmauern (Glatz, Wesel) und Blockhäusern, auf Böden, auf Gebälk und 
Sparrwerk, sehr oft auch in den Schornsteinen, wo sie durch das Anfüllen mit Reisig 
sehr lästig werden können, ausnahmsweise an Lehmsteilufern, noch seltener in Kaninchen- 
höhlen, sehr oft aber, wo alte Bäume Gelegenheit dazu bieten, im Walde, in Höhlungen 
von Eichen und andern Bäumen. Schließlich nimmt sie auch in geringerer Anzahl von 
alten Krähennestern Besitz und baut sich in den Klumpen von Saatkrähennestern an. 
Immer aber sind die Dohlen Höhlenbrüter, außer wenn sie in Saatkrähennestern brüten. 
Dadurch unterscheiden sie sich von allen Krähen. Einzelne Paare findet man sehr 
selten brüten, gewöhnlich sind ihrer mehrere, meist sogar sehr viele nahe beieinander. 

Die Nester sind meist große Klumpen von Reisig und Stroh, mit Haaren, Heu, 
Lappen, Papier, Fetzen und Federn weich ausgefüttert. Beim Verlassen des Nestes 
werden die Eier oft locker zugedeckt. Volle Gelege findet man in West-Deutschland 
und England oft schon Mitte April, sonst meist Ende April bis Anfangs Mai. Die 
Brutzeit dauert etwa 18 — 20 Tage. Gelege 4 — 7, meist 5. Die Eier sind leicht von 
denen aller Krähen und Raben zu unterscheiden. Sie sind in der Regel rundlicher, 
weniger sijitz, hellblau mit einzeln stehenden größeren bräunlichen und grauen Unter- 
flecken geziert, oder auch hellblau mit lauter kleinen schwärzlichen Punkten bedeckt, 
sehr selten ungefleckt. Maße B3 x 23, 30x22.3, 34.9x24.6, 33.7x25.2. 38x25.5, 
37.7 X 23.3 mm. Durchschnittsgewicht 0.763 g. 

Die Dohle ist ein lebhafter, munterer Vogel, hurtiger und gewandter als die 
Krähen, durch raschen, oft schwankenden und geschickten Flug ausgezeichnet. Wo 
man sie verfolgt bald sehr scheu, sonst vertrauter. Gesellig zu jeder Jahreszeit. Stinmie 
ein lustiges, hohes Kjäck, Kjah, und ein Krächzen, vielfach moduliert. Nahrung mannigfach: 
Insekten^ Larven, Würmer, Korn, Früchte, Kerne, besonders gern Walnüsse, leider auch 
sehr gern Eier und junge, kleine Vögel, am Strande auch Muscheln, Orustaceen, Fische, 
im Winter jede Art von Abfall. Das Fleisch der jungen Dohlen schmeckt ausgezeichnet, 
viel besser als das der in England beliebten Saatkrähen. 

27. Coloeus monedula coUaris (Drummond). 
Die osteuropäische Dohle. 

Corvus collaris Drummond, Ann. & Mag. Nat. Hist. XVIII, p. 11 (1846 — „Macedonia, 
Thessaly, Albania", typ. Lok. Macedonien). 

Unterscheidet sich von der westeuropäischen Dohle durch hellere Unter- 
seite, worin sie der schwedisclien etwa gleichkommt, von der schwedischen 
durch einen mehr oder minder ausgedehnten, oft halb halsbandförmigen rahm- 
weißen Fleck an den Halsseiten, nach dem Flügelbug zu. Dieser weiße 
Fleck findet sich bei westeuropäisclien Brutdohleu nicht, bei skandinavischen 
nur angedeutet, bei deutschen Brutdohlen selten angedeutet, im Osten 
Deutschlands vielleicht mehr. 

Verbreitung: Rußland, wahrscheinlich das ganze Reich in Europa, Mace- 
donien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Kaukasus, Mesopotamien, Persieu 

E. Hartert, Die Vögel der i)aläaiktisclien Region. 2 



18 Corvidae. 

bis Turkestan, Afglmnistaii, Kaschmir, im WiDter bis in das nordwestliche 
Punjab in Indien, ja sogar bis ümballa, Ferozapur, Jhclum und in den 
Gäzi Khan Distrikt, im Norden bis West-Sibirien, etwa bis zum Jenissei. 
Innerhalb dieses Verbreitungsgebietes findet man auch (besonders häufig im 
Kaukasus, angeblich auch in Griechenland und Palästina, sowie in Indien) 
oft Stücke mit wenig entwickeltem weißlichen Halsseitenfieck. Während 
die westeuropäische Dohle ganz Standvogel ist, und die schwedische teilweise, 
zieht die osteuropäische Dohle in ihren nördlicheren Wohngebieten in großer 
Menge bei Beginn des Winters gen Süden und Osten. So erscheint sie 
in Ost-Preußen (wo die dort brütende Dohlenform noch die mehr oder 
minder typische westeuropäische Form zu sein scheint) vom Ende Oktober 
in Massen, nicht selten auf den Dachfirsten der Städte übernachtend. Das 
gleiche findet in Polen statt. 

28. Coloeus dauuricus (Pall.). 

Corvus dauuricus Pallas, fieise ßuss. K. III Anhang, p. 694 (1776 — „Ex Mongolla 
Chiaaque advolat, in reg. circa Ba'ikalem sitas, circa oppida et pagos iisquo 
ad Lenarn frequentissima, ubi rarior Monednla, et rarissima Cornix." Typ. 
Lok. : Baikal-Gegenden). 

Corvus capitalis Wagler, Syst. Av., Corvus, sp. 19 (1827 — ex Pallas). 

Kopfplatte schwarz, purpurglänzend, übrige Oberseite glänzend schwarz, 
größere Flügeldecken und Armschwingen mit purpurgiänzendeu Außenfahnen. 
Schwanz schwarz mit stahlblauen und grünlichen Reflexen. Die die Schnabel- 
wurzel bedeckenden Borsten schwärzlich mit hellen Schaftstrichen. Federn 
hinter dem Auge und über den Ohrdecken und Ohrdecken schieferfarben 
mit grauweißen Spitzen, die zuweilen spärlich sind oder fast fehlen. Kinn 
und Kehle tief blauschwarz, die ganze übrige Unterseite und ein breiter 
damit verbundener Halsring weiß mit etwas schmutzigem, rahmartig bräunlichen 
Anflug. Federwurzeln grau. Achselfedern, Unterflügeldecken und Unter- 
schwanzdecken schieferschwarz. Größe wie die von C. monednla. Schnabel und 
Füße schwarz, Iris graubräunlich, d nicht wesentlich vom Weibchen ver- 
schieden, junge wie die alten, aber die schwarzen Gefiederteile weniger 
glänzend, mit grauen Säumen, die Unterseite stark mit grau getrübt. 

(Nach der auch in der neuen Bearbeitung des „Naumann" wieder- 
holten Schilderung in Diederich's Arbeit über die Verbreitung der Raben ist 
zu verstellen, daß sich diese ganz verschiedene Dohlenart von C. monednla 
nur durch den breiten Halsriug unterscheidet und daß die Jungen wie 
„unsre jungen typischen Dohlen" aussehen!) 

Vom Tale des Jenissei und vom Altaigebirge nach Osten durch ganz 
Sibirien, die Mandschurei, Mongolei, Nord-China bis Kansu und Ost-Tibet, 
Korea, Japan und Formosa (Exemplare vom 25. November 1896 in Tring). 

Jedenfalls in den nördlichen Teilen ihres Wohngebietes Zugvögel. In 
Formosa vielleicht nur Wintergast. 

Lebensweise, Fortpflanzung und Eier wie bei den euro^jälsclien Dohlen. 

29. Coloeus neglectus (Schlag.) (Höchstwahi-scheinlich keine Art.) 

Corvus uegkdus Schlegel, Bijdr. Dierk. Amsterdam, Afl. 8, Corvus, p. 16(1859 — Japan. 
Basiert auf dein Corvus dauuricus jun. Faun. Jap. Taf. 40). 



Coividae. 19 

Wie C. (hmnncux, aber der weiße Halsring durch tief schiefergraue 
Trübung fast verschwunden, jedoch immer augedeutet, die Unterseite statt 
weiß aschgrau mit dunkleren Federmitten. Die Färbuug der Unterseite 
scheint etwas zu variieren. 

Kommt anscheinend überall vor, wo C. dammcus vorkommt, und ist 
iu einzelnen Stücken in den Schwärmen der letzteren beobachtet worden. 

Pallas beschrieb diese Form schon als Aberration von C. dauuricus, 
andre haben sie für die junge danmicin^ gehalten. Höchstwahrscheinlich nur 
melanistische Varietät der letzteren. Daß Dresser sie (Manual Pal. B. p. 420) 
als Subspezies von C. monedula beschreibt, während er C. dduiirieiis artlich 
trennt, hat durchaus keinen Sinn. 

Gattung PICA Vieill. (1816). 

Die eigentlichen Elstern. Ausgezeichnet durch langen, keilförmigen 
Schwanz mit besonders langen mittleren Steuerfederu und eine eigenartig 
modifizierte erste Schwinge, die kurz, ganz schmal und säbelförmig gebogen 
ist (Fig. 7). Mit nur weißen und schwarzen, teils prachtvoll metallisch 
glänzenden Farben. 

Alle echten Elstern stimmen in ihren Hauptinerkmalen überein und 
alle Unterschiede der verschiedenen Formen sind mehr oder minder variabler 

Natur. Die Groß? schv;[v,nat auch innerhaVo 

■ derselben Form mehr oder weniger, die Bürzel- 
färbung ist nicht immer konstant, die Aus- 
dehnung der weißen Farbe auf den Hand- Figur?, 
schwingen sehr veränderlich. Wir müssen 

daher alle Elsterformen als geographische Vertreter einer Art betrachten. Der 
ganz schwarze Bürzel tiitt beieinander sonst fernstehenden Formen auf. 
Man kann die folgenden künstlichen Gruppen unterscheiden: 

) Oberseite einfurbig schwarz, ohne helles liürzelbnnd . , 2 

\ Oberseite mit hellem Bürzelbande 4 

j Mit großem blauen Fleck hinter dem Auge P. jj. mauritanica . \^-22 

\ Ohne großen blauen Fleck hinter dem Auge 3 

) Viel größer P.p. bottanensis . p.22 

\ Kleiner P. p. melanotos . p.21 

) Schnabel schwarz P. p. pica, hudsonius, hactriana, sericea . p- 19-22 

\ Schnabel gelb •. P. ^j. nuttalli . p.22 

-+^30. Pica pica pica (L.). 

Die europäische Elster. 

Corvus Pica Linne, Syst. Nat. Ed. X, p. 106 (1758 — Hab. Buropa, erstes Citat Fauna 

Suecica, typ. Lok. daher Schweden). 
Corvus msticus Scopoli, Ann. I Hist. Nat., p. 38 (1769 — ■ „Carniolia"). 
Pica melannleuca Vieillot, Nouv. Dict. d'Hist. Nat. XXVI, p. 121 (1818 — neuer Name 

für Corvus pica). 
Pica albiventris V^ieillot, Faune frano., ]i. 119 (1828). 

Pica Germanica Brehm, Handb.Vög. Deutschi., p. 177 (1831 — Mittel-Deutschland). 
Pica septentrionalis Brehm, Handb.^'üg. Deutschi., j). 178 (1831 — Nord-Europa). 
Pica hiemalis Brehm, Handb. Vög. Deutschi., p. 178 (1831 — Winter iu Deutschland). 
Pica caudata ^Keyserl. & Blas., Wirbelth. Europ., p. XLV, 168 (1840— Europa.). 

\ -t a • 2* 






20 Corvidae. 

Pioa varia\8chlege\, Rev. Grit., p. LIV (1844). 

Pica pinetorum Brehm, Vogelfang, p. 62 (1855). 

Pica vulgaris Brehm, Journ. f. Orn. 1858, p. 173 (ganz Deutschland). 

Pica leuconotos Brehm, Journ. f. Orn. 1858, p. 173 (partim: Exempl. aus Deutschland, 

nicht die aus Kamtschatka). 
Pica europaea major, minor, hortorum, montana, robusta, hrachypiis, alticeps, ])laniceps, 

mncrorhynchus, crassi-, parvirostris, valida, Hungariae, Orientalis A. Brehm, 

Verz. Samml., p. 4 (1866 — nom. nuda!). 
Pica Linnei Malm, Göteb. och Boh. Fauna, p. 211 (1877 — Bohuslän). 
Engl.: Magpie. Franz.: Pie ordiuairc. Schwed.: Skata. 

Alle Elstern sehen folgend ermaßen aus: Schnabel und Füße schwarz, 
Kopf, Hals, Rücken, Ober- und ünterschwanzdeckeu, Bauch, Steiß und 
Schenkel, Kinn, Kehle und Kropf glänzend schwarz. Über dem Bürzel ein 
grauliches oder weißes Band, das nur wenigen Formen fehlt. Schwingen 
weiß, mit schwarzer Basis und schmaler schwarzer Umrandung, innere Arm- 
schwiugen und Oberflügeldecken glänzend stahlblau, Schulterfedern weiß. 
Schwanz dunkel metallgrün mit blauer Spitze, vor welcher ein kupfrig 
purpurn- und violettschimmerudes Band sich hinzieht, Inuenfahneu der 
äußeren Steuerfedern schwärzlich. Brust und Unterkörper weiß, Unterflügel- 
decken schwarz. Der junge Vogel hat die schwarzen Teile matt, ohne jeden 
Glanz. Das Weibchen gleicht dem Männchen, ist nur etwas kleiner. 

Die europäische Form ist wie folgt gekennzeichnet: Größe mittel; 
Flügel 155—193, Schwanz 212—265. freier Schnabel 28—35, Lauf 40- i 5. 
Kelilfedern meist f^hne, manchmal aber auch mit weißem Querstreifen nahe 
der Basis. Auf dem Bürzel ein breites, meist hellgraues, bisweilen rtiii 
weißes, sehr selten (England, Renthendorf) fehlendes Band. Handschwingen 
meist ziemlich breit schwarz umsäumt. Dies letztere Merkmal wechselt 
sehr, denn bisweilen kommen Stücke in Europa vor (Deutschland, England), 
die ebensoviel weiß wie P. p. bactnana haben, meist aber ist. die Umrandung 
in Europa viel breiter. 

Verbreitung: Ganz Europa von Irland und vom Nordkap bis in die 
Pyrenäen, Italien, Griechenland, Rußland bis zum Ural, Klein-Asien bis 
Persien und Transkaspien. 

Bewohnerin baumreicher Gegenden, im hohen Gebirge und inmitten großer Wald- 
bestände aber fehlend. Flug nicht gut, bei starkem Winde sehr unbeholfen. Stimme 
ein rauhes Schack, Schackerak, Schackerack, schak, schak, im Frühling mehr moduliert, 
dann auch oft ein amüsantes Geschwätz. Nahrung sehr mannigfach, Würmer, Insekten, 
Schnecken, Früchte, Vogeleicr und junge Vögel, im Winter in der Not auch Aas, 
Getreide, Pferdemist und allerlei Abfall. Weil meist verfolgt sehr scheu und schlau. 
„Sagax, loquax, furax." Nester immer auf Bäumen, meist hoch, oft auf den unersteig- 
lichsteu schwanken Spitzen der höchsten Bäume, nicht selten aber auch kaum manns- 
hoch in Hecken, dichten Dornbüschen und Schonungen. Nest durch eine „Haube" 
von Dornen und Reisern ausgezeichnet, die immer vorhanden ist, ganz ausnahmsweise 
aber auch fehlen soll. Eier früh, oft schon im März, meist aber erst Wüte oder gar 
Ende April. Gelege 6—8, manchmal auch 9. Einmal sind sogar 10 beobachtet, Nach- 
gelege (nach dem Raube der ersten) oft nur 4 — 5. Die Eier sind grünlich oder weißlich 
mit graubräunlichen oder grünbräunlichen helleren und dunkleren Flecken und Punkten 
über und über gesprenkelt, meist an einem Ende reicher. Oft sind hellgraubräunliche 
Schalenflecke zu unterscheiden. Zuweilen ähneln die Eier den Dohleneiern. Maße im 
Durchschnitt 32.9x23, 33.8x23.28, Maximum 35x24, 37><25 und sogar 44.9x26.5 
(Röderusche Sammlung, Tring Museum), Minimum 32 x 22.5, 28 X 22.5, 28.5 x 23.4. 
29.6 X 24 mm. Die Eier der verschiedenen Unterarten sind teils größer, teils kleiner, 
sonst aber im wesentlichen übereinstimmend. 



Corvidae. 21 

31. Pica pica melanotos Brehm. 

Pica melanotos Brehm, Jouru. f. Orn. 1858, p. 174 (Umgebungeu von Madrid und Toledo). 

Ganz wie Pica pica pica, aber der ganze Rücken und Bürzel rein 
schwarz, oder mit Andeutungen eines hellen Bürzelbandes. 

Wahrscheinlich die ganze iberische Halbinsel südlich der Pyrenäen. 
Ich untersuchte Stücke~von Madrid, Toledo, Süd-Spanien und Portugal. 

(Das Totschweigen dieser Form ist nicht zu billigen.^) Ihr Vor- 
handensein ist grade von höchster Wichtigkeit für unser Verständnis der 
Elsterformen und ihrer mutmaßlichen Verwandtschaft. Merkwürdiger Weise 
kommen auch im übrigen Europa (Deutschland, England) als große Selten- 
heiten ganz schwarzrückige, den spanischen A^öllig ähnliche Elstern vor, 
während die Form in Spanien recht konstant zu sein scheint.) 

32. Pica pica bactriana Bp. 

Fica bactriana Bonaparte, Consp. Av. 1, p. 383 (1850 — Ost-Persien). 
Pica leucoptera Gould, B. AsiaV, pl. 55 (18*>2 — Ost-Sibirien). 

Pica kanitschatica Stejneger, Proc. Biol. Soc. Washingt. II, p. 97 (1884j (cf. Stejn. Res. 
Orn. Expl. Commander & Kamtschatka j). 241). 

Merkmale: Bürzelband immer sehr markiert, meist weiß, nie fehlend. 
Kehlfedern meist mit deutlichen weißen Querbindeu nahe der Wurzel, Hand- 
schwingen in der Regel mit sehr schmalem schwarzen Saum, das schwarz 
an der 'Schwingenbasis sehr gering; ziemlich groß und langflügiig. Flügel 
210—227 mm. 

Ganz Nord-Asien vom Ural und Ost-Persien durch Turkestan bis 
Kaschmir, Baluchistau durch Sibirien, wo sie am Jenissei bis über den 
Polarkreis hinaufgeht, sonst aber nicht annähernd soweit nach Norden reicht, 
im Osteu bis zum Amur, Ussuri und Sidemi, Kamtschatka. (Es gelang mir 
nicht, die drei Formen bactriana, leucoptera und kamischatica zu unterscheiden.) 

Eier 37 x 25.4, 38 x 25, 36.3 X 25, 33 x 23 mm. 

^33. Pica pica hudsonius (Sab.). 

Corvus hudsonius Sabine, App. Frankl. Journ., pp. 25, 671 (1823). 

Pica media Blyth, Journ. As. Soe. Bengal XIII, p. 393 (1844 — Andes, Chili, errore, 
aber wohl amerikan. Exemplar). 

Der P. p. bactriana sehr ähnlich, die Kehlfedern bald ohne bald mit 
weißen Querlinien nahe der Wurzel, Flügel 190 — 212 mm, Handschwingen 
mit schwarzem Rande. 

Westliches Nord-Amerika bis zu den Rocky Mountains, von Neu-Mexiko 
und Arizona bis Alaska. 



^) „Ich halte es nicht für nützlich, weiter verbreitete Lokalrassen, auch wenn sie 
nur geringe Unterschiede aufzuweisen vermögen, durch Totschweigen von der Bild- 
fläche verschwinden lassen zu wollen. Die Kenntnis und Berücksichtigung solcher 
Rassen trägt größeren Nutzen, als der leidige Kampf um die Lösung der Frage, ob 
ein gewisser Vogel als Art oder nur als Varietät zu gelten habe. Die Rassen gerade 
*sind es, welche uns die Bewegungserscheinung der Verbreitung einer Art aus dem 
heutigen Resultate deuten helfen. Sie vernachlässigen, heißt sich selbst der Stufen 
berauben, die am leichtesten und sichersten den Gipfel der Erkenntnis erklimmen 
lassen." (Diederich, Ornis 1889 p. 281.) 



22 Corvidae. 

34. Pica pica sericea Goiüd. 

Pica sericea Gould, Proc. Zool. Soc. London 1845, p. 2 (Amoy, China). 
Pica varia japonica Schlegel, Fauna Japonica, Aves, p. 81 (1848). 

Gekeuuzeiclmet durch dunkle Färbung von Schwanz und Flügeln. 
Das schwarz der Schwingenbasis sehr weit ausgedehnt. Auch die Haud- 
schwingen fast blau, nicht lebhaft grün, die mittleren Steuerfederu meist 
stahlblau, selten grünlich. Läufe und Füße sehr stark, Bürzelband immer 
vorhanden, meist grau, selten weiß. Basis der Kehlfedern meist ohne alles, 
bisweilen aber auch mit sehr viel weiB. 

Von Ober-Birma durch China bis in's südliche Japan (Insel Kiuscliiu), 
Hainan, Formösa, nördlich bis Korea. 

35. Pica pica mauritanica Malh. 

Die maurische Elster. 
Pica mauritanica Malherb'e, Mem. Soc. d'Hist. Nat. Mus. de Metz, ]). 7 (184B- ■ Algerien). 

Unterscheidet sich von allen andern Elstern durch ganz schwarzen 
Bürzel, auffallenden nackten kobaltblauen Fleck hinter dem Auge, ölgrünen 
Schimmer auf den schwarzen Teilen des Gefieders, meist dunkleren, weniger 
grünlichen Schwanz und geringe Größe. Flügel nur 155 — 165 mm. 

Marokko, Algier und Tunis; in Tunis fast nur südlich der Atlaskette, 
in Marokko von Tanger bis Mogador, und vielleicht noch weiter südlich. 

(Wird von den meisten Ornithologen als „gute Art" bezeichnet, da 
aber alle ihre Merkmale bei den Elstern sehr variable Charaktere sind, 
kann man sie lediglich als „Subspezies", d. h. geographische Form auffassen. 
Der schwarze Rücken findet sich bei der südspanischen Form und ausnahms- 
weise sogar in Deutschland und England, der nackte Fleck hinter dem 
Auge ist bei P. ]>. ^crlce.a und }iu'/anoto< meist angedeutet, die auffallende 
geringe Größe kann nicht als Artkennzeichen dienen, da die Elstern auch 
in den Maßen schwanken.) 

36. Pica pica bottanensis Deless. 

Pica bottanensis Delessert, Key. Zool. 1840, p. 100 (IJutan). 

Pica megaloptera Blyth, Journ. As. Soc. Bengal XI, p. 193 (1842 -- Butan). 

Pica tibetana Hodgson, Ann. & Mag. Nat. Hist. 18-J9, j). 203 (Tibet). 

Gekennzeichnet durch ganz schwarzen Bürzel ohne Andeutung eines 
hellen Bandes und sehr bedeutende Größe. Flügel bis 250 und sogar 
265 mm [P. j}. bottanensis, mauritanica und nuttaUi sind die kenntlichsten 
Formen der Art). 

Sikkim, Bhutan und Ost-Tibet bis Kausu. 

i 37. Pica pica nuttalli Aud. 

Pica nuttalli Audubon, Orn. Bieg. IV, p. 450, Taf. 362 (1838). 

Unterscheidet sich von allen andern Elsterformeu durch den gelben 
Schnabel, der nur an der Basis mehr oder minder dunkler ist. und einen 
kleinen gelblichen nackten Fleck hinterm Auge. 

Nur in Kalifornien westlich der Sierra Nevada, vom Sakramento-Tale 
bis etwa 34*- nördl. Breite. 



Corvidac. 23 

Gattung CYANOPICA Bp.^) 

Die Blauelsteru ähneln im allgemeinen, namentlich durch den langen, 
stufenförmigen Schwanz, den Elstern, sind aber eine scharf umschriebene Gruppe 
kleinerer Vögel mit seidenweichem Gefieder, ganz anderem Färbungscharakter 
und normaler, nicht säbelförmiger und nicht stark verengter erster Schwinge. 
Die Verbreitung ist sehr merkwürdig, da wir sie nur von der iberischen 
Halbinsel und aus Ost-Asien kenneu. Die beiden bekannten soweit von 
einander entfernt wohnenden Formen sind zwar sehr leicht kenntlich, aber 
doch so ähnlich, ihre Merkmale so wenig tiefeingreifend, daß wir sie nur 
als Unterarten auffassen können, außerdem werden sie durch die dritte 
Form, welche China bewohnt und unbegreiflicher Weise bisher mit Still- 
schweigen übergangen wurde, einander stark genähert. 



38. Cyanopica cyanus cyanus (Fall). 
Sibirische Blauelster. 

Üorvus Cyanus Pallas, Reise Russ. R. III, p. 694 (1776 — Daurien). 
Cyanopica Pallasii Bonaparte, Proc. Zool. Soc. London 1850, p. 85 (erwähnt). 

Oberkopf bis auf den Nacken und Kopfseiten rein schwarz, übrige 
Oberseite hell bräuulichtaubeugrau, nach dem Kopfe zu heller, als ob ein 
undeutlich begrenzter weißlicher Ring sich um den Hinterhals zöge. Hand- 
schwingen schwärzlich, Innensäume nach der Wurzel zu weiß, Außenfahnen 
fahl hellblau, Spitzenhälfte weiß, die ersten beiden eiuftirbig schwärzlich, 
Armschwingen an der ganzen Außenfahue hellblau, die letzten an beiden 
Fahnen hellblau. Oberflügeldecken hellblau. Steuerfedern hellblau, die 
mittelsten mit ausgedehnten weißen Spitzen. Unterseite weiß mit sehr 
schwachem aschgrauen Anflug. Unterflügeldecken hell bläulichgrau. Iris 
dunkelbraun, Füße und Schnabel schwarz. Flügel ö 150—153, g 140 — 142, 
Schwanz d 240—260, 9 215—225, Lauf etwa 35. Schnabel elwa 30 mm, 
O außer der geringeren Größe ganz wie ö, Junge bräunlicher mit fahl- 
bräunlichen Kanten an Flügeldecken und Rückenfedern, weißen Spitzen an 
allen Steuerfedern und weißen Federrändern auf dem Kopfe. 

Ost-Sibirien bis Korea und die südlicheren Inseln des eigentlichen 
Japan, aber nicht Jesso. (Es konnten nur wenige japanische Stücke 
untersucht werden, die noch dazu zum Teil nicht ganz alt sind. Vielleicht 
sind japanische Stücke kleiner. Offenbar erreichte Cyanojnca die japanischen 
Inseln über Korea, da sie auf Jesso fehlt.) 

Soll nach Przewalski ziemlich scheu sein, in Scharen die Wälder durchstreifen, 
und fortwährend ein schnarrendes bjjj, bijjj. djjin, djjjin, dijjjin hören lassen. Das Nest 
ähnelt einem kleinen Krähennest und steht auf Bäumen. Die Eier ähneln denen von 
C. c. cooki, sind aber meist etwas größer und oft heller. Maße: 30x20, 29x22, 
29x19.5, 28.8x22, 28.5x20.1, 28.2x19.3, 28.2x21, 27.3x20.3, 27x20, 26x20.5, 
25.5 X 20, 25.2 x 19.2, 25 x 20, 25 x 19 mm. 



^) Cyanopica Bonaparte, Proc. Zook Soc, London 1850, p.85, Consp. Av. I, p. 382 
(1850) ist der älteste Name dieser Gattung! 



24 Corvidae. 

39. Cyanopica cyanus swinhoei subsp. uov.^) 
Chinesische Blauelster. 

ÜDterscheidet sich von C. e. cyanus durcli dunklere, viel mehr bräunliche 
Oberseite, etwas mehr bräunlich angehauclite Unterseite und geringere 
Größe, steht also in diesen Punkten zwischen C. c. cyaims und C. c. cooki. 
ö Flügel anscheinend nicht über 145 mm. 

Typus: (?9) Kiukiang 26. November 1882 (Nr. 351), im Museum zu 
Tring. Benannt zum Andenken an den Oruitbologen Swinhoe, dessen Ver- 
dienste um die Ornithologie von China, Hainan und Formosa unsterblich sind. 
Die Form wurde schon vor 5 Jahren von Kleinschmidt uud mir als ver- 
schieden erkannt, aber bisher nicht publiziert. 

China mit Ausnahme der südlichen und südöstlichen Teile. 

Stücke aus der Gegend von Pekin scheinen sich C. c. cyanm etwas zu 
nähern. 

40. Cyanopica cyanus cooki Bp. 

Spanische Blauelster. 

Cyanopica cooki Bonaparte. Proc. Zool. Soc. London 1850, p. 86 (Spanien). 

Cyanopica Cooki alticeps und planicej^s A. Brehm, Verz. Samml., p. 4 (1866 — nom. niida!). 

Noch dunkler und bräunlicher auf der Olierseite, als C. c. sivinlioei, 
Unterseite noch mehr und sehr stark fahlaschbräunlich überlaufen, Kehle 
aber weiß bleibend, das blau der Flügel und des Schwanzes etwas dunkler, 
die mittleren Steuerfedern ohne ausgedehnte weiße Spitzen, ausnahmsweise 
aber mit kleineren weißen Endflecken. Kleiner als C. c cyaims. Flügel d 
142—145, 9 13U— 135, Schwanz Q 190—195, d 205—208, Lauf etwa 35. 
Schnabel etwa 25 mm. genau wie d, nur kleiner. Junge unten und oben 
düsterer, bräunlicher, die Flügeldecken mit fahlgelb])räunlicben Spitzen. 
Federn des Oberkopfes mit schmutzig weißlichen Säumen, Steuerfederu mit 
schmalen weißen Endsäumen. 

Süd- und Mittel-Spanien und Portugal. 

Die spanische Blauelster ist eine Bewohnerin der immergrünen Eichenwälder, deren 
dichte Kronen sie besonders liebt. Gesellig, aber dem Menschaö gegenüber scheu. 
Im Betragen den Elstern ähnelnd, klug, vorsichtig wie diese aber auch etwas an die 
Häher erinnernd. Die Stimme klingt ungefähr wie „krrrih" oder „prrrih", oder wenn 
der Vogel schwatzt wie „klikkiklildciklikki". Brutzeit von Anfang Mai an. Nest einem 
kleinen Krähen- oder großen Würgerneste ähnelnd, meist mehrere nahe beieinander, 
ja bisweilen sogar zwei auf einem Baume. Der Unterbau besteht aus dürren Reisern, 
die innere Ausfütterung aus Kräutern, weichem Gras, Ziegenhaar und Wolle. Eier 5 — 9. 
Sie sind auf hellolivenbräunlichem Grunde mit aschgrauen tiefer liegenden und dunkel- 
olivenbraunen Oberflecken gezeichnet. Maße etwa 28.5x21.4, 28.5x20.8, 27.4x21, 
26.6x21.4. 24.9x21.2, 24.5x20. 25 x 19.5 mm. 



^) Picamelanoce2)halosW aglev, Syst. Av., Pica, sp. 7 (1827 — Ex Levaillant: China) 
kann nicht auf diese Form bezogen werden, da der Name sich auf Levaillant's Vogel mit 
schwarzer Kehle uud lauter ausgedehnt weiß gespitzten Steuerfedern bezieht, der wohl 
ein Phantasiegebilde sein düi-fte. Cyanopica "vailkmti Bonaparte, Proc. Zool. Soc. 1850, 
]i. 85 im Text erwähnt, bezieht sieh gleichfalls auf Levaillant's Vogel. 



Corvidae. 25 

Gattung NUCIFRAGA Vieillot 1816. 

Vögel von der Größe von Dohlen und EichelhäheTn. Schnabel rundlich, 
laug, so lang wie oder länger als der Kopf, ohne eine deutliche Kante auf 
dem Oberschnabel, der meistens etwas über den Unterschnabel hinausragt. 
Nasenlöcher nahe der Schnabelwurzel, rund, ohne Hautdeckel, aber ganz 
von kurzen, borstenartigen, nach vorn gerichteten Federn überdeckt. Gefieder 
lang, voll und weich, schwarzbraun mit weißen Flecken. Die vierte bis 
sechste Schwinge etwa gleich und am längsten, die dritte nur ganz wenig 
kürzer, die erste nicht viel über halb so lang wie die zweite. Schwanz 
etwa ^/^ so lang wie der Flügel, nur wenig gerundet, fast gerade. Echte 
Oorviden im Bau und in der Lebensweise, bauen oifene Nester und 
legen gefleckte Eier. Die Gattung bewohnt den Norden der alten Welt, 
nur eine Art mit ungefleckter, hellgrauer Oberseite und ganz weißer äußerer 
Steuerfeder in Nord-Amerika. In Deutschland zwei Formen, eine seltener 
Brutvogel, die andi-e Winterbesucher, Alle altweltlichen Tannenhäher können 
als Subspezies einer Art beti'achtet werden, während die nordamerikauische 
Art (Nucifraga columhiaim) ganz für sich steht. 

4L Nucifraga caryocatactes caryocatactes (L.). (Fig. 8.) 
Der dickschnäblige Tannenhäher. 

Corvus Caryocatactes Linne, Syst. Nat. Ed. X, p. 106 (1758 — Europa. Typ. Lok. Schweden, 

ex Fauna Suecica, erstes Citat). 
Nucifraga guttata Yie'illot, Nouv. Dict. d'Hist. Nat. V, p. 354 (1817, partim). 
Caryocatactes maculatus Koch, Syst. baier. Zool., p. 93 (1817 — Hochgebirge Baierns). 
Caryocatactes nucifraga Nilsson, Orn. Suec, p. 90 (1817). 
Xncifraga brachyrhynchos Brehin, Lehrb. Naturg-. europ. Vögel L p- 104 (1823- „Scheint 

d. nordöstr. Eur. zu bewohnen und sich selten nach Deutschi, zu verirren". 

Typus Thüringer Wald 10. X. 1821). 
Nucifraga platyrhyncJios Brehm, Isis 1833, p. 973 (Typus Rodatal). 
Nucifraga caryocatactes pachyrhynchus R. Blasius, Ornis II, p. 536 (1886). 
Nucifraga caryocatactes crassirostris Hartert, Slitth. Orn. Ver. Wien XI, p. 146 (1887). 
Nucifraga arquata Brehin, Vogelfang, p. 66 (1855, ohne Lokalitätsangabe). 
Nucifraga relicta Eeichenow, Journ. f. Orn. 1889, p. 288 (Alpen). 

Nasenborsten und Zügelfedern etwas unrein weiß, an der Basis 
schwärzlich. Kopfplatte und Genick einfarbig dunkelbraun. Kopfseiten und 
Rücken heller braun, jede Feder an der Spitze mit 
einem länglichen, tropfenförmigen, dunkel um- 
schatteten weißen Fleck, der auf den Bürzelfedern 
ganz klein wird oder fast ganz verschwindet, 
Oberschwanzdecken bräunlichschwarz. Schwingen 
schwarz, Flügeldecken mit weißen Flecken, nur 
die längsten einfarbig. Steuerfedern schwarz, mit pigur s. 

weißen, nach der Mitte zu kleiner werdenden 
Spitzen, an dem äußeren Paare etwa 1^2 — 2^2 cm lang. Unterseite 
dunkelbraun, Kehle mit schmalen weißen Schaftstrichen, Kropf- und 
Brustfedern mit großen, eiförmigen, weißen Endfleckeu, Unterkörper mit 
schmäleren solchen Flecken. Unterschwanzdecken weiß. Unterflügeldecken 
schwarzbraun mit weißen Spitzen. Iris braun, Schnabel und Füße schwarz. 




26 Corviflae. 

Flügel 180-190, Schwanz etwa 125—130, Schnabel 40—45 mm. 9 ad. 
wie ö ad. nm- ein wenig kleiner, Flügel Y3 bis 1 cm kürzer. Die Jungen 
im ersten Nestkleide sind oben von einem hellen, an Milchschokolade 
erinnernden graubraun, die Tropfenflecke sehr klein, nur etwa 1 mm breit, 
die Kehle weißlich. 

Die europäische Form des Tannenhähers zeichnet sich folgendermaßen 
aus: Schnabel sehr dick, kurz, nicht merklich länger als der Kopf, stumpf- 
spitzig, weilje Schwanzspitzen weniger ausgedehnt, 1 '/o- — 2^'o, selten über 
2 cm weit. Kleingefieder braun, am hellsten auf dem Rücken. Das braune 
Kleingefieder, namentlich auf dem Rücken, verbleicht im Laufe des Jahres 
ziemlich auffallend. Die Alpentannenhäher lassen sich nicht von den 
nordischen unterscheiden. 

Diese Form brütet in Skandinavien, Bornholm, Lappland, Finland, den 
russischen Ostsee-Provinzen, Ost-Preußen, Polen, dem Harz und IJöhmerwalde, 
vermutlich auch im Thüringer AValde, sicher im ganzen Alpengebiete, dem 
Jura, Siebenbürgen, der Tatra und den Karpathen, jedenfalls auch in den 
Pyrenäen, aber wahrscheinlich nicht (trotz Lopez Seoane's Angabe, daß er ihn 
dort im Mai gesehen) in der Sierra Nevada. 

Stand- und Strichvogel. In Ostpreußen Standvogel, in den Alpen mehr Strich- 
vogel, der in der kalten Jahreszeit in die Vorberge und Ebenen Süd-Deutschlands und 
Frankreichs hinabgeht. 

Bewohner von Nadelwäldern, besonders wo Fichten und Edeltannen allein oder 
mit Laubholz gemischte Bestände bilden, oder Zirbelkiefern stehen, ßeine Kiefern-, 
oder Laubwälder scheint er nicht zu bewohnen. 

Wenig scheu, phlegmatisch, fällt am Brutplatze durch sein tiefes Korr, körr, körr 
auf, das hauptsächlich Paarungsruf ist, hat sonst einen wie Kräk, kräk, kräk klingenden 
Lock- und Warnungsruf und im Frühjahr noch bisweilen ein elsterartiges Geschwätz. 
Die Nahrung besteht aus Insekten, Würmern, Schnecken, den Samen der Nadelhölzer, 
Nüssen, Früchten, Beeren, aber auch bisweilen Eiern und jungen Vögeln. 

Der Taunenhäher brütet schon sehr frühzeitig, im März, in Nadelbäumen, wo 
er ein offenes Nest nahe am Stamm baut. Die tiefe für die Größe des Vogels geräumige 
Mulde ist mit trockenem Grase, Stengeln, ■ Bast von verrotteten Zweigen, hauptsächlich 
aber mit Flechten, namentlich Bartflechten, dick und weich ausgefüttert. Brutzeit 
18 Tage. Gelege 3 — 4 Eier. Tannenhähereier sind eiförmig, meist ziemlich gestreckt, 
24x34 bis 26 x 36.5 mm, 34.18x24.67, 31.2x24.5, 33.1x23.8, 36.7x24.4, 
34.2 X 25.2 mm. Gewicht etwa 0.557 g. Schale ziemlich glatt und etwas glänzend, 
blaß grünlich- oder bläulichweiß, mit blaß grünlichbraunen und tieferliegenden blaß 
bläulichgrauen Punkten und Flecken meist nur spärlich gezeichnet. 

42. Nucifraga caryocatactes macrorhynclios Brehm. (Fig. 9.) 
Der schlankschnäblige Tannenhäher. 

Nticifraga macrorhynchos Brehm, Lehrb. Naturg. europ. Vögel I, p. 103 (1823 — „Gebirgs- 
wälder mittl. nördl. Eur. u. Asien", selten nach Deutschland. Typus ein 
asiatischer Wandervogel). 

Nucifraga hamata Brehm, Isis 1833, p. 975. 

Nucifraga minor (ürourcy-Droitamont, Isis 1833, p. 970. 

Nucifraga caryocatactes leptorhynckus ß. Blasius, Ornis II, p. 536 (1886). 

Nucifraga caryocatactes tenuirostris Hartert, Mitth. Orn. Ver. Wien XI, p. 146 (1887). 
Diese und die vorige Form heißen auf Engl. : Nutcracker. Franz. : Casse-noix. 

Schwed. : Nötkräka. Ital.: Nocciolaja. 



Corvidae. 27 

Unterscheidet sich von N. c. mryocutactes. durch den viel schhinkeren, 
dünneren, spitzigeren, und meist den Kopf au Länge übertreffenden Schnabel, 
sowie ausgedehntere weiße Schwanzspitzen, die 
an den seitlichen Steuerfederu etwa S'/.^ — 8^4 cm 
lan"" sind. 




FJRur 9. 



Sibirien bis Korea. (Auch Nord -China, 
doch sollten nordchinesische Stücke genau studiert 
werden!) Wandert im Herbste und Winter west- 
wärts bis Deutschland, Skandinavien, Frank- 
reich, Dänemark und sogar p]nglaud, wo schon über 30 Stücke mit Sicher- 
heit festgestellt wurden. 

43. Nucifraga caryocatactes japonicus Hart. 

N. c. japonicus Hartert, Nov. Zool. 1897. p. 134 (Japan). 

Schnabel intermediär zwischen dem von N. c. caryocatactes und 
A^. c. macrorliT/nchos, kurz, die Ausdehnung der weißen Schwanzspitzen auch 
intermediär, Brustflecke meist größer. 

Nördliches Japan und Kurilen. 

44. Nucifraga caryocatactes kamchatkensis Barrett-Ham. 

Nucifraga kamchatkensis Barrett- Hamilton, Bull. B. O. Club VII, p.XLVI (April 1898 — 
Kamt.schatka). 

Unterscheidet sich von den drei vorhergehenden Formen durch 1 — 3 mm 
breite weiße Spitzensäume an den Schwingen. Die Flügeldecken haben 
dreieckige weiße Spitzeuflecke. Die (irundfarbe ist sein* dunkel, die weiße 
Fleckung groß und grob. Von A'. c nnilti punctata durch kleinere weiße 
Schwanzspitzen (30 — 38 mm) unterschieden. Flügel 183, Schwanz 117 mm. 
Schnabel intermediär, aber mehr schlank. 

Kamtschatka. (Der Typus im British-Museum von mir untersucht.) 

45. Nucifraga caryocatactes rothschildi subsp. nov. 

Unterscheidet sich von A'. c caryocatactes, niacrorhynchos und japonlcas 
durch viel schwärzlichere Grundfarbe des Kleingefieders, tief blauschwarze 
Flügel und Schwanz, ziemlich große, breite Flecke an der Unterseite und 
längere Flügel. Der Schnabel ist stark, mittellang, könnte als intermediär 
zwischen dem von macrorhytichos, caryocatactes und japonicus bezeichnet 
werden, bisweilen aber so dünn wie bei macrorhynchos. In der schwarzen 
Färbung an muUipwictata und katttcliatkensis erinnernd, aber der untere Teil 
des Bürzels und die Oberschwanzdecken sind gänzlich ungefleckt und die 
Schwingen haben keine weißen Spitzen. Flügel 19 — 197„ (o) bis 
20—21 (d) cm. 

Gebirge des mittleren Turkestan: Tian-Schan und wahrscheinlich die 
Ala-Tau und Terskei-Tau Ketten. 

Typus: ä ad., südlich des Issik-Kul im Februar 1901 von Tancre's 
Sammlern erbeutet. Nr. J. K. 44 im Triug-Museum. 14 Exemplare 
untersucht. (Vgl. W. Rothschild, Nov. Zool. 1902 p. 166, wo die dunkle 
Färbung schon hervorgehoben wurde.) 



28 Corvidae. 

46. Nucifraga caryocatactes heraispila Vig. 

Nucifraga hemispila V'igors, Proe. Zool. Soc. London 1830, p. 8 (Himalaya). 

Noch bräunlicher als JV. c. caryocatactes, macrorhjnclios und japo7ucus, 
die weißen Flecke klein, kurz, nur an den Spitzen der Federn, Bürzel 
ungefleckt, die äußeren Steuerfedern etwa 6 cm, d. h. zirka zur Hälfte weiß. 
Flügel etwa 20 — 22 cm. 

Himalaya vom Sutlejtale bis Butan. 
47. Nucifraga caryocatactes multipunctata Gould. 

Nucifraga multipunctata Grould, Proe. Zool. Soo. 1849. p. 2B (^Simla). 

Grundfarbe schwärzlich. Schnabel sehr dünn, die weißen Flecke des 
Kleingefieders sehr lang, auf der Unterseite auch sehr breit, Bürzel 
und Oberschwanzdecken bedeckend, Flügeldecken mit dreieckigen weißen 
Spitzenflecken, alle Schwingen mit weißen Endspitzen, Schwanz lang, die 
äußeren Steuerfedern fast zur Hälfte weiß. Flügel etwa 200, Schwanz 
160 — 165 mm. (Meist als „gute Art'' betrachtet, zeigt aber keine wichtigen 
neuen Merkmale.) 

Kaschmir und westliche Teile des Himalaya bis Kumaon, in Höhen 
bis weit über 8000 engl. Fuß. 

Grattung GARRULUS Vieill. (Ex Brisson) 1816. i) 

Gekennzeichnet durch die auffallend lebhaft hellblauen, schwarz- 
gebänderten, steifen großen Flügeldecken. Gefieder reich und weich, Kopf- 
federn mehr oder minder haubenartig verlängert. Die großen rundlichen 
oder ovalen Nasenlöcher von borstenartigen Federn verdeckt. Flügel 
mittellang und breit, fünfte und sechste Schwinge am längsten, die zweite 
etwa so lang wie die Armschwingen, die erste fast halb so lang wie die 
längsten. Schwanz fast gerade, seitliche Steuerfedern nicht über 1 cm 
kürzer. Füße kräftig. Bauen offene Nester in Bäumen, Eier graulich oder 
grünlichweiß mit graugrünen Flecken bedeckt. 

Alle paläarktischen Formen lassen sich als Unterarten einer Art 
betrachten. (Vgl. Kleinschmidt. Neue Bearb. des .,Naumann" p. 70, 71.) 

Europa, Nord-Afrika, Asien bis zum Himalaya, Japan und Formosa. 



^) Man hat wegen seines vermnteten Vorkommens in Japan einen wunderbaren 
Häher in die Liste der paläarktischen Vögel aufgenommen: 

Garrulus lidthi Bp. 

Dieser merkwürdige Vogel hat den Kopf, Hals, Flügel und Schwanz azurblau, 
Flügelspitzen und Kehlstreifen weiß, Ober- und Unterseite braunrot. 

Das Vaterland dieses seltenen Vogels ist noch unbekannt. Zwei lebend nach 
Florenz und Antwerpen (Paris) gelangte Stücke sollen aus dem „Innern von Japan" 
gekommen sein. Da die Angabe der Insel fehlt, und der Vogel bisher nicht von Japan 
nachgewiesen ist, dürfte die sowieso Mißtrauen erweckende Angabe „aus dem Innern 
von Japan" anzuzweifeln sein. (Siehe Bonap., Consp. Av. I, p. 376, P. Zool. Soc. London 
1850. p. 80, Taf. XVII; Salvad., Atti Acc. Torino VII, 1872, p. 473; Cat. ß. HI, p. 102.) 



Conädae. 29 

48. Garrulus glandarius glandarius (L.)- 

Der Eichelhäher. 

Corcus glandarius Linne, Syst. Nat. Ed. X, p. 106 (1758 — Europa. 'J yp. Lok. Schweden. 

denn erstes Citat: Fauna Suecica 74). 
Glandarius pichts Koch, Syst. Baier. ZooL, p. 99 (181G). 

Glandaritisgernianicus Bvehm, Handb.Naturg.Vög. Deutschi., p. 180 (1831 — DeutscMand). 
Glandarius septentrionalis Brehm, j). 180 (1831 — „im Herbst nach Deutschland"). 
Glandarius taeniurus Brehm, Vogelfang, p.63 (1855 — „Wandert durch Deutschland"(!)). 
Glandarius robushis Brehm, Vogelfang, p. 63 (1855 — Deutschland). 
Glandarius leucocephalus Brehm, Naumannia 1855, p. 273 (Nomen nuduni!). 
Glandarius vulgaris major, minor, alticeps, fasciatus, verus, hrachyrhynclms, A. Brehm, 

Verz. Samml., ]). 4 (1866 — nom. nuda!). 
(Garrulus severfzoioi Bogdanow, Vög. d. Wolga p. 114 — russisch, daher der Majorität 

der wissenschaftlichen W^elt unzugänglich. Aus Kasan und Simbirsk, soll 

intermediär zwischen glandarius und brandfi sein, mit rötlichem Oberkopfe, 

scheint aber nicht konstant zu sein.) 
Engl.: Jay. Franz.: Geai. Schwed.: Nötskrika). 

Schnabelborsten weißlich, Vorderkopf bis fast zum Genick weißlich mit 
breiten schwarzen Streifen. Oberseite iiell rötlichgran. der Rücken deutlich 
grau, von dem Hinterhalse mehr oder minder abstechend, Ohrdeckeu, Hals- 
seiten und mehr oder minder deutlich der Hinterhals weinrötlich, unterer 
Teil des Bürzels und Oberschwanzdecken weiß. Handschwingen schwär^lichgrau, 
Außenfahnen ganz oder fast ganz hellgrau. Armschwingen schwarz, Basis- 
hälfte der x-Vußenfahnen der äußeren weiß, die innerste kastanienbraun mit 
schwarzer Spitze. Schwanz schwarz, an der Basis bläulichgrau, schwarz 
oder blau gebändert. Kleinste Oberflügeldecken rötlichgrau, die übrigen 
schön hellblau mit scharfen schwarzen, durch begleitende, oft undeutliche 
ganz schmale weiße Linien gehobenen Querbändern. Wangen schwarz, 
einen kurzen, breiten Bartstreifen bildend. Kinn und Kehle weißlich, ül)rige 
Unterseite blaß weinrötli(^h, Vorderbrust mehr oder minder grau beschattet, 
Bauch und Uuterschwauzdecken weiß. Schnabel schwarz, Iris meist bläulichweiß, 
Füße bräunlich fleischfarben. Flügel 9 172—180, ö 185—196, Schwanz 
150 — 156, Lauf 40, Schnabel etwa 25 mm. Geschlechter nicht wesentlich 
verschieden, aber das 9 etwas kleiner. Junge den Alten ähnlich, aber oben 
dunkler, mehr rotbräuulich, Kopf nur wenig schwärzlich gesprenkelt. 

Der p]ichelhäher variiert sehr: Oberkopf bisweilen fast ganz schwarz, 
bald stark rotbräunlich überlaufen, bald fast weiß mit nur geringer Fleckung. 
die Schwanzwurzel bald stark, bald so gut wie garnicht bläulich gebändert usw. 
(Vgl. Kleinschmidt in Ornithol. Jahrbuch 189M.) 

Bewohnt Europa südlich des Polarkreises in Skandinavien und südlich 
vom 63** nördl. Breite in Rußland, östlich bis zum Ural und Wolgatal, 
südlich bis ans Mittelmeer, wird aber auf den Inseln des Mittelmeeres und 
den Gebirgen Spaniens, sowie in Großbritannien, durch nah verwandte Formen 
vertreten. 

In der Lebensweise stimmen alle Häher überein. Sie sind unruhig, scheu, laut. 
Ihr rauhes, durchdringendes rrää, räätsch, und ihr "der Stimme des Bussards und 
der einer Katze täuschend ähnliches Miauen sind allbekannt. Bewohner von AVälderu 
aller Art, nur in der Zugzeit und im Winter mehr in Gärten und offenem Gelände, 
in ganz baumlosen Gegenden unbekannt. Nahrung Insekten, Würmer, Nüsse, Eicheln, 



30 Coi-vidae. 

Früchte, Eier und junge Vögel, besonders Zerstörer vieler Drosselnester. Nest offen. 
immer auf Bäumen, meist nalie am, aber auch oft weit voui Stamm, bald hoch, bald 
niedrig, ein großer, lockerer Bau aus Zweigen, mit wohl aiisgefüttertei'. weicher Mulde. 
Eier Mitte April bis Mitte Mai, 5 — 7 an Zahl, auf hellgrauem, gelblich oder 
grünlich grauweißem Grunde, meist über und über, oft mehr am stumpfen Pole mit 
blassen, braun grauen Flecken und Punkten bedeckt. Meist finden sich einzelne schwarte 
Haarzüge oder Punkte, ungefleckte Eier sind äußerst selten. Maße nfirmaler Eier 
etwa 34.1x24 bis 29.2x21.4 und 31.6x23 mm. Brutzeit 17 Tage. 

49. Garrulns glandarius rufitergum subsp. uov. 

Ganz wie Garrnlvs glandaritis (ßandavius, aber die Oberseite fast 
einfarbig weinrötlich, der liellbraunrötlicbe Kücken nicht mit schiefergrauem 
Anflug, daher wenig oder fast nicht vom Hinterhalse abstechend, Voi'derbrust 
fast immer ohne grauen Schatten, Unterkörper meist etwas heller. 

Großbritannien und Irland. Häufig in den waldreichen Gegenden 
Englands, lokal iind seltener in Schottland und Irland. 

Nach Untersuchung von fast 100 großbritannischen Hähern und über 
^00 aus dem gesamten Europa habe ich mich entschlossen, die englische 
Form zu benennen. (Typus ö Tring 21. Oktober 1895, von Dr.W. Rothschild 
erlegt, Nr. T. 116 im Triug-Museum.) Die Unterschiede fallen in einer 
Serie sofort auf, und man findet kaum unter 50 ein Stück, das typischen 
kontinentalen Hähern (aus Schweden, Preußen, Rußland) ähnelt, dagegen 
sind westeuropäische (Holland, Frankreich, West-Deutschland) intermediär 
und bald mehr wie typische Schweden, bald wie rujiferginn. 

50. Garrulus glandarius kleinschmidti subsp. nov. -- *-^-^ 

(Tküidarius vulgaris ohscuricapiüus A. Brehm. Verz. Samml., j). 4 partim (1866 — nomci\ 
nudum, nach Ausweis der Sammlung meist spanischen Stücken gegeben). 

Wie (r. g. glandanus, aber Schnabel auffallend stark, Oberschnabel 
etwas gebogen, Kropfgegeud stark mit dunkel scliiefergrau überzogen, 
Oberkopf sehr breit und weit nacli liiuten scharf gestreift. Flügel kurz, 
d 180, 181, 9 175 mm. 

Süd-Spanien (Sierra Nevada). 

(Typus d ad., Nr. 182 Sierra Nevada, 21. November 1856, Dr. A. E. Brehm 
coli. Aus der Brehm'scheu Sammlung, jetzt in Tring.) Benannt zu Ehren 
des Herrn Pfarrers Klein Schmidt, der mir vor einiger Zeit schrieb, ich würde 
in der Brehm'scheu Sammlung eine näher zu untersuchende großschnäblige 
Form des Eichelhähers finden. Drei Stücke untersucht. 

51. Garrulns glandarius ichnusae Kleinschm. 

Garrulus ichnusae Kleinschmidt. Oru. Monatsber. Juni 1903, p. 92 (Sardinien). 
Garrulus glandarius sardus Tschusi, Orn. Jahrb. Juli 1903, p. 140 (Sardinien). 

Dem G. g. glandarius sehr ähnlich, aber etwas kleiner, was besonders 
am Schnabel auffällt, Vorderkopf weißlich, aber anscheinend nie so hell wie 
er meist bei jener Form ist. Genick und Hinterhals rötlich, sonst aber die 
Oberseite ziemlich graulich mit nur sehr scliwachem weinrötliclien Anflug, 



Corvidae. 31 

wie bei den uordeiiropäischeu Stücken. Unterseite anscheinend nie sehr hell, 

der Oberseite ziemlich ähnlich, aber nicht ganz so grau, A'^orderbrust mit 

deutlichem aschgrauen oder scbiefergrauen Anflug. Bauchmitte weiß. , Flügel 
von fünf alten Vögeln 170 — 181 mm. 

Sardinien. 

52. Garrulus glandarius glaszneri Mad. 

Garrulus glaszneri Madaräsz, Ornith. Monatsber. 1902, p. 163 (Cyperu). 

Im ganzen kleiner als G. g. glandarius, besonders der Schnabel klein, 
Vorderkopf licht graurötlich, gar nicht weißlich, mit den üblichen schwarzen 
Streifen; Genick und Hinterhals graurötlich, Rücken graulich, vielleicht noch 
etwas dunkler als bei Skandinaviern. Unterseite dunkler, Kehle weißlich mit 
deutlich rötlichem Anhauch, Vorderbrust ziemlich graulich, Unterkörper 
dunkler. Madaräsz gibt die Maße von 12 Männchen aus den Monaten 
Mai und Juni an: Flügel 165—176, Schwanz 155—168, Lauf 39 mm. 
Die Schnäbel zweier von mir untersuchten Stücke messen nur etwa 20 — 22 mm. 
(Unterseite und Rücken viel mehr graulich als bei hi/rratius.) 

Cyperu. 

53. Garrulus glandarius hyrcanus Rlanf. 

Garrulus hyrcanus Blanford, Ibis 1873, p. 225 (jMazandaran in N. -Persien). 

Kleiner als 6^. g. glandarius (Flügel etwa 160 — 170), die weinrote 
Färbung intensiver, Unterseite dunkel weinrot-bräunlich, Kehle nur wenig 
heller (nicht weiß). Ober- und Vorderkopf wie der Rücken mit schwarzen 
Längsflecken, aber nicht weiß, Nasenborsten isabellfarben mit schwarzen 
Spitzen, mehrere der inneren Armschwingen mit kastanienbraunen Flecken 
an den Außenfahnen. Läufe kürzer, etwa 40 mm. (Unterseite und Rücken 
viel mehr rötlich als bei glaszneri.) 

Nord-Persien: Gebirgswälder des Elbrus, die Landschaften Mazandaran 
und Gliilan. 

54. Garrulus glandarius caspius Seeb. 

Garrulus atricapillus subsj). casjfius Seebohm. Ibis 1883, p. 8 (Lenkoran). 

Sehr ähnlich iLijrcanus und meist mit dieser Form vereinigt, al)er die 
schwarzen Flecke auf Scheitel und Hinterkopf ganz zusammenfließend (wie 
bei krynicki und atricapillus), außerdem größer. Flügel 180 — 185 mm. 

Die f]beue von Lenkoran am Kaspischen Meere, also zwischen den 
Wohngebieten von G. g. hynicki, von dem er den schwarzen Kopf hat, und 
G. g. hyrcanus, dem er sonst sehr gleicht, sitzend. 

55. Garrulus glandarius minor Verr. 

Garrulus minor Yerreaux, üev. & Mag. Zool. 1857, p. 439, pl. XIV (Algerie). 
Garrulus oenopsW hitaker. Bull. B. O. Club VII, p. X'N'III (Marokko. Typ. Lok. Tilula. 
Tj'pus im Brit. Mus.j. 



32 Corvidae. 

Älmlicli G. (j. glaiidarluf, aber viel kleiner, Oberkopf grauvötlicb oder 
weißlich, ohne eine Spur von l>lauem Schimmer und Querstreifeu, aber breit 
schwarz gestreift. Hiuterhals, Hals- und Kopfseiten lebhaft weinrötlich, Rücken 
weinrötlichgrau, vom Hinterhalse stark verschieden. Unterseite dunkel grau- 
rötlich. Ahnlich G. g. kyn-anns, aber etwas kleiner und mehr rötlich an 
Hals und Kopfseiten. Flügel 165, Schwanz etwa 145, Lauf 38^ — 40, 
Schnabel 25 — 26 mm. 

Tilula und Enzel im marokkanischen Atlas und „Süd-Algier". 

Die Beschreibung und Abbildung von G. minor paßt vortrefflich auf 
den von Whitaker als oenops beschriebenen Vogel. Auf die vermutliche 
Identität beider hat schon Kleiuschmidt im neuen „Naumann" aufmerksam 
gemacht. 

56. Garrulus glandarius krynicki Kalenicz. 

Garndus Krynicki Kaleniczenko, Bull. Soc. Mose. XII, p. 319, Taf. 9 (1839—- Kaukasus, 

typ. Greorgievsk, 1. c. p. 325). 
Garrulus atricapühis subsj). anatoUae Seebohm, Ibis 1888, p. 7 (Klein-Asien). 

Dem G. g. gUüidarins im allgemeinen sehr ähnlich, aber größer, Haube 
sehr reich und laug, ganz schwarz, Stirn weiß mit mehr oder minder 
rötlichem Anflug und mit schwarzen oder kastanienbraunen Flecken. Oberseite 
wie die von G. g. glandarius, Unterseite desgleichen, Kopfseiten lebhaft 
rötlich. Flügel 186—205 mm. 

Kaukasus, Klein-xlsien und die östlichen Teile der europäischen Türkei. 
(Die von Seebohm angegebenen Unterschiede der kleinasiatischen Stücke 
habe ich nicht bestätigt gefunden, die Form ist aber variabel und weiteren 
Studiums wert.) 

57. Garrulus glandarius atricapillus Geoft'r. 

Garrulus atricapillus (ireoffroy St. Hilaire,' Etud. Zool., fasc. I (1832 — Libanon, Botta coli.), 
Fica Stridens Hempr. & Ehrenberg-, Symb. Pliys., Av. fol. z. (1833 ^) — Syria). 
Garrulus melanocephalus Gene, Mem. Accad. Torino XXXVIII, p. 298 (1834). 
Garruhis iliceti Liclitenst., Nomencl., p. 9 (1854 — nomen nudum, Syrien). 

Vorderkopf rein weiß, durch schwarzgefleckte Federn in die rein 
schwarze Haube übergehend. Ohrdecken und Kopfseiten rein weiß mit 
schmaler hell weinrötlicher Streifung. Kehle weiß. Oberseite sehr licht 
graurötlich, viel heller als bei krynicki, Unterseite ebenfalls heller als bei 
krynicki, nur die Kropfgegend mit grauem Schattenband. Groß, Flügel 
180—190 mm. 

Syrien und Palästina bis in die Eichenwälder Südwest-Persiens. 
58. Garrulus glandarius japonicus Schleg. 

Garrtdus glandarius jap)onieus Scblegel, Fauna Japon., Aves, p.83, Taf. 43 (1848 — Japan). 

Nasendecken schwarz mit weißer Basis, Zügel größtenteils schwarz. 
Haube reich und weich, Federn breit, aber meist nicht sehr lang, bald 



') Auf dem Titelblatte ist 1828 angegeben, aber nur fol. a & b und alle Tafeln 
erschienen in dem Jahre, der übrige Text mit den Säugetieren erst 1833. (B. B. Wood- 
ward & Sherborn in litt.) 



Conädae. 33 

schwarz mit schmalen weißen Rändern, sodaß der Oberkopf vorwiegend 
schwarz erscheint, bald weiß mit schwarzem Mittelstreif, sodaß der Oberkopf 
vorwiegend weiß erscheint, Basishälfte der Außenfahnen der meisten 
Hand schwingen schwarz (eine Eigentümlichkeit, die auch sinensis^ hat) 
sonst G. y. glandarins ähnlich, aber der schwarze Backenstreif aufwärts 
bis zum Auge reichend, Kopfseiten dunkler, die Ohrdecken schwärzlich über- 
gössen, Oberseite dunkler, Brust und Kropfgegend dunkler, letztere mit 
schiefergrauem Anflug, Weichen lebhaft zimmtartig rotbraun. Flügel etwa 
160—170 mm. 

Die südlichen Inseln von Japan, auf Jesso fehlend. 

In Lebensweise und Fortpflanzung unserm Häher gleichend, Nester meist ziemlich 
hoch auf Fichten und andern Bäumen. 

59. Garrulus glandarius brandtii Eversm.^) 

Garrulus brandtii Eversmann, Add. Fall. Zoogr. fasc. III, p. 8 (1842- — Altai). 

Gefieder sehr weich und weitstrahlig, Oberkopf fuchsrötlich, mit 
schwarzen Längsflecken, aber ohne alles weiß, Nasenfedern schwarz gespitzt, 
Hinterkopf und Hinterhals bis auf den Oberrttcken lebhaft hell fuchsrot, 
Unterseite etwas mehr rotbräunlich, Kehle rotgelblich überlaufen, sonst unserer 
Form sehr ähnlich, auch von derselben Größe. 

Sibirien östlich des Ural bis Korea, Mandschurei, allern ördlichstes China 
und die Nordinsel von Japan, Jesso. 

Lebensweise und Fortpflanzung wie bei unsrer Form. 

60. Garrulus glandarius whitakeri subsp. nov. 

Garrulus minor (non Verreaux!) Hartert, Orn. Monatsber. 1895, p. 169 — 171. 

Nasenfedern weißlich mit dunklen Spitzen, Vorder- und Oberkopf 
schwarz, die vorderen Federn mehr oder minder auffallend weißlich, die 
hinteren weinrötlich gesäumt, Nacken und Hinterhals hell weinrötlich braun, 
viel heller als bei cervicalis, davon scharf abstechend die übrige Oberseite 
hellgrau, ganz oder fast ohne rötlichen Anflug, Unterseite hell grauweißlich, 
Kropf und Seiten grau verwaschen, die letzteren auch etwas rötlich angeflogen, 
aber, wie auch die ünterflügeldecken, heller als bei cervicalis. Kehle weiß, 
Federn rings um das Auge weiß, Ohrdecken rein weiß, nur die Spitzen von 
der Farbe des Hinterhalses. Größe wie die von cervicalis. 

Nord-Marokko (Tanger, genaue Verbreitung unbekannt). 

(Typus d, Mai 1894. Tanger, Marokko, Vaucher coli. Nr. 6348.) 
Benannt zu Ehren von Mr. Joseph I. S. Whitaker, und seine Verdienste 
um die OrnitholoRie der Atlasländer. 



^) Im British-Museum befindet sich ein auf einer Auktion erworbenes Stück von 
Garrulus sinensis Swinh., das aus einer von Capt. St. John in Nagasaki angelegten 
Sammlung stammt. Es ist nicht nachzuweisen, daß es tatsächlich in_ Japan erlegt 
wurde. G. sinensis gehört in die Gruppe von hispecularis und taivanus, die alle einen 
einfarbigen Oberkopf haben und einander sehr ähnlich sehen. 

E. Hartert, Die Vögel der paläarktischen Region. 3 



34 Corvidae. 

61. Garrulus glandarius cervicalis Bp. 

Garrulus cervicalis ßonaparte, Compt. Rend. Paris XXXVII, p. 828 (1853 — Algerien). 

Der ganze Oberkopf rein schwarz, nur an der Stirn die weißen Feder- 
wurzeln ausgedehnter und sichtbar, Nacken und Hinterhals lebhaft rotbraun, 
viel dunkler als bei lolütakeri, von der grauen, mehr oder minder rötlich 
angehauchten Rückenfarbe scharf abstechend, Körperseiten dunkler und mehr 
rötlich als bei whitakeri. 

Nord-Algerien und Nord-Tunesien, Bewohner der Korkeichenwälder. 

Lebensweise, Stimme und Fortpflanzung genau wie bei G. g. glandarius. 

Gattung PERISOREUS Bp. 

Der Gattung Garrtdas am nächsten stehend, aber Schnabel gerader, 
flacher und breiter, weniger seitlich zusammengedrückt, etwa zur Hälfte von 
breiten, steifen Nasenborsten bedeckt. Das ganze Gefieder sehr weitstrahlig, 
lang und seidenweich, Schwanz mehr gestuft, seitliche Steuerfedern etwa 
2 cm kürzer als die andern. 

Nur eine Art in 2 einander sehr ähnlichen Formen in unserm Gebiete. 
Eine zweite Art in 5 Formen in Nord- Amerika. 

62. Perisoreus infaustus infaustus (L.). 

Unglückshäher. 

Corvus infaustus Linne, Syst. Nat. Ed. X, p. 107 (1758 — „Hab. in Europae alpinis 

sylvis" — typ. Lok. Schweden: erstes Citat Fauna Suecica). 
Corvus Mimus^) Pallas, Zoogr. Rosso-Asiat. I, p. 395 (1811 — partim). 
Perisoreus infaustus verus, brachyrhynchus, microrJiynchits A. Brelim, Verz. Samml.. 
p. 4 (1866— nom. nuda!). 
Schwed.: Lafskrika, Rödtjuxa. 

Nasenborsten rahmweißlich, ganzer Oberkopf und Genick fahlrauchbraun, 
Rücken hellgrau mit braunem Anflug. Schwingen tiefbraun, Außensäume 
hellgrau, Innensäume und Basis hell fuchsrot, die meisten größeren Ober- 
flügeldecken hell fuchsrot mit grauen Spitzen, Afterflügel aber bräunlichgrau. 
Schwanz hell fuchsrot, Spitzen und mittelstes Paar ganz grau. Unterseite 
hellgrau, allmählich in den hell rötlich gelbbraunen Unterkörper übergehend. 
Iris braun. Schnabel und Füße schwarz. Flügel 140 — 145, Schwanz 135 — 140, 
Lauf 35 — 37, Schnabel von der Wurzel an 23 — ^25 mm. Q wie das d, nur 
etwas kleiner, Junge auf dem Rücken düster braun, an der Unterseite fast 
einfarbig hell zimmtfarben, aber nicht blasser, wie Dresser (Manual p. 410) sagt. 

Bewohnt den Norden von Europa von Christiania und dem südlichen 
Telemarken, bis zur Birkenregion hinauf, Nord-Rußland, Estland und Livland. 
(Weihnachten 1857 in der Tatra, angeblich einmal auf Helgoland und in 
Schlesien und Dänemark (?) vorgekommen.) 

Bewohner der Nadelwälder des Nordens. In seinem ruckweiseu, wie unsicheren, 
aber dabei ganz lautlosen Fluge erinnert er au unsern Eichelhäher. Er ist aber nicht 



1) Im Cat. B. Brit. Mus. III, p. 103 wohl durch einen Schreib- oder Druckfehler 
als ,,C. russiciis" zitiert. 



Corvidae. 35 

so scheu und klug und näliert sich ohne Scheu dem Menschen und seinen Wohnungen. 
Im Herumklettern hat er etwas meisenartiges. Hat einen rauh miauenden und einen 
mehr kreischenden Ton. Nahrung etwa die unsres Garrulus. 

Nest früh im Jahre, wenn die Wähler des Nordens noch voller Schnee liegen, 
nach Häherart, offen, mit Flechten und Haar ausgelegt, 3 — 4, ausnahmsweise 5 Eier, 
schmutzig oder blaß grüulichweiß mit tiefer liegenden grauen Zeichnungen und ober- 
flächlichen braunen Flecken und Punkten bald mehr, bald weniger, meist aber nur am 
stumpfen Ende gehäuft. Im ganzen kleinen hellen Elstereiern ähnelnd. Maße: 20.5x27.3, 
22.8x31.8, 29.9x21.8, 31.8x22.8, 30.6x23.6, 30.5x22.9, 27.5x22, 33x22.5 usw. 

63. Perisoreus infaustus sibericus (Bodd.). 

Corvus Sibericus Boddaert, Tabl. PL Eni., p. 37 (1783 — Ex Daubenton & Buffon). 

Ganz wie F. i. infaustus, aber Vorderhals, Kropfgegend und Brust, wie 
auch der Rücken etwas lichter, graulicher, auch im allgemeinen etwas lang- 
schwänziger und langflügliger. 

Ganz Sibirien bis zum Amur und Sachalien, aber in Kamtschatka 
anscheinend fehlend. 

Gattung PYRRHOCORAX Vieill. (1816). 

Echte Corvidenformen. mit schwarzem Gefieder, aber dünnen und meist 
langen, roten oder gelben Schnäbeln und Füßen. Nasendeckenfedern kurz, 
dicht und hart. Flügel lang, Schwanz fast quadratisch abgeschnitten. Läufe 
hinten und vorn mit einer ungeteilten Schiene bedeckt, ein in 
dieser Familie ganz eigenartiges Merkmal. Nur ganz junge Vögel zeigen 
noch einige Abteilungen von Schildern, die aber bald auch verwachsen. Ich 
halte es mit Reichenow. Dresser, Hennicke, Arrigoni u. a. für unnötig die 
beiden einzigen Arten in zwei Gattungen (Pyrrliocorax und (rractdus) zu 
stellen. Gebirgsvögel. Europa, Nord-Asien und Nord-Afi'ika. 

Übersicht der Arten: 

Unterschnabel ungefähr ebensoweit befiedert wie der Oberschuabel, Schnabel rot, 

so lang oder länger als der Kopf P. jjyrrhocorax . p. 35 

Unterschnabel lange nicht so weit befiedert wie der Oberschnabel, Schnabel gelb, 

kürzer als der Kopf P. graculus . p 36 

64. Pyrrhocorax pyrrhocorax (L.).^) 
Steinki'ähe, Alpeukrähe. 

Upupa Pyrrhocorax Linne, Syst. Nat. Ed. X, p. 118 (1758 — Ex Hasselquist's Iter, Albin 
t. 24, Ray, Will., „Hab. in Angliae, Aegypti maritimis". Ich nehme als typ. 
Lok. Englaml an). 

Coracia erythrorhamphos yieillot, Nouv. Dict. d'Hist. Nat. YIII, p. 2(1817— Alpes etc.). 

Fregilus europaeus Lesson. Traite d'Orn., p. 324 (1831 — „l'Europe"). 

^) Oates, Fauna Brit. India, Birds I, p. 43 nimmt für diese Art den Namen eremita 
(Corvus eremita 1766, p. 159) an. Wie sich das mit der Diagnose („0. virescens, capite 
flavescente (!), occipite subcristato") vereinigen läßt, ist unverständlich, noch schlimmer 
aber ist, wenn anno 1902, also lange nach den Auseinandersetzungen von Rothschild, 
Hartert & Kleiuschmidt, Dresser C. eronita noch als Synonym von P. pyrrhocorax zitiert. 
Vgl. Manual Fab. Birds, p. 405. 

3* 



36. Corvidae. 

Pyrrhocorax rupestris Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutsehl., p. 175 (1831 — höchste 
deutsche Alpen) {^ Fre(ßlus alpestris Brehm, Vogelfang, p. 61, 1855. Brehm 
änderte seine Namen oft teils nach Belieben, teils aus Vergeßlichkeit). 

Fregilus graculus major, macrorhynchus, microrhynchus A. Brehm, Verz. Samml., p. 4 
(1866 — uom. nuda!). 
Engl.: Chough. Franz.: Ci'ave. 

Rein schwarz mit stahlblauem, die Flügel und der Schwanz mit 
metallgrünem Schimmer. Schnabel und Füße orangerot. Schnabel so laug 
oder meist länger als der Kopf, und ebenso als der Lauf, etwas gebogen. 
Ünterschnabel an der Basis fast ebenso weit befiedert wie der Oberschnabel. 
Iris braun. Flügel 27—31, Schwanz 15—17, Schnabel 45—58, Lauf 
45 — 53 mm. o wie d, nur kleiner, besonders der Schnabel kürzer. Junge 
wie die Alten, nur das Gefieder matter, der Schnabel schmutzig orange, 
die Füße braungelb. 

Nord-Asien (den hohen Norden ausgenommen) von Ost-Sibirien bis 
Klein-Asien, Nord-Afrika bis zu den Canareu, die Mittelmeerländer, an der 
westfranzösischen Küste bis zu den Normannischen Inseln und nordwärts 
bis England, Schottland, den Hebriden und Irland. Außerdem im Alpeugebiete, 
seltener Gast in den bayerischen und österreichischen Alpen. ^) Augen- 
scheinlich seltener als früher, sowohl in den Alpen, wo sie lokal und lange 
nicht so häufig wie die Alpendohle vorkommt, als auf den englischen Inseln, 

Gebirgsvogel, nur an den Seeküsten auch mit niedrig gelegenen Felswänden 
vorlieb nehmend (England, Irland, Normannische Inseln, Canaren). Flug schwebend, 
graziös, gewandt, Ruf klar und schrill, wie kria oder dla, dla, Nahrung ebenso mannig- 
faltig wie die andrer Corviden. Meist wenig scheu. Nester nach Krähenart an 
Felswänden, seltener an alten Burgen, Türmen, und selbst bewohnten Häusern, im April 
und Mai 4 — 5 Eier, die olivenbräunlich weiße Grundfarbe haben und mit olivengrau- 
braunen Schalenflecken und dunkler olivenbraunen Zeichnungsflecken geschmückt sind. 
Sie messen etwa 40.78x27.97, Ü6.5x27.8. 40x21.5 bis 43.2x28. 40x28 usf. 

65. Pyrrhocorax graculus (L.).-) 
Alpendohle. * 

Corvus Graculus Linne, Syst. Nat. Ed. XII, p. 158 (1766 — Ex Gesner Aldr., Alb., 
Will., Kaj., Synon. partim! — „Hab. in Helvetiae alpibus"). 



^) Es scheint mir nach dem von mir untersuchten Material nicht möglich zu sein, 
mit einiger Befriedigung im paläarktischen Faunengebiete von West-Europa bis Ost- 
Sibirien hin Unterarten zu trennen. Die Himalaya -Vögel wurden von Gould als 
Fregilus himalayanus (P. Z. S. 1862, p. 125) getrennt. Zweifellos haben sie die Tendenz, 
größer zu sein, denn meist sind die Himalaya -Vögel sehr groß, besonders haben sie 
längere Flügel und Schnäbel. Ihre Maße werden aber von Europäern (Canaren) oft 
erreicht und Sharpe, Gates u. a. sprechen sich gegen Trennung aus. Die chinesischen 
Vögel wurdeu als var. brachypiis (Swinhoe, P. Z. S. 1871, p. 388) beschrieben, weil sie 
kleinere Füße haben sollen. In der Tat ist dies oft der Fall, aber nur teilweise, die 
Form wird daher von den meisten neueren ürnithologen nicht unterschieden. Wenn 
man sie auf Grund größerer Serien doch trennen sollte, dürften aber die ost-sibirischen 
Vögel kaum dazu gehören, obwohl Taczauowski sie dazu rechnet. 

-) Man nimmt jetzt ziemlich allgemein diesen Namen für die Alpendohle an, 
denn wenn auch nur ein Teil der angegebenen Bücherstellen paßt, so stimmt doch die 
Diagnose. Corvus pyrrhocorax Syst. Nat. Ed. XII (1766), p. 158 ist ein Gemisch, 1758 
aber ist der Name unanfechtbar für die Alpenkrähe gut festgelegt. 



Corvidae. 37 

Pyrrhocorax alpinus Vieillot, Nouv. Dict. d'Hist. Nat. VT, p. 568 (1816 — Alpes). 
Pyrrhocorax alpinus var. digitatus Hempr. & Ehrenberg;, Symb, Phys. fol. z. (1833— Syria). 
Pyrrhocorax montanus Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschi., p. 176 (1831 — Schweiz 

und Tirol). 
Pyrrhocorax Forsythf Stoliczka, Stray Feathers 1874, p. 462 (Ladak). 
Pyrrhocorax planiceps Brehm, Naumannia 1855, p. 273 (Nomen nudum!). 
Pyrrhocorax alpinus major, gregarius, alticeps A. Brehm, Verz. Samml., p. 4 (1866 — 
nom. nuda!). 
Engl.: Alpine Chough. Franz.: Chocard. Ital.: Gracchio. 

Emförmig glänzend schwarz mit gelbem Schnabel und hellroten P'üßen. 
Flügel 265—280, Schwanz 175—190, Lauf etwa 45—47, Schnabel etwa 
25 — 30 mra. Q wie (S , nur ein wenig kleiner. Junge mattschwarz, Schnabel 
und Füße mehr oder weniger bräunlich. 

Die Berge Süd-Europas von den Alpen bis in die Apenninen, die 
iberische Halbinsel, Griechenland, Palästina und Kleiu-Asieu bis zum Kaukasus 
und im Himalaya von Kaschmir bis Bhutan. 

Östliche Vögel (Syrien, Palästina. Himalaya) scheinen eine Neigung zu 
größeren Dimensionen zu haben, befriedigende Unterarten aber sind nach 
dem von mir untersuchten Material nicht abtrennbar. 

Obwohl lokal in Süd-Spanien verbreitet, ist das Vorkommen in Marokko 
noch zweifelhaft. Juby glaubt ein Exemplar Gibraltar gegenüber genau 
erkannt zu haben und im Rothscbikrschen Museum befinden sich zwei 
augenscheinlich von Olcese präparierte Bälge, als von Marokko herstarameifd 
bezeichnet. Augeblich waren alle Olcese'schen Bälge bei Tauger gesammelt. 

Die Alpendohle ist ein strikter Gebirgsbewohner, der im Sommer bis in die 
Gletscherregion aufsteigt. Immer gesellschaftlich. Flug gewandt und sehr oft mit aus- 
gebreitetem Schwänze schwebend, in Schneckenlinien auf- und absteigend. Stimme 
ein eigenartiges krai, krui, selten ein dohlenartiges Jauchzen. Nahrung krähenartig. 
Nisten gesellschaftlich von der Schneeregion bis in die obersten Ausläufer der Wald- 
region in Spalten und Löchern schroffer Felsenwände, bisweilen auch in Ruinen, 
Nester gut und dicht mit Haaren gefüttert, auf großer Unterlage. Eier 4 — 5, April 
und Mai, denen der Alpenkrähe älmelnd. aber kleiner. Maße: 35.9 >; 25.6, 39.5x25.1, 
38.7x26 bis 41.8x26.4 mm. 

Gattung PODOCES Fischer (1823). 

Die Gattung Podoces umfaßt 5 Arten, die man am passendsten als 
„Laufhäher" bezeichnen dürfte. Sie haben lange, starke Läufe, hinten mit 
zwei langen, parallelen Platten, vorn mit etwa 8 großen Quertafeln bedeckt. 
Füße kurz und stämmig, Mittelzehe kaum halb so lang wie der Lauf. 
Flügel kurz, breit, Armschwiugen sehr lang, nur Vj^ bis 2^/2 cm kürzer als 
die längsten Handschwingen. fJrste Schwinge stark entwickelt, lang und 
breit, etwa % der zweiten, nur bei P. hnmllh etwa ^2 ^^^ zweiten, die 
3. — 5. oder 3. — 6. fast gleich und am längsten. Schwanz mäßig abgerundet, 
ziemlich weich, das ganze Gefieder sehr weich, mehr oder minder wüstenfarbig. 
Schnabel gestreckt, dünn, etwas gebogen, die ganze Basis mit dichten 
Nasenborsten, Zügel mit aufstehenden, kurzen Federn bedeckt. 

Alle Arten sind Bewohner der centralasiatischen Steppen oder wüsten- 
artigen, sandigen, spärlich bewachsenen Hochebenen. 



38 Corvidae. 

Übersicht der Arten: 

j Flügel unter 100 mm, etwa Steinschmätzergröße P. humilis . p. 40 

\ Flügel über 100 mm, etwa Drosselgröße 2 

J Oberseite lichtgrau P. panderi . p. 39 

) Oberseite rötlichsandfarben 3 

I Oberkopf schwarz mit stahlblauem Schimmer 4 

\ Oberkopf wie der Kücken P. 2}leshei . p. 39 

J Schwanz stahlblau P. hendersoni . p. 38 

\ Schwanz weißlich mit schwarzem Schaftstrich P. biddulphi . p. 38 

66. Podoces hendersoni Hume. 

Podoces hendersoni Hume, Ibis 1871, p. 408 (Yarkand). 

dad. Oberseite rötlich sandfarben, die Schulterfedern dunkler, etwa 
rötlich zimmtfarbeu, die sehr laugen Oberschwanzdeckeu etwas blasser. 
Oberkopf und Genick blauschwarz, in frischem Gefieder mit weißen Spitzeu- 
fleckeu, die sich nachher abnutzen. Handschwingen weiß mit schwarzer 
Basis und ausgedehnten schwarzen Spitzen, Armschwingen schwarzblau. 
Schwanz blauschwarz. Unterseite weißlich isabell, Kehle fast weiß. Unter- 
flügeldeckeu schwarz. Flügel 140 — 145, Schwanz 110 — 118, Schnabel von 
der Wurzel 38 — 42, Lauf 39 — 42, Mittelzehe ohne Nagel etwa 19 mm. 
9 wie das ö, aber kleiner, Flügel etwa 133 — 136, Schwanz 105, Schnabel 38, 
Lauf 36 mm, auch in der Farbe etwas dunkler. 

Von Yarkand bis in die Mongolei, Nord-Tibet und Wüste Gobi. 

Bewohner der offenen Wüste, wo sie in den Wagenspuren, auf den Wegen umher- 
laufen und Insekten (oft am Pferdedünger) und Sämereien auflesen. Rapide Läufer, 
schwer zum Fliegen zu bewegen. Nest und Eier noch nicht beschiüeben. 

67. Podoces biddulphi Hume. (Fig. 10.) 

Podoces bidduJphi Hume, Stray Feathers IL p. 503 (1874 — Ost-Turkestan, typ. Lok. 
Maralbash). 

Dem P. liendersoni ähnlich, aber größer, die Kehlseiten schwarz, Kehle 
schwarz und weiß gemischt, indem die Federn mattscliwarz sind mit langen 

weißen, die schwarze Grundfarbe in un ab- 
genutztem Gefieder fast ganz verdeckenden 
Spitzen. Die Arm schwingen sind nicht 
ganz blauschwarz wie die von P. hender- 
soni, sondern haben breite weiße Spitzen, 
die inneren auch großenteils weiße Innen- 
:;>;;;xy fahnen. Schwanz weiß, die Schäfte schwarz, 

Figur 10. die mittleren mit breiten schwarzen Schaft- 

streifen. Flügel etwa 152 — 154, Schwanz 
110—114, Schnabel 45—51 (von der Basis), Lauf 47—48 mm. 

Ost-Turkestan. 

In der Lebensweise seinen Gattungsgenossen vollkommen ähnlich. Oberst 
Biddulph traf sie mehr in buschreichem Gelände an. Aufgeschreckt setzten sie sieh 
auf die Spitzen der Büsche, waren aber auch vortreffliche Renner. Der Flug ist 
beschwerlich, wellcnlörmig, kurz. Eier noch unbeschrieben. 




Corvidae. 39 

68. Podoces panderi Fisch. 

Saxaul-Häher. 

Podoces panderi Fischer, Mem. Soc. Imp. Nat. Moscou VI, p.251, pl. XXI (1823 — Sand- 
wüste Kysil-Kum, Eversmann coli). 

Farbeiiverteiliiiig wie bei P. p[eskei, aber Oberseite hellgrau und 
Schnabel kürzer. — Oberseite hellgrau, auf dem Bürzel ins rötlich Bahm- 
farbene ziehend. Die kurzen Oberschwanzdecken schwarz. Handschwinoen 
an der Wurzel und Spitze schwarz, in der Mitte 2'"^!^ bis 5 cm weit weiß. 
Armschwingen weiß mit schwarzen Schäften und schwarzer Wurzelhälfte. 
Kleine Flügeldecken wie der Bücken, die großen schwarz mit 6 bis 9 mm 
weiten weißen Spitzen. Schwanz schwarz mit starkem stahlblauen Glänze. 
Zügel schwarz. Ohrdecken und Halsseiten wie der Bücken, Kehle weißlich, 
auf dem Kröpfe ein großer, fast dreieckiger schwarzer Fleck. Die übrige 
Unterseite rötlich isabell, Mitte des Unterkörpers weißlich, ünterschwanz- 
decken und Unterflügeldecken weiß. Schnabel schwarz, Füße bräunlichgrau. 
Flügel 116 (9) bis 125 (ö), Schwanz 92—102, Lauf 40— 42, Schnabel 
28 — 31 mm. 9 ganz wie ö, nur etwas kleiner. Der junge Vogel ist oben 
blasser und sandfarbiger, die Unterseite blasser und ganz ohne den schwarzen 
Kropffleck, auch fehlt der schwarze Zügelfleck, Oberschnabel braun, Unter- 
schnabel gelblich. (Nach 15 FJxemplaren im Bothschild'schen Museum.) 

Transkaspien und Turkestan, Bewohner der mit Saxaulbüschen (A)tabasis 
atnmodendron) bewachsenen Wüstensteppe. 

Über die Lebensweise dieser Art sind wir durch ßogdanow, Zarudny und 
Floericke gut unterrichtet. Er läuft mit großer Schnelligkeit auf den mit Saxaul 
bestandenen sandigen Steppen herum, sitzt auch wohl auf Büschen, fliegt ungern, nie 
sehr weite Strecken, häherartig, bogenförmig, ruckweise. Stimme ein überraschend 
lautes Schwirren, das mit dschi-dsclii-dschi, oder türr-türr-türr übersetzt wird. Es 
ist ganz eigenartig und merkwürdig. Dann hat er (nach Floericke) auch noch 
einen wie glick, glück klingenden, spechtartigen Lockruf. Den Schwanz breitet er 
oft fächerartig aus. Sehr munter, unstet, rauflustig. Das ziemlich große Nest 
steht in Büschen, meist nicht höher als höchstens ein Meter hoch, ausnahmsweise auch 
in Erdlöchern (nach Zarudny), besteht aus dürrem Reisig und ist mit feinen Gräsern, 
Haaren oder Federn ausgefüttert und nach Elsternesterart mit einer Haube versehen, 
sodaß es nur durch ein Flugloch erreicht werden kann. Es enthält im Februar bis 
März 4 — 5 (oder auch nur 3) Eier, die blaß grünlichgrau bis sehr hell gelblichgrün 
sind, mit graubraunen und olivenfarbenen Flecken, etwas an die von Perisoreus erinnernd. 
Sie messen etwa 27x19 mm. Nach Floericke werden 3 Brüten im Jahre geniacht(!). 
Die Nahrung des Saxaulhähers besteht aus Käfern und deren Larven und andern 
Insekten, später im Jahre mehr aus Sämereien, besonders den Samen des Saxaul. 

69. Podoces pleskei Zar. (Fig. 11.) 

Podoces pleskei Zarudny, Annuaire Mus. zool. Acad. Imp. Sc. St. Petersb. I, 1896, p. XII 
(Alkor in Ost-Persien). Härms, Orn. Monatsber. 1897, p. 182. 

Hat die Farbenverteilung und die kurzen, schwarzen Oberschwanzdecken 
des F. paiidiri, Schnabel aber länger und Grundfarbe nicht gTau, sondern 
rötlich sandfarben, wie bei P. hendersoni und 1'. blddnlphl. — Ganze Ober- 
seite einförmig rötlich sandfarben. Oberschwanzdecken ganz kurz und schwarz 
wie bei F. jxmdni. Zügeifleck schwarz, um das Auge herum weißlich. 
Handschwingen: W^urzel, Spitzen und Schäfte schwärz, in der Mitte 3 — 4 cm 




40 Corvidae. 

weit weiß. Armschwingen schwarz, Spitzen IV2 — 2V.2 cm weiß. Kleine 
Flügeldecken wie der Rücken, die größeren schwarz mit weißen Spitzen, 
die eine breite Binde bilden. Schwanz schwarz mit starkem stahlblauen 
Glänze. Kinn und obere Kehle weiß, auf dem Kröpfe ein großer dreieckiger 

schwarzer Fleck, die übrige Unterseite wie der 

Rücken, in der Mitte des Unterkörpers und an 

den ünterschwauzdecken ins Weißliche ziehend. 

ünterflügeldecken weiß. 9 ad. ganz wie cJad. 

.^^^,,^, Flügel 120—123, Schwanz 84—94, Lauf 43, 

'ivq^^^J^ Schnabel von der Wurzel 35 — 38 mm. Der junge 

Figum ' Vogel ist blasser, nicht so rötlich, der schwarze 

Fleck vor dem Auge ist undeutlich und der große 

schwarze Kropffleck fehlt ganz. (Der junge Vogel wurde von Dresser, Manual 

Pal. ß. p. 407, irrtümlich als das 9 beschrieben.) (Beschreibung nach 4 

von Zarudny gesammelten Bälgen im Rothschild'schen Museum.) 

Das nördliche Ost-Persien (östlicher Teil der Wüste Lut). 

Gleicht in der Lebensweise seinem nahen Verwandten P. pmideri, von dem er 
vielleicht nur ein geographischer Vertreter ist, doch soll ec noch rascher laufen können. 
Nest niedrig in Büschen, aber auch bis 3 m hoch über dem Boden. Das Nest gleicht 
dem von P. panderi, die Eier 4 — 6, von lehmgelber Grundfarbe mit graubraunen und 
olivengrauen Flecken und Punkten, messen 26 ^2 X 20 mm. 

70. Podoces humilis Hume. (Fig. 12.) 

Podoces humilis Hume, Ibis 1871, p. 408 (Yarkand, typ. Lok. Sanju-Pass). 

Oberseite blaß braun, an schmutzigbraunen Sand erinnernd. Hinterhals 
mit großem weißen Fleck. Schwingen braun mit blaßbraunen Säumen. 
Steuerfedern weiß, die beiden mittelsten Paare dunkel- 
braun mit bräunlichweißen Außensäumen, die sich ab- 
reiben. Zügel weiß, die Federn in der Mitte mit 
schwarzen Spitzen. Unterseite rahmweiß, Unterflügel 
schmutzig rahmfarben. Iris braun. Schnabel und Füße '^,'i 

schwarz. 9 wie das c5'. Junge den Alten ähnlich, pj^^jj. ^^ 

aber unten etwas gelblicher, oben etwas düsterer, Schnabel 
braun. Flügel 90 — 93, Schwanz etwa 65, Lauf 28, Schnabel 23 mm. 

Yarkand, Tibet bis zum Kuku-Nor und Kan-su.- 

Bewohnt grasbewachsene Hochflächen, wo er am Boden herumläuft, aber sich 
auch auf Büschen niederläßt. Brütet in Löchern an Erd- und Felsenwänden und legt rein- 
weiße, denen der Montifringilla- Arten ähnliche Eier, welche 2L6xl6.2, 23.5x16, 
22.5 X 16.5 messen. Weil diese Eier so völlig von denen von Podoces panderi abweichen, 
haben viele Eierkenner die richtige Bestimmung derselben angezweifelt. Rückbeil 
aber, der bekannte entomologische Sammler Tancre's. versicherte in mehreren Briefen, 
daß ein Irrtum nicht vorliegen könne, da er viele Nester gefunden. Es ist interessant 
zu erfahren, daß er Podoces humilis, dessen Namen er nicht kennt, als „Steinschmätzer" 
bezeichnete. 

P. humilis weicht etwas von den andern Po(?oc6's- Arten ab, ich ziehe 
aber vor, ihn nicht generisch zu trennen. 




Sturnidae. 41 

Familie STURNIDAE. 

Flügel mit 10 deutlichen Haudschwingeii, erste Haudschwinge aber 
sehr kurz. 12 Steuerfedern. Nasenlöcher frei, alle paläarktischen Formen 
ohne Schnabelborsten. Lauf hinten von zwei vollkommenen, glatten Schienen 
umschlossen. Schnabelräuder glatt oder mit einem flachen Zahn am Ober- 
schnabel. Zunge flach, nicht röhrenförmig. Rrstes Gefieder der Jungen 
meist gestreift. Nester in Höhlungen, Eier blau, bei Eulabes und Calomis 
gefleckt. Nur eine Mauser im Jalire. Bewohnen die gesamte alte Welt, 
in der neuen Welt durch die ganz verschiedenen Icteriden ersetzt, die große 
hängende Röhren oder Kugeln weben, oder (Molothras) Brutparasiten sind. 

Gattung STURNUS L. 1758. 

Umfaßt die allbekannten Stare, mit verlängerten und spitzen Federn 
an Kopf, Hals und Vorderbrust, im Alter mehr oder minder stark metallisch 
glänzenden Federn, und ganz anders gefärbten, einfarbig braunen, am 
Unterkörper weißlich gestreiften Jungen. Geschlechter nicht wesentlich 
verschieden. Schnabel flach, breit, gerade, nicht sehr spitz, etwa so laug 
wie der Kopf Nasenlöcher von der Befiederung erreicht, aber nicht über- 
deckt, von einer hornigen Membran beschützt. Flügel lang und spitz, die 
erste Schwinge ganz kurz, nur etwa 1 — ^2 cm laug, die zweite am längsten, 
dritte nur sehr wenig kürzer, von da an ziemlich regelmäßig bis zu den 
Armschwingen hin abnehmend. Schwanz etwa halb so lang wie der Flügel, 
also kurz, gerade. Füße und Krallen stark. Verbreitung: Europa, Nord-Afi*ika 
und der größte Teil des asiatischen Festlandes. 

Alle Starenformen mit Ausnahme von Stiirnits unicolor sind zweifellos 
als Unterarten einer Art zu betrachten. Weder die verschiedenen bunten 
Farben, noch die Größenunterschiede haben mehr als subspezifischen Wert. 
Die Subspezies vertreten einander in den Brutgebieten, kommen aber auf 
der Wanderung und in den Winterquartieren teilweise zusammen vor. 

Man könnte schließlich auch S. nnicolor als Unterart von «S. vulgaris 
auffassen, denn als Brutvogel vertritt er den letzteren im Mittelmeergebiete, 
er ist aber weiter von den übrigen Sturnns-Yonn^w getrennt, als jene von 
einander. Die roten, grünen und stahlblauen Farben sind bei ihm nicht 
nebeneinander verschieden verteilt, sondern gleichmäßig gemischt, sodaß sie 
ein unreines, glänzendes Schwarz ergeben, die Federn sind viel stärker 
verlängert, die weiße Fleekung sehr gering, das Herbstkleid grau überzogen. 

Übersicht der Arten: 

Ad.: Mit sehr verschiedenen metallisch glänzenden Farben . . . . S. vulgaris . p. 41 
Ad.: Einförmig graphitschwarz mit schwachem Purpiirschimmer, nur die Flügel- 
decken mehr purpurrötlich S. unicolor . p. 46 

r71. Sturnus vulgaris vulgaris L. 

Der Star. 

Sturnus vulgaris Linne, Syst. Nat. Ed. X, p. 167 (1758— Typ. Lok. Schweden, ex Eauna 

Suecica, erstes Citat). 
Sturnus varius Meyer, Taschenb. Vög. Deutschi. I, p. 208 (1810). 



42 Sturnidae. 

Turdus solitarius Montagu (nee Latham, Ginelin !), Orn. Dict. Siippl., Art. „Thrush" 
(1813 — errore! Beschreibung und Abb. eines jungen Stars!). 

Sturnus domesticus Brehm, Handb.Xaturg.Vög. Deutschi., p.398 (1831 — mittl. Deutschi.). 

Sturnus sylvestris Brehm, JHandb.Naturg.Vög. Deutschi., p.398 (1831 — mittl. Deutschi.). 

Sturnus 7iitens Brehm, 1. c, p. 399 (1831 — Renthendorf auf dem Zuge). 

Sturnus septentrionalis Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschi., p. 400 (1831 — „bewohnt 
die Färöer-Inseln und andre nördliche Länder, besucht das mittl. Deutschi, 
im Februar, März und Oktober usw." Da Brehm's Beschreibung nichts für 
den Färöer Star charakteristisches enthält, Brehm offenbar auch Schweden, die 
typische Lokalität für vulgaris, in seine Verbreitung einschließt, und der 
Färöer Vogel nie Deutschland besucht, auch Brehm's Sammlung nur deutsche 
vulgaris unter dem Namen septentrionalis enthält, ist es nicht angebracht, 
den Namen septentrionalis für den Färöer Star zu verwenden). 

Sturnus Hollandiae Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschi., p. 1016 (Holland). 

Sturnus guttatus Macgillivray, Hist. Brit. B. 1, p. 595 (1837). 

Sturnus vulgaris intermedius Prazäk, Orn. Monatsber. 1895, p. 144 (Mittel-Europa). 

Sturnus sophiae Bianchi, Ann. Mus. 2t>ol. Ac. Imp. Sc. Petersburg 1896, p. 129 (Twer & 
St. Petersburg). 

{Sturnus longirostris, batavorum und tenuirostris Brehm sind nomina nuda.) 

Engl.: Starling. Franz.: Etourneau. Ital. : Storno. Schwedisch: Stare. 

dad. nach der Herbstmauser : Schwarz mit bunten, metallischen Reflexen: 
Kopf und Kehle dunkelgrün, mit oder ohne Purpurschimmer. Ohrdecken 
grün. Hinterkopf, Hals und Kropfgegend schön purpurrot, Oberrücken und 
Körperseiteu mit purpurnem Schimmer, der erstere mehr rötlich, letztere 
mehr blau. Oberflügeldecken grün, oft mit purpurnem Schimmer, üuterrttckeu, 
Bürzel, Oberschwanzdecken, Brust und Unterkörper grün, die Federn der 
Oberseite mit hell sandigbraunen, die der Unterseite mit weißen Spitzen, sodaß 
die Grundfarbe nicht gut zu sehen ist. Im Laufe des Jahres nutzen sich 
die Federn sehr stark ab, die Fahnen werden schmäler, die weißen Spitzen 
der Unterseite verschwinden völlig, die hellbraunen der Oberseite beinahe 
ganz, ünterschwanzdecken grünlich mit rahmfarbenen Säumen. Schwingen 
tiefbraun mit lichtbraunen Säumen, vor den Spitzen mit großen aschgrauen 
Flecken und schwärzeren Endsäumen. Steuerfedern dunkel aschgrau mit 
hell lichtbraunen Säumen. Unterflügeldecken immer braun mit hell 
lichtbraunen Säumen. Schnabel im Herbst und Winter dunkelbraun, im 
Frühling und Sommer gelb. Füße rotbraun, Iris hellbraun. Flügel etwa 
128—134, Schwanz 64—68, Schnabel 22—25, Lauf 28—30 mm. § wie 
das d, aber etwas kleiner, meist weniger lebhaft grün und purpurn glänzend, 
besonders die Unterseite mehr bräunlich, die weiße Fleckung der Unterseite, 
und etwas auch die bräunliche der Oberseite gröber, nicht so sehr verschwindend, 
da das Kleingefieder besonders an Hals, Vorderbrust und Kopf kürzer ist. 
Jung: Ganz verschieden, einfarbig erdbraun, Schwingen und Schwanz mit 
schmalen licht gelbbraunen Säumen, Zügel und Ohi decken dunkler braun, 
Kehle in der Mitte weiß, Unterkörper mit weißen Streifen. 

(Schon C. L. Brehm machte durch die verschiedenen von ihm benannten 
Staarenarten den Nachdenkenden auf eine große Variation in Maßen und 
Farben Verteilung bei den Staren aufmerksam. Interessant ist seine Behauptung, 
daß bei Rentheudorf während seines dortigen Aufenthaltes eine andre 
langschnäbligere Starenform eingewandert sei. Die Belege in seiner 
Sammlung aber zeigen, daß die von ihm gesehenen Verschiedenheiten nicht 
artliche oder subspezifische waren, sondern höchstens vielleicht Familien- 



Sturnidae. 43 

eigentümlicbkeiten darstellteu. Neuerdings hat Sharpe behauptet, daß in 
England die von ihm als „typisch" bezeichnete, ganz grünköpfige Form 
heimisch oder doch vorherrschend sei, und daß eine „intermediäre" Form 
mit mehr oder weniger purpurrotem Kopf und Kehle, aber noch grünen 
Ohr decken, in Europa zwischen den Wohngebieten des „echten englischen, 
grünköpfigen" und denen des sibirischen „»leuz/neri'-'' (richtiger -poltaratskyi) 
wohne, die auch England, besonders die östlichen Grafschaften, „besuche". 
Prazäk benannte diese Form intermedius, Bianchi ein Jahr später sojJdae. Die 
Untersuchung sehr großen Materials, liauptsächlich zu Tring und im British- 
Museum, hat mich zu der Überzeugung gebracht, daß diese Form nicht 
haltbar ist, denn auch schwedische und englische Brutvögel haben sehr oft 
ebenso viel purpurroten Schimmer wie jene, und daß auch letztere (Rußland) 
nicht selten einen ganz grünen Kopf haben. Überhaupt ist die Färbung 
dieser Teile sehr variabel.) 

Europa vom nördlichen Norwegen und etwa (34 bis 60" nördl. Breite 
in Rußland bis Süd-Europa, Pyrenäen, Italien, in Südost-Europa durch 
aS. 'V. jyurpurascens vertreten. Auf dem Zuge bis nach Madeira und den 
Canaren, sowie ganz Nord-Afrika von Marokko bis Ägypten. In England 
und Süd-Europa immer, in den milderen westlichen Teilen Deutschlands 
häufig überwinternd, und Stand- oder Strichvogel. Sonst Zugvogel. 

Der Star ist ein Bewohner von lichten Laubwäldern mit hohlen Bäumen, besonders 
Eichen, zumal wenn Wasser oder ausgedehntes Wiesenland in der Nähe, man findet 
ihn aber auch in baumarmen oder selbst baumlosen Gregenden, wenn er Felsenwände oder 
Gebäude hat, an denen er nisten kann. Wasserloses Gelände liebt er nicht. Ein 
lebhafter, muntrer und kluger Vogel, außerordentlich gesellig. Flug rauschend, schnell, 
gradlinig, vor dem Niederlassen schwebend, in Schwärmen dicht gedrängt. Lockstimme 
dem Worte star ähnlich, Gesang schnatternd, leiernd, pfeifend, zischend, schnurrend, 
mit nachgeahmten Locktönen und Rufen andrer Vögel untermischt, z. B. oft Miauen, 
Pirolruf, Flöten. $ singt auch, aber leiser. Nahrung Insekten, Engerlinge und andre 
Larven, Würmer, Schnecken, Bremsen, weiche Früchte, Beeren. Der ursprüngliche 
Nistplatz sind Baurahöhlen, jetzt nisten aber Millionen in Nistkästen, mit denen sie 
gar nicht wählerisch sind, andre unter Dächern, an Türmen, in Ruinen, Taubenschlägen, 
Felsspalten. Das aus allen möglichen Baustoffen zusammengefügte kunstlose Nest 
enthält 4 — 7 blaß bläulichgrüne, glänzende Eier, die 14 Tage bebrütet werden. Die 
Eier messen 31.5x2ü.H, '27x20.1 bis 28.3x20.84 und 31.2x22.8 mm. 

In Süd-Deutschland, West-Europa, kurz in milderen und sonst günstigen Gegenden 
werden regelmäßig zwei Brüten gemacht, in andern Ländern (Nordost-Deutschland, 
Skandinavien, Schleswig-Holstein, usw.) machen sie ungestört nur eine Brut. In Dänemark 
hat man ausnahmsweise beobachtet, daß Stare freie Nester in dichten Bäumen bauten 
(Ornis 1886, p. HO). Man muß große Starenschwärme beobachtet haben, ihr douner- 
artiges Gebrause gehört, wenn sie auffliegen oder niedersausen, die Verwüstungen gesehen, 
die sie im Rohr anrichten, worin sie gern übernachten, muß sie in Kirschbäumen und 
Weinbergen gesehen haben, um ihre Menge zu verstehen, den Schaden, den sie trotz 
ihrer sonstigen Nützlichkeit zu Zeiten an gewissen Orten tun können, zu begreifen. In 
Süd- und West-Deutschland wird der Star noch heute vielfach gegessen. Viele sogen, 
gebildete Leute wissen nicht, daß die noch heute sehr geschätzten „Sprehen" junge 
Stare sind. 

72. Sturnus vulgaris granti subsp. nov. 

Dem uord- und mitteleuropäischen Sturnus vulgaris vulgaris gleich, aber 
die erste Schwinge noch mehr reduziert, nur etwa 10 — 13 mm lang, meist 
volle 2 mm kürzer. Der Schnabel ist weniger breit, oft sein* kurz, durch- 



44 Sturnidae. 

schnittlich jedenfalls auffallend kleiner. Die Läufe neigen zu geringer Länge. 
Die Färbung ist völlig wie beim geraeinen Star, Kopf und Kehle grün, ohne 
Purpurschimmer. Rücken oft ganz purpurrot, meist aber wie bei S. v. vulgaris. 

Azoren. (Pico, Sta. Cruz, Sta. Maria, San Miguel, Terceira, Graciosa, 
Corvo, St. George. Typus Nr. 446, d, Graciosa 22. April 1903, gesammelt 
von R. Ogilvie Grant.) 

(Trotz der geringen Unterschiede ist es durchaus angemessen, diese 
Form zu benennen. Es ist nicht ohne Interesse zu sehen, daß hier anscheinend 
eine Form anfängt, ihre Flugwerkzeuge zu verringern, während auf den 
Färöer eine mit gekräftigten Flügeln wohut. Es scheint, als ob Insel- 
formen die Neigung haben, entweder flugios zu werden, oder so kräftig, 
daß sie den Stürmen widerstehen können. Auf den kahlen stürmischen 
Färöer trat beim Star das letztere ein, auf den milderen, bewachsenen und 
mehr Schutz bietenden Azoren die erstere Eigentümlichkeit.) 

73. Sturnus vulgaris poltaratskyi Finsch. 

Sturnus poltaratskyi Finsch, Proe. Zool. Soc. 1878, p. 712 (See Marka-Kul im chines. 
Altai. Typus im Brit. Museum von mir untersucht). 

Sturnus menzbieri Sharpe, Ibis 1888, p. 438 („Asia Minor, Persia, is the starling of 
Krasnoyarsk where Seebohm found it, Afghanistan, India to Assam." Der 
Typus nicht bestimmt. Der erstgenannte Fundort Klein-Asien ist irrtümlich, 
denn Sharpe selbst führt im Cat. B. XIII das klein-asiatische Stück richtig 
unter purjnirascens an. Ich acceptiere als typische Lokalität für Sharpe's 
menzbieri Xrasnoyarsk. Die Stare von Krasnoyarsk sind wie die vom Altai). 

Von S. V. vulgaris durch konstaut purpurnen Kopf und Kehle und 
mehr oder minder rein purpurne Ohrdecken unterschieden. Der ganze 
Oberrücken ist einfarbig grün ohne purpurnen Schimmer, mit den üblichen 
braungelben Spitzen, die nur in ganz abgetragenem Gefieder verschwinden. 
Der ganze Unterkörper ist purpurn, die Weichen am lebhaftesten, ünter- 
flügeldecken in allen Kleidern bräunlich mit ziemlich breiten hellgelblichbraunen 
Säumen, wie bei S. v. vulgaris. 

Bewohnt Sibirien mit Einschluß des Altai bis zum Baikal, wandert 
im Winter in die Ebenen Indiens, wo er von Kaschmir südwärts bis in die 
Breite von Baroda und östlich bis nach Ober-Assam überwintert, sowie 
nach Ost-Persien und Afghanistan und durch Baluchistan und Turkestan. 

74. Sturnus vulgaris faroensis Feilden. 

Sturnus faroensis Feilden, Zoologist 1872, p. 3257 (Färöer). 

Sehr kenntliche Form: Im allgemeinen größer als der gemeine Star, 
erste rudimentäre Schwinge länger und breiter, Flügel und Schwanz etwas 
länger,^) Füße kräftiger, Schnabel merklich größer. Kopf und Kehle grün, 

^) Es ist sehr interessant, daß eine sedentäre Form gegenüber einer wandernden 
Form größere Flugwerkzeuge hat, während sonst die wandernden Formen oft längere 
Flügel aufweisen. Man kann ja leicht verschiedene Zweckmäßigkeitsgründe für diese 
Erscheinung beim Färöer-Star anführen, es fragt sich aber, welche die wahren Gründe 
sind. Die bedeutendere Größe und weniger reduzierte erste Schwinge mögen auf hohes 
Alter der Form hindeuten, oder aber noch wahrscheinlicher auf eine Anpassung an 
das waldlose stürmische Inseheich, das sie bewohnt. 



Sturnidae. 45 

sehr selten mit Purpiirschiminei', Oberseite im allgemeinen etwas dunkler 
und düsterer als die von S. v. vulgaris. Flügel 134 — 136, erste Schwinge 
etwa 16 — 20 mm (gegenüber etwa 12 — 14 beim gemeinen Star), Schnabel 
25 — 30 mm. Die Jungen sind erheblich dunkler und mehr graulich braun, 
als die des gemeinen Stars, die Kehle weniger weiß, Unterkörper nur 
schwach und wenig weiß gestreift. Die Jungen allein würden zur Ab- 
ti-ennung der Form genügen! 

Standvogel auf den Färöer-Inseln. wo er sehr häufig ist und an Fels- 
wänden und Gebäuden nistet. (S. Knud Andersen in Saertryk Vidensk. Meddel. 
nat. Foren. Kbhvu. 1898 p. 358—374.) 



75. Sturnns vulgaris hnmii Brooks. 

Sturnus nitens (non Brelira 1831) Hume, Ibis 1871, p. 410. 

Sturmis htimii Brooks, Ibis Oct. 1876, p. 500 (Cashmere). 

Sturnus ambiguus Hume, Stray Feathers IV, p. 512 (Dezember 1876). 

(Sturnus Indicus und St. splendens sind nomina nuda, daher nicht verwendbar.) 

Oberkopf tief purpurblau, Genick, Hinterhals und Kehle lebhafter und 
mehr rötlich purpurblau, Ohrdecken dunkel metallisch grün, Rücken und 
Vorderbrust kupferrot mit Bronzeschimmer, Bürzel und Oberschwanzdecken 
bi'onzegrün, Flügeldecken dunkel bronzegrün. Unterflügeldecken schwärzlich- 
braun mit schmalen weißen Säumen, Handschwingen mit weißen Außen- 
säumen. Flügel 123 — 125 mm. 

Brütet im Himalaja von Kaschmir bis Nepal und im nordwestlichen 
Punjab, zieht im Winter in die Ebenen N.W.-Indiens. 



76. Sturnus vulgaris nobilior Hume. 

sturnus nobilior Hume, Stray Feathers 1879, p. 175 (Kandahar). 

Sturnus poltoratskyi (non Finsch!) Shai-pe, Cat. B. XIII (partim), Oates u.a. 

Dem S. V. poltaratskyi sehr ähnlich, aber ohne weiteres durch die beim 
alten Vogel stets (und wahrscheinlich in allen Kleidern) schwärzlichen, 
schmal weißlich gesäumten ünterflttgeldecken zu unterscheiden. Kopf und 
Hals rötlich purpurn, der Oberrücken rein dunkelgrün, Oberflügeldecken 
prächtig purpurn, Bürzel meist mit purpurblauem Schimmer, längste Ober- 
schwauzdecken mehr oder minder purpurn. Über die Vorderbrust zieht sich 
ein metallisch gTünes Band, der ganze Unterkörper ist prächtig purpurn. 
Flügel 130 — 133 mm. — Von aS. v. iwltaratskyi durch gestreckteren, 
meist längeren und schmäleren Schnabel, die Farbe der Unterflügel- 
deckeu und Oberflügeldecken, sowie mehr rötlich purpurnen Unterkörper 
unterschieden. 

Afghanistan und Ost-Persieu (Mesched bis Seistan, von Zarudny 
gesammelt), im Winter vereinzelt in N.W.-Indien, Punjab und Sind. 

(Die eigentliche Brutheimat ist nicht mit voller Sicherheit bekannt. 
Ich glaube es ist Afghanistan und Ost-Persien, aber auch von dort liegen 
mir nur Serien aus den Wiutermonaten vor.) 



46 Sturnidae. 

77. Sturnus vulgaris caucasicus Lorenz. 

Sturmis caucasicus Lorenz, Beitr. ürn. Faun. Caucas., p. 9, Taf. Y, Fig. 1 (1887 — typ. 
Lok. Kislowodsk). 

Steht 'S. V. nohilior sehr nahe und das alte Männchen hat wie jener 
schwarzbraune weiß gesäumte Unterflügeldecken, unterscheidet sich 
aber auf den ersten Blick durch den tief grünen, nicht purpurroten Kopf 
und Kehle, auch sind die üuterschwaozdecken nicht so purpurrötlich, sondern 
meist vorherrschend grün. (Die in Dresser's „Manual of Pal. B." p. 401 
angegebenen Unterschiede sind ganz unrichtig.) Unterscheidet sich von 
S. V. vulgaris durch die tief rotpurpurnen Weichen und Oberflügeldecken, 
die dunkeln, schmal weißlich gesäumten Unterflügeldecken und immer 
grünen Kopf. 

Kaukasus und Nord-Persien, auch in den Gebirgen Südwest-Persiens 
noch Brutvogel, von 4000 engl. Fuß aufwärts bis 7000 oder mehr. 

78. Sturnus vulgaris purpurascens Gould. 

Sturnus purpurascens Gould. Proc. Zool. See. London, j). 219 (Typ. Lok. Erzeroum). 

Schulterfedern, Oberflügeldecken, Bürzel und Oberschwanzdecken rötlich 
purpurn, Rücken tiefgrün, ohne oder mit geringem Purpurschimmer. Kopf 
und Kehle grün, mit oder ohne Purpurschimmer. Unterkörper purpurn, 
Körperseiten brouze-purpuru. Unterflügeldecken schwärzlich mit hell rost- 
farbenen Säumen. 

Dobrudscha, Balkanhalbinsel. Oyperu, Klein-Asien, östlich bis Kandahar, 
vereinzelt bis N.W.-Indieu. 

79. Sturnus vulgaris porphyronotus Sharpe. 

Sturnus porphyronotus Sharpe. Ibis 1888, p. 438 (Turkestan, typische Lokalität Yarkand, 
s. Cat. B. Brit. Mus. XIII, p. 38). 

Von 'S. V. pia'pw'osreus durch ganz rötlich purpurnen Rücken wie die 
ganze Oberseite, grüne Kehle und noch mehr grünlichen Kopf verschieden. 

Brütet bei Ferghana und Yarkand in Turkestan, nördlich bis zum 
Tian-Schan und besucht Afghanistan und Indien im Winter. 

80. Sturnus vulgaris minor Hume. 

Sturnus minor Hume, Stray Feathers 1873, ]). 207 (Typ. Lok. Larkhana). 

Geringe Größe! Kopf, Kehle und Vorderhals dunkel bronzegrüu. 
Vorderbrust rötlich violett oder purpurn, Hinterhals und Rücken rötlich 
purpurn, Bürzel etwas matter, Flügeldecken grün, Unterkörper bronzegrün. 
Flügel 115 mm. 

Standvogel in Sind, östlich bis Etawah in Indien. 
81. Sturnus unicolor Temm. 

Sturnus unicolor Tcmminck, Man. d'Orn., p. 133 (1820 — Sardinien). 

dad. Unterscheidet sich von S. vulgaris in allen seinen Formen 
durch die noch viel längeren und spitzigen, schmalen Kehl-, Brust-, Kopf- 



Sturnidae. 47 

und Rückenfedern, die an der Brust und am Vorderlialse bei sehr alten 
Männchen bis zu 4 cm laug werden. Färbung einförmig graphit-schwarz 
mit purpurnem Schimmer, die Oberflügeldecken kupferig purpurn. Flügel 
mattschwarz, die Innenfahnen mehr bräunlich, vor den Spitzen mit asch- 
braunen Flecken und mit schwärzerem, sammetartigen Endsaum. Schnabel 
gelb, an der Wurzel mehr oder minder blaugrau, oft aber auch ganz gelb. 
Füße fleischfarben. Flügel 132—137, Schwanz 68—70, Schnabel 26—30, 
Lauf etwa 31 — 32 mm. 

Das 9 ad. gleicht dem dad., ist aber ein wenig kleiner und meist 
nicht so tief schwarz, etwas mehr grau angelaufen, auch sind im Herbst- 
kleide die weißen Spitzen deutlicher. Das Herbstkleid ist nicht so schwarz, 
wie grau bepudert, die Federn des Kleiugefieders haben, besonders bei 
jüngeren Vögeln und Weibchen, sclimutzigweiße Spitzen, die sich aber sehr 
bald abnutzen. Schnabel schwärzlich, die Füße rötlichbrauu. Das erste 
Jugendkleid ist wie das des gemeinen Stares, aber dunkler, auf der Ober- 
seite ebenso dunkel wie das von S. vulgaris faroensis. 

Bewohner von Spanien und Portugal, Sardinien, Korsika, Sizilien, 
Marokko, Algier und Tunis, wo er Stand- und Strichvogel ist, nur ausnahms- 
weise in Italien und auf Malta. Das angebliche Vorkommen in Palästina, 
im Kaukasus und in Indien beruht durchaus auf Irrtümern. Die Idee, daß 
er im Orient überwintere, ist daher schon deswegen allein sinnlos, außerdem 
findet man ihn in den Atlas-Ländern sowohl als in Süd-Europa das ganze 
Jahr hindurch. 

Die Lebensweise des Eint'arbstaies ist im g^roßeii und ganzen die unsrer Stare. 
Sein Pfiff ist etwas stärker, voller. Die Nahrung ist die aller Stare, aber er scheint 
Schnecken ganz besonders zu lieben. Er nistet teils einzeln, teils in kleinen oder 
größeren Gesellschaften in Löchern an den Felswänden, Ruinen alter Wasserleitungen 
oder sonstiger Gebäude, unter Dächern, au Türmen, auch (selten) in Baumlöchern, oder 
sogar in Bienenfresserröhren, und legt 4 — 6 Eier, die denen unsrer Stare gleichen, 
nur meist etwas heller sind. 

Gattung PASTOR Temm. 1815. 

Enthält nur eine sehr kenntliche Art. Lokale Formen sind bisher 
nicht unterschieden, nach dem von mir gesehenen Material scheinen solche 
auch nicht zu existieren. Die Geschlechter sind fast gleich, das Jugendkleid 
ganz verschieden. Das rosige Gefieder und die große Haube der Alten 
sind sehr kennzeichnend. Füße außerordentlich kräftig, Mittelzehe etwa so 
lang wie der Lauf Flügel laug und spitz, Schwanz kurz und gerade. Nur 
eine Mauser. 

82. Pastor roseus (L.). 

Rosenstar. 

Turdus roseus Linne, Syst. Nat. Ed. X, p. 170 (1758— „Hab. in Lapponia, Helvetia"). 

Turdus seleucis Forskäl, Descr. Anim., p.VI no. 16 (1775). 

Pastor roseus rosans, subroseus A. Brehm. Verz. Samml. p. 4 (nom. nud!). 

Engl.: Rose-coloured Starling. Franz.: Martin roselin. Ital. : Storno marino. 

Ad. Kopf und Hals bis auf den Kropf schwarz mit etwas purpurnem 
Schimmer. Flügel, Schwanz, Flügel- und Schwanzdecken, Steiß und Schenkel- 



48 .Sturnidae. 

befiederung schwarz mit stahlgrünem Schimmer, die Innenfahnen der Schwingen 
braun, ünterflügeldecken schwarzbraun mit weißlichen Säumen. Die ünter- 
schwanzdecken in frischem Gefieder mit kleinen weißen Spitzen. Am Oberrand 
der Schulterfedern zieht sich je ein schmaler schwarzbrauner Sti'eif an den 
Seiten des Rückens entlang, das übrige Gefieder ist hell rosenrot. Flügel 
etwa 28—31, Schwanz 71—73, Schnabel (unbedeckte Firste) 17—20, Lauf 
etwa 30 — 32 mm. gad. wie dad., aber ein wenig kleiner, Farben etwas 
weniger lebhaft, Haube kürzer. Der junge Vogel ist ganz verschieden. Er 
ist oben graulich erdbraun, auf dem Kopfe mit dunkleren Federmitten, auf 
dem Mantel mit gelbbräunlichen Säumen. Flügel und Schwanz dunkelbraun 
mit hell rostgelblichen Säumen. Unterseite bräunlichweiß. Kehl- und ünter- 
körpermitte am weißesteu, Kropfgegend durch dunkelbraune Federmitten 
wie gestreift. Weichen und ünterschwanzdecken auch mit dunkleren Feder- 
mitten. Nach der Herbstmauser haben die schwarzen Kropffedern helle, 
bräunliche Spitzen, die sich gegen den Frühling hin völlig abnutzen. 

Brütet im südöstlichen Europa (in unregelmäßigen Zwischenräumen, 
wie man sagt in Übereinstimmung mit dem Masseuauftreten seiner Lieblings- 
nahruug, der Heuschrecken, bis Bulgarien und Ost-Ungarn), Klein-Asien bis 
Turkestan. Hält sich von Ende Juli bis Anfang Mai in Indien in Menge 
auf, östlich bis Sikkim, Manbhoom und Ceylon, wandert in unregelmäßigen 
Zwischenräumen weit umher, ist in fast allen Teilen von Europa (einmal 
1875 zu Tausenden bei Verona brütend!) beobachtet, nördlich ausnahms- 
weise bis Ost-Preußen, Livland, Finlaud. Lappland, Großbritannien, Belgien, 
öfters in Deutschland, immer in Flügen. 

In seinem Wesen ein echter Star, mit dem er auch ungefähr, die gleiche Nahrung 
hat. Als Heuschreckenf'resser bekannt und bewundert, aber aucli als Fruchtvertilger, 
namentlich in den Maulbeerpflanzungen, und weil sie die Reishalme umknicken und 
unreife Ähren fressen, stellenweise gefürchtet. Nicht ganz so lärmend wie der Star 
und ein etwas besserer Flieger. Eine Schar Rosenstare bietet ein prächtiges Bild dar. 
In ßajputaua sah ich sie zu Tausenden in den rotblühenden Bäumen der Butea frondosa, 
am Fuße der Aravalli-Berge — ein unvergeßlicher Anblick. Nistet ebenfalls wie die 
Stare, aber besonders gern auch an steilen Erdwänden. Eier 4 — 6, ausnahmsweise bis 8, 
denen des gemeinen Stares gleichend, aber viel heller. Maße nach Hey durchschnittlich 
27.97x20.91, im Maximum 29.5x20.6 bezw. 26x21.3, im Minimum 26x21.3 bezw. 
27.1 X 20.6 mm. Durchschnittliches Gewicht 0.412 g. 

Gattung SPODIOPSAR Sharpe 1889. 

Der Gattung Stumns sehr nahestehend, aber das Gefieder weicher, 
Brust- und Kehlfedern weniger lanzettförmig verlängert, Schnabel weniger 
von oben nach unten flachgedrückt, schmäler, kurze Befiederung ganz über 
das Nasenloch hinreichend, Füße schwächer. 

Die Formen dieser Gattung gehören dem indisch-chinesischen Faunen- 
gebiete an, nur eine reicht in die paläarktische Zone hinein. 

83. Spodiopsar cineraceus (Temm.). 

Sturnws cineraceus Temminck, PI. Col. 556 (1832 — Japan). 

dad. Kopf und Hals schwarz, Stirn bis in Augenhöhe, Kopfseiten 
und Ohrgegend weiß und schwarz gestreift, Kinn oft weiß, die weiße 



Sturnidae. 49 

Färbung bald mehr bald weniger ausgedehnt. Ganzer Rücken, Schulter- 
federn und längste Oberschwanzdeckeu bräunlich aschgrau, unterer Bürzel 
und kürzere Oberschwanzdecken weiß. Schwingen schwärzlich, Handschwingen 
schmal, Armschwingen etwas breiter, an den Außenfahnen weiß gesäumt, 
alle vor den Spitzen etwas metallisch glänzend, obere Flügeldecken und 
die innersten Armschwingen mit bronzenem Schimmer. Kehle und Kropf- 
gegend schwarzgrau mit undeutlichen helleren Schaftstrichen, Brustseiten 
und Weichen heller grau, ünterschwanzdecken, Mitte des Unterkörpers und 
der Brust, Schulterfedern und ünterflügeldecken weiß. Steuerfederu schwärzlich, 
Innenfahnen mit durchschnittlich etwa 1 cm weiten weißen Spitzen, das 
mittelste Paar einfarbig. Schnabel orange, Spitze oft schwärzlich, Basis des 
Ünterschnabels blaugrünlich oder graulich, Iris braun mit weißem Bing, 
Füße gelblich. Flügel 128—135, Schwanz 67—70, der unbedeckte Schnabel 
24—25, Lauf etwa 28—30 mm. 

Q ad. Dem ö ad. ähnlich, aber alle Farben weniger rein, Kehlmitte 
weißlich, Kehle und Kropf mehr bräunlichgrau, Körperseiten heller graubraun, 
Mitte des Unterkörpers schmutzig bräunlichweiß; ein wenig kleiner. Junge 
den o ähnlich, aber noch bräunlicher. 

{Sjt. colletti Sharpe (Ibis 1888 p. 477) von unbekanntem Fundorte, ist 
wahrscheinlich nur eine melanistische Aberration.) 

Vom südlichen Daurieu durch die üssuri-Länder und die Ost-Mongolei 
bis Japan und China. In Sibirien, der Mongolei, Nord-China und Jesso 
Zugvogel, im südlicheren Japan angeblich Standvogel. Überwintert im 
südlichen China, Hainan und Formosa, wurde einmal in Birmah erlegt. 

Bewohnt mi4 Bäumen bestandene Ebenen, wo er nach Starenart in Baumlöchern 
nistet und 4 — 7 Eier legt, die denen unsrer Stare ähneln, aber dunkler blau sind, auch 
oft etwas kleiner. Die Maße sind nach Taczanowski (Faune Sib. ürn. I, p. 546): 
28x20, 28.5x20.6, 29x20, 29x20.8, 30x20.2, 30x21, 29.5x20.4, 27.2x21, 
28.1x20.3 mm. 

Gattung STURNIA Lesson 1837. 

Starenartig, aber das Gefieder viel weicher, der Schnabel viel höher 
und schmalspitziger als bei Stiimus, an der Wurzel merklich breiter, etwa 
wie geschwollen. 3 Arten, von denen 2 unser Gebiet bewohnen. Die alten 
Männchen lassen sich wie folgt unterscheiden: 

f Rücken aschgrau S. sinensis (Gm.) . 

\ ßücken purpurn 2 

f Kopfseiten mit rotbraunem Fleck, Körperseiten taubengrau . S. violacea . p. 50 

\ Kopfseiten ohne rotbraunen Fleck, Körperseiten weißlich . . S. sturnina . p. 49 

84. Sturnia sturnina (Fall.). 

Gracula sturnina Pallas, Heise ßuss. Reich. III, p. 695 (1776 — • „In salicetis Dauuriae 

australioris, circa Ononem et Argunum"). 
Sturnus dauricus Pallas, Acta Holm. 1778, p. 197, Taf. VII (Daurien). 
Turdus dominicaniis Bodd., Tabl. PI. Eni., p.38 (1783) (ExPl.Enl.627:MerleDominiquain 

des Philippines). 
Turdus striga Raffles, Trans. Linn. Soc. London XIII, p. 311 (1820 — Sumatra). 
Fastor malayensis Eyton, Proc. Zool. Soc. London 1839, p. 103 (Malakka). 

E. Hartert, Die Vögel der paläarktischeu Region. 4 



50 Sturnidae. 

dad. Oberseite: Kopf und Hals aschgrau, im Genick ein purpnrvioletter 
Fleck. Rücken purpurviolett, Bürzel und Oberschwanzdecken hellrostgelblich, 
die längsten Schwanzdecken purpurstahlblau oder purpurviolett. Schwingen 
schwärzlich, Außenfahnen der Handschwingen schmal rostbraun gesäumt, 
Innenfahnen breit weißlich rostgelb, Spitzen metallisch glänzend und mit 
schmalen sammetschwarzen Endsäumen. Armschwingen: Außenfahnen grünlich 
metallgiänzend, Basishälfte der Innenfahnen größtenteils weißlich, Außenfahnen 
der äußeren mit hellbräunlich grauem Fleck. Kleine Flügeldecken dunkel 
purpurn, mittlere, soweit sie unbedeckt sind, gelblichweiß, eine Binde durch 
den Flügel bildend, Schulterfederu purpurn und rahmfarben, die große Serie 
der Flügeldecken stahlgrünlich mit rahmfarbenen, länglichen, tropfen ähnlichen 
Flecken an den Spitzen. Steuerfedern wie samraetartig und grünlich metall- 
schimmernd, Basis glanzlos, äußerste Spitze desgleichen. Unterseite weißlich- 
grau, Mitte des Unterkörpers und der Brust reiner weiß, ünterschwauzdeckeu 
und Aftergegend mit rostfarbenem Anflug. Unterflügeldecken weißlich. 
Flügel 105—110, Schwanz 52 — 54, Schnabel 14 — 15, Lauf etwa 25 mm. 

9 ad. Oberseite aschbraun, am Kopfe heller und mehr graulich, der 
Genickfleck dunkelbraun. Bürzel weißlich rostfarben, Schulterfedern mit 
weißlichen Spitzen, Flügel viel bräunlicher und matter als beim dad., 
Schwanz desgleichen, Unterseite wie beim dad. 

Die roströtliche Färbung auf dem Bürzel, an den Spitzen der Flügel- 
decken und Schulterfedern und unter dem Schwänze ist am frischvermauserten 
Vogel sehr lebhaft, verschwindet aber gegen das Frühjahr hin mehr oder 
minder. Der junge Vogel soll dem 9 ähnlich sein. 

Ost-Sibirien, die Mongolei und Nord-China, durchzieht im Herbste 
ganz China und überwintert in Hinter-Indien, der Malakkahalbinsel, Sumatra 
bis Java und den Nikobaren. 

Bewohnt baumreiche Ebenen und findet sich oft in Gesellschaft von Spodiopsar 
cineraceus. In Ost-Sibirien trifft er nach Godlewski erst gegen Ende Mai ein, und 
soll schon Ende Juli wieder von seinen Brutplätzen fortziehen. Die 5 — 7 Eier findet 
man um die Mitte des Juni in Baumlöchern. Sie haben Starencharakter, sind aber 
dunkelblau und messen nur 24x17.2, 24.1x16.8, 24.2x18, 24.5x20, 24.8x17.3, 
25 X 18, 25 X 18.2 mm. 

85. Sturnia violacea (Bodd.). 

Motacilla violacea Boddaert, Tabl. PL Eni., p. 11 (1783— Ex Daubenton Fl. Eni. 185: 

„Le Grand Traquet des Philippines"). 
Pastor ritficolUs Wagler, Syst. Av., Genus Pastor no. 19 (1827 — Manilla). 
Lamprotornis pyrrhogenys Temminck & Schleg., Fauna Japonica. Aves, p. 86 (1850— 

Japan). {L. pyrrhopogon unter Tafel 46, wohl Druckfehler.) 

dad. Oberseite der von 5. starnina ähnlich, aber der Kopf nicht 
graulich, sondern bräunlich oder rahmartig weiß, ohne purpurblauen Genickfleck, 
Ohrdecken und Fleck hinter denselben rotbraun, Schulterfedern ohne weiße 
Spitzen. Unterseite weiß mit sehr schwachem rahmfarbenen Anflug, Kropf- 
gegend häufig rotbraun gefleckt, manchmal mit vollkommenem rotbraunen 
Querbande. Über die Vorderbrust ein häufig unterbrochenes aschgraues Band, 
Brust und Körperseiten aschgrau. Das 9 ähnelt dem von *S. stambia, aber 
die Schulterfedern sind einfarbis' braun. Größe etwa wie die von S. starnina. 



Oriulidiif. 51 

Mau könnte S. violacea als geographisclien Vertreter (Subspezies) von 
<S. stiimina behandeln, aber die ünterscbiede sind so scharf ausgeprägt, daß 
die beiden Formen sehr gut nebeneinander vorkommen könnten, daher 
ändere ich die bisher übliche binäre Nomenklatur derselben nicht. 

Brütet in Japan und richtet seinen Zug im Herbste direkt nach 
Süden, denn er ist nicht in China und Formosa beobachtet worden, überwintert 
aber in Menge auf den Philippinen und ist mehrfach auf Borneo, einzelne 
in Celebes und einmal auf Batjan gefunden worden. 

Brütet nach Art seiner Verwandten und Ir.trt dunkelblaue Eier, die nacli Xehr- 
korn 25- — 25.5 x IS mm messen. 



Familie ORIOLIDAE. 

Flügel mit lU Haudschwingeu, die erste Handschwinge wohl entwickelt, 
in Oriolas etwa halb so lang wie die zweite, die dritte am längsten. 
12 Steuerfederu. Füße stark und kurz, J^auf hinten von 2 glatten Schienen 
umschlossen. Nasenlöcher frei, Schnal)elborsteu vorhanden. Schön gefiirbte 
bunte Vögel durch sclmittlich von Drosselgröße. Echte Baumbewohner. Durch- 
aus Tropenvögel, nur eine Art bewohnt Europa. Hängende kurze Nester. 
.Tunge mehr oder minder gestreift. Niii- eine Mauser im Jahre. 

Europa, Asien, Afi-ika und die niiiliiyische Inselwelt bis Austi*alien. 
In Amerika fehlend. 

86. Oriolus oriolus oriolus (L.). 
Pin.l. 

Coracias Oriolus Linnc, Syst. Xat. Ed. X, p. 107 (1758 — „Hab. in Europa, Asia." Tjqj. 
Lok. Schweden, nach dem ersten Zitat). 

(Mohis Galbula Linne, Syst. Nat. Ed. XII, p. 160 (1766). 

Oriolus Galhula varietas virescens Hempricli vt, Ein-enberg, Symb. Phys., fol. 2 (1833 — 
„Nubia et Dongala''. Ii-rtum!). 

Oriolus aureus Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutsch!., p. 156 (1831 — Nord-Deutschland). 

Oriolus garrulus^) Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschi., p. 157 (1831- Mittel- 
Deutschland). 

Oriolus Ualhula musicus, tihicen, minor, altice-ps, [jlnniceps, crassirostris, septentrionalis 
A. Brehm, Verz. Samml., p. 4 (nom. nuda!). 
Engl.: Golden Orinle. Franz.: Loriot. Schwed.: Sommargylling. Ital. : ßigogolo. 

dad. Oberseite und Unterseite »oldgelb. Züo-el schwarz. Flüg-el 
und Flügeldecken schwarz. Handschwingoii mit feinen weißen Außensäumen, 
alle Schwingen im frischen Gefieder mit weißgelben Spitzeusäumen. die 
aber durch Abnutzung im Frühling verschwinden. Hauddeckeu gelb, an 



^) Brehm's Oriolus garrulus ist keineswegs eine besondere Art. Der Xame 
beruht auf (namentlich unten) blassen Individuen, die Unterschiede des Schnabels und 
Scheitels, die der Autor angab, sind nicht stichhaltig. Solche helle Stücke scheinen 
nicht immer jüngere zu sein. Sie brüten in dem liellen Gefieder und sind nur individuelle 
Aberrationen, die in allen Ländern ihres Aufenthaltes vorkommen. Ich kenne sie aus 
Renthendorf, Ost-Preußen, Schlesien. 



52 Oriolidae. 

der Wurzel schwarz. Schwanz schwarz mit ausgedehnten gelben Spitzen, 
mittelstes Paar nur mit Ideinen gelben Spitzensäuraen, äußerste Wurzel 
schmutziggelb. Die Ausdehnung des Gelb im Schwänze variiert etwas. 
Unterflügeldecken gelb. Iris dunkel blutrot. Schnabel matt braunrot, Füße 
bläulich bleigrau. (Im allgemeinen sind die alten Männchen sehr konstant, 
es kommen aber auch Stücke vor, die unten viel heller, fast weißlichgelb 
sind. Solche pflanzen sich nach Ausweis der Brehm'schen Sammlung fort, 
können also nicht ganz jung sein. Ich sehe überhaupt nicht ein, daß es 
jüngere Stücke sein müssen, sondern halte sie für alte, aber abweichend 
gefärbte Individuen. Aus Süd -Kußland liegt mir ein oben schwarz- 
gestreiftes Stück vor.) Flügel 149—158, Schwanz 85—93, Lauf 21—23, 
Schnabel 23—26 mm. 

9 ad. Hell olivengrün mit gelblichem Anflug (etwa Zeisigfarbe), 
Bürzel und Oberschwanzdecken viel gelblicher. Schwingen mattschwarz mit 
schmalen weißlichen Außensäumen und Spitzen. Steuerfedern olivenfarben, 
Wurzel gelb, nach der Spitze zu schwarz, Lmenfahnen mit ausgedehnten, 
Außenfahnen mit kleinen gelben Spitzen, mittelstes Paar nur mit ganz 
schmalen gelben Spitzen. Kinn und Kehle bis auf den Kropf hellgrau mit 
dunklen Mittelstreifen. Brust und Unterkörper weißlich mit mattschwarzen 
Schaftstreifen, Mitte des Unterkörpers ungestreift, Seiten mit mehr oder 
minder starkem, oft bis in die Mitte ausgedehnten gelben Anflug, ünter- 
schwanz- und Unterflügeldecken gelb. (Die 9 ändern vielfach ab. Die 
Oberseite ist oft viel mehr gelb, aber immer grünlichgelb, nie rein goldgelb. 
Die Unterseite ist oft lebhaft gelb, nur Kehle und Kropf mit grauem 
Anflug, die schwärzlichen Schaftstriche oft sehr spärlich. Einzelne alte 9 
ähneln den ö etwas und sind wohl als sterile, hahnenfedrige 9 anzusehen. 
Die auffallendsten Verschiedenheiten in der Brehm'schen Sammlung und 
von mir in Ost-Preußen für Homeyer gesammelt.) Der junge Vogel gleicht 
dem 9 . Das Nestjuuge ist oben hellzeisiggrün mit hellgelben Federspitzen, 
die Unterseite weiß mit schwärzlichen Schaftflecken. 

Europa im allgemeinen, in Schweden bis zum 63. Grad, in Kußland 
bis zum 60. Grad. Ob in N.W.-Afrika nur Zugvogel oder auch brütend, 
noch nicht sicher festgestellt, im Osten bis zum Kaukasus, Persien, Turkestan 
und Süd-Sibirien bis zum Tian-Schan und Altai. Zugvogel, der im Winter 
bis nach Süd-Afrika und Madagaskar wandert. In England im allgemeinen 
fehlend, aber auf den Scilly-Iuseln und in Cornwall einzeln brütend, sonst 
nur ausnahmsweise und auch nur in den südlicheren Teilen. Einzelne 
Stücke sind auf Madeira und den Azoren erbeutet, auch auf den Färöer im 
Mai 1893. Als seltener Wintergast in Sind. 

Zugvogel, der meist erst im Mai (in Deutschland) kommt und uns im August 
schon wieder verläßt. 

Bewohnt nur Wälder und andre baumreiche Gegenden, besonders Laubwälder 
(Eichen), aber auch. gern Kiefernwälder und Erlenbestände. 

Scheu, wild, zanksüchtig und unstet, fast immer im Gelaube der Bäume sich 
aufhaltend, besonders in den Kronen hoher Bäume. "Wenn ausnahmsweise auf dem 
Erdboden, sich mit schwerfälligen Sprüngen fortbewegend. Elug meist in großen, flachen 
Bogenlinien. Am meisten wegen seines herrlichen, flötenden, weithin klingenden Paarungs- 
rufes bekannt, das wie gidlio, gitadidlio, gipliagiblio klingt und von den Laudieuten 
mit „Vogel Bülow" oder „Pfingsten Bier holn, aiissaufen mehr holu" u. dergl. mehr 
verglichen wird. Lockstimme ein helles gjäk, jäk, jäk oder rauhes Schrak, Angstruf 



Oriolidae. 53 

ein unangenehmes krächzendes Schnarren. Außerdem hat der Pirol noch einen 
schwatzenden, schnalzenden, wie hinrieselnden Gesang, auf den zuerst C. L. Brehm 
und später Heinrich Seidel aufmerksam machten, den aber nachher Viele beobachtet 
haben. Ich glaube, daß er diesen Gesang nicht immer und nicht regelmäßig hören 
läßt. Nahrung Insekten, namentlich glatte, bisweilen aber auch behaarte Raupen und 
Käfer, später im Jahre auch Kirschen und andre weiche Baum- und Buschfrüchte. 

Brütet natürlich nur einmal im Jahre. Das Nest weicht von denen aller andern 
europäischen Vögel ab, denn es hängt derart in einer Zweiggabel, daß die Ränder fest 
an die Zweige befestigt sind. Es ist tief napfförmig, meist aus bandartigen Gräsern, 
Bast, Fäden, Birkenrinde, auch gelegentlich Papierstreifen u. dergl. geflochten, mit 
weichem Grase, Wolle und Federn ausgefüttert. Meist hängt es sehr hoch in Eichen, 
Erlen, Birken, Kiefern und andern Bäumen, nicht selten aber auch nur 1^/2 — 3 oder 
4 m hoch, so besonders in den Rheingegenden und Westfalen in jungen Eichen- 
schonungen. Ende Mai (sehr selten) bis Ende 'Juni findet man die 4 — 5 wundervollen, 
rein weißen, frisch rosa angehauchten oder rahmfarbig weißen, glänzenden Eier, mit 
tief purpurbraunen, fast schwarzen Flecken, seltener auch mit hellgrauen Schalenflecken 
geziert. Maße: 28x20.3, 30.8x21.34 bis 32.2x20.7 mm. Durchschnittliches Gewicht 
nach Rey 0.386 gr. 

Natürlich findet nur eine volle Mauser im Jahre statt, diese dauert aber anscheinend 
sehr lange. 

87. Oriolus oriolus kundoo Sykes. 

Oriolus kundoo Sykes, Proc. Zool. Soc. London 1832, p. 87 (Dukhun). 
Oriolus galbuloides Gould, Proc. Zool. Soc. London 1841, p. 6 (Alpine Punjab — 
nomen nudum !). 

Das ö unterscheidet sich von 0. 0. oriolus wie folgt: Der schwarze 
Zügelfleck ist etwas breiter und bis hinter das Auge fortgesetzt, sodaß dort 
ein kleiner dreieckiger Fleck steht. Die Armschwingen haben gelbe Flecke 
au den Enden der Außensäurae, die Handdecken ausgedehntere gelbe 
Färbung, sodaß der Flügelspiegel größer ist, die schwarze Basis der Steuer- 
federn ist viel beschränkter, sodaß die äußeren fast ganz gelb erscheinen, 
der Flügel ist kürzer: 140—142 mm. Q dem von 0. 0. oriolus ähnlich, 
aber kleiner und unten viel gelber. 

Bewohnt ganz Indien, bis zu 9000 engl. Fuß im Himalaja, Kaschmir 
bis Afghanistan und Turkestan. 

Lebensweise wie bei unserm Pirol. Eier 3 — 4, 28 x 20 mm. 

88. Oriolus Indiens Jerd. 

Oriolus indicus Jerdon,i) 111. Ind. Orn. Text zu Taf. XV (1847— Malabar, Travancore etc.). 
Oriolus diffusus (nom. emend.) Sharpe, Cat. B. Brit. Mus. III, p. 197 (1877). 

(3 gelb, von den Nasenlöchern über die Augen ein breiter tiefschwarzer 
Streif, der durch einen bis zu 2 cm weites schwarzes Feld am Hinterkopfe 
verbunden ist. Handschwingen schwarz mit schmalen weißen Außensäumen, 
Armschwingen mit breiten gelben Außensäumen. Steuerfederu schwarz, 
alle mit Ausnahme der beiden mittelsten mit breiten gelben Spitzen. 
Kücken meist mit etwas grünlichem Schimmer, sonst lebhaft gelb. Flügel 



1) Es liegt durchaus kein Grund vor, den Namen Jerdou's zu verwerfen. Er 
hat die Art gut beschrieben und abgebildet und fügt hinzu, daß „the 0. indicus of 
Brisson and others may possibly refer to this though faultily described''. 



54 Oriolidae. — Frinoillidae. 

153_160, Schwanz 95—99. Sehuabel 30—32, Lauf etwa 37—38 mm. 
Schnabel rosenrot. Q dem ö ähnlich, aber der ganze Rücken gTünlich und 
die mittleren Steuerfedern mehr oder weniger grün angeflogen. Jüngere (S 
oft von den alten 9 kaum zu unterscheiden. Der junge Vogel ähnelt dem 9 
von 0, galhula. Er ist oben gelbgrüu, die Kopffedern mit gelben Quer- 
binden, die am Hinterkopfe deutlich durchscliimmern, das schwarze Nacken- 
band nur schattenartig augedeutet. Unterseite zitronengelb oder weißgelb mit 
schwarzen Schaftstreifen, Schwanz gelblich olivengrün mit gelben Spitzen 
der Innenfahnen und vor denselben undeutlich begTenzten schwarzen Binden. 
Schnabel schwärzlich. 

Dieser Pirol gehört einer ganz andern Gruppe an als 0. oriolns. In 
ihr sind die 9 von den ö nur wenig, oft kaum verschieden. 0. indicus, 
tenuirostris, und mehrere andre dürften wohl nichts mehr als Subspezies einer 
Art sein. Die zuerst benannte Form dieser Gruppe ist der Oriolns cldnensis 
Linn. ex Brisson des Cat. B. Brit. Mus. III. p. 203. Man kann im Zweifel 
über diesen Namen sein. Brisson gibt als Vaterland Cochin-China au, aber 
seine Beschreibung der Flügel paßt nur auf die philippinische Form, den 
0. acrorhyncluis Vigors P. Z. S. 1831, p. 97. 

0. indicns bewohnt als Brutvogel Ost-Sibirien (Ussuri), Süd-Daurien, 
China und Formosa, anscheinend auch Hainan, und überwintert in Birmah, 
der Malakkahalbiusel, Indien und Ceylon. 

Der Gesang soll lautor sein, als der von 0. oriolus, sonst aber ähnlich, Nest und 
Eier ähneln ebenfalls denen unsrer Art, letztere sind aber etwas größer, indem sie 
30x22.8, 30.7x22.4, 31x22.3, 31.2x22.3 mm usw. messen. 

Familie FRINGILLIDAE. 

Kegelschnäblige Singvögel mit neun Handschwingen, d. h., daß die 
erste ganz verkümmert, nicht sichtbar ist. Der ünterschnabel sehr oft stark 
gezähnt oder gewinkelt. Lauf an der Hinterseite voll geschient, vorn geschildert. 
Schwanz zwölffedrig. Nasenlöcher durchgehend, nahe der Basis und der Firste. 
Geschlechter meist sehr, oft aber auch nicht merklich verschieden. Es scheint, 
daß alle Fringillideu nur eine volle Mauser haben, die im Spätsommer und 
Herbst vor sich geht. Die oft wesentlich verschiedenen Frühlingskleider 
entstehen lediglich durch Abnutzung oder Abfallen der Federränder. Die 
von den Verfärbungstheoretikern behauptete .,ümfäi-buug" habe ich nirgend 
feststellen können! Nester meist offen, seltener in Höhlungen oder freistehend 
und überwölbt, Eier meist gefleckt, selten einfarbig. 

Am nächsten steht den Fringillideu die lediglich amerikanische, 
schlecht abgegrenzte Familie der Tanagriden, mit der wir in diesem 
Werke nichts zu schaffen haben. Die auch nahestehenden Webervögel 
(Floceidae) lassen sich an der langen ersten Schwinge erkennen, sind alle 
„zehnhandschwingig"; sie bewohnen die Tropenländer der alten Welt und 
gehören nicht zur paläarktischen Fauna, obwohl im Niltal ein Feuerweber 
(Pyromelana), eine Witwe (Vidua), eine Lagonosticta und Hypochaei-a vltra- 
marina bis in sonst vorzugsweise von paläarktischen Formen bewohnte Breiten 
hinaufreichen. Eine Einteilung der Fringillideu in Unterfamilien scheint nicht 
durchführbar, manche der Gattungen sind wenig voneinander verschieden. 
Die Fringillideu umfassen die Finken, Sperlinge, Kernbeißer, Zeisige, Ammern, 
Gimpel usw. und bewohnen fast die ganze Welt. 




Fringillidae. 55 

Gattung COOOOTHRAUSTES Fall. 1811. 

Gekennzeiclmet durch den gewaltig dicken, breiten und hohen Schnabel, 
bei dem die Länge, Breite an der Basis des Unterschuabels und Höhe fast 
ganz gleich sind. Schwanz kurz und gerade, etwa 
halb so lang wie der Flügel. Im Flügel sind die 
erste (entwickelte) bis dritte Schwinge fast gleich 
lang und am längsten, die vierte wenig kürzer, die 
folgenden viel kürzer und höchst merkwürdig am Ende Figur 13. 

ausgeschweift (siebe Fig. 13). Lauf und Füße kurz 
und stark, Lauf etwa so lang wie Mittelzehe. Geschlechter nur wenig ver- 
schieden, Junge ganz anders, auf der Unterseite quer gefleckt. 

Bewohnt fast die ganze paläarktische Region. 

89. Coccothraustes coccotliraustes coccothraustes (L.). 

Kirschkernbeißer. 

Loxia coccothraustes Linne, Syst. Nat. Ed. X, p. 171 (1758 — ex Gesner, Aldrovandi, 
Albin, Willoughby, Kay u. a. m. „Habitat in Europa australiori"). 

Coccothraustes vulgaris Pallas, Zoogr. ßosso-Asiat. II, p. 12 (1811 — Süd-Rußland bis 
Sibirien — ? partim). 

Coccothraustes deformis Kocli, System d. baier. ZooL, p. 226 (1816 — Bayern). 

Coccothraustes fagorum Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutsclil., p. 256 (1831 — Laub- 
hölzer mit Steinbuchen). 

Coccotliraustes cerasorum Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschi., ]). 257 (1831 — Laub- 
hölzer und Gärten). 

Coccothraustes planiccjjs Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschi., p.258 (1831 — ■ im Winter 
bei Rentheudorl). 

Coccothraustes atrogularis Macgillivray, Hist. Brit. B. I, p. 356 (1837 — Großbritannien). 

Coccothraustes Europaeus Swainson, Class. B. II, p. 227 (1837 — auf Selby's Abbildung 
zu bezichen). 

Coccothraustes minor Brehm, Vogelfang, p. 94 (1855 — Ungarn und Renthendorf). 
Engl.: Hawfinch. Franz.: Grosbec. Ital.: Frosone. 

(5 ad. Oberkopf und Kopfseiten zimmtbraun, an der Stirn heller, am 
Hinterkopf etwas dunkler. Der ganze Hinterhals aschgrau. Rücken, Schulter- 
federn und kleine Flügeldecken schokoladenbraun, mittlere und große Flügel- 
decken zum größten Teile grauweiß, eine breite weißliche Längsbinde durch 
den Flügel bildend. Schwingen, Handdecken und benachbarte große Flügel- 
decken schwarz, die äußern Handschwiugen mit weißem Fleck in der Mitte 
der Innenfahne, die iunern an der Basis der Innenfahnen zu etwa % weiß, 
Armschwingen mit kleinerem weißen Fleck an der Tnneufahne. Spitzen der 
Handschwingen stahlblau, Außenfahnen der Armschwingen an der Spitzen- 
hälfte mit breitem violettblauen Außensaum, die innersten Armschwingen 
braun. Steuerfedern: Außeufahnen schwärzlich, Innenfahnen schwarz, Spitze 
zu etwa % weiß, nach der Mitte zu weniger, mittelstes Paar bräunlich, au 
den Spitzen weißlich. Bürzel heller, Oberschwanzdecken dunkler zimmtfarben. 
Zügel und ein ganz schmaler Streif um den Schnabel herum schwarz; Kehle 
schwarz, bisweilen seitlich weißlich begrenzt, übrige Unterseite graubraun 
mit weinrötlichem Aufluge, Bauchmitte weißlich, Uuterschwanzdecken weiß. 
Achselfedern und Unterflügeldecken weiß, letztere am Außenrande durch die 
hervortretenden braunschwarzen Federwurzeln mit schwarz gefleckt. Iris 



56 Fringillidae. 

weißlich, Schnabel zur Brutzeit bleiblau, nur der ünterschnabel in der Mitte 
weißlich, im Herbst und Winter fleischfarben, Füße hellbräunlich. Flügel 
100—105, Schwanz 53—57, Schnabel 19—22, Lauf etwa 21--22 mm. 

9 dem dad. ähnlich, aber weniger lebhaft gefärbt, Oberkopf und Kopf- 
seiten mehr graubräunlich oder olivenbräunlich als zimmtbraun, Unterseite 
ebenfalls mehr graubräuulich, Mitte des Unterkörpers mehr weißlich. 

Der junge Vogel ist sehr verschieden: Kopf bräunlich grünlichgelb,. 
Kehle hellgelb, Rücken braun, undeutlich gefleckt, Unterseite bräunlichweiß 
mit schwarzbraunen Federspitzen. 

Die Unterscheidung von Unterarten in Europa steht noch aus. Im 
Museum zu Tring ist ein Paar aus Corsica, von Whitehead gesammelt,, 
das sich durch auffallend kleine Schnäbel und geringe Allgemeingröße aus- 
zeichnet. Diese Korsikaner aber haben nicht den hellgrauen Bürzel der 
algerischen Form. Nach dem geringen vorliegenden Material wage ich noch 
nicht, die Form zu benennen. Englische Stücke sind meist unten dunkler, 
was aber von dem russigen Zustande des Landes herrühren dürfte, denn 
das ganz frische Gefieder scheint nicht von dem kontinentaler Individuen 
abzuweichen. Die Stirn wii'd im Frühjahr heller, überhaupt finden einige 
Variationen im Farbenton und in der Größe statt. Daß südosteuropäische 
und ungarische Stücke kleiner und lebhafter gefärbt sind, habe ich nicht 
gefunden; italienische sind meist, aber nicht immer, sehr licht und groß. 

In Skandinavien nur im Süden und auch dort ziemlich selten, in England 
(an Zahl in vielen Grafschaften zunehmend) fast überall, wenn auch lokal 
und meist in geringer Anzahl brütend, in Irland nur seltener Wintergast. 
In Rußland nach Norden bis St. Petersburg, in Mittel-Europa allgemein 
verbreitet, aber häufiger in Süd-Europa, von Spanien bis Griechenland. Klein- 
Asien und Nord-Persien. In Ägypten und Palästina wohl nur ausnahmsweise. 
Anscheinend bis West-Sibirien, die genaue Grenze nach Osten aber ist schwer 
zu bestimmen, denn die östliche Form ((7. c. japoniem) ist schwer zu unter- 
scheiden und vielleicht findet ein allmählicher Übergang statt. 

In England und andern milden Gegenden Stand- und Strichvogel, in rauheren 
Klimaten Strich- und Zugvogel, aber kein großer Wanderer. 

Der Kirschkerubeißer ist ein Bewohner von Parks, baumreichen, stillen Gärten, 
gemischten und reinen Laubwäldern und Feldhölzern. Er ist ein scheuer Vogel, der 
sich in dichten Baumkronen wohl zu verbergen weiß. Auf dem Boden sieht man ihn 
seltener. Der Flug geschieht in flachen, weiten Bogeuliuien, schnell und ruckweise. 
Die Lockstimme ist ein kurzes scharfes „zicks zicks" und ein gedehntes durchdringendes, 
„zih". Der Gesang ist klirrend und schirkend, nicht laut. Nahrung allerlei Sämereien^ 
namentlich aber die Kerne der Kirschen, Schlehen, Buchen und Hainbuchen, Unkraut- 
samen, Taxusbeeren, besonders gern auch Erbsen, im Frühling auch Baumknospen, 
wodurch er schädlich werden kann, und Insekten, namentlich große Käfer. Die Jungen 
werden teilweise mit Insekten, namentlich mit Raupen gefüttert. Ende April wird 
meist mit dem Xestbau begonnen und wenn die Bäume belaubt sind, findet man die 
Gelege. Sie bestehen aus 4 — 6 Eiern, welche hellgrau oder hellgelbbräunlich, oder 
auch bläulich bis olivengrünlich sind und mit hellgrauen Schalenflecken und tiefbrauneu 
Schnörkeln, Linien und Flecken gezeichnet sind. Durch die Strich- und Schnörkel- 
zeichnung ähneln sie den Eiern von Emheriza miliaria und unterscheiden sich dadurch 
von allen heimischen Fringillideneiern. Sie messen 23.52 X 16.8, 24.46 x 17.50, 
27.1x16.7, 22.7x17.3, 23 x 16.6 mm. Das durchschnittliche Gewicht beträgt nach 
ßey 0,236 gr. 

Das $ brütet 14 Tage. Das Nest steht auf Bäumen, meist ziemlich, oft sehr 
hoch, selten niedrig in Büschen. Es erinnert an ein vergrößertes Gimpelncst, denn es 



Fringillidae. 57 

bestellt aus einem unterbau Ton trockenen Reisern, ist ziemlich flacli und die Mulde 
mit feinen Gräsern, Würzelcheu, Flechten, Moos und einigen Haaren ausgefüttert. Es 
findet nur eine Brut im Jahre statt. Zur Brutzeit versteckt und paarweise, später in 
kleinen Flügen und mehr bemerklich. 

90. Coccothraustes coccothraustes japonicus Temm. & Schleg. 

Coceothraustes vulgaris japonicus Temminck & Schlegel, Faun. Jap., pl. 51 (1850). 

Kaum von C. c. coccothraustes zu unterscheiden, doch ist der Rücken 
meist etwas lichter, die Kopfseiten heller, der Unterkörper in der Mitte heller 
und sehr oft sind die weißen Spitzen der Steuerfedern weniger ausgedehnt 
(15—20 mm.) 

Japan, Corea, Nord-China, Ost-Sibirien. Genaue Grenze nach Westen 
hin nicht sicher festgestellt, auch wohl schwer festzustellen, weil vielleicht 
ein allmählicher Übergang stattfindet und einzelne Stücke schwer zu unter- 
scheiden sind. 

91. Coccothraustes coccothraustes buvryi Gab. 

Coccothraustes buvryi Cabanis, Journ. f. Orn. 1862. p. 259 (Algerien, im Mai von Buvry 
gesammelt). 

Wie C. c. coccothraustes, aber etwas blasser, Oberkopf nicht so braun, 
mehr graulich, Mantel etwas lichter, Bürzel und Oberschwanzdecken lichter 
und fast rein grau. Nach Cabanis auch etwas kleiner, was die beiden von 
mir untersuchten Q aber nicht recht bestätigen, es sei denn, daß der Schnabel 
etwas schlanker sei. Die weißen Flecke an den lunenfahnen der Steuerfedern 
sind viel weniger ausgedehnt, indem sie nur etwa zu 'Z^, nämlich 12 mm, 
statt zu -/s, nämlich etwa 20 — 22 mm weiß sind. 

Brutvogel in Algerien (Ebene von Ain Mokra, Lambessa, Boghar) und 
wahrscheinlich auch in Tunis ^) und Marokko. 

92. Coccothraustes coccothraustes huniii Sharpe. 

Coccothraustes humii Sharpe, Proc. Zool. Soc. London 1886, p. 97 (N. W. Punjab); id. 
Cat. B. Brit. Mus., p. 40, pl. I (1888). 

Im ganzen sehr viel lichter, besonders auf dem Bürzel, die Unterseite 
und Körperseiten heller und mehr rostfarben, nicht so weinrötlich, das Q 
viel blasser, oben mehr graulich, namentlich auf Kopf und Bürzel. Sehr 
kenntliche Form. 

Nördlichster Teil des Punjab in Indien, Afghanistan und Turkestan. 

Gattung EOPHONA Gould. 

Der Gattung Coccothraustes sehr nahestehend, namentlich der Schnabel 
fast gleich gebildet, aber die Enden der inneren Handschwingen normal, 



1) Ein Paar von Gabes in Tunis ohne Datum, aber augenscheinlich Wintervögel, 
in Prof. Koenig's Sammlung, gehören nicht zu C. c. buvryi und sind vielleicht Zugvögel. 



58 



Friiiarillidae. 



der Schwanz viel länger und tief ausgebuchtet, die Geschlechter mehr 
verschieden. 

2 Arten in China, Japan und Ost-Sibirien. 

Größer, Körperseiten lichtgrau, Schwingenspitzeii ganz schwarz . E. personatus . p. 58 
Kleiner, Körperseiten rostrot, Schwingenspitzen ganz weiß oder weiß gesäumt 

E. melanura . p. 59 

93. Eophona personatus personatus (Temm. & Schleg.). (Fig. 14.) 

Coccofhraustes personatus Temminck & Schlegel, Fauna Japon., Av., p. 91, Taf. 52 (1850). 

Schnabel dunkelgelb, ringsum an der Wurzel graugrünlich. Um 
den Schnabel eine stahll)lauschwarze Maske, den Oberkopf bedeckend und 
von da um den Schnabel herum bis über das Kinn. Oberseite aschgrau, innere 
Armschwingen und Unterrücken bräunlich übertüncht. Schwingen tiefschwarz, 

Handschwingen in der Mitte von einer in der 
Mitte etwa 1 cm weiten, am Schafte jeder Feder 
unterbrochenen weißen Querbinde durchschnitten, 
Oberflügeldecken und der größte Teil der Außen- 
fahneu der Armschwingen stahlblau. Schwanz 
schwarz mit stahlblauem Schimmer, die Innen- 
fahnen der äußeren Steuerfedern an der äußersten 
Basis schmutzigweiß. Unterseite etwas heller grau, 
als die Oberseite, Mitte des Unterkörpers, Schenkelbefiederung und ünter- 
schwanzdecken rein weiß. ünterflügeldeckeu weiß. Iris braun. Füße 
gelblich fleischfarben. Flügel (d und 9) 112—115, äußere Steuerfedern 
80—82, mittlere 60—63, Lauf etwa 22—23, Schnabel 22—24 mm. 9 vom 
ö nicht wesentlich verschieden, nur ein wenig kleiner, etwas dunkler auf 
der Oberseite, Unterrücken und Weichen etwas mehr bräunlich angeflogen. 

Die japanischen Inseln von Jesso bis Nagasaki. 

Die Fortpflanzung scheint nicht beschrieben zu sein. Der Gesang wird als 
melodisch und abwechslungsreich beschrieben. Der Flug ist kräftig; im Herbste und 
Winter in Scharen. Nahrung Beeren, Früchte, Kerne, besonders Erbsen und Bohnen. 




Figur 14. 



94. Eophona personatus magnirostris Hart. (Fig. 15.) 

Eophona personata magnirostris Hartert, Bull. B. 0. ClubV, p. XXXVIII (April 1896- 
Sibirien. Typ^s Amur -Bai 10. IV. 1894, 
Dörries leg.). 

Von ^. p, personatus auf den ersten Blick 
durch bedeutendere Größe, namentlich mächtigeren 
Schnabel, zu unterscheiden. Oberseite reiner 
grau, die weiße Flügelbinde etwas schmäler. 
Flügel d 123, 9 116—118, Schnabel ö 27—29, 
9 23—251/2, Schwanz 6 90—92 mm. 

Ost -Sibirien (Ussuri - Länder) und große 
Teile von China, im Winter ziemlich weit nach Süden, Brutvogel wohl 
nur im Nordwesten. 

(Lebensweise: Taczanowski, Faune Orn. Siberie Orient. I, p. 624.) 




Figur 15. 



Frinffillidae. 



59 




95. Eophona melanura melanura (Gm.). (Fig. 16.) 

l.oxia melanura Griuelin, Syst. Nat. I, p.853 (1788 — Ex Sonnerat & Latliam — „Habitat 
in Sina"). 

dad. Kopf, Kopfseiten und ganze Kehle schwarz mit stahlblauem 
Schimmer. Oberseite graubraun, Hinterhals und Bürzel bräunlichgrau, nach 
dem Schwänze zu fast weißlich. Schwingen schwarz, Handschwingen mit 
etwa 2 cm langen weißen Spitzen, deren Ausdehnung aber vielfach abändert, 
indem bisweilen noch schwarze Rndspitzen vorhanden sind und die erste 
Schwinge meist fast ganz schwarz ist. Arm- 
schwingen mit etwa V2 ^m weiten weiBen Spitzen, 
die letzte aber nur ganz schmal weiß gesäumt. 
Flügeldecken und breite Außensäume der Arm- 
schwingen stahlartig glänzend, Handdecken weiß 
mit schwarzer Wurzel und Spitze. Scliwanz und 
die langem Oberschwanzdeckeu schwarz mit bläu- 
lichem, stahlartigem Schimmer. Kropfgegeud hell- 
aschgrau, Unterkörper weißlich, Körperseiten rost- 
rot. Unterschwanzdecken weiß, ünterflügeldecken 

schwarz, die längsten mit weißen Spitzen. Schnabel im Herbst gelb, gegen 
den Frühling hin gelb mit schwarzer Spitze und schwarzen Seitenrändern. 
Füße gelblichfleischfarben, Iris braun. Flügel 104—108, Schwanz: äußeres 
Steuerfederpaar etwa 80—83, mittelstes 64, Schnabel 22—24, Lauf 23 mm. 
0: Kopf und Kehle bräunlichgrau, Handschwingen nur mit weißem End- 
ulid Außeusaum an den Spitzen, Körperseiten blasser rostfarben, die Ober- 
schwanzdecken und mittleren Steuerfedern aschgrau, Unterflügeldecken schwarz- 
gi-au, zum Teil mit weißlichen Spitzen. Etwas kleiner als das d. 

Scheint fast ganz China zu bewohnen, mit Ausnahme der südwestlichen 
Teile. Die genaue Abgi-enzuug nach Norden (gegen E. vielamira migratoria) 
konnte ich noch nicht feststellen. 

Auch diese Art hat einen wundervollen Gesang, wenn er auch dem von E.personatus 
nachstehen soll. Bewohner von Laubwäldern, wo sie nach Kernbeißerart nistet. Von 
den Eiern sagt Nehrkorn (Kat. Eiersamml., p. 104, 1899): ,,Wälu-end die Eier des 
gemeinen Kernbeißers (Coccothraustes coccothraustes) eine grobe Fleckung aufweisen, 
haben diese feine violette und schwarze Schnörkel und Haarlinien. 23.5 — 25x18— 19 mm. 



Figur IG. 



96. Eophona melanura migratoria subsp. nov. (Fig. 17.) 

Diese merkwürdiger Weise bisher übersehene Form unterscheidet sich 
von E. »i. mdomtra auf den ersten Blick durch den viel kleineren Schnabel, 

auch sind die Maße sonst geringer. Schnabel 17 bis 
allerhöchsten s 20 mm, Flügel 97 — 102, Schwanz 
73—75 mm. 

Bewohnt die Ussuri- Länder Südost -Sibiriens 
und die Insel Askold, streift bis Corea, ganz ver- 
einzelt auch nach Japan (Rikuzen) und flndet sich 
im Winter in Scharen in Mittel- und Süd-China 
(Amoy, Foochow usw.). 

(Typus von E. m. migratona: dad. Sidimi 
24. Mai 1884. Gesammelt von Gebr. Dörries, Nr. 698, im Museum Roth- 
schild zu Tring.) 




Fiffur 17. 



60 Fringillidae. 

Gattung MYCEROBAS Cabanis 1847. 

Schnabel dem von Coccothraustes ganz ähnlich, nur hat der Oberschuabel 
nahe der Basis an der Schneide je einen zahnartigen, dreieckigen Vorsprung, 
dem eine Ausbuchtung des ünterschnabels entspricht (Fig. 18). Schwanz 
länger als bei Coccothraustes, um die einfache bis doppelte Länge des Laufs 
kürzer als der Flügel, flach ausgebuchtet oder fast ganz grade, nur ganz wenig 
abgerundet. 9 dem ö ähnlich, aber viel heller, oder gestreift. 

Der Typus der Gattung Mycerohas ist melanozaiitlms.'^) Viele Ornithologen 
vereinigen damit geuerisch die Art camipes und das halte ich für ganz 
berechtigt. Zwei verwandte himalayanische Formen, Pycnorhavqihus icteroides 
icteroides-) und P. icteioides affinis'-^) haben einen viel 
gestreckteren Schnabel, langen, etwas ausgebuchteteu 
Schwanz und völlig verschieden gefärbte Geschlechter. 
Wenn man daraufhin die Gattung Pycnorhamphus 
abtrennt, so dürfen in ihr jedenfalls nur die beiden 
Formen icteroides und affinis stehen, die nur den 
Grenzen des paläarktischeu Faunengebietes angehören. 
Fignr 18. Wenn man wegen des weniger flachen ünterschnabels 

und längeren Schwanzes, sowie des ungestreiften 
Weibchens, M. camipes von Mycerohas melanozanthis geuerisch trennen will, 
so muß ein neuer Gattungsname dafür gemacht werden. Wir bemühen uns 
aber eher mit weniger Gattungen auszukommen, als möglichst viele zu machen. 

97. Mycerobas carnipes (Hodgs.). (Fig. 18.) 

Coccothraustes carnipes Hodgson, Asiatic ßesearches XIX, p. 151 (1836 — Nepal). 
Coccothraustes speculigerus Brandt, Bull. Sc. Acad. Petersb. IX, p. 11 (1842). 

dad. Schnabel braun, Unterschnabel fleischfarben mit dunkler Spitze. 
Kopf, Hals, Brust und Eücken schwarzgrau, die Federn mattschwarz mit 
dunkel aschgrauen Säumen. Unterrttcken und Bürzel grünlichgelb, Ober- 
schwanzdecken mattschwarz mit grünlichgelben Säumen. Handschwingen 
mattschwarz, die Außeufahnen an der Basis etwa zu einem Drittel weiß, 
hintere Armschwingen mit den Spitzen der Außeufahnen grüngelb, außerdem 
die Außensäume der Schwingen ganz schmal weißlichgrau gesäumt. Brust, 
Unterkörper und Uuterschwanzdecken grünlichgelb. Unterflügeldecken aschgrau. 




^) Mycerohas melanozanthus {Coccothraustes melanozanthiis Hodgsou, As. ßes. XIX, 
13.150, 1836) bewohnt den Himalaya vom äußersten NW. bis Sikkim, kommt aber auch 
in den Bergen von Szechwau in AV. -China vor und zieht im Winter bis J\lanipur. (5 ad. 
Oben schwarz, Armschwingen und große Flügeldecken mit hellgelben Spitzen der Außen- 
fahnen, Kinn und Kehle schwarz, übrige Unterseite gelb. $ oben schwarz, gelb gefleckt, 
unten gelb, schwarz gefleckt. 

") Coccothraustes icteroides Yigors. Proc. Zool. Soc. London 1830, p. 8. — (5 ad. 
Kopf, Kehle, Hals, Schwanz, Flügel und Schenkelbefiederung mattschwarz, das übrige 
Gefieder gelb und schwarz gestreift. $ bräunlichaschgrau, Bürzel und Unterkörper 
hellrostbräunlich. Westlicher Himalaya. 

^) Hesperiphona affinis Blyth, Journ. Ac. Soc. Bengal XXIV, p. 179, 1855. Unter- 
scheidet sich von P. i. icteroides durch gelbe Schenkelbefiederung des (5 und bewohnt 
den östlichen Himalaya von Sikkim bis Mupin in China. 



Fringillidae. Q\ 

Beine und Füße bräunlichfleischfarben. Iris braun. Flügel 116 — 125, Schwanz 
100—104, Schnabel 21—23, Lauf etwa 25 mm. 

9 ad. und juv. Verteilung der Farben wie beim dad., aber statt 
schwarzgrau hell aschgrau, der Eückeu mit gelbgrüuiichem Schimmer, das 
gelb nicht so dunkel, die Ohrdecken mit weißlichen Schaftstreifen, die Brust 
mit helleren Schaftstrichen. 

Von Turkestan und Afghanistan durch den Himalaja bis Kansu und 
Szetschwau in China. Die Form speculigera scheint sich in nichts von der der 
westlicheren Teile des Himalaja oder von Kansu usw. zu unterscheiden, nur 
in Sikkim (nicht aber in Nepal) kommt eine kleine Form vor, (d Flügel nur 
103—115,) deren genaue Verbreitung aber nicht feststeht, da aus Sikkim auch 
Stücke der großen Form vorliegen. Es ist anzunehmen, daß die kleine Form 
ein besonderes Brutgebiet hat und subspezilisch unterschieden werden sollte. 

M. carnipes ist ein Bergbewohner, der in Nadelwäldern und Wacliholderdickichteu, 
meist in Höhen über 8000 engl. Fuß lebt, und im Himalaya anscheinend nie unter 5000 
herabgeht. Am 20. Mai 1899 wurde in Turkestan das Nest gefunden. Es stand etwa 
l^/s m hoch in einem Wachholderbusche. Es erinnert in der Bauart (außen trockene 
Zweige, innen mit feineren Zweiglein ausgelegt) an Kernboißernester, und enthielt 
4 Eier, die ungefähr wie Kirschkernbeißereier aussehen, nur etwas größer sind, indem 
sie etwa 28 x 19 bis 29.3 x 19 mm messen. (Dresser, Ibis 1903 Taf. 10, p. 406.) Der 
Flug wird als rasch und rauschend beschrieben, während des Fluges hört man einen 
häufig ausgestoßeneu schwatzend melodischen Lockruf. 

Gattung CHLORIS Cuv. 1800. 

Gekennzeichnet durch grünliches Gefieder, mit langen Flügeln und mäßig 
langem, merklich ausgebuchtetem Schwänze. Schnabel kurz und kolbig dick, 
dabei aber ziemlich spitz, viel kürzer als der Kopf. Firste und Schneide des 
Oberschnabels fast gerade, letztere ohne Zahn; Höhe und Breite des Schnabels 
au der Basis gleich und nur etwa 2 — 3 mm weniger als die Länge. Nester 
offen in Büschen und Bäumen, Eier gefleckt. Verbreitung fast rein paläarktisch. 

Übersiclit der Arten: 

f Schwingen an der Basis nur gelb gesäumt 2 

\ Hand- und Armschwingen an der Basis gelb an beiden Fahnen C. sinica . p. 63, 64 
I cjad. oben gelbgrün, Geschlechter nicht gleich, Flügel über 8 cm C. chloris . p. 61 
\ <5ad. oben olivenbraun, Geschlechter gleich, Flügel unter 8 cm C. kittlitzi . p. 65 

98. Chloris chloris chloris (L.). 
Der Grünling. 

Loxia Chloris Linne, Syst. Nat. Ed. X (1758), p. 174 („Habitat in Europa". — Typ. 
Lok. Schweden: ex Fauna Suecica, erstes Citat). 

Chloris pinetorum Brehm, Handb. Naturg. Yög. Deutschi., p. 259 (1831 — Nadelwälder, 
Mittel-Deutschland). 

Chloris hortensis Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschi., p. 260 (1831 — in deutschen 
Gärten und Laubholz). 

Chloris septentrionalis Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschi., p. 261 (1831 — ■ Nord- 
Deutschland, z. B. Kiel, Winter in Mittel-Deutschland). 

Chloris curvirostris Brehm, Vogelfang, p. 95 (1855 — „Schweden und Deutschland". 
Aberration mit gebogenem Oberschnabel). 



2 



62 Eringillidae. 

Chlorosjnza chloris »lontana und meyarhynclios A. Brehm, Yerz. Samml., p. 9 (1866 

nomina nuda!). 
{Chloris incerta Brelim, Yogelfaug. p. 95, aus Süd-Europa, ex Bonaparte und Risso. 

dürfte nicht hierher gehören.) 
CJUoris Linnei Malm, Göteborgs i'auna, p. 195. 

Engl.: Greenfinch. Franz.: Yerdier. Ital. : Verdone. Schwed.: Grönfink. 

(5 ad. Oberseite gelbliclioliveugTüu, clurch graubraune Federränder ver- 
düstert, auf dem Kopfe bräunlicher, auf dem Bürzel gelblichgrün, die längeren 
Oberschwauzdecken mit breiten grauen Rändern. Schwingen schwärzlich mit 
weißlichen Innensäumen und schmalen aschgrauen Spitzen, Handschwingen 
zu ^/s von der AVurzel mit breiten, fast die ganze Breite der Außenfahne 
einnehmenden gelben Säumen, Arm schwingen nur mit schmalen gelbgrünen 
Säumen nahe der Basis der Außenfahnen und aschgrauen Außenrändern, 
Handdecken schwärzlich mit grauen Spitzen und grünlichen Außen säumen. 
Flügeldecken wie der Blicken. Schwanz schwärzlich mit ausgedehnter gelber 
Basis und aschgrauen Säumen, das mittelste Paar ohne gelbe Basis. Unter- 
seite grünlichgoldgelb, meist mit olivengrauem Anflug, Seiten braun mit 
olivenfarbenem Schimmer. Bauchgegend weißlich, Unterflügeldecken gelb 
mit graulichen AVurzeln. Flügel 87 — 90, Schwanz etwa 57, Lauf 88 — 89, 
Schnabel 12 — 14 mm. 

O ad. Oben viel brauner, Mitte der Federn dunkler, wodurch ein etwas 
gestreiftes Aussehen entsteht, Bürzel grünlicher. Unterseite hellbräuulichgrau, 
Kinn, Kehle und Brust mit hellgelbem Anflug, Mitte des Unterkörpers weißlich. 
Die gelben Säume der Haudschwingen reichen nie bis an den Schaft, die 
Steuerfedern haben keine gelbe Basis, sondern nur gelbe Säume nahe der Wurzel. 

Der junge Grünling hat grünlichgelbbraune Oberseite, durch braune 
Federmitten wie längsgefleckt, hell weißlichgelbe, braungestreifte Unterseite. 

Bewohnt ganz Europa (im S.W. durch C. c. cmrantiiveutris vertreten), 
von etwa 65" nördl. Breite in Norwegen und 60** im Ural bis Italien, die 
Balkauhalbinsel, Kleinasien, Nord-Persien und Nordwest-Turkestan. In Deutsch- 
land und England überall häuflg, verbreitet sich mit dem Zunehmen von 
Gartenanlagen mehr und mehr, denn er ist ein Bewohner von Gärten und 
mit Laubbäumen bestandenen kultivierten Stiüchen. Auf den Orkney-Inseln 
jetzt häufig, woraus man aber nicht auf „ein allmähliches Vordringen nach 
Norden" zu schließen hat. In den meisten Gegenden Stand- und Strich- 
vogel, nur im höheren Norden, bis Norddeutschland, allenfalls als halber 
Zugvogel zu bezeichnen. Britische Exemplare lassen sich nicht von kontinentalen 
unterscheiden. 

Dieser allgemein bekannte, häufige Vogel bewohnt Gärten, Alleen, lichte Laul)- 
wälder und dergl., besonders in fruchtbarer, bebauter Gegend. Er ist im allgemeinen 
wenig scheu, aber auch nicht gerade besonders vertraut. Der Lockruf ist ein girrendes 
„güiTrrürrürrr", seltener ein etwas zischendes „zih", die Eilige rufen häufig „jick, jick 
jick jick". Der Gesang ist ein eigenartiges, klirrendes Trillern und Pfeifen, das keinen 
Anspruch auf Schönheit machen kauu. Die Nahrung besteht hauptsächlicli aus Sämereien, 
namentlich gern ölhaltigen, den Kernen der Buchen, Vogelbeeren, Taxusbeeren, auch 
Baumknospen und Blattrieben, teils am Boden, teils an den Bäumen aufgelesen. 

Der Grünling macht in der Regel zwei Brüten im Jahi-e. Man findet die Eier 
der ersten Brut schon Mitte oder Ende April, die der zweiten im Juni oder Juli. In 
nördlicheren Gegenden, merkwürdigerweise auch, wie es scheint, in dem milden Klima 
Englands, wird nur eine Brut gemacht. Das Nest steht in Büschen und auf Bäumen 
1 — 5 m hoch, meist in ßeichhöhe oder etwas darüber. Nicht selten findet man 2 — ■"> 



Fringillidao. 03 

ganz nahe beieinander. Das Nest ist ein prachtvoller, dichter Bau aus Moos, Flechten, 
Wolle, Würzelchen, Gräsern, Federn und Haaren, mit tiefem, warmen Napf. Die Gelege 
bestehen aus 4 — 6 Eiern. Sie sind trübweiß mit meist sehr schwachem grünlichblauen 
Schimmer, von mattem Ghinze, und mit blassen graurötlichen oder mattrotbräunlichen 
Schalenflecken und darüber liegenden tief rotbraunen Flecken, Punkten und manchmal 
Schnörkeln geziert und messen nach Hey im Durchschnitt 20.2x14.5, im Maximum 
22.7x15.3 bezw. 20x16, im Minimum 17.2 x: 13.5 mm. Ich habe zwar kleinere Eier 
gefunden, die aber wohl als abnorm gelten dürften. Das Durchschnittsgewicht beträgt 
0.123 gr. 

99. Chloris chloris aurantiiventris (Gab.). 

Ligurinus aurantiiventris Cabanis, Mus. Hein. I, p. 158 (1850 — Süd-Frankreich). 
Chloris chlorotica einiger Autoren — ■ errore! 

Unterscheidet sich von C. c. chloris lediglich durch tiefere und gleich- 
mäßigere grimlichgoldgelbe Unterseite, die in der Mitte des Unterkörpers 
rein goldgelb ist, und reiner und viel gleichmäßiger grünlich goldgelbe 
Oberseite, sowie lebhafter goldgelben Stirnraud. Der Schnabel ist oft noch 
etwas klobiger. In der Regel etwas kurzflügiiger. 

Südfrankreich (vermutlich bis in die Mitte des Landes), Spanien, Marokko 
(in den Orangenliainen des mittleren Marokko sehr häufig), Algier und Tunis. 
Azoren (San Michael) eingeführt. 

Lebensweise wie bei 0. c. chloris. 

100. Chloris chloris chlorotica (Bp.). 

Chlorospiza chlorotica Bonaparte (ex Licht. MS.), Consp. Av. I, j). 514 (1850 — „As. occ."' 
Typische Lokalität Syrien: Hempr. & Ehrenberg). 

C. c. chloris und noch mehr C. c. miraniüventris äußerst ähnlich, aber 
etwas kurzflügeliger, im ganzen viel heller und reiner gelblich oben und 
unten. Im frischen Gefieder sind Hinterkopf und Ohrdecken hellgTau überflogen, 
im abgetragenen Brutgefieder von dem von C. c. aurantiiventris kaum zu 
unterscheiden, nur sind die Flügel kürzer, auch ist das gelb der Handschwingen 
meist heller. 

Syrien und Palästina. 

101. Chloris sinica kawarahiba (Temm.). 

Frinyilla kawarahiba Temminck, PI. Col. 588, Fig. 1 (1835 — Japan). 

Fringilla kaivarahiha major TemTninck&Schlegel, Fauna Japon., Aves, pl.48, p. 88 (1850). 

dad. Schnabel braun. Oberkopf und Hinterhals dunkel graubraun 
bis aschgrau, der ganze Rücken und die Oberflügeldecken dunkelbraun, Bürzel 
heller, in das grau der Oberschwanzdecken übergehend. Schwingen: durch- 
schnittlich fast die Basishälfte gelb, die Spitzenhälfte schwarz mit schmalen 
weißlichen Spitzensäumen, iunere Arm schwingen mit breiten hellbräunlichgrauen 
fast grauweißlicheu Außensäumen. Schwanz: Basis zu fast %, an den Innern 
Steuerfedern nur etwa \'^ gelb, Spitze schwärzlich mit schmalen graubraunen 
Säumen, mittelstes Paar nur an der Basis der Außenfahnen gelb. Zügel 
rauchschwarz, Kopfseiten und Kehle aschgrau mit bräunlichem Schimmer, 
übrige Unterseite lebhaft braun mit etwas helleren Säumen, Kehle und Brust 



64 Fringillidae. 

grünliclibrauii, Mitte des Unterkörpers mehr gelb, Bauch und Uuterschwanz- 
decken weißgelblich, ünterflügeldecken und Achselfedern hellgelb. Füße 
hellbraun, Iris braun. Flügel 87 — 92, Schwanz etwa 60, Lauf etwa 17 — 18, 
Schnabel 12 — 13 mm. 

9 ad. Kopf nicht graubraun, sondern braun, Oberschwanzdeckeji mehr 
bräunlich, Oberseite daher fast einfarbig, etwas heller als beim d, Unterseite 
heller braun, ohne grün. 

Juv. Oberkopf braun, Oberseite durch dunklere Federmitten etwas 
streifig, Unterseite mit dunkelbraunen Schaftstrichen. 

Kamtschatka und Kurilen. Zuerst von Japan beschrieben, wo er häufig 
aber nach Stejneger nur Wintervogel ist. Besucher auf der Behrings-Insel. 

Lebensweise grünlingsartig, über die Fortpflanzung ist nichts genaues bekannt. 

102. CMoris sinica minor (Temm. & Schleg.). 

Fringilla kawarahiba minor Temminck & Schlegel, Fauna Japon., Aves, pl. 49, p. 89 

(1850— Japan). 
{Chloris sinica Sharpe u. a. — partim, ex Japan). 

Genau wie C. s. kaioarahiha, aber erheblich kleiner, Flügel 81 — 84, 
Schwanz 55 — 56, Lauf 15 — 17, Schnabel etwa lö — 11.5 mm, Eücken mehr 
grünlicholivenbraun, Oberkopf reiner aschgrau, fast schieferfarben. Unterseite 
meist mehr grünlich. 

Japan, nach Stejneger nur dort Brutvogel. 

Lebensweise grünlingsartig, nistet nach Art der Grünlinge auf Bäumen, meist 
Nadelbäumen. Die Eier ähneln denen der Grünlinge, sind aber etwas zarter gezeichnet. 
Exemplare der Key'schen Sammlung messen 19x13.2, 19 x 13 mm.- Gewicht 0.111 
und 0.110 g. 

103. Chloris sinica sinica (L.). 

Frmgilla sinica Linne, Syst. Nat. Ed. XII, toI. I, p. 321 (1766—- Ex Brisson: China). 

Noch kleiner als C. s. minor und auch in der Färbung sehr abweichend. 
Die Oberseite im Winterkleide viel mehr braun, nicht so grünlich und oliven- 
farbig, die weißen Spitzen und Säume der Schwingen viel breiter, der Kopf 
heller grau. Unterseite heller, im Herbst und Winter durch die hellaschenen 
Federränder ganz hellgraubrauu erscheinend. Im Frühling, nach starker 
Abtragung der Ränder und eines gewissen „Flaums", sind Stirn und Kopf- 
seiten gelb, der Oberkopf grau, Eücken lebhaft braun, in der Mitte mit gelbem 
Schimmer, Bürzel grünlichgelb, Unterseite braungelb, Kehle grünlicher, die 
weißen Schwingenspitzen nicht mehr sichtbar, weil abgewetzt. Flügel 80 — 82, 
Schwanz etwa 47 — 48, Schnabel 10 — 11 mm. 

Bewohnt China, wo er ein häufiger Vogel ist. 

Der Gesang wird von Pfere David als noch schlechter als der des Grünlings 
geschildert, Styan aber nennt ihn gut. Soll ziemlich scheu sein, brütet auf Nadelbäumen 
und streift nach der Brutzeit in Scharen umher. 

V 104. Chloris sinica ussuriensis subsp. nov. 

Ganz wie C. s. sinica, aber der Schnabel an der Wurzel, besonders des 
ünterschnabels, weniger breit und dick, was beim Anblick einer Serie leicht 



l'ringillidae. (35 

auffällt. Flügel in der Regel 1 — 2 mm länger. Herbstkleid heller, Rücken 
mehr graubraun, Unterseite etwas lichter. Der abgetragene Frühliugsvogel 
oben mehr leberbraun, nicht so gelblich, unten viel blasser. Typus dad. 
Siderai-Münduug, Ostsibirien (üssuri), 30. April 1884, Gebr. Dörries coli., 
in Mus. Triug (Nr. 2116). 

Bewohnt die östliche Mandschurei bis zum Amur, Korea und die Inseln 
Sachalin und Askold. 

105. Chloris kittlitzi (Seeb.). 

FrinylUa kittlitzi Seebohm, Ibis 1890, p. 101 (Nakondo-Sbima und flaha-Shima, 2 der 
Bonin-lnseln). 

dad. Oberseite olivenbraun mit dunkleren Federmitten, Kopf mehr 
graubraun, Bürzel grünlich, Oberschwanzdecken grau. Schwingen schwarzbraun, 
Inneufahueu blaßgelb gesäumt, Außenfahnen an der Wurzel schwefelgelb und 
weiter nach den Spitzen hin mit schmalen grünlichen Säumen. Armschwingen 
mit aschgrauen Außensäumen. Flügeldecken olivengrün, die mittleren und 
längsten mit breiten schmutziggelbgrüneu Spitzen. Steuerfedern bräunlich- 
schwarz mit schmalen aschfarbenen Rändern, Wurzel etwa 1 — 1^2 cm weit 
schwefelgelb. Hinter dem Auge ein wenig auffallender schmutzig gelber Streif, 
Unterseite schmutzig gelbl)räunlich, die Weichen brauner, Mitte des Unterkörpers 
heller, fast weißlich. Unterschwanzdecken graubräuulich mit weißlichen Säumen, 
Unterflügeldecken schmutzig hellgelb. Schnabel und Füße (im Balg) schmutzig 
bräunlich fleischfarben. Flügel 77, Schwanz 49, Lauf 16, Schnabel 12 7o mm. 
9 (wenn richtig bestimmt) wie ö nur Flügel 2 mm kürzer. 

Bonin-lnseln südöstlich von Japan. 

Wahrscheinlich von C. sinica abzuleiten aber zu auffallend verschieden, 
um nicht als Art betraclitct zu werden. Obige Beschreibung scheint die 
«rste einigermaßen ausführliche zu sein. 



(3^attuiig ACANTHIS Beckstein 1803. 

Die (Catalogue of Birds XH, Oates, Birds of India, Neue Ausgabe 
von Naumann, Reichenow's Kennzeichen der Vögel Deutschlands, u. a.) 
üblich gewordene Einteilung der Gattungen der Hänflinge und Zeisige ist 
ein Unding. Es ist allgemein anerkannt, daß wir Gattungen nicht nach 
der Färbung allein abgrenzen können, sondern nach ihrem äußeren und 
inneren Bau, lediglich mit Zuhilfenahme des Zeichnuugscharakters, der Lebens- 
weise und Fortpflanzung. Wie man danach die Leinzeisige mit ihrem feinen, 
spitzen Schnabel (Fig. 19, 2) mit den dickschnäbligen Hänflingen (Fig. 19, 1) 
vereinigen konnte, während man die Erlenzeisige mit feinem Schnabel (Fig. 19, 3), 
und einer den Leinzeisigen so ähnlichen Zeichnung trennte, ist unbegreiflich, 
auch sind keine strukturellen Unterschiede bei den Stieglitzen vorhanden, 
wohl aber Zeichnungs- und Baumerkmale, die denen der Erlenzeisige völlig 
entsprechen. Faßt man nur die europäischen Arten ins Auge, so ergibt 
sich fast von selbst folgende Einteilung: Acanthis (typus linarial) mit feinen 
Schnäbeln, umfassend Leinzeisig, Erlenzeisig, Distelzeisig und Citronenzeisig, 
Linola umfassend die dickschnäbligen cannahina und ßavirostris. Leider 

E. Hartert, Die Vögel der paläarlitischeu Eegion. 5 




66 Fringillidae. 

wird diese so plausible Teilung erschüttert, wenn wir die Ausländer mit 
betrachten. Sehen wir nur z. B. bmhata aus Chile und magellanica {ictcrica) 
an, so haben wir einen echten gelbgrünschwarzen Zeisig mit dem Schnabel 
eines Hänflings, und den Übergang vom Zeisig- zum HäuflingsschnabeL 
Da die Gattungen nur gemacht werden, um die Über- 
sicht zu erleichtern, nicht aber, um das Studium zu 
erschweren, so vereinige ich die Genera 26 {^^^Carduelis'-^), 
27 („Chrysomitris^^) und 31 {„Acanthis'-^) des XII. Bandes 
des Catalogue of Birds unter letzterem Namen. Will 
mau dies nicht tun, so muß man in das viel schlimmere 
Extrem gehen, nämlich nicht nur statt der drei Gattungen 
des Cat. B. deren vier, Carduelis, Cla-ysomitris, Acanthls und 
Linola annehmen, sondern auch noch die amerikanischen 
Zeisige weiter in Sjnnus, Af<tragalinus und Hyj^acantkis 
zersplittern — ich meine aber, das sei mehr Last als 
ig"i 19- Nutzen. Meine Gattung AcantJds könnte man folgender- 

maßen beschreiben: 
Schnabel hart, fast kegelförmig, mit scharfer, bald kurzer, dickerer, 
bald langer, dünnerer Spitze, Basis merklich stärker, wie geschwollen. Ober- 
schnabel schwach gebogen oder gerade. Nasenlöcher nahe der Basis, rundlich, 
durch nach vorn gerichtete Federchen bedeckt. Flügel laug und ziemlich 
spitz, die erste Schwinge ganz verkümmert, die zweite bis vierte fast gleich 
und am längsten, die zweite oder öfter dritte die längste. Schwanz mittellaug, 
mindestens ^/g cm tief ausgeschnitten. Lauf kurz und kräftig, vorn mit 
Schildern, an den Seiten mit ununterbrochenen Schienen bedeckt. 

Übersicht der Arten.') 

j Rings um den Schnabel herum rot 2 

1 < Kopf, Brust oder Bürzel mit rot 3 

l Ohne alles rot 4 

j Scheitel schwarz A. cardiielis d $ • p- ö7 

I Scheitel grau wie der Rücken A. caniceps S ? • P- "0^ 

Oberkopf und Brustseiten rot, Bürzel ohne rot, Körperseiten ungestreift 

braun A. cannabina S ■ P- 73 

Vorderkopf, Vorderhals und Brnstseiten rot, Bürzel gestreift A. flammea <S . P- 77 
Vorderkopf rot, Brustseiten ohne rot, Bürzel gestreift . . A. flammea $ . p. 79 
Vorderkopf rot, Brust ohne oder mit wenig rot, Bürzel ungestreift weiß 

A. hornemannii (5 ? . P- 81 
Nur Bürzel mit rosenrot A. flavirostrls <5 • P- 75 

^) Über die folgende 2eisigart fehlt bisher weitere Nachricht: 
Chrysomitris pistacina Bonaparte, Consp. Av. I, p. 515 (1850 — Ex Eversmann 
MS. im Berliner Mus. „Sibiria"). „Minor: rufo-olivacea; subtus olivacea-flava, tectricibus 
alarum caudaeque inferioribus albis: aus, caudaque fuscis; tectricibus omnibus, remigibus 
secundariis, rectricibusque interne apice albicautibus." Prof. Reich enow schreibt mir 
über den Typus wie folgt: „Ein ganz eigenartiger Zeisig, am ähnlichsten dem $ von 
mexicana, Schnabel aber schlanker, Oberseite heller, Rücken ins rotbräunliche ziehend, 
der Farbe von totta sich nähernd, nur sehr schmale, weißliche Endsäume au den großen 
und mittleren Deckfedern, keine Säume an den inneren Armschwingen: Oberschwanz- 
decken grau. Steuerfedern mit länglichem weißen Fleck am Ende der Innenfahnen, 
Unterschwauzdecken weiß. — Ich kann den Vogel auf keine bekannte Art deuten." — 
Da es schwer glaublich ist, daß es sich um eine nie wieder gefundene sibirische Art 
handelt, so liegt die Vermutung nahe, daß es ein Bastard (aber wovon?) oder eine 
Aberration sei, oder daß der Fundort nicht richtig ist. 



3 < 



Fringillidae. 67 

f Oberseite rostbraun, schwarz gestreut 5 

■* \ Oberseite grünlich oder olivenbraun, gestreift 6 

J Flügeldecken fast einfarbig rotbraun A. cannaUna ? . p. 74 

^ \ Flügeldecken tiefbraun mit hellrostfarbenen Säumen . . A. flavirostris $ . ]). 76 

f Oberkopf schwarz oder schwarzbraun 7 

^ ) Oberkopf meist mehr oder minder gestreift, nicht schwarz 8 

l Rücken grün, Flanken gestreift A. spimt-s c? . p. 71 

^ \ Kücken olivenbraun, Flanken ungestreift A. spinoides <^ . p. 73 

( Ober- und Unterseite ungestreift A. thihetana c5" • P- 71 

8 I Ober- und Unterseite streifig ^ 

l Oberseite streifig, Unterseite ganz ungestreift 10 

I Unterseite weißlich A. spinus ^ . p. 71 

9 Unterseite hellgelb, Flügel unter 70 mm ^4. thibdana ? . p. 72 

[ Unterseite hellgelb, Flügel über 70 mm A. spinoides ? . p. 73 

( Rücken grünlichgelb mit grauen Säumen . . A. citrinella citrinella (5ad. . p. 81 

10 \ Rücken bräunlichgrau, dunkelstreifig A. citrine.lla ciirinella ? . p. 82 

l Rücken braun mit schwärzlichen Streifen . . A. ciirinella corsicana (5 ? ■ P- 82 

106. Acantliis carduelis cardnelis (L.). 
Distelzeisig, Stieglitz, Distelfink. 

Fringilla Carduelis Linne, Syst. Nat. Ed. X, p. 180 (1758- „Habitat in Europae 

juniperetis" — typische Lokal. Schweden: Ex Fauna Suecica, erstes Citat). 
Carduelis elegans Stephens, in: Shaw's Gen. Zool. XIV, p. 30 (1826). 
Cardnelis septentrionalis Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschi., p. 288 (Nördl. Europa). 
Carduelis Germa^iica Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschi., p. 289 (1831). 
Carduelis aurata Eyton, Cat. Brit. B., p. 20 (1830— lediglich neuer Name für Fringilla 

carduelis). 
Carduelis communis Blyth, Journ. As. Soc. Bengal XIV, p. 554 (1845— neuer Name für 

den europäischen Stieglitz, vielleicht nur lapsus calami). 
Carduelis vulgaris Döderlein, Avif. Siciliens, p. 81 (1869— ex Linne Ed. VI!). 
Carduelis accedens, auraiitii-pennis, meridionalis Brehm, Vogelfang, p. 109 (1855 — 

Deutschland und Ungai-n). 
Carduelis elegans minor A. Brehm, Verz. Sammk, p. 9 (1866— nomen nudum!). 
Cardnelis Linnei Malm, Göteborgs Fauna, p. 195 (1877). 
Fringilla alhigularis Madaräsz, Zeitschr. ges. Orn. I, p. 145 (1884 — Ungarn). 
Fringilla sylvestris, alpestris, hortensis Prazäk, Ornith. Jahrb. 1894, p. 82—85. 
Engl.: Goldfinch. Franz.: Chardonneret. Ital. : CardeUino. 

dad. Schnabel weißlieh mit schwarzer Spitze. Vorderkopf und Kopf- 
seiten bis hinter die Augen und obere Kehle dunkelrot, einen zusammen- 
hängenden, nur von den schwarzen Zügeln unterbrocheneu Gesichtsfleck bildend. 
Scheitel bis auf den Hinterkopf und davon ausgehender, breiter, die Ohrdecken 
umfassender Streif schwarz, die Kopfseiten zwischen dem roten Gesicht und 
diesem schwarzen Streifen weiß. Deutlich weißer Fleck auf Nacken und 
Oberhals, nur im Herbste durch hellbraune Federränder verdüstert. Übrige Ober- 
seite braun, unterer Bürzel und Oberschwanzdecken weiß, an den Spitzen im 
frischen Herbstgetieder mit braun übergössen, Federwurzeln dort schwarz, im 
a])getrageneu Gefieder mehr oder minder sichtbar werdend, sonst ganz verdeckt. 
Schwingen schwarz mit v;eißlichen Innenfahnen, der Wurzelhälfte der Außen- 
fahnen "und den größeren Deckfedern goldgelb, und kleinen weißen Spitzen, 
die im Frühjahr durch Abnutzung verschwinden, die äußerste Schwinge ohne 
gelb. Steuerfedern schwarz mit" weißen Spitzen und ausgedehntem weißen 

6* 



68 Fringillidae. 

Fleck auf den Inuenfabneu der beiden äußersten. Unterseite weiß, Brustseiten 
mit großem braunen Fleck, Körperseiten braun Übergossen, ünterflügeldecken 
und Achselfedern weiß. Flügel ö 79 — 84, q 76 — 78, Schwanz etwa 50, 
Lauf, 14 — 15 mm. Q wie 6 nur etwas kleiner. Der junge Vogel ist oben 
licht erdbraun mit dunkleren Federspitzen, Flügel wie beim alten Vogel, 
nur mit größeren und hellgelblichbrauuen statt weißen Spitzenflecken. Unter- 
körper schmutzigweiß, Kehle, Brust und Seiten dunkelbraun gefleckt, keine 
Spur von rot und schwarz am Kopfe. 

Eine mehr oder minder weißkehlige Aberration war schon vor 100 Jahren 
als „Cheverel" in Frankreich und England bekannt und wurde 1884 von 
Madaräsz mit einem specifischen Namen belegt. Was im „Neuen Naumann" 
III, 293 darüber gesagt ist, ist nicht zutreffend. 

Europa vom mittleren Schweden (65*^ nördl. Breite) bis an das Mittel- 
meer, wo aber andere Formen die typische Form ersetzen. Im allgemeinen 
Stand- und Strichvögel, im Winter in Flügen das Land durchstreifend. 

Bewohner baumreicher Gegenden, wird aber fast nie in Nadelholzwäldern bemerkt. 
Seine Lebhaftigkeit, Schönheit, sein niedlicher Gesang und seine guten Eigenschaften 
als ausdauernder Käfigvogel machen ihn zu einem der beliebtesten Vögel. Er sucht 
seine Nahrung auf Bäumen, Büschen und Unkrautstauden, geht aber nicht oft auf den 
Boden. Sie besteht vorzugsweise aus Sämereien, namentlich ölhaltigen. Eine besondere 
Vorliebe hat er für die Samen der Disteln und Kletten. Grüne Knospen und Blatt- 
spitzen, sowie Insekten sind in der Freiheit wohl nur Zukost, aber die Jungen werden 
teilweise mit Insekten gefüttert. Der charakteristische Lockruf erinnert an das Wort 
„Stieglitz", das also ein Klangbild seines Namens ist. Der fröhliche, viel zwitschernde 
Töne enthaltende Gesaug ist laut und angenehm, und im Fliegen und Sitzen schwatzen 
und locken die Scharen wie pick, pick-pickelnick und pickelnickneia usw. 

Das tiefe, dickwandige, entzückend gebaute Nestchen steht auf Bäumen und 
hohen Büschen und enthält im Mai 4 — 6 Eier, die sehr dünnschalig sind, weißlich mit 
schwachem bläulichen Schimmer und mit blaßrötlichbraunen Flecken und tief rotbraunen, 
fast schwarzen Punkten, Flecken und Kritzeln gezeichnet. Sie messen nach Rey etwa 
17x12.6, 17.3x12.3, 17.4x12.6, 17.5x13.5, 17.9 x 12.7 mm. Das Gewicht ist 
durchschnittlich 0.085 gr. Zwei Brüten sind die Regel. Ich habe in Wesel beobachtet, 
daß dasselbe Paar zweimal im selben Nest brütete. 

107. Acanthis carduelis britannicns subsp. nov. 

Wie ^1. c. carduelis aber die Oberseite düsterer, mehr mit olivenbraunem 
Schimmer, der weiße Nackenfleck auch im abgeriebenen Frühlingskleide nicht 
deutlich ausgeprägt, die Kopfseiten, besonders die Ohrdecken, Bürzel und 
Schwanzdecken mehr mit bräunlichem Schimmer überzogen, die Körperseiteu 
dunkler und ununterbrochener braun. Das Eot des Kopfes durchschnittlich heller. 

Diese sehr kenntliche Form bewohnt als Brutvogel die britischen Inseln. 
Sie ist Stand- und Strichvogel, auch teilweise Zugvogel. 

Ich habe 66 Exemplare mit einer guten Serie vom europäischen Kontinente 
verglichen. (Der Typus ist Nr. 1100 im Museum zu Tring, ein ö vom April 
1902, Kottingdean in Sussex, erworben von Brazenor.) 

108. Acanthis carduelis tschusii (Arrig.). 

Carduelis carduelis Tschusii Arrigoni, Avicula 1902, p. 104 (Sardinien). 

Von A. c. carduelis durch düstere, mehr olivenbraune Oberseite, ver- 
düsterten, kaum bemerkbaren weißlichen Nackenfleck, sehr dunkle Brust- und 



Fringillidae. 69 

Körperseiteu, deutlicher bniuuliclie Ohrdecken, etwas schlankeren Schnabel und 
geringere Größe, von dem viel ähnlicheren A. c. hntunnims durch schlankeren 
Schnabel und geringere Größe, sowie dunkleres Rot am Kopfe zu unterscheiden. 
Das Fliigelmaß des Männchens scheint 78 — 79 mm nicht zu überschreiten. 
Sardinien und Korsika. (Exemplare von Sicilien, Cjpern u. a. sollten 
studiert werden!) 

109. Acanthis carduelis parva (Tsch.). 

Carduelis carduelis parva Tschusi, Orn. Mouatsber. 1001, p. 129 („Südliche Form" - 

typ. Lok. Madeira!). 
Carduelis carduelis nana Hartert, Wanderj. e. Naturf., p. lO."") (1902— Schreibfehler für 

C. c.j}arva!). 

Kleine, oben sehr dunkelbraune Form des europäischen Stieglitzes, Schnabel 
kleiner, Flügel kürzer, Nackenfleck verdüstert. Flügel 74—78, meist 75—76 
nicht übersteigend. (Exemplare von Tenerife haben oft noch feinere Schnäbel 
als die von Madeira, der Unterschied ist aber durchaus nicht konstant.) 

Madeira, westliche Canareu Stücke von Tenerife (v. Thanner coli.), Gran 
Canaria und Gomera (Polatzek coli.), und Azoren (San Miguel und Terceira, 
Grant coli.) untersucht. Auf den Azoren angeblich eingeführt. In diesem 
Falle sicher von Madeira aus, nicht von Portugal, denn die iberische Form 
ist nicht parva. 

HO. Acanthis carduelis africanus subsp. nov. 

? Carduelis meridionalis Brehm. Vogelfang, p. 109 (1855— nomen nudum!). 

Der Stieglitz Nordafrikas, den Tschusi (Orn. Monatsber. 1901 p. 129) 
und ich (A. d. Wanderj. e. Naturf. p. 313) liir dieselbe Form wie die von 
Madeira hielten, weicht von ihr durch größeren, namentlich an der Wurzel 
dickern Schnabel, längere Flügel, nicht so tiefe, weniger rotbraune, mehr 
grau- oder olivenbraune Oberseite ab, auch ist der weiße Nackenfleck etwas 
deutlicher. Von A. c. cardueüf^ und A. c. britaimkus weicht er durch etwas 
geringere Größe und etwas mehr graubraune Oberseite ab. Flügel anscheinend 
nicht über 78, ausnahmsweise 79 mm. 

Spanien (Aguilas), Marokko, Algier und Tunis. (Mir liegen 17 in 
Marokko von Riggenbach und mir gesammelte Stücke vor, 5 aus Tunis, 
1 aus Aguilas in s'pauien, auch verglich ich noch mehrere Stücke aus Algier. 
Das von Aguilas zeigt brennenderes Bot und ist vielleicht auch noch wieder 
abzutrennen. (Typus (5 ad. Mhoiwla bei Mazagan in Marokko, 1. Febr. 1902. 
Riggenbach coli. Nr. 78.) 

Diese Form ist in den Atlasländern sehr häufig und nistet hauptsächlich in den 
Kronen der Olivenbäume und Orangen. Die Gelege bestehen aus 4 — 6 Eiern, die 
denen der europäischen Form völlig gleichen, wenn sie auch oft, aber kaum im Durch- 
schnitt, etwas kleiner sind. 

111. Acanthis carduelis major (Tacz.). 

Carduelis major Taczanowski, Proc. Zool. Soc. London 1879, p. 672 (Turkestan). 

Von A. c. carduelis durch die bedeutendere Größe, namentlich größern 
Schnabel, und das auso-edehutere und reine W^eiß des Bürzels unterschieden, 



70 Fringilliclae. 

das bis auf den ünterrücken reicht, der üoch weiß mit großen grauen Flecken 
ist, hellere Weichen, sowie die längeren, rein weißen Oberschwanzdecken. 
Flügel 83—89 mm. 

Vermutlich vom Ural an durch Westsibirien bis Omsk und Krasuoyarsk, 
Turkestan und Persien. Genaue Grenze gegen A. c. cardneli^ schwer anzugeben, 
in Kußland (Orenburg) scheinen Exemplare vorzukommen, die zwischen 
A. c. carduelis und major stehen, und letztere Form zieht im Winter westwärts 
und wird dann in Ost-Europa, vereinzelt bis Polen und Preußen gefunden.^) 

112. Acanthis caniceps caniceps (Vig). 

Carduelis caniceps Vigors, Proc. Zool. Soc. London 1831, p. 28 (Himalaya). 

Ähnlich Acanthis carduelis, aber der Schnabel langspitziger, das ßot 
des Gesichtes etwas heller, Oberseite hellbräunlichgrau, ohne alles Schwarz 
auf dem Kopfe. Bürzel und Oberschwanzdecken weiß Spitzenhälfte der 
Außenfahnen der inuern Armschwiugen weiß mit bräunlicliem Schimmer, 
Brustseiten nicht braun, sondern gelblichgrau. Der junge Vogel oben fahlbraun 
mit dunkleren Federmitteu, Kopf ohne ßot. Flügel ä 79 — 81, Q 77, Schwanz 
50—52 mm. 

Westlicher Himalaya von Kaschmir (Hazara und Gilgit) bis Kumaon. 
113. Acanthis caniceps orientalis (Eversm.). 

Fringilla orientalis Eversmann, Addenda ad Pall. Zoogr. Fase. II, p. 9 (1841 — Typische 
Lokalität Jenissei, ex Pallas Zoogr. II, p. 16. 

Ganz wie ^4. caniceps caniceps, aber merklich größer. Flügel (5 84 — 88, 
9 81 — 82, Schwanz 54- — 58 mm, die Oberseite reiner und weniger bräunlich- 
grau, Bürzel und Außenfahnen der Armschwingen reiner und schneeiger weiß. 

Sibirien vom Baikalsee bis Krasuoyarsk, Turkestan, Transkaspien, 
Afghanistan bis zum östlichen Persien. 

Am Jenissei nicht selten mit A. carduelis major verbastardiert. 

Gewohnheiten und Nistweise wie bei unserm Stieglitz. Eier vom Altai in 
Nehrkorn's Sammlung gleichen denen von A. carduelis. 



^) lila. Acanthis carduelis brevirostris (Zar.). 

Carduelis elegans brevirostris ou C. elegans minor (sie!) Zaroudnoi, Bull. Soc. Imp. Nat. 

Moscou 1889, p. 133 (1890— Baku). 
Carduelis minor Zarudnoi, op. cit. 1893, p. 505 (ru.ssiscli) (1894 — Bergwälder bei Asrabad). 

Diese mir unbekannt gebliebene Form ist augenscheinlich eine Unterart von 
A. carduelis. Sie unterscheidet sich nach Zarudny's ausführlicher Beschreibung von A. c. 
carduelis durch geringere Größe und die wie bei A. caniceps hellbräunlichgraue Ober- 
seite und nicht braune, sondern wie bei A. caniceps erdgraue Flecke an den Brust- 
seiten. Der Nackenfleck ist sehr verdüstert, die Wangen stark bräunlich. Die sonst 
noch angegebenen Unterschiede dürften nicht von Bedeutung sein. Flügel (nach Zar.) 
S 75—78, ? 70 mm. 

Wurde im Winter bei Astrabad in N.O. -Persien und an der Grenze von Trans- 
kaspien gefunden, Brutplatz noch nicht festgestellt. 



Fringillidae. 7]^. 

114. Acanthis spinus (L.). (Fig-. 19,3.) 
Zeisig, Erlenzeisig. 

Fringilla Spinus Linne, Syst. Nat. Ed. X, p. 181 (1758 — ,.Hab. in Europae juniperetis". 

Typ. Lok. Schweden: erstes Zitat Fauna Suecica 203). 
Fringilla fasciata P. L. S. Müller, Natursyst. Suppl. p. 163 (1776 — Europa, ex Buffon) 
Spinus viridis Kocli, Syst. d. baier. Zool., p. 235. („In den Gebirgen gemein.") 
S2)inus alnorum Brehm, Handb. Naturg.Vög. Deutschi., p. 284 (1831 — • „die deutsehen 

Fichtenwälder''). 
Sjiinus niedius Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschi., p. 285 (1831 — „auch er lebt 

zuweilen in unsern Nadelwäldern-'.) 
Spiimshetularum Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschi., p.286 (1831 — „die Nadelwälder"). 
Spinus obscurus Brehm. Vogelfang, p. 108 (1855 — Deutschland. Ein einziges sehr 

merkwürdiges Stück ohne alles grün und mit schneeweißer Schwanzwurzel 

und weißer, statt gelber Fiügelbinde. Jedenfalls nur Aberration. 1819— 

Thüringer Wald). 
Chrysomitris Dybowskü Taczanowski, Journ. f. Orn. 1876, p. 199 (Askold. (J ohne schwarzen 

Kehlfleck). 
Engl.: Siskin. Franz.: Tarin. Ital.: Lucarino. Schwed. : Grönsiska. 

dad. Oberkopf schwarz, vom Auge an uacli hinten zu durch einen 
■deutlich markierten grüngelben Streifen von den grünlichen Ohrdecken getrennt. 
Rücken gelblich grün mit schwärzlichen Schaftstrichen, Bürzel und Ober- 
schwanzdecken gelb mit gelblichgrünen Federspitzen, längste Schwanzdecken 
olivengrün, nach der Wurzel zu mehr oder minder schwärzlich. Handschwingen 
braunschwarz, Innenfahnen (mit Ausnahme der Spitzen) breit blaßgelb gesäumt, 
Außenfahne der äußersten langen Schwinge einfarbig, die andern mit schmalem, 
gelben Außensaum, außerdem die inneren fünf mit gelbem Basalfleck. Arm- 
schwingen schwarz, Außenfahnen an der Wurzel ganz gelb (fast die halbe 
Feder einnehmend) und nahe der Spitze gelb gesäumt, Inueufahnen an dem 
Wurzelteil etwa zur Hälfte gelb. Kleine Flügeldecken grünlich, mittlere und 
große an der Basis schwarz, an der Spitze breit grünlichgelb, wodurch ein 
schwarz und grünlichgelb quergestreifter Oberflügel entsteht. Steuerfedern 
schwefelgelb mit etwa '-^j^ cm weiten schwarzen Spitzen und schmalem schwarzen 
Saum an der äußersten, das mittelste Paar dunkel olivengrün mit gelblichen 
Säumen. Unterseite gelb mit schwarzem, meist durch helle Federsäume 
getrübten Kehlfleck, Unterkörper weiß, Körperseiten breit schwarz gestreift. 
Schnabel fleischfarben mit dunkler Spitze, Füße braun, Iris dunkelbraun. Flügel 
73 — 75, Schwanz 45—49. Lauf 14 — 15, Schnabel etwa 10 mm. Im frisch- 
vermauserten Gefieder haben die Federn der Oberseite aschgraue Kanten, 
wodurch besonders der schwarze Kopf getrübt wii'd. Diese nutzen sich später 
mehr oder minder ab. 

Das 9 ist oben bräunlichgelbgrün ohne schwarzen Oberkopf, mit breiteren 
schwarzen Mittelstreifen der Federn, Bürzel und Oberschwanzdeckeu gelb mit 
schwarzen Streifen. Flügel und Schwanz ähnlich gezeichnet wie beim d, 
aber das Gelb weniger ausgedehnt und meist blasser. Unterseite weißlich, 
der Hals und die Brustseiten mit gelbem, bald schwächerem, bald stärkerem 
Anflug, überall, mit Ausnahme der einfarbig weißen Mitte des Unterkörpers breit 
schwarz gestreift. Junge dem 9 ähnlich, aber oben viel mehr hellbräunlich, 
unten ebenfalls mehr bräunlich gestreift, die Grundfarbe gelblicher. 

Der Zeisig bewohnt Europa vom hohen Norden, soweit die Nadelholz- 
wälder reichen, als Brutvogel bis über die Fichtenuadelwälder von Deutschland, 



72 Fringillidae. 

Franla-eich, der Schweiz, Nord-Italien, Österreich-Ungarn bis zum Cancasus 
und zieht im Winter in Scharen durch die Ebenen, häufig südwärts bis in 
die Mittelmeerläuder, ausnahmsweise bis Nord-Afrika. Ostwärts durch ganz 
Sibirien bis Nord-China und Japan, auch von Kleinasien und Nord-Persien 
angegeben. In England im Winter häufiig, als Brutvogel in Schottland, Irland 
und selten in Nord-England. 

Bewohner von Nadelwäldern. Überfluß und Mißraten der Baumsamen scheinen 
ihren Aufenthalt zu beeiuflußen. sodaß sie au denselben Orten manchmal selten, oder 
häufig sind. Munter und zutraulich, im Winter leicht bemerklich, zur Brutzeit ziemlich 
still und zurückgezogen, meist in hohen Bäumen. Erinnert in vielem an den Stieglitz. 
Die Locktöne sind verschiedener Art: es gibt einen schnarrenden ßuf wie tettett,. 
tetetrett, außerdem einen pfeifenden, wie didei, didlei, oder wie Zeising klingenäcn\ 
Wenn eine Schar auffliegt, hört man noch einen sonderbar heiser zwitschernden, oder 
sagen wir „tschätschenden" Ton. Der Gesang ist zwitschernd, niedlich, aber nicht 
berühmt. Die Nahrung besteht aus Sämereien, namentlich Samen von Nadelhölzern, 
Erlen, Birken und vielen niederen Pflanzen. Im Sommer werden Insekten mit verspeist, 
die Jungen aber großenteils damit gefüttert, namentlich aber mit den Blattläusen von 
Tannen, Lärchen und Erlen. 

Das Nest steht in Bäumen, fast immer Nadelhölzern, selten auf Erlen und 
andern Laubbäumen, meist sehr hoch, selten niedrig in Büschen. Es ist tief und 
schön gebaut, meist sehr schwer zu finden, daher das Märchen von seiner Unsichtbarkeit. 
Die 4 — -6 Eier ähneln denen des Stieglitzes vollkommen, sind aber viel kleiner. Die 
der Rödern'schen Sammlung (meist in seiner Vogelstube gelegt) messen 16.6x12.5, 
17xn.7, 17x12.2, 17.1x11.8, 15.9x11.5, 16.5x13, 16x13.4, 17.5x12.5. 
Dr. ßey gibt an 15.5x11.78, 15.8x13.1, 14.4x13.3 mm. Durchschnittsgewicht 0.088 gr. 



115. Acanthis thibetana (Hume). 

Chrysomitris thibetana Hume, Ibis 1872, p. 107 („obtaiued by Mandelli on the borders 
of Sikkim and Thibef). 

(5 ad. Oberseite gelblicholivengrün; Federn des Genicks und Hinter- 
halses mit subtermiiialen gelben Flecken, die einen ziemlich deutlichen unrein 
gelben Fleck hervorbringen. Federn des Rückens vor den Spitzen mit schwärz- 
lichen Mittelflecken und je 2 kleinen grauen Flecken an den Spitzen der 
Fahnen, wodurch ein etwas geschecktes Aussehen entsteht, Bürzel und Ober- 
schwanzdecken gelbgrün mit olivenfarbigem Schimmer. Schwingen schwarzbraun, 
lunensäume heller, Außenfahnen dunkel gelbgrün gesäumt. Ohrdecken und 
Bartstreifen olivengrünlich. Undeutlicher Superciliarstreif und Streifen unter 
den Augen und Ohrdecken trüb gelb. Unterseite duukelgelb mit etwas 
bräunlichem Schimmer. Weichen und Unterschwanzdecken gelb mit schwarz- 
braunen Strichen. Steuerfedern schwärzlich mit grüngelben Säumen. Unter- 
flügeldecken matt gelbgrünlich. Schnabel und Füße (im Balg) bräunlich 
fleischfarben. Flügel 70, Schwanz 41, Lauf 12, Schnabel S^/.^ mm, zeisig- 
artig fein und spitz, o ad. Oberseite grünlicholiveufarben mit breiten bräunli(;h 
schwarzen Streifen, Genick, Hinterhals und Rückeumitte mit hellgelben Flecken. 
Haudschwiugen schwärzlich mit schmalen grünlichen Säumen, Armschwingeu 
schwarzbraun, Außenfahnen nur nahe der Wurzel und Spitze mit gelbgrünen 
Saumflecken, wodurch eine schwarze Querbinde entsteht. Unterseite blaßgelb, 
am Unterkörper fast weiß, Brustseiten und Unterkörper breit schwarzbraun 
gestreift. 



Fringillidae. 73 

Lebt in gewaltigen Höhen in Sikkim, au und jenseits der tibetaniselien 
Grenze. Wie es sctieint nur von seinem Entdecker, dem verstorbenen Mandelli, 
in den siebziger Jahren gesammelt. 

Fortpflauzung unbekannt. 

116. Acanthis spinoides (Vig.). 

Caräuelis spinoides Wgors, Proc. Zool. Soc. Loudon 1831. p. 44 (Himalaya). 

(5 ad. Oberseite dunkel schwarzbraun mit grünlichem Schimmer, Stirn 
meist mehr oder minder, oft ganz gelb ; breiter Superciliarstreif, Zügel, Streif 
unter den Ohrdecken, ein undeutliches Halsband, Bürzel und Unterseite gelb. 
Schwingen schwarz mit gelber Basis, Spitzen der Armschwiugen weißlich. 
Kleine Flügeldecken und Spitzen der großen gelb, zwei Binden bildend, 
Handdecken schwarz. Schwanzfedern gelb, Spitzen aller und die mittelsten 
schwarz. Unterflügeldecken gelb. Iris hellbraun, Schnabel bräunlich fleisch- 
farben, Füße desgleichen. Flügel 78 — 81, Schwanz -15, Lauf 17, Schnabel 
10 mm. Schnabel dick, klotzig, kolbig, hänfliugsartig. Q . Oben trübgelb 
mit breiten schwärzlichen Streifen, unten schwefelgelb mit schwärzlichen 
Streifen, die jungen Vögel den o ähnlich aber viel bräunlicher und blasser. 

Bewohner der Bergwälder des Himalaya (bis 9000 engl. Fuß hoch) von 
Kaschmir bis nach China hinein (Szetschwan), wurde auch in Manipur erbeutet. 

Brütet „im Juli und August", baut ein tief napfförmiges Nest aus feinem Grase, 
Moos und Haaren auf Bäumen und legt 3 Eier, die blaßgrünlicli sind, mit tiefbrauuen 
Punkten und Flecken und 17 1/2 x 13 mm messen. 

117. Acanthis cannabina cannabina (L.). (Fig. 19, i.) 
Hänfling, Bluthänfling. 

Fringilla cannabina Linne, Syst. Nat. Ed. X. p. 182 (Europa — typ. Lok. Schweden, 

denn erstes Zitat Fauna Suecica 210).^) 
Fringilla vitis P. L. S. Müll., Natursystem, SuppL, p. l(i:-5 (1776— Ex Uaubenton Linotte 

des vignes. Hab. Frankreich. 31erkwürdigerweise bisher fälschlich als Synonym 

von A. linaria zitiert!). 
Fringilla Linota Gmelin, Syst. Nat. I, p. 916 (1788 — Europa. Ex Brisson, Buffon, 

Pennant etc.). 
Fringilla argentoratcnsis Gmelin, Syst. Nat. J, p.918 (1788— „Hab. circa Argentoratum". 

Ex Brisson: La Linotte de Strasbourg, Buffon). 
Fasser Fapaverina Pallas, Zoogr. Rosso-Asiat. 11, p. 26 (1811 — Süd-Eußland, Wolga). 
Cannabina pinetoruni Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschi., p. 276 (1831 — „in den 

deutschen Fichtenvorhölzern"). 
Cannabina arbustorum Brehm, Handb. Naturg. Vilg. Deutsch!., p. 277 (1831 — Felder, 

Büsche, Weinberge). 
Linaria vulgaris JlüpTpell, NeueWirbelth., p.95 (1835 — 40 — Name für den „gewöhnlichen 

Hänfling" — nomen nudum!). 
Cannabina major und minor Brehm, Vogelfang, p.l06 (1855 — ohne besondere Vaterlands- 
angabe, nach Ausweis der Sammlung aus Renthendorf!). 
Cannabina Linnei Malm, Göteborgs Fauna, p. 197 (1877). 
Engl.: Linnet. Franz.: Linotte. Ital.: Fanello. 



^) Liune's Beschreibung ist so schlecht, daß weder Gmelin noch Pallas in ihr 
den Hänfling erkannten, da aber der Name cannabina heute ausnahmslos angenommen 
wird und sich auch wohl auf den Hänfling bezieht, so haben wir ihn beizubehalten. 



74 Fringillidae. 

dad. Vorderkopf mit blutroter Platte, die aber im frischvermaiiserten Ge- 
fieder dm'ch bräunlich graue Federkauteu fast ganz verdeckt ist, übrige Teile von 
Kopf uud Hals hell graubraun mit dunkleren Federmitten, durch Abnutzung 
der bräunlichen Ränder und Ausfallen der Seiteupartikel der Fahnen im 
Sommer ganz grau werdend. Rücken lebhaft kastanienbraun mit helleren 
Säumen und dunkleren Federmitten, auf dem Bürzel viel lichter braun 
unterer Teil des Bürzels und Oberschwauzdeckeu weiß mit dunklen, fast 
schwarzen Federmitten, der erstere manchmal mit rosenrotem Schimmer, 
die längsten Schwanzdecken schwarz mit weißen Säumen. Handschwingen 
schwarz mit schmutzigweißen Innen- und reinweißen Außensäumen, Arm- 
schwiugen dunkelbraun mit schmutzigweißen Innensäumen und grossenteils 
kastanienbraunen Außeufahnen. Steuerfedern schwarz mit schmalen weißen 
Außen- und sehr breiten ebensolchen Inuensäumen. Kopfseiten hell braungrau, 
unter dem Auge, in der Mitte der Ohrdecken uud unter denselben bräunlich- 
weiße Flecke. Kehle bräunlichweiß, in der Mitte dunkel aschgrau längsgefleckt. 
Kropf und Brustseiten blutrot, im frischvermauserten Gefieder durch hell 
griiuliche Partikelchen verdeckt, die nachher verschwinden und die rote Farbe 
rein hervortreten lassen. Übrige Unterseite weißlich, Seiten rotbraun mit 
dunkleren Federmitten. Schnabel br-äunlich, Füße braun. Iris dunkelbraun. 
Flügel 82—85, Schwanz etwa 55—58, Lauf 16—17, Schnabel dick und 
kolbig, etwa 10 mm. (Kaum bei einem andern Vogel bringt die Abnutzung, 
resp. das Abfallen der kleinen Nebenästcheu an den Federfahuen auffallendere 
Veränderungen hervor. Das wie bepudert aussehende, matte Hellrot wird 
dadurch brennend rot — von einem plötzlichen Influx von Pigment zur Zeit 
der Liebe oder sonstigen mysteriösen Vorgängen ist nichts wahr: die Feder 
verliert nur und dadurch entsteht das veränderte Aussehen.) Q ad. Wie 
das (3, aber ohne alles Rot, Kropf und Seiten breit dunkelbraun gestreift, 
Rücken meist dunkler uud Bürzel weniger weiß, etwas kleiner. Junge Vögel 
ähneln den Weibchen. 

Vom 64" in Skandinavien und vom 60" in Rußland südwärts über 
den größten Teil von Europa. Im allgemeinen nur Strichvogel, aber in kalten 
Gegenden, wie Skandinavien, Ost-Preußen, Rußland Zugvogel, der im Winter 
als seltener Gast bis Egypten und Abyssinien geht. Die Behauptung, daß, 
englische Stücke dunkler seien, fand ich nicht bestätigt. Sie sind bisweilen, 
besonders die aus der Nähe von Städten stammenden, schmutzig, wie alles 
in England und den Kohlendistrikten AVest-Deutschlands, aber das darf nicht 
mit natürlicher Färbung verwechselt werden. 

Bewohner baumreichei* und freier Gegenden, aber nicht ausgedehnter Hochwälder. 
Ein munterer und flüchtiger Vogel und ziemlich gesellig. Der Flug ist rasch und 
bogenförmig. Die Lockstimme ist kurz, hart und ganz charakteristisch, man hört sie 
am meisten im Fluge. Der Gesang ist ausgezeichnet, flötend, aber von harten, lockton- 
artigen Tönen eingeleitet und unterbrochen. Ziemlich reiner Samen- und Körnerfresser, 
der nur ausnahmsweise auch Insekten frißt, auch die Juugeu werden zwar neben 
Sämereien auch mit einigen Insekten gefüttert, aber nicht in dem Maße wie die andern 
Friugilliden. 

Das Nest steht meist in Büschen, ^,'2 — 3 m hoch, bisweilen aber auch hart am 
Boden in Ginsterbüschen, Grasbüscheln, Heidekraut, mit Vorliebe aber in Dornhecken 
und toten ßeisighecken und -Hänfen, in Torfhaufen und Holzklai'tern, auf kahlen 
Dünenrücken, Torfmooren und "Wiesen, wie in Gärten, Laubhölzern und NadeUiolz- 
schonungen. Namentlich zur ersten Brut werden mit Vorliebe immergrüne Büsche 
benutzt. Die Eier der ersten Brut findet man im April, bisweilen sogar schon Ende 



Fringillidae. 75 

März (iu milden Gegenden), eine zweite Brut findet regelmäßig statt. Die Eier sind 
■weißlich mit bläulichem oder grünlichem Schimmer bis hellblau, mit bleichen violett- 
grauen Schaleniiecken und tief blutroten bis braunschwarzen Punkten, Flecken, Kritzeln 
und Strichen. Sie sind äußerst variabel, zuweilen ganz ungefleckt, sehr dünnschalig, 
manchmal von denen des Stieglitzes nicht zu unterscheiden, meist aber größer und 
schwerer. Krohn berichtet von einem ungefleckten weißen Gelege bei Hamburg. 
Die Gelege bestehen aus 5 — 7, die der zweiten Brut aus 4 — 6 Eiern. Sie messen nach 
ßey im Durchschnitt nach 80 gemessenen Exemplaren 18.3 x 13.1 mm, im Maximum 
20.3x14.9, im Minimum 16x12. das durchschnittliche Gewicht ist 0.098 gr. Das 
AVeibchen scheint meist allein zu brüten, Helm aber beobachtete regelmäßiges Brüten 
descjin den Abendstunden und ich sah in England ein (5 am Nachmittage nach 5 Uhr auf 
den Eiern sitzen. Brutzeit 13 — 14 Tage. 

118. Acanthis cannabina mediterranea Tscliusi. 

Acanthis cannabina mediterranea Tschusi, Ornith. Jahrb. 1903, p. 139 (Typ. Lok. 
Oattaro, Dalmatien). 

Schwer keuntliche Form. Etwas kleiner als die iiordeuropäische, was 
aber nur bei Vergleieliung von Serien festzustellen ist. Die größten ö scheinen 
allerdings die kleinsten Maße der echten cmnutbina ö kaum zu überschreiten. 
Im allgemeinen auch lebhafter gefärbt, was aber vielleicht nur Folge des im 
Süden rascheren und gründlicheren Abnutzungsprozesses und Verfalls der 
Federn in der Brutzeit ist. 

Nördliche Küsten des Mittelmeeres: Dalmatien, Süd-Italien, Süd-Spanien. 
Genaue Verbreitung z. Z. nicht festzustellen. 

119. Acanthis cannabina nana (Tsch.). 

Cannabina cannabina nana Tschusi, Orn. Monatsber. 1901. p. 130 (Madeira). 
Acanthis cannabina meadeivaldoi Hartert, Nov. Zool. 1901, p. 323 und A. d. Wanderjahr, 
e. Naturf., p. 104 (Teuerife). 

Sehr kenntliche Form. Ganz wie A. c. cannabina, aber erheblich kleiner! 
Flügel 75 — 80 mm. Alle Färbungsunterschiede verschwinden beim Vergleiche 
größerer Serien. Einige Tenerife -Vögel haben auffallend große Schnäbel. 
Auf solche basierte ich meine A. c. meudewaldoi, die großen mir nun vor- 
liegenden Serien aber beweisen die ünhaltbarkeit dieser Form. (52 Exemplare 
mit 110 von .4. c. cannalnna verglichen.) 

Madeira, Canaren, Marokko, Algier und Tunis. 

120. Acanthis cannabina fringillirostris (Bp. & Schleg.). 

Linota fringillirostris Bonaparte & Schlegel, Monogr. Loxiens, p. 45, Taf. 49 (1850 — "■ 
„Nepaul" errore. Der Typus wird wohl von Kaschmir stammen). 
, Cannabina bella Cabanis, Mus. Hein. I, p. 161 (1850 — 51 — Ex Hempr. & Ehrenb. MS., 

Syrien). 

dad. wie das von A. c. cannabina, aber die Färbung im allgemeinen 
etwas lichter, namentlich der Hals heller, auf dem Scheitel meist mit einigen 
fast weißen Federrändern, wodurch ein weißlicher Fleck entsteht, das rot 
heller, die weißen Federränder des Bürzels meist breiter. Flügel 83 — 87, 
also durchschnittlich etwas länger, oft aber gleich. 

Vertritt A. c. rcuotabina vom Kaukasus und Kleiuasien nach Osten hin, 
durch Turkestan, Persien, Afghanistan bis in das nördliche Kaschmir. 



76 Fringillidae. 

121. Acanthis flavirostris flavirostris (L.). 
Berghänfling. 

Fringilla flavirostris Linne, Syst. Nat. Ed. X, p. 182 (1758 — „Europa". Typ. Lok. 

Schweden, denn einziges Zitat Fauna Suec. 204). 
Fringilla montium Gmelin, Syst. Nat. 1, p. 917 (1788 — Ex Brisson, Buffon, Pennant u. a. 

„Europa"). 
Cannabina media Brehm, Haudb. Xaturg. Vög. Deutschl., p. 279 (1831 — „selten, wie 

im "Winter 1826, in Nord-Deutschland"). 
Linaria montana Selby, 111. Brit. Orn. I, p. 318, pl. 55, Fig. 5 (1833 — Norway, Sweden etc.) 
Cannabina microrhynchos Brehm, Vogelfang, p. 106 (1855 — Mittel-Deutschland). 
Cannabina montium major A. Brehm, Verz. Samml., p. 9 (1866 — nomen nudum !). 
Engl.: Twite. Franz.: Linotte montagnarde, linotte ä bec jaune. 

dad. Oberseite tief braun mit rostbraunen Fedemlndern, sodaß sie 
hell- und dunkelbraun gestreift erseheint, Bürzel rosenrot mit sehr hell- 
bräunlichen Federspitzen. Schwingen schwarzbraun mit bräunlichweißeu 
Innensäumeu, die Haudschwingen mit schmalen weißen, die Armschwingen 
mit breiteren hellbraunen Außensäumen. Steuerfedern schwarzbraun mit 
weißlichen, an den mittleren Paaren mehr bräunlichen Säumen. Kopfseiten 
hell zimmetbraun, dunkelbraun gestrichelt, über den Augen ein deutlicher 
Superciliarstreif. Kinn und Kehle hell zimmetbraun, Brust und Körperseiten 
ebenso, aber dunkelbraun gestreift, Mitte des Unterkörpers weißlich, ungestreift, 
Unterschwanzdecken bräunlichweiß mit schmalen, an den längsten Federn 
breiteren, tiefbraunen, fast scliwarzeu Mittelstreifen. Unterflügeldecken weiß, au 
den Wurzeln schwärzlich. Schnabel wachsgelb mit dunkler Spitze, Iris braun, 
Füße dunkelbraun mit fast schwarzen Krallen. Flügel 76—81, Schwanz 
etwa 64 — 66, Lauf etwa 16, Schnabel 8 — 9 mm. Im Frühjahr stoßen sich 
die Federkanten ab, die Oberseite erscheint dadurch dunkler und ein schon 
vorher angedeutet gewesener weißlicher Nackenfleck tritt mehr hervor, die 
dunkle Streifuug der Unterseite wird auffallender, o und junge Vögel ähneln 
den alten, aber der Bürzel ist wie der Rücken, ohne rot, der Flügel kürzer, 
72—76.5 mm. 

(A. ßav/'rostris unterscheidet sich von dem ungefähr gleich großen 
A. rannafäna durch den Mangel des Rot an Kopf und Brust, von .4. linaria 
durch bedeutendere Größe, Abwesenheit von rot an Kopf und Brust, und 
längeren Schwanz.) 

Brutvogel vom mittleren England (einzeln im Seengebiet) über Schott- 
land, Irland, die Shetlands-, Orkney-Inseln und Hebriden, auf den Inseln und 
an der Westküste von Norwegen bis etwa 70" nördl. Breite, seltener in 
Schweden und Nord-Rußland. Auf der Wanderung in Süd-England, Nord- 
Deutschland (manchmal in Menge über Helgoland ziehend), Holland, Belgien, 
Frankreich, Schweiz, aber nur selten in Spanien, Italien und Süd-Rußland. 

Bewohner offener, nur mit Gras, Moos, Heidekraut und niederm Gebüsch 
bewachsener, meist felsiger Gelände. Äußerst lebhaft und munter, im Fluge und 
anderweitig dem Hänfling ähnelnd, sucht seine Nahrung meist auf dem Boden. Der 
Lockton ähnelt bald dem des Hänflings, bald dem der Leinzeisige — bald ist er ein 
flötendes daii, bald ein tschätschender Ton. Der Gesang hat flötende, zischende und 
knarrende Töne. Nahrung Sämereien, besonders ölhaltige, im Sommer und zumal bei 
der Aufzucht der Jungen mit Insekten gemischt. Das Nest steht meist am Boden unter 
Steinen, Büschen, Heidekraut usw. und ist dem des Hänflings ähnlich, aber meist etwas 
dickwandiger und mehr mit Federn und ßenntierhaaren ausgefüttert. 2 Brüten sind 



Fringillidae. 77 

nicht selten, vielleicht die Regel. Es enthält 4 — 5, selten 6 oder nur 4 Eier, die denen 
des Hänflings ähneln, aber öfter blaß rotbraune Strichelung zeigen. Sie sind hell 
grünlichblau und messen nach ßey im Durchschnitt 16 7x12.1, bis 18x12.4 oder 
nur 15.3 X 12.3, bezw. 16.8 X 11.8 mm. Das durchschnittliche Gewicht ist etwa 0.073 gr. 

122. Acanthis flavirostris brevirostris (Moore). 

Linota brevirostris Moore, Proc. Zool. Soc. London 1855, p. 216 („Erzeroum and 
Afghanistan". — Typus von Erzeroum im Brit. Mus. Ex Eonaparte, Geogr. & 
Comp. List, p. 34 (nomen nuduui) falsche Vaterlandsangabe, nämhch „South- 
eastern Europe", wenn diese Form gemeint war). 

Linota crytliropyga Seeb., teste Sharpe, Cat. B. Bi-it. Mus. XII, p. 238 (1888 — synonym). 

Von A. f. flavirostris auf den ersten Blick durch hellbräunliche, fast 
weißliche Federränder der Oberseite, heller rosenroten, mehr ins weißliche 
ziehenden Bürzel und hellere nicht so braune Unterseite unterschieden. Schnabel 
kleiner. (Zentralasiatische Stücke haben oft kürzere Flügel, der Unterschied 
scheint aber nicht konstant und nicht lokalisiert genug zu sein, um — nach 
dem untersuchten Material — darauf einen Namen zu gründen.) 

Vom Kaukasus und Kleinasien durch Persien, Turkestan und Tibet bis 
in die Mandschurei. 

Gleicht in seiner Lebensweise L. f. flavirostris. Nest und Eier ebenfalls äußerst 
ähnlich. Ein Gelege von Erzerum in Dresser's Sammlung (4 Eier) mißt durch- 
schnittlich etwa 15.5 x 17.5 mm. Gelege vom Kuku-Noor zu 5 und 6 Eiern gleichen 
denen von A. f. flavirostris und messen nur 12.4x17 und 12.6x17.1 mm. 

123. Acanthis flavirostris stoliczkae subsp. nov. 

? Linaria pygmaea Gray, Hand-list II, p. 109 (1870 — „Ladakh", nomen nudum! Nach 
Sharpe, Cat. B. Brit. Mus. XII, p. 238 synonym von brevirostris). 

Oberseite viel mehr blaß sandig-braun, die Federmitten viel heller 
braun, Unterseite blasser und matter. 

(Typus: dad. Gilgit, 7. März 1880, J. Scully Nr. 738, in Mus. Tring.) 

Vermutlich Standvogel, jedenfalls aber Brutvogel in Kaschmir (Gilgit, 
Ladakh, Shandur Yassin). Nach Stoliczka in den Kulu- und Sutlej-Tälern 
im Winter, sowie bei Chindi. 

124. Acanthis flammea flammea (L.). (Fig. 19, 2.) 

Birkenzeisig, Leinfink, Leinzeisig. ^) 

FringiUa flammea Linnc, Syst. Nat. Ed. X, p. 182 (1758 — „Habitat in Europa". 
Typische Lokalität Norrland in Schweden, ex Fauna Suecica no. 201. Man 
hat es sich bequem gemacht, indem man diesen Namen entweder gar nicht 

1) Das Studium der „Leinfinken" oder „Birkenzeisige" ist ein besonders schwieriges, 
weil einige Formen ungemein verbreitet sind (circumpolar), andre lokal, außerdem 
diese Vögel während der Brutzeit durch Abnutzung und Verfall des alten Gefieders sich 
gewaltig verändern. Es ist daher notwendig, aber nicht immer möglich, Serien aus 
den verschiedenen Gebieten von der gleichen .Jahreszeit, besonders frisch vermauserte 
Vögel, zu vergleichen. Literatur: Stejneger, Auk 1884, pp. 145 — 155. — Sharpe, Cat. 
B. Brit. Mus. XII, pp. 245 — 256. — Deichler, Naumann's Naturg. Vög. Mittel-Europas, 
pp. 301—312. — Ridgway, B. North & Middle America I, pp. 78—92. — Mit der von 



78 IMngillidae. 

oder als Synonym von linaria zitiert hat. Liune selbst kannte den Vogel 
nicht, sondern beschreibt ihn nach Eudbeck's Bilde und nach Klein — Hist. 
Av. Prodr., p.93 — wo deutlich der JBirkenzeisig beschrieben ist. Da flammea 
vor linaria steht, nehmen wir den Namen ohne Bedenken an. Nicht wir, 
die wir Nomenklaturfragen ernst nehmen, sondern die, welche leichter Hand 
flammea unbeachtet ließen, sind an der Namensänderung schuld). 

Fringilla Linaria Linne, Syst. Nat. Ed. X, p. 182 (1758— „Habitat in Europa". Typ. 
Lokal. : Erlenwälder Schwedens, ex Fauna Suecica no. 210). 

Linaria borealis Vieillot, Mem. ß. Accad. Sei. Torino XXIII, 1816, Sei. Eis., p. 199. 

Linaria agrorum und hetularum Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschi., p. 281, 282 
(1831— Herbst in Deutschland). 

Linaria canesccns Grould, B. Europe III, pl. 193 (1834 — als häufiger "Wintergast in 
England beschrieben, Brutgebiet unbekannt). 

Linaria dubia, assimilis, leiiconotus, septentrionalis, pusüla Brehm, Vogelfang, p. 107 
(1855 — nomina nuda(!), nach Untersuchung der Exemplare ganz oder teil- 
weise hierher gehörig. Bi-ehm selbst unterschied die groß- und kleinschnäbligen 
Formen nicht als solche, sondern teilte nach dem ßot der Brust ein!) 

Äegiothus ruber crassirostris, tenuirostris, microrhynchus A. E. Brehm, Verz. Samml., 
p. 9 (1866 — nomina nuda(!), nach Untersuchung der Exemplare hierher 
gehörig), (Ridgway, B. N. & Middle Amer. I, p. 88 u. a. rechnet hierher auch: 

Äegiothus fuscescens Coues, Proc. Ac. Nat. Sei. Philad. 1861, p. 222, typ. Henly Harbor, 
Labrador, was ich auch für richtig halte. Deichler, Naumann's Naturg. Vög. 
Mittel-Europas III, 1900, p. 310 unterscheidet diese Form, aber die von ihm 
angegebenen L^nterschiede sind nicht zu erkennen). 

Linaria americana Wied, Journ. f. Orn. 1858, p. 338 (Missouri). 

Acanthis intermedius Dybowski. Bull. See. Zool. France VIII, 1883, p. 365 (Kamtschatka). 

Acanthis intiominatus Dybowski, Bull. Soc. Zool. France VIII, 1883, p.3ß6 (Kamtschatka). 
Engl.: Mealy ßedpoll. Franz.: Sizerin boreal. Schwed. : Gräsiska. 

dad. Schnabel wachs- oder horngelb mit dunkelbrauner Spitze, Vorder- 
kopf bis etwa in die Mitte des Kopfes rot; Federn von Hinterkopf, Hals 
und Rücken dunkelbraun mit hellrostbraunen Säumen, die des Bürzels etwas 
dunkler mit weißlichen oder weißen Säumen, mehr oder minder rötlich 
angehaucht, und die des untern Bürzels rosenrot mit weißlichen Spitzen. 
Flügel und Schwanz dunkelbraun mit schmalen hellbraunen Säumen. Zügel 
und großer Kinnfleck dunkelbraun, fast schwarz; Kehle, Kropf und Brustseiten 
rosenrot, übrige Unterseite weiß, Körperseiten und ünterschwanzdecken dunkel- 
braun gestreift, ünterflügeldecken und Achselfedern weißlich, die letzteren 
oft mit rötlichem Schimmer. Füße dunkelbraun. Flügel 74 — 78, Schwanz 
etwa 57 — 58, Schnabel 8, Lauf 15 mm. — Jüngere ö haben kein Rot au 
der Kehle und Brust. Es scheint, daß das Rot erst im zweiten Jahre völlig 
ausgebildet ist. Im Frühjahr nutzen sich die Federränder ab, die Fahnen 
verlieren ihre kleinen Anhängsel, die Oberseite wird dadurch viel schwärz- 
licher, düsterer, das Rot feuriger, die Streifung der Seiten auffallender. Nach 
der Brutzeit werden diese Vögel scheußlich, die Oberseite ganz schwarzbraun, 



Deichler vorgeschlagenen, teilweise nur vermuteten Einteilung in 12 verschiedene 
Formen bin ich nicht einverstanden. Es scheint, daß der Verfasser die jahreszeitlichen 
Veränderungen nicht genug gewürdigt hat. Nach Vergleichung bedeutender Serien 
muß ich Sharpe, Stejneger, Ridgway u. a. beistimmen, die eine circumpolare Verbreitung 
mehrerer Formen annehmen und die englische und alpine Form vereinigen. Acanthis 
hornemannii muß artlich getrennt werden, da Formen derselben mit solchen von 
flammea im gleichen Gebiete zu nisten scheinen und sich trotz gelegentlicher Bastarde 
erhalten und von A. holboellii sfilt vielleicht dasselbe! A. brewsterii ist offenbar ein Bastard. 



Fringillidae. 79 

die Körperseiteu noch viel schärfer schwarzgestreift, auch sclieint dann das Rot 
an der Unterseite wieder zu verbleichen. Das o hat den roten Vorderkopf 
wie das (j , aber nie rot an der Unterseite. Es ist etwas kleiner als das ö. 
Junge Vögel sind wie die g , aber brauner und ohne rot am Kopfe, das erste 
Kleid zeigt außerdem Kehle, Brust und Seiten breit dunkelbraun gestreift. 

Der immer deutlich gestreifte Bürzel, die zwar bräunliche, aber nicht 
rostbraune Oberseite, mittlere Größe und kleiner Schnabel kennzeichnen 
diese Form. 

Brutvogel im Norden der Erde. Die nördlichsten Brutplätze (z. B. 
Karesvando in Lappland in Nord-Europa, Ungava bis AVest-Alaska in Nord- 
Amerika) fallen mit den südlicheren von Acanthis hornemcmni e.vüipes zu- 
sammen, und in diesen Gegenden kommen sogar Exemplare vor, die man 
nur als Bastarde zwischen ^4. /. fianunea und ^1. h. exilipes deuten kann, da 
das Brüten der letzteren beiden und einer intermediären Form in derselben 
Gegend nicht gut angenommen werden kann. In Europa südlich bis in das 
nördliche Ost-Preußen, dort in der Nähe der Ostsee brütend. A. f. Jiammea 
besucht auf der Wanderung fast ganz Europa, sowie das mittlere Asien und 
Teile Nord-Amerikas. 

(Es ist mir unmöglich, die amerikanische und sibirische Form zu trennen. 
Deichlers Voraussetzung, daß stets nur eine Form an einem Orte brütet und 
daher alle Leinzeisige Subspezies einer Art seien, ist eine unbewiesene An- 
nahme, daß in ganz Nord-Sibirien nur eine Form vorkomme ist nicht richtig.) 

Eiu hübscher, unruliiger, lebhafter, aber nicht scheuer Vogel, Bewohner nordischer 
Birlcen- und Erlenwälder, sogar nördlich der Grenze der Birkenwälder noch nistend; 
nördlich des 58. Clrades regelmäßiger Brutvogel. Die Loekstimme ist ein eigenartiges 
Tschätt, tschätt, das sie sitzend und fliegend hören lassen. Außerdem haben sie noch 
einen angenehmen flötenden Ruf und einen zwitschernden, kunstlosen Gesang. Die 
Xahrung besteht aus Sämereien vieler Art und im Sommer wohl auch aus Insekten. 
Das dicht gefütterte Nest steht in Büschen und Bäumen oder zwischen Gras und Steinen 
und enthält ziemlich spät im Jahre 4 — 5, selten 6 Eier. Diese sind hellblau oder 
grünlichblau mit rotbraunen Flecken und Punkten. Sie messen etwa 16.8x12.2 bis 
18 X 12.5 und 18.2 x 12.3 mm. Die Jungen werden zumeist mit Insekten und deren 
Larven aufgefüttert. 

125. Acantliis flammea holboellii (Brehm). (?Art statt Unterart.) 

Linaria Holboellii Brehm, Handb. Naturg.Vög. Deutschi., p. 280 (1831 — „selten, wie 

Nov. 1822 und 1825 im mittleren Deutschland"). 
Lvnaria alnorum Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschi., p. 281 (1831 — Vorkommen 

wie bei L. holboellii). 
Linaria longirostris Brehm, Vogelfang, p. 107 (1855 — „kommen aus dem Norden nach 

Deutschland"). 
Fringilla liiiaria magnirostris Ko\mgren, Scand. Fogl. I, p. 328 (1866, Nord-Schweden). 
Linaria brunnescens Homeyer, Journ. f. Orn. 1879, p. 181 („Lappland, Grönland, 

Schweden"). 
Linaria robusta, canigularis Brehm, Vogelfang, p. 107 (1855 — nomina nuda(!), nach 

den Exemplaren der Sammlung hierher gehörig). 

Ganz wie A. f. ßajumea aber größer, der Flügel länger, Schnabel stärker 
und meist merklicli länger. Flügel 75 — 81^/.,, Schnabel 9- — II mm. 

Es scheinen Zwischenformen zwischen hohöllu undßammea vorzukommen, 
merkwürdigerweise nisten diese beiden Formen auch manchmal au denselben 



80 Fringillidae. 

Ovten (Lena, Sommer 1903), sodaß man fragen muß, ob liothoellü uiclit sogar 
als Art aufzufassen ist. 

Äußerster Norden der alten und neuen Welt, in der Kegel nördlich 
von A.f.ßfunmm, kolouienweise hier und dort. Auf der Wanderung teils in 
getrennten Flügen, teils mit ßavunea gemischt, in Süd-Schweden, England 
(ein Stück bei Tring erlegt). Deutschland, Ungarn, ßußland und Teilen von 
Mittel-Asien, Nord-Japau und dem nordöstlichen Amerika. 

126. Acantliis flammea rostratus (Coues). 

Aegiothus rostratus Coues, Proc. Ac. Xat. Sei. Philadelphia 1861, p. 378 (S. -Grönland). 
Acantliis linaria y. lanccolata Dubois, Consp. Av. Eur. 1871, j). 18 (Ex Selys-Long- 

chami^s MS.). 
? Acantliis groenlandica Bonaparte, Eev. et Mag. Zool. 1857, p. 55 (Xomen nudum!). 

Sehr große Form mit starkem, hänflingsartigem Schnabel, Oberseite 
sehr dunkel, Streifung der Unterseite sehr auffallend dunkel und kräftig. 
Anscheinend ist das Rot der Unterseite niemals sehr stark ausgebildet. Flügel 
77.5—83.8, Schnabel 8.5—10.5 mm. 

.Brut- und Staudvogel in Grönland. Im Winter in südwestlicher Richtung 
südwärts wandernd durch Canada und Teile der Vereinigten Staaten. In 
Europa nicht nachgewiesen! 

127. Acantliis flaniniea cabaret (P. L. S. Müll.). 
Kleiner Birkenzeisig. 

Fringilla Cabaret P. L. S. Müller, Xaturs^'stem, Supj)!., p. 165 (1776 — ex Daubenton & 
Buffon. „Europa" — Deutschland und Frankreich nach Buffon). (Die 
Beschreibung und Abbildung von Buffon und Daubenton passen nur auf die 
mittel-europäische Form und das Habitat spricht nicht dagegen. Vorsichtige 
Nomenklatoren wie Salvadori, Stejneger, Tschusi (in. litt.) haben auch den 
Namen cabaret unbeanstandet acceptiert). 

Fringilla minima Boddaert, Tabl. PI. Eni., p. 28 (1783— Daubenton's. pl. 485, Fig. 2 
„Le Cabaret" benannt). 

Linaria rufescens V'ieillot, Mem. K. Accad. Torino XXIIl, Sc. Fis., p. 202 (1816). 

Linaria minor Leach, Syst. Cat. Mamm. & B. Brit. Mus., p. 15 (1816 — nom. nudum). 
Engl.: Lesser ßedpoU. 

Auf den ersten Blick durch geringe Größe, rotbraune Federränder der 
Oberseite, die überhaupt sehr dunkel ist, sowie sehr braune Kehle, Hals und 
Brustseiten der 9 und Jungen gekennzeichnet. Flügel ö 69 — 73, Q 66 bis 
70 mm. 

Bewohnt als Brutvogel Mittel- und West-Europa. In Mittel-Europa 
nur Gebirgsvogel (Alpen. PKarpathen, Balkan), in Schottland, Irland und- 
Engiand, aber hier auch in der Ebene. Im Herbst und Winter Strichvogel. 
(Englische und kontinentale Stücke sind nicht zu unterscheiden.) Tschusi. 
Deichler u. a. nehmen allerdings an, daß erstere bräunlicher sind. Würde 
man sie trennen wollen, müßte ein neuer Name für sie gemacht werden. 

(Gätke erwähnt das Brüten eines Paares von Leinzeisigeu auf Helgoland, 
die Form aber ist nicht festgestellt. Radde beschreibt das Brüten einer noch 
ununtersuchten Form im Kaukasus.) 

Gleicht in seinen Gewohnheiten und seiner Lebensweise den nordischen Formen, 
aber die Nistzeit ist früher. Sowohl in England als auch in der Schweiz, wo diese 



Fringillidae. 31 

Form bis fast 1900 m hoch brütet, findet man schon Ende April und in der ersten 
Hälfte des Mai die Eier, die denen von A. f. flammea gleichen, aber im allgemeinen 
wohl noch etwas kleiner sind. Der Gesang scheint kräftiger, wohllautender zu -sein, 
als der der nordischen Form. 

128. Acanthis hornemannii liorneniannii (Holb.). 

Linota hornemannii HolböU, Naturk. Tidskr. IV, 1843, p. 398 (Grönland). 
{Acanthis canescens, non Gould!, mehrerer Autoren). 

Die größte und hellste Form der Leinzeisige. Bürzel ungestreift, 
schneeweiß, bei alten d zart rosa angeflogen, ebenso die Brust, die nie 
lebhaft rot wird. Flanken weiß, mit sehr geringer Strichelung oder ganz 
ohne dieselbe. Federräuder des Rückens bräuulichweiß. Schnabel sehr kurz 
und dick. Im Jugendkleide sind Hals und Nacken gelblich angeflogen. 
Flügel d 84—90, $ 80—84 mm. 

Brut- und Standvogel in Grönland bis zum 73*^ nördl. Breite; Island, 
Spitzbergen, Jan Magen. Im Winter in Teilen von Nord-Amerika. Soll 
auch zweimal in England und einmal in Frankreich vorgekommen sein. 

129. Acanthis hornemannii exilipes (Coues). 

iLinaria canescens, non Gould!, mehrerer Autoren.) 

Aegiofhus exilipes Coues, Proc. Ac. Nat. Sei. Philadelphia, Nov. 1861, p. 385 (Fort 

Simpson, Arktisches Amerika). 
Linaria sibirica Homeyer, Journ. f. Orn. 1879, p. 185 (Onon und Baikal). 
Linaria pallescens Homeyer, Journ. f. Orn. 1880, p. 156 (= sibirica!). 

Gleichsam eine verkleinerte Ausgabe von A. h. liomemannii, auch im 
ganzen dunkler, der Bürzel ungestreift, aber nicht so ausgedehnt weiß, Körper- 
seiten und Uuterschwauzdecken mejir gestreift, das Rot der Unterseite in der 
Regel mehr entwickelt. Flügel ä 74—77.9, 9 69.6—74.6 mm. 

(In Lappland kommen Exemplare vor, die zwischen dieser Form und 
A.f.ßammea stehen und vermutlich Bastarde sind.) 

Circumpolarer Brutvogel. In Amerika von Ungava bis West- Alaska 
brütend, im Winter die nördlichen Vereinigten Staaten besuchend. In der 
alten Welt von Lappland durch Sibirien bis Nord-Japan, auf der Wanderung 
weiter südlich bis Ost-Preußen (ausnahmsweise). 

130. Acanthis citrinella citrinella (L.). 
Zitronenzeisig. 

?Fringilla CitrinellaYvoeg, CatalogusVerzam. Vogel, dier., Adumbratiuncula, p. 3 (176-4 — 

„hier", d. h. Holland). 
Fringilla Citrinella Linne, Syst. Nat. Ed. XII, p. 320 (1766— Ex Gesner, Aldrov., 

Will. etc. „Hab. in Europa australi". Ich nehme als typ. Lok. die Alpen 

an, nach vorhergeh. Autoren). 
Emberiza brumalis Scopoli, Annus I, li. 145 (1769 — Tirol). 
Citrinella alpina Bonaparte, Cat. Metod. Ucc. Eur., p. 48 (1842 — nomen nudum!) (vgl. 

Bonap., Consp. Av. I, p. 520 (1850). 
Engl.: Citril Finch. Franz.: Venturon alpine. Ital.: Venturone. 

(5" ad. Oberkopf bis hinter die Augen, rund um den Schnabel bis hinter 
die Augen, Unterseite, Oberschwauzdecken und Bürzel gelbgrün. Nacken und 

E. Hartert, Die Vögel der paläarktischeu Region. 6 



82 Fringillidae. 

Halsseiten grau. Rücken gelbgrim mit grauen Federräudern, die eine scliwache- 
Streifung hervorrufen. Schwingen tief braun mit hellbraunen Innen- und schmal- 
gelblichen Außeusäumen. Kleine Flügeldecken gelbgrün, große tief braun 
mit breiten gelbgrünen Spitzen. Schwanz tiefbraun mit gelbgrünen Säumen. 
Körperseiteu grau verwaschen, Bauchmitte und Unterschwauzdecken weißlich- 
gelb, ünterflügeldecken gelbgrau. Schnabel hornbräunlich, Unterschnabel mehr 
weißlich, Füße bräunlich, Iris braun. Flügel etwa 76, Schwanz 50 — 53, Lauf 
14 — 15, Schnabel etwa 8.5 mm. Im Herbste ist das Gefieder dunkler, grau- 
bräunlicher, im Frühling viel mehr grüngelblich, weil sich die Federränder 
verlieren. Das Q ist mehr braungrau, weniger gelblich. Die jungen unver- 
mauserten Vögel haben rostbräunlichgraue Oberseite mit schwarzen Schaft- 
strichen, die Unterseite ist bräunlichweiß mit braunen Flecken. Obere Flügel- 
decken mit breiten ockergelblichen Spitzen, Steuerfedern braun mit grau- 
weißen Säumen und Spitzen. 

Bewohner der Berge von Zentral- und Süd-Europa. Alpen, Pyrenäen, 
Vogesen, Gebirge Italiens, Schwarzwald, aber wahrscheinlich nicht im Harze,, 
außer gelegentlich auf dem Strich. Im Herbst und Winter Strichvogel und 
gelegentlich auch in den Ebenen. 

Bewohner von Nadelwäldern, wo er zeisigartig lebt. Der Lockruf ist ein sanfter, 
etwas schwermütig klingender Pfiff, der Gesang aber ziemlich wohllautend. Das Nest 
steht in verschiedener Höhe, meist ziemlich hoch, fast immer auf Nadelbäumen. Es 
enthält 4 — 5 zeisigartige Eier, die nach Rey im Durchschnitt 16.35x12.64, im Maximum 
17.2x13.1 bezw. 16.2x14.1, im Minimum 15.4x12 bezw. 16.1 x 11.7 mm messen. 
Ihr Grewicht beträgt im Durchschnitt 0.0744 gr. 

131. Acantliis citrinella corsicana (Koenig). 

Citrinella corsicana Koenig, Orn. Mouatsber. VII, p. 120 (1899 — Korsika). 

Unterscheidet sich von Ä. c. citrinella wie folgt: dad. Eücken rostbraun 
mit dunklen Mittelstreifen, Stirn und Bürzel etwas lebhafter grüngelb, Unter- 
seite viel lebhafter gelb, die längsten Oberschwauzdecken schwarzbraun mit 
weißgrauen Säumen, Unterschwauzdecken weißlicher. Flügelläuge etwas geringer, 
ebenso Schwanz, o ebenfalls oben viel mehr bräunlich. 

Vertritt Ä. c. citrinella auf Korsika und vielleicht auch in Teilen des 
italienischen Litorales. 

Gattung SERINUS Koch 1816. 

Im allgemeinen zeisigartig (oder birkenzeisigartig) gefärbt, Gefieder 
sehr weich, Flügel und Schwanz ziemlich lang, erste bis 
dritte Schwinge fast gleich und am längsten, Schwanz tief 
ausgeschnitten, Schnabel kurz und dick, etwas wie geschwollen 
(Fig. 20). 
^^"'^ ^^' Afrika, Süd-Europa bis Nord-Deutschland, Mittel-Asien. 

Übersicht der paläark tischen Arten. 

J Stirn und Bürzel gelb oder grünlichgelb 2 

\ Stirn und Bürzel orangerot S. pusilhis . jd. So' 

j Körperseiten gestreift S. canaria . p. 83, 84 

\ Körperseiten ungestreift S. syriacus . p. 85 




Fringillidae. 85 

132. Serinus canaria serinus (L.). (Fig. 20.) 

Girlitz. 

Fringilla Serinus Linne, Syst. Xat., Ed. XII, p. 320 (1766 — „Hab. in Europa australi"). 
Serinus hortulanus Koch, Syst. d. baier. Zool., p. 229 (1816 — „In Gebirgsgegenden 

selten. Gerne in Gärten.") 
Serinus Orientalis Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschi., p. 254 (1831 — S.O. -Europa 

bis Wien). 
Srinus meridionalis Brehm, t. c, p. 255 (1831 — Tirol und Schweiz). 
Serinus Islandicus Brehm, t. c, p. 255 (1831 — Island, aus Faber, Isis 1824, p. 792) 

(Typus verloren). 
Serinus flavescens Gould, Birds Europa III, Taf. 195 (1837). 
Serinus occidentalis Brehm, Vogelfang, p. 93 (1855 — S.-Frankreich). 
Serinus luteolus A. v. Homeyer, .lourn. f. ürn. 1873, p. 223 („Der Girlitz" — descr. 

nulla. Schlesien). 
Engl.: Serin Einch. Franz.: Seriu, Cini. Ital.: Verzellino. 

dad. Stirn gelb mit graubraunen Federspitzen, Oberkopffedern tief braun 
mit hellen Säumen, namentlich die in der Mitte an den Wurzeln gelb, Rücken- 
federn tiefbraun mit hellbräunlichen, teilweise gelben Rändern, Bürzel zitronen- 
gelb, Oberschwanzdecken wieder braun mit grünlichgrauen Rändern. Schwingen 
und Steuerfedern schwarzbraun mit hellbräuulichen Innen- und gelblichen 
Außensäumen und bräunlichweißen Spitzen. Unterseite gelb, Kopfseiten grau- 
braun gestreift, Körperseiteu breit schwarzbraun und hellgraubräunlich gestreift, 
nur die Mitte des Unterkörpers gelb lassend, Bauch und Unterschwanzdecken 
weißlich, letztere mehr oder minder gelb verwaschen und mit einigen schwarz- 
braunen Schaftstrichen. Iris, Füße und Schnabel wie bei S. c canaria. Flügel 
72 — 75, Schwanz etwa 50 — 52, Lauf etwa 14, Schnabel 7 — 77.2 mm. Q ein 
wenig kleiner, oben etwas matter, unten meistens nicht so lebhaft gelb und 
Vorderhals bis zum Unterkörper hin mehr oder weniger schwarz gestreift. 
Das erste Jugendkleid hat gar kein Gelb, sondern ist oben tiefbrauu mit 
breiten rostbräunlichen Federkanten, unten hell rostbraungelblich mit schw^ärz- 
lichen Streifen, Mitte des Unterkörpers ungestreift. 

Brut- und Standvogel in den Atlasländeru und in ganz Süd-Europa 
von Spanien bis Griechenland, Klein-Asien und Palestina. Nach Norden zu 
reichte der Girlitz solange wir Nachrichten darüber besitzen, also seit mehr 
als 300 Jahren (Gesner, Aldrovandij, bis S. W.- Deutschland und war, wie 
noch heute, häufig bei Frankfurt, wo er als Girlitz, Hirngrill bekannt war, 
und woher er auch das Frankfurter Vögelcheu genannt wurde. Zahlreiche 
Beobachtungen scheinen zu beweisen, daß die Art sich (in den letzten 50 Jahren 
wenigstens) weiter nach Norden verbreitet hat und noch verbreitet, denn heute 
ist sie am Rhein mindestens bis Köln Brutvogel (in Bonn ungemein häufig), 
in der Mark häufig, in Pommern nicht selten, in den Niederungen West- 
Preußens geradezu Charaktervogel, usw. In Schlesien ist sie seit 1860 
bekannt, mag aber auch früher schon vorgekommen sein. Es scheint wie 
gesagt, festzustehen, daß wir es hier mit wirklicher rezenter Weiterverbreitung 
zu tun haben, obwohl einzelne der angeführten Fälle skeptiscli aufzunehmen 
sind, weil sie auffallend mit zufälliger Anwesenheit von Beobachtern zusammen- 
fallen. Faber's isländischer Girlitz war sicher keine andre Art, sondern ein 
verirrtes Stück. In England nur sehr seltener Gast. In Deutschland Zug- 
vogel, der in Nord-Afrika überwintert. 



84 Fringillidae. 

Bewohner von Gärten, Parks, Alleen, Flußufern, Weinbergen, Laubwäldern. Im 
rrühling leicht bemerkbar, da er gern auf den Spitzen der Bäume und Büsche sitzt 
und seinen wie zitherartig klirrenden Lockruf girlitz, hitzriki hören läßt, und sich baum- 
pieperartig in die Luft schwingt, um wie ein Federball aufgebläht, sein klirrendes, 
anmutiges Liedcheu singend, herabzuschweben. Nahrung Sämereien aller Art, vom 
Boden und von den Pflanzen aufgelesen. Das Nest steht vorzugsweise auf Obstbäumen, 
Eichen, Tanuenbüschen, Eiben, Wachholdei-, Thuja, Weinstöcken, Roßkastanien, Linden, 
Gartenlauben aus verschiedenen Schlingpflanzen und dergl. m. Es ist ein tiefer Napf, 
prächtiger Bau aus Würzelcheu usw., meist etwas mit Flechten verziert, weich und 
warm mit Federn, Haaren, Pflanzenwolle, gern aus alten Finkennestern entnommen, 
ausgefüttert. Eier meist blaßbläulich bis rahmweißlich, mit feineu Punkten, Flecken 
oder kritzeligen Linien gezeichnet, sehr dünnschalig. Von mir in Marokko gesammelte 
Eier messen 15.6 X 12, 15.« x 11.8, 15.6 x 10.9 mm usw. 18 Eier der Rey'schen 
Sammlung messen im Durchschnitt 16.06 X 11.88, im Maximum 17.2 x 11.6 und 
15.9 X 12.7, im Minimum 14.4 x 11 Das durchschnittliche Gewicht 0.070 g. Zwei Brüten. 

133. Serinus canaria canaria (L.)- 
Kanarienvogel. 

Fringilla Canaria Linue, Syst. Nat., Ed. X, p. 181 (1758 — ,.Hab. in Canariis iusulis" — 

Beschreibung des gelben Stubenvogels!). 
Crithagra butyracea (errore) Grant, Ibis 1890, p. 441 (Madeira). 
Engl.: Canary-bird. Franz.: Serin, auch canari. 

Dem Girlitz sehr ähnlich, aber etwas größer, der Rücken vorwiegend 
grau, mit schwarzen Schaftstreifen, fast ohne gelbgrün, Bürzel nicht schwefelgelb 
sondern gelblichgrün, vor dem Flügelbug ein deutlicher grauer Streif, die 
Streifung der Körperseiten viel mehr auf diese beschränkt, sodaß die Unter- 
seite ungestreift erscheint. Die Kopfzeichnung ist eine andere, indem die 
Stirnfedern olivengelb (mit goldigem Schimmer) sind und dunkle Schaftstriche 
zeigen, am Hinterkopfe sind die Federn reingrau, mit' schwärzlichen Schaftlinien, 
am Nacken wieder mehr grünlichgelb, in der Mitte des Kopfes fehlt das 
mehr oder minder hervortretende Gelb ganz. Flügel d 71- — 76, Q 67 — 70 mm. 
Schwanz etwa 55 — 59 mm. Iris braun, Füße horubrauu, Oberschnabel dunkel 
hornfarben, ünterschuabel blaß fleischfarben. 

Auf den Canaren (mit iVusnahme von Fuertaventura und Lanzarote), 
Madeira und den Azoren (Sau Miguel, Terceira, St. Jorge, Graciosa, Sta. Maria, 
Pico, Fayal). 

Ahnelt in seiner Lebensweise dem Girlitz, bewohnt Gärten, mit Bäumen bestandene 
Wegränder, Wälder, Weingärten. Nahrung Sämereien, Früchte (Feigen), in der Fort- 
pflanzungszeit wohl auch Insekten. Der Gesang ist einschmeichelnd, abwechslungsreich, 
mit größerer Zartheit in Bollern und Trillern, aber sonst wie der des Käfigvogels, 
wenn auch weniger laut. Auf Tenerife brütet der wilde Kanarienvogel in der Küsten- 
region anfangs März, vielleicht schon im Februar, weiter oben in den Bergen später, 
macht aber sicher in der Ebene zwei Brüten, ja man hat sogar von mehr als zwei 
Brüten gesprochen, damit aber wohl übertrieben. Daß die Küstenvögel zu späteren 
Brüten in die Berge ziehen, dürfte Phantasie sein, denn man findet die Kanarienvögel 
auch im Sommer noch in den tiefereu Regionen. 

Das Nest steht in Büschen und Bäumen (Erica, Cytisus, Sciniis, Cypressen, Orangen 
u. a.m.) besteht äußerlich aus Stengeln und Hahnen, mit (weißlichen) Haaren und Pflanzen- 
wolle ausgefüttert. Eier 4 — 5, seltener 3, auf blaß meergrünem Grunde teils hellweiurötlich 
gefleckt, gewässert und gewölkt, teils tief rotbraun gepunktet, bekritzelt und gefleckt. 
Die Maße variieren nicht sehr und betragen im Mittel etwa 18 x 17 mm. (Lebens- 
weise: Bolle, Journ. f. Orn. 1858, p. 125, Koenig, Journ. f. Orii. 1890, p. 432). 



Fringillidae. 85 

134. Serinus syriacus Bp. 

Serinus syriacus Bonaparte, Cousp. Av. I, p. 523 (1850, ex Hempr. & Ehr., MS. in 
Berlin Mus. — „ex As. occ. Bischerra". Daß der Typus nicht mehr existiere 
ist ein Irrtum. Prof. Reichenow hat ihn untersucht und teilt mir mit, daß 
er diese Art repräsentiere. Der Name muß daher angenommen werden, obwohl 
die Diagnose nicht gerade gut ist). 

Serinus aurifr07is (non Blyth 1847) Tristram, Proc. Zool. Soc. London. 1864, p. 447, 
Ibis 1868, p. 207, Taf.Vn. (Berg Hermon). 

Serinus canonicus Dresser, B. Europe III, p. 558 Taf. 171 (1876). 

Erinnert au S. canaria serimts, dessen palestineusische Bergform er sein 
dürfte, unterscheidet sich aber in vielem, namentlich durch die ganz unge- 
streifte Unterseite, die dunkelgelb mit fahlbräunlichem Schimmer ist, hellfahl- 
bräunlichen Bauch und ünterschwanzdecken. Stirn und Nackenbaud goldgelb, 
Bürzel desgl. Schwingen tief braun mit gelben Säumen, Armschwingen mit 
gelber Basis der Außenfahnen. Steuerfedern tiefbraun mit gelben Außen- 
und weißlichbraunen Innensäumen, letztere Farbe nach den äußern Federn 
hin an Ausdehnung zunehmend, sodaß das äußerste Paar ganz bräunlichweiß 
mit dunklem Schaftstriche ist. Flügel 77 mm. Der junge Vogel ist oben 
sehr viel blasser und mehr rostbräunlich, mit rostbrauner Stirn, die Unterseite 
ungestreift wie beim alten ö, die Schwingensäume sind grünlichgelb. 9 wie 
Ö, nur etwas weniger lebhaft, im allgemeinen etwas mehr aschbräunlich. 

Palästina. Anscheinend lokal und nur im Gebirge. 
135. Serinus pusillus (PalL). 

Passer pusillus Pallas, Zoogr. Rosso-Asiat. II, p. 28, Taf. XLIII, Fig. 1 (1811 — „Circa 

Caucasum et mare caspium frequens avis, "). 

Fringilla rubrifrons Hay, Journ. As. Soc. Beng. XV, p. 38 (1846— Simla). 
Emheriza aurifrons Blyth, op. cit. XVI, p. 476 (1847 — oberhalb Simla). 
Oraegithus indicus Homeyer, Journ. f. Orn. 1880, p. 152 („Indien"). 

c?ad. Kopf, Kinn und Kehle schwarz mit schwachem olivenbräunlichen 
Schimmer, Stirn bis über das Auge hinaus lebhaft oraugerot, diese orangeroten 
Federn an der Wurzel orangegelb. Übrige Oberseite schwarzbraun mit gold- 
gelben Rändern, Bürzel fast rein dunkelgelb. Oberschwanzdecken mit weißlich- 
grauen, schwach gelblich schimmernden Säumen. Oberflügeldecken schwarz- 
braun mit duukelgelben Säumen, die an den kleinen so breit werden, daß diese 
ganz gelb aussehen, die großen außerdem mit weißen Spitzen. Schwingen 
schwarzbraun, Handschwingen mit schmalen dunkelgelben, Armschwingen mit 
breitereu weißlichen Außensäumen, Innenfahuen uach der Wurzel zu hell- 
bräunlichgrau gesäumt. Steuerfedern schwärzlich mit dunkelgelben Außen- 
und schmalen hellgrauen Endsäumen. Kehle bis zur Kropfgegeud schwarz, 
übrige Unterseite gelb und schwarz, die Federn in der Mitte schwarz, an den 
Seiten und Spitzen dunkelgelb, Mitte des Unterkörpers hellgelb. Unterschwanz- 
und Unterflügeldecken gelb. Schnabel schwarz, Wurzel des Unterschnabels 
braun, Füße schwarz, Iris tiefl)raun. Flügel 75 — 77, Schwanz 58 — 60, Schnabel 
etwa 6, Lauf 15 mm. Das frisch vermauserte Gefieder sieht infolge der 
breiten hell weißlichgrauen Säume viel heller aus, diese Säume aber nutzen 
sich bald ab und das Gelb tritt dann dunkler hervor. 9 etwas kleiner, nicht 
ganz so lebhaft gefärbt, das Schwarz der Kehle nicht so tief hinabreich eud. 
Juv. Auf der Oberseite blaß sandartig braun, die Federn in der Mitte 



86 



Fringillidae. 



schwarzbrauu , Kopf braun mit dunklern Federmitten, ohne eine Spur des 
orangeroten Stirufleckes. Unterseite hellbraun, au den Seiten mit schwarz- 
brauneu Längsflecken, am Unterkörper heller, fast weißlich. Bei den jungen 
ä ist infolge der schwärzlichen Federwurzelu die Kehle schon schwärzlich. 
Bewohner von Gebirgswäldern, in Höhen über 3000 und 3500 bis zu 
10500 engl. Fuß, im Winter in tieferen Lagen. Brutvogel im Kaukasus, 
im Taurus in Kleinasieu, in Nordpersien, Afghanistan und Turkestan, Kaschmir, 
nordwestlicher Himalaya bei Ladakh, Spiti, Garkwäl und Lahul. Ln Libanon 
und in den niedrigeren Regionen des Himalaya nur Wiutervogel. Nach 
Angaben eines Vogelfängers, dem das Stück aber entkam, soll eines auf 
Helgoland vorgekommen sein (Neuer Naumann HI p. 278). 

Brütet in den hohen Wachholderbäumen und anderen Nadelhölzern seines Brut- 
gebietes, besucht im Winter auch Laubholz und Gärten. Das Nest ist größer als das des 
Girlitz und besteht aus feinen Halmen, mit einigen Flechten oder Holzstückchen 
durchwebt, weich mit Federn und Haaren ausgefüttert. Man fand 3 — 5 Eier in den 
Nestern. Sie ähneln den Eiern des Kauarienvogels und Girlitz, sind bläulichweiß oder 
blaßblau, mit einigen tief braunen und zahlreicheren rötlichbraunen Flecken und kurzen 
Strichen, meist mehr oder minder kranzförmig um das stumpfe Ende herum. Sie 
messen 17.2x13.2 und 16x12.1 mm. Die Lockstimme ähnelt der des Girlitz, der 
Gesang ist nach Radde sehr angenehm. 

Gattung URAGUS Keys. & Blas. 1840. 

Eine höchst auffallende Gattung, die man sehr treffend als Meisen- 
gimpel bezeichnet hat. In ihrem sehr weichen und reichen, vollen Gefieder, 
sowie dem langen, durch die etwa 1 cm kürzeren Seiteufedern abgestuften 
und dabei in der Mitte ausgebuchteten Schwänze (Fig. 21) erinnern sie ober- 
flächlich an eine Schwanzmeise, obwohl sie tatsächlich Verwandte der Gimpel 





Fis-ur 21. 



Figur 22. 



sind. Der Flügel ist ziemlich lang, aber rund, die erste (sichtbare) Schwinge 
ist merklich kürzer, die folgende auch noch deutlich kürzer als die längsten, 
die dritte bis fünfte sind etwa gleich und am längsten (Fig. 22). Die untern 
Kehlfedern der ö sind zugespitzt und stark verlängert. Schnabel wie ein kleiner 
Gimpelschnabel, auch dem der Girlitze etwas ähnlich. Bewohner Nord-Asiens. 



136. Uragus sibirica sibirica (Fall.). (Fig. 21, 22.) 

Loxia sibirica Pallas, Reise d. versch. Prov. d. Russ. Reichs 11, Anhang, p. 711 (1773 — 

„. . . frutic. dens. ca. rivos et terr. mont. australioris Sibiriae"). 
Pyrrhula caudata Pallas, Zoogr. Rosso- Asiat. II, p. 10 (1811 — „. . . jugi Altaici, Saja- 

neusis, et totius Sibir. or. frequens . . ." Als tj'j). Lok. Altai zu betrachten). 
Pyrrhula longicauda Temminck, Man. d'Orn. 1, p. 340 (1820 — „les contrees boreales, 

tres abondant en Siberie; en hiver il emigre vers 1. prov. mer. de 1. Russie, 

et passe en Hongrie"). 



Fringillidae. 87 

(jad. im Herbste: Zügel und Federn um den Obersclmabel weiurot, 
die auf Kopf, Hinterlials und Rücken trübrot mit schwarzbraunen Wurzeln 
und Schaftfleckeu und breiten weißlicbgraueu Säumen, die auf Kopf und Hals 
so breit sind, daß diese Teile ganz weißlicbgrau ersclieinen. Bürzel schön 
rosenrot, die längsten Oberschwauzdeckeu mit weißlichen Säumen. Schwingen 
grauschwarz, die Handschwingeu mit schmalen, die Innern Armschwing-eu mit 
breiten weißen Säumen. Kleine Flügeldecken rosenrot, mittlere und aroße 
schwärzlich mit sehr breiten weißen Spitzen, zwei weiße Binden durch den 
Flügel bildend. Mittlere 3 Steuerfederpaare schwarz mit schmalen rötlich- 
weißen Außensäumen, die äußern weiß mit schwarzen Schäften und Inneu- 
säumeu, letztere an den äußersten viel schmäler. Kehlfedern und Ohrdecken 
rosigweiß, übrige Unterseite rosenrot, Schenkelbefiederung, Bauch- und Unter- 
körpermitte weiß, Unterflügeldecken weiß, am Flügelbuge rosig. Schnabel 
hornbräunlich, Füße hellbraun. Iris braun. Flügel 73 — 79, Schwanz etwa 
85, Lauf 16 — 17.5, Schnabel etwa 8 — 9 mm. Durch die Abnutzung des 
Oefieders wird der Rücken dunkelrosen-, fast weinrot mit schwarzen Schaft- 
flecken und die Unterseite lebhafter rot, während der Oberkopf sein Aus- 
sehen nicht wesentlich verändert, im Sommer ist der Schnabel fast. gelb. 
9 kleiner als d, oben lichtbräunlichgrau, nur auf dem Unterrücken ein 
rötlicher Schimmer, Bürzel mehr oder minder gelblichzinnoberrot. Kehlfederu 
nicht deutlich verlängert, Yorderbrust und Seiten mit schwärzlichbraunen 
Schaftstrichen, sonst unten rahmweißlich mit mehr oder rosigem Anflug. 
Juv. dem Q ähnlich, aber bräunlicher. 

Der größte Teil von West- und Ost-Sibirien, bis Turkestan, Tibet und 
Nord-China, wird aber in den Mündungsgebieten des Amur durch U. s. san- 
guinolenta vertreten und fehlt in Kamtschatka. 

Bewohner bebuschter Fliißufer und Berghänge, aber nicht der großen Waldungen. 
Stand- und Strichvogel, im Winter in mildere Täler ziehend. Singt leise aber lang 
und melodiös, die Lockstimme ein leises fit, fit, fit. In Daiirien findet man das Nest, 
wenn die Büsche grün werden, d. h. dort im Juni, 1 — 2 Meter hoch in Büschen. Es 
ist ijrachtvoll gebaut, meist mit weißlichen trockenen Kräutern, Gespinsten und Bast 
bekleidet, so daß es äußerlich an die Xester der Gartenspötter (Hypolais) erinnert. 
Die 4 — 6 Eier ähneln denen von Carpodacus erythrinus, sind aber etwas kleiner und 
etwas weniger intensiv blau und meist nicht allzu reichlich und häufig nur um das 
stumpfe Ende deutlich, schwarz punktiert, bekritzelt und gefleckt, oft auch einfarbig. 
Sie messen 18—18.5x14, 18.5x13.6, 17.8x13.5, 18x14.3, 18.2x14.1, 19x13.7, 
19 X 13, 20.2 X 12.5, 19 x: 14 mm. Godlewski berichtet, daß man den Flug weit hören 
kann — das ist auch bei den Schwanzmeisen der Fall, 

137. Uragus sibirica sanguinolenta (Temm. & Schi.). 

Pyrrhula sanguinolenta Temm. & Schlegel, Fauna Japon., Aves, p. 92, Taf. 54 (1850 — 
Japan). 

Ganz wie U. s. sibirica aber merklich kleiner, die 01)erseite im frisch- 
vermauserten Herbstkleide viel bräunlicher, denn die Federränder sind nicht 
weißlichgTau, sondern gTaubräunlich, das Rot etwas dunkler. Im abgetragenen 
■ Gefieder sind die ä (ausser der geringeren Größe) nur durch meist dunkleres 
und feurigeres Rot, die 9 durch viel bräunlicheren Farbeutou von denen 
von U. s. sibirica zu unterscheiden. Flügel dad. 68 — 71, ausnahmweise 
bis 74 mm. 



88 Fringillidae. 

Vertritt U. s. sibirica am unteren Amur (Ussurien), auf den Inseln Askold 
und Sachalin, und in Japan und wurde auf den Kurilen und in Nord- 
China beobachtet. 

Die Eier sind wie die der vorigen Art. Maße (nach Nelirkorn) 18x13 mm, 
die genauen Lokalitäten sind aber beim letztern Autor nicht angegeben, was doch 
gerade hier erwünscht gewesen wäre. 

138. Uragus sibirica lepidus Dav. &. Oust. 

üragus lepidus David et Oustalet, üis. Chine, p. 359, Taf. 98 (1877 — „Tsinling, Chensi"). 

Nach Sharpe's Beschreibung des Typus und der Abbildung in den „Ois, 
Chine" ist das (S den andern Formen sehr ähnlich, hat aber auf dem Kopfe 
mehr braun, die ganze Oberseite ist brauner, und hat schmälere weiße Plügel- 
binden und bräunliche Körperseiten mit dunkelbraunen Streifen, Größe etwas 
geringer. Ein mir vorliegendes Q im Museum zu Tring, in Kansu im Januar 1885 
von Berezowski gesammelt, ähnelt dem von ü. s. sangninolenta, ist aber oben 
etwas breiter und auf der ganzen Unterseite mit Ausnahme der Mitte des 
Unterkörpers scharf dunkelbraun gestreift, der Bürzel ist dunkel erdbraun, 
die äußern Steuerfedern haben dunkelbraune Außen- und breiter braune Innen- 
säume, nirgends zeigt sich eine Spur von Rot. 

Dürfte U. s. sanguinolenta (beziehungsweise U. s. sibirica) in den Gebirgen 
Nord-Chinas — Tsinling, Schansi, Kansu — vertreten. 

Gattung ERYTHROSPIZA Bp. 1841. 

Laugflüglig, Schnabel dick und rund, gimpelartig, Firste stark gebogen,. 
Schwanz deutlicli ausgebuchtet. 

Außenfahnen der Armschwingen und großen Flügeldecken einfarbig graubraun 

mit hell rosenroten Säumen, Flügel etwa 85 — 90 mm . . . . E. githaginca . p. 83 

Außenfahnen der Armschwiugen und großen Flügeldecken mit großen bräunlich- 
weißen Flecken, Flügel etwa 95 mm E. mongolicus . p. 89 

139. Erythrospiza githaginea githaginea (Liebt.). 

Fringilla githaginea Liehtenstein, Verz. Doubl., p. 24 (1823 — „Prope Deram Aegypt. 

super."). 
Pyrrlmla payrauäaei Audouin, Expl. somm. PI. Ois. Egypte, p. 369, Taf. V, Fig. 8 (1825 — 

Egypten). 

Nach der Herbstmauser ist der Kopf und die Unterseite sehr hellgrau 
mit feinem Atlasschimmer und rosigem Anflug, übrige Oberseite und Hals- 
seiten hellgraubraun, Oberschwanzdecken mehr graulich und rosig. Schwingen 
tiefbraun, vor den Spitzen dunkler, mit feinen weißlichen I]nd-, sandbräun- 
lichen Innen- und rosiggrauen Außeusäumen. Steuerfedern dunkelbraun, mit 
weißlichen Spitzen- und rötlichgrauen Außensäumen. Iris braun, Schnabel 
bräunlichgelb, Füße bräunlichfleischfarbeu. Flügel 86 — 88, ausnahmsweise 
nur 89 (1 Exemplar), Schwanz 48 — 50, Lauf etwa 27, Schnabel 9 — 10 mm. 
Die Abnutzung des Gefieders verändert den Oberkopf nicht wesentlich, aber 
um den Schnabel herum bringt sie das ßot der Federn zum Vorschein, und 
Ober- und Unterseite werden mehr rosenrot, ja im Sommer werden die. Federn 



I 



Fringillidae. 89 

am Schnabel, Oberschwanzdecken, Flügel- und Schwanzränder feurig karmin- 
rot. Q merklich kleiner, Flügel fast 5 mm kürzer, unten mehr bräunlich 
und nie so rosig, meist fast ohne rot. Juv. Oberseite, Flügel- und Schwanz- 
säume rostbräunlich -sandfarben, Unterseite ebenso, aber heller, Mitte des 
Unterkörpers weißlich. 

Algier, Tunis, Tripolis, bis Ober-Egypteu. Stücke aus Arabien gehören 
vielleicht auch zu dieser Form. In Marokko ist die Art anscheinend noch 
nicht nachgewiesen; wenn sie dort fehlt, würde die Abgeschiedenheit der 
canarischeu Vögel deren Verschiedenheit erklären. Auf Malta im Winter oft 
beobachtet, sonst nur ausnahmsweise in Süd-Europa (Italien, Griechenland, 
? Süd-Frankreich.) , 

Bewohner steiniger, dürrer Gegenden. Im AVinter in Flügen und etwas mehr 
herumstreichend, aber eigentlich doch Standvogel. 

Die Stimme, die ihm die Namen Wüstentrompeter, Trombettiere, Trampeter 
Bullfinch u. a. eingetragen hat, ähnelt dem Ton einer Ivindertrompete, sonst hat er 
auch noch Locktöne, die wie kek-kek, kä, kä, oder schack schak, klingen. Ende 
Februar und im März findet man die Eier, eine zweite Brut ist nicht unwahrscheinlich. 
Das Nest steht unter Steinen oder Erdschollen und in Felsenspalten, ist flach aus 
Crrashalmen und Rispen gebaut, die Mulde mit feinen Würzelchen, Haaren, AVoUe und 
Federn ausgefüttert. Es enthält 4 — 5 ovale Eier, blaß blaugrünlich, am stumpfen 
Ende mehr oder minder mit dunkel- und rotbraunen Flecken und Punkten gezeichnet. Sie 
messen etwa 18 x 14 bis 19 x 14 mm. 

140. Erythrospiza githaginea crassirostris (Blyth). 

Carpodacus crassirostris Blyth, Journ. As. Soc. Beng. XVI. p. 476 (1847 — Afghanistan). 

Ganz wie E. g. githaginea, aber etwas größer, der Flügel 88^92 mm, 
ein Maß, das A^on der Sahara-Form, von der ich über 20 d messen konnte, 
nie erreicht wird. Im ganzen neigen die Schnäbel zu größerer Dicke, die 
Oberseite ist meist etwas mehr graulich und weniger stark rosa überflogen, 
wie auch die Unterseite, diese Unterschiede aber sind nur bei Serien zu 
erkennen. 

Palästina, Ost-Persieu, Afghanistan, Baluchistan, Sind, Rajputana bis 
Gurgaon im Punjab, 

141. Erythrospiza githaginea amantum subsp. nov. 

Unterscheidet sich von den anderen beiden Formen auffallend durch 
geschwolleneren, klobigeren Schnabel, dunklere, bräunlichere Oberseite, und 
vielleicht auch viel stärkeren rosaroten Anflug. Letzteres sicher festzustellen 
fehlen mir allerdings noch frisch vermauserte Stücke. Größe viel geringer: 
ö Flügel 83—87 mm. (Typus 6 Oliva, Fuertaventura, 22. III. 1889. 
Nr. 1211 im Tring Museum.) 

Fuertaventura, Lanzarote und Gran Canaria. (Bolle, Naumannia 1858.) 
142. Erythrospiza mongolicus (Swinh.). 

Carpodacus mongolicus Swiuhoe, Proc. Zool. Soc. 1870 p. 447 (Nankow Pass.). 
Erythrospiza incarnata Severtz., Turkest. Jevotn., p. G4, 117 (1873). 



90 Friiioillidae. 

Im ganzen Aussehen E. gitliagima sehr ähnlich, aber größer (langflügiger) 
mit kleinerem Schnaliel, Oberseite viel bräunlicher, durch dunklere Federmitten 
auf Kopf und Kücken längsgefleckt, Mitte des Unterkörpers weißlicher. Mitte 
der Außensäume der Schwingen und großen Flügeldecken weißlichbraun oder 
bräunlichweiß, im abgeriebenen Gefieder rahmweiß. Flügel ö 93 — 96, 
Q 86—90 mm. 

Zentral-Asien von Afghanistan. Baluchistan, Turkestan, Ost-Persien bis 
zur Mongolei und N.W.-China. Im nördlichen Kaschmir (Gilgit) in Höhen 
von 5000 — 10,000 engl. Fuß, je nach der Jahreszeit. (Sollten sich E. githaghiea 
nnd mongoUcus in den Brutgebieten ausschließen, würde ich sie als Subspezies 
auffassen, aber, obwohl mougolims entschieden mehr Bergvogel ist, ist dies 
nicht erwiesen). 

Bewohnt steiniges Gelände und nährt sich von Sämereien. Der Gesang soll 

flötend, angenehm, melancholisch sein, Lockstimme wie tuck, tuck. Przewalski will 

das Xest in einem Busehe gefunden haben. Es enthielt grünlichweiße Eier mit 
schwärzlichen Elecken und Strichen, die 20.2 — 22x17.8 — 14.6 mm messen. 

Gattung RHODOPECHYS Gab. 1850.') 

Schnabel ungemein stark, etwa zwischen denen von Fetroida und 
Coccofhmiistes stehend, Firste leicht gewölbt. Flügel sehr laug, Schwanz 
verhältuißmäßig kurz, flach ausgeschnitten. Nasenlöcher von kurzen Borsten 
bedeckt. Bewohner steiniger, felsiger Gebirge. 

143. Rhodopecliys sanguinea (Gould). 

Fringilla sanguinea Gould, Proc. Zool. Soc. London 1837, p. 127 (Erzerum). 
Erythros'piza phaenicoptera Bonajjarte & Schlegel, Mon. Loxiens, p. 27, Taf. 30, 31 

(1850 — ex Bonap., Comp. Liste, p. 31 nomen nudum! Hab. Libanon). 
CarpoäacusrhodopteruslÄQhtensi.^ Nomencl. Av. Berolin., p. 48 (1854 — nomen nudum!). 

dad. Pileum bräunlich schwarz mit schmalen braunen Säumen, übrige 
Oberseite hell schokoladenljrauu, auf dem Kücken mit schwarzen Federmitten 
und meist mehr oder minder sichtbaren roten Spitzen, Bürzel einfarbig und 
heller braun, unterer Teil des Bürzels und Oberschwanzdecken mit rosenroten 
Spitzen. Zügel und Federn um die Augen rosenrot, übrige Kopfseiten, Vorder- 
lials und Körperseiten hell schokoladenbraun mit schwarzen Federmitten, 
übrige Unterseite weiß mit leichtem rosenroten Schimmer. Schwingen braun- 
schwarz mit breiten weißlichen Innen- und schmäleren am Spitzendrittel 
fehlenden hellrosenroten Außensäumen. Handschwingen mit ganz schmalen 
bräunlichweißen, Armschwiugen mit breiteren weißen Spitzensäumen. Steuer- 
federn schwarz mit weißen Säumen und mehr* oder minder weiß an der 
Wurzel, das äußere Paar o-anz weiß mit schmalem schwarzen Schaftstrich. 



*) Es wäre vielleicht zu rechtfertigen, wenn man Rhodopecliys, RJtodosjnza und 
Erythrospiza unter letzterem Namen vereinigte, wir wollen aber diese nicht ganz 
zwanglose Änderung nicht einführen, und folgen der üblich gewordenen Dreiteilung. 
Auf jeden Fall sind Erythrospiza glthaginea und mongoUcus die nächsten und in der 
Tat sehr nahe Verwandte. Die Einteilung Dresser's (Man. Pal. B., p. 328 — 331) ist 
ganz verfehlt, abgesehen davon, daß als Typus von Bucanetcs (Gab., Mus. Hein. 1, 
p. 164) auf jeden Fall githagmea anzusehen ist. 



Fringillidae. 91 

Untei'flügeldecken weiß, am Flügelbug mit einigen rosenroten Fleckchen, 
Achselfedern weiß mit rosenroten Außensäumen. Schnabel bräunlichgelb mit 
dunkler Spitze, Füße schwärzlich. Iris braun. Flügel 106 — -110. Schwanz 
etwa 58, Lauf 19 — 20, Schnabel 11.5 — 12 mm. Durch Abnutzung wird das 
Pilenm reiner schwarz, die roten Spitzen der Rückenfedern werden deutlich, 
das Rot an Flügeln, Bürzel usw. wird feuriger, dunkler. $ etwas kleiner, 
das Pileum mehr braun, Rücken etwas heller braun. Unterkörper weißlicher, 
äußere Steuerfeder au der Innenfahne mit mehr oder weniger braun. Juv. 
Oben ganz rost- oder sandbraun, Flügel und Schwanz mit breiten hellbräun- 
lichen Säumen, Vorderhals und Körperseiten einfarl>ig hell rostbraun, Unter- 
körper weiß. 

Von den armenischen Gebirgen (Erzerum, Lenkoran) und dem Libanon 
bis Persien, Afghanistan, Ferghana und Ost-Turkestan. (Das Vorkommen in 
Arabien ist noch nicht sieher. Vgl. Heugiin Orn. N.O. Afr., p. 655.) 

Im Sommer Bewohner großer Höhen, im Winter mehr talwärts ziehend. Scheu 
und flüchtig. Ein Nest, dessen Inhaber erlegt wurde, will ein Mr. Cochrane auf dem 
Libanon auf einem Baume gefunden haben. Das Nest war ähnlich dem eines Grünlings 
gebaut, das in Dresser's Sammlung befindliche Ei ist weiß mit grünlichgrauem Schimmer 
und feinen grauen Flecken, meist am stumpfen Ende und mißt 22 x 15 mm. 

144. Rhodopechys sanguinea aliena Whit. 

Mhodopechys saiiguineus (non Gould!) Loche, Expl. Sei. Algerie, Ois. I, p. 1(53 (18G7 — 

Algier). 
Rhodopechys aliena Whitaker, Bull. B. 0. Club VII, p. XVIII (Nov. 1897), Ibis 1898, 

p. 601 (Glaoui, Atlas, Marokko). 

Unterscheidet sich von E. sanguinea wie folgt: Hinterhals aschgrau, 
Kehle weißlich mit rosigem Schimmer. Schwingen außen nur schmal rot 
gesäumt, innere Armschwingen mit schmutzigweißen oder hellbräunlichen 
Säumen, Oberschwanzdecken und Bürzel braun, ohne rosenrote Spitzen. Die 
äußern Steuerfedern haben nur die Außenfahne weiß, die Innenfahne braun. 
Flügel nach AVhitaker nur 101.5 mm. 9 Stirn und Oberkopf heller braun, 
um die Augen herum weniger rot, Kehle ohne rosigen Schimmer. (Nach 
Whitaker. Von mir nur flüchtig gesehen. Jedenfalls geogr. Vertreter von 
Bh. sanguinea und daher besser als Unterart zu behandeln.) 

Wurde am 28. Mai zu Glaoui im Atlas, südöstlich von Marrakesh, etwa 
5000 engl. Fuß über dem Meere, erbeutet. 

Gattung RHODOSPIZA Sharpe 1888. 

Steht Bhodojiechjs außerordentlich nahe und könnte allenfalls damit 
vereinigt werden, der Schnabel ist aber spitziger, die Firste gerader, der 
Schwanz verhältnismäßig länger und die Flügel kürzer, der Schwanz tiefer 
ausgeschnitten. 

145. Rliodospiza obsoleta (Licht.). 

Fringilla obsoleta'Lic'hienstem in Eversmann's Reise, Anhang, p. 132 (1823 — bei Buchara). 

(5 ad. Schnabel, Nasenborsten und Zügel schwarz, Ober- und Unterseite 
hellbraun, Oberseite etwas dunkler, der Kücken (im frischen Gefieder merklicher) 



92 Eringillidae. 

mit gTauem Schimmer, Oberschwanzdecken lebhafter und mehr rostfarben, Unter- 
seite heller, Mitte des Unterkörpers, Unterfliigeldeckeu und Unterschwauzdecken 
weiß oder weißlich. Schwingen schwarz, scharf und schön weiß umsäumt, 
Hauddeckeu, große Flügeldecken und Armschwiugen mit hellrosenroteu Außen- 
säumen, die letzteren an den Spitzen etwa 5 mm weit weiß. Steuerfedern 
schwarz, das äußerste Paar nur mit schmalem, das mittelste mit breitem 
weißen Außeusaura, die übrigen mit ganz weißen Außensäumen und Spitzen. 
Die Flügelränder werden durch Abnutzung viel feuriger rot. Füße fleisch- 
braun. Flügel 86 — 90, Schwanz etwa 60 — 62, Lauf etwa 16, Schnabel 11 bis 
12 mm. 9 Flügel etwas kürzer, Farbe blasser, wißniger lebhaft, Bürzel wie der 
Rücken, Flügel und Schwanz nicht so schwarz, sondern mehr braun, ohne 
schwarz au Nase und Zügeln. Juv. wie das Q . 

Von Palästina und Syrien durch Persien und Afghanistan bis Turkestan 
und in die Mongolei. 

Lebt auf spärlich bewachseuen Höhen, frißt Sämereien und hat einen angenehmen 
Gesang. Die Lockstimme klingt wie ein sanftes, leises pink, pink oder fink, fink. 
Brütet 2 mal, im Mai und Juli, Nest aus Zweiglein, Pflanzen- oder Schafwolle, Haaren 
und Gras wohlgefügt, in Büschen. 4 bis 6 Eier, trüb blaßblau, mit purpurbraunen 
Flecken und Strichen, zumal um das stumpfe Ende, messen etwa 19.5x14.9 mm. 

Gattung PYRRHULA Pallas 1811. 

Uusre Gimpel oder Dompfaffen. Gekennzeichnet durch ihren dicken, 
kurzen, rundlichen Schnabel; die erste (sichtbare) Schwinge etwa gleich der 
fünften, die. 2. — 4. etwa gleich und am längsten, wenn auch nur einige mm 
länger als die 1. und 5., 2. (lange) bis 5. nach der Mitte deutlich verengt. 
Schwanz gerade (bei der europäischen Art und ihren Formen) oder tief aus- 
gebuchtet (Himalaya-Formen). Die Oberschwanzdecken (bei der europäischen 
Art) bis weit über die Schwanzmitte verlängert. Füße kräftig, Läufe sehr 
kurz, nicht viel länger als Mittelzehe mit Nagel. Geschlechter meist merklich 
verschieden ( ö unten rot, Q bräuulichgrau) oder fast ganz gleich (beide 
unten grau oder bräunlich). Bewohner des europäischen und asiatischen 
Nordens, in Asien noch im Himalaja in mehreren sehr eigenartigen Formen 
und neuerdings in je einer sehr eigenartigen Form in den Hochgebirgen der 
Malakkahalbinsel und von Luzon (Philippinen) entdeckt. 

(Die nordasiatischen Formen dürften hier richtig als Formen von P. x>yt">"^tula 
behandelt sein, denn sie scheinen einander in ihren Brutgebieteu auszuschließen, ob- 
wohl sie im Winter teilweise zusammen vorkommen.) 



1 



Übersicht aller bekannten Formen der Gattung. 

\ Mittleres Steuerfederj^aar mindestens 13mm kürzer als das äußere. ... 5 

I Mittleres Steuerfederpaar nicht oder nur sehr wenig kürzer als das äußere 2 

j Kopfplatte schwarz 3 

\ Nur die Stirn schwarz P. nurantiaca . p. 97 

I Öhrdecken und Unterseite der rj öieich rot . " -r, 77 r^. 

-, , T 1 •• T 1 " • F. pyrr/iula enropaea . p. 94 

2 unten grau oder braunlichgrau ^ 7,7 , , ,. ^^ 

' l P. ^tyrrhula kamtschcdica . p. 95 

Ohrdecken der (5 rosenrot, Unterseite grau i t> 77 • • ^ • nc 

, . , n k rM 7 7 7 P pyrrlmla qrisewentris . p. 95 

oder rosig angelauten, 2 Uhrdecken und ; r> 7 7 7 •? • ok 

,, , .,'^ =■,. , ' ^ i . F. pi/rrhula knnknsis . p. 95 

Unterseite grau ach l 

ührdeckeu und Unterseite in beiden Geschlechtern grau oder graubräunlich 4 



3 



Eringillidae. 93 

J Unterschwanzdecken und Bürzel weiß P. pyrrhula Cassini . p. 9H 

I Unterschwauzdecken und Bürzel graubraun . . . . P. pyrrhula nmrina . p. 96 

/ Ganzer Oberkopf blauschwarz P. leucogenys Grant (Luzon) . 

j Scharf begrenzte schwarze Maske um den Schnabel, rj mit viel ßot im 

} Gefieder 6 

I Unscharf begrenzte schwärzliche Maske oder gar keine, beide Geschlechter 

V ohne Rot 7 

J (5 Oberkopf und Hinterhals zinnoberrot, $ ebenda grüngelb P. erythrocephala . p. 97 
\ (S und $ Oberkopf grau, c5 aber Brust zinnoberrot, $ bräunlich P. erythaca . p. 96 

Schwärzliche Maske um den Schnabel, schmaler Streif über den Ohr- 

deckon weiß P. nipalensls nipalensls . p. 97 

Ohne schwärzliche Maske um den Schnabel, breiter Steif über den Ohr- 
decken und Teil der letzteren weiß . . , . P. nipalensls loaterstradti 

Hartert (Malakkahalbinsel) . 

146. Pyrrhula pyrrhula pyrrhula (L.). 
Großer oder nordischer Dompfaff oder Gimpel. 

Xioxia Pyrrhula Linne, Syst. Nat. Ed. X, p. 171 (1758 — „Hab. in Europae sylvis" — 

erstes Zitat „Fauna Suecica 178", typ. Lok. daher Schweden). 
Pyrrhula Rubicilla Pallas, Zoogr. Rosso-Asiat. n, p. 7 (1811 — „In omnia Rossia et 

Sibiria". Aus der Anm. p. 8 geht hervor, daß Pallas Cassini n. a. mit seiner 

rubicilla vereinigte, als deren typ. Lok. aber Rußland anzusehen wäre). 
Pyrrhula major Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschi., p. 252 (1831 — „Er kommt 

nur zuweilen im Winter nach Deutschland"). 
Pyrrhula coccinea Seiys-Longch., Faune Beige, p. 79 (184:2). 

Pyrrhula Linnei Malm, Göteb. och Bohusl. Faun., p. 194 (1877 — Göteborg etc.). 
Pyrrhula minor gracilis (sie!) A. Brehm, Yerz. Samml., p. 9 (1866 — nomen nudum — 

die Stücke der Sammlung gehören meist der großen Form an!). 
Pyrrhula coccinea ß. var. atavica Menzbier, Bull. Soc. Imp. Xatur. Moscou 58, p. 111 

(1883 — ex Sewertz. M.S.: Aberration des $ ohne rot an der letzten Arra- 

schwinge). 
Schwedisch: Domheri-e. 

dad. Oberkopf bis zum Genick imd maskenartig rings um den Schnabel 
hlauschwarz, übrige Oberseite nebst kleineren und mittleren Oberflügeldecken 
rein aschgrau, Bürzel weiß. Kopf- und Halsseiten und die übrige Unterseite 
bis auf den Unterkörper lebhaft hellrot, hinterster Teil des Unterkörpers und 
Unterschwanzdecken weiß. Oberschwanzdecken und Schwanz blauschwarz. 
Die äußerste Steuerfeder hat oft einen mehr oder minder breiten weißen 
Sti'ich am Schafte. Schwingen schwarz, der ganz gerade Außeusaum der 
äußersten und das verengte Spitzendrittel der folgenden vier Schwingen fein 
hellgrau gesäumt, die letzten Armschwingen blauschwarz, die letzte kleine 
mit grauer, meist mehr oder minder schön rosenrot überlaufener Außenfahne. 
Handdecken dunkelgrau, längste Flügeldecken blauschwarz mit ausgedehnten 
hellgTauen Spitzen, die eine auffallende Binde durch den Flügel bilden. Innen- 
säume der Schwingen und Unterflügeldecken weißlich. Schnabel schwarz, 
Iris und Füße braun. Flügel 93 — 98, Schwanz etwa 68—72, Lauf etwa 
18 — 19, Schnabel etwa 10 mm. 9 etwas kleiner, Rücken mit bräunlichem 
Schimmer, unten hellgTau mit bräunlichem (oder vielmehr weinrötlichem) 
Schimmer statt rot. Juv: beide Geschlechter oben und unten rostbräunlich, 
unten heller, ohne Grau oder Rot, Kopf ohne Schwarz, wie Rücken. (Der 



94 Fringillidae. 

Eücken der d ist manchmal rötlich angehaucht, Käfigvögel (namentlich durch 
Hanffütterung-) ^ve^deu oft schwarz). 

Brutvogel in Skandinavien, den Ostseeprovinzen bis Ostpreußen, Rußland, 
West-Sibirien bis südlich vom Baikal-See und Daurien. Im Winter wandert er 
weit nach Süden und nach Westen, über ganz Deutschland bis West-Europa, ver- 
einzelt bis Ost-England, noch seltener bis Italien, Griechenland und Kleinasien. 

Lebensweise und Fortpflanzung ganz wie bei P.p. europaea, nur Nest und Eier 
meist etwas größer. Eier (ßey) 21.22x14.73, 23.2 x: 14.8, 19.7—14.7, 20x15, 
20.1x14.9, 19.6x14.7, 20.1 x 14.1 mm usw. 

147. Pyrrhula pyrrhula europaea Vieill. 
Gemeiner oder kleiner Dompfaff oder Gimpel. 

Pyrrlmla europaea Vieillot, Xouv. Dict. d'Hist. Nat. IV, p. 286 (1816 — die große 

nordische Form ist deutlich auf Seite 293 von der gemeinen unterschieden). 
Pyrrhula rufa Koch, Syst. d. baier. Zool. I, p. 227 (1816-- „In AValdungeu, gemein"). 
Pyrrlmla vulgaris Temminck, Man. d'Orn. I, p. 338 (1820 — ex Brisson, partim). 
Pyrrhula germanica Erehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschi., p. 252 (1831 — „bewohnt 

deutsch. Xadel- und Buchenwälder"). 
Pyrrhula peregrina Brehm, t. c, p. 253 (1831 — „kommt gew. erst im Okt. und brütet 

nur höchst selten in uns. Wäldern"). 
Pyrrhula pileata Macgillivray, Bist. Brit. B. I., p. 407 (1837 — „Generally disti-ibuted 

in Bi-itain). 
Pyrrhula vulgaris minor Schlegel, Vog. Xederland, p.347 Taf. 165 (1854—58 — Holland^ 

W. -Europa). 
Pyrrhula minor Brehm, Vogelfang, p. 91 (1855 — Deutschland, selten). 
Pyrrhula minor pusilla A. Brehm, Verz. Samml., p. 9 (1866 — nom. nudum!). 

Engl.: BuUfinch; Franz.: Bouvreuil; Ital. : Ciuffolotto. Holl. : Goudvink. 

Unterscheidet sich auf den ersten Blick von P. ;>. pyrrhula durch geringere 
Größe. Außerdem ist das Grau der Oberseite etwas dunkler, das Kot der 
Unterseite in der Regel (aber nicht immer) trüber, weniger lebhaft. Der 
Rücken ist häufiger etwas mit Rot überlaufen. 9 ebenfalls merklich düsterer, 
bräunlicher. Flügel d 81 — 88.5 mm. (In den Vogesen kommen auffallend 
große Stücke vor, die vermutlich dort brüten, ebenso scheinen Schweizer 
Exemplare oft recht groß zu sein, ohne aber deshalb etwa der großen nordischen 
Form anzugehören.) 

Mittel- und West-Europa bis ins nördliche Italien und (nach Bocage) 
Nord-Portugal. Auf deu britischen Inseln mehr oder minder häufig, in Schott- 
land seltener, aber noch bis zu den Hebriden und vereinzelt den Orkneys 
und Shetlauds Inseln. 

Bewohner bäum- und waldreicher Gegenden. Samen- und Knospenfresser, die 
Jungen werden nebenbei auch mit Raupen und Insekten gefuttert. Ein sanfter, 
ziemlieh zutraulicher Vogel, der sich nicht allzu bemerklich zu machen jjflegt. Lock- 
stimme ein sanftes, flötendes, etwas melancholisches diü-diü, das sehr bezeichnend, 
aber nicht sehr weit zu hören ist. Oft ist diese Lockstimme von einem noch sanfteren, 
leiseren büt-büt gefolgt, das viele Beobachter gar nicht kennen. Der Gesang ist sehr 
gedämpft, quietschig und knatterig, das $ singt auch. Das überaus reine Flöten der 
Käfigvögel ist durchaus künstlich angelernt, dadurch aber ist der Gimpel ein so 
geschätzter Stubenvogel geworden. In Deutschland vorzugsweise im Hügellande und 
Gebirge brütend. Das Nest steht in Büschen und Bäumen, meist nicht hoch. Es ist 



f'ringillidae. 95 

sehr charakteristisch, da es keineswegs fiulcenartig schön ist, sondern eine lose Platt- 
form aus Zweigen mit einer nicht sehr tiefen Mulde aus feinen Würzelchen, oft auch 
mit Haaren, seltener mit Wolle und noch seltener mit wenigen Federn ausgelegt. Die 
Eier, 4 — 5 an Zahl, findet man von Ende Ajaril an. Sie sind blaßblau, mit rötlich- 
grauen und hellrötlichbraunen tiefer liegenden und dunkel rotbraunen, fast schwarzen 
Oberflächen-Flecken, Punkten und Kritzeln, meist mehr am stumpfen Ende gezeichnet. 
Sie messen im Durchschnitt etwa 18.86 x- 14.15 (Rey), Maximum 20.3 x 13.8, 18.7x15, 
Minimum 17x14.2, 19.2x13 (ßey), 20.4x15.4, 20x15.1, 19.6 X 15.1 mm usw. 

148. Pyrrhula pyrrliula kamtschatica Tacz. 

Pyrrhula kamtschatica Taczanowski, Bull. Soc. Zool. France 1882, p. 395. 

Der uoi'deuropäischen P. j->. 'pyn'lada äußerst ähnlich, aber vielleicht 
etwas größer, jedenfalls der Rücken heller, die Flügelhinde (Spitzen der 
großen Deckfedern) reiner weiß, der weiße Schaftstrich au den seitlichen 
Steuerfedern anscheinend nicht nur manchmal, sondern regelmäßig entwickelt. 
Flügel dad. 94—96 mm. 

Kamtschatka, einmal von Jankowski am üssuri erbeutet, sonst nicht 
außerhalb Kamtschatka bekannt. 

149. Pyrrhula pyrrhula griseiventris Lafr. 

Pyrrhula griseiventris Lafresnaye, Rev. Zool. 1841, j). 241 (Fundort? — Ich nehme als 

die typ. Lok. Japan an). 
Pyrrhula orientalis Teinmiuck & Schlegel, Fauna Japon., p. 91, Aves Taf. 53 (1850 — ■ 

Japan, die rötlichen Stücke für ad. im Hochzeitskleide gehalten). 
Pyrrhula rosacea Seebohm, Ibis 1882, p. 371 (Yokohama, auch Askold und Kurilen. 

Typ. Lok. Yokohama — Kurilen errore!). 

Größe wie die von F. ji. europaea; Kopfseiten und Binde unter dem 
Kinn lieblich rosenrot, übrige Unterseite entweder rein grau oder mehi* oder 
minder stark mit rosenrot Übergossen, häufig auch der Rücken mit rosen- 
roten Federrändern. Zwischen den unten reingrauen und unten rosenrot 
angehauchten Stücken finden sich alle möglichen Übergänge und die röt- 
lichen und grauen Vögel kommen aus denselben Gegenden. Temminck und 
Schlegel hielten die rötlichen ö für die alten im Hochzeitskleide, Taczanowski 
hält sie für weniger adult. Jedenfalls irren die Ornithologen, die sie mit 
Seebohm und Sharpe für- verschiedene Arten oder Unterarten ^) halten. Die 
durch die hellen Spitzen der großen Flügeldecken gebildete Flügelbinde ist 
schmäler und weniger hell als bei P. p. europaea. 9 dem von P. p. europaea 
äußerst ähnlich, aber unten etwas lichter, Kopfseiten und unter dem Kinn 
lichter und rötlicher. 

Bewohnt die nördlichen Inseln des japanischen Kaiserreiches (Jesso und 
Hondo bis Nagasaki), auch Korea, die Mandschurei, den untern Amur und 
Teile von Nord-China. 

150. Pyrrhula pyrrhula kurilensis Sharpe. 

Pyrrhula kurilensis Sharpe, Zoologist 1886, j). 485 (Kurilen). 

Kaum von P. p. griseiventris zu unterscheiden, aber Oberseite lichter grau, 
Unterseite auch etwas heller, rein grau oder mehr oder minder rötlich überflogen. 

Kurilen Inseln nördlich von Japan. 

^) Bei gleicher Verbreitung!!! 



96 Fringillidae. 

151. Pyrrhula pyrrhula Cassini Band. 

Pyrrhula coccinea var. Cassini Baird, Trans. Chicago Ac. Sei. I, p. 316, Taf. 29 (1869 — 

Nulato, Alaska, Typus im ü. S. Xat. Mus.). 
Pyrrhula cineracea Cabanis, Journ. f. Orn. 1872, p. 816 (Baikal-See). 
Pyrrhula cineracea pallida Seebohm, Ibis 1887, p. 101 (Altai und Ussuri). 

(Der Typus von Cassini war jedenfalls ein verflogener Vogel. Nach dem Urteil von 
Stejneger, Ridgway u. a. handelt es sich tatsächlich um die später von Cabanis cineracea 
genannte Form). 

Von allen bisher behandelten Formen dadurch unterschieden, daß das 
ö nie rote Farbe bekommt, sondern daß Kopfseiten und Unterseite rein 
aschgrau sind, nur Bauch und unterer Teil der Weichen weißlich, Unter- 
schwanzdecken weiß. Flügel 88 — 90.7, Schwanz 68 — 69, Lauf 15.5, Schnabel 
etwa 9 mm. 9 kaum kleiner (Flügel 86 — 89), aber Unterseite mehr oder 
minder lebhaft weinbräunlich überzogen, Rücken oft mit bräunlichem Schimmer. 
Jüngere ö scheinen den y zu ähneln. 

Bewohnt die Gegend südlich des Baikal-Sees . und Daurien bis zum 
Jenissei und Altai, wo nur diese Form zu brüten scheint, streicht aber im 
Winter weiter nach Süden, Osten und Westen, angeblich ausnahmsweise bis 
Rußland, jedenfalls regelmäßig bis zum untern Amur (Ussuri). 

152. Pyrrhula pyrrhula murina Godm. 

Pyrrhula murina Godman, Ibis 1866, p. 97 Taf. 3 (San Miguel, Azoren). 

Unterscheidet sich von allen anderen Formen dieser Gruppe durch den 
nicht weißen, sondern ganz verdüsterten, nur etwas heller asch-graubrauen 
Bürzel, und graubräunliche, mit der übrigen Unterseite gleichfarbige Unter- 
schwanzdecken. In dem Mangel an Rot (nur die letzte Armschwinge hat 
an der Außenfahne einen roten Schimmer) und der dadurch bedingten großen 
Ähnlichkeit der Geschlechter ähnelt diese Form P. p- Cassini. Der Rücken 
ist düster graubraun, die Unterseite hellgraulichbraun mit etwas rostbräun- 
lichem Schimmer, ö: Flügel 88 — 90.5, Schwanz etwa 68 — 71.5 mm^ Lauf 
etwa 20 mm. Q etwas kleiner und auf der Unterseite lichter, etwas weniger 
bräunlich. Iris braun, Schnabel schwarz, Füße sehr dunkel hornbraun. 

Bewohnt die Bergwälder der Azoreninsel San Miguel (Sankt Michael), 
wo sie früher häufig, jetzt sehr selten ist. Wegen des Knospeubeißens von 
den Gartenbesitzern verfolgt worden. 

153. Pyrrhula erythaca Blyth. 

Pyrrhula erythaca Blyth, Ibis 1862 p. 389 (Sikkim). 

Pyrrhula erithacus Blyth, Ibis 1863. p. 441, Taf. 10 (und auctonmi). 

Mittlere Steuerfederu 15 — 20 mm kürzer als die änßeren. Ring rings 
um den Schnabel schwarz, Oberseite und Kopfseiten düstergrau, von der 
schwarzen Stirn durch einen weißlichen Streifen, von dem weißen Bürzel 
durch ein breites schwarzes Band getrennt. Haudschwingen schwarz, Arm- 
schwingen, Steuerfedern und Oberschwanzdecken schwarzblau, sammetartig 
glänzend. Kleine Flügeldecken dunkelgrau, große grau, an der Wurzel blau- 
schwarz. Ganze Brust bis an den Hals orangerot. Mitte und unterer Teil 
des Unterkörpers weißgrau, Unterschwauz- und Flügeldecken weiß. Flügel 



Fringillidae. 97 

etwa 80 mm. 9 vom d durch weinrötlicJibrauneii Rücken und ebensolche 
-Schulterfittiche und Spitzen der langen Oberflügeldecken, sowie Unterseite 
mit Ausnahme des weißen Bauches und der weißen Unterschwanzdecken, 
unterschieden. 

Sikkim im Himalaja östlich bis Kansu und West-China. 
154. Pyrrhula erythrocephala Vig. 

Pyrrhula erythrocephala Yigors. Proc. Zool. Soc. London 1831, p. 174 (Himalaya). 

dad. Schwarzer Eing um den Schnabel, Oberkopf und Hinterhals zin- 
nobeiTot, Rücken, Schultei"fittiche und kleine Flügeldecken dunkel aschgrau, 
große au der Wurzel blauschwarz, Spitzenhälfte grau, Bürzel, Schwanz und 
Schwingen wie bei P. erytliaca. Kopfseiten hellgrau mit rötlichem Schimmer. 
Unterseite hellgrau, vom Kopf bis auf den Unterköi-per mehr oder minder 
hell zinnoberrot übertüncht. Unterschwanzdecken weiß, ünterflügeldecken 
schmutzigweiß. Flügel etwa 80 — 82 mm, 9 unterscheidet sich vom d 
durch grünlichgraugelblichen Oberkopf und Hinterhals, bräunlicheren Rücken 
und bräunliche Unterseite, ohne eine Spur von Rot, Flügel etwa 75 — 77 mm. 

Bewohnt den Himalaya von Kaschmir bis Butan, 

155. Pyrrhula aurantlaca Gould. 

Pyrrhula aiirantiaca Gould, Proc. Zool. Soc. London 1857, p. 22 (Kaschmir). 

Schwarzer Ring um den Schnabel, Ober- und Unterseite schön orange- 
farben, Bürzel weiß, Oberschwanzdecken schwarz. Schwanz nur schwach 
ausgeschnitten, schwarz, Flügel schwarz, kleiue und mittlere Flügeldecken 
dunkelgrau mit orangeroten, große schwarz mit ausgedehnten orangefarbenen, 
die äußern mit kleineren weißlichen Spitzen. Unterschwanz- und Unterflügel- 
decken weißlich. Jüngere (?) d sind mehr oder minder gelb statt orange, 
und es finden sich zwischen den gelben und roten alle möglichen Zwischen- 
stufen. (Vielleicht ist die gelbe und rote Farbe auch nicht vom Alter abhängig, 
sondern individuell.) Flügel etwa ,81 mm. 9 : Kopf und Hinterhals asch- 
braun, Rücken und Schulterfittiche gelblichbraun, Kehle und Brust blaß 
rotbraun, Unterkörper trttbgelblich, sonst wie 6 . 

Kaschmir und Hazara-Distrikt bis nach Afghanistan. 

156. Pyrrhula nlpalensis nipalensis Hodgs. 

Pyrrhula Nipalensis Hodgson, Asiatic Researches XIX, p. 155 (1836 — Xord- und 
Zentral-Nepal). 

Stirn und Federn rings um den Schnabel schwärzlichbraun, Oberkopf 
aschbräunlich mit hervortretenden schwärzlichen Federwurzeln, wodurch dieser 
Teil gefleckt erscheint. Rücken, Schulterfittiche und kleine Flügeldecken erd- 
braun, vordere Hälfte des Bürzels schwarz, hintere weiß. Unterseite hell 
erdbraun oder graubräunlich. Mitte des Unterkörpers, Bauch, Unterschwanz-, 
Unterflügeldecken und Achselfedern weiß. Unterm Auge ein weißer Sti-eif. 
Schwanz, dessen mittelstes Steuerfederpaar 2 cm kürzer ist als das äußerste, 
Oberschwauzdecken und Armschwingen tief sammetartig stahlblau mit sammet- 
schwarzen Spitzensäumen, Die innerste kleine Armschwinge mit tiefrotem 

E. Hartert, Die Vögel der paläarktischen Region. 7 



98 Fringillidae. 

Strich an der Aiißeufaliae. Flügel etwa 9 0, Schwanz 75 mm, also sehr lang. 
Q etwas kleiner als d, der Strich au der Außenfahne der letzten Schwinge 
hellgelb, sonst wie ö . 

Himalaja von Garwhäl bis Sikkim, wo Blanford sie 10000 engl. Fuß 
hoch beobachtete. 

Gattung PYRRHOPLECTES Hodgson 1844. 

Diese Gattung enthält eine Art von höchst eigener Färbung. Das ö ist 
schwarz mit verlängerten Scheitel- und Genickfedern von orange gelber Farbe 
und schneeweißen Innenfahnen der innersten Armschwingen, welche letzteren 
sich auch bei dem rotbraunen 9 finden. Der Schnabel erinnert am meisten 
an den von Pyrrhula, ist aber gestreckter und weniger geschwollen, dagegen 
flacher als der von Carpodacus, womit sonst die Struktur am meisten über- 
einstimmt. Die erste (lange) Schwinge ist merklich kürzer als die nächste. 

157. Pyrrhoplectes epauletta (Hodgs.). 

Pyrrhula Epauletta Hodgson. Asiatic Kesearclies XIX, p. 156 (1836 — „nothern and 
central regions of Nepal"). (Abbildung in Nov. Zool. 1903, Heft III). 

(5 ad. Mattschwarz, Federn des Scheitels und Hinterkopfes orangegelb 
eine breite, kurze, lockere Haube bildend. Innensäume der drei letzten Arm- 
schwingen größtenteils weiß, ünterflügeldecken und Innensäume der Schwingen 
weißlich, Achselfedern zimmtbraun. Flügel 77 — 80, Schwanz 60, Lauf 19, 
Schnabel 11—11.5 mm. 9 Stirn und Hinterhals bis auf den Oberrücken 
aschgrau, Scheitel- und Genickfederk und Kopfseiten grünlichgelb, Rücken 
und Oberschwanzdecken kastanienbraun. Schwingen schiefe rfarben, Inuensäume 
der letzten Armschwingen weiß, Außensäume derselben kastanienbraun. Unter- 
seite zimmtbraun, Schwanz schieferfarben. 

Himalaja vom Sutlej Tale bis Sikkim, wo Blanford sie 11000 engl. 
Fuß hoch fand. 

Gattung CARPODACUS Kaup 1829. 

Schnabel kürzer als der Kopf, konisch, dick, au der Basis höher als 
breit, die Höhe etwa gleich der Länge des Oberschnabels vom Nasenloch 
zur Spitze. Culmeu deutlich gebogen oder fast gerade. Flügel ziemlich lang, 
die ersten drei Schwingen (die nicht sichtbare verkümmerte eigentliche erste 
natürlich nicht mitgezählt) am längsten, die erste meist der vierten gleich, 
manchmal so lang wie die zweite (und dritte.) Schwanz deutlich ausgeschnitten, 
oder (bei vielen amerikanischen Formen) gerade. Gefieder viel weniger reich 
und weich, als bei Pyrrhula, kürzer, fester, etwa wie bei Passer. Von den 
europäischen Vögeln steht Pinlcola am nächsten, womit einige Ornithologen 
Carpodacus vereinigen, doch hat Pinlcola einen geschwungeneren und ge- 
bogeneren Schnabel, sowie viel reicheres weicheres Gefieder, auch sind die 
Eier ganz anders gezeichnet, d immer großenteils rot, 9 sperlingsartig grau 
und braun, mehr oder minder sti'eifig. Nester lockere Bauten, frei in Büschen, 
Eier blau mit tiefbraunen Flecken. 



Fringillidae. 99 

Verbreitet von Ost-Europa (von Polen und Ost-Preußen an) über Nord- 
Asien und Nord-Amerika, südlich bis Mexiko. In Nord-Amerika unter- 
scheidet man 12 Formen, die Eidgway in 5 Arten verteilt. Der Catalogue 
of Birds zählt 26 Arten auf. 

Übersiclit der (J der paläarktischen Arten. i) 

j (Trößer, Flügel weit über 100 mm C. riibicilla . p. 99 

\ Kleiner, Flügel weit unter 100 mm 2 

) Oberseite auffallend dunkelbraun oder schwarz gestreift 3 

\ Oberseite gar nicht oder nur undeutlich gestreift 9 

\ Bürzel braunrot wie der üücken C. edwardsii . p. 104 

I Bürzel rosa 4 

f Kehle von der Brust nicht wesentlich verschieden 5 

I Kehle mit atlasweißen, nur rosa angehauchten Federn oder Federmitten 8 

j Ober- und Hinterkopf graubräunlich mit braunschwarzen Federmitten 

5 : C. pulcherrinms . p. 103 

I Ober- und Hinterkopf rotweinfarbig 6 

I Rücken bräunlich rutweinfarben 7 

) Rücken trübrosa mit graulichen Säumen C. rhodochlamys . p. 100 

J Flügel über 80 mm C. rhodopepla . p. 103 

) Flügel unter 80 mm C. rhodochroa . p. 102 

/ Scheitel rosa C. rosea . p. 105 

I Scheitel dunkelbraun C. thura . p. 101 

I Rücken blaßbräunlich oder aschbräunlich mit oder ohne schwache dunklere 

9 '. Schaftstriche, Bürzel sehr hell rosa C. synoica . p. 108 

I Rücken dunkelrot 10 

) Kehle und Kopfseiten mit weißlichen Strichen C. trifasciatus . p. 104 

) Kehle und Kopfseiten ohne weißliche Striche 11 

J Kehle und übrige Unterseite dunkel weinrot C. vinaceiis . p. 104 

) Kehle brennend rot, Unterkörper hell rosa C. erythrina . p. 106 



10 
11 



158. Carpodacus rubicilla rubicilla (Güld.). 

Loxia rubicilla Güldenstädt, Nouv. Comm. St. Petersb. XIX, p. 463, Taf. XII (1775— 
Kaukasus (typ. Lok.) und „Altai'', in letzterem Gebirge wohnt aber eine andere 
Subspezies). 

Coccothraustes Caucasicus PaUas, Zoogr. Rosso-Asiat. II, p. 13 (1811 — Kaukasus). 

dad. Der ganze Kopf glänzend blutrot, Ohrdecken etwas heller, Ober- 
kopf mit weißen kleinen subterminalen Flecken. Rücken und Flügeldecken 
rosiggrau mit dunklen Schaftstrichen und im frischen Gefieder roten Säumen, 
Bürzel und Oberschwanzdecken lebhaft rosenrot, die längsten Schwanzdecken 
aschbraun mit rötlichen Säumen. Schwingen dunkelbraun mit schmalen 
weißlichen, rosig angehauchten Säumen, innere Armschwingen mit rosig- 
weißlichen Flecken nahe den Spitzen der Außensäume. Schwanz dunkelbraun 
mit helleren, rosig angehauchten Säumen. Federn der Unterseite au Basis 
und Schäften dunkelbraun, vor den Spitzen rosig-weißlich, breit glänzend 
bluti'ot gesäumt, Kehle von tieferem Eot mit kleineren, viel schärfer markierten 
anteapikalen weißen Flecken. Schnabel hornbräunlich (im Balge), Füße 

^) Das (5 von C. verreauxi ist noch nicht bekannt. 

7* 



IQO l'ringillidae. 

schwärzlich. Flügel 118, Schwanz- 95 — 98, Lauf etwa 22, Schnabel 13^2 — 
15^/^ mm. o oben hellbräiinlichgrau mit dunklen, auf dem Kopfe breiteren, 
auf Rücken und Bürzel weniger sichtbaren Schaftstreifen. Schwanz dunkel- 
braun mit hellgrauen, an den inneren Armschwingen breitereu und weißlicheren 
Außensäumen. Unterseite licht, fast weißlich graubräunlich mit dunkelbraunen 
Federmitten. Kleiner als das ö, Flügel höchstens 115 mm. 

Im Hochgebirge des Kaukasus. 

159. Carpodacus rubicilla severtzovi Sharpe. 

Carpodacus severtzovi Sharpe, Proc. Zool. Soc. London 1886, p. 354 (Turkestan und 
Yarkand). 

Im ganzen C. r. rubicilla und von denselben Dimensionen, aber oben viel 
blasser, hellbräunlichgrau mit vorigem Schimmer, Bürzel blaßrosenrot, die 
anteapikalen weißen Spitzen auf dem Kopfe größer, ebenso an der Kehle, 
ganze übrige Unterseite heller und blasser rot. 9 wie das von C. r. rubicilla, 
aber unten meist etwas bräunlicher oder gelblicher. Juv. viel bräunlicher, 
sonst wie das 9 . 

Bewohner der zeutralasiatischen Gebirge, von Nord-Kaschmir (Gilgit, 
Ladak) durch Turkestan und Tibet bis zum Altai und Sajan. 

Stoliezka scheint das Nest im westlichen Tibet gefunden zu haben, aber die 
Identität ist nicht sicher. 

160. Carpodacus rubicilla rubicilloides Przev. 

Carpodacus rubicilloides Przevaiski, Mongoli Strana Tangut II, p. 90, Taf. XII (187H, 
russisch — Kansu); engl. Übersetzung in Rowley's Orn. Mise. II. p. 299, 
Taf. LIV (1877). 

ö dem von C. r. rubicilla am ähnlichsten, aber merldich kleiner (Flügel 
nur etwas über 105), die Federn der Oberseite in der Mitte ausgedehnt 
dunkelbraun, wodurch die Oberseite viel mehr gestreift erscheint, auch der 
bei den andern Formen einfarbige Bürzel durch bräunliche Federmitten wie 
streifig erscheinend. 9 oben und unten mit ausgedehnteren dunklen Feder- 
mitten, auch natürlich kleiner, sonst wie das der andern Formen. 

Ost-Nan-Schan, die Gebirge von Kukunor und Nord-Kansu. 

Bewohnt hohe, buschreiche Lagen; die Lockstimme soll der von Pyrrhula pyrrlmla 
ähneln. Die Eier (ein Gelege von 3 vom Kukunor) haben die charakteristische schön 
hellblaue Farbe der Carpodacus-^\ev mit einigen tief schwarzbraunen Punkten, Haar- 
linien und Flecken am dickeren Ende. Sie messen 21.2, 21.4 und 21.6x15.3, 15.4 
und 15.5 mm. 

161. Carpodacus rliodochlamys rhodochlamys (Brandt). 

Pyrrhula (Corythus) rhodochlamys Brandt, Bull. Sei. Acad. Imix St. Petersbg. 1843, 

p. 27 (Altai). 
Propasser rJiodometopus Biddulph, Ibis 1881, p. 156, Taf. VI (Yarkand). 

c5ad. Oberkopf und Genick düster gi-aurot, Zügel und breiter Streif 
hinterm Auge (oberer Teil der Ohrdecken) ebenso, breite Streifen über den 
Augen bis zum Nacken, durch ein Band über die Vorderstiru verbunden. 



Fringillidae. \Qi 

und Kopfseiten glänzend hellrosa, die Federn dieser hellrosa gefärbten Teile 
schmäler und steifer. Federn des Rückens, Schulterfittiche und Oberflügel- 
decken trübrosa, im frisclieu Gefieder mit feinen graubräunlichen Säumen, 
alle mit schwarzbraunen Schaftstrichen, Bürzel und Oberschwanzdecken schön 
rosenrot, die längsten Oberschwanzdecken dunkler. Unterseite rosa mit dunkel- 
gi-auen Federwurzeln und schwärzlichen Schäften. Schwingen dunkel schiefer- 
braun mit trübrötlichen Säumen. Unterflügeldecken und Achselfedern weiß 
mit dunkeln Schäften und rosigem Schimmer. Iris hellbraun, Oberschnabel 
und Nägel dunkelbraun, Untersch-nabel und Füße bräunlich fleischfarben. Flügel 
87—91, Schwanz 84—87, Lauf 32—33, Schnabel 12.5—14.3 mm. 9 ohne 
rot im Gefieder. Oberseite dunkelbraun mit breiten hell graulichbraunen 
Federrändern, Unterseite hell gelbbräunlich mit tiefbraunen breiten Längs- 
streifen, die die Mitte der Federn einnehmen. Flügel und Schwanz tiefbrauu 
mit hellbräunlichen Rändern. Dimensionen nur unbedeutend geringer als 
die des c5". 

Bewohnt die Gebirge Mittelasiens, den Altai, Tarbagatai, Alatau, Tian- 
Schan, ostwärts bis zu den Ausläufern der Gebirgsketten Kaschgariens, Tur- 
kestan südlich bis Yarkand, Iskander-Kul und Zamin. 

162. Carpodacus rhodochlaniys grandis Blyth. 

Carpodacus grandis Blytli, Joiirn. As. Soc. Bengal XVIII, p. 810 (1849 — „Range beyond 

Simla, near snow line"). 
Carpodacus sophia Bonaparte & Schlegel, Monogr. Loxiens, p. 22, Taf. 24 (1850- - 

Himalayaj. 

Unterscheidet sich von C. r. rkodocJdamys im ä durch mehr bräunlich- 
rosige als graulichrosige Oberseite, merklich längeren Flügel, etwas gestreckteren 
Schnabel und über der Schnabelwurzel in der Mitte unterbrochene, nicht über 
die Stirn hin verbundene hellrosa Superciliarstreifen. Flügel 94 — 97 mm. 
Das 9 gleicht in der Färbung dem von C. r. rltodochlamys, aber der etwas 
längere Flügel (92 — 94 mm) und meist etwas gestrecktere Schnabel lassen 
es unterscheiden. 

Von Pushut in N.O.-Afghanistan und dem Karakorum Gebirge durch 
Kaschmir den Himalaya entlang bis Kumaon. (Weiter nach Osten nicht 
nachgewiesen, der Fundort Sikkim ist wahrscheinlich falsch.) 

163. Carpodacus thura thura Bp. & Schi. 

Carpodacus thura Bonaparte & Schlegel, Monogr. Loxiens, p. 21, Taf. 23 (1850 — 
Himalaya). 

ä ad. Stirn und Superciliarstreif rosenrot mit rötlich perlweißen Feder- 
mitten, hinter dem Superciliarstreif über den Ohrdecken ein weißer Fleck. 
Oberer Teil der Ohrdecken dunkelbraun. Oberseite braun, die Federmitten 
schwarzbraun. Bürzel und Oberschwanzdecken rosenrot, die längsten Schwanz- 
deckeu mit dunkelbraunen spitzen Schaftflecken, die übrigen nur mit schwarzem 
Schaft, soweit die Federn verdeckt sind. Flügel und Schwanz schwarzbraun 
mit braunen Säumen, die innern Armschwingen mit breiteren, gelblich- 
braunen Säumen, die kleinen Flügeldecken mit schmalen dunkelrosa Rändern. 



X02 Pringillidae. 

die mittleren mit breiten hellrosa Endsäumeu, die großen mit hellbräun- 
lichen Spitzen. Ganze Unterseite rosenrot, Kehlfederu etwas steifer und 
mit glänzend weißlichrosa Mittelstreifen, ünterflügeldecken schmutzigweiß. 
Schnabel und Füße braun. Flügel 83—86, Schwanz 74 — 76, Lauf 25, 
Schnabel 12 — 13 mm. 9 Oberseite braun mit braunschwarzen Mittel- 
streifen, Bürzel und Oberschwanzdecken goldgelb, mehr oder miuder orange- 
bräunlich, mit schwarzen Mittelsti'eifen. Flügel und Schwanz tiefbraun, hell- 
braun gesäumt. Unterseite rostbraun mit schwarzbraunen Streifen (Feder- 
mitteu). Weichen heller, Mitte des Unterkörpers und Unterschwanzdecken weiß. 
Hellbräunliches Supercilium, Kopfseiten weißlich, schwärzlich gestreift, oberer 
Teil der Ohrdecken schwarzbraun. (Beim ö ist das Rot des Super- 
ciliums und der unteren Ohrdecken durch einen breiten tiefbraunen 
Streifen getrennt.) 

Himalaya von Nepal bis Sikkim. 

BewohDer der Hochflächen (10000 und 12800 engl. Fuß) des mittleren Hinaalaya, 
wo Rhododendron und Wachholderbüsclie den Baumbestand bilden, oder Gras und 
niedrige Bodenpflanzen stehen. Der Lockruf soll ein eigentümlich schnarrendes brijj, 
brijj sein. Mandelli fand das Nest in Nepal im August. Es bestand aus Gras, außen 
mit 3I00S verziert, innen mit Haaren ausgefüttert. Es enthielt 3 matt grünblaue Eier 
mit spärlichen braungrauen Zeichnungen, die etwa 22 x 16.3 mm messen. 

164. Carpodacus thura blythi (Bidd.). 

Propasser blythi, Biddulph, Ibis 1882, p. 283, Taf. 9 (bei Gilgit). 

(S wie das von C, t. thura, aber oben etwas lichter braun, hinterm 
Auge ein zwar schmaler (nicht breiter), aber doch deutlicher 
tiefbrauuer Streif. 9 Kehle und Brust rostbraun, wenig heller als bei 
C. t. tlmra. 

Gebirge bei Gilgit im nördlichen Kaschmir. 

165. Carpodacus thnra dubius Frzew. 

Carpodacus dubins Przewalski, Mongoli Strana Tangut II, p. 92, Taf. XIII (1876 — 
russ., bewaldete Berge in Ala-schan und Kansu); engl. Übersetzung in Rowley's 
Orn. Mise. II, p. 301, Taf. 53 (1877). 

d wie das von C. th. thura, aber etwas langflügliger (Flügel etwa 88 mm) 
und mit kleinerem Schnabel, das Braun der Oberseite lichter, das rosen- 
rote Supercilium und die rosenrote Farbe der Ohrdecken aus- 
gedehnter, hinter den Augen zusammenkommend, nicht durch 
einen brauuen Streif getrennt, nur einige Federn hinter den Oberdecken 
tiefbraun. 9 mit weißlicher, braunschwarz gestreifter Unterseite, der Super- 
ciliarstreif im vorderen Teile rötlichbraun, im hinteren isabellfarben. 

Alaschan und Kansu bis Szetschwan im nordwestlichen China. 
166. Carpodacus rhodochroa (Vig.). 

Fringilla rhodochroa Vigors, Proc. Zool. Soc. London 1831, p. 23 (Himalaya). 

d ad. Ober- und Hinterkopf und Ohrdecken dunkel v/einrot mit schwachen 
schwärzlichen Schaftstrichen. Rücken und Oberflügeldecken fuchsigbrauu mit 



Eringillidae. 103 

breiten schwärzlichen Mittelflecken der Federn. Bürzel hellrosa, längere Ober- 
schwanzdecken dunkelrosa. Stirn, breiter Siiperciliarstreif, Wangen und ganze 
Unterseite hellrosa, Stirn und Superciliarsti-eifen mit silberweißlichem Schimmer. 
Flügel und Schwanz schwarzbraun mit fuchsigbraunen Rändern. Unterflügel- 
decken weißlich. Flügel 72—75, Schwanz etwa 60 — 62, Lauf 19, Schnabel 9 mm. 
9 Oberseite gelblich olivenbrauu mit breiten schwarzbraunen Mittel- 
flecken. Breiter ockerfarbener Superciliarstreif. Unterseite hellockerfarben 
mit dunkelbraunen Schaftsti'eifeu. 

Himalaja von Kaschmir bis Nepal. 

167. Carpodacus pulcherrimus (Moore). 

Propasser pidcherrima Rodgson, Gray's Zool. Mise, p. 85 (1844 — nomeu nudnm!) unde: 
Propasser pulcherrimus Moore, Proc. Zool. Soc. London 1855, p. 216 (Nepal). 
Carpodacus Davidianus Milne-Edwards, Noiiv. Arch. Mus. I, Bull., p. 19, Taf. 2 (1864— 
China, Armand David coli.). 

Federn der Oberseite schwarzbraun mit breiten graubräunlichen, schwach 
rosig überlaufenen Säumen, Oberkopf dunkler und stärker rosa übertüncht, 
Bürzel hellrosa. Sehr- breiter Streif über den Augen und Unterseite hellrosa, 
Seiten hell- und dunkelbraun gestreift, Unterseite mit dunklen Schäften. 
Flügel 78 — 86, Schwanz etwa 66 — 77 mm. 9 dem von C. vliodochrous sehr 
ähnlich, aber oben und unten viel lichter, Unterseite weißlichbraun mit 
dunklen Schaftstrichen. 

Himalaya von Nepal bis Sikkim, Ost-Tibet, Central- und Nord-China 
bis Ordos, S.O.-Mongolei und Nan-Schan. (Stücke aus dem Himalaya sind 
vielleicht meist etwas kleiner?) 

Bewohnt lichte Bergwälder und nährt sich von Samen und Knospen. Das Nest 
steht in Büschen und besteht aus Farnkrautstengeln und Grasstämmchen, mit Haaren 
und Federn ausgelegt. Die Eier (etwa 5) sind denen von Carpodacus erythrina ähnlich, 
aber etwas kleiner, indem sie nur 19.1 bis 19.6 x 14 bis 14.3 mm messen. Sie sind 
von einem reinen hellen Blau, am stumpfen Ende mit äußerst feinen Punkten oder 
größeren Fleckchen, manchmal auch mit Haarzügen und Kritzeln gezeichnet. Der 
Lockruf ist ein melancholischer Pfiff, der Gesang angenehm, aber eintönig. 

168. Carpodacus rhodopepla (Vig.). 

Fringilla rhodopepla Vigors, Proc. Zool. Soc. 1831, p. 23 (Himalaya). (Abbildungen: 
Gould, Cent. Himalay. B., Bonap. & Schleg., Monogr. Lox. 22.) 

dad. Oberseite dunkel rotwein- oder portweinfarben, die Federmitten 
viel dunkler, auf dem Unterrücken mehr rosig, Bürzel mit breiten rosa 
Fedemindern. Flügel und Schwanz tiefbraun mit rotbraunen Säumen. 
Mittlere Flügeldecken mit rosa Spitzen, große Flügeldecken und innere 
Armschwingen mit rosa Spitzen an den Außenfahnen allein. Breiter hell 
glänzend rosenroter Superciliarstreif. Kopf- und Halsseiten wie der ObeiTÜcken. 
Unterseite rosa, die dunkelrotbraunen Wurzelteile überall sichtbar, die Kehl- 
federn zugespitzt, etwas steifer und glänzend hellrosa. Flügel etwa 85, 
Schwanz 72, Lauf 23, Schnabel ungefähr 11 mm. 9 Oberseite olivenbraun, 
alle Federn in der Mitte breit dunkelbraun, die FedeiTänder in der Mitte 
des Rückens lichter, mehr gelblich angeflogen, unterer Bürzel und Ober- 



104 Fringillidae. 

schwanzdeckeu fast einfarbig braun. Über den Augen ein breiter rostgelb- 
licher Superciliarstreif, Olirengegend braunschwarz. Schwanz und Flügel 
dunkelbraun mit schmalen hellbraunen Säumen, die letzten 3 Armschwingen 
sowie die mittleren und großen Oberflügeldecken an den Spitzen der Außen- 
fahnen hellrostgelb. Unterseite rostgelb mit dunkelbraunen, an den Unter- 
schwanzdecken und in der Mitte des Unterkörpers schmäleren Streifen längs 
der Federmitten. Uuterflügeldecken schmutzig grauweiß. Schnabel und 
Füße braun. 

Himalava von Garwhäl bis Sikkim. 

169. Carpodacus edwardsii Verr. 

Carpodacus edwardsii Verreaux, Nouv. Arch. Mus. VI, Bull., p. 39 (1870 — „Les montagnes 

du Thibet Chinois"); op. cit.VlII, Taf. 3 (1872). 
Propasser saturatus Elanford, Journ. As. Soc. Beug. XLI, II, p. 168, Taf. VIII (1872 — 

Toiiglu, nördlicli von Darjiling, 10000 Fuß hoch). 

dad. Oberkopf und Nacken dunkel weinrot mit schmalen, schwärz- 
lichen Schaftstrichen, übrige Oberseite braunrot mit schwarzbraunen Feder- 
mitten, Wangen, Stirn und Superciliarstreif hellrosa. Schwanz und Flügel 
dunkelbraun mit rotbraunen Säumen. Ohrdecken trübweinrot. Unterseite 
hellweinrot mit dunkeln Schaftstrichen, Bauchmitte und Unterschwanzdecken 
heller, Seiten bräunlich verwaschen. Flügel etwa 81 — 83, Schwanz etwa 68, 
Lauf 22 — 23, Schnabel 12 '/^ mm. Im frischvermauserten Gefieder ist die 
Oberseite bräunlicher, die Unterseite heller rosa, im abgenutzten Kleid die 
erstere dunkler und mehr rot, letztere viel lebhafter und feuriger rot. (Himalaja 
Stücke sind möglicherweise meist etwas dunkler?) o Wie das von C. rhodo- 
peplus, aber Schnabel kleiner, Flügel und Schwanz etwas kürzer, Ohrdecken 
braun, nicht schwärzlich, Superciliarstreif blasser und schmäler, Unterseite 
etwas weniger lebhaft. 

Himalaya von Nepal bis Butan, Kansu und Sze-tschwan. 

170. Carpodacus vinaceus Verr. 

Carpodacus vinaceusY crraaux, Nouv. Arch. Mus. VI, Bull. ]>. 39 (1870 — „Les montagnes 
du Thibet Chinois"). 

dad. Oberseite von der Schnabelwurzel an tief burgunderrot, auf dem 
Bürzel heller, mehr rosenrot. Breites schmalfedriges rosigweißes Supercilium. 
Schwingen und Schwanz schwarzbraun mit düstern, schmalen rotbraunen 
Säumen, die beiden letzten Armschwingen mit großen weißlich-rosenroten 
Flecken an den Spitzenteilen der Außeufahnen. Unterseite burgunderrot mit 
breiten heiler roten Säumen. Schnabel und Füße braun. Flügel 70 — 74, 
Schwanz 60, Lauf 20, Schnabel IOV.2 mm. g Oberseite braun mit dunkleren 
Federmitten, Bürzel einfarbig braun. Unten ockerbraun mit schmalen dunkeln 
Schaftstriche u. 

Diese nobelste Art der hübschen Gattung bewohnt die Berge von Süd- 
Kansu und Sze-tschwan in N.W.-China. 

171. Carpodacus trifasciatus Verr. 

Carpodacus trifasciatus Verreaux, Nouv. Arch. Mus. VI. Bull, p. 39 (1870 — „Les 
montagnes du Thibet Chinois"); op. cit. VIII, Taf. 4. Fig. 3 (1872). 



Friugillidae. 105 

c5'acl. Stirn schmutzigweiß mit rosenrotem Schimmer, übrige Oberseite 
und Zügel dunkel weiurot. Oberschwauzdecken schieferschwarz mit helleren, 
dunkelgraueu Spitzen, äußere Reihe der Schulterfittiche mit ganz weißen 
Außenfahnen, wodurch ein lauger weißer Streif gebildet wird. Schwingen 
mattschwarz, innere Armschwingen mit dem größeren Teil der Außenfahnen 
weiß. Schwanz schwarz. Kleinste Flügeldecken dunkel weinrot, mittlere und 
große schwarz mit ausgedehnten hellrosa Spitzen, wodurch 2 rosa Bimlen 
gebildet werden. Kopfseiten und Kehle mit zugespitzten, steifen silberweißen, 
rötlich gesäumten Federn bedeckt, übrige Unterseite karminrot, nur die Mitte 
des Unterkörpers bis auf die Brust hin, Bauch und Unterschwanzdecken weiß, 
letztere mit dunkelgraueu Wurzelteilen. Schnabel und Füße braun, Iris 
kastanienfarben. Flügel 87 — 90, Schwanz etwa 80, Lauf 20, Schnabel 11 mm. 
9 Oberseite aschgrau mit breiten mattschwarzen Federmitten, gelblich an- 
gehaucht, Bürzel durch breite kurkumagelbe Spitzen gelb erscheinend, Ober- 
schwanzdecken schiefergrau mit hellen Spitzen. Flügel wie beim d, aber 
die weißen Außensäume der Schulterfittiche mit gelbem Schimmer, kleine 
Flügeldecken schieferschwarz, mittlere und größere mit gelben statt rosenroten 
Spitzen. Kehle schmutzig graugelblich, übrige Unterseite kurkumagelb, Mitte 
des Uuterkörpers usw. weißlich, Körperseiteu grau mit dunklen, matten Sti'eifen. 
Kansu und Sze-tschwau in China. 

172. Carpodacus rosea (Fall.). 

Fringüla rosea Pallas, Reise d. versch. Prov. d. Russ. Reichs III, p. 699 (1776— „. . . in 
salicetis ad Udam et Selengam occurrit"). 

(5 ad. Vorderkopf bis zur Mitte und Kehle mit eng geschlossenen, 
etwas steifen Federn bedeckt, die atlasweiß mit rosenrotem Schimmer sind, 
Oberkopf und Hinterhals rosem-ot, jede Feder scliwarzgrau mit lireitem 
rosenroten Saume. Rücken rosa und schwarzbraun gestreift, die Rücken- 
und Schulterfedern rosa, vor den Spitzen mit undeutlich begrenzten weiß- 
lichen Flecken, breiten schwarzbraunen Schaftstreifen, schiefergraueu Wurzel- 
teilen und im frischen Gefieder mit feinen grauweißen Säumen. Bürzel und 
Oberschwanzdecken schön rosa, im abgenutzten Gefieder feuriger. Schwingen 
bräunlich schieferfarben mit schmalen trüb-rosa, die inneren Armschwingen 
mit breiteren schwach rosig angehauchten weißen Säumen. Kleinste Flügel- 
decken dunkel rosa, mittlere und große dunkelbraun mit breiten weißen, 
rosa schimmernden Säumen. Schwanz bräunlich schieferfarben mit rosenroten 
Außen- und schmutzig weißlichen Fudsäumeu. Zügel, Kopfseiten, Kropf- 
gegend und übrige Unterseite rosenrot, Bauch, Uuterschwanzdecken und 
Mitte des Unterkörpers heller, letztere fast weiß, an den Weichen einige 
wenige schwarzbraune Schaftstreifen. Unterflügeldecken und Axillaren weiß 
mit rosigem Schimmer. Iris kastanienbraun, Schnabel braun, Unterschnabel 
heller, Füße graubraun. Flügel 92—95, Schwanz 70—74, Lauf 20, Schnabel 
10 — 12 mm. Q ad. Oberkopf blaß rosa mit schwarzbraunen Federmitten, 
Hinterhals und Rücken dunkelbraun mit hellbraunen Federsäumen und 
rosigem Schimmer, an der Wurzel grau. Bürzel und Oberschwauzdecken 
rosenrot, auf dem oberen Teile des Bürzels mit dunkelbraunen, konischen 
Schaftfleckeu, die längsten Oberschwauzdecken braun mit rosigen Säumen. 
Schwingen dunkelbraun mit rötlichweißen, an den Armschwingen viel breiteren 
Säumen. Oberflügeldecken dunkelbraun, die kleinereu mit rosenroten, die 



IQQ Fringillidae. 

größereu mit breiten weißlichen, rosig angeflogenen Säumen. Unterseite hell 
rosenrot, Kropfgegend, Brust und Seiten mit dunkell>rauuen Streifen, Mitte 
des Unterkörpers, Bauch und Unterschwanzdecken weiß, letztere oft mit 
einigen mattbraunen Schaftstreifen und schwachem rosigen Schimmer. Schwanz 
dunkelbraun mit weißlichen, rötlich angehauchten Säumen. Unterflügel- 
deckeu weiß mit einigen schwachen, schmalen, hellbraunen Streifen. Flügel 
88—92, Schwanz 69—72, Lauf 20, Schnabel 10—12 mm. Der junge 
Vogel ähnelt dem Q ad., hat aber zuerst weniger rosa im Gefieder, das d 
bekommt jedoch bald viel mehr rosa und brütet wohl (wie andere Carpodacus- 
Arten) auch in diesem, dem des $ so ähnlichen Kleide. 

Vom Jeuissei bis Sachalin, wandert im Winter südlich bis in die 
Mongolei, Korea, das mittlere China und nördliche Japan. (Am 4. Dezember 
1850 ist ein 9 in Ungarn erbeutet worden. Dies scheint vollkommen richtig 
zu sein, doch ist es auf jeden Fall das einzig bekannte Vorkommen der 
Art in Europa, denn aus Eußland kennen wir sie nicht, und das Brehm'sche 
Stück aus Österreich sowohl, als das Helgoländer gehören zu en/thrina.) 

173. Carpodacus erythrina erythrina (Pall.). 
Der Karmingimpel. 

Loxin erythrina Pallas, Nov. Comm. Acad. Sei. St. Petersb. XIV, p. 587, Taf. 23, Fig. 1 

(1770 — Südrußland und Sibirien. Typ. Lok.: Wolga, als erstgenannter 

Fundort). 
Loxia erythraea Endler & Scholz, Naturfreund I, p. 17, Taf. 5 (1809 — bei Breslau 1789 

erlegt). 
Fringilla incerta Risso, Hist. Nat. Eur. Merid. III, p. 52 (1826). 
Erythrothorax rubrifrons Brehm, Handb. Naturg.Yög. Deutschi., p. 249 (18.31 — Pallas' 

erythrina neubenannt, „kommt selten aus N.O. nach d. nördöstl. Deutschi. 

bis nach Thüringen"). 
Engl.: Scarlet Grosbeak, Scarlet Finch. Franz.: Roselin cramoisi. 

Die europäische oder westliche Form des Karmingimpel ist gekenn- 
zeichnet durch hellere, nur hell rosa angeflogene Brust und Unterkörper, 
weniger' tiefrote Oberseite (besonders Bürzel) und im allgemeinen wohl auch 
etwas kürzere Zügel. Das dunkle Rot von Kehle und Kropfgegeud ist, 
ziemlich scharf von der nur rosa übertünchten Brust abgeschnitten. 

d. Im frisch vermauserten Gefieder ist das alte ö auf dem Unter- 
rücken und Bürzel, an AVangen, Kehle und Vorderbrust rosa, Oberkopf 
karminrot mit schmalen bräunlichen Säumen, Rücken, Schulterfedern und 
kleine Flügeldecken karminbraun mit olivenbräunlichen Federrändern. Brust 
und Unterkörper weißlich mit nach hinten zu schwächer werdendem rosen- 
roten Schimmer, Seiten deutlich bräunlich augehaucht. Schwingen und Schwanz 
braun mit schmutzig rosafarbenen Außensäumen, die mittleren und großen 
Flügeldecken braun mit breiten hellrosa, etwas bräunlichen Spitzen. Durch 
Abreiben der braunen Säume wird die Oberseite mehr karminrot, das 
Rot der Unterseite lediglich durch Abnutzung des Gefieders feuriger und 
dunkler Verfärbung ohne Mauser oder Abnutzung ist Einbildung. Schnabel 
bräunlich hornfarben, Füße braun, Iris braun. Flügel 84 — 87, Schwanz 
57 — 60, Schnabel 10.5 — 11.5, Lauf 19 mm. — 9 oben oliveubraim mit 
dunkleren Federmitten, Bürzel und Schwanzdecken einfarbig olivengraubraun. 
Kleine Flügeldecken wie der Rücken, mittlere und große mit bräunlich- 



Fringillidae. 107 

weißen Spitzen, Flügel und Schwanz erdbraun mit griinlicholivenfarbenen 
Säumen. Unterseite bräunlicliweiß, Mitte des Unterkörpers und ünterschwanz- 
deckeu einfarbig, sonst mit braunen Federmitten, die an der Vorderbrust am 
dunkelsten und deutlichsten sind. Im frisch vermauserten Gefieder ist das 9 
oben mehr grünlich olivenfarben, im abgeriebeneu Sommergefieder graulicher, 
unten weißlicher, d und 9 juv. unterscheiden sich von den alten o durch 
weniger graue, mehr rostbräunliche Allgemeinfärbung, namentlich stark rost- 
bräunliche Säume der Flügeldecken und inneren Armschwingen, Das junge ö 
mausert nicht immer (? nie) im ersten Jahre in das Alterskleid, und brütet 
(wie auch andere Arten der Gattung) bisweilen im graubrauueu, dem des 9 
so ähnlichen Gefieder, 

Nordost-Europa vom nördlichen Ostpreußen und Polen über Rußland, 
bis an die untere Wolga und das ebene Sibirien bis zur Lena. Hat früher 
einige Male in Schlesien (Lausitz) gebrütet und wurde des öfteren in 
anderen Teilen Deutschlands, in Frankreich, Spanien und Italien, je zweimal 
in Holland und England erbeutet. In Deutschland z. Zt. mit Sicherheit 
nur aus dem nordöstlichen Ost-Preußen bekannt. Das behauptete neuerliche 
Vorrücken nach Westen ist reine Phantasie, man könnte im Gegenteil eher 
glauben, daß er früher im östlichen Deutschland (Lausitz, Breslau, Preußen) 
häufiger war, als jetzt. (Vgl. den „Neuen Naumann" HI, p. 247 bis 252.) 

Bewohner feuchter Erlenwälder mit dichtem Unterholze von Erlen-Stockausschlag, 
Johannisbeerbüschen, ßrombeerraukon, Nesseln, mittlerer Weißbuchenbestände, busch- 
reicher Gärten, Uferdickichte und ähnlicher Plätze, immer in der Xähe des Wassers, 
oft in sumpfigem Gelände. Einer der spätesten Ankömmlinge im Frühjahr, denn in den 
rassischen Ostseepi-ovinzeu, Polen und Preußen trifft er nicht vor Mitte Mai ein. Die laute, 
weithin hörbare, flötende Strophe verrät die Anwesenheit am Brutplatze auch dem 
ungeübtesten Beobachter unfehlbar. Wer diese Stimme einmal gehört hat, kann sie 
nie vergessen oder verwechseln. Sie ist durch hit hüt jehütja, hüi thu et jehuetja, tiu 
tiu fi tiu und dergl. m. nicht schlecht veranschaulicht worden. Dieser Pfiff ist der 
eigentliche Gesang, doch hört man auch bisweilen (wie beim Pirol) einen hänflingsartig 
zwitschernden Gesang. Der Lockruf ist kurz, wenig auffallend, an den des Kanarien- 
vogels erinnernd, beim N^este hört man bisweilen auch einen zirpenden Angstruf. 
Nahrung durchaus vegetabilisch, auch die der Jungen, die nur ab und zu auch ein 
üäupchen oder Käferchen erhalten. Die Nester stehen meist niedrig im Gebüsch. 
Sie bestehen äußerlich aus dürren Stengeln, dann folgen meist einige Grashalme und 
die Ausfütterung besteht aus feinen Wurzeln, Haaren, Blütenrispen, Pflanzenwolle und 
dergl. Die Nester erinnern in ihrer flachen Bauart äußerlich an die der Dorngrasmücke, 
doch fehlen die jenen eigenen weißlichen Gespinste oder Pflanzenwollebäuschchen, innen 
an die des Dompfaffen. Das früheste Gelege fand ich in Ost- Preußen am 7. Juni, die 
meisten Mitte Juni bis anfangs Juli. Eier meist 5, zweites Gelege nach Zerstörung 
des ersten meist 4, regelmäßig natürlich nur eine Brut. Eier frisch von einem prächtigen, 
wenig grünlichen Blau, das mit der Zeit stark verbleicht, mit tiefschokoladebraunen, 
fast schwarzen, meist spärlichen und kleinen Punkten, Flecken, Stricheln, gewöhnlich 
mehr am stumpfen Ende, selten Kranz bildend, bisweilen fehlend. Ostpreußische Stücke 
messen 19x14.5 bis 22x15.5, zehn Eier des Dr. Rey im Durchschnitt 16.69x14.52, 
im Maximum 21.5 x 15, 19.5 X 15.5, im Minimum 19 x 13.5 mm. Gewicht etwa 0.123 g. 
Das brütende $ sitzt sehr fest. 

174. CarpodacTis erythrina grebnitskii Stejn. (Fragliche Form.) 

Carpodacus erythrina grebnitskii Stejneger, Orn. Expl. Command. Is. & Kamschatka, 
p. 265 (1885 — Kamschatka und (?)Sibirien). 



108 . Fringillidae. 

Soll lebhafter rot sein, nameutlicli auf der Oberseite, Kelile und Brust. 
Flügel (nach Stejneger) 79 — 84 mm. 

Kamtschatka und vielleicht Ost-Sibirien. 

Es ist wohl möglich, daß wir in Kamtschatka (und? Ost-Sibirien) eine 
lebhafter gefärbte Form finden, aber es ist zu fürchten, daß der Autor mit 
nur 2 alten roten (j aus dem Sommer und geringem Vergieichsmaterial 
aus anderen Gegenden abgeriebene lebhafte Sommerstttcke als neue Form 
betrachtete. Auf der anderen Seite ist es nicht wahrscheinlich, daß diese 
Form aus dem fernen Osten dieselbe ist wie die der zenti-alasiatischen und 
himalayanischen Hochgebirge. Leider fehlt es mir an Material aus Kamt- 
schatka und Ost-Sibirien. 

175. Carpodacus erythrina roseata (Hodgs.). 

? Pyrrhulinota rosaecolor Hodgson, Gray's Zool. Mise. p. 85 (nomeu midum!). 
? Propasser sordida Hodgson, ebenda (nomen nudumi). 

Pyrrhulinota roseata Hodgson, Proc. Zool. Soc. London 1845. p. 36 (Nepal und 
Hindustan). 

Wie C. erythrina erythrina, aber das ä viel tiefer rot, namentlich auf 
Kopf, Bürzel, Rücken, die Unterseite dunkler rot. die rote Kehle und Vorder- 
brust nicht so scharf getrennt, sondern mehr oder minder allmählich in die 
hellör rote Färbung des Unterkörpers übergehend. Flügel im allgemeinen 
etwas länger, 85 — 90 mm. 

Im allgemeinen Bewohner der zentralasiatischen Gebirge und des Himalaja, 
wo diese Form in Höhen von 10000 engl. Fuß brütet. Die Kaukasus-Vögel 
gehören auch dieser Form an, obwohl sie in der Färbung manchmal stark 
zur westlichen Form hinneigen. Im Winter in Indien bis zu den Nilgirri 
Bergen, Arrakan und Pegu. Ob C. e. grebnitskii von dieser Form zu unter- 
scheiden ist, ist noch nicht ausgemacht, daher wissen wir auch noch nicht 
mit Sicherheit, ob die in China überwinternden Formen zu roseata oder (wenn 
trennbar) zu grebnitskii gehören. 

176. Carpodacus synoiea synoica (Temm.). 

Pyrrhula synoica Temminck, PI. Col. 375 (1825 — Sinai, Hemprick & Ehrenberg coli.). 
(Es ist sinnlos, den Namen synoica, der wie jeder Tertianer weiß, gesellig- 
bedeutet, in sinaiticus umzuwandeln, zumal Temminck noch besonders seine 
Art „Bouvreuil social" nennt. Ob Lichtenstein ,.in litt." den Namen sinaiticus 
anwandte, kommt doch nicht in Betracht.) 

Pyrrhula sinaica Rüppell, Neue "VVirbelth., Yög., p. 101 (1835— nomen nudum!). 

Carpodacus sinaiticus Bonaparte & Schlegel, Monogr. Loxiens, p. 17 (1850 — Sinai'). 

dad. Oberseite blaßbräunlich mit etwas dunklem Schaftstreifen und 
rosenrotem Anflug, Oberkopf etwas lebhafter rot, Zügel und Stirn dunkel 
rosenrot, über Stirn und Augen glänzend weiße, sehr schwach rosig an- 
gehauchte, etwas steife, schmale Federn, Kopfseiten rosenrot mit silberigem 
Schimmer. Unterer Bürzel einfarbig hell rosenrot, obere Schwanzdecken 
graubräunlich mit rosigem Schimmer. Kehle wie die Kopfseiten, übrige 
Unterseite einförmig hell rosenrot, Bauch und Unterschwauzdecken lichter, 
fast weißlich. Schwingen, Flügeldecken und Steuerfedern erdbraun mit 



Fringillidae. 109 

lichtblaßbrauuen, kaum merklich rosig angehaucliteu Säumen. Uuterflügel- 
decken weißlich mit schwachem rosigen Schimmer. Flügel 86 — 89, Schwanz 
etwa 62, Lauf etwa 20, Schnabel 10 mm. Schnabel und Füße hellbraun. 
Q graubräunlich isabell, oben dunkler und mit dunklen Schaftstreifen, 
unten heller, in der Mitte des Unterkörpers ins Weißliche ziehend, an der 
Vorderbrust mit einigen schwachen dunkleren Schaftstreifen, ohne alles Rosenrot. 

Einzig und allein von der Sinai-Halbinsel nachgewiesen. (Heugliu 
läßt ihn keineswegs anderwärts im Steinigen Arabien vorkommen, sondern 
sagt p. IjXI ausdrücklich, daß er ausschließlich der sinaitischen Halbinsel 
angehöre; Tistram ist zwar überzeugt, daß er die Art in Palästina sab, 
erbrachte aber keinen Beweis, das angebliche Vorkommen in Griechenland 
ist ganz unwahrscheinlich.) 

Lebt nach Heuglin auf Felsen, sonnigen Hängen, Viehtriften und au Regenbetteu, 
ist lebhaft und schüchtern, nährt sich von C-rrassaraen, sitzt meist am Boden und 
auf Felsen. 

177. Carpodacus synoica stoliczkae (Hume). 

Fropasser stoliczkae Hume, Stray Feathers 1874, p. 523 (Yarkand). (Abbildung in 
Berezowski & Bianchi, Aves exped. Potanini p. prov. Gansu, Taf. III (1891). 

ö Oberseite blaß aschbraun, ohne alle dunklere Zeichnung, Bürzel blaß 
rosa. Flügeldecken wie die Oberseite, am Bug etwas rosa überflogen. 
Schwingen braun mit bräunlich-weißlichem Außensaum der Haudschwiugen 
und bräunlich-weißlichen Spitzen der Armschwingen. Oberschwanzdecken 
blaß aschbraun mit weißlichen Säumen. Steuerfedern braun mit sehr blassen 
Rändern. Stirn, Zügel und Federn um das Auge karmoisinrot, Kopfseiten 
und Ohrdecken rosa. Kehle und Vorderbrust rosa, an der Kehle dunkler, 
Unterkörper, Seiten und Schenkelbefiederung hell aschbräunlich, Unterschwanz- 
decken weißlich. Unterflügeldecken blaß aschfarben mit rosigem Schimmer 
am Bug. Flügel 92, Schwanz 67, Lauf 20 mm. Q ohne Rosa und Rot, 
im allgemeinen sandbräunlich, auf Bürzel und Unterseite heller, Kopf und 
Kehle mit dunkleren Schaftstrichen. Etwas kleiner (Flügel 83 mm.) 

Von Yarkand durch die Wüste Gobi bis Kansu. 

178. Carpodacus verreauxi (Dav. & Oust.). 

Carpodacus verreauxi Diwid, Xouv. Arch. Mus. VII, Bull., p. 10 (1871 — nomen nudum!). 
Fropasser verreauxi David et Oustalet, Ois. Chine, p. 355 (1877). 

Nur ein Q (oder d im grauen jugendlichen Kleide) dieser Art im 
Pariser Museum ist bekannt. Es scheint C. rhodoj^eplns nahe zu stehen, 
ist aber kleiner. Oberkopf und Genick olivenbraun, alle Federn in der 
Mitte schwarzbraun gestreift, Rücken ebenso mit rabmfarbenen oder bräun- 
lichgelben Säumen. Bürzel und Oberschwanzdecken heller und mehr einfarbig, 
mit nur schwach markierten dunklen Federmitten. Von den Augen nach 
rückwärts ein breites gelbbräunliches Superciliarband. Kleine Flügeldecken 
braun. Mittlere und große Flügeldecken, Schwingen und Schwanz dunkel- 
braun mit helleren Rändern, die letzten Armschwingen nach der Spitze der 
Außenfahne deutlich weißlich. Zügel weißlich aschgrau. Wangen und Kehle 
weißlich mit braunschwarzen Strichen, übrige Unterseite und Uuterschwanz- 



110 Fringillidae. 

decken hell gelbbräunlich, wie die Kehle gesti-eift, Mitte des Unterkörpers 

ungestreift. Unterflügeldeckeu und Achselfedern bräunlich isabellfarben. 

Culraen 10, Flügel 71, Schwanz 71, Lauf 17.7 mm. (Nach Sharpe und 
Oustalet.) 

Mupin in NW.-Chiua. 

Gattung HAEMATOSPIZA Blyth 1844. 

Diese Gattung ist von Sharpe inkonsequenter Weise mit Carpodacus 
vereinigt worden, da er doch sonst die Fringillidengattuugen genügend zer- 
splitterte. Das Gefieder ist fester, der Schwanz verhältnismäßig viel kürzer, 
der Flügel sehr lang und nicht so spitz, der Abstand von den Spitzen der 
Handschwingeu zu denen der Armschwingen viel geringer (etwa 22 — 23 mm), 
die erste (ausgebildete) Schwinge ist 7 — 10 mm kürzer als die längste, 
2. bis 5. am längsten, 5. wenig kürzer. Färbung eigenartig. Eine Art. 

(Dies Genus steht vielleicht Loxin näher, als Carpodacus, der Schnabel 
ist sehr dick, aber nicht geki'euzt.) 

179. Haematospiza indica (Gm.). 

Loxia indica Grmelin, Syst. Xat. I.. p. 847 (1780 — ex Seba, Brisson, Latham, hab. 

India) i). 
Loxia boetonensis Latham, Index Orn., p. 377 (1790 — ex Seba, India insula Boetonense). 
Corythus Sipahi Hodgson, Asiat. Research. XIX, p. 151 (1836 — Nepal). 

dad. Ganze Ober- und Unterseite lebhaft scharlachrot, die Feder- 
wurzeln grau, vor den roten Spitzen ein weißer Streif, auch längs des 
Schaftes am Wurzelteile weiß. Flügel und Schwanz schwarzbraun mit 
bräunlichroten Säumen. Unterflügeldeckeu graubraun mit trtibroten Eändern. 
Schnabel bräunlichgelb, Füße hellbraun, Iris braun. Flügel 100 — 105, 
Schwanz 66 — 69, Lauf 29 — 31, Schnabel 14 — 16 mm. 9 oben oliven- 
grünlichbrauü, jede Feder mit weißlicher Basis und bräunlicher, gelblich- 
olivengrün gesäumter Spitze, Bürzel goldgelb. Schwingen und Schwanz 
schwärzlichbraun mit olivenbräunlichen Säumen. Unterseite graubräunlich, 
die Federn nach der Basis zu weiß, dann graubraun mit hellbräuulichen Säumen, 

Himalaya von Nepal bis Sikkim, in Höhen von 5000 bis 10000 engl. 
Fuß, je nach der Jahreszeit, und Khasia-Berge südlich des Brahmaputra. 

Gattung PYRRHOSPIZA Hodgs. 1844. 

Diese Gattung steht unbedingt Carpodacus am nächsten und könnte 
ohne großen Zwang mit ihr vereinigt werden, aber alle neueren Ornithologen 

^) Gmelin's und Latham's Namen sind von allen neueren Schriftstellern über- 
gangen worden. Sie beruhen auf Seba (1, Taf. 60, Fig. 4), der deutlich einen ganz 
roten Vogel mit dem kerubeißerartigen Schnabel von Haematospiza abbildet. Er stellt 
ihn zwar mit einer Haube dar, der man aber ansieht, daß sie gezwungen und augen- 
scheinlich ein Kunstprodukt ist. Als Lokalität wird die Insel Boeton (Buton) angegeben, 
da aber in der celebesischen Inselwelt kein solcher Vogel vorkommt, ist anzunehmen, 
daß Buton ein Versehen für Butan ist, und daß der Vogel aus dem Himalaya stammte, 
vielleicht lebend aus Indien gekommen, oder daß sonst eine Verwechselung damit 
vorgekommen war. 



Fringillidae. \ii 

trennen Pyrrhospiza wegen des viel längeren und schlankeren Schnabels 
generisch ab. Abgesehen von der Schnabelform steht Pyrrhospiza im Bau 
der Gattung Propyrrkula nahe. Eine Art in mehreren Unterarten. 

180. Pyrrhospiza punicea punicea Hodgs. 

Fyrrhospiza punicea Hodgson, Journ. As. Soc. Beng. XJII, p. 953 (1844 — Nepal), 
Abbildg. Bp. & Schleg., Monogr. Loxiens 27, 28. 

cJad. Stirn, kurzer Superciliarstreif, Kopfseiten, Kehle und Brust lebhaft 
karmoisinrot, die Federn an der Basis schwärzlich, vor den Spitzen weißlich 
rosa, Bürzel rosenrot, übrige Oberseite graubraun mit schwarzbraunen Feder- 
mitten, Flügel und Schwanz dunkelbraun mit heller braunen Säumen, Unter- 
körper aschbrauu mit einigen an den Seiten breiteren dunkelbraunen Streifen, 
Unterschwanzdecken braun, die kürzereu mit rosigen Spitzen. Schnabel 
hornbraun, Füße dunkelbraun. Flügel 112 — 114, Schwanz 81 — 83.5, Schnabel 
15 — 18, Lauf etwa 25 mm. Oberseite graubraun mit schwarzbraunen Feder- 
mitten, Unterseite hell gelbbraun mit schwarzbraunen Schaftflecken. 

Himalaya von Nepal bis Sikkim. 

181. Pyrrhospiza punicea humii Shai-pe. 

Pyrrhospiza humii Shaiije, Cat. B. Brit. Mus. XU, p. 4;J3 (1888 — ..Interior of N.W.- 
Himalayas"). 

ö dem von F. p. punicea ähnlich, aber etwas langschnäbliger und 
blasser, das Rot am Vorderkopfe etwa so weit wie bei P. j>. longirostris. 

N.W.-Himalaya. 

182. Pyrrhospiza punicea longirostris Przew. 

Pyrrhospiza longirostris Przewalski, Mongol iStraua Tangut. II, p. 95 Taf. XIV (russisch); 
Übersetzung in Howley's Orn. Mise. II, p. 304, Taf. VI (Kansu). 

Ist P. p. kumii äußerst ähnlich, aber mit noch längerem Schnabel 
(20 mm), das Rot des d, das bei P. p. punicea in der Kopfmitte nicht 
weiter reicht, als eine Linie zwischen den vorderen Augenrändern, geht weiter 
nach hinten, bis zu einer die hinteren Augenränder verbindenden Linie, die 
Färbung ist im allgemeinen etwas blasser und graulicher, besonders am 
Unterkörper, der auch schmalere dunkle Schaftstriche hat. 

Kansu und Sze-tschwan, in der alpinen Region. 

Gattung PROCARDUELIS Hodgs. 1844. 

Die Gattung Procarduelis ist sehr schwer im System unterzubringen. 
In der viel Rot enthaltenden Färbung der Männchen und der Verschieden- 
heit der Geschlechter gleicht sie den Arten der Gattung Carpodacus, aber 
der Schnabel ist viel schlanker, mehr Fmigilla-Rvtig, fast an einen Carduelis- 
Schnabel erinnernd. Das Gefieder ist seidenartig, aber nicht abnorm reich, 
der Schwanz nur wenig ausgebuchtet. Zwei Arten: 

Schnabel schlanker, (5^ Vorderkopf rot, Hinterkopf tief braunrot: P. nipalensis . p. 112 
Schnabel klumpiger, <$ ganzer Oberkopf rot P. rubescens . p. 112 



112 Fringillidae. 

183. Procarduelis nipalensis (Hodgs.). 

Carduelis Nipalensis Hodgsou, Asiatic Researches XIX. [>. 157 (1836 — „central & 

north, reg. of Nepal"). 
Linota saturata und fusca Blytli, Journ. As. Soc. Bengal XI, p. 193 (1842 — Darjiling). 

dad. Oberkopf etwa bis zur Mitte rosig weinrot, vom Auge nach 
Muten zu eiu etwa 1 ^g c^^ langer, 2 — 4 mm breiter rosenroter Streif, Zügel, 
Kopfseiteustreif bis zum Halse, hintere Hälfte des Oberkopfes und Hinter- 
hals sehr dunkel weinrot, fast schwarzrot, Kücken tief schwärzlich braun 
mit düster rosig weinroten Federrändern, die auf Bürzel und Oberschwanz- 
decken schmäler und undeutlicher sind. Schwingen und Schwanz tiefbraun 
mit schmalen braunrötlichen Säumen. Kehle und Unterkörper rosa, die 
ganze Vorderbrust und Seiten breit düster bräunlich weinrot. ünterschwanz- 
decken graubraun mit breiten weißlich-rosa Säumen. Unterflügeldecken 
braungrau mit schmalen hellrötliclien Säumen. Iris braun, Schnabel braun, 
Füße fleischbraun. Flügel 90—93, Schwanz etwa 64, Lauf 22—23, Schnabel 
12 mm. 9 Oberkopf dunkelbraun, Rücken und Flügeldecken dunkelbraun 
mit hellbraunen Säumen, Bürzel einfarbig braun. Ganze Unterseite einfarbig 
röstliclibrauu. Juv. wie 9 aber etwas mehr rotbräunlich. 

Himalaja bis Kansu und Mupin in W.-Cliina. (Vielleicht sind Stücke 
aus, dem westlicheren Himalaya etwas lileicher'?) 

184. Procarduelis rubescens Blanf. 

Procardtielis rubescens Blanford. Proc. Zool. Soc. London 1871, p. G94, Taf. 74 (Sikkim). 
FrocardueUs mandellii Hnnic, Stray Fcathers 1873, p. 14 (im Winter bei Darjiling, 
ges. V. Mandelli). 

Oberseite matt karmoisinrot. auf dem Kopfe lebhafter, auf dem Rücken 
bräunlicher, weil dort die braunen (uui' rot gesäumten) Federn durch- 
blicken, Flügel und Schwanz dunkelbraun mit matt bräunlichroten Säumen. 
Unterseite rosenrot, der Unterkörper weißlich grauliräunlich mit rosigen Feder- 
rändern. Schnabel und Füsse hellbraun. Flügel 80 — 83, Schwanz 54 — 60, 
Lauf etwa 20, Schnabel etwa 12—13 mm. ähnlich dem von P. nipalensis, 
aber Rücken, Flügel- und Schwanzränder mit rotem Hauch, Unterseite viel 
heller. (Das d ähnelt einem Cmpodüms eiytlirhms mit schlankem, längerem 
Schnabel. Der Schnabel ist viel klumpiger, weniger Stieglitz-artig, mehr 
dem von Carpodacm sich nähernd, als bei F. nij-)a lentis.) 

Nördliches Sikkim, im Sommer in Höhen von 12 800 engl. Fuß (Ober- 
stabsarzt Pearse), im Winter bis etwa 8000 Fuß abwärts, dann auch in den 
Bergen von Kansu. (Vgl. Berezowski und Bianchi „Av^s exped. Potanini 
p. p. Gansu etc." p. 131 — russisch!) 

Gattung PROPYRRHULA Hodgs. 1844. 

Eine eigenartige, nicht ganz leicht im System unterzubringende Form, 
die anscheinend aber nächst Pinicola zu stellen ist, der Schnabel aber ist 
mehr flach gedrückt, besonders der Oberschnabel sehr flach, wie bei Vyrrlmla. 
Gefieder weniger weich und voll als bei Pinicola und Pyrrlmla Nasenlöcher 



R Medländer & SoLn in Berlin NW. 6. 



In unserem Verlage erscheint: 



Das Tierreich. 

Eine Zusammenstellung und Kennzeichnung 
der rezenten Tierformen. 

.^^ Begründet von der Deutschen Zoologischen Gesellschaft. -*- 



Im Auftrage der 

Königl. Preuß. Akademie der Wissenschaften zu Berlin 

herausgegeben von 

Franz Eilhard Schulze. 



<ts>^<J8t>- - 

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Abbildungen im Texte) statt, die je eine oder mehrere nahestehende Gruppen 
behandeln, jedoch unabhängig von einer systematischen Folge erscheinen. 
Jede Lieferung ist einzeln käuflich. 

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von E. Hartert (Tring). 1897. VIII und 98 Seiten mit 16 Abbildungen 
und Beilage: Terminologie des Vogelkörpers von A. Reichenow, 
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Weitere Lieferungen erscheinen in ununterbrochener Folge. Bestellungen 
Subskriptionen können durch jede Buchhandlung bewirkt werden. 

Berlin, November 1903. 

ß. Friedlander & Sohn. 



Wi,. 



besitzen bisher kein Werk, das die lokalen Formen der palä- 
arktischen Vögel in knapper Fassung berücksichtigt. 

Von dem gToßen und kostspieligen Prachtwerke H. E. Dresser 's ab- 
gesehen, haben wii' zwar ein soeben (1903) erschienenes sehr praktisches 
Handbuch desselben Verfassers, welches indes noch ganz auf dem Stand- 
punkt der alten Schule steht. Es läßt die Ergebnisse des subtilen Studiums 
ler letzten 15 Jahre unbeachtet, obwohl es nicht selten eine Unterart als 
^rt beschreibt, und so den alten Artbegi'iflf zu verschieben droht, bietet also 
lur einen Teil von dem, was wir gebrauchen, außerdem ist es bisher nur 
Q englischer Sprache erschienen. 

Das vorliegende Buch bemüht sich vor allen Dingen zu zeigen, was 

lisher in Unterscheidung der Subspezies geleistet worden ist, und somit 

uch, wo noch Lücken auszufüllen sind. Selbstverständlich hat Verfasser 

ie daran gedacht, daß sein Werk einen endgültigen Abschluß bedeutet, — 

men solchen wird keiner der heutigen Ornithologen erleben. Er hat nur 

das Bekannte zusammengestellt, an der Hand von Material und Literatur 

geprüft, gesichtet und neu hinzugefügt, was das ihm vorliegende, freilich 

sehr reichhaltige Material ergab. — 

Hartert's Vögel der paläarktischen Fauna werden in Lieferungen von 
je 8 Bogen, zum Preise von 4 Mark für die Lieferung erscheinen. Das 
Ganze wird in 10 Lieferungen (zusammen 1200 bis 1300 Seiten in 2 Bänden) 
abgeschlossen sein. Die Vollendung des ganzen Werkes ist für 1905 zu 
erwarten. 



Berlin, NW. 6, 

Karlstr. 11. 



R. Friedränder & Sohn. 



Die Vögel 

der paläarktisohen Fauna, 



Systematische Übersicht . 

der 

in Europa, Nord-Asien und der Mittelmeerregion 
vorkommenden Vögel. 



Von 



Dr. Ernst Hf 



Heft 



1 



Seite 113—240. 
Mit 22 Abbilduno-eu. 



■^^ 



Berlin. 

Verlag von ß. Priedländer und Sohn. 
Ausgegeben im Juni 1904. 



Jcjs gab bisher kein Werk, welches die lokalen Formen aller palä- 
arktischen Vögel in knapper Form berücksichtigt, und überhaupt kein Werk 
in deutscher Sprache über die Oruis der paläarktischen Fauna. 

Von dem sehr kostspieligen Prachtwerke H. E. Dresser's abgesehen, 
haben wir zwar ein soeben erschienenes praktisch eingerichtetes Handbuch 
desselben Verfassers. Dieses „Manual of Palaearctic Birds" hat aber 
die Ergebnisse des subtilen Studiums der letzten 15 Jahre unbeachtet ge- 
lassen, und bringt fast nur die leicht unterscheidbaren Formen, bietet also 
'nur einen Teil -von dem, was wir gebrauchen, und ist nur in englischer 
Sprache erschienen. 

Das vorliegende Werk, bemüht sich vor allen Dingen zu zeigen, was 
bisher in Unterscheidung der Subspezies geleistet worden ist, und somit auch, 
wo noch Lücken- auszufüllen sind. Das Bekannte ist zusammengestellt, an 
der Hand von Material und Literatur geprüft, gesichtet und viel Neues 
hinzugefügt worden, wozu die bedeutende von dem Verfasser verwaltete 
Sammlung, und das nahe größte Museum der Welt in London, Gelegenheit boten. 

Die Synonymien sind nicht in der herkömmlichen Weise zusammen- 
gestellt, sondern bei jedem Zitat ist der ursprüngliche Fundort, die sogenannte 
terra typica, sorgfältig ermittelt. Der Ballnst unnötiger und unwichtiger 
Literaturangaben ist vermieden. Die Beschreibungen sind, wenn nicht anders 
angegeben, nach der Natur entworfen, also vollständig neue Original- 
beschreibungen; sie sind möglichst Inirz und knapp gehalten. Nicht nur 
"'■- *-^- -. TT , sondern auch Familien und Gattungen sind 

m enthalten Bcstimmuugsschlüssel der Arten, 
rktischen Formen sind häufig auch nahestehende 
öbiete kurz erwähnt. 

so konservativ wie möglich, d. h. der älteste 
i'iin:*!'-',,, ■.■,tiiiM jtung, Art und Unterart in jedem Falle ohne 

Ausnanme angewandt, sodaß Streitigkeiten um die Namen in Zukunft nicht 
mehr stattzufinden brauchCin. 

Das Werk wird in Lieferungen von je 8 Bogen, zum Preise 
von 4 Mark für die Lieferung, erscheinen. Das Ganze wird in 
10 Lieferungen (zusammen etwa 1200 bis 1300 Seiten in 2 Bänden) 
abgeschlossen sein. Die Vollendung des ganzen Werkes ist zu 
PJnde 1905 zu erwarten. 

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R. Friedländer & Sohn. 



Die Vögel 

der paläarktischen Fauna, 



Systematische Übersicht 

der 

in Europa, Nord-Asien nnd der Mittelmeerregion 
vorkommenden Vöö;el. 



Von 



Dr. Ernst Harter t. 



Heft II. 

Seite 113—240. 
Mit 22 Abbilduno-en. 



Berlin. 

Verlag von R. F r i e d 1 ä n d e r und Sohn. 

Ausgegeben im Juni 1904. 



"What's hit is liistory, 
What's missed is mj'stery." 



Druck von A. Hopfer in Burg b. M. 



Fringillidae. 113 

klein, aber kaum ganz vou den kurzen Nasenborsten überdeckt, wälu*end letztere 
bei Vyrrlinla etwas und bei Pinicola weit hinüberreichen. Färbung mehr 
an Carpodacus erinnernd, das 9 dem von Haeuiatospiza ähnlich. Schwanz 
länger als bei letzterer Gattung. Nur eine Art bekannt. 



185. Propyrrhula subhimachalus (Hodgs.). 

Corytfms? Subhimachalus Hodgson, Asiat. Research. XIX, p. 152 (1836 — Nepal). 
Propyrrhula subhemachalana Blyth, Journ. As. ISoc. Beng. XIII, p. 952 (1844). 
Propyrrhula subhimalayensis (sie) Sharpe, Cat. B. Brit. Mus. XII, p. 462 (1888 — Name 
geändert, damit er einen besseren Begriff gäbe). 

dad. Stirn und kurzes Supercilium bis über die Augen lebhaft kar- 
moisinrot, Wangen, Kinn und Kehle weniger lebhaft karmoisinrot, Federn 
der Vorderbrust bräunlichrot mit dreieckigen, rosa Federspitzen. Oberseite 
grünlichbrauu, stark mit Eot Übergossen, besonders auf Kopf, Hals und 
Oberrücken, der Bürzel und die vorderen Oberschwanzdecken ganz rot. 
Brust und Unterkörper bräunlichgrau, Brustseiten meist rosa angehaucht, 
Unterschwanzdecken grau mit weißlichen Säumen. Schwingen und Schwanz 
dunkelbraun mit rötlichbrauugrünliclien Säumen. Schnabel und Füße hell- 
braun. Flügel 95—98, Schwanz 80, Lauf 22.5, Schnabel 12.5—13.5, Schnabel- 
breite 10 mm. Q Stirn und großer Kropffleck dunkelgelb, Hinterkopf grau 
mit gelblichen Kanten, übrige Oberseite gelblich olivengTün mit dunkel- 
grauen Federmitteu, Bürzel und Oberschwanzdecken lebhaft olivengrüngelb. 
Brust und Unterkörper bräunlichgrau. 

Himalaya von Nepal und Sikkim. 

Gattung PINICOLA Vieillot 1807. 

Große baumbewohnende Finkenvögel, d mehr oder minder lebhaft 
rosenrot. 9 grau und olivenbräunlich oder olivengelblich, stets ohne Rot. 
Junge den 9 ähnlich. Schnabel sehr dick und kurz, der ganze Oberschnabel 
gekrümmt, Nasenborsten lang und auffallend, die Nasenlöcher völlig zu- 
deckend. Flügel lang, spitz, 4 äußerste Handschwingen fast gleich und am 
längsten, die erste (lange) wenig kürzer als die folgende, merklich länger 
als die fünfte von außen, Haudschwingen etwa 3 cm länger als Arm- 
schwingeu. Schwanz lang (nur etwa um die halbe Lauflänge kürzer als 
der Flügel), merklich ausgeschnitten. Lauf kurz (etwa wie die Mittelzehe 
mit Nagel), Füße stämmig. Eine Art in mehreren Unterarten, verbreitet 
über den liohen Norden der alten und neuen Welt, in Amerika eine Fonn 
südlich bis zur Sierra Nevada in Kalifornien.^) 

') In Ameril^a unterscheidet man folgende Formen, die z. T., namentlich die $ , 
sehr kenntlich sind: 

Pinicola enucleafor leucura (P. L. S. Müll.) 1776 {canadevsis auctorum). nordöstl. Nord- 
Amerika. 
P. e. alascensis Ridgw., Brutvogel im Innern von Alaska. 
P. e. flammula (Homeyer). Insel Kadiak und Küste von Alaska bis Sitka. 
P. e. californica Price, Sierra Nevada von Kalifornien. 
P. e. montana Ridgw., Felsengebirge von Nord- Amerika. 

E. Hartert, Die Vögel der paläarktischen Region. 8 



114 Fringillidae. 

186. Pinicola enucleator enucleator (L.). 

Hakengimpel, Fichtengimpel. 

Loxia Enucleator Linnaeus, Syst. Nat. Ed. X, p. 171 (1758— „Hab. in Sueciae summae, 
(.'anadae Pinetis .... luigrat hyeme ad australes Sueciae provincias . . . .". 
Basiert vorzugsweise auf Fauna Suecica 176, als typische Lokalität ist daher 
Schweden zu betrachten). 

Loxia Flamengo Sparrman, Mus. Carlson. I, JSTr. XVIE mit Tal'el (178b — Upüila. 
Albinistische Var!). 

Loxia psittacea Pallas, Zoogr. Rosso- Asiat. IL p. 5 (1811 — ,.In Rossiae totiuscjne 
Sibiriae jjinctis . . . ."). 

Corythus angustirostris ßrehm, Handb. Naturg. Vög. Deutsch!., j). 247 (18;31 — X.- 
Europa, zuweilen nördl. Deutschi.). 

Corythus Enucleator minor Brehm, Vogelfang p. 89 (1855 — „.. zuweilen aus dem 
hohen Norden nach N. -Deutschland"). 

Corythus Enucleator latirostris, macrorhynchos, mkrorhynchos A. E. Brehm. Verz. 
Samml., p. 10 (1866 — nom. nuda!). 

{Corythus splendens ßrehm (Isis 1840, p. 590), ist eine amerikanisclie Form, und zwar 
die jetzt unter dem Namen Pinicola enucleator canadensis (Oab.) (1850) 
bekannte Form. Der Name Pinicola rubra Vieillot, Ois. Amer. Sept. I, p. IV, 
Taf. I, 13, ohne Beschr. und Fundort, ist nicht zu deuten, die Figur zeigt 
aber, daß eine Form dieser Art gemeint ist). 
Engl.: Pine Grosbeak. Französ.: Dur bec vulgaire. Schwed.: Tallbit, Dumsnut. 

dad. Kopf, Hals, Kropf, Brust und Seiten rosenrot, die Federn soweit 
sie verdeckt sind grau mit weißlichem Schaftstrich, die graue Basisfarbe 
oft mehr oder minder durchscheinend. Zügel schmutziggrau. Rückenfedern 
dunkelgrau mit hellen Schaftstrichen und rosenroten Säumen. Bürzelfedern 
grau mit breiten rosa Säumen, Oberschwanzdecken grau mit rotem Schimmer 
und weißlichgrauen Säumen. Schwingen dunkelgrau mit weißlichen, schwach 
rötlich schimmernden Rändern, die an den Armschwiugen rein weiß und 
breiter sind. Kleine Flügeldecken rötlichgrau, mittlere und große schwarz- 
braun mit breiten weißen, schwach rosa schimmernden Säumen. Scliulter- 
fittiche gi'au mit weißlichen, meist rötlich schimmernden Rändern. Steuer- 
federn schiefergrau mit hell aschgrauen schmalen Säumen. Unterkörper, 
Bauch und ünterschwauzdecken ziemlich hellgrau, letztere mit weißlichen 
Säumen. Unterflügeldecken hellgrau. Iris dunkelbraun, Schnabel dunkel 
hornbraun, Unterschnabel heller, Füße dunkelbraun. Flügel 109 — 113, 
Schwanz 87 — 90, Lauf etwa 22, Schnabel 16 — 17 mm. Q Ober- und Unter- 
seite aschgrau mit olivenfiirbenem Schimmer, dei- Rücken mit helleren 
Säumen; aul' Kopf, Hals und Oberrücken dunkler olivenfarbeii verwasclieu 
und mit ausgedehnten orangegelben Spitzensäumen; untere Bürzell'ederu 
breit orangegelb gesäumt, ebenso Kopf- und Halsseiten, Kropfgegend und 
ganze Vorderbrust. Bauchmitte fast weißgrau, Unterschwanzdecken hellgrau 
mit weißlichen Säumen. Handschwingen schwarzbraun mit schmalen gelblich- 
weißen, Armscliwingen mit breiteren weißen Außensäumen, Schwanzfedern 
dunkelbraun mit gelblichgrauen Säumen. Die jungen Vögel sind wie die 9 . 

Im abgetragenen Gefieder ist das Rot der (3 lebhafter. Wie bei den 
Arten der Gattungen Car/iodacus und Loxia brüten manchmal die ä im 
grauen und gelben Gefieder, wie es die 9 und Jungen tragen, oft auch 
sind die bei den 9 gelben Teile mehr oder minder orangerot. Ob die nicht 
roten d je ein rotes Kleid annehmen, dürfte schwer festzustellen seiji. 



Eringilliflae. 2]^ 5 

Bewohner des hoben Nordens der alten AVeit, im Winter mehr oder 
minder regelmäßig weiter nach Süden. In Europa nur im nördliclien 
Skandinavien und in Nord-Kußland brütend (Naumanu's Angabe vom lirüten 
1786 iji Anhalt ist durchaus unglaubwürdig und die von ihm gegebene 
Beschreibung der Lebensweise und Eier stimmt auch nicht), im Winter in 
den meisten Jahren noch bis N.O.-Deutschland, seltener in anderen Teilen 
Deutschlands, Österreichs, Ungarns, selten lüs England, vereinzelt bis Italien. 

Hält sich in den Wäldei'ii, besonders Nadelhölzern des Nordens auf, ist ein 
sehr wenig scheuer, geradezu dummdreister Vogel, um Brutplatze aber vorsichtiger 
und schlauer. Nahrung Coniferen- Samen und Beeren. Eier 3-4, ausnahmsweise 5, 
Nest auf Nadelbäumen, nicht sehr tief, den Charakter der Nester andrer ghnpel- 
artiger V()gel tragend, aus feinen Zweigen, innen mit Wurzeln, feinem Gras. Flechten 
und Haaren ausgefüttert. Die Eier sind himmelblau, meist dunkler als Gimpeleier, 
mit rötlichgrauen und hellbraunen, tiefer liegenden, und tiefhraunen, fast schwarzen 
Obei-flecken, manchmal auch Schnörkeln und Punkten, meist mehr um das stumpf«; 
Ende herum, gezeichnet. In der Größe gleichen sie denen von Coccothraustes cocco- 
thraustes. Die Lockstimme ist ein ans])rechender. flötender Ton. der Gesang laut und 
Hötend. J)as Fleisch dieser Vögel schmeckt sehr gut. 

187. Pinicola enucleator kamtschatkensis (Dyb.). 

Cori/tliMS enucleator kamtschatkensis Dybowski, Bull. Soc. Zool. France VI II, p. HH7 
(1883-- Kamtschatka", Beschreibung op. cit. VII, |). .'304, 1H8'2). 

Der ostsibirische Hakengimpel unterscheidet sich von der europäisch- 
westsibirischen Form durch merklich dickeren, höheren und kürzeren Schnabel, 
auch scheinen in der Regel die Farben etwas lichter zu sein, das Rot der 
ö etwas heller, der Unterkörper vielleicht heller grau. Die Füße scheinen 
etwas kräftiger zu sein. Schnabel 15 mm. 

Kamtschatka und Ost-Sibirien. Grenze nach W>.sten nicht festgestellt, 

doch ist zu vermuten, daß sie, wie bei andern in Ost- und West-Sibirien 

verschiedenen Vogelformen, in den Gebirgsgegenden zwischen Lena und 
Jenissei -liegt. 

Gattung CHAUNOPROCTUS Bp. 1850. 

dad. mit teilweise roteni Gefieder, 9 oben und unten braun, Schnabel 
kernbeiBerartig. Wohl nicht mit den Kernbeißern und Grünlingen, soudei'n 
mit den Hakengimpeln und Karmingimpeln verwandt, aber durch den 
ungeheueren Schnabel sofort kenntlich. 

188. Chaunoproctus ferreirostris (Vig.). 

Coccothraustes ferreirostris Vigors, Zool. Journ. M^'JH, p. .354 (Ohne Heiniatsangabe — 

typus von den Bonin-Inseln). 

Frinyilla 2Kipa Kittlitz. Mem. Acad. Imp. St. Petersl). I, j»- 239, pl. 15 (1830 — Bonin- 

sima). 

dad. Oben braun. Rücken mit rotem Schimmer und dunklen Feder- 
mitten. Kopf und Hals oben braun, mit Karminrot übergössen. Stirn, 
Zügel, Augenbrauen, Kopfseiten und Unterseite karminrot, Körperseiten 
braunrot. Unterschwanzdecken aschbi-aun, Unterflügeldecken aschbi-aun mit 



]16 



Fringillidae. 



rosigem Schimmer. Flügel 110, Schwanz 70, Schnabel 24, Lauf 28 mm. 
9 ad. Oberseite braun, Rückenfederu mit dunklen Centren und oliven- 
farbenem Anflug. Unterseite ockerbräunlicb, Unterkörper heller, Körper- 
seiten braun. 

Bouin-Inselu, südöstlich von Japan. Wurde 1827 während der Reise 
des Schiffes. „Blossem" entdeckt und im folgenden Jahre ebenfalls von 
Kittlitz gefunden. Einer der seltensten aller Vögel, von neueren Sammlern 
nicht erbeutet. 



Grattung LOXIA Linn. 



1758. 



Die Gattung der Kreuzschnäbel ist unter allen paläarktischen Vögeln 
auf den ersten Blick an dem eigenartigen Schnabel zu erkennen; derselbe 
ist vorn stark seitlich zusammengedrückt. Ober- und Uuterschnabel stark 
gebogen und einander vor der Spitze kreuzend, meist so, daß der Unter- 
schnabel nach links, aber auch nicht selten so, daß er nach rechts gebogen 
ist. (Fig. 23 — 27.) Nasenborsten auffallend dicht, die Nasenlöcher ganz 








Fiffui- 23. 



Fiffur 24. 



Figur 



Figur 2(; 



Figur 27 



bedeckend. Flügel lang und spitz, die drei äußersten Handschwingen fast 
gleich und am längsten. Schwanz tief ausgeschnitten, kurz, aber länger 
als der halbe Flügel. Lauf kurz, kürzer als die Mittelzehe mit Nagel, 
dad. rot oder grünlichgelb, o grünlich oder gelblich, Junge gestreift. 
Bewohner der paläarktischen und nearktischen Länder, eine Form südlich 
bis zu den Bergen der Philippinen, eine andre (in Amerika) bis Guatemala. 
Offene Nester in Bäumen, gefleckte Eior. Wir unterscheiden drei Arten 
(mit vielen Unterarten):^) 



1) Die Xreuzsclinäbel neigen sehr zur Biklung lokaler Formen und wenn man 
Jahre darauf verwendet, Serien aus verschiedenen Ländern zu sammeln und eingehend 
zu studieren, so werden wohl noch mehr Formen unterschieden werden können. Z. Z. 
konnte ich nicht mehr feststellen, als hier geschehen. Am meisten Schwierigkeiten 
machten mir die englischen und schottischen. Sic sind es offenbar vorzugsweise, die 
Sharpe zu dem freilich vereinfachenden, aber nicht zu billigenden Schritte veranlaßten, 
alle bindenlosen Kreuzschnäbel von Nord-Europa, Nord-Asien und Amerika zu ver- 
einigen und ihnen ,.nicht einmal subspezifischen Rang" zu geben (Cat. B. Brit. Mus. XU, 
p. 4fJ9). Die nordeuropäischen Formen des Kontinentes bieten keine Schwierigkeit 
dar. C. L. Brehm hat zwar unter Verkennuug des geographischen Prinzij>s und mit 
Überschätzung indivichieller Variationen eine ganze Anzahl vermeintlicher Spezies und 
Subspezies benannt, die die Frage endlos schwierig erscheinen lassen (Naumannia 1853, 
mit Tafel), ein Studiiun seiner vStücke aber zeigt, daß -1- seiner Formen sich auf 
2>ytyopsittaGUS, die andern (al)gesehen von den wirklichen ßindenkreuzschnäbeln und 
Amerikanern) auf cunnrostra beziehen. Loxin pytyopsittacii.s und curvirostra müssen 
als Arten behandelt werden. Jedenfalls ist erstere eine nordische Form, die sich 
ursprünglich aus L cnrcirostra entwickelt hat, mit der Zeit aber so scharf differenzierte, 
daß sie neben L. curvirostra bestehen und beide wieder dieselben Gebiete bewohnen 
konnten. Daß sie durchaus auf die Kiefer angewiesen sei. finde ich nicht bestätigt. 



Friugillidae. 117 

j Flügel einförmig dunkelbraun, ohne, nur ausnahmsweise mit schmalen, 

I meist undeutlichen, roten oder weißlichen Binden 2 

I Flügel mit zwei auffallenden, breiten weißen Binden . . L. leucoptera . p. 124 
Schnabel dicker, au der Basis etwa so hoch, wie der Unterschnabel lang, 
Uuterschnaljel an der Basis breiter, als die Dille lang, Flügel über 

103 mm L. pytyopsittacus . p. 122 

Schnabel schlanker, an der Basis niedriger, meist nur etwa "/^ oder -/^ 
so hoch wie der Unterschnabel lang, selten ebenso hoch wie jener 
hing, Uuterschnabcl an der Basis schmäler, als die Dille lang, Flügel 
unter 103 mm L. cnrvirostra . |>. 117 

189. Loxia curvirostra cnrvirostra \j. (Fig. 25.) 
Gemeiner oder Fichteukreuzschnabel. 

Loxia Curvirostra Linnaeus, Syst. Nat., Ed. X, p. 171 (1758 — „Hab. in Furopae Abietis'' - - 
typ. Lok. Schweden, ex Fauna Suecica 177. Der Name wurde von späteren 
Autoren bisweilen in cru'cirostra verändert). 

Crucirostra abietina Meyer, Vögel Liv- u. Esthlands )>. 72 (1815 Livland). 

Cmcirostra media, montana,pinetorHin Brehm. Handb. Naturg. Vög. Deutschi., p.242 244 
(1831 — alle aus Deutschland. Der Name montana kann nicht lediglich auf 
die alpine Form bezogen werden, wie aus Xaumannia 1853, p. 189 hervorgeht, 
wo Schweden. Thüringen, Tirol als Fundorte angegeben sind). 

Loxia europaea Macgillivray, Brit. Birds I, p. 417 (1837 - ex Leach, Syst. Cat.. p. 12. 
nomen nudnm. Macg. beschreibt zwar die große schottische Form, sein Name 
aber sollte ein passenderer Name für Linne's curvirostra sein, und kann 
daher leider nicht für die schottische Form allein angewandt werden). 

Loxia ruhrifusciata Bonap. & Schlegel, Mon. Lox. ]). 5 Taf. 5 (1850 — ex Brehm Ms., 
Zentraleuropa). 

Crucirostra paradoxa. intercedcns, niacrorhynchoSjpscudojyytio^Jsittacus Brehm. Naumannia 
1853, p. 185, 187, 190, 192 (Nadelwälder bei Rentheudorf. Thüringen usw.). 

Crucirostra rubrifasciata, erytJiroptera livehm. ^aiimnuma 1853. p. 194, 199 (Renthendorf, 
Thüringen, Harz). 

Crucirostra dubia, assimilis A. E. Brehm, Verz. Samml., jt. 10 (186() - nom. nuda!). 

Engl.: Common Crossbill. Französ. : Bec-croise. Italien: Crociere. Schwed.: 
Korrsnäbb, Kryssnäbb. 

dad. Eot, meist ziegelrot, Rücken etwas dimkler und mehr mit hraim 
verwaschen, Bürzel und die meisten Oberschwanzdecken lebhafter und heller 
rot. längste Oberschwanzdecken schwarzbraun. Unterseite meist lichter als 
Oberseite, Mitte des Unterkörpers und Bauch graulich, Uuterschwanzdecken 
braun mit breiten gi-auweißlichen Säumen; Zügel, Streif hinterm Auge und an den 



In Großbritannien (wo alle Kreuzschnäbel dickere Schnäl)el haben), findet eine ähnliche 
Entwickelung statt. Auch hier hat sich Loxia curvirostra anylica im Norden zu einer 
großschnäbligeren Form (scotica) ausgebildet, ihre Entwickelung ist aber nicht so scharf 
und weit gegangen und nicht so vorgeschritten, daß sie als eigene Art neben der andern 
(anglica) bestehen kann ■ — denn wir finden bisweilen Exenn)lare, von denen man 
kaum zu sagen wagt, zu welcher Form (scotica oder anglica) sie gehören. Solche 
sind aber selten, in der Regel können die großschnäbligeren Schotten von den klein- 
schnäbligereu Engländern leicht unterschieden werden. — Das von mir untersuchte 
südeuropäische 3Iaterial ist zu mangelhaft gewesen, um alle dortigen Formen auch 
nur annähernd endgültig zu besprechen, auch fehlt es noch an größern Sammlungen 
aus vielen Teilen Mittelasiens usw. AVährend ich dies schreibe, stehen mir 405 Kreuz- 
schnäbel zur Verfügung, wovon über 300 dem Tringer Museum gehören, außerdem 
sah ich die großen Serien im Britischen ]\[nseum durch. 



118 Frinoillidae. 

Wangen raattbraun, der letztere oft undeutlich, Ohrdecken mit weißlichen 
Schäften. Schwingen und Steuerfedern schwarzbraun mit sehr schmalen 
weißlichen Spitzen- und Außensäumen. Unterflügeldecken aschbräunlich, mit 
hellgrauen, meist rosig augehauchten Säumen. Iris, Schnabel und Füße 
braun. Flügel 99—102, Schwanz 59—73, Lauf etwa 27-28, Länge des 
Obersclinabels in der Regel 18 — 20, Höhe desselben au der Basis 7.2 — 8.2, 
Breite des üntersclmabels an der Basis 10.8 — 11.4 mm. 

O ad. Oberseite fleckig olivengelblich, jede Feder olivenbrauu mit 
breiten olivengelblichen Säumen, Bürzel und die meisten Oberschwanzdecken 
lebhaft gelb mit olivengrünlichem Scliimmer. Zügel und obere Ohrdeckeu 
melir oder minder einfarbig bräunlich. Unterseite ähnlich, aber viel heller, 
Mitte des Unterkörpers und Steiß weißlich, Unterschwanzdeckeu dunkelbraun 
mit breiten weißlichen Rändern. Längste Oberschwanzdecken, Flügel und 
Schwanz schwärzlichbrauu. letztere mit sehr schmalen graulichen Säumen. 
Kleiner als das d", Flügel 94—97.5 mm. 

Das Jugendkleid ist ganz verschieden, denn Ober- und Unterseite sind 
dunkelbraun gestreift. .Junge haben keine Spur von Rot, sondern sind oben 
tiefbraun, auf Kopf, Hals und Bürzel mit weißlielien oder grünlichweißen, 
auf dem Rücken mit olivengrünlichen Federrändern, Unterseite weißlich, 
mehr oder minder grünlich oder gelblich schimmernd und mit breiten braunen 
Streifen in der Mitte der Federn. 

Das alte 9 variiert in der Lebhaftigkeit der gelblichen und grünlichen 
Färbung, es kommen auch bisweilen 9 vor, die den gelben d ähneln, noch 
seltener solche mit teilweise roten Federn, wohl sterile, hahnenfedrige Stücke. 

Das Gefieder der ö variiert noch viel mehr. Alte Brutvögel sind meist 
rot, es kommen aber auch ganz gelbe vor, d. h. wo statt der roten Farbe 
überall Gelb vorherrscht. Das Jugendkleid geht oft direkt (natürlich nur 
durch Mauser) in das rote über, oft aber erst in ein gelbes oder dem der Q 
ähnliches grünlichgelbes. Das gelbe Kleid ist meist wohl ein jugendliches 
Übergangskleid, scheint aber manchmal zu bleiben oder im Alter wieder auf- 
zutreten ; solche gelben Stücke sind in der Regel nicht normal, sondern durch 
Schwäche, Krankheit, Gefangenschaft hervorgerufen, vielleicht auch bisweilen 
atavistisch, wenn es nämlich erwiesen werden könnte, daß die Vorfahren der 
Kreuzschnäbel nicht rot, sondern gelbgrünlich waren, eine Theorie von Tschusi, 
die sehr viel Wahrscheinlichkeit hat. Oft zeigen die großen uud mittleren 
Flügeldecken schmälere oder breitere hellrote oder weißliche Säume; -solche 
Stücke wurden von Brehm als mbrifasciata bezeichnet, von Sharpe irrtümlich 
zu hifasnata gezogen, von Dresser (Birds Europe IX, SuppL, p. 208 Taf. 679) 
wieder als Art aufgestellt. Sie sind siclier nichts als individuelle Aberrationen. 
Als .,Sul)spezies'- kann diese Form nur betrachten, wer noch nicht ])egriffen 
hat. daß die Subspezies der, heutigen Forscher geographische Formen sind. 

Kuropa von Lappland bis Italien und Korsika, ganz Rußland bis 
Griechenland. Nord-Asien durcli Sibirien bis Sachalin, Kamtschatka und (viel- 
leicht nur im Winter) Nord-Japan, südlich anscheinend bis Yokohama. — 
In Europa wird L. c. cm'virostra in Großbritannien, Spanien, auf Cypern und 
den Balearen durch, wie es scheint, gut erkennbare Formen vertreten, von 
andern Inseln des Mittelmeeres konnten keine, oder nur wenige untersucht 
werden. Im fernen Osten Asiens (gelegentlich Ost-Sibirien, Nord-Japan, 
? Kamtschatka) kommen neben andern auch auffallend prächtig gefärbte d 



Fringillidae. 1X9 

vor, und es wäre möglicli. daß mau dort (? Kamtschatka) eiue lebhaftere 
Uuterart — eiue Parallele zu L. Uncoptera elegans — wird abtreuneu können, 
deren Verbreitung und Beständigkeit aber noch ganz unsicher ist. 

Der CTriiiidzug des AVesens dieser merkwürdigen Vögel ist das nomadeu-, zigeuner- 
hafte, denn sie ändern ihren Aufenthalt gern: In Gegenden, in denen man sie Jahre 
lang nicht sah, treten sie plötzlich anf und nisten dort auch; ebenso verlassen sie auch 
ihre Brutplätze plötzlich. Dieser Wechsel der Wohnsitze scheint mehr oder minder 
mit dem Geraten der Nadelholzsanien in Verbindung zu stehen. Im allgemeinen sind 
CS mehr gemischte als reine Nadelhölzer, die sie bewohnen. Dort treiben sie sich in 
kleineren Trupps oder großen Flügen herum. Sie sind meist gar nicht scheu, immer 
geschäftig herumflatternd oder kletternd, wobei sie wie Papageien den Schnabel zu 
Hilfe nehmen. Ihre Lockstimme ist sehr charakteristisch, wie plüt, plüt, jjlütplüt 
oder küpküpküp, der Gesang ist abwechselnd, zwitschernd, klirrend und flötend. Außer 
Xadelholzsamen fressen sie auch andre Baumsamen und Beerenkerne gern, sowie 
Blattläuse, die sie ganz auffallend lieben. Wechselnd nach Ort und Zeit ist auch ihr 
Brüten. Meist brüten sie im frühen Frühjahr, und selbst schon im Winter, aber manchmal 
auch im Sommer und Herbst — ja es gibt nach Brehm keinen Monat, in dem man 
nicht schon Eier oder Junge gefunden hat. Es scheint, daß, im Gegensatze zu fast 
allen andern Vögeln, auch die Mauserzeit verschieden ist, wahrscheinlich nach der 
Zeit, in der die Vögel ausgebrütet sind. Brehm allerdings gibt an, mausernde 
Kreuzschnäbel sich paaren, Eier legen und Junge füttern gesehen zu haben. Fernere 
Beobachtungen hierüber sind sohr erwünscht. — Das Nest ist dicht und warm, an- 
scheinend immer auf Nadelbäumen, meist ziemlich hoch, gern von Zweigen überdeckt. 
Die Eier sind 3 — 4, öfter 3 an Zahl. Sie ähneln denen des Grünlings, sind aber etwas 
größer, dünnschalig, glatt, schmutzig oder grünlichweiß mit einigen violettgrauen 
Schalenflecken und rotbraunen oder fast schwarzen Punkten, Flecken oder Schnörkeln, 
meist wenig und klein gezeichnet. Sie messen 20x15, 22.13x15.79 — 23. 5x16 mm. 
Das $ brütet 14 — IH Tage allein. - Das Fleisch der Kreuzschnäbel schmeckt nach Harz. 

190. Loxia curvirostra hispana subsp. nov. (Fig. 27.) 

Stibspeciei L. c. curvirostra dictae simillimus, sed rostro graciliore, longiusculo. 

Aus Spanien konnte ich nur fünf Stück im Museum zu Edinburgh 
untersuchen, alle aus Aguilas bei Murcia, vom Juli 1897. Alle fünf sind 
etwas schmutzig und haben augenscheinlich kurze Zeit im Käfig gesessen. Zwei 
sind offenbar ganz jung, eins ein 9, die zwei übrigen augenscheinlich d, eins 
gefärbt wie ein o , das andre mit sehr wenig rot. Von der Färbung kann daher 
nichts Bestimmtes gesagt werden, obwohl alle ziemlich düster erscheinen; 
auch sind die mehr oder minder abgestoßenen Flügel und Schwänze zum 
Messen nicht tauglich, aber die Schnäbel machen einen so schlanken, langen 
Findruck, daß ich nicht umhin kann, die spanische Form abzutrennen. 
Schnabellänge der d 21, Höhe des Oberschnabels nicht ganz 7, Breite des 
Uuterschnabels an der Basis 11 mm. (Typus no. 1897, 91, 14. im Edinburgh 
Museum.) 

Spanien, waJirscheinlich ziemlich weit im Lande verbreitet. 
191. Loxia curvirostra anglica subsp. nov. 

Sulispeciei L. c. curvirostra dictae similis, sed colore rubro remissiore, rostro hebetiore, 
ad crassitiem majorem vergante. 

Unterscheidet sich von L. c. nurviroxtra im fi-ischeu Gefieder durch 
etwas mattere Färbung: Das d hat ein matteres, mehr mit Grau und weniger 



X20 Fringillidae. 

mit Orange gemischtes Rot, das nie die Lebhaftigkeit der alten cS vom 
Kontinente erreicht; das 9 ist etwas düsterer, Brust und Bürzel im frischen 
Gefieder mehr grünlich, fast nie so gelblich und lebhaft. Der Schnabel ist 
stumpfspitziger, weniger schlank und gestreckt, neigt auffallend zu bedeutender 
Stärke und kommt oft dem der schottischen Form nahe. Flügel wie die 
von L. c. curvirostra, nur bisweilen etwas länger, etwa 99 — 102.5 mm. Schnabel 
alter ö 17.5 — 19, Höhe des Oberschnabels meist etwa 8.2, Breite des ünter- 
schnabels an der Basis etwa 12 — 12.8 mm. (Typus ö no. 1890 im Roth- 
schildschen Museum, Tring 7. XII. 1897.) 

Unregelmäßig, nomadenartig umherstreifend, aber alljährlich in ge- 
mischten und reinen Nadelwäldern in England (und Irland, Serien aus Irland 
aber nicht untersucht) nistend. Vom Herbst bis Frühjahr in Flügen und mehr 
bemerkbar, dann auch öfter in Schottland, wo sein Nisten ab^r nicht erwiesen 
zu sein scheint. (L, c curoirostra verirrt sicli nur selten nach Groß- 
britannien.) 

192. Loxia curvirostra scotica subsp. nov. (Fig. 24.) 

Subspeciei L. c. curvirostra dictae siinilis, sed rostro mnlto crassition', coloro niaris 
remissiore. 

Färbung wie bei L. c. anylica, nur selten lebhafter. Schnabel dicker, 
der Oberschnabel in der Regel gewölbter oder krummer gebogen, an den 
von L. pt/tyopsiäacus erinnernd, Flügel meist etwas länger, oft in der Mitte 
zwischen dem von L. pytyopslttacm und L. c. curvirostra stehend. Flügel 
etwa 100 — 104, Schnabel etwa 19, Höhe des Oberschuabels etwa 8.2 — 8.6, 
Breite des Unterschnabels an der Basis etwa 12.5 — 13.6 mm. Die Unter- 
schiede fallen auf den ersten Blick mehr auf, als die Maße vermuten lassen. 
(Siehe Anmerkung p. 1 17.) (Typus no. a. in der Sammlung von Feilden & Harvie 
Brown, Fast Rossshire 26. Xfl. 1870.) 

Brutvogel in den Bergwäldern Schottlands, im Winter zuweilen bis 
England streifend. (Einzelne schottische Stücke passen bessei- zu L. c. anr/Uca.) 

193. Loxia curvirostra balearica (Hom.). 

Crncirostra curvirostra var. halcarica A. v, Homeyer, .Jouni. f. Orn. lK(i2, j).25(i (Mallorka, 
ßalearen). 

Wird von Homeyer beschrieben als sehr dickschnäblig — er sagt, der 
Schnabel erinnere an pytyopdttacas und sei „sehr lang und hakenförmig, 
der Unterschnabel ganz kurz und verdickt'', was sich einigermaßen wider- 
spricht — sehr kurzflüglig, j und Junge mit eigentümlich grauem Kolorit. 
Es sind mir nur die Typen im Berliner Museum (ein d juv. und ein o ) 
und zwei jüngere ä (noch mit Spuren des Jugendkleides) in Mr. Howard 
Saunders' Sammlung bekannt. Letztere haben durchaus keine sehr dicken 
Schnäbel, die Flügelraaße (94 — 96) sind nicht maßgebend. Sie sind jedenfalls 
von L. <-. (■urvirostra verschieden, müssen aber L. c. poUogi/na sehr nahe 
stehen, sind aber möglicherweise kurzflügliger und etwas langschnäbliger. 
Nm' die Untersuchung von Serien kann entscheiden, wie sie von poliogyna 
abweichen. 

Insel Mallorka (Balearen). 



Fringillidae. . 121 

194. Loxia curvirostra poliogyna Wliit. 

Loxia curvirostra x>olioyyna Wliitaker, Ibis 1898, p. 625 (Aleppokieferwälder in Tunis); 
Erlauger. Joiiru. f. Orn. 1899, p. 461 und Abbildung Taf. 15. 

Von L. c. cnriHvostra vor allem durch die niclit gTünlichen, soudern 
bräunlich aschgrauen 9 , die nur au der Brust eiueu ganz schwachen und auf 
dem Bürzel deutlichen gelbgrünen Schimmer haben, zu unterscheiden. Auch 
junge Vögel zeigen schon den Mangel an Grün. Rote alte ö sind verhältnismäßig 
selten und immer, nainentiich an der Brust, viel heller, als die von 7>. c. cumrosfra. 
Schnabel, wie bei letzterer, variabel, meist aber zu größerer Dicke und Kürze 
hinneigend, bisweilen deutlich kürzer und dicker. 

Bewohnt die Wälder der Aleppokiefern in Tunis und Algier. 
195. Loxia curvirostra guillemardi Mad. 

Loxia guillemaräi ]\Iadarasü, Orn. Mouatsber. 19U3, ]i. 5 (Cypern). 

Schnabel stark und dick, etwa wie bei den auffallend ähnlichen /.. c. scotica, 
Gefieder durch einen gewissen dunklen Ton charakterisiert, was besonders 
bei frischv ermauserten alten u auffallt, die einen dunkeln Rücken haben und 
deren Rot ein dunkles Kirschrot genannt werden kann, sowie bei jüngeren ö 
und in dem ersten Jugeudkleide, während Q von denen von L. c scotica 
wohl kaum zu unterscheiden sind. 

Cypern. (Die Kreuzschnäbel andrer Inseln des Mittelmeeres sind noch 
nicht genügend bekannt. Mir liegt ein 9 und ö jun. von Korsika vor, die 
ziemlich dicke Schnäbel haben: Stücke von Kreta und Sardinien habe icli 
nicht gesehen.) 

I9ß. Loxia curvirostra albiventris Swinh. 

Loxia albiventris Swinhoe, Proc. Zool. Soc. Lond. 1870, p. 437 (Peking). 
Loxia curvirostra japonica Kidgway, Proc. Biol. Soc. Washington II, p. 101 (1885 - 
Japan). 

Wie L. c. cnrch'ostra aber kleiner — dad. Flügel 94—97 mm. — 
Schnabel ebenso proportioniert (nicht merklich schlanker), aber kleiner. Gelbe 5 
scheinen (in Turkestau namentlich, von wo fast alle gelli sind) verhältnis- 
mäßig häufig zu sein. 

Turkestan bis China und Japan, nördlich bis zum Amur und Hakodate. — 
Japanische Exemplare gleichen denen aus China und Turkestan, im nörd- 
lichen Japan kommt aber auch eine große Form vor (siehe />. c. curvirostra). 

197. Loxia curvirostra himalayensis Blyth. (Fig. 26.) 

Loxia himalayana Hodgson, Gray's Zool. 31isc., p. 85 (1844 — nomeu nudum!). 
Loxia himalayensis Blyth ex Hodgson M.S.. Journ. As. Soc. Beug. XIII. p. 952 (1844 — 
Nepal). 

Ein wahrer Zwerg: Flügel etwa 85, Schwanz etwa 52, Schnabel 14 — 15, 
Höhe des Oberschnabeis 5, Breite des Unterschnabels an der Basis T^o uim. 
Färbung wie bei andern Kreuzschnäbeln, aber Schulterfedern und Rücken 



X22 Fringillidae. 

mit sehr dunkeln Federmitteu, Ohrdeckeu sehr dunkel, Färbung im all- 
gemeinen düster, Bürzel aber lebhaft rot. (Merkwürdiger Weise ähnelt 
/>. c. ainericana (= minor Brehm) der L. c. Ii'nnalayeusis ganz auffallend. 
Der Schnabel ist ungefähr ebenso, der Flügel mißt 80.8 — 93,2 mm.) Die 
Färbung ist ebenfalls sehr dunkel, aber der Rücken nicht mit so sehr 
dunkeln Federmitten. Ohrdecken meist mehr mit Rot übergössen,)^) 

Himalaja. 

198. Loxia pytyopsittacus Borkli. (Fig. 23.) 
Großer oder Kiefernkreuzschnabel. 

Loxia FytyopsiUacus Borkhausen, ßheinisches Magaziu I, p. 139 (1793 — Exemplar „im 
Leskischen Kabinete in Marburg". Bereits von Gmelin, Syst. Nat. p. 843 var. 
Y und von Otto im Naturforsclier XII p. 96, beschrieben, aber nicht benannt. 
Der Name, in der Schreibweise pytiopsittacus, später oft in intyopsittacus 
verändert, wird sonst Bechstein — Orn. Taschenb. I p. 106, 1802 — zu- 
geschrieben, Borkhausen aber benannte die Art zuerst. Eine Ijokalität ist nicht 
angegeben. Wahrscheinlich war der Typus in Deutschland erlegt, aber die 
eigentlich regelmäßige Brutheimat ist Skandinavien, als terra typica ist daher 
am richtigsten Schweden zu substituieren). 

Crucirostra pinetoriwi Meyer, Vög. Liv- u. Esthlaud, p. 71 (1815 — Livland). 

Crncirosta suhpityopsittacus Brehm. Handb. Naturg.Yög. Deutschi., p. 242 (1 831 — „Kiefern- 
und Fichtenwälder Deutschlands"). 

Crucirostra bracJiyrhynchos Brehm, Naumannia 1853, |). 185. (Zuweilen bei Renthendorf.) 

Crucirostra pltyops. major A. Brehm, Naumannia 1853, p. 181. (Thüringen.) 

Engl.: Parrot-Crossbill. Franz.: Bec-Croise perroquet. Schwed.: Större Korsnäbb. 

Riesenform der Gattung. Färbung von der von L. c. curvirostra nicht 
verschieden, aber durchweg größer, Flügel länger, ö 104 — 108 mm., Schnabel 
bei geringerer oder gleicher Größe viel höher und dicker, der Oberschnabel 
schärfer gekrümmt, daher von ganz auderm Aussehen (Fig. 23), Schnabel- 
länge 19—20, ganz ausnahmsweise vielleicht, nur abnorm 21; Höhe des 
Oberschnabels 9 — 10, Breite des ünterschnabels an der Basis^ 13 — 16 mm. 
■ — Bisweilen zeigen alte ö eine ganz außergewöhnlich prächtige Färbung, 
indem sie, mit Ausnahme von Schwanz und Schwingen, ganz rot werden, 
gerade wie bei L. mrvirostm: doch sind solche, wie bei jener nicht häufig. 

Bewohner Nord-Europas, namentlich Skandinaviens und Nord -Rußlands bis 
Polen. Als Herbst- und Wintervogel in Flügen über Deutschland und das Alpen- 
gebiet bis (ausnahmsweise) Italien und Frankreich, Polen, Österreich-Ungarn 
(selten). Wie L. eiirvirostm zigeunerartig unregelmäßig, bald in Menge, dann 



^) In Amerika wohnen folgende Formen: 

Loxia curvirostra americana AVils. 1811 (= minor Brehm 1853) bewohnt das nördliche 
und östliche Amerika. 

L. c. bendirei ßidgw. 1884 (größer als americana) die nördlichen und mittleren Berg- 
länder der westlichen Vereinigten Staaten, 

L. c. mexicana Strickl. 1851 (= stricklandi Ridgw. 1885) (noch größer) die Hoch- 
gebirge von Neu-Mexiko und Arizona. (Vgl. ßidgway, Birds North & Middle 
Amer. I, p. 46, 1901.) 
Merkwürdiger Weise wohnt in den Hochgebirgen der Philippinen-Insel Luzon 

noch eine Loxia, L. luzonensis Grant, die der L. c. americana auch sehr ähnelt, aber 

gedrungeneren Schnabel und viel grauere $ hat. 



Fringillidae. 123 

iabrelang fehlend. Nistet auch mehr oder minder unregelmäßig in Deutschland, 
namentlich dem Nordosten, auch in Schlesien, vor Zeiten im Roda- und 
Orlatal (C. L. Brehm. 1817, 1819 u. a. m.). In West-Deutschland im all- 
gemeinen unbekannt. Mitte der 60 er Jahre aber erschienen sie in den 
Kielernwaldungen bei Darmstadt in großen, nur aus dieser Art bestehenden 
Flügen, sodaß Kuhlmann (der Vater) in einem Winter etwa 200 Stück er- 
liielt: einige blieben zurück und ein einzelnes Paar mindestens schritt 
(anscheinend im März) zum Nestbau. Auch in der Schweiz und Oberbayern 
soll der Kiefernkreuzschnabel ausnahmsweise genistet haben, aber die Angaben 
darüber sind wenige und nicht immer beweisend. Englische Stücke sind 
mir nicht bekannt, die Angaben darüber scheinen sich meist oder alle auf 
L. c. scvtfca zu beziehen. 

Lebensweise wie die von L. c curvirosta, aber der Lockton auflallend lauter 
und tiefer, mehr wie plöp. plöp und zok, manchmal ein sehr leises gip, Gesang 
lauter, aus schnarrenden, schwirrenden und flötenden Tönen zusammengesetzt. Be- 
wohner von Nadelholzwaldungen, besonders wo Kiefern und Fichten zusammen- 
stehen, nicht gern ganz reiner, weiter Kiefernforsten. Im allgemeinen besonders der 
Kiefer zugetan, deren Samen er auch zu seiner Nahrung bevorzugt; doch frißt er auch 
Fichtensamen und andre Sämereien. Nistweise wie die von L. c. curvirostra, Nest auf 
Kiefern und Tannen, Eier wie die von L. curvirostra, aber größer, dicker, 21 X 16.5 
bis 2.3x17.7. 20 :< Ifi.;"), 23.04x16.69 bis 25 X 17 mm. Das ? brütet allein. 

un». Loxia leucoptera bifasciata (Brehm). 
Weißbindiger Kreuzschnabel. 

[Loxin lenc02jtera Cimeliii, Syst. Nat. I, |i. 844 (1788— „Hab. in sinu Hudsonis et 

Noveboraco ".)]') 
Crucirostm bifasciata C. L. Brehm. Oi-nis III, p. 85 (1827— Thüringer Wald und Wien, 

Typen erhalten); id. Isis 1827 p. 714. 
Loxia toenioptera (lloger, Isis 1827, j). 411 (Schlesien) ; Abbild. Naumann XII, Taf. 385, u. a. 
Crucirostra orientalis Brehm, Naumanuia 1853. p. 251 („Himalaya" — nach Gould, 

wahrscheinlich irrtümliche Angabe — , AVien und Thüringen. Sind typische 

hifasciafa). 
Crucirostra trifaf^ciata Brehm. Naumannia 1853, p. 243 (Renthendorf und Roda). 
Crucirostra assimiiis Brehm, Naumannia 1853, p. 253 (Roda). 

Fngl.: Two-barredCrossbill. Franz.: Bec-croise bifascie. Schwed.: Bände Korsnäbb. 

Untersclieidet sich von L. vurdrostra und pytyopsiücuus, denen er in 
der Entwickehing und allgemeinen Färbung (d ad. rot, 9 gelbgrünlich, juv. 
dem 9 ähnlich, gelbe oad. selten) gleicht, durch die breiten weißen Binden 
auf den Flügeln. Die kleinsten Flügeldecken sind schwarzbraun mit röt- 
lichen Säumen und rötlichem Schimmer, die mittlere Reihe ist zur Hälfte 
weiß, die große Serie hat etwa 1 cm weite, die Armschwingen große, die 
Handschwingen ganz schmale weiße Spitzen. In der Brutzeit reiben sich 



') Loxia leucoptera leucoptera tfm. 1788 bewohnt das nördliche Nord-Amerika und 
ist iler europäischen Fonn zwar oberflächlich ähnlich, unterscheidet sich aber auf den 
ersten Blick durch viel dünneren, niedrigeren Schnabel, geringere Größe (Flügel etwa 
5 mm kürzer) und tiefer schwarze Flügeldecken, Schulterfedern und Rückenmitte, auch 
ist das Rot anders, mehr johanuisbeerrot. Bewohnt die Koniferenwälder des nördlichen 
Nord-Amerikas und ist 3- oder 4 mal in Großbritannien vorgekommen, diese Fälle 
mögen aber zum Teil bezweifelt werden, da es sich in einigen um entflohene Käfig- 
vögel handeln kann. Angeblich auch auf Helgoland vorgekommen. 



124 Fringillidae. 

die weißen Spitzen der Schwingen ganz, die der Flügeldecken teilweise ab. 
Junge <5 und 9 haben schmälere weiße Flügelbinden. Das Rot der ö ist 
variabel, aber anders als bei cunnrostra, mehr rosa, die Schiilterfedern sind 
schwarzbraun, mit rot gespitzt und ül)ertüucht. Flügel 92 — 95. Schwanz 
etwa 65, Schnabel 17 — 20 mm. 

Nadelwaldungen des nördlichsten Nord-Europas, unregelmäßig scharen- 
weise — und zwar nicht nur im Winter — nach Süden streifend, selten bis 
England, Frankreich, Holland, Helgoland, Deutschland. Schweiz, äußerst selten 
bis Italien, häufiger Polen, Österreich-Ungarn. 

In der Lebensweise wie die andern Kreuzschnäbel, aber sehr wenig scheu, fast 
dummdreist. Nester und Eier vielleicht kleiner als die von L. ctiroirostra, ein Ei in 
Dr. ßey's Sammlung mißt 21x14.6 mm. — C. L. Brehm erbeutete Serien im August, 
und es ist durchaus nicht imiuö<>"lich. daß sie damals ausnahmsweise einmal in Deutschland 
gebrütet haben. 

200. Loxia leucoptera elegans Hom. (Noch fragliche Form.) 

Loxia elegans E. v. Homeyer, Journ. 1'. Oru.-l(S7!>. p. IHÜ (Auiurj. 

Loxia leucoptera elegans Tschusi, Orn. Jahrb. 1903, p. 168 (Sibirien). 

Loxia amurensis Dubois, Bullet. Mus. Roy. d'Hist. Xat. Belg. I, ]>. 85 (1882 — Amur). 

In Ost- und West-Sibirien kommen ö mit ganz erstaunlich lebhaftem, 
leuchtenden Rot vor, während die Mehrzahl, namentlich auch die 9 , den 
Vögeln von Archangel in Nord-Rußland gleichen. Dagegen haben die aus 
Schweden (üpland, Upsala), England (Norfolk) und Deutschland (Thüringer 
Wald) untersuchten Stücke meist weniger reine und lebhafte Färbung und 
meistenteils, aber nicht immer, stärkere, weniger schlanke Schnäbel; der 
Typus von Vv. elegans aber hat den selben stumpferen Schnabel wie die Schweden. 

Falls es sich wirklich um eine konstante Form handelt (was noch 
nicht endgültig feststeht), müßte sie vom fernen Osten (Kamtschatka, Amur) 
bis Archangel reichen und die typische bifusciaia nur Nord-Skandijinvien 
(Lappland) bewohnen. 



Gattung FRINGILLA L. 1758. 

Umfaßt unsre Buchfinken nebst Verwandten in N.W.-Afrikn und auf 
den Inseln des Atlantischen Ozeans, sowie den Teyde- und nordisclien Berg- 
finken. Äußerlich, namentlich in dem harten, geraden, spitzen Schnabel, 
sehr an Monlifrin(jiUa eriimernd, aber der Flügel viel kürzei", der Abstand 
von den Arm- zu den Handschwingeu geringer. Gefieder voll und weich, 
Schwanz ausgebuchtet. Nasenlöcher nahe der Basis des Olierschnabels, oval, 
größtenteils von kleinen, steifen, nach vorn gerichteten oder etwas um- 
gebogenen Federchen bedeckt. Im Flügel sind die ersten drei Schwingen 
oder die zweite bis vierte (entwickelte), etwa gleich, und am längsten, 
während die erste etwas zurückbleibt. Die eigentlich erste unsichtbai-. Lauf 
vorn mit großen, aber meist nur unten scharfgetrenuteu Tafeln, seitlich mit 
fortlaufenden Schienen bedeckt. Nester kunstvoll gebaut, frei auf Bäumen 
und Büschen, Eier auf bläulichem oder bräunlichem Grunde, dunkel gefleckt. 
Europa, N.W.-Afrika, Altantiden, Nord-Asien. 



2 



Fringillidae. 125 

Übersicht der Arten (cj): 

f Ganze Oberseite und Teil der Unterseite graublau F. teydea . p. 129 

] Ohne Blau an der Unterseite 2 

/ Kopf und Rücken schwarz mit braunen Federrändern, Bürzel weiß 

F. montifringüla . p. 130 
Kopf und Rücken bräunlich, bläulich oder grünlich, aber nie rein schwarz, 
l Bürzel grünlich oder bläulich F. coelebs^) . p. 125 

201. Pringilla coelebs coelebs L. 

Der Buchfink. 

Frinyilln coelebs Linnaeus, Syst. Nat. Ed. X, p. 179 (1758 — „Habitat in Europa". 
Als typische Lokalität ist Schweden anzusehen, denn die Diagnose gründet 
sich auf Fauna Suecica 199. Die ursprüngliche Schreibweise coelebs wurde 
aus sprachlichen Gründen vielfach in caelebs verändert). 

Fringilla nobilis Schrank, Fauna Boica, p. 176 (1798). 

Passer Spiza Pallas, Zoogr. Rosso-Asiat. II, p. 17 (1831-) — „Per omnem Rossiam et 
Sibiriam occurrit"). 

Fringilla hortensis Brehm, Handb. Naturg. Yög. Deutschi., p. 272 (1831 — ,.Iu Gärten 
und mit Laubbäumen besetzten Orten des mittleren Deutschlands*'). 

Fringilla sylvestris Brehm, Handb. Xaturg. \"ög. Deutschi., p. 273 (1831 — „Fichten- 
wälder unseres Vaterlandes"). 

Fringilla alpestris und minor Brehm, Vogelfiing, p. 102 (1855 — alpestris „auf den 
Alpen", minor „in Deutschland"). 

Fringilla coelebs septentrionalis A. E. Brehm, Verz. Samml., p.9 (1866- nomen nudum!) 

Fringilla. coelebs tristis Floericke, Mitteil. Osterr. Reichsb. f. Vogelk. u. Vogelsch. III, 

p. 21 (1903 -- im Winte» auf der Kurischen Nehrung, Brutheimat unbekannt). 

Engl.: Chaffinch. Franz.: Pinson ordinaire. Ital.: Fringuello. Schwed.: Bofink. 

dad. Stiru etwa 5 mm weit schwarz, Olierkopf und Hinterhals bläulich 
aschgrau, im Herbstkleide durch später sich abnutzende rostbräuuliche Feder- 
kanten getrübt. Rückenfedern rotbraun mit lichtgrauen Wurzeln, im frischen 
Kleide durch grüulichbraune Bänder verdeckt. Bürzel und Oberschwauzdecken 
gelblich olivengrün, die längsten Schwanzdecken grau. Scliulterfedern grau mit 
rotbraunen Säumen. Schwingen bräunlichschwarz mit mattgelblichen, an den 
Armschwingen breiteren, an den letzten beiden Armschwingen braunen 
Außen- und weißen Innensäumen. Kleinste Flügeldecken schieferfarben. 
mittlere weiß (frisch mit gelbem Anflug), große schwarz mit breiten gelb- 
weißen Spitzen. Schwingenbasis von der vierten (entwickelten) Schwinge 

*) Ich habe jnich erst nach sehr eingehender Prüfung und reiflicher Ü))erleguug 
entschlossen, spodiogenys, koeniyi, africana, canariensis, madeirensis, palviae imd moreletti 
als Subspezies von coelebs aufzufassen, halte dies aber nun für unbedingt richtig. Alle 
diese Formen lassen sich, wenn man frische Herbstvögel von allen Lokalitäten vergleicht, 
ohne Zwang von einander ableiten. Die nordafrikanischen Formen (namentlich die kleine, 
lebhaft gefärbte koenigi) steht F. c. coelebs schon sehr nahe, nur fehlt das Rotbraun 
des Mantels und die Unterseite ist heller. Bei den atlantischen Formen sehen wir das 
Rotbraun auf dem Jlantel von madeirensis auffallend angedeutet — die Weibchen 
aller der Formen sind einander sehr ähnlich, zum Teil nicht zu unterscheiden. Übrigens 
stehe ich mit meiner Ansicht durchaus nicht allein. 

'•') Pallas' Zoogi'. Rosso-Asiat. wurde bisher mit der Jahreszahl 1811 zitiert, das 
Werk ei-schien aber, wie festgestellt wurde, nicht vor 1831, obwohl auf dem Titelblatt 
fälschhch 1811 gedruckt wurde. \g\. liiis 1882, p. 611. 



]26 Fringilüdae. 

an weiß, nach innen zn au Ausdeliniiug ziiuehmend, sodaß au den mittelsten 
Armschwingen fast die halben Fahnen weiß sind. Mittelste Steuerfederu 
dunkelascbgrau, die nächsten schwarz, das vorletzte Paar weiß mit schwarzer 
Basis (etwa Vo oder mehr) und Außenfahne, das äußerste an der Spitzenhälfte 
der Innen- und dem mittleren Teile der Außeufahue weiß. Kopfseiten und Ohr- 
decken wie die Brust. Unterseite von einer schwer zu beschreibenden nach hinten 
zu blasser werdenden, bräunlich-weinrötlichen, im Herbstgefieder mehr graulichen, 
im Sommer lebhafteren Farbe, Mitte des Unterkörpers weißlich, Unterflügel- 
decken weiß mit gelblichem Schimmer. Schnabel im Herbste bräunlich, im 
Frühling bleiblau mit schwärzlicher Spitze, Iris braun, Füße braun. Flügel 
87 — 92 (höchstens), manchmal kürzer, nur etwa 82, Schwanz 67 — 71 (kleine 
Stücke 62), Schnabel 11.5 — 13.5, Lauf etwa 18 mm. o Oberseite olivbrtiun 
mit grünlichem Schimmer an den Federrändern; Bürzel und Oberschwanz- 
decken, mit Ausnahme der längsten, die dem Rücken gleichen, grün. Yun 
der Basis des Schuabels über den Kopf zwei breite braune Streifen, Kopf- 
mitte heller, Kopfseiten braun, Ohrdecken etwas dunkler. Flügel und Schwanz 
gezeichnet wie beim d, aber mehr bräunlich, nicht so schwarz. Kehle und 
Brust schmutzigbraun, Unterkörper weißlich mit braunem Anflug, in der 
Mitte ein mehr oder minder deutlicher heller Fleck. Juv. wie o . — Die Größe 
der Buchfiukeu variiert. Im Herbst und Winter kommen in Deutschland 
und England viele kleine Stücke vor ( d Flügel nur etwa 82 mm). Auf 
solche hat man Brehm's minor bezogen, und darauf dürfte auch tristis sich 
beziehen. Es kommen aber auch alle möglichen Übergänge zwischen den 
kleinen und großen Vögeln vor, und vage ..biologische Beobachtungen" 
beweisen nichts, denn auch dieselben Individuen sind während des Zuges 
nicht selten scheu, au ihrem gewohnten Aufenthaltsorte dagegen vertrauter. 
Geringere Größe an nordischen Stücken habe ich nicht feststellen köimen. 
Ehe wir daher durch Serien von den Brutplätzen darüber belehrt werden, 
daß es „irgendwo im Norden" eine beständig kleine Form gibt, können wir 
eine solche nicht als Tatsache hinnehmen. Das Benennen solcher vermeint- 
lichen Subspezies nach einzelnen Zugvögeln, deren Heimat wir nicht keuuen, 
ist nicht zu billigen, da wir an ihnen keinen festen ^Inhalt, keine sicheren 
Ausgangspunkte haben. 

Der Buchfink bewohnt Europa. Im Norden geht er in geringer Anzahl 
bis fast zum Nordkap, südlich des Polarkreises ist er häufiger, südlich bis 
zum Mittelmeer, aber in Süd-Spanien selten. Im Winter besucht er Nord- 
Afrika, aber nicht in großer Menge, die Mehrzahl überwintert in Eurojta. 
Nach Osten zu geht er in Sibirien bis Omsk, fehlt in Ost-Sibirien ganz, 
brütet aber noch in Kleinasien und den Gebirgen von Palästina, in W.-Sibirien, 
Transkaspien, W.-Turkestan und Persien. Bewohner verschiedener Waldarten 
unterscheiden sich nicht von einander. 

Bewohner aller möglichen Örtlielikeiten. wo Bäume wachsen, vom hohen Jjaub- 
und Nadelwald- bis zum Garten, Plantage, Baumallee, in der Ebene sowohl als im 
Gebirge, so hoch Laubwald und Obstbäume gehen. In vielen Gegenden die häufigste 
Vogelart nächst dem Sperling. Jedermann kennt das meist im Fliegen ausgestoßene 
jüpp, jüpp und den lauten hellen, muntern, wie fink oder pink klingenden liuf, wie 
auch den lustig schmetternden Schlag der Buchfinken, der lokal abweicht, in einigen 
Gegenden melodischer, in andern rauher und anderweitig vei'schieden klingt. Auch 
der Lockton soll nicht überall derselbe, z. B. (nach Jourdain u. a.) in Skandinavien 
langgezogener, gröber sein. Die Nahrung besteht aus Sämereien, Beeren und Körnern 
und im Sommer größtenteils aus Insekten, womit auch die Jungen gefüttert werden. 



Fringillidae. 127 

Das meist deu Ästen durch die äußere Bekleidung mit Flechten wunderbar ähnliche 
Nest ist durch dichte, weiche Wände und tiefen Napf ausgezeichnet. Die Behauptung, 
daß manche Nester „alljährlich vergrößert werden", ist wohl unhaltbar, dagegen war es 
der Buchfink, der in Wesel zweimal im Jahre im selben Nest brütete und ein gleicher 
Fall wurde von meinem Vater bei Marburg beobachtet. S. 68 ist die Notiz durch Irrtum 
unter A. carduelis geraten. 2 Brüten sind die Regel. Das Nest steht immer auf Bäumen 
und enthält 4 — 7 Eier, die in 2 Färbungstypen vorkommen. Sie sind (am öftesten) 
l)räunlich oder sehr blaß blaugrünlich, über und über mit ])leichem rötlichen Braun gewölkt 
und mit schwarzbraunen und braunroten Zeichnungen versehen. Die andere Type ist 
hellblau, mit ähnlicher Zeichnung. Besonders charakteristisch sind die sogenannten Brand- 
flecke, d. h. dunkelbraune Flecke mit verwischten Rändern, wie bei Brandlöchern in Papier. 
Manchmal kommen auch ungefleckte, sehr selten einfarbig hellblaue Eier vor. Maße von 
100 Eiern nach Rey im Durchschnitt 19.3 x 14.6, im Maximum 22.8 X 15.5 oder 
22.5 X 15.8, Minimum (von Spureiern abgesehen) 17 x 13.7 bezw. 17.7 x 13.2 mm. 
Durchschnittsgewicht 0.125 g. — Während des Zuges findet eine teilweise Trennung 
der Geschlechter statt, auch überwintern in N. -Deutschland fast nur cJ. 

202. Pringilla coelebs spodiogenys Bp. 

Der Maureufiuk. 

Fringilla spodiogenys Bonaparte, R<^x. Zool. 1841. p. 146 (Sfax in Tunis, an der (Jrenze 
von Tripolis. — Der Name wurde später oft in spodiogenia uud spod'togena 
verändert). 

Oberer Teil der Zügel imd schmales Stirnband schwarz. Oberkopf, 
Oberhals, Kopf- und Halsseiten hellbläulichgrau, Kücken und Bürzel gelblich- 
olivengrün, in der Mitte des Rückens die grauen Wurzelteile der Federn 
mehr hervortretend. Oberschwanzdecken hellgrau. Schiilterfedern und die 
dem Körper nächsten Flügeldecken grau, kleinste Flügeldecken am Bng 
schwarz, mittlere weiß, große schwarz mit weißen Spitzen, Handdecken 
schwarz. Schwingen schwarz mit weißlichen Innen- und Außensäumen, von 
der vierten (vorhandenen) au die Basis der Außenfahue weiß, die mittleren 
Armschwingen weiß mit schwarzem Schafte und schwarzem keilförmigen Fleck 
von verschiedener Ausdehnung in der Mitte der vordem Hälfte. Mittlere Steuer- 
federn aschgrau, die nächsten schwarz, die äußern weiß, mit der Basis, dem 
Schaft, der Spitzenhälfte der Außenfahne und einem Streifen nahe dem Scliafte 
an der Spitze der Innenfalme schwarz. Unterseite grauweiß, stark bräunlich 
rosig übertüncht, in abgeriebenem Gefieder dunkler rosig, mehr weinrötlich. 
Flügel 93 — 96 mm. g einem Buchfinken weib oberflächlich ähnlich, aber blasser, 
Stirn, Oberkopf und Rücken olivenbräunlich, Flügel braun, nicht schwarz, die 
mittleren Armschwingeu ausgedehnt (meist etwa 7.3) weiß. 

Tunis (Sfax, Tripolis, Gafsa, Stadt Tunis, Hamam el Lif, Ostküste, 
Feriana, Nord-Tunis). 

Vertritt unsern Buchfink, mit dessen Lebensweise die seinige übereinstimmt. 
D&s Nest steht mit Vorliebe auf ülivenbäumen. Es ist im wesentlichen ganz wie ein 
Buchfinkennest und die 4 (selten 5) Eier gleichen ebenfalls Buchfinkeueiern. Sie 
messen etwa 19 bis 22 x 14.5 bis 16 mm. (Vgl. Journ. f. Gm., 1888, 1899). Die 
Hauptbrutzeit fällt in die Monate April und Mai. 

203. Fringilla coelebs africana Levaill. 

Fringilla africana Levaillant, Expl. Alger. Taf. VII (1850 — die 1850 erschienenen 
Tafeln waren von keinem Text begleitet, sie wurden aber später dem Werke 
von Loche beigegeben). 



128 Fringillidae. 

Ganz wie F. c spodiogeny^, mit ganz oder fast ebensoviel weiß an den 
innern Arraschwingeu, aber die Oberseite etwas dunkler, besonders der Oberkopf 
mehr schiefergrau, die Ohrdecken dunkler. Flügel 91 — 94 mm. 9 an den 
Ohrdecken etwas dunkler, sonst wie das von t\ c. i<podiogeiiys. Wenn man 
diese Form unterscheidet, muß der für die algerische Form angewandte 
Name afncana dafür gebraucht werden. 

Algerien (besonders in der Provinz Constautine bei Lambessa häufig). 
Genaue Verbreitung nicht bekannt, namentlich auch nicht die Grenze gegen 
F. c. spodiogenys im Osten und F\ c hoenigi im Westen. 

Bewohnt Steineichen- und Pinienwälder, Aleppokieferiigeliölze. Gärten- unil 
Olivenpflanziingen. (Journ. f. Orn. 1896, p. 114.) 

204. Pringilla coelebs koenigi Rothsch. & Hart. 

Fringilla spodiogenys koeniyi Rothschild & Hartert, Orn. Monatsber. 1893, [). 97, 1894, 
p. 75 (Marokko — Typus von Tanger). 

Auf den ersten Blick von F. c spodiogenys durch viel dunklere Farben, 
namentlich auf der Oberseite, unterschieden. Die mittleren Armschwiugen 
sind nicht großenteils, sondern viel weniger, nur an der Wurzel, ^4 l^is höchstens 
\., weiß. Flügel nur 87 — 90.5 mm. dunkler als bei /''. c spodiogenys 
und afncana. 

Marokko. (Tanger. Fl Kasar. Marrakesch. Tilula, Ras-el-Ain. Bei 
Mazagan nicht gefunden.) 

205. Pringilla coelebs maderensis Sharpe. 

Fringilla maderensis Sharpe. Cat. B. Brit. Mus. XII. p. 17.5 (1888 — Jladeira): Journ. 
1'. (3rn. 1890, Taf. VI. 

c5'ad. Stirnband schwarz, Pileum und Oberhals graublau, übrige Ober- 
seite lebhaft oliveugrün, über die Rückenmitte ein für diese Form sehr 
charakteristisclier breiter olivenbrauner Sattel. Unterseite wie bei F. <-. 
canariensis, Unterkörper in der Mitte weiß, deutlich weinrötlich überlaufen, 
an den Seiten hellschiefergrau. Sonst wie F c. canai-iensis, dessen 9 auch 
das 9 gleicht. 

Insel Madeira, wo er Laubwald (l^orbeer, Eichen) und Gärten, sowie 
spärlicher die Fichtenbestände bewohnt. 

206. Pringilla coelebs nioreletti Puch. 

Fringilla Moreletti Pucheran. Rev. & Mag. de Zool. 1859, p. 409-412, Taf. 16 (Azoren). 

dad, dem von F\ <-. inaderensis ähnlich, unterscheidet sich ab^r 
sehr auffallend durch die geringere Ausdehnung des Weiß an den seitlichen 
Steuerfedern. Diese sind, anstatt mindestens halb weiß zu sein, schiefer- 
farben mit nur ganz schmalem weißen Saum an dem Wurzelteil der Außen- 
und dem Spitzenteil der Innenfahne, oder sie haben ein weißes schiefstehendes 
Querband — unter über 80 untersuchten Stücken sind nur 5 — 6. die in 
der Ausdehnung des Weiß der Form von Madeira nahekommen und 2, die 
ihr darin gleichen. Außerdem ist mehr der ganze Rücken olivengrünlich. 



Fringillidae. 129 

ohne so deutlichen Sattel, am weißeren Unterkörper fehlt der weinrötliche 
Schimmer, die Brust ist meist etwas bräunlicher. Der Schnabel ist oft be- 
trächtlich, fast immer merklich größer. 

Die Inselu San Miguel, Graciosa, Flores, Santa Maria, Pico, Fayal, 
San Jorge, Corvo, San Pedro und Terceira im Azoren-Archipel, 

207. Pringilla coelebs canariensis Vieill. 

Fringilla canariensis Vieillot, Nouv. Dict. d'Hist. Nat. XII, p. 232 (1817 — Tenerife, 

Typus im Pariser Museum). 
Fringilla Tintillon Webb, Berthelot & Moquin-Tandon, Hist. Nat. lies Canar., Ornith., 

p. 21, Taf. 4 (1836 — 44 — Canaren. Beschreibung der Tenerife Form); Journ. 

f. Orn. 1890, Taf. VI. 

dad. Oberseite graublau (bläulich schieferfarben), Pileum blauschwarz 
(dunkel stahlblau), Bürzel olivengrttn, längste Oberschwanzdecken schiefer- 
grau. Schwanzzeichnung wie bei F. c. spodiogi'ii//s etc., d. h. mindestens die 
Hälfte der äußern Steuerfeder weiß. Unterseite hellrostgelblich mit wein- 
rötlichem Schimmer, Mitte des Unterkörpers weißlich. Seiten hellschiefergrau. 
Zügel und Kopfseiten wie die Brust, der hintere Teil der Ohrdecken und 
Halsseiten wie der Rücken. Flügel 85 — 88, Schnabel 13 — 14 mm. Q ähnlich 
denen der andern Formen, aber oben dunkel olivenbraun, Bürzel grün, 
Unterseite stark bräunlich übertüncht. Füße dunkelperlmutterfarb, Schnabel 
licht schieferfarb, in's Violette spielend, Spitze schwarz, Iris braun. 

Tenerife, Gran Canaria und Gomera in der Canarengruppe. 

Bevorzugt Kastanienhaine und Gärten, findet sich aber auch in Lorbeer- und 
Pinienwäldern. Lebensweise und Fortpflanzung der von F. c. coelebs ähnlich. (Vgl. 
Koenig. Journ. f. Orn. 1890.) 

208. Pringüla coelebs palmae Tristr. 

Fringilla palmae Tristram, Ann. & Mag. Nat. Hist. ser. 6, III, p. 489 (1889— Palma); 

Ibis 1890, Taf. III. 
Fringilla coerulescens Koenig. Journ. f. Orn. 1889, p. 183, 1890, p.479, Taf. Vil. 

Ganz wie F. c. canariensis, doch unterscheidet sich das ö wie folgt: 
Das Schieferblau des Ettckens (das übrigens von genau derselben Farbe ist) 
erstreckt sich über den ganzen Bürzel bis zu den Oberschwanzdecken, nur 
im fi'ischen Gefieder haben die schieferblauen Bürzelfedern grüne Säume, 
die aber gegen das Frühjahr hin verschwinden. Die röstliche Kehlfärbung 
hört an der Brust auf, die nur etwas rosig angehaucht ist, und ersti'eckt 
sich nicht wie bei F. c. canariensis über die Brust und an den Seiten entlang. 

Vertritt F. c. canariensis auf den Inseln Palma und Hierro (Ferro). 

Gleicht in der Lebensweise seinen Verwandten. Er lebt auf Palma in Lorbeer- 
beständen, sonstigem Walde und Pinien. Polatzek fand ihn auf Hierro hauptsächlich 
in den Pinienwäldern. Nest und Eier wie die von F. c. canarietisis. Koeuig gibt 
unbedeutende Unterschiede in den Locktönen an. 

209. Fringilla teydea Webb., Berth. & Moqu.-Tandon. 

Fringilla teydea Webb, ßerthelot & Moquin-Tandon, Hist. Nat. lies Canar., Ornith., 
p. 20, Taf. 1 (1836—44— Tenerife). 
E. Hartert, Die Vögel der paläarktischen Region. 9 



130 Fringillidao. 

dad. Gefieder hmg: die einzelnen Federn weich und zart, die ganze 
Oberseite gieicbmäßig graublau, die Wurzeln der Federn bellgrau. Schwingen 
und Schwanz schwarz, hellbläulichgrau gesäumt, die seitlichen Steuerfederu 
mit schmalem weißlichen Außensaum und Spitze, sowie großem schiefer- 
grauen Fleck vor der Spitze der Inuenfahne. Kleine Flügeldecken wie der 
Rücken, mittlere und große mit bellbläulichgrauen Spitzen, wodurch zwei 
Querbinden entstehen. Unterseite hellbläulicligrau, der Mitte entlang und 
die ünterschwanzdecken weiß, ünterflügeldecken hellgrau mit feinen silber- 
weißen Säumen. Flügel 103—105, Schwanz 83—8.5, Schnabel 16—17, 
Lauf etwa 24 mm. Q dem d ähnlich, aber etwas kleiner, heller, matter, 
oben matt bläulichgrau mit rostbräunlichem Schimmer und solchen Feder- 
rändern im frischen Gefieder. Juv. dem Q ähnlich. 

Ausschließlich Bewohner der Wälder von Pinus mnariensis, die sicli 
um den Pik von Teneriffa an der S.-, S.W.- und N.-Seite der Insel befinden, 
wo er Standvogel ist und brütet. 

Leljensweise iiu allgemeinen finkenartig. Aiißerordentlicli zutraulich. Lockton 
melodisch, von dem andrer Finken wohl verschieden. Der fiukenartige, dabei aber 
sehr charakteristische Schlag wird von Koenig mit „tschin, tin-tini vi-vi-vi-vi-vi" über- 
setzt. Nahrung vorzugsweise Fichteusamen und Insekten. Das Nest steht 2 — 14 m 
hoch in Fichten. Es besteht aus Piniennadeln, trockenen Stengeln, Maultierhaareu, 
Federn, Pflanzen- und Schafwolle und ist innen mit Tauben- und andern Federn aus- 
gekleidet. Es ist der Größe des Vogels entsprechend größer als ein Buchfinkennest, 
weniger fest und schön gefügt und nicht so tief gemuldet. Eier immer nur 2, hell- 
blaugrün mit rötlichweingrauen tiefer liegenden und tiefschwärzlich rotbraunen darüber 
liegenden Flecken, )nelir am stumpfen Ende. Sie gleichen riesigen, längliehen Dompfaffen- 
eiern. 2 von Thanner gesammelte messen 24.5x16, 24.8x16.1, Koenig gibt an 26x17, 
23x 17 mm. Die Hrutzeit ist der .Juni, das $ brütet 14 Tage allein. Nur eine Brut im Jahre. 

21« t. Fringilla montifringilla L. 

Der Bergfink. 

FriiKiilla Montifringilla Linnaeus, Syst. Nat. Ed. X, \>. 179 (1758 — „Habitat in Europa". 

Typische Lokalität Schweden, denn die Diagnose ist aus Fauna Suecica 198 

entnommen). 
Frinyilla lulensis Linnaeus, Sy.st. Nat. Ed. X, p. 180 (1758 — „Habitat in Suecia"). 
Fringilla septentrionalis Brelun. Handb. Naturg. Vög. Deutschi., p. 274 (1831 — Nord- 

Eui'opa). 
Fringilla major, borealis Brelmi, Vogelfang, p. 101 (1855 — Schweden und Lappland, 

durch Deutschland ziehend). 
Fringilla montifringilla alticeps A. Brehm, Verz. Samml., p. 9 (1866 — uomen nudum!) 
Engl. : Brambling. Franz.: Pinson des Ardennes, des montagnes. Schwed. : Bergfink. 

dad. Kopf, Kopfseiten, Hinterhals und ganzer Kücken blauschwarz, 
der (größere) Wurzelteil jeder Feder lichtgrau, jede Feder mit breitem rost- 
braunen Saum, der sich im Frühling größtenteils verliert, im Nacken ein 
verdeckter weißer Fleck. Schwingen schwarz mit weißen Innen- und schmalen 
liellgelben xAußensäumen. letztere an den Armschwingen nur an der Spitzen- 
hälfte, die letzten drei Armscliwingen mit breiten rostbraunen Außenkanten. 
Basis der Außenfahnen der Schwingen von der vierten entwickelten Schwinge 
an weiß. Schulterfederii rostbraun. Kleine Oberflügeldecken goldig gelblich 
rostbraun, mittlere weiß (frisch mit rostgelbem Schimmer), große schwarz 
mit breiten, weißen, rostbraun überlaufenen Endsäumen. Bürzel schneeweiß, 



Frin.yilli^lai'. 131 

größere Obeisoliwaiizdeckeii schwarz mit graubrauuen 8äumeu, frisch mit 
schiefergrauera Anflug. Steuerfederu schwarz mit gelblich weißen Rändern; 
das äußere l*aar ]nit zur Hälfte weißer Außeufahne und weißem, an Aus- 
dehnung variierendem und manchmal fehlenden Längsstreif nahe dem Schafte an 
der Tnnenfahne, mittelstes Paar mehr oder minder schieferfarben überzogen. 
Kehle, Kropf und Brustseiteu ziunutartig rostbraun, Weichen mit llostfarbe 
überzogen und mit einigen rundlichen schwarzen Flecken, übrige Unterseite 
weiß, üuterschwauzdecken rostbräuulicli angeflogen, üuterflügeldccken und 
Achselfedern gelb. Schnabel orangegelb mit schwarzer Spitze, Iris braun, 
Füße graulich fleischfarben. 9 oben nicht so schwarz, da das Schwarz nur 
einen subterminalen Fleck an jeder Feder einnimmt, außerdem die Kopf- 
seiten und ein Superciliarstreif hell aschbräunlich, Halsseiten und Fleck 
quer über den Hinterhals hell asciigrau, weil die Federn dort ganz bräunlich, 
beziehungsweise hellgrau sind, — Im ersten Federkleide dem Q ähnlich, 
aber mehr olivenbräunlich, der Hinterhalsfleck sehr markiei-t, Bürzel und 
Unterkörper mit Gelbbraun überzogen, dad: Flügel 91 — 95. Schwanz 77 — 79, 
Schnabel etwa 13, Lauf 2(i -22 mm. 

Brutvdgel im Norden der Alten AVeit, in den subarktischen Nadel- 
und Birk(^n Wäldern, von Norwegen bis Kamtschatka. Zugvogel, der im 
Winter Euroita und Nord- Asien überzieht. l^]r zieht in Menge nach Deutschland 
und England, vereinzelt bis nach Nord-Afrika, häufig noch in Nord-Italien, 
in Asien bis Turkestau und sogar bis N.W.-Indien, im Osten Itis nach China 
und Japan. 

Kräftig, uiclit .so scheu wie Buclilinkou, auf doni Zuge in großen Flügen, auch die 
Nester gern nahe beieinander. Lockton ein gezogenes lautes Quäken, auch ein kurzes 
jäck, jäck, sowie ein kreischendes Schi-üik. Gesang kreischend, klirrend, an das 
„J)ichten" der Buchfinken erinnernd. Nalirung allerlei, besonders ölhaltige Sämereien, 
Bucheckern, daher sie in Buchenwäldern in guten Nußjahren massenhaft auftreten. 
Ln Sommer verzehren sie viele Insekten. Das Nest steht meist in einer Astgabel nahe 
am Stamm auf Birken, Tannen, Kiefern, W'achholder, in Bäumen oder Büschen, ist 
loser und umfiingreicher, sonst aber wie das des Buchfinken. i)ie 5 — 7 Eier sind 
ganz wie die gewöhnlichen bräunlicligrünlichen Buchfinkeneier, blaue Varietäten, die 
den Dompfafl'eiern ähneln, scheinen aber nicht vorzukommen. 56 Eier der Rey'schen 
Sammlung messen 16. 8x 13.8, 17. 3x 13.5, 19.3>< 14.6 bis 21.5x14.5 und 19. 8x 15.5mm. 
Das Durchschnittsgewicht ist 0.127 gr. Bei-gfinken wnren früher eine beliebte Speise, 
sie sind die ,. Roliämmer" der Elsässer. 



GenuR MONTIFRINGILLA Brehm 1828. 

Umfang wie im XII. Bande des Catalogne of Birds, also J.eacosticte 
und Fringalauda einschließend. Die angeblich so verschiedenen Färbuugs- 
charaktere dieser Pseudogenera sind durch Anklänge verbunden, der nur 
etwas w^eniger mehr ausgeschnittene Schwanz und verhältnismäßig längere 
Tarsus der letzteren ist doch nicht genügend für generische Trennung. 
Schnabel sperlingsartig, aber schlanker und spitzer, (Figur 28,) Nasenlöcher 
von vorstehenden Borsten verdeckt, Schwanz lang, normal, mehr oder minder 
ausgebuchtet, Läufe mittellang, ziemlich kräftig, Flügel sehr lang, die 
ersten % — 3 ausgebildeten Schwingen am längsten und fast gleich, der Ab- 
stand zwischen den längsten Hand- und Armschwingen sehr groß. Beinahe 
20 Formen in den Alpen und süd-europäischen Gebirgen, den nord-asiatischen 

9* 



132 Fringillidae. 

Bergen, N.O.-Asien und Nord-Anaerika. Nisten in Felslöcbern und an Ge- 
bäuden und legen (soweit die Nistweise bekannt ist) reinweiße glattsclialige Eier! 

Übersicht der paläarktischen Arten (c^ad.):^) 

Äußere Steuerf'edern reinweiß mit weißen Schäften, mit oder ohne schmale 

schwarze Spitzen. Halsseiten ohne rostrot 2 

Steiierfedern graulichweiß mit schwarzen Schäften . . . . M. arctons . p. 138 
Äußere Steuerfederu größtenteils Aveiß mit breiten schwärzlichen Spitzen, 

Halsseiten rostrot 3 

Äußere Steuerfedern wenigstens an den Inuenf ahnen ohne alles weiß . . 4 

j Bürzel schwarz, Zügel grau M. nivalis . p. 132 

\ Bürzel weiß, Zügel schwarz M. mmulellii . p. 134 

Kehle weiß, Stirn ohne schwarz M. ruficoUis . p. 135 

Kehle schwarz, Stirn mit schwarzem Strich M. hlanfordi . p. 135 

Kehle schwarz, Stirn ganz schwarz M. davidiana . p. 134 

Oberseite sperlingsartig gestreift, ohne rot M. tiemoricola . p. 136 

Oberseite fast einfarbig blaß bräunlichgrau AI. brandti . p. 137 

Oberseite braun, nie ohne rot 5 

1 Oberkopf karminrot M. roborowskii . p. 139 

\ -Oberkopf schwarz oder braun 6 

j Obere Schwanzdeeken schwarzbraun ohne rot M. gigliolii . p. 139 

\ Obere Schwanzdecken mit roten Spitzen 7 

I Hinterkopf grau M. tephrocotis griseinncha . p. 140 

^ Hinterkopf braun M. brunneinucha . p. 140 

211. Montifringilla nivalis nivalis (L.). (Fig. 28.) 
Schneefink. 

Frivgilla nivalis Linnaeus, Syst. Nat. Ed. XII, I (17H6), p. 321 („Hab. in America — 

errore! Ex Brisson IH, p. 162 — Fundort nicht angegeben, als typ. Lok. 

sehe ich Schweiz an.) 
FringiUa saxatilis Koch, Syst. baier. Zool., p. 216 (1816 — „Hochalpen von Tyrol, 

Salzburg"). 
(„Plectrophanes frmgilloides" Boie, Isis 182^, p. 554 ist ein ganz unsicheres nomen nudum !) 
Montifringilla glacialis Brehm. Handb. Natnrg. Vög. Deutschi., p. 270 (1831 — Alpen 

Tirols: erste Beschreib.). 
Engl.: Snow-Finch. Franz.: Pinson des Neiges. Ital. : Fringuello alpino. 

dad. Oberkopf und Kopfseiten aschgrau, Rücken braun, die Feder- 
ränder lichter, unterer Bürzel und Oberschwanzdecken schwarz mit bräunlichen 
Säumen, die oberen seitlichen Oberschwanzdecken- teils ganz weiß, teils mit 
weißen Außenfahnen. Handschwingen schwarz mit weißlichen, an den inneren 
. Schwingen breiteren Spitzeusäumen, Armschwingen weiß, die 

äußerste Basis schwarz, die innersten größtenteils, braun. Ober- 
flflgeldecken weiß, Handdecken mit schwarzen Spitzen, Afterflügel 
schwarz. Äußerste Steuerfeder ganz weiß, die andern mit 
Figur 28 schwarzen Spitzen, das mittelste Paar schwarz mit bräuulichweißen 
Säumen. Ganze Unterseite weiß mit gelblichem Schimmer, die 
schwarzen Federwurzeln an der Kehle, infolge der dort großenteils schwarzen 
Federn mehr oder minder sichtbar, die längsten Unterschwanzdecken mit 




^) Die mir unbekannt gebliebene M. kansuensis konnte ich in der Übersicht 
nicht einfügen. 



Fringillidae. 133 

tiefbrauuen Spitzen. Unterflügeldeckeu weiß. Iris dimkelkastanienbraun, Füße 
schwarz, Schnabel orangegelb mit schwärzlicher Spitze. Durch das Abtragen 
der Federränder wird im Frühjahr der Oberkopf dunkler schiefergrau, der 
Eücken reiner braun, Flügel und mittlere Steuerfederu rein schwarz, die 
Mitte der Kehle ganz schwarz. Schnabel im Sommer schwarz. Q wie ö 
aber in der Regel eine Wenigkeit kleiner und der Schnabel auch im Sommer 
nicht schwarz, sondern bräunlichgelb mit schwarzer Spitze. Flügel 117 
bis 125, Schwanz 73 — 75, Lauf etwa 22, Schnabel 13 — 14 mm. Juv. 
Dem alten Vogel sehr ähnlich, aber Handdecken ganz schwarz, die weißen 
Armschwiugen mit länglichem schwarzen Fleck auf der Außenfahue, die 
meisten Steuerfederu mit mehr Schwarz nahe der Spitze, Unterseite mehr 
aschgrau verwasclien. Iris dunkel graubraun, Füße schwarz, Schnabel dunkel 
zitrongelb mit schwärzlicher Spitze (Flüela-Paß, 9. Juli). 

Bewolint das Alpengebiet, Pyrenäen und Apennin, und soll angeblich 
ostwärts bis Palästina vorkommen, eine Angabe, die aber durchaus der Be- 
stätigung bedarf. 

Hält sich das ganze .Tahr hindurch nur in sehr hohen Lagen auf, immer ober- 
halb des Baumwuchses, zwischen Steinen und an Felsen, noch mehr vielleicht an Ge- 
bäuden, in Mauerlöchern und unter den Dächern der hochgelegenen Hospize, wie 
z. B. auf dem Flüela-Paß, dem St. Bei'uhard, Spliigen, Simplon, Gemmi, Grimsel, 
St. Gotthard u. a. m. nistend. Nach der Nistzeit zieht er sich noch höher, bis in die 
Gletscher-Eegion zurück, wo er sich in Flügen bis über 60 Stück herumtreibt, kommt 
aber in der kalten Jahreszeit als sehr seltener Wintergast in die niedrigeren Bei'ge 
und Täler herab, während die meisten auch den strengsten Winter durch an den hoch- 
gelegenen Hospizen, Klöstern und Dörfern ausharren. 

Am Brutplatze vertraut, sonst aber sehr scheu. Im Gebahren buclifinken- 
ähnlich, aber durchaus kein Baumvogel, sondern am Boden, an Felsen und auf Gebäuden 
sitzend und herumhüpfend Nahrung suchend. Die Locktöne sind kurze, piepende, 
etwas an die der Kreuzschnäbel erinnernde Laute, der Gesang ist nichts wert. Mahrung 
Sämereien und im Sommer auch Insekten, namentlich (auf dem Flüelapaß) Dipterenlarven. 

Das Nest ist groß und dickwandig, aus Gras und Moos, mit Federn und Haaren 
sehr dicht ausgefüttert. Es enthält anfangs Mai das erste Gelege von 4 — 6 matt- 
glänzenden, dichtporigen, schneeweißen, ungefleckten, feinkörnigen Eiern, die von 
22.7x16.9, 24.3x16.8 und 22.3x16.9 bis 23.5x16.6 und 24.3 x 16.8 mm messen. 
Manchmal sollen zwei Brüten stattfinden. 



212. Montifringilla nivalis alpicola (PalL). 

Passer alpicola Pallas, Zoogr. Rosso-Asiat. II, p. 20 (1831 — „In alpibus summis Caucasi 
atque mont. Cerauniorum Caspicum lacum ambientium"). 

Montifringilla leucura Bonaparte, Compt. Rend. XLI, p. 657 (1855 — Indien, Persien. 
Tyjjische Lokal. Erzerum, ex Gould M.S.). 

Montifringilla fringilloides Dresser, Ibis 1875, p. 242 (errore, descr. nulla — Turkestan). 

Ganz wie M. nivalis nivalis, aber der Oberkopf nicht grau, sondern 
etwa so braun wie der Rücken, die Oberseite etwas heller braun; etwas 
kleiner, Flügel etwa 2 — 5 mm kürzer, Schnabel aber meist etwas länger und 
stärker, also relativ größer. 

Kaukasus, durch Persien und Afghanistan bis Ost -Turkestan, brütet 
in der alpinen Region, in Höhen von 10 — 14000 Fuß, kommt aber im Winter 
bis 3000 Fuß heriib. 



134 Friugillidae. 

213. Montifringilla nivalis adamsi Adams. 

Montifringilla adamsi Adams (ex Moure M.Sj, Proc. Zool. Soc. London 1858, p. 482 
'(Ladakh). 

Wie M. nivalis alpicola, aber etwas kleiner, die kleineu Oberflügel- 
decken braun wie der Rücken, die mittleren braun mit weißen Spitzen, die 
Armscliwingen nicht weiß, sondern braun, nur die Spitzen der Innenfahnen 
zu etwa einem Drittel weiß. 

Bewohnt die Schneeregion des westlichen Himalaja von Kaschmir, 
Ladakh, Kulu, Gilgit, östlich (nach Hume) bis Sikkira, nördlich bis Kaschgar 
und auch noch Teile von Tibet. 

Hiiulig bei Liidakh auf kahlem Felsgelände. Ruf lerchenartig' (nach Adams), 
Nester in Erddämnien, die die Tataren über den Gräbern bauen. 

214. Montifringilla mandelli Hume. 

Montifringilla Mandelli Hume. Stray Feath. 1S76. ]). 488 („Borders of Thibet. north 

of Xative Sikkim"). 
Onychosjnza taczanowskii Przewalski, Mongol. i Strana Taugui. II, p. 81, Tai'. XI (1876 — 

ßussisch! Übers, in Rowley's Orn. Mise. II, ]).290. 1877. Tetunga und Kuku- 

Nor Steppen in N. -Tibet). 

Ähnlich M. ru/icoUis, aber ohne alles Rostbraun, Stirn nud Streif über 
dem Auge weiß, Bürzel weiß, Oberkopf und Rücken erdbraun, mit mehr 
oder minder deutlichen hellen und dunklen Streifen, Oberschwanzdecken 
hellbraun. Schwingen und Flügeldecken tiefbraun mit weißlichen Säumen, 
die an den Arm schwingen lireiter und bräunlicher sind. Zügel schwarz, 
Ohrdecken und Halsseiten blaßgrau, Unterseite weißlich mit perlgrauem 
Schimmer, am Unterkörper reiner weiß, Körperseiten mit aschgrauem Schimmer 
und etwas undeutlicher Streifung. Flügel etwa 105 mm. 

Tibet, von den Nan-Schau Bergen bis zum Himalaja, soll al)er in 
Tsaidam fehlen. 



215. Montifringilla davidiana (Verr.). 

Fyrgilauda davidiana Yerreaux. Nouv. Arch. Mus. VI, Bull., p. 40 (1870 — „Montagnes 
du Thibet Chiuois", Armand David coli.) op. cit. V^II, Tat. 1. 

Passer ouratensis Swinhoe, Proc. Zool. Soc. Lond. 1870, p.430 (Ex David M.S.. Oulashan. 
Ungenügende Beschreibung !). 

Oberkopf bräunlichsaudgrau, Stirn, breiter Streif um den Schnabel 
herum, Kinn und Mitte der Kehle bis zur Vorderbrust schwarz, Halsseiten 
und Unterseite weiß mit rötlichem Schimmer. Oberseite sandbraun mit 
schwarzlu-aunen Längsflecken auf dem Rücken. Körperseiten hell rostbräunlich. 
Unterflügeldecken weiß. Schwingen dunkelbraun mit hellen Säumen, innere 
Handschwiugen an der Wurzel mit weißem Querbaude. Mittelste Steuer- 
federn dunkelbraun, breit hellbraun umsäumt und mit subterminaler weißer 
Linie, die übrigen schwarz mit weiß an der Basis der Innenfahnen und 
breiter subtermiualer schwarzer Binde. Flügel 84 — 85, Schwanz etwa 43, 
Lauf 17, Schnabel etwa 12 mm. 

Die hohen Bero-e der chinesischen Mongolei. 



Fringillidae. 136 



216. Montifringilla ruficollis Blanf. 

Montifringilla ruficollis Blanford, Pioc. Asiat. Soc. Beiigal 1871, \^. 227 (Kangra Lama 
Paß, 15 500 engl. Fuß hoch, nördl. Sikkim), üould, B. A.sia V, Taf. 5. 

dad. Stirn sclimutzigweiß, übrige Oberseite hell sandigbraun, der Rücken 
durch Federn, deren eine Fahne dunkelbraun ist, dunkelgestreift. Von den 
Zügeln unter dem Auge bis über die Ohrdecken ein breiter schwärzlicher, darüber 
ein nach vorn weißer, nach hinten zu hell rostroter Streif. Kopf- und Hals- 
seiten rostrotbraun, an den Ohrdecken am lebhaftesten. Handschwingeji 
dunkelbraun mit hellen, an den inneren Armschwingen l»reiteren Säumen, 
die innersten sowohl als die Armschwingen mit dem größeren Teile der 
Basishälfte weiß. Handdecken schwarzbraun, kleine Oberfiügeldecken asch- 
grau, mittlere weiß mit schwarzer Basis, große dunkelbraun mit hellbraunen, 
nach der Wurzel zu mehr grauen Säumen. Mittelste Steuerfedern dunkel- 
braun mit hellbraunen Rändern, die übrigen hellgrau mit breiter schwarzer, 
hellbraun gesäumter Spitze und weißem su))terminalen Fleck, dtis äußerste 
Paar an der ganzen Außenfahne weiß. Unterseite samt den Unterflügeldecken 
weiß, au den Seiten der Kehle je ein schmaler, schwarzer Bartstreif, Körper- 
seiten und undeutliches Kropfband rötlich rostfarben. Schnabel dunkel horn- 
farben. Füße schwärzlich. Flügel 94—96, Schwanz etwa 57 — 58, Lauf 20, 
Schnabel 10 — 11 mm. Im abgetragenen Sommergefieder tritt die Streifung 
des Rückens mehr hervor. Q ad. wie ö , al)er etwas matter gefärbt, Stirn 
niclit so weißlich, Kopfseiten matter rostrot. Größe etwas geringer. Junge 
Vögel sind brauner, der ganze Oberkopf ist einförmig )>raun, die Unterseite 
rostfarb verwaschen. 

Tibet von Sikkim bis zum Kukunor und Kansu. 

Bewohner großer Höhen von 15 — 16000 engl. Fuß. Im AVinter in großen Flügen. 
Xistet in den von Lagomijs gegrabenen Hohlen. 



217. Montifringilla blanfordi Hume. 

Montifringilla blanfordi Hume, Stray Feather.s 1876. p. 487 (Tibet, gesannnelt von 

Mandelli), Cat. B. Brit. Mus. XII, Taf. 4. 
JPyrgilauda barbata Przewalski, Ibis 1887, p. 412 (Übers, a. d. russ., Kansu). 

Ähnlich M. rnficoU/\ aber der Rücken ungestreift, die Handdecken 
schwarz mit graubraunen Säumen, Oberflügeldecken wie der Rücken, ohne 
Weiß; die ausgedehnt weiße Stirn mit einem schwarzen Längsstreifen, 
Zügel, schmaler Strich an den Schnabelseiten und Kehlmitte schwarz; übrige 
Kehle und Kopf- und Halsseiten weiß. Flügel 98 mm. Mehreren Stücken 
im British Museum fehlt die schwarze Kehlmitte. Vielleicht sind es die Q . 
Junge Vögel sind oben brauner, der Kopf ist ))räunlich, die schwarzen 
Zeichnungen grau. 

Sikkim und das nördlich davon gelegene Tibet, bis Kansu im west- 
lichen China. 

Wurde in Höhen von 12 — 14000 engl. Fuß beobachtet. Benehmen wie das von 
M. ruficollis. Wahrscheinlich auch in den Höhlen von Lagomys brütend. Im Winter 
in Flügen von 20—40 Stück. 



136 Fringillidae. 

218. Montifringilla kansuensis (Przew.). 

Pyrgilauda Ttansuensis Przewalsky, Journ. f. Orn. 1887, p. 283, Ibis 1887, p. 414 (aus d. 
russ., Kansu). 

<3 9 ad. Zweite Schwinge die längste, erste gleich der dritten, manchmal 
gleich der zweiten. Schwanz leicht ausgeschnitten, die äußersten Federn 
kürzer als das dritte Paar.^) Oberkopf einfai'big braun, Hinterhals und 
Halsseiten gelbweißlichbraun; Rücken gelblichbraun mit schwärzlichen Längs- 
flecken, Bürzel und Oberschwanzdecken rotbraun. Zügel und undeutlicher 
Superciliarstreif weißlichbraun, Ohrdecken lichtbraun. Wangen und Unterseite 
schmutzigweiß, an Wangen und Kropf mit rotbraunem Schimmer, Finnken 
dunkler rotbraun, Steiß weißlichrot^). Kehle an der oberen Hälfte schwarz, 
im frischen Gefieder durch weiße Federkanten verdeckt. Flügel schwarz- 
braun mit braungelblichen Rändern-), Außenrand der ersten Schwinge^) weiß. 
In der Mitte der Innenfahneu der Schwingen, bei der vierten beginnend, 
sind weiße Flecken, die einen Spiegel bilden, der bei zusammengelegtem 
Flügel fast ganz verdeckt ist, üuterflügeldecken weiß. Schwanz dunkelbraun 
mit bräunlichgelbeu Rändern'-). Das äußerste Steuerfederpaar ist weiß, mit 
oder ohne dunkelbraune Flecke auf der Innenfahne, die übrigen Steuerfedern, 
mit Ausnahme der 2—4 mittelsten einfarbig dunkelbraunen, mit weißem 
Fleck in der Mitte der Innenfahne, manchmal auch auf der Außenfahne. 
Iris und Füße braun. Flügel ä 77, 9 7t), Schwanz ö 39, 9 41, Schnabel 9, 
Lauf 17.1—17.3 mm. (Nach Przewalsky!) 

Kansu, Steppe und Hügel nördlich des ChagTin-gol. 

Brütet in den Löchern von Spermophilus. 

219. Montifringilla nemoricola nemoricola (Hodgs.). 

Fringalauda nemoricola Hodgson, Asiat. Res. XIX, p. 158 (1836 — „central & north, 
regions of Nepal"), Abbild, ßp. & Schleg., Monogr. Lox., Taf. 47. 

ö 9 ad. Oberseite dunkelbraun und heller braun gestreift, jede Feder 
in der Mitte tiefbraun, an den Rändern heller und mehr rostbraun, einige 
Federn, des Oberrückens auch noch mit weißlichen Seitenfleckeu. Bürzel 
einförmig graubraun, Oberschwanzdecken tiefbraun mit etwa 2 mm breiten 
Spitzensäumen. Schwingen tiefbraun mit hellbräunlichen, in der Mitte der 
Außenfahnen der Armschwingen fast weißen Säumen. Oberflügeldecken 
braun, eine Reihe der mittleren und die großen mit schmalen weißen 
Säumeu. Zügel und breiter Superciliarstreif bräunlich aschgrau, Ohrdecken braun 
mit feinen grauen Linien. Unterseite schmutzig graubraun, Mitte des Unter- 
körpers und Unterflügeldecken heller, fast weißlich, Unterschwanzdecken 
dunkelbraun mit sehr breiten weißen Rändern. Schnabel und Füße braun, 
Iris rot. Achselfedern zitrongelb, an den Spitzen weiß. Flügel 99 — 105, 
Schwanz 66—71, Lauf 21, Schnabel 11 — 12 mm. 

Juv. Oberkopf und Ohrdecken einfarbig rostbraun, Oberseite mehr 
rostbräunlich, Unterseite rostbraun, etwas heller als der Kopf 

Östlicher Himalaja von Nepal ostwärts bis Kansu und Mupin im 
westlichen China, nur im Hochgebirge. 



') Die englische Übersetzung ist hier offenbar ganz fehlerhaft. 
2) Die deutsche Übersetzung ist hier falsch, statt „Bändern" ist „Bändern" ge- 
druckt, u. a. m. 



Fringillidae. 137 

220. Montifringilla nemoricola altaica (Eversm.). 

Fringilla altaica Eversmann, Bull. Soc. Imp. Nat. Mose. XXI, p. 223 (1848 — Altai). 
Propasser murrayi Blyth, Journ. As. Soc. Beng. XXXII, p. 458 (1863 — Tonglu Berg^ 

10000 Fuß, Grenze von Sikkim). 
Fringillauda sordida Stoliczka, Journ. As. Soc. Beng. XXXVII, 2, p. 63 (1868 — nördl. 

von Simla). 
Passer pulverulentus Severtz., Turkest. Jevotu., p. 64, 116 (1873); Übers. Ibis 1875, 

p.^270 (Turkestan). 

Wie M. n. neinorlcola aber die Achselfedern weißgrau ohne eine Spur 
von Gelb, die Säume der größern und mittlem Flügeldecken hellrostfarben, 
nicht weißlich. 

Westlicher Himalaya von Kumaon bis Gilgit und Afghanistan, Turkestan 
bis zum Altai, im Sommer nur in großen Höhen. 

221. Montifringilla brandti brandti (Bp.). 

Leucostide brandti Bonaparte, Consp. Av. I, p. 537 (1850 — „ex Sibiria or". — errore! 

Die typische Lokalität düri'te Turkestan sein). 
Leucostide pamirensis Severtzow, Ibis 1883, p. 58 (Tian-Schan). 

Ad. Vorderkopf bis zur Kopfmitte und Zügel schwarz mit weißbräunlichen 
Säumen, Hinterkopf und Nacken düster rauchfarben mit bräunlichen Säumen, 
übrige Oberseite lichtgrau mit dunkleren Schaftstrichen und rostgelblichen 
Säumen, Bürzelfedern mit oft kaum bemerkbaren hellrosenroten Säumen, 
Oberschwanzdeckeu etwas reiner grau. Unterseite lichtgrau mit schwachem 
bräunlichen Schimmer. Kleine Oberflügeldecken mit rosenroten 
Säumen. Flügel und Schwanz schwärzlich mit weißlichen Säumen. Iris 
braun, Schnabel braun, Füße schwarz. Im abgetragenen Sommergefieder sieht 
der Rücken mehr gestreift aus, die weißbrüunlichen Säume auf dem Kopfe 
und Rücken sind verschwunden, der Schnabel ist schwarz. Die rosenroten 
Bürzelsäume fehlen nicht selten, zumal bei jüngeren und weiblichen Vögeln. 
Flügel 115 (9) bis 120 und 125 (d), Schwanz etwa 79—84, Lauf 21— 23^2, 
Schnabel 12^/2—131/2 mm. 

Juv. Viel mehr rotbräuulich, die kleinen Flügeldecken ohne Rosenrot, 
aber mit rosenroten Bürzelsäumen, also dem alten M. b. liaematopygia einiger- 
maßen ähnlich. (Im abgetragenen Gefieder wird das Rot auf dem Bürzel 
durch das Verschwinden verdeckender Federfahnenpartikelchen feuriger, die 
roten Säume der kleinen Flügeldecken aber stoßen sich ab.) 

Tian-Schan, Pamir-Gebirge, Alai und Traus-Alai-Ketten in Ost-Turkestan, 
im Sommer nur in großen Höhen bis zur Schneegrenze, im Winter bis 
6500 engl. Fuß herab. 

222. Montifringilla brandti liaematopygia Gould. 

Montifringilla liaematopygia Gould, Proc. Zool. Soc. London 1851, p. 114 (von Lord 
Gifford in „Tibet" erbeutet). 

Ganz wie M.b.brtmdti, aber die kleinen Oberflügeldecken ganz ohne 
rote Säume, dagegen der Bürzel mit breiten roten Säumen, Oberseite 
bräunlicher und deutlicher gestreift, Flügel durchschnittlich 3 — 5 mm kürzer. 

Himalaya von Gilgit bis Sikkim, im Sommer in Höhen von 12 — 19000 
engl. Fuß. 



138 Fringillidae. 

22/}. Montifringilla brandti walteri subsp. uov. 

Montifringilla fovmao M. b. haematopygia dictae siinilis, scd ubique obscurior, pileo 
nigro, dorso schistaceo-fusco, uropygii phimis fusco-uigrescentibus, anguste 
roseomarginatis, supracaudalibu« fuscis, albido tei'minatis. 

Viel dunkler als irgendwelche l^Lxeniplare von M. b. hraudti und M. h. 
haematopygia, Oberkopf schwarz, Rücken und Bürzel dunkel scliieferbraun, 
ersterer mit heller braunen Federrändern, letzterer mit rosenroten Feder- 
säumen, Oberscliwanzdecken tiefbraun mit weiblichen 8pitzensäuraen. Unter- 
seite dunkel rauchgrau, ünterschwanzdecken fast weiß. Kleine Oberflügeldecken 
bräunlich oline rote Säume! Flügel 118 mm. 

Diese auffallende neue Form liegt in einem Balg („d"'?) vor, von 
Berezowsky a-m 6. April 1894 zu Sung-pan, Sue-shan, in Szetschwan im 
nordwestlichen Cliina gesammelt. Sie dürfte die verwandten Formen in den 
Hochgebirgen von Szetschwan und Kansu vertreten. 

(Benannt zur Erinnerung an Dr. Walter v. Rothschild, der die Form 
zuerst in Nov. Zool. 1902, p. 167 erwähnte). 

224. Montifringilla arctous (Pall.). 

Fasser arctous I'allas, Zoogr. Jlosso-Äsiat. IL i). 21 (18ül — ,,Ad Jeniseani et in orientali 

Sibiria", otc). 
Fringilla (Linaria) gebiert Brandt, linll. Sei. Acad. St. Pi'tersb. X, p. 251 (1842). 

dad. Oberseite dunkel schokoladenbraun, auf dem Rücken mit sehr feinen 
grauen Federrändern, auf dem Kopfe mit weißlichen Flecken an den Feder- 
spitzen, Hinterhals hellfahlbraun. Oberschwanzdecken graulichweiß mit schwarzen 
Schäften, die oberen schwarz verwaschen. Schwingen helbischgrau, Außen- 
lahnen graulichweiß, im frischen Getieder mit ganz schmalen rosenroten 
Rändern, Schäfte schwarz, Spitzen schwarzgrau, Handdecken und größte 
Flügeldecken graulichweiß mit scliwärzlichen Spitzen, übrige Flügeldecken 
tief scliokoladenbraun. Steuerfedern graulichweiß (weiß mit grau bepudert) 
mit schwarzen Schäften und dunkelgrauen Spitzen. Kopfseiten und Unter- 
seite schokoladenbraun, Kinn und Ohrdecken mit silbergrauem Schimmer, 
Brust und Unterkörper mit bräunlich rosenrotem Schimmer an den Spitzen 
der Federn, ünterschwanzdecken weiß mit grau wie bepudert, Unterflügel- 
decken graubraun. Füße schw.irz, Schnabel gelbbraun mit dunkler Spitze. 
Flügel 113—116, Schwanz 76, Lauf 21—22, Schnabel 11 — 12 mm. g vom 
ä sehr verschieden: Kleiner, Flügel 104 — 109, Ober- und Unterseite viel 
lieller und mehr graubraun mit fahlen Federsäumeu, Spitzen der Federn 
der Unterseite und Schwiugensäume ohne jeden roten Schimmer, Hinterhals 
nicht so auffallend viel heller. Schwingen und Schwanz etwas mehr mit 
grau getrübt. Juv. dem 9 ganz ähnlich, aber noch bräunlicher und mit 
breiteren rostfahlen Säumen. 

Mittlere Teile des südlichen Sibiriens. Genaue Fundorte: im Winter 
nach Pallas am Jenissei (jedenfalls nur an den südlichen Teilen des Flusses), 
westlicher Teil des Tian-Schan (südlich des Issik Kul), Kultuk (Sarudny), 
Altai (Katou Karagai, Taucre's Sammler), Gebirge Khamardaban (südl. Baikal), 
Biriussa (Stubendorif). 



Fringillidae. X39 



225. Montifringilla roborowskii (Pizew.). 

Leucosticte roboro ivskii Przewälski, Ibis, 1887, j). 411 (Übersetzung a. d. russ. Burkhan- 
Budda-Zug). 

Obei'kopf und Hals karminrot mit silberweißen Flecken im Genick. 
Kopfseiten und Kehle tiefschwärzlicb karminrot, mit großen dreieckigen 
Silberflecken auf der Kelile. Der ganze Körper rosenrot, jede einzelne 
Feder an Hinterbals, Rücken und Scbulterfittichen und die äußeren Oberflügel- 
decken mit karminroten Räudern. Schwingen und Steuerfedern dunkelbraun 
mit hell rosenroten Säumen, die äußerste Steuerfeder mit weißem Außen- 
saume. Ober- und ünterschwauzdecken rosenrot, an den hintern AVeichen- 
federn einige lange schwärzliche Streifen („bars"). üuterflügeldecken weiß 
mit rosenroten Rändern. Schnabel dunkel hornbraun, an der Wurzel heller. 
Füße braun, Iris dunkelbraun. Flügel 123, Schwanz 90, Culmen 13.5, 
tarsus 21 mm. (Nach Przewalski!) 

Das einzige Exemplar wurde von General Przewalski auf dem Marsche 
vom Plateau von Tibet durch den östlichen Teil des Burklian-Rudda Zuges 
erbeutet. 2 — 3 Paare wurden in den Höhen von 15 — 16000 engl. Fuß 
beobachtet. 



226. Montifringilla gigliolii (Salvad.). 

Leucosticte gigliolii Salvadori, Proc. Zool. Soc. London 1868, p. 579, Taf. 44 („Dauria", 
Typus in Mus. Turati, Mailand). 

dad. Oberkopf aschgrau mit dunkleren Federrändern, Stirn schmal 
düsterrot, hinterm Auge ein breiter rötlichgrauer Streif, Ohrdecken silbergrau. 
Hinterhals fahl hellbraun, Rücken braunrot mit schmalen hellbraunen Säumen, 
Bürzel und Schulterfedern dunkel kirschrot. Oberschwanzdecken schwarzbraun 
mit schmalen hellen Rändern, die oliereu mit der Farl)e des Bürzels breit 
gesäumt. Schwingen und Schwanz tiefbraun mit schmalen hellweißlich- 
braunen Rändern, Oberflügeldecken schwarzbraun, die kleinsten mit breiten 
tiefroten Säumen. Kinn, Kehle und Vorderhals bräunlichaschgrau, die übrige 
Unterseite rot, jede Feder tiefgrau mit ausgedehnten mattroten Spitzen, 
ünterschwanzdecken schwärzlich mit feinen braunen Säumen, üuterflügel- 
decken dunkelgrau. Schnabel hellbräunlich mit dunkler Spitze, Füße schwarz. 
Im Frühling verschwinden natürlich die Federsäume mehr oder minder, das 
Rot tritt aber durch die Abnutzung lebhafter hervor. Flügel 106 — 111, 
Schwanz 70—75, Lauf 20, Schnabel 10-12 mm. 

Das Q (von Sharpe im Cat. B. Brit. Mus. XII und Dresser im Manual 
wie auch bei anderen Arten ganz unrichtig als dem d gleich beschrieben) 
ist oben rostbraun mit dunklereu Federmitten, der Hinterhals einförmig 
hellbraun, aber dunkler als beim ö, Bürzel graulich, Unterseite bräunlich 
aschgrau — weder oben noch unten irgend welches Rot. Etwas kleiner, 
Flügel etwa 5 mm kürzer. Juv. dem o ähnlich. Ist ein naher Verwandter 
von M arctous, weniger von M. biunneinucha. 

Im Sommer Bewohner der Gebirge um den Baikalsee, im Winter weiter 
über die Baikalgegenden und Daurien verbreitet. 



140 fringillidae. 

227. Montifringilla brunneinucha (Brandt). 

Fringilla (Linaria) brunneinucha Brandt, Bull. Sei. Acad. St. Peters b. X, p. 252 (1842 — 
Ex Pallas Passer arctous var. ß: Kurilen). 

dad. Oberkopf grau (wie schuppig), jede einzelne Feder an der Wurzel 
schwärzlich, dann silbergrau und wieder mit dunklerm Saume, die hinteren 
Federn oft noch mit ganz feinen rosenroten Rändern. Genick und Nacken rost- 
braun, im mehr abgetragenen Gefieder weißlich, Rücken tiefbraun mit hell- 
braunen Säumen, Federn des Bürzels und Oberschwanzdecken mit ausgedehnten 
rosenroten Spitzen und hellgrauen auteapikalen Querbinden. Schwingen und 
Oberflügeldecken tiefbraun mit rosenroten Außensäumen. Federn des Unter- 
körpers wie die des Bürzels, das Rot verliert sich aber nach der Brust zu,, 
und Hals und Kropfgegend sind schwarzbraun mit silbergrauen Federspitzen, 
ünterschwauzdecken braun mit ausgedehnten weißlichen, mehr oder minder 
rosenrot übertünchten und im ganz frischen Gefieder röstlich gesäumten 
Spitzen. Unterflügeldecken weißlich mit rosenroten Säumen. Schnabel hell- 
bräunlich mit dunkler Spitze, im Sommer dunkelbraun. Füße schwarz, 
Flügel 110—112, Schwanz etwa 74-75, Lauf 20, Schnabel 21— 22 mm. 
9 etwas kleiner, viel heller, blasser und nur an den Seiten des Unterkörpers 
mit etwas blassem Rosenrot, auch der Bürzel mit weniger und blasserem 
Rot. Juv. dem Q ähnlich. 

Kamtschatka, Kurilen, Nord-Japan, östliches Sibirien und die Berge 
des nördlichen China. 

228. Montifringilla tephrocotis griseonucha (Brandt). 

[Linaria (Leucostide) teplirocotis Swainsou, Fauna Bor.-Amer. I, p. 265 (1831 — Ebene 

des Saskatschewau, ]\lai)].') 
Fringilla (Linaria) griseonucha Brandt, Bull. Sei. Acad. St. Petersb. X, p. 252 (1843 — 

auf Pallas, Passer arctous var. y basiert. Pallas, Zoogr. Rosso-Asiat. II, 

p. 23 — Unalaschka). 

dad. Nasenborsten grau, Stirn und Oberkopf schwarz, Genick und Nacken 
hell aschgrau, ebenso die Kopfseiten. Kehle bräunlichschwarz, am Kinn 
mehr grau. Ober- und Unterseite schokoladenbraun mit etwas helleren 
Säumen, die sich in der Brutzeit großenteils verlieren, Bürzel-, Ober- und 
Unterschwanzdecken, Unterkörper, Seiten und Flügeldecken mit breiten rosen- 
roten Säumen. Schwingen tiefbraun mit schmalen hellrosenroten Außen- und 
weißen lunensäumeu, Steuerfederu tiefbraun mit weißlichen, meist rötlich 
angehauchten Rändern. Unterflügeldecken weiß mit schmalen rosenroten 
Säumen. Schnabel im Sommer schwarz, im Winter gelblich mit schwärz- 
licher Spitze, Füße schwarz. Flügel 117—127, Schwanz 75—83, Lauf 
23.5—25.5, Schnabel 13.5 — 15 mm. 9 soll ganz wie das ä sein, aber 
etwas kleiner, Flügel 1<>9 — 122. Juv. ganz graubraun, Flügel und Schwanz 
Schieferfarben mit helleren Säumen, keine Spur von Rot oder Schwarz und 
Grau am Kopfe. 

^) Montifringilla tephrocotis tephrocotis ist viel kleiner und beller und hat die 
Kopfseiten nicht grau, die Kehle nicht schwärzlich. Sie bewohnt große Teile des Innern 
von Nord-Amerika. Eine dritte Form, 31. tephrocotis littoralis (Baird) ist ebenfalls 
viel kleiner und heller als M. t. griseonucha, hat aber die Kopfseiten grau wie bei 
letzterer. Sie bewohnt die Berge des nordwestlichen Nord-Amerikas. 




Fringillidae. 141 

Standvogel auf den Inseln des Bering Meeres (St. Matthews, Otter, 
Pribilof, Aleuten und Kommandeur Inseln), Shumagin, unterer Teil der 
Aliaska Halbinsel von Alaska, Kadiak Inseln im Winter. 

Bewohner der Felsenküsten. Legt 3 — 6 schneeweiße Eier, die 24.5 x 17 mm messen. 

Gattung PETKONIA Kaup 1829. 

Der Gattung Passer am nächsten stehend, aber durch Schnabelform 
und "Verhältnis von Schwanz und Flügeln genügend unterschieden. Der 
Schnabel ist an der Basis sehr breit, verjüngt sich aber rasch und hat eine 
ziemlich lange Spitze, sodaß er nicht so klobig aussieht 
wie ein Sperlingsschnabel. Die Firste ist nicht gewölbt, 
sondern fast gerade, in der Mitte ein wenig eingesenkt. 
(Fig. 29.) Flügel sehr lang, fast das Schwanzende 
erreichend, die ersten 3 Schwingen am längsten und pig,,j. 29. 

etwa gleich lang, etwa 2.3 — 3.7 mm länger als die 
längsten Armschwingen, die an den Spitzen breit sind und nur wenig über 
die mittlem hinausragen. Schwanz kurz, etwa % so lang wie der Flügel. 
Eine Art in vielen Unterarten. 

229. Petronia petronia madeirensis Erl. 

Petronia j^etronia madeirensis Erlanger, .Journ. f. Orn. 1899, p.482, Tal". XIII, (Madeira). 

Passer petronins idae Floericke, Mitt. Osterr. Reichsb. f. Vogelk. u. Vogelsch. Wien II, 
p. 100 (1902— Tenerife, 3 der Typen im Mus. Rothsch., nämlich Nr. 1142, 
1144, 1277. Keiner der angeblichen Unterschiede besteht). 

Oben dunkler als F. p. petronia, die lichten Flecke der Oberseite nicht 
so hell, mehr lehmbräunlich, fast sepiabraun, besonders Kopfmitte und Bürzel 
merklich düsterer, Unterseite schmutziger, mehr graubräunlich. Flügel 90 — - 
97.5 mm., also kleiner. 

Madeira und Canaren (Tenerife, Gran Canaria, Palma, Gomera und Hierro). 

Nistet auf obengenannten Inseln häufig unter den Dachpfannen einzeln stehen- 
der Bauernhäuser, Kirchen und Kapellen, von wo er gern in Flügen in die Getreide- 
felder streicht, um sich dort güthch zu tun. Solche Flüge sind scheu, am Nistplatze 
aber ist er sehr vertraut. Eier meist etwas heller und kleiner als die von P.p. petronia. 

230. Petronia petronia petronia (L.). (Fig. 29.) 
Steinsperling. 

Fringilla Petronia Linnaeus, Syst. Nat. Ed. XII, p. 322 (1766 — Ex Brisson, Will., Aldrov., 
Frisch. „Europa". Ich nehme Nord-Italien als typische Lokalität an, da aus 
den Zitaten von Linne eine solche nicht sicher feststellbar ist, die Stücke, 
die Brisson beschreibt, ebenso wie Aldrovandi's u. a. aber wohl aus Italien 
gewesen sein mögen). 

'^'i Fringilla stulta Gmelin, Syst. Nat. I, p. 919 (1788— „Habitat circa Bononiam". Es 
ist m. E. ganz verkehrt, auf jeden Fall aber höchst unsicher, diesen Namen 
auf den Steinsperling zu beziehen. Brisson, auf den sich Gmelin in erster 
Linie bezieht, beschreibt den Schnabel als rot, die ganze Unterseite als 
,.jaunätre" („flavescunt"), den Schwanz ohne weiße Flecke, usw. „Passera 
mattugia", der ital. Name des „Moineau fou", ist der des Feldsperlings. Gmelin's 
Diagnose ist zusammengestoppelt). 



X42 Fringillidae. 

??Fringilla bononiensis Gmelin, Syst. Nat. I, p. 919 (1788 — „Hab. circa Bononiam'^ 
Auch dieser Name (Ex Brisson, Will., Ray. Latham) ist mehr als unsicher). 

Fring'dla leucura Gmelin, Syst. Nat. I, p. 919 (1788— „Hab. circa Bononiam". Ex 
Brisson usw. Ziemlich wahrscheinlich ist hiermit — Brisson schöpfte aus 
Aldrovandi — der Steinsperling gemeint). 

Pyrgita rupestris Brehni, Handb. Xaturg. \'ög. Deutschi., p. 264 (1831 — selten und 
nur in manchen Jahren im Saaletale). 

Petronia saxorum (Saaletal), hrachyrhyuclios (Süd-Erankreich), niacrorhyndios (Griechen- 
land) Brehm, Vogelfang, p. 97 (1855). 

Petronia sylvestris Jaub. et Barth. Lapomm., Rieh. Orn.. p. 112 (1859 — 

Petronia rupestris communis A. E. Brehm, Verz. Samml., ]). 9 (1866 — nomen nudum!) 
Engl.: Rock-Sparrow. Franz.: Moineau fou, Soulcie. Ital. : Passera lagia. 

(5 ad. p]riDnert im Ganzen an das 9 des Haussperliugs, hat aber in 
der Mitte der untern Kehle einen großen schwefelgelben Fleck. — Oberkopf 
in der Mitte erdbraun mit heilern Federspitzen, daneben auf jeder Seite ein 
breiter dunkelbrauner .Streif, der wieder von hellweißlichbraunen Snperciliar- 
streifen begrenzt wird. Ohrdeeken hellgraubraun, darüber ein dunkelbrauner 
Streif, um den Oberhals ein fahlbrauner Ring. Rücken und Schulterfederu 
schwarzbraun, erdbraun und bräunlichweiß längsgefleckt, jede Feder mit 
der ganzen Innenfahne schwarzbraun, Außeufahne erdbraun, längs des Schaftes 
weißlich. Flügeldecken und innere Armschwingen tiefbraun mit bräunlicli- 
weißen Spitzen und fahlbräunlichen Außensäumen. Scliwingen schwarzbraun 
mit schmalen, sehr hellbraunen Außen- und lichtgraubräunlichen lunensäumen. 
Bürzel graubräunlich, Oberschwauzdecken ebenso aber mit bräunlichweißen 
Spitzen. Steuerfedern schwarzbraun, die äußerste mit dem größten Teil der 
Außeufahne, die Spitze ausgenommen, weißlich, die übrigen mit nur ganz 
schmalen weißlichen Außeusäumen, Innenfahnen an der Spitze mit großem 
rundlichen weißen Fleck. Unterseite schnmtzigweiß mit mattgraubraunen 
Streifen, Weichen schärfer und dunkler gestreift, Mitte des Unterkörpers 
einfarbig, Unterschwanzdecken fahlbraun mit breiten weißlichen Spitzen. Unter- 
flügeldecken und Achselfedern weiß. Oberschnabel heilbraun mit dunkler 
Spitze, im Frühling etwas mehr gelblich, Unterschiuibel gelb mit brauner 
Spitze. Iris braun, Füße bräunlichgelb, o wie ö, nur etwas kleiner. Flügel 
93—100, Schwanz 54—58, Schnabel fs.S- 15, Lauf etwa 19—21 mm. 
Der junge Vogel ähnelt dem alten, aber die Farben sind blasser, verwaschener, 
der gelbe Kehlfleck fehlt anfangs. (Sehr lange in Sammlungen aufbewahrt 
gewesene Stücke • — namentlich die aus den Jahren 1819, 1826 stammenden 
der Brehmschen Sammlung — werden fuchsiger, mehr rötlichbraun.) 

Bewohner des südlichen Europas von Spanien durch Süd-Frankreich und 
einzelner verstreuter Orte der Vorberge der Alpen und Österreichs, Italien, 
Griechenland bis Smyrna. In Deutschland nur in dem Thüringer Muschel- 
kalkgebiet, an der Saale und ihren Zuflüssen, der Unstrut, lim und Gera. 
Nach alten Angaben auch in der Wetterau und im Rheintale, (?) dort aber 
neuerlich nicht beobachtet. Thüringer Stücke scheinen mir denen aus Italien 
usw. völlig zu gleichen, sie sind, soweit ich feststellen kann, nicht dunkler 
und jedenfalls nicht größer. Sie sind nicht Zugvögel, sondern Stand- und 
Strichvögel. 

Bewohner offener oder halboffener Gegenden, wo alte Burgen, Ruinen, Fels- 
wände, im Süden auch Häuser, unter deren Dächern sie nisten können (P.p. madeirensis 
z. B.), ihnen Gelegenheit zum Brüten bieten. Das Betragen ist ganz spevlingsartig, 



Fririgillidae. 143^ 

aber sie sind oft recht scheu, nur am Brutplatice vertrauter. Dev Locktou ist meist 
zweisilbig, deutlich sperlingsartig, aber breitei-, mehr quäkend, vielfach moduliert, sie 
zetern auch (beim Xeste u. a.) wie Spatzen und haben einen ganz unbedeutenden, ge- 
quetschten Gesaug. Nahrung sperlingsartig. Flug schnell, leicht, wellenförmig. Das 
Nest steht in engen und tiefen Löchern im (xemäuer von alten Burgen, Ruinen. 
Schlössern, Kirchen oder unter Dächern (die canarische Unterart), sowie an Felsen 
und Erd wänden, nach älteren Beobachtern in Deutschland (neuerdings nicht bestätigt) 
und in Sardinien auch in Baumlöchern. In diese Höhlungen schleppen sie wie Sperlinge 
allerhand Baustoffe, an deren hinterm Ende die eigentliche Nestnnilde aus Federn sich 
befindet. Sie legen meist nur 3 — H Eier, die wie Sperlingseier aussehen, al)er in der Regel 
glänzender sind und in der Größe etwa zwischen denen der Haus- und Feldsperlinge 
stellen. Sie messen von 20.1:^15..'") bis 22.2xlHmni. Jlittleres Gewicht 0.216 g. 

231. Petronia petronia liöUmayri Anig. 

Petronia petronia Helhnayri Arrigoni degli Oddi, Ävicula VI, p. 104 (1902 ■ Sardiniii). 

Eine schwer erkennbare Subspezies, die sieb von l'. p. petronia aus 
Italien, Spanien und Deutschland nur durch etwas dunklere, olivenbräunlichere, 
gi-aulichere, weniger röstliche Oberseite, ;iuf der die weiblichen Zeichnungen 
weniger hervortreten, unterscheidet. Der Flügel ist manchmal, aber wohl durcli- 
schnittlich nicht kürzer, denn er variiert bei nur 8 gemessenen Stücken schon 
von 92—98 mm. Arrigoni's Beschreibung ist übertrieben, die Unterschiede 
lassen sich aber beim Vergleiclien von Serien t'eststelleu. 

Sardinien und Korsika. 

232. Petronia petronia barbara Erl. 

Petronia petronia harhara Erlanger, Journ. f. Orn. 18!t9. \\. 4K1, Taf. XIIl (üued 
Kasserine, Tunis). 

Färbung mit einem sehr kennzeichnenden aschgrauen Anflug, der be- 
sonders auf dem Kopfe, Unterrücken, Bürzel und Schwanzdecken anffällt. 
Viel weniger scharf gezeichnet und l>lasser als P. j>. petronia, Unterseite viel 
blasser als bei P. p>- petronia, P. p. madeirensis, P. p. ivter medium, P. j>. exiguus 
und P. p. brevirostns, die bräunlichen Brustflecke nicht so röstlich, sondern 
mehr graulich als bei P. p. jmteicola, der gelbe Kehlfleck sehr blaß. Die 
weißen Flecke an den äußern Steuerfedern sind sehr groß. Schnabel merklich 
größer als bei P. p. petronia, Flügel etwa gleich, 93 — 100 mm. 

Tunis und Algier bis Marokko (Glaoui im Atlas). 

Erlauger fand sie am Ufer des Oued Kasserine in steilen Sandwänden, auch ein 
Gelege in einem usurpierten Schwalbenneste. 

233. Petronia petronia exiguus (Hellm.). 

Passer petronius exiguus Hellmaj'r, Orn. Jahrb. 1902, [>. 128 (Rostow am Don und 
N.-Kaukasus). 

Ähnlich P. p. petronia, aber die Oberseite mehr staubgrau, nicht so 
lehmbräunlich, die dunklen Kopfstreifen etwas heller, Schnabel ein wenig 
stärker. Von P. p. barbara durch etwas schwächeren Schnabel und schärfere 
Fleckung der Oberseite unterschieden. Flügel (nach Hellmayr) etwa 96 — 99 mm. 

Don-Mündung, Kaukasus bis Erserum in Armenien. 



144 



Fringillidae. 



234. Petronia petronia intermedia Hart. 

Petronia petronia intermedia Hartert, Nov. Zool. 1901, p. 324, A. d. Wanderj. e. Natur- 
forsch., p. 324 (1901 — 1902) (Kaschmir, Typus aus Gilgit, und Kandahar). 

Viel größer als P. p. petronia, der Schnabel stärker, Färbung lichter, 
schwarze Fleckung etwas undeutlicher. Flügel 102 — 106 mm. 

Kaschmir bis Kandahar, Turkestan, Afghanistan, Persien und das süd- 
liche Transkaspien (Kopet Dagh, Goudan, Fluß Duriangar). (Serien frischer 
Herbstvögel aus den verschiedenen Gegenden sind noch nicht genügend 
untersucht.) 

235. Petronia petronia brevirostris Tacz. 

Petronia brevirostris Taczanowski, Journ. f. Orn. 1874, p. 323 (Argunfluß in Ostsibirien). 

Sehr ähnlich P. p. intermedms, aber Schnabel viel kleiner und schwächer, 
ähnlicher dem von P. p. petronia, Flügel etwas kürzer als bei P. p. intermednis, 
etwa 96 — 98 mm, Färbung etwas blasser, Kopfstreifen nicht so dunkelbraun, 
doch sind diese Färbungsunterschiede noch weiter zu untersuchen, da bisher 
nur abgeriebene Frühlingsvögel untersucht wurden. 

Ost-Sibirien und Mongolei, Mandschurei. 

236. Petronia petronia puteicola Festa. 

Petronia stulta puteicola Festa, Boll. Mus. Zool. Auat. comp. Torino IX, no. 174, p. 3 
(1894— Palästina): Journ. f. Orn. 1899, Taf. XIII. 

Die allerauffallendste der Steinsperlingsformen. Sehr groß, viel lichter, 
gelblich sandfarbener, was besonders auf Eücken und Bürzel hervorti'itt, die 
dunkeln Kopfstreifen heller braun, daher viel weniger auffallend, die dunkeln 
Streifender Unterseite mehr röstlich, Schnabel gewaltig. Flügel 100 — 104mm. 

Palästina. 



Gattung GYMNORIS Blyth ex Hodgs. M.S., 1844. 

Von Petronia durch langen, sehr schlanken Schnabel mit deutlich ge- 
bogener Firste unterschieden (Fig. 30), Oberseite nur 
auf den Flügeln gefleckt. Flügelbildung nicht wesentlich 
von der von Petronia verschieden (Fig. 31). Eine Art 
im paläarktischen Gebiet. G. dentata (am Nil bis Schendi, 
Bajudasteppe), pyrgita (N.O.-Afrika) und petroneJIa (S.O.- 
Afrika) dürften auch ohne Zwang zu Gynmoris zu 
rechnen sein, obwohl sie dickere Schnäbel haben und 
von Sunde vall, Heuglin u. a. wiederum als Xanthodira 
getrennt wurden. (Man könnte allen- 
falls (Tyinnoris mit Petronia vereinigen, 
da auch die Lebensweise ähnlich ist, 
Figur 30. die Teilung ist aber praktisch und 

leicht. Carpospiza ist ganz anders 
und kann unmöglich mit den Steinsperlingen zusammenbleiben). 




Figur 31. 



I 



Frinoillidae. 



145 



237. Gymnoris flavicollis transfuga subsp. nov. (Fig. 30, 31.) 

ö ad. Oberseite erdgraubrauü, Schwanz uud Flügel dunkler mit hellereu 
Säumeu, kleine Oberflügeldeckeu hell kastauieurotbrauu, mittlere mit breiten, 
große mit etwas weniger scharf l)egreuzten, schmäleren weißlicheu Spitzen, 
wodurch zwei Binden auf dem Flügel entstehen. Unterseite weißlich, Vorder- 
brust und Körperseiteu hell graubraun, lichter als die Oberseite, in der Mitte 
der Kehle ein großer zitronengelber Fleck, ünterflügeldecken bräunlich weiß. 
Schnabel in der Brutzeit schwarz, im Herbste meist braun. Iris und Füße 
braun. Flügel Q etwas kleiner und blasser, Keblfleck blasser gelb, kleine 
Oberflügeldecken nicht kastanienbraun, sondern rostbräunlich, Flügelbinden 
nicht so deutlich, Schnabel nie schwarz. Die Jungen ähneln den 9 . (Typus 
von (t. f. traNs/uLia: ö Nr. 3901, Bagu Kelat. Baluchistau 2, III, 1901. 
N. Sarudny coli, im Rothschild-Museum.) 

Sindh, Baluchistan, südliches Afghanistau und Persien. 
238. Gymnoris flavicollis flavicollis (Frankl). 

FrinyUla flavicollis Franklin, Proc. Zool. Soe. Loud. 1831, p. 120 (Indien, Zentral- 

provinzeu). 
Frinyilla xanfJtosterna Bonaparte, Consp. Av. I, p. 512 (1850 — Bengalen, Typus im 

Berliner Museum). 

Von G.f. transfuga durch dunklere, bräunlichere Oberseite und dunklere, 
mehr kastanienbraune kleine Oberflügeldecken unterschieden, nur in Nordwest- 
Indien kommen zu 6^./. tramfuya hinneigende Exemplare vor. 

Die Ebenen Indiens, im Himalaja nur bis 4000 engl. Fuß, südlich 
bis Travancore, nach Osten bis Midnapur unweit Calcutta. 

Bewohner von Gärten und Buschwald, im allgemeinen sperlingsartig. Brütet in 
Indien vom März bis Juli in Baumlöchern, manchmal aucli unter Dächern, nach Art 
der Sperlinge, und legt 3-4 Eier, die matt griinlichweiß sind, über und über mit 
liraunen Flecken und Funkten gezeichnet, im Durchschnitt etwa 18 X 14 mm groß. 



Gattung CARPOSPIZA Müller 1854. 

Höchst eigentümliche Form, mit starkem, sperlingsartigem, aber oben 
plattgedrückteren Schnabel, den sehr langen Flügeln der 
Steinsperlinge, in dem aber nur die ersten beiden (aus- 
gebildeten) Schwingen fast gleich sind, die dritte merklich 
kürzer ist, die inneren Armsciiwingen an den Spitzen Figur 02. 

verschmälert, über die mittlem merklich hervorragend 
(Fig. 32, 33). Nistet in offenen Nestern in Büschen, also 
ganz anders, als die Steinsperlinge. Nur eine Art bekannt. 

239. Carpospiza brachydactyla (Bp.). 
(Fig. 32, 33.) 

Petronia brachydactyla Bonaparte, Consp. Av. 1, p. 513 (1850^ 

ExHempr. M.S.: ,,Arabia, Abyssinia", in Mus.Berolinens. 

Typ. Lok. Konfuda, W. Arabien). 
Pyrenestes? Gray, Carpoducus Bp., lacteus (Sic) Müller, Nau- 

mannia I, Heft 4, p. 29^(1851 — „Ex Abyssinia"). 
E. Hartert, Die Vögel der paläarktischen Region. 




1 46 Eringillidae. 

K\iplecte,s(?) yriseus lleugliii, Syst. Übers. Yög-. N.O.-Afr., p. 39 (1856 — nom. mid.). 
Cai-pospiza longipemils Müller, Descr. nouv. Ois. d'Afr. (Beitr. Orn. Afr.), p. 21, Taf. 10 
(1854 — Abyssinien). 

d 9 ad. Oberseite fahl saud-gTaubräunlieh, ein nur angedeuteter weiß- 
licher schmaler Superciliarstreif. Flügel dunkelbraun mit röstlichfahlen Innen- 
und fahl graubräunlicben AuBensäumen, letztere an den Spitzen der inneren 
Armschwingen breiter und lichter, fast weißlich. Steuerfedern dunkelbraun, die 
äußerste an der Außenfahne, mit Ausnahme der Spitze, weiß und mit großen, 
nach der Mitte zu kleiner werdenden weißen rundlichen Flecken an den 
Spitzen der Innenfahnen. Mittlere und große Oberflügeldeckeu mit weißlich- 
braungelblichen Spitzen, die lichte, wenig auffallende Querbindeu bilden. 
Kehle, Mitte der Brust und des Unterkörpers und Unterschwanzdecken rahm- 
weißlich, Kopf-, Hals- und Körperseiten und breites Band über die Kropf- 
gegend hell fahlbräunlich, heller als die Oberseite. Oberschnabel (wenigstens 
bei ö im Frühling) dunkelhornbraun, Unterschnabel und Füße hell horn- 
bräunlich tleischfarbeu, Iris braun. Flügel 92 — 96, Schwanz etwa 50 — 55. 
Schnabel 11 — 12, Lauf etwa 20 mm. Junge viel lichter, mehr hell sandig- 
bräuulich-gelblich, die hellen Säume an Flügeln viel auffallender, auch einige 
am Kleingefieder der Oberseite. 

Vom persischen Baluchistau durch Süd-Persien nach Palästina und 
Arabien, jenseits des Koten Meeres im abessinischeu Küstenlande und nach 
Ileuglin sogar im südöstlichen Kordofan. 

Bewohner ofl'ener wüstenartiger Steppengefilde, wo Mimosen und andre Büsclip 
nur spärlich wachsen, in der Ebene und im Gebirge in S.W.-Persien bis fast 8000 
engl. Fuß. Der Lockruf ist ein sehr langgezogenes, monotones zirpendes wiiiiis. Das 
Nest steht nahe dem Boden in Büschen, ist wohl gefügt und enthält 4 — 5 weiße Eier 
mit kleinen schwarzen Punkten, wie ganz kleine Pirol-Eier. 

Gattung PASSER Koch 1816. 

Umfaßt die Haus-. Feld-, Weiden- und Wüstensperlinge des palä- 
arktischeu Gebietes nebst einer ganzen Anzahl, teils näher teils ferner stehender 
afrikanischer und asiatischer Formen, in Amerika nicht heimisch, wo unsre 
Haus- und Feldspatzen aber eingeführt wurden. — Der Schnabel ist kürzer 
als der Kopf, klobig dick, der Oberschuabel gebogen, die großen Nasenlöcher 
von kurzen Nasenborsten kaum völlig bedeckt. Flügel breit, lange nicht so 
laug wie bei den Steinsperlingeu, die ersten drei (entwickelten) Schwingen fast 
gleich und am längsten, die vierte nur wenig kürzer, der Abstand von den x4rm- 
schwiugen nur gering, die längsten inneren Armschwingen au den Enden 
breit und nicht sehr weit und plötzlich über die übrigen hinausragend. 
Schwanz etwa '"/i der Flügellänge oder mehr, wenn halb ausgebreitet ganz 
gerade. Lauf kurz und stark, Füße kräftig. Geschlechter meist sehr ver- 
schieden, bisweilen gieicli. Nester in Höhlungen oder kugelförmige, lüder- 
liche Klumpen in BäunuMi. Eier gefleckt. 

Übersicht der (5 aller Arten der Gattung Pa.sser:^) 



Oberseite gefleckt oder gestreift . . 
Oberseite nicht gefleckt oder gestreift 



^) P. enigtitaticiis (p. 154) ist mir nur aus der Beschreibung bekannt. 



Fringillidao. 147 

) Körpt^i'ftipiten scliwai'ii-^ostreil't ') P. hispaniolensis . p. 156 

\ Körperseiten ungestreift • 3 

) Unterseite kastanienbrainirot F. emini-hey'') . 

\ Unterseite weißlieh, gelb oder granbräunlich 4 

j Mitte der Kehle grau P. grlseigiilaris . p. 153 

) Glitte der Kehle schwarz 5 

Oberkopl' in der Mitte schwarz P. amniodendri . p. 158 

Oberkopi' und Rücken zimmtbniun P. rutüans . p. 161 

Oberkopl' ziinmtbrium, Rücken grau und schwarz . . P. castunopterus'^) . 

OI)erko])f hellrötlich schokoladenbraun ohne Superciliarstreii" P. montana . p. IHO 

Oberkopf kastanienbraunrot P. italiae . p. 152 

Oberkopl" aschgrau oder bräunlicl» mit Superciliarstreii' 6 

Kleine Flügeldecken schwarz P. moabiticus . p. 155 

Kleine Flügeldecken kastanienbraun P. domestica . p. 147 

Kleine Flügeldecken /.immtfarben P. motitensis*) . 



_ I Kopf. Rücken und Jiürzel glcichgefärbt 8 

I Kopf. Kücken und Bürzel nicht gleichgefärl)t i) 

) Oberseite kanariengelb P. euchlora^) . 

' ) Oberseite hellgrau (c5) oder isabell (?) P. Simplex . p. 162 

. Ganzer Kopf und Bürzel gelb P. lutea^) - 

) Kopfniitte und Kehle schwarz P. ■melanura'^) . 

i Oberkopf und Bürzel gelblicholivengrün, Kehle schwarz . P. fiaveolus^) . 

y 01)erkopf giau. Bürzel zimnitfarben, Kehle weißlich . . P. diffusus^) . 

^40. Passer domestica domestica (L.). 
Hausspeiiiiig, Hausspatz. 

Fringilla domestica Liunaeus, Syst. Xat. Kd. X, [). 183 (1758 — Europa. Tj'p. Lok. 
Schweden, nach dem ersten Citat: Fauna Suecica 212). 

Pyrgita pagorum Brehm, Handb. Nat. Vög. Deutschi., p. 265 (1831 — mittl. Deutschland). 

Pyrgita rusfica Brehm. Handb. Xat. Vög. Dentschl., p. 266 (1831 — Norden, bei Greifs- 
wald). 

Pyrgita valida, minor, hrachyrhyndios, intercedens Brehm, Vogelfang, i». !38 (1855 — 
..Deutschland, Schweden, rngarn. Frankreich und Egypten"). 

') Über N'ariation siehe unter Nr. 25'4 — 259. 

-) Sorella Eniini Bey Hart!., Journ. f. Orn. 1880, jjp. 211, 325: Südlich von 
Al)yssinien bis Lado und Massailand. 

') P. castanopterus Blyth, Journ. As.Soc. Beng.XXlV^ p. 302 (1855)N.-Somaliland. 

*) Eine Gruppe von Formen, die ich als Subspezies betrachte: P. moHtensis ans 
Süd-Afrika, P. »iot. ruficinctus Massailand, P. mot. shelleyi Lado bis Kordofan, P. mof. 
jagoensis Kapverden, P. mot. insidaris Sokotra. P. mot. Jiemileiicus Abd-el-Kuri. 

^) Auripasser eucMora Bonaparte, Consp. Av. I. 1850, p. 519: Süd-Arabien. 

«) Fringilla lutea Licht., Verz. Doubl., 1823, p.24: N.O.-Afrika bis Xubien. 

'^ Loxia melanura Müller, Natursystem Suppl. (1776), p. 153: Süd-Afrika (Passer 
arcnatus (Gm.) (1788) auctorum). P. ynelanura damarcnsis Reichenow ist eine kleinere, 
lebhafter gefärbte Form. 

^) P. flavcohts Blyth. dourn. As. Soc. Bengal 1844. p.946: Birmah bis Cochinchina. 

") Afrika südlich der Sahara in einer ganzen Anzahl von Subspezies. (Vgl. Orn. 
Monatsber. VIT, p. 190, Nov. Zool. 1900, p. 44.) 

10* 



148 Fringillidae. 

Passer domesticus famüiaris, crasstirostris, niacrorhyiicJws, microrhynchos, Passer rufi- 
dorsalis lomjirostris, major A. E. l}rehm, Verz. Samml., ji. 9 (1866 — nomina 
nuda! gehören nach Maßgabe der Sammlung hierher, nicht aber P. rufidorsalis 
C. L. Brehm 1856 und P. brachypterus).'') 

Passer domesticus var. caucasicus Bogdanow, Vög. Kaukasus, p. ßO (1879 — ungenügende 
Beschreibung, russisch). 
Eugl.: House-Sparrow. Franz.: Moineau domestique. Ital. : Passera oltramontana. 
Schwed.: Hussparf. Holland.: JMusch. 

03" ad. Oberkopf aschgmu, die Federwiirzeln dasel])st auch grau. Zügel, 
kurzer Streif unter dem Auge, ein schmaler (bisweilen undeutlicher) Streif 
an den Schuabelseiten, Kehle und Kropfgegeud schwarz; ein sehr schmaler, 
oft ganz undeutlicher weißer Superciliarstreif. Am Auge entspringt ein 
am Hiuterhalse verbundener sehr breiter kastanienbrauner Streif. lUicken 
braunrot und schwarz gestreift (die Außeufahneu der Federn braunrot, die 
Inneufahnen schwarz), bald mit bald ohne weißliche Flecke, Bürzel und 
Oberschwauzdecken bräunlich aschgrau. Schwingen tiefbraun mit weißlich- 
braungrauen lunensäumen und schmal rostbraun gesäumten Hand- und breit 
rostbraun gesäumten Armschwingeu. Schwanz dunkelbraun mit röstlich- 
braunen Säumen. Kleine Flügeldecken kastanienbraun, mittlere weiß mit 
schwarzbraunen Wurzeln, große kastanienrostbraun mit hellereu Spitzen. 
Kopfseiten weißlichgrau, Halsseiten mehr weißlich. Unterseite mit Aus- 
nahme des schwarzen Kehlfleckes schmutzigweiß, die Seiten aschgrau über- 
laufen, in abgetragenem Gefieder bemerkt man bisweilen schwarze Schaftlinien. 
Im Herbst und Winter sind Oberkopf und Bürzel mehr bräunlich überzogen, 
der kastanienbraune Kopfseitenstreif durch grauliche, Kehle und noch mehr 
Kopf durch weißlichgraue Ränder halb verdeckt. Schnabel im Herbste und 
Winter braun, Frühjahr und Sommer schwarz, Iris und Füße braun. 9 und 
junge Vögel haben den Oberkopf und Bürzel graubraun, Rücken schwarzbraun 
und gelbbraun gestreift, hinter dem Auge ein hellen rostbräunlichen Streif, 
Unterseite isabellbräunlich, Mitte des Unterkörpers weißlich. Schnabel immer 
braun, dad. Flügel etwa 76 — 82.5, ja sogar 83 (Ost-Preußen). 

Die Verbreitung der tj/pis'/ien Form des Haussperlings und seine Ab- 
grenzung gegen P. d. uidirns ist nicht ganz leicht anzugeben. Aus vielen Ländern 
konnten nur höchst ungenügende Serien untersucht werden. Die individuelle 
Variation ist auch in derselben Gegend nicht gering, namentlich in der heller 
und dunkler, mehr oder minder mit weiß gemischten Rückenfärbung und 
in den Maßen. Das von mir untersuchte Material ermöglichte mir nicht, 
innerhalb Europas einigermaßen kenntliche Unterarten abzutrennen, das aber 
mag zum Teil an der Unzulänglichkeit des Materials liegen und nicht end- 
gültig sein. Englische, irische, ebenso westdeutsche (Rhein) und holländische 
Stücke neigen zu geringer Größe, ohne sich aber konstant und scharf genug 
abzugrenzen. Das größte von mir gemessene ö stammt aus Ost-Preußen, 
wo aber nicht alle so groß sind. Stücke aus S.O.-Europa sind sehr lebhaft 
gefärbt (sehr rein), doch konnte ich keine konstanten Merkmale finden. Stücke 
aus dem Kaukasus sind ebenfalls sehr rein in den Farben, solche aus Trans- 
kaspien teils ähnlich, meist aber schon ganz wie md/'cns. PJrstere haben deutlich 
graue Ohrdecken und können, obgleich sie in der Farbenreinheit an indicus 
erinnern, nicht sicher von denen Europas getrennt werden, einige (aber nicht 



^) Im Oatalogue of Birds XII, p. 309 sind als Synonyme falsch zitiert: Passer 
rufipeckis Bonaparte, Fringilla pyrrhoptera Lesson. 



■\ 



Fringillidae. 149 

alle) zeigen feine schwärzliche Schaftstriche auf der Unterseite. Spanische 
Frühlingsvögel sind durch sehr lichte Farben, namentlich helles Kastanien- 
braun an den kleinen Flügeldecken und auf dem Rücken, sehr auffallend, 
Herbstvögel scheinen aber nicht unterscheidbar zu sein. 

Ganz Europa mit Ausnahme Italiens, wo er nur vereinzelt (etwas öfter 
in Friaul und üdine) erscheint. In Skandinavien bis etwas über den Polar- 
kreis hinaus, auf den biütischcn Inseln überall, aber auf den Färöer, Madeira, 
Azoren und Cauareu fehlend. Durch Rußland und Sibirien bis Irkutsk und 
Daurien ostwärts, in Städten und Dörfern, soll sich aber in Sibirien erst 
verbreitet haben, seit feste Wohnsitze gegründet wurden, den lediglich von 
Nomaden bewolmten Gebieten jedoch fehlen. Im Süden durch Spanien und 
Fortugal bis Gibraltar, Tanger, auf der ganzen Balkanhalbiusel. nach A. v. 
Homeyer auch auf den Balearen. (Durch Menschen nach Nordamerika, 
Neuseeland und in andere Länder verbreitet.) 

J^er J-lauss])erliii<; ist ein Begleiter des Menschen, denn die Mehrzahl brütet 
heutzutage an (tebäuden und iiährt sich ain meisten von (Tetreide, Gartenprodnkten 
und Abl'all. Die Jungen werden teilweise mit Insektenlarven und dergl. gefüttert. 
Frech, laut, golräßig, ülierall. .Jedermann kennt sein lautes schilp, schilp, dieb, trenk 
und sein (lezcter. Er nistet jetzt zumeist an (üebäuden, baut aber auch in großen 
Städten sowohl als auf dem Lande kugelförmige, sehr liederliche Xester, im Epheu 
und in Bäumen.^) auch bisweilen in Storchuestern und andern großen Horsten, an Ufer- 
•wändeu (zumal in Uferscliwalbenlöchern), in Nistkästen, in Rauch- und Mehlschwalben- 
nestern usw. Eier 5 — ö Eier, selten 7, ausnahmsweise 8, variabel, von fast ganz weiß, 
nur mit kleinen grauen Punkten bis braun, über und über mit dunkelbraun gefleckt, 
ziemlich groß für den Vogel, von 17x14 und 19.2x14.8 bis 22x15.5, 23 x: 17, 
24.8x15.7 und sogar 25.2 x 15.6 mm. Durchschnittliches Gewicht 0.207 g. Es finden 
jährlich 2, oft auch drei Brüten statt. 

241. Passer domestica biblicus subsp. nov. 

Groß (Flügel 82—84 mm), Schnabel so groß und manchmal größer, 
als bei F. d. domesüca, das Grau des Bürzels und Kopfes im Herbstgefieder 
ganz mit fahlbräunlicher Übertünchung, der Rücken mit hellerem Kastanien- 
braun, ziemlich scharf kontrastiert zweifarbig, aber fast oder ganz ohne weiß- 
liche Beimischung, Schwingen und Schwanz nicht so dunkel. Ohrdecken nicht 
reinweiß wie bei iiulicu.^, sondern hellgrau mit bräunlichem Anflug. Sehr kennt- 
liche Form, die mehr auffällt, als man beschreiben kann. Ich konnte 6 ö 
untersuchen, darunter die von Tristram gesammelten. 

Syrien mit Palästina, von Beerscheba bis Beirut, Weitere Verbreitung 
noch nicht bekannt (kleinasiatische Sperlinge scheinen nicht hierzu zu gehören). 

(Typus Nr. 143 ö „Sueme" 2, IV, 1897, von Schlüter erworben.) 

242. Passer domestica tingitanus Loche, 

Passer doinestleus A. Tingitanus Loche, Expl. Alger., üiseaux, j). 1132 (1867 — aus Bonap. 
Cat. Parzudaki Coli., p. 18, nom. nud., descr. prima: Algier!) (Es ist auffallend, 

^) Das war wahrscheinlich die ursprüngliche ISistweise, wofür auch die Eier- 
färbung spricht, denn Höhlenbrüter haben meist weiße, blaue oder rotgefleckte Eier, 
Theorien darüber gehören aber nicht hierher, wo es sich um Tatsachen handelt, ebenso- 
wenig Mutmaßungen über die Verbreitung und gar Entstehung(!) der Sperlingslbrmen 
mit dem Menschen. 



150 Fringillidae. 

daß Loche sowohl P. domestiais als auch „F. d. A. Tiny'danus" angibt. 
Dessen ungeachtet und trotzdem die Beschreibung nicht besonders l)ezeiclinend 
ist, bezieht sich doch der Name Thigitanus auf Haussperlinge aus Algier 
und muß daher für die dortige Form angewandt werden, ubwold Loche 
auch die echte doniestica vorkommen läßt.) 

Ähnelt P. d. domedic« sehr, aber die grauen Oberlvopffederu des ä in 
der Mitte (nach der Basis zu) schwarz, was beim frisch vermauserten Vogel 
nur beim Aufheben der Federn gesehen werden kann, wodurch aber im 
Frühling, wenn die Federränder sich abnutzen, ein deutlich schwarz ge- 
sprenkelter Oberkopf entsteht. Außerdem sind die Oiirdecken Aveniger grau 
verwaschen und wie die Unterseite lichter, etwas rahmfarben überlaufen, der 
Bürzel vielleicht etwas lichter, der Flügel zu größerer Länge neigend, meist 
1 — 2 mm länger. O nicht sicher zu unterscheiden, aber unten etwas lichter, 
weniger graulich. 

Tunis, Algier und Marokko. Anscheinend kommt in den nördlichsten 
Teilen dieser Länder auch P. d. domeMica vor, denn die aus Tanger 
stammenden Stücke scheinen dazu zu gehören, während in und bei Mazagan 
imr typische iuigitany>< leben. Aberraute Stücke des echten P. d. do7nestmi 
mit der Kopfzeichnung von üngitanus kommen ausnahmsweise auch in Deutsch- 
land vor (Kleiuschmidt's Sammlung). 

243. Passer doniestica alias ver Kleinschm. 

Passer ahasoer Kleinschmidt, Orn. Monatsber. 1904, p. 7 (Marrakescli). 

Wie P. d. (loinestica, aber nur ein ruudlicher Fleck in der Mitte des 
Scheitels grau, der rundherum, auch vorn schmal über die Stirn hin, von 
Braunrot umgeben ist. (Ehe Serien vorliegen — der Autor hat nur ein 
Stück ■ — kann diese Form nicht als sicher betrachtet werden, doch ist die 
Wahrscheinlichkeit, daß es eine Subspezies ist. gröBer, als djil.') es fine Bastard- 
])ildung darstellt.) 

Süden der Atlasläuder: Marrakesch, Lagouat in S.-x41gier (Liverpool 
Museum). 

244. Passer doniestica arboreus (Bp.). 

Passer arboreus Bonapai-te, Cousp. Av. I. p. 510 (1850 — ex Lichtenstein 31. S. in Mus. 
Berlin: Sennaar). 

Passer rufidorsalis Brehm, Naumannia 1855, p. 277 („X.O. -Afrika"). 

Passer rufidorsalis megarhynchos und microrhynchos C. L. Brehm, Naumanuia 1856, 
]). 5)76, 377 („Beide Subspezies leben in Ostsudan und sind bei Chartuni 
nicht eben selten".) 

? Pyrgifa pedoralis Paul Wilh. v. Württemberg, Naumannia 1857, p. -133 (Nom. nudum! 
Nubia, Koro.sko, Dar el Bind); Heuglin, Journ. f. Orn. 1867. p. 299. (Be- 
schreibung- paßt auf arboreus, Fundorte des Herzogs mehr auf Nr. 245.) 

Dieser reizende Sperling ist eine kleine, außerordentlich lebhaft ge- 
färbte Form des Haussperlings; die Kopfplatte ist im Herbst rostbräunlichgrau, 
im Frühling rein aschgrau, der Rücken ist im Frühling sehr lebhaft kastanieu- 
rotbraun, mit nur schmalen schwarzen Streifen, nur im Herbstkleide sind 
hellrostbrauue Federspitzen zu bemerken, die sich bald abnutzen, Bürzel und 
Oberschwauzdeckeu haben immer mehr oder minder deutliche rostrote Flecke. 



Fringillidae. 151 

Die kleinste Form, Flügel der d 72 bis höchstens 74 mm. 9 von denen 
der andern Formen nur durch geringere Maße zu unterscheiden. 

Am Nil, von Dongola und Berber südlich bis zum 12." nördlicher 
Breite. Bei Khartum häufig. 

Lebensweise und Stimme wie die von P. d. domestica, Nester (bei Schendi), 
Klumpen von trockenem Gras und Federn an den Steihifern des Nil. Eier nur 3, 
wie die andrer Sperlinge, ohne Glanz, etwa so groß wie Feldsperlingseier. (N. C 
Rothschild, Ibis 1902, p. 9). 

245. Passer domestica subsp.? 

? Pyrgita Cahirliia Paul AYilh. v. Württemberg, Naumannia 1857, p. 43B (Nomen nudinn! 
,,Egyptia, Nul)ia, Shelaal, Wadi Haifa"); Heuglin, .lourn. f. Orn. 18(J7. p. 299 
(Sehr ungenügende Beschreibung. Später — Orn. N.O.-Afr. — ■ stellt Heuglin 
den Namen als Synonym zu P. hispaniolensis, Prof. Reichenow aber sah, wie 
er nur schreibt, in der Sammlung des Herzogs Stücke von arhoreus als 
cahirina bezeiclmet). 

Ganz wie P. d. vulims, aber die Ohrdeckon nicht so rein weiß, sondern 
au ihrem obern Teile deutlich aschgrau, Flügel etwa 73 — 76 mm, also durch- 
schnittlich etwas kleiner als bei /''. d. indicus. Das untersuchte Material ist 
gering, dalier wage ich nicht, einen neuen Namen zu schaffen, und der Name 
cahirina ist ganz zweifelhaft, obwohl er sich doch teilweise seiner Bedeutung 
und der dafür angegebenen Fundorte nach auf diese nördliche Nilform 
bezogen haben muß. 

Niltal südlich mindestens bis Wadi Haifa. 

246. Passer domestica indicus Jard. & Selln . 

Passer Indiens .lardine & Selby, lUustr. Ornith. HI. Tat. 118 (Etwa IBBö -1848— 

Indien. Typus im Triiig j\Iuseum). 
Passer confucins Bonaparte, Compte Rend. 37, p. 915 (1853 — Mus. Paris, „ex China, 

a Botta". Jedenfalls auf einen Haussperling zu beziehen, Lokalität vielleicht 

ungenau). 
Passer domesticus huryi Lorenz & Hellmayr, Journ. f. Orn. 1901. p. 233 (Yeshbum, 

Süd-Arabien). 

Merklich keiner, Flügel 74—78 mm, die Kopfseiten der d meist rein 
weiß, nur die obern Oin"decken oft mit schwachem grauen Schimmer, Bürzel, 
Kopf und allgemeine Färbung lichter. 

Von Cochinchiua durch Birmah (in Tenasserim südlich bis Moulmein), 
Ceylon und Indien bis Turkestau. Transkaspien, Persien, Süd-Arabien. Süd- 
arabische Stücke kann ich nicht von den indischen unterscheiden. Trans- 
kaspische Stücke können zum Teil als intermediär zwischen douwstica und 
indicus angesehen werden, sind aber meist reine indicus. 

247. Passer domestica pyrrhonotus Blyth. 

Passer pyrrJwnotus Blyth, .Journ. As. Soc. Bengal XIII, j). 946 (1844 — Sindh.); Cat. 
B. Brit. Mus. "X II, Taf. 5. 

Eine sehr kleine Haussperlingsform mit ziemlich hellgrauei' Kopfmitte, 
kleinem schwarzen Kehlfleck und kastanienbraunem Unterrücken. Flügel 
c?ad. 68 — 69 mm. 

Sindh (Narra). 



152 Fringillidae. 



248. Passer italiae (VieilL). 

Fringilla italiae Yieillot, Nouv. Dict. d'Hist. Nat. XII, p. 199 (1817— Italien). 
Fringilla cisalpina Temminck, Manuel d'ürn., p. 351 (1820 — Italien von den Alpen an). 
Pyrgita Italica Bonaparte, Geogr. & Compar. List B. Europe &N. -America, p. 31 (1838). 
Passer italiae galliae Tschusi, ürn. -Jahrb. 1903, p. 19 (Nizza). 

Das 9 unterscheidet sich von dem von P. d. domedica nicht sicher, 
das ä aber hat den ganzen Oberkopf bis auf den Hinterhals einfarbig lebhaft 
kastanienrotbraun, fast braunrot, die Kopfseiten reiner weiß, Ohrdecken weiß- 
licher. Der Rücken ist wie bei P. <l. domesiira, aber Stücke mit nur rotbraun 
und schwarzgestreiftem Eücken ohne weißliche Flecke sind viel häufiger. 
Meist ziemlich groß, aber nicht immer größer als P. d. domedira. 

Vertritt den nord-europäischen Haussperling von den Süd-Abliängeu 
der Alpen durch Italien hin, ferner auf Korsika;^) auf Sizilien in einer Kolonie 
zu Messina. An der Riviera bis Nizza, vereinzelt bis Lyon, wo sonst P. d. 
doniestu-a wohnt. Süd-Tirol bis zum Ridnauntal, Sfirntal, Bozen, Meran, im 
Eisacktal mit P. d. domedim zusammen, ebenso bei Monfalcone (Gradiska). 
Einmal bei Triest und Pontafel (Kärnten), 1837 in Genf erlegt, soll auch 
einzeln im luntal vorkommen, wo bis über Innsbruck hinaus (von oben her) 
aber domestica vorkommt. (Vgl. Tschusi, Orn. Jahrb. 1903, p. 18.) 



249. Passer italiae senckenbergianus subsp. nov. 

Subspeciei P. italiae italiae dictae similis, sed minor, gracilior, coloribus vividioribus. 
N.O. -Afrika — genauer Fundort unbekannt, Typus Nr. 903 im Sencken- 
bergischen Museum zu Frankfurt a. M. 

Auf S. 60 des Katalogs der Senckenbergischen Vogelsammlung führte 
ich einen von Rüppell's Reisen herstammenden Sperling als Pisser italiae 
rufodorsalis an. Er gehört jedoch nicht zu rafodoimlis (= ai'horeus), dem 
er zwar sonst in allem gleicht (auch den rostroten Bürzelfedern), der Ober- 
kopf ist aber kastanienrotbraun — er unterscheidet sich also von arborens 
genau wie italiae von danestica. Da wir solche Aberrationen nicht kennen, 
müssen wir annehmen, daß es sich um eine besondere Form handelt. P]s 
ist eine Aufgabe der Sammler in N.O.-Afrika, diese Form wieder zu ent- 
decken und ihren Wohnort zu ergründen. Da Rflppell die verschiedenen 
Sperlingsformen nicht unterschied und Heugliu's Angaben darüber verwirrt 
und teilweise unrichtig sind, haben wir keinen Anhalt, woher das merk- 
wtirdio-e Stück stammt. 



1) Von Korsika liegt mir außer typischen italiae ein von AVhitehead gesammeltes 
c5 mit dunkelgrauer, schwarzgesprenkelter Kopfmitte vor, das also tingitanus täuschend 
ähnlich ist, aber kürzere Flügel und dunkle Seiten hat. Das Vorkommen von italiae 
in Palästina beruht auf Irrtum. Die Angaben vom Vorkommen in Algier und Tunis 
dürften sich meist auf P. hispan. fliickigeri beziehen, möglicherweise auch auf Bastarde (?) 
zurückzuführen sein, oder auf leichtfertiger Bestimmung von jungen Impaniolensis beruhen. 
— Die Frage, ob italiae als Subspezies von domestica zu behandeln ist, ist nicht leicht zu 
entscheiden. In größeren Gebieten kommen sie sicher nicht zusammen vor, doch aber 
in Süd-Tirol und Süd-Frankreich (anscheinend auch im Inntal im Engadin). Übergänge 
sind nicht festgestellt, sondern bisher nur vermutet. 



Fringillidae. 153 

250. Passer griseigularis Sharpe. 

Passer griseigularis Shai-pe, Cat. B. Brit. Mus. XII, p. 313 (1888 — Kandahar); Biauchi, 
Anniiaire Mus. Zool. Petersbg-. 1896, p. 126 (nissisch: Übers. Orn. Monatsber. 
1897, p. 162). 

„ dad. im Sominerkleide. Der Oberkopf und der Hinterhals rötlicli- 
grau; auf dem Hiuterbalse befindet sich ein schwach angedeuteter blaß- 
zimmtfarbeuer Kragen, welcher die ebenso gefärbten Halsseiteu verbindet; 
die luterscarpular- sowie die Scapularfedern roströtlich, auf den Außen- 
fahneu blasser gesäumt und mit schwarzen lunenfahnen; der Bürzel 
bräunlich aschfarben, die Oberschwanzdecken blaßbraun, aschfarben gesäumt; 
die kleineu Flügeldecken leuchtend roströtlich, die mittleren in der ßasal- 
hälfte schwarz, in der Apikaihälfte isabellweiß; die Abortivschwinge und die 
Deckfedern der Primärschwingen grauroströtlich gesäumt; die Schwungfedern 
dunkelbraun mit rötlichisabellfarbeuem Saum, welcher auf den Tertiär- 
schwingen sehr breit, auf den Primärschwingen aber weißlicli ist; auf den 
letzteren ist der Saum vor dem Ende der Deckfedern und an der Ver- 
schmälerung der Außenfahne am breitesten (ebenso wie bei den andern 
Arten der Gattung Passer); die Steuerfedern rötlichbraun, gräulich gesäumt; 
vom Auge erstreckt sich längs den Sclieitel- und Genickseiten ein sehr 
blasser isabellzimmtfarbener Streifen, welcher sich auf den Halsseiten er- 
weitert und in der Mitte durch die weißlich -isabellfarbene Augenbraue 
geteilt wird; dieser Streifen ist über der Ohrgegend dunkler, jedoch nicht 
braun, sondern immerhin noch zimmtfarben; die Ohrdecken gräulich braun; 
der Zügel und die Federn unter dem Auge schmutzigweiß; die Wangen, 
die Seiten der Kehle und des Halses isabellweiß, diese Färbung herrscht 
jedoch nur in der oberen Hälfte vor, in der unteren dagegen tritt die weiße 
Färbung in der Richtung des bhiß-schwarzgrauen Streifens, welcher sich 
vom Kinn auf den ünterhals erstreckt, scharf hervor; die Kropfgegend 
gräulich isabellfarben; die Kropf-, Brust- und Köi-perseiten bräunlich grau 
mit rötlicher Beimischung; die Brust, der Bauch und die Unterschwanz- 
decken weiß, isabellfarben angeflogen; die Axillarfedern und die üuterflügel- 
decken weiß mit isabellfarbenem Anfluge. Der Schnabel schwarz, die* Unter- 
kieferbasis gelb; die Füße gelblichbraun. — 

9 ad. Die Oberseite ähnlich dem ö, nur blasser gefärbt; die rost- 
rötliche Färbung der Interscapularfedern ist durch eine rötlichisabellfarbene 
ersetzt, die Plügelfedern wie beim ö , jedoc'h sind die kleinen Flügeldecken 
nicht leuchtend roströtlich, sondern rötlichbraun; der Schwanz wie beim d; 
der blaß zimmtfarbene Streifen hinter dem Auge und auf den Halsseiten, 
sowie der Kragen auf dem Hinterhalse fehlen, aber der schmutzigweiße 
Augenbrauenstreifen schließt sich unmittelbar denj Zügel an und tritt deutlich 
hervor; ein hinter dem Auge befindlicher, zwischen der Augenbraue und den 
hellbraunen Ohrdecken gelegener Streifen ist dunkelbraun und erweitert sich 
auf den Halsseiten; der Zügel, die Wangen und der ganze untere Körper- 
teil schmutzigweiß, isabellfarben angeflogen; die Kehle und der Bauch weiß, 
aber die Kropfgegend und die Köi'perseiten gräulich oder bräunlich angeflogen. 
Der Schnabel dunkelbraun. Flügel d 9 74 mm; Schwanz 58 — 61 mm. 
Tarsus 18 — 19 mm." (Nach Bianchi. Ich konnte nur das nicht ganz alte ö 
in London untersuchen.) 

Transkaspi- Gebiet (Repetek und Station Peski) und Kandahar in Afghanistau. 



154 Fringillidae. 

Diesem Sperling' begegnete N. Sanidiiy ') im Tmnkaspi-Grobiet sowohl zur Zug- 
ais auch zur ßrütezeit. Er nistet in der Oase Merw, wo er ihn im Sommer in den 
ßohrbeständen antraf; auch in Buchara, in der Kultur-Zone des Amu-Darja, bei den 
Aulen Kara-Chous und Mukuri in wasser- und rohrreichen Gregenden ist er gefunden. 
Den Zug beobachtete Sarudny im zweiten Drittel des April (a. St.) 1892 in der Wüste 
zwischen Merw und dem Amu-Darja, am 14. (26.) IV. bei der Station Peski und vom 
18. — 20. IV. (30. IV. — 2. V.i bei Kepetek. VAn Stück wurde aus einem ungeheuren, 
sehr schnell und sehr hoch gegen X.O. fliegenden Schwärm erlegt. 

251. Passer enigmaticus Sariidny. 

PrtSSer eiiifjDudicus Sarudny, Orn. Mi>natsber. 190o. p. 130 (Persisches 15aluchisfan). 

„OI)erkopf und Hnls graubraun, Halsseiteii mit rostfarbener, wenn aucb 
schwacher Beimischung. Der untere Teil des Rückens einfarbig graubraun. 
Die Federn der Schulterpartie an der Außenfahne rostbraun, schwarz an der 
Tunenfahne. Die Färbung des Bürzels ebenso wie die des Oberkopfes und 
des Halses, nur mit stark entwickelter grauer Beimischung. Die oberen 
Schwanzdeckfedern dunkler, mit sehr undeutlichen, verwischten, graubräun- 
lichen Flecken. Die kleinen oberen Flügeldeckfedern von bleich-kastanien- 
rostbrauner Färbung. Die mittleren oberen Deckfedern in der Wurzelhälfte 
schwarz, in der l'hidhälfte isabellfarbig. Die vorderen großen Deckfedern 
schwarzbraun und graubraun in der Wurzelhälfte. Die hinteren großen 
Deckfedern schwarzbraun mit isabellrostfarbigen Enden und ebensolchen 
breiten Rändern auf den Außenfahnen. Schwingen dunkel-graubraun mit 
isabellfarbigen Randungen (sehr breit an den Federendeu und den Außen- 
fahneu der Schwingeji dritter Ordnung, l)leicher und schmäler an den Außen- 
fahnen erster Ordnung). Die isabellfarbigen Borden an den Schwingen erster 
Ordnung sind am breitesten in der Gegend der Spitzen der Deckfedern und 
vor der Finbuchtung der Außenfahne. Vom hinteren AVinkel des Auges, 
längs der Kopfseiten und am Hinterkopfe sich sehr erweiternd, an den Vorder- 
seiten des Halses, erstreckt sich ein bleich isabellfarbiger Streifen, der einen 
deutlichen, wenn auch sehr schwaclien, kastanienbraunen Stich hat. Zügel 
und Federn unter dem Auge sind grauweiß. Die Ohrgegeud ist hellgraubraun, 
Kinn und Mitte der Kehle sind mehr oder weniger reiuweißer Färbung. Der 
übrige Teil der Kehle, Vorderbrust, die Seiten derselben und Bauch sind 
isabellfarbig mit grauer Beimischung, besonders stark an den Seiten der 
Oberbrust. Die unteren Schwanzdeckfedern sind weiß mit deutlichem isabell- 
farbigem Stich. Die Mitte der ünterbrust und die Mitte des Bauches sind 
reinweißer Färbung. Die unteren Flügeldeckfedern sind weiß mit deutlicher 
isabellfarbiger Beimischung, dieselben Federn des Buges sind hell isabell- 
farbig. Der Schnabel, außer der Wurzel des Unterschnabels, die hellhornfarbig 
ist, schwarz. Füße sehr liellgrau mit etwas dunkleren Nägeln. Iris dunkel- 
graubraun. Winterkleid: Die kleinen oberen Flügeldeckfedern mit weniger 
entwickelter kastanienbrauner Färbung; der Schnabel hellhornfarbig. In den 
Maßen unterscheidet sich dieser Sperling nicht von den kleinen Repräsentanten 
des P. imlicm.'-^ (Nach Sarudny.) 

Sarudny erbeutete diesen allerdings noch rätselhaften Sperling in 
einigen d im persischen Baluchistan. 

1) In der 1. Lieferung dieses Buches wurde der Name mit Z geschrieben, nach 
31itteiluno- russischer Freunde aber ist die Schreibweise mit S im Deutschen vorzuzielien. 



Fringillidac. 165 

252. Passer moabiticus moabiticus Tristr. 

Pl'^<;sr)• moabiticus Tristraui, Proc. Zool. Suc. London 1864, [). 169 (Am Toten Meere), 
Ibis 1867, p. 370, Taf. 7. 

dad. Ganzer Oborkopf und Hinterhals, sowie die Kopfseiten aschgrau, 
Zügel schwarz, schmaler Snperciliarstreif weiß, hinter dem Auge in ein helles 
Rostbraun übergehend, kleiner Fleck unter dem Auge und Streif an jeder 
Seite der Kehle weiß, hinter demselben, also an jeder Seite des Kropfes, ein 
schwefelgelber Fleck, Kehle bis auf den Kropf schwarz. Rücken lebhaft 
zimmtbraun mit schwarzen Streifen. Unterrücken und Bürzel aschgrau mit 
rostbräunlichem Schimmer, Oberschwauzdecken in der Mitte dunkelbraun. 
Schwingen und Schwanz schwarzbraun mit fahl weißlichln-aunen Säumen. 
Kleine Flügeldecken und Handdecken schwarz mit weißlichen Säumen, mittlere 
und große rötlich kastanienbraun mit weißlichen Spitzen. Unterseite von der 
Kehle abwärts weißlich, Brustseiten mit grauem, Körperseiten mit bräunlichem 
Schimmer, Uuterflügeldecken weißlich isabell, Unterschwanzdecken lebhaft 
zimmtbraun mit breiten weißlichen Säunien. Schenkelbefiedcrung außen 
schwarz. Im frischen Herbstgefieder sind Kehle, Kopf und Bürzel durch 
hellrostbräunliche Federränder halb verdeckt. Die Unterseite hat bisweilen 
etwas gelblichen Anflug. Flügel 61 — 62, Schwanz 50—51, Schnabel 10—10.5, 
Lauf 17 — 18 mm. Das Q sieht etwa wie ein kleines gemeines Sperlings- 
weib aus. hat aber an den Halsseiten hellgelbe Flecke, ünterschwanzdecken 
in der Mitte dunkler, aber nicht zimmtfarben. Juv. wie 9 . Die f]ier sind 
wie die von Passei' 7no)itana. 

Bewohnt die Rohrdickichte westlich und südlich des Toten Meeres in 
Talästina. 

253. Passer moabiticus yatii Sharpe. 

Fasser yafü Sharpe, Cat. B. Knt. Mus. XII. p. 322 (1888— Dedadi in W.-Afg-hanistan); 
Trans. Linn. Soc. 2. ser.. Zool. \'.. p. 80, Taf. VI. 

Von oben P. m. uioahitims zum Verwechseln ähnlich, doch ist im 
frischen Herbstgefieder der fahlbräunliche Anflug, der später durch Abreiben 
der Säume verschwindet, auf Kopf und Nacken stärker, auf dem Bürzel, wo 
er nie ganz verschwindet, lichter und mehr gelblich; der gelbe Fleck an den 
Halsseiten ist dunkler, Brust und Unterkörper sind gelb, im frischen Herbst- 
kleide mehr grau verwaschen, die Seiten mit graubräunlichem Anflug, das 
Zimmtbraun an den Unterschwanzdecken ist blasser und mehr auf den 
Wurzelteil beschränkt. Etwas größer, Flügel 64 — 68 mm. 9 wie das von 
/'. in. modhlüciis, aber größer, auf dem Rücken lichter, im frischen Gefieder 
unten leicht gelb angehaucht, im abgetragenen Kleide mit viel Gelb unten. 
Juv. wie Q. 

Bewohnt das westliche Afghanistan und Ost-Persien (Seistan). 

Sarudny fand diesen reizenden Sperling im Juni häufig in Seistan brütend. Gelege 
4 — 6, Eier variabel wie andre Sperlingseier: weißlich, ganz oder an der ol)eren Hälfte 
mit aschgrauen Flecken bedeckt, ebenso aber mehr bräunlich, bis rein weiß mit einzeln 
stehenden, nur um das stumpfe Ende häufigeren, leberbraunen und einigen tieferliegenden 
hellgrauen Flecken. 31aße 18x13.3, 18.7x13.3, 18.4x13.1, 18.4x12.9 mm. (Ab- 
bildung Ibis 1903, Taf. 10.) 



156 Fringillidae. 

254. Passer hispaniolensis hispaniolensis (Temm.). 
Weidensperling. 

Fringüla Mspaniolensls Temminck, Man. d'Orn., j). 353 (1820 — typ. Lok. Gibraltar. 

Typen in Wien ) 
Fringüla es paniolensis Werner, Atlas Ois. Europe, Granivores, Taf. 41(1827 — Spanien). 
Fringüla salicicola Vieillot, Faune Fran§., p. 417 (1828 — „trhs rarenient en Provence, 

comniun dans l'Espagne"). 
Pyrgita hispanica Brehni, Haudb. Naturg. Vög. Deutschi., p. 26H (1831 — Spanien bis 

Sardinien). 
Pyrgita Salicaria Bonaparte, Compar. Li.st B. Eur. & N.-Amer., p. 30 (1838— augen- 
scheinlich Schreibfehler für salicicola, al)er später oft so geschrieben. Nom. nud.). 
Passer rufipectus Bonaparte, Consp. Av. I, p. 509 (1850 — ,.ex Agypto". Bezieht sich 

auf eine nicht eben seltene Aberration von P. hispaniolensis mit rotbraun 

gemischter Kropfgegend aus Egyjjten). 
Pyrgita Orientalis Brehm, Vogelfang, p. 98 (1855 — „Im Morgenlande"). 
Passer salicarius major, minor, elegans, niagnirostris, longirostris, brevirostris, A. E. 

Brehm, Verz Samml., p. 9 (18(36 — iiomina nuda!). 
Passer liispaniolensis icashingtoni Tschusi, ürn. Jahrb. 1903, p. 9 (Ägypten, Sinai. 

Klein-Asien; Typus Damiette). 
Engl.: Spanish Sparrow. Franz.: Moineau espagnol. Ital.: Passera sarda. 

Unterscheidet sich von allen Formen der dome.-^tica- Gru^^i^e durch 
auffallende Merkmale und bewohnt große Teile desselben Gebietes. Ober- 
kopf und Hinterhals lebhaft kastanieurotbraun wie bei italiae, im Herbstkleide 
durch bräunlichgraue Ränder fast verdeckt, eine schmale weiße Linie von 
der Stirn bis hinter das Auge. Zügel, schmaler Streif unter dem Auge bis 
zur Scbläfengegend und an den Seiten der Unterschuabelbasis schwarz. 
Rücken und Schultern schwarz, ersterer durch die größtenteils fahlrostgelb- 
licheu Innenfahnen der Federn hell gestreift, im Herbst durch fahle 
Säume ganz fahl erscheinend. Bnrzelfedern schwarz mit fahlrostbräunliclien 
Säumen, Oberschwanzdecken braun. Die ausgedehnt schwarze Kehle und 
Kropfgegend setzen sich gleichsam auf die Seiten fort, indem dort die Feder- 
mitten der Länge nach schwarz sind, im Herbste durch weißliche Säume 
mehr verdeckt, im Frühjahr um so sichtbarer. Die schwarze Seiteustreifung 
variiert, ja es kommen Stücke vor, denen sie fast ganz fehlt — ebenso bei 
den andern Subspezies der Art. Q wie das des Haussperlings, aber die Seiten 
zeigen meist dunkelgraue Streifuug angedeutet. Flügel der ä 76 — 82 mm. 

Spanien, auf den östlichen Canaren und Gran Cauaria, Capverden, ganz 
Nord-Afrika von Marokko durch Algier, Tunis, Tripolis bis Egypten nud Sinai, 
nördlich des Mittelmeeres von Kleinasien durch Griechenland und die Türkei 
bis Bulgarien. Ob die Weidensperlinge, die in der Provence vorkommen, 
hierzu gehören, oder zu arrigotdi, ist nicht festgestellt. 

Tschusi unterscheidet die Form von „Egypten, Sinai, Kleinasien", die 
von ihm angegebeneu Unterschiede finde ich aber keineswegs bestätigt, die 
Weichenfleckung ist nicht gröber, die Rückenpartie zeigt nicht mehr weiß, 
der Kopf ist nicht dunkler branm-ot. PJinige Verschiedenheit läßt sich in 
der Schnabelgrößc nachweisen: spanische Exemplare haben meist die größten, 
die von N.W.-Afrika teils gleich große, teils kleinere, die von Egypten und 
Kleinasien meist etwas kleinere Schnäbel — die Unterschiede sind aber sehr 
gering und durchaus nicht konstaut; immerhin wäre es interessant, ausgedehnte 



Fringillidae. I57 

Serien daraufhiu ferner zu betrachten. Wenn man die egyptiscbe Form 
unterscheiden könnte, müßte man sie riißpeclns nennen. Stücke von den 
Cauaren und Capverden neigen zu geringerer Größe (Flügel), die Mehrzahl 
aber ist nicht zu unterscheiden. 

DerWeidensperlingist im allgemeinen Stand- und Strichvogel, aber in Nord-Indien 
erscheint die dortige Form (Nr. 25(>) nur als Wintervogel, wahrscheinlich von Turkestan 
her. In Stimme, Nahrung und Gewohnheiten ist wenig Unterschied vom Haussperlinge, 
doch schien mir die Stimme etwas höher, sanfter. Zum Nistplatz wählt diese Art Bäume, 
Gebüsch, Uferdickichte, Palmenkronen, wo sie kugelförmige Nester nach Art der Haus- 
sperlinge baut, in Nord-Afrika finden wir sie aber zuweilen an Mauerwerk und dergl. 
nistend, aber doch wohl ausnahmsweise. Die Eier gleichen denen der Haussperlinge, 
aber die dunkelbraunen Varietäten scheinen sehr selten vorzukommen. Die Nester 
stehen meist nahe beieinander, oft geradezu kolonienweise. 

255. Passer hispaniolensis arrigonii Tschusi. 

Fasser hispaniolensis arrigonii Tschusi, Orn. .Jahrb. 1903, p. 8 (Sardinien). 

Eine kaum zu unterscheidende Form, denn die von Tschusi angeführten 
Farbenunterschiede finden sich nicht bestätigt, über die Größe ist etwas 
geringer, als bei P. h. iiispainolennx. Ich messe die Flügel von 10 d 
75 — 78, Tschusi die von 27 6 lh—11 mm. 

Sardinien und Korsika. 
256. Passer hispaniolensis transcaspicns Tschusi. 

Fasser hispaniolensis transcaspicns Tschusi. Orn. Jahrb. 1903, p. 10 ('l'ranskaukasien, 

Transkaspien bis Punjab, Typus Jelotau, Transkasj)ien). 
Fasser hispaniolensis ])alaestinae Tschusi, Orn. Jahrb. 1903, p. 11 (Palästina). 

Schnabel meist etwas kürzer, einzelne Stücke und selbst Serien im 
abgetragenen Sommerkleid niclit von F. //. hisjxmtolensis zu unterscheiden, 
im Herbstkleide aber durch den hellen, fahlen Allgemeintou der Oberseite, 
die hellen Säume von Schwanz und Schwingen und das sehr hervortretende 
Eostgelblichweiß des Rückens kenntlich. Auch die 9 haben eine hellere, 
fahlere Oberseite. Ziemlich groß; Flügel der ö 79 — 84mm. Die Fleckung 
der Seiten ist immer wohlentwickelt, meist besonders grob. 

Brutvogel von Transkaukasien durch Transkaspien bis Turkestan und 
Kaschmir, Afghanistan, Persien bis Palästina. Im Winter südlich von Kaschmir, 
in Rajputaua bis zum Sambhar-See, Oiidh und Mirzapore. Die von Tschusi 
für die Palästina-Form angegebenen Unterschiede sind durchaus nicht stichhaltig. 

257. Passer hispaniolensis maltae Hart. 

Passer hispaniolensis maltae Hartert, A. d. Wanderj. e. Naturt., p. 315 (1902 — Malta); 
Nov. Zool. 1902, p. 332; Tschusi, Orn. Jahrb. 1903, p. 12. 

Wie 1\ h. hispaniolensis aber die Seitenstreifung sparsamer bis zur 
gänzlichen Ermangelung derselben, Flügel im allgemeinen, aber nicht 
konstant kürzer, etwa 74 — 79 mm. 

Malta und Sizilien. Stücke mit mangelnder Seitenstreifung wurden 
wiederholt für ifaliae gehalten. 



158 Fringillidae. 

258. Passer hispaniolensis brutius Fioie. 

Fasser italiae (Vieill.) var. brutius C. Fiore, Matcriüli per iin'Avit'siun.i t 'ahibra. |). 28. l'!> 
(1890 — typische Lokalität Calabria). 

Von allen andereu Formen von P. hisjianiolensis durcli ganz lelileude 
oder rudiraeutäre Seiteufleckimg unterschieden. Diese Form bedarf weiterer 
Bestätigung. Vielleicht fällt sie mit P. h. maltae zusammen, das bisher unter- 
suchte geringe Material scheint sie aber zu einem Extrem von maltae zu 
stempeln. Die Stücke sehen in der Tat aus wie Hybriden von italiae und 
hispaniolensis. Man lese Tscliusi's genaue Auseinandersetzungen im <)]-ii. 
Jahrb. 1903, p. 14—16. 

Süd-Italien (Calabrien und Tarent). 



259. Passer hispaniolensis flückigeri Kleinschm. 

Passer flückigeri Kleinsi-hraidt, Orn. JLouatsber. 1904. p. 7 (Tuoiirt) 

(j: Ähnlich P. h. hispaniolensis. aber mit verschwindender oder ganz 
ohne Seitenstreifung. Auf dem Rücken mehr braun, fast wie bei /'. '/. 
domestica. Lichter als P. h. maltae, scheint P. h. brutius am nächsten zu 
stehen, q (nach Kleinschraidt) heller, als das der nördlichen Form. (\\v. 
aber in der Brutzeit auch selir verbleicht. 

Süd-Algier (Brlanger's Gebiet III — Tugurt, Zouia, Guerrerü u. a. m.). 

260. Passer ammodendri ammodendri Gould. 
Saxaul-Sperling.. 

Passer ammodendri Gould, Birds uf Asia \, Tai. XV und Text (1872 — ex Uodc 
nomen nudum Proc. Zool. Soc. 1871, p. 481 uud Sevorzow M.S.. als Fundort 
ist irrtümlich „montagnes Celestes" angegeben, die terra typica ist alx'r das 
Tal des Syr Darja in Turkestau-Perowk, Djulek). 

dad. Kopfmitte von der Sclmabelwurzel bis auf den Hinterhals, wo 
sich diese Farbe bis an die Halsseiten uud auf den Beginn des Oberrückeiis 
hin ausbreitet, schwarz. Rücken graubräunlich mit schwarzen Längsstreifen, 
Bürzel und Oberschwanzdecken, letztere am auffallendsten, vor den 8pitz(Mi 
mit bräunlichschwarzen Federmitten. Flügel und Schwanz schwarzbraun mit 
fahlen, bräunlich weißen Säumen. Kleine Flügeldecken schwarz, mittlere 
weiß mit schwarzer Basis, große fahlbräunlichgrau, in der Mitte schwarz und 
mit weißen Spitzen, sodaß der Flügel zwei weiße Querbinden zeigt. Zügel 
und Streif hinter dem Auge schwarz, darüber ein schmaler weißer, vom 
Auge bis auf den Hinterhals ein sehr breiter zimmtrotlicher Streif. Kopf- 
seiten hellaschgrau, nächst der Kehle weiß. Kelile schwarz, übrige Unterseite 
schmutzigweiß, Mitte des Unterkörpers j-einer weiß. Seiten aschbräunlicli. 
ünterschwauzdecken in der Mitte graubräunlich. Im Herlistkleide sind die 
schwarzen Federn auf Kopf und Hinterhals so breit fahlgesäumt, daß sie 
die schwarze Grundfarbe fast ganz verdecken, auch auf Unterrücken und 
Oberschwanzdecken treten die schwärzlichen Federmitteu erst im abgetragenen 
Gefieder deutlich hervor. Flüoel 78.5—82. Schwanz 67—69.5. Lauf 20. 



Fi-ingillidao. ISO' 

8ohiiabel 10 — ii mm. Iris braun, iSchiuibel im Frühjahr und 8ommor ganz 
schwarz, im Herbst und Winter, au der Wurzel hellei-. Q dem ö ähnlich, 
aber kleiner: (Flügel etwa 77), Kehle nicht schwarz, sondern schiefergrau, 
Kopfmitte niclit schwarz, sondern aschbräunlich und nur an den Federwurzeln 
schwärzlich, die Streifen an den Kopfseiten viel blasser. -lunge Vr»gel sind 
wie die : , aber der 01)erkopf ist ganz wie der Rücken, jedoch ohne schwarz«' 
Streifen, die Kehle weiL^lich wie die Brust. 

Russisches Turkestan. besonders das Tal des Syr Darja bis Ferghau:i 
und in die Nähe des Issik Kul. Alle von mir untersuchten Stücke sind deutlicli 
gefleckt auf dem Bürzel, doch kommen nach Bianchi (in litt.) ausnahms- 
weise auch Stücke vor, die der folgenden Form ähneln. 

Die Saxaul-Sperlinge sind Bewohner lehmiger mid sandiger Eigenen, besonders 
in der Nähe der Flußlänfe. Ihre Lebensweise und ihre Stimme sind durchaus sperlings- 
arfcig. Sie lieben besonders die Saxaulbüsche, von deren Samen sie auch hauptsächlich 
leben. Ihre Xester bauen sie nach Sj)crlingsart in den Saxaulbüschen, an Lehmwänden. 
(lebäuden oder in der Unterlage von Kaubvogelliorsten. Die 3—5 Eier gleichen 
Haussperlingseiern. (Abbildung Ibis 190.^. Taf. 10.) 



261. Passer ammodendri korejewi Sarudny & Härms. 

Piisser (inunodendrl korejeivi Sarudny & Härms. Orn. JVlonatsb(>r. 1902, p. 53 (Ostl. 
Transkaspien, zwischen Paropamisus und Amu-Darja). 

Steht P. a. aniinodendri äußerst nahe, der untere Bürzel und die Ober- 
schwanzdeckeu sind aber in beiden Geschlechtern immer ungefleckt, auch 
hat die Oberseite einen schwachen rötlichen Schimmer, ohne darin aber auch 
nur annähernd P. (t. stoUczkae nahe zu kommen. Bei den 9 ist der scbiefer- 
farbene Kehlfleck nicht deutlich. Diese Form, von der icTi eine gute Serie 
untersuchen konnte, ist sehr kenntlich. 

Bewohnt die östlichen Teile Transkaspiens zwischen den Vorbergen des 
Paropamisus und dem Amu-Darja. 



262. Passer ammodendri stoliczkae Hume. 

Passer StoUczhne Eume, Siray Eeathers II, p. 516 (1874 — Yarkand, Kaschgar). 
Passer timidus Przewalski, Iz. Zais. Khami & Tibet, pi).94, 95 (russisch! 1883— Oasen 

Chami und Sa-tscheii in der Wüste Gohi). TTbersetzung v. Deditius, .Tourn. 

f. Orn. 1886, p. 529. 

Unterscheidet sich auf den ersten Blick von /'. a. ammodendri durch 
den Mangel jeden grauen Farbentones auf der fahlrötlichsandbräunlichen 
Oberseite. Die Streifen an den Kopfseiten sind etwas dunkler, die Ober- 
schwanzdecken sind ganz einfarbig oder höchstens mit dunkelgraueu Schatten 
vor den Spitzen. Die Bemerkungen in Dresser's B. p]urope, Supplement, 
p. 185. sind unzutreffend. 

Bewohnt Ost-Turkestan von Yarkand und Kaschgar durch die Wüste 
Gobi bis Alaschan und Ordos. Nistet in den Oasen und Saxaul-Gebüscheu 
an den Rändei'n der eio-entlichen Sandwüste. 



I(j0 Fiingillidae. 

263. Passer montana montana (L.)- , 

Feldspeiiiug-, 

Fringllla montana Linnaeus'), Syst. Nat. Ed. X, I, p. 183 (1758— Ex Aldrovandi, Olina, 
Rajiis. „Habitat iu Europa". Als terra typica nehme ich Nord-Italien an, 
ex Aldrovandi). 

Loxin hamhurgia Grmelin, Syst. Nat. I, p. 854 (1788— Ex Brisson, Albin, von Hamburg). 

Fringllla campestrls Schrank, J''aima ßoica, p. 181 (1798). 

Passer Montanina Pallas, Zoogr. Rosso-Asiat. II, p. 30 (1831 — „In Rossiae et Sibiriae 
apricis ubique frequens"). 

JPyrgita septeiitrionalis Brehm, Handb. Natiirg. Vög. Dentschl., p. 2H8 (1831 — „Er be- 
wohnt den Norden, namentlich Dänemark bis Kiel''). 

Passer arboreus Blyth in Rennie's Field-Naturalist I, p. 467 (1833 — nomen niidum!). 

Passer montanus vulgaris, hortorum, macrourus, microrhynchos, niontanoides A. E. 
Brehm, Yerz. Samml., p. 9 (18HH — nomina nuda!). 
Engl.: Tree-Sparrow. Franz.: Friquet. Schwed.: Piefink. Ital.: Passera mattuggia. 

Unterscheidet sich von 1^. domestmi uud der Mehrzahl der Sperlinge 
dadurch, daß die Geschlechter ganz gleich gefärbt sind. Der ganze Ober- 
kopf bis auf den Hinterhals ist von einem schwer zu beschreibenden Braun, 
etwa wie Schokoladeusuppe mit Milch, von Sharpe weinrötlich-schokoladen- 
farben, von Dresser weniger treffend kupferrot (!) genannt. Rücken lebhaft 
rehbraun mit scliwarzen Streifen, Bürzel und (Jberschwanzdecken einfarbig 
mattrehbraun, meist mit etwas aschfarbenem Schimmer. Kleine Flügeldecken 
lebhaft rotbraun, mittlere schwarz mit weißen Spitzen, große schwarzbraun 
mit breiten rotbraunen Außensäumeu uud kleinern weißen Spitzen, sodaß 
zwei deutliche, weiße Querbinden, eine breitere und eine schmälere entstehen.' 
Schwingen dunkelbraun, lebhaft braun gesäumt, Schwanz braun mit heilem 
Säumen. Kopf- und Halsseiten weiB, Zügel, schmaler Streif unterm Auge, großer 
Fleck in der Ohrgegend und Mitte der Kehle bis zum Kropf schwarz. 
Übrige Unterseite hell aschgrau, die Seiten schmutzigrelibraun, Vorderbrust 
mehr aschgräulich, Mitte des Unterkörpers weißlicher. Achselfedern und 
Unterflügeldecken blaßgelblichbrauu. Schnabel im Herbste mehr braun, im 
Frühjahr schwarz, Füße hellbraun, Iris braun. Q etwas kleiner als das ö. 
Flügel ö etwa 73 — 76, 9 etwa 69 — 72, Schwanz etwa 55, Schnabel etwa 
9 — 10 mm. Juv: im allgemeinen dem alten Vogel ähnlich, aber der Kopf 
nicht so rötlich und mit mattschwarzen Punkten an den Federspitzen, die 
ganze Oberseite matter, Kehle nur in der Mitte mit etwas Schieferfarbe. 

Europa von 68" 30' nördlicher Breite bis Italien und Spanien, soll 
jedoch in Portugal und auf den Inseln des Mittelmeeres fehlen und ist von 
zweifelhaftem oder doch außerordentlich seltenem Vorkommen in Nordafrika; 
durch Sibirien bis China und Japan. Außer der zentralasiatischen Form 
(Passer viontana dllutas) lassen sich im paläarktischen Faunengebiete einiger- 
maßen kenntliche Unterarten nicht unterscheiden, doch haben schon sibirische 
(Lena) Stücke und namentlich die von Japan größere Schnäbel. Man kann 
sie daher allenfalls als 



^) In der 1. Lieferung wurde, dem deutschen Gebrauch folgend, der „Archiater" 
als „Linne" zitiert, er nennt sich aber auf dem Titelblatt und weiterhin „Linnaeus". 
Ein Autor muß aber auf alle Fälle so zitiert werden, wie er als' Autor des betreffenden 
Werkes im Druck erscheint. 



i'riugillidae. KJX 

Passer moittaiia saiuratus Stejli. 

iinterscüeidt'u. Der Name wurde von Stejueger uacli eiuem Stück (!) von 
den Liii-Kiu-Inseln ( Proc. U. S. Nat. Mus. VIII. 1885, p. 19) aufgestellt, aber 
die von ihm angegebenen Farbeuunterschiede sind bei einer Serie von 26 Stück 
(Okinawa, N. ('. Rothschild & Waters) nicht vorhanden: nur der Schnabel ist 
etwas größer, wie bei den Japanern und Sibiriern. 

Anders ist es, wenn wir die Tropen Asiens betreten: durch das tropische 
Indien, die Malakkahalbinsel, Sumatra, Borueo und Java linden wir eine 
kleine und merklich rötlichere Form, die heißen muß: 

Passer montana malaccensis Dubois. 1885. 

Ferner wohnt auf der Insel Formosa eine Form mit gewaltig langem, dicken 
und hohen Schnabel (11 — 12 mm lang, etwa 8^/2 hoch), die ich als 

Passer montana taivanensis subsp. uov. 

bezeichne (Typus Nr. 448 Daihoku 9. .Oktober, von Japanern gesammelt). 
28 Exemplare untersucht, meist sehr typisch. 

Der Feldsperling bewohnt in Europa vorzüglich Orärten, Anlagen, lichte Laub- 
wälder, Chausseebäume usw. und nistet bei uns fast ausschließlich in Bauiulöchern, 
■während er in Indien und anderwärts im Osten ganz wie unsre Haussperlinge lebt 
imd vorzugsweise unter den Dächern der Häuser brütet. Jourdain u. A. fanden ihn 
in England und anderwärts auch im Unterbau der Nester von Saatkrähen, Reihern u. a. 
Vögeln brütend. Die Laute sind alle echte Sperlingstöne, aber die Locktöne sind 
weicher, angenehmer, etwas kürzer, daher von denen des Haussperlings für einen nur 
einigermaßen Geübten zu unterscheiden. Xahrung sperlingsartig. Die Nester bestehen 
wie die der Hausspatzen aus großen Klumpen von Federn, Stroh, Heu, Wolle, Fasern, 
sehr gern (wie auch beim Haussperling) mit bunten Fäden, Lappen, und bisweilen 
frischen Blüten vermengt. Die Eier sind wie die des Hausspatzen, aber meist etwas 
glänzender und bedeutend kleiner und viel öfter über und über braun. Sie messen 
im Durchschnitt 19.7 x 14.1, im Minimum 18 X 13.2, im Maximum 22.2 x 14.1 und 
20.2 X 14.8 mm. (Rey.) Beide Eltern brüten. Es finden stets 2, manchmal, wie es 
scheint, sogar 3 Brüten statt. 

264. Passer montana dilutus Richm. 

Tasser montanus dilutus Richmond, Proc. U.S. Nat. Mus. XVin, p. 575 (1895 — Kashgar). 

Passer tnontanus, Briss. var. pallidiis Sarudny, Ois. Perse Oriental, p. 262 (russisch! 

.,1903", scheint aber erst Februar 1904 ausgegeben zu sein — Ost-Persien). 

Unterscheidet ' sich auffallend von P. m. montana durch die lichtere 
Färbung. Der Oberkopf und die kleinen Flügeldecken sind blasser, Flügel. 
Rücken und Bürzel lichter, Vorderbrust mit fahlbräunlichem, statt grauem Anflug. 

Ost-Turkestan, Turkestan und östlichstes Persien, jedenfalls auch 
Afghanistan. Die Stücke von Ost-Turkestan sind vielleicht eine Idee extremer. 

265. Passer mtilans rutilans (Temm.). 

Fringilla rutilans Tenuuinck, PI. Color. Ill, 488 (1829 — Japan). 

Passer russatus Temminck & Schlegel, Fauna Japon., Aves, p.90, Taf. 50 (1850 — Japan). 

dad. Ganze Oberseite kastanienbraunrot, die längsten Oberschwanzdecken 
braun, Rücken nach Sperlingsart schwarz und rostgelblich gefleckt. Flügel 
und Schwanz schwarzbraun mit rostgelblichen Säumen, kleine Flügeldecken 

E. Hartert, Die Vögel der paläai-ktischen Region. ii 



IQ2 Fringillidae. 

kastanienbrauu, mittlere uud große mit rostgelbliclieu Spitzen. Zügel und 
Mitte der Kehle schwarz, übrige Unterseite liell aschbräunlich, an den Seiten 
dunkler uud mehr gelbrostbräunlich überlaufen, in der Mitte weißlich, Flügel 
72 — 74 mm. Im Herbste ist die Oberseite durch hell aschbräunliche Feder- 
kanten halb verdeckt, o (und juv.) Oberseite lebhaft braun, auf dem Bürzel 
ins Rotbraune ziehend. Vom Auge zum Hinterhals ein schmaler, schwarz- 
brauner, darüber ein breiterer hellröstlicher Streif. Unterseite hellrostbräunlicli» 
in der Mitte heller. Kleine Flügeldecken braun, mittlere und große mit breiten, 
rostgelblichweißen Spitzen. Das O ist somit sehr viel lebhafter gefärbt, als 
unsere Hausspatzenweiber. 

Japan, mittleres Chiua (fehlt aber nördlich schon bei Peking und im 
südlichsten China), und Formosa. (Es scheint fast, als ob japanische Stücke 
etwas größer seien.) 

Nisten meist unter Dächern, Eier wie dichtgefleckte Feldsperlingseier. 

266. Passer rutilans cinnamomea (Gould). 

Pyrgita cinnamomea Gould, Proc. Zool. Soc. London 1835. |i. 185 („Himalaya". ifh 
nehme als terra typica Bhutan an). 

Ist P. r. rutilnns äußerst ähnlich und von oben nicht zu unterscheiden, 
die ganze Unterseite aber ist schmutzig hellgelb, die Seiten der Kehle lebhaft 
gelb. Flügel länger: ö 77 — 79 mm. o wie das von P. r. rutilans, aber 
unten mit etwas gelblichem Schimmer. 

Östlicher Himalaya (Nepal, Bhutan, Sikkim, Assam bis Manipur, Yuunaii 
und die Kareu-Berge). 

267. Passer rutilans debilis subsp. nov. 

..Passer cinnamomeus" Hume & Houderson, in Lahore to Yarkand, p.252, Taf.25 (1873- 
Sind-Tal in Kaschmir). 

Ganz wie P. r. cinnamomea, aber die Flügel kürzer, ö 70 — 73 mm, 
und im Sommer auf der Oberseite viel heller werdend, als jene Form, ob- 
wohl das frischvermauserte Gefieder ebenso dunkel ist. (Typus c5'ad. Sind- 
Tal in Kaschmir 19. VII. 187.3, ges. v. Oberst Biddulph, Tring Museum 
Nr. 7265 g.) 

Kaschmir bis in das nördliche Sindh und östlicher Himalaya, 

Diese und die vorige Form sind bainnbewohnende Sperlinge, die ihre Nester in 
Baumlöchern, seltener unter Dächern, haben. Die Eier tragen ganz den Charakter von 
Sperlingseiern und haben etwa die Größe der Feldspcrlingseier. Während manche 
eine weißliche Grundfarbe haben, und nur mäßig gefleckt sind, sind andre so dicht 
braungestreift und gefleckt, daß die Grundfarbe nicht mehr sichtbar ist. 

268. Passer simplex simplex (Licht.). 

Frlngilla simplex Lichtenstein, Verz. Doubl. Zool. Mus. Berlin, p. 2-t (1823 — Ambukol 

am Nil); Abbild. Tcmminck's PI. Col. III, 358, 1825. 
Passer LicJdenstt'ijtii Heuglin, Journ. f. ürn. 1868. p. 88 (Bajnda-Steppe, N. Ivordofan, 

Sennar). 



Fringillidae. 2(j3 

cjad. Ganze Oberseite aschgrau mit einem Stich ins Bräunliche, 
Zügel schwärzlich. Schwingen hellsaudigbrauu mit fahl isabellfarbenen Außen- 
säumen, spitzewärts schwärzlich, Schwanzfedern braun, mit der Rückenfarbe 
gesäumt und nach der Spitze zu dunkler. Kleine Flügeldecken wie der 
Rücken, mittlere weiß mit schwärzlicher Basis, große schwarz))raun mit 
weißen Spitzen, Handdecken und Afterflügel scliwarzbraun. Kelde schwarz, 
Kopf, Halsseiten und ganze übrige Unterseite weili mit fahlgelblichem Anflug, 
der an den Weichen am deutlichsten zu sein pflegt. Schnabel im Herbste 
hellbraun, im Frühling bei alten ö schwarz. Füße hellbraun, Iris braun. 
Flügel 73—77, Schwanz 58—62. Schnabel etwa 10, Lauf 19 — 20 mm. 
9 Oberseite bräunlichisabellfarben, Schwanz und Schwingen dunkler, vor 
den Spitzen schwarzbraun, Unterseite weiß mit isabellgelblichem Anflug. 
Schnabel hellbraun. Juv. wie 5 . 

Nach Heuglin an den Wüsteubrunneu des südlichen Nubiens, in der 
Bajuda-Steppe, im nördlichen Kordofau und Seunar sowie in der Wüste 
östlich von Berber, (Von neueren Forschern nicht beobachtet.) 

Le])t in eleu oben angegebenen Gegenden als Standvogel in kleinen Flügen und 
paarweise, nährt sich von Urassamen und ist im Gebahren ganz ein Sperling. 

269. Passer simplex saharae Erl. 

Fässer simplex saharae Erlanger, .lourn. f. ürn. 1899. p.472, Taf. 14 (Tunesische Sa'hara); 
Abbild, auch in Dresser's B. Europe HI, Taf. 179. 

Das (5 unterscheidet sich von P. s. simplea; durch hellere, im frischen 
Herbstgefieder mit gelblicher Sandfarl)e überzogene, später reiner und lichter 
graue Oberseite, etwas mehr weißliche Unterseite und im Durchschnitt wohl 
auch etwas größere Maße, Flügel 77 — 81 mm. o oben heller, nicht so 
bräunlich, mehr sandgelblich. Erlanger gibt an, dab der Schnabel bei seiner 
neuen Form immer schwarz, bei P. s. simplex immer braun sei, die Schnabel- 
färbung scheint aber bei beiden Formen nach Alter und Jahreszeit zu ändern. 
(Vgl. Heuglin, Orn, N,0.-Afr. I, p. 636, 637 selbst); Tunesen mit hellem 
Schnabel habe ich selbst untersucht. (Diese Form scheint kaum genügend 
begi'ündet zu sein.) 

Bewohnt die Sandwüsten von Algier, Tunis und Tripolis. 

Man findet den Wüstensperling hauptsächlich an den Brunnen und meist auf 
dem Boden, auf Steinen oder Felsen sitzend und hüpfend, und er ist ganz und gar 
feldsperlingsartig in seinem Betragen und seiner Stimme. Das Nest ist ein großer 
Bau von trockenen Halfastengeln, Gräsern, Grannen, Wolle, Federn, Lappen. Es steht 
im Gemäuer der Wüstenbrunnen, in hohlen Baumstämmen und fiaubvogelhorsten. Die 
Gelege scheinen aus 3 Eiern zu bestehen. Diese sind ganz wie Feldsperlingseier, auf 
hellem Grunde braun gestrichelt und gewölkt, oder auf lehmbräunlichem Grunde mit 
bräunlicholivenfarben und tiefer liegenden grauvioletten Flecken größtenteils bedeckt. 
Maße: 20x13, 19x13, 18x14, 19 x 14 mm, Gewicht 0.122 und 0.125 g. 

270. Passer simplex zarudnyi Pleske. 

Passer simxjlex Znrudnyi Pleske, Annuaire Mus. Zool. Ac. Imper. Sc. St. Petersbourg I, 
p. 31 (189H Russisch! -— Transkaspien.). 

Ganz vom Charakter der andern Formen von Passer simjylex, das (j 
unterscheidet sich aber durch folgende Merknnile auffallend: Der (im Februar 
schwarze) Sclmabel ist gedrungener, höher und kürzer; das tiefe Schwarz 



1 64 Fringillidae. 

der Zügel umgibt das gauze Auge iu schmalem Riuge und setzt sich hinter 
demselben in schmaler, spitzer Linie fort. Die Oberseite, besonders die 
kleinen Oberflügeldecken, noch reiner grau als bei P. s. saluirae. Der Flügel 
eines mir vorliegenden alten c5 mißt 75 mm. der Schwanz 63. FüBe (im 
Balge) dunkel, nicht hellbraun. 

Turkmenen-Steppe in Transkaspien, zwischen dem Amu Darja und den 
Ausläufern des Paropamisus. 

Gattung EMBERIZA L. 1758. 

Umfaßt alle altweltlichen Ammern mit Ausnahme des Schueeammer 
und Lerchenspornammer. Eine Einteilung in Cyncliramns, Pyrrlmlorliynclia 
(worin im Catalogue of Birds XII auch eine Subspezies von Emhenza schoenidu.-^ 
aufgenommen wurde!), Cia, Cirlii^, Ocyris, Glycispina, Euspiza, Orospina, Miliaria 
und Fnngillaria ist nicht durchführbar und wird heute fast allgemein ver- 
worfen. Die typischen Ammern zeichnen sich durch ziemlich kurzen, kegel- 
förmigen, spitzen, harten Schnabel aus, dessen Schneiden je eine mehr oder 
minder geschweifte Linie bilden, sodaß man bei einigen Arten bei geschlossenem 
Schnaltel zwischen denselben durchsehen kann. Der Oberschnabel senkt sich 
an der Wurzel in scharfem Winkel abwärts (Fig. 34). Am Gaumen findet 
sich ein mehr oder minder ausgebildeter, meist sehr auffallender Höcker 
(Fig. 35), der nur wenigen Arten fast ganz fehlt, von denen alle Über- 
gänge zu Formen mit starken Höckern vorhanden sind. Dem Höcker entspricht 
am Unterkiefer eine Vertiefung. Wesentlich verschieden ist der Schnabel von 
Eniberiza pyrrhidoides, es findet aber zwischen ihm und dem von E. schomiclus 
ein völliger Übergang statt, sodaß die starkschnäbligen Formen der letzteren 
den kleiuschnäbligen der ersteren verzweifelt ähnlich sehen. Flügel wohl 
entwickelt, die wirkliche erste Schwinge winzig, die ersten vier ausgebildeten 
die Spitze des Flügels bildend. Schwanz lang, ausgeschnitten. Nasenlöcher 
länglichrund, mehr oder weniger von kurzen Federchen verdeckt. Die Krallen 
der Zehen kurz und krumm. Die am typischsten entwickelte Ammer ist 
E. calandra. Newton und andre Ornithologen wollen eine Familie Etuheiizidae 
unterscheiden, was aher bei Berücksichtigung der amerikanischen Formen 
zur Unmöglichkeit wird. 

Über die ganze paläarktische Region verbreitet, sowie in Afrika und 
Indien. In der indo-australischen Region fehlend, in Amerika durch zum 
Teil sehr nahe stehende Gattungen vei'treten. Nester einfache, oben offene 
Halbkugeln aus Grashalmen und ähnlichem Material. Eier bei vielen Arten 
mit Haarzügen, Wurmlinien oder Schnörkeln gezeichnet, auf grünlichem 
Grunde mit Brandflecken versehen, nur dicht gewölkt oder den Eiern von 
Passer und Motac'dla alba ähnlich. — Wir unterscheiden im palärktischen 
Faunengebiete 29 Arten mit vielen Unterarten. 

Übersicht der alten (5 dei- paläarktischeu Arten: 

f Mit Gelb im Gefieder 2 

\ Ohne Gelb im Gefieder 8 

f Nur die Kehle gelb 3 

\ Unterkörper gelb oder gelblich 5 

J Unterkörper bräunlich zimmtfarben E. horhdana . p. 180 

\ Unterkörper weiß 4 



Fringillidae. XH5 

I Kropfband und Kopfseiten schwarz E. elegans 

] Kropfband und Kopfseiten ohne Schwarz E. cinerea 

I Oberkopf und Kopi^eiteu ganz schwarz E. melanocephala 

I Stirn, Kopfseiten und obere Kehle schwarz E. aureola 

I Kopf ohne Schwarz oder nur an Zügeln und oberer Kehle schwarz , 

Kelile oraugenartig zimmtbraun. Bürzel gelb E. luteola 

Kehle und Bürzel rotbraun E. rutila 

Kehle und Kinn goldgelb i), Bürzel braunrot ....... E. citrinella 

(ianze Kehle gelblich, Bürzel grünlichgrau E. sulphurata . }>. 178 

Oberer Teil der Kehle (Kinn) schwärzlich 

) Brustseiten rotbraun E. cirlas . . . 

\ Brustseiten ohne rotbraun E. spodocephala . 

l Unterseite aschgrau E. variahilis ■ 

\ Unterseite nicht aschgrau 

Ganze Kehle rotbraun, Koi^fniitte weiß E. leucocephalos . 

Kehle lebhaft zimnitfarben, Kopfmitte grau E. caesia . 

Kehlmitte rein schwarz 

Kehle schwarz und graustreifig E. strioUda . 

Kehle weißlich oder hellgrau 

Brustseiten einförmig rotbraun, Oberkopf hellgrau . . . . E. stewartl . 

Brustseiten nicht einförmig rotbraun, Oberkopf nicht hellgrau 

Bürzel zimmtartig rotbraun 

Bürzel graulich oder weißlich 

Große Oberflügeldecken zimmtrot gesäumt E. yessoensis . 

Große Obertlügeldecken graulich E. trisframi . 

Schnabel dick, breit, mit stumpfer Spitze E. pyrrJndoides ■ 

Schnabel weniger dick, oft dünn, mit schärferer Spitze 

Kleine Flügeldecken grau E. pallusi . 

Kleine Flügeldecken lebhaft rotbraun E. schoenidus . 

Ohrdecken schwarz E. riistica . 

Ohrdecken nicht schwarz 

Mit gelbem Superciliarstreif E. clirysnpln'ys . 

Ohne gelben Superciliarstreif 

Ohrdeckeu rotbraun 

Ohrdecken nicht rotbi'aun 

Bürzel zimmtartig rotbraun. Pileum kastanienbraun E. cioides . 

Bürzel braunrot, Pileum grau und schwarz gestreift E. fucata . 

»Bürzel graubraun, Pileum braunrot, seitlich durch breite schwarze Streifen 
begrenzt E. pusilla . p. 188 

) Seitliche Steuerfedern ohne AVeiß E. calandra . p. I<i5 

\ Seitliche Steuerfederu zur Hälfte weiß 20 

j Kropfgegend hellgrau, Zügel schwarz E. cia . p. 183 

20 j Kropfgegend rotbraun, Zügel weißlich E. buchanani . p. 182 

I Kropfgegend weiß • E. jaiikowskü . p. 18H 

271. Emberiza calandra calandra L. (Fig. 34. 35). 

Gerstenammer, Grauammer. 

Emberiza CaZanfüra Linuaeus, Syst. Nat. Ed. X, ]>. 176 (1758- ..Habitat in Europa". 

Als typische Lokalität ist Schweden anzusehen, denn Linne bezieht sich in 

erster Linie auf Fauna Suecica 206 and It. Scan. 292, Taf. 4). 
Emberiza Miliaria Linnaeus, Syst. Nat. Ed. XII. j). 308 (1766— einfache Umtaulinig 

der E. Calandra von 1758!). 



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P 


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P 


187 



^) über Aberrationen siehe [i. 168 — 170. 



166 Fringillidae. 

Ffingilld projer P. L. S. Müller, Natursystem, Suppl, p. 164 (1776 — ■ ist Daubenton's 
„Brnant de France appelle le Proj'er", PI. Eni. 233 — Frankreich). 

Miliaria septentrioitalls Brehm, Handb. Naturg. Vög. Dentschl.. i).291 (1831 — Schweden 
und llügen. also Linne's Calandra und Miliaria). 

Miliaria Germanica Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschi., ]>. 292 (1831 — Ebenen 
Norddeutschlands). 

Miliaria pcregrina Brehm, Handb. Naturg. Yög. Dentschl., p. 292 (1831— seltener 
AVintervogel in „unsern Gegenden"). 

Miliaria E%(,ropaea Swainson, Nat. Hist. & Olassif. of Birds II, p. 290 (1837 — der Name 
ist nur zum Ersatz für Linne's niiliaria gemacht, da man nach damaliger Auf- 
lassung Miliaria miliaria nicht sagen mochte. Zitiert ist Sclby's Abbildung 
des englischen Vogels). 

Miliaria valida, meridionalis, minor Brehm, Vogelfang, p. 111 (1855 — keine genaue 
Lokalität, alle Formen „Von Schweden bis nach Afrika"). 

Crifhophaga miliaria var. minor Radde, Ornis Oaucasica, p. 196 (188-1 — Tiflis und Talysch). 
Engl.: Corn-Bunting, Bunting Lark. Franz.: Proyor. Italien: Strillozzo. 
Spanisch: Triguero. 

cJad. Oberseite olivenbrauu, bald iiielir (besonders, aber nicht nui*. in 
England) mit Rostbraun. l>ald mehr mit Gran durchzogen, die Federn an 
den Rändern am liellsten. in der Mitte mit breiten schwarzbraunen, auf 
Bürzel und Schwanzdecken matteren und schmäleren Schaftreifeu. Schwingen 
schwärzliclibraun, die Haudschwingen mit schmalen liellfahlbräunliclien, Arm- 
schwingeu mit ))roiteren und mehr rostbraunen Außen- und schmutziggrauen 
Innensäumen. Schwanz dunkelbraun mit hellen Säumen. Zügel und Federn 
um das Auge rostgelblicliweiß, Ohrdeckeu sehr dunkel und dichtgestreift, am 
hintern Teile mit weißlichem Fleck. Kinn und Kelile rostgelblicliweiß, in 
der Mitte unregelmäßig aber meist wenig gefleckt, an den Seiten der Kehle 
eine dunkle Fleckenreihe, Kropf 
dicht dunkelbraun gefleckt, übrige 
Unterseite rostgelblicliweiß bis 
i'ahmweißlich, anden Seiten dunkel- 
braun gestreift. Uuterflügeldecken 
gelblichweiß, nalie dem Bug einige 
^'^"^' ^'' braune Flecke , Unterschwanz- 

deckeu mit braunen Schaftstrichen. Iris braun, Schnabel hellgelb, Firste 
des Oberschnabels dunkelbraun, Füße bräunlichgelb bis gelblichbraun. Flügel 
95 — 105, nur ausnahmsweise und wolil nur bei c 91 — 92. Schwanz 67—75, 
Schnabel etwa 14, Lauf etwa 14 — 16 mm. Englische und orientalische Stücke 
sind keineswegs besonders klein, die größten gemessenen sind allerdings 
aus Schweden und Ost-Preußen. 9 wie ö aber meist (nicht immer) kleine)-. 
Juv. im ersten Gefieder sehr dunkelbraun mit lebhaft rostgelben Federrändern, 
uiiten etwa wie der alte Vogel. 

Die Untersuchung von 120 Stücken (abgesehen von der Durclisicht von 
über 60 im Britischen Museum) hat in Bezug auf die lokalen Formen der 
Grauammer keine definitiven Resultate ergeben. Trotz der ziemlich vielen 
Stücke ist das Material nicht ganz befriedigend: aus einigen Gegenden liegen 
meist abgeriebene Sommervögel, aus andern fast nur frische Herbstkleider 
vor. Das abgetragene Kleid, wenn nur noch die halben Federn da sind, ist 
vom frischen ganz verschieden: bleicher, graulicher, verwaschener. Die Größe 
variiert auch in derselben Gegend, oft kommen auffallend kleine Stücke vor. 
lilnglische Vögel sind fast immer oben mehr rostbraun, die Unterseite (frisch) 
gelblich. Sie bilden vielleicht eine eigene Untei-art, al)er es kommen auch in 





Fringillidae. ]_tj7 

Dcutsehlaiid, .Spanieu, Itali(Mi u. a. 0. ähnliche Vögel vor, zudem wird die 
Obei'seite mit der Zeit in Sammlungen fuclisiger, sodaß sein- alte Exemplare, 
wie die der Brehmschen Sammlung, zu subtilen Vergleichen untauglich sind. 
Turkestauische und persisclie Stücke sind etwas hell und graulich, aber 
manche italienische sind von ihnen nicht zu unterscheiden. Ich ül)erlasse 
es daher einer spätem Zeit, die geographischen Formen der Grauammer 
klarzulegen, möchte aber sehr zur Vorsicht und Sorgfalt mahnen. Canarische 
Stücke zeichnen sich durch tiefdunkle, fast schwarze Seiten- und Kropfstreifen 
<aus. Sie wurden von Tschusi benannt. Um mich nicht scheinbar gegen 
eine Trennung verschiedener (jrauammerformen auszusprechen, führe ich sie 
getrennt auf, obwohl auch sie schwierig und vielleicht nicht immer zu unter- 
scheiden ist. 

Im südlichen Schweden (Schonen), Dänemark, ganz Mittel- und Süd- 
J^juropa, den britischen Inseln, Afrika nördlich der Sahara, Egypten, östlich 
bis Turkestan, Persien, l'alästina, Kleinasien. Im allgemeinen Standvogel, 
teilweise Strich- und im Norden Zugvogel; als solcher in Nubien, dem* 
peträischen Arabien, am Persischen Meerbusen und in Sindh vorgekommen. 

Bowohner kultivierter Ebenen, der da, wo Getreide gebaut wird, namentlich 
wenn es mit Buschwerk, Gräben, Hirse- und Rapsfeldern, Wiesen und einzelnen Bäumen 
abwechselt, selten fehlt, und namentlich in Spanien und N.AV. -Afrika sehr häufig ist. 
Marlit einen trägen, plumpen Eindruck, sitzt meist auf freien Asten einzolstchender 
Bäume, Büsche, Steine, Pfähle oder dergl., A'on wo er sein höchst eigenartiges Lied 
vorträgt, das mit zick zick zick anhebt und mit einem aus 1 imd r gemischten Klirren 
endet. Nahrung Getreide und andre Sämereien, im Sommer und zum Auffüttern 
der Jungen auch Insekten. In Nord- und Mittel- P]uropa findet man die Eier selten 
vor dem 1. Mai in einem lose aufgebauten Nest am Erdboden, meist in Feldern, oft 
auch an Wiesen und Wegrändern oder am Fuße von Büschen und Bäumen. Die 4 — ß Eier 
sind sehr variabel, matt graulicli, schmutzig fleischfarben, hellbräunlichrot oder fast 
weiü, mit rötlichgraueu Schalenflecken und ^nn-pursciiwarzen Obertlecken, welche die den 
meisten Ammereiern eigene kritzel- und schnörkelförmige Gestalt mehr oder minder 
oft annehmen. Manchmal sind die Eier ganz mit Dunkelbraun überzogen, überhaupt 
könnte man zahlreiche Varietäten beschreiben. Auch die Form variiert — ich messe 
extreme schlesische Stücke: 22x18.2, 22x18.4 (also ein äußerst rundliches Gelege), 
27 X 18.5, 27.8 x 18.5 (also sehr groß und lang), 24 x: 16.2 (also sehr klein), Rey gibt 
als Durchschnitt von 100 Exemplaren an: 24.3 x 17.6, als Maximum 28 X 19, als 
Minimum 21 x 17 und 22 x 16 mm. Durchschnittsgewicht 0.206 g. Meist brütet das ? > 
nadi Naumann hilft das (? brüten. 

272. Eraberiza calandra thanneri Tschusi, 

Kinheriza ailandra thannevi, Tschusi, Orn. Jahrb. 1903, p. 162 (Tenerifei. 

Durch grobe, dunkle Fleckung der Oberseite und namentlich sehr dunkle, 
fast schwarze Kropffleckung und besonders Seiteustreifung ausgezeichnet. 
Oberseite ziemlich bräunlich, Unterseite ziemlich gelblich, wie bei englischen 
Vögeln. Sonst durchaus wie PJuropäer. 

Sehr häufig auf den ( 'anaren. 

273. Emberiza citrinella citrinella L. 

Goldammer. 

Emheriza citrinella Linnaeus, Syst. Nat. Ed. X, p. 177 (1758 — „Habitat in Europa" 
Tj'jj. Lok, Schweden, denn Diagnose beruht auf dem ersten Zitat: Fauna 
Suecica 205). 



IQQ Fringillidae. 

Emberiza sylvestris Brehm, Handb. Naturg-. Vög. Deutsclil., ]). 294 (1831 — ..mir in 

Xadelwäldern"). 
Emberiza septentrionalis Brehxxi, Handb. Xatnrg. Vög. Deutsclil.. p.295 (1831^ „bewohnt 

den Norden"). 
Emberiza major, longirostris, planorum, hrachyrhynchos l^rehm, Vogelfang, p. 113 (185)5— 

„Schweden bis Kärnthen"). 
Emberiza citrinella pratorum, campestris A. E. Urehni, \'er/,. Samml., |). 8 (IStit) — 

nomiua nuda!). 
Emberiza citrinella var. brehmi Popham, Ibis 1901. p. 453, Taf. X (Ex Honieyer M.S., 

nomen niidum, ohne Fundort. Abgebildet ist ein Stück der Aberration mit 

braunrotem Bartstreifen aus England). 
Engl.: Yellowhammer. Franz.: ßruant jaunc Itnl.: Zigolo giallo. Schwi'd.: 

Gulsparf. 

dad. Kopf und Vorderhals schön gelb, eine durcli dunkel olivengi-.iue 
Federspitzen gebildete Linie verläuft von der Stirn über die Augen bis an 

,den Hinterlials, eine andre hufeisenförmig um die Ohrgegend, auch auf dem 
hintern Teile des Scheitels zeigen sich solche Flecken. Rücken dunkel rot- 
braun, mit schwarzbraunen Mittelstreifen und helleren Säumen. Bürzel und 
Oberschwauzdecken zimmtartig braunrot mit helleren Säumen, die längern 
Schwanzdecken dunkler und mit schwärzlichen Schaftstrichen. Schwingen 
schieferbraun, die äußern mit schmalen hellgelben, die inuern mit ebensolchen 
hellbraunen, die innersten Armschwingen aber mit sehr breiten braunroten 
Außensäumen, alle mit weißlichgrauen Iniiensäumen. Flügeldecken dunkel- 
braun, mittlere und große mit licht rotbraunen Säumen. Unterseite schön 
gelb, oft ist ein braunroter Bartstreif angedeutet oder wohl entwickelt, bisweilen 
auch ein braunrotes Kinn, über die Brust ein braunrotes, davor ein oft 

- nur angedeutetes olivengraues Band, Seiten hellrotbraun mit dunkelbraunen 
Streifen. Kürzere Unterschwanzdecken in der Mitte mehr oder weniger 
braunrot, längere mit schwarzbraunen Scliaftstrichen. Schwanz schwarzbraun 
mit braunen, oft sehr lichten Säumen, die beiden äußern Steuerfedern mit 
großem, am zweiten Paare kleineren, weißen Keilfleck auf der Inuenfahne, 
Außenfahue des äußersten Paares meist weiß gesäumt. Im Frühling wird 
durch das Abnutzen der Federränder der Kopf fast ganz gelb, das Braunrot auf 
dem Bürzel reiner, die Brust mehr braunrot. Schnabel Idaugrau, die Schneiden 
heller, Iris dunkelbraun. Beine hellbraun. Flügel 58 — 6:5. Schwanz 76 — 80, 
Lauf etwa 20, Schnabel 10.5—11.5 mm. Das Geüeder ändert vielfach ab: 
Ein braunroter Bartstreif tindet sich oft; auf der Oberseite herrscht oft ein 
grünlicher und besonders im abgetragenen Kleide hellerer Ton vor, die Aus- 
dehnung der Olivenfarbe vor d^m braunroten Brustbande und die des Weiß 
an den äußern Steuerfedern sowie die Größe u. a. m. variiert. — Q . Weniger 
lebhaft, das (lell) blasser, die Oberseite dunkler, auf dem Kopfe schwarze Streifen, 
Kopfseiten dunkler, Kehle dunkelgrau gefleckt, Vorderbrust mehr streitig, 
Seiten breiter gestreift, Größe etwas geringer. Der junge Vogel ähnelt dem Q , 
ist aber auf dem Kopfe noch dunkler und Vorderhals und Brust sind noch 
deutlicher dunkel gestreift. 

Nord-Europa, in Norwegen bis etwa 70" nördl. Breite, östlich bis Nord- 
Rußland, ganz Mittel-Europa bis Nord-Italien, Frankreich bis Nord-Spanien: 
in Süd-Spanien und Süd-Italien um- seltener Wintergast, als solcher aucli 
vereinzelt bis Nord-Afrika. Nur in den allernördliclisteu Teilen ihres Wohn- 
gebietes Zugvogel. 



Fringillidae. 1(59 

Bewohner von Feldhölzern, l)uschreichen Grabenrändern, Waldrändern usw., wenn 
nur Unterholz vorhanden ist. Jedermann kennt das niedliche, anspruchslose Liedchen, 
das der Volksmund verschiedentlich übersetzt. Sämereien verschiedener Art bilden die 
Nahrung, im Sommer auch Insekten. Das Xest steht am Boden, in Büschen manchmal 
bis zu 2 m hoch. Es besteht aus Grashalmen mit etwas Moos, innen ist es feiner inid 
meist mit Pferdehaareu ausgelegt. Zwei Brüten im Jahre. Man kann Eier von Mitte 
April bis Anfang August (so spät aber nur ausnahmsweise) finden. Gelege 4 — 5 (in 
Derbyshire in England nach Jourdain meist nur 3) Eier, die außerordentlich variieren. 
Meist sind sie rötlichweiß, weißlich oder bläulichweiß mit zahlreichen braunen Pünktchen 
inid Kritzeln und grauen Schalentlecken. Darüber ziehen sich tiefbraune bis schwarze 
Haarlinien hin, wie sie für diese und viele andre Annnereier so charakteristisch sind. 
Nur selten fehlen diese letzteren. Von aberranten Eiern sind weiße mit grauen Flecken 
und rein weiße am seltensten. Die Dnrchschnittsmaße von 100 Eiern gibt Rey 21.2 X 
15.9 mm an, das Maximum 24.2x17.1 und 23.5 x 17.7. das i^Iinimum IS. 5 X 14.3 mm. 
Das mittlere Gewicht normaler Eier beträgt 160 mg. 

274. Emberiza citrinella erythrogenys Brebm. 

Emheriza erythrogenys Brehm, Vogelfang, p. 414 (1855 — „Bei Sarepta"). 
Emberiza mollessoni Sarudny, Orn. Jahrb. 1902, p. 58 (aus dem Russischen ..Ergänz, z. Orn. 
Fauna Orenb. Geb.'-, p. 74, 1897 — Orenburg). (Abbildung Ibis 1901, Taf. 10.) 

Schon in Ost-Preußen finden wir die FedeiTänder der Oberseite liellgnui- 
Iträuulicli gesäumt, die Säume der Steuerfedern heller, sodaß der Vogel ein 
lichteres Ansehen erhält, das gleiche sehen wir an den Vögeln des östlichen 
Rußlands (Orenburg, Süd-Üral), während die von Pskov (südlich vom Peipus- 
Sec) nur teilweise der lielleren Form angehören. Sehr schön hell sind die 
Vögel vom Altai, die auch 0) untersuclit) lange Flügel (61 — 64 mm) haben, 
worin sie jedoch von einzelnen West-Europäern erreicht werden. In Italien 
kommen im Winter auch helle Stücke vor, die aber Zugvögel sein mögen. — 
Fs scheint also festzustehen, daß östliche Vögel heller sind, denn so helle 
Stücke wie dort kommen iu West-Europa, mindestens in England, nicht vor, 
während im Osten so dunkle, wie sie sich dort tindeu. fehlen. Der Name 
Brehm's beruht auf eiuem Sarepta-Vogel, der leider in der Sammlung nicht 
erhalten ist. Brehm beschreibt die auch im Westen (Fugland u. a.) vor- 
kommende Aberration mit braunroten Bartstreifen und Kinn, aber der Fundort 
und Brehm's Ausdruck ,. etwas weniger schön, mit weißlichen Flügelbinden" 
deuten auf die östliche Form hin. Der Name E. mollessoni bezieht sich auf Stücke 
mit ganz braunroter Kehle, die von Orenburg und Jeniseisk bekannt sind. 

Rußland und West-Sibirien, westlich bis Ost-Preußen, nördlich bis zum 
64" nördl. Bi-eite, östlich bis zum x\ltai und Jenissei; gelegentlich in Turkestan, 
Persien uud Kleinasien. (Ungenügend bekannte Form.) 

' 275. Emberiza leucocephalos S. G. (im. 

Fichtenammer. 

Emberiza leucocephalos S. G. Gmeliii, Xov. Comm. Acad. Sei. Imp. Petrup. XV, i«. 480, 
Taf. 23, Fig. 3 (1771- Astrachan), i) 



^) Fringilla dabnatica Gmelin, Syst. Nat. 1, p. 920 (1788 — Ex Brisson Moineau 
d'Esclavonie usw. — Dalraatien), und Emberiza sclavonica Degland, Orn. Eur. 1849 I, 
1>. 252, welcher Name ebenfalls auf Brisson',s 3Ioineau d'Esclavonie beruht, wurden als 
Synonyme von E. leucocephalos zitiert. Sie beruhen aul' Aldrovandi's Passer Ulyricns, 
den ich nicht zu deuten vermag-. 



170 Fringillidao. 

Eniberiza Pithyornus Pallus, Reise ci. versch. Pro v. d. Russ. Reichs II, j). 710 (1773 — 

„Habitat in Sibiriae etiam borealioris, piiiuo vere tidvolaus). 
Emberiza alhida Blyih, ,Iourn. Äs. Soc. Bengal XVIII. jtt. 2, p. 811 (1849— oberluilb 

Simla im Himahiya). 
J-Cmbefiza honapariii Bonaparte, Oat. raet. Ucc. Eur., p. 45 (1842 — ex ßartlieleniy de la 

Pnmm., Marseille, nomcn nudum! Vgl. Rev. & Mag. Zool. 1857, ]). 164). 
?? Emheriza himalayensis Tytler, Ibis 1868, ji. 201 (Nomon nudum! Nach Sharj)e 

Synonym von K. leucocephalos). 

ö. Auffalleud ähnlich einer weißen (statt gelben) E. ciii-inella, aber 
Zügel nud breiter Streif hinter dem Auge braunrot, ebenso die ganze 
Kelile In-aunrot, unter dem Zügel ein auf den Obrdecken breiter werdender 
weißer, über und unter den (^hrdeckeu ein scliwarzer Streif. Auf dem 
Kröpfe ein großer weißer Fleck. Kopfmitte weiß, in frischem Gefieder mit 
scliwärzlichen Flecken, das Piieum schwärzlich umsäumt. Breites rostrotes 
Brustband mit grauweißlicheu Federräudern. Sonst ist die Oberseite der von 
K. citrinella ähnlich, nur etwas ausgedehnter rostrot auf dem Bürzel, dit; 
Unterseite aber weiß statt gelb. : dem einer Goldammer ganz älmlirh, aber 
alles Gelb durch AVeiß ersetzt. 

Brutvogel in Sibirien vom Ural bis zur Amur-Mündung. — Nord-China, 
Mongolei und Turkestan, aber wohl nur als Wintervogel. Vereinzelt bis 
Mittel- und Süd-Phiropa: Helgoland, Osterreich, Isergebirge, Dalmatien. Süd- 
Frankreich, etwas öfter (aber auch nur sehr selten) in Italien. Wegen dei" 
großen Ähnlichkeit mit E. citrinella, der Aberrationen der letzteren mit braun- 
roten Backenstreifen und Kehle, und einiger gelblich angehauchter Stücke von 
E. loicocej Jutlos hat Kleinschmidt vorgeschlagen, E. citrinella und leucocephalos als 
geographische Vertreter aufzufassen. Da beide in West-Sibirien, wie es scheint, 
Gebiete von der doppelten Größe Deutschlands zusammen bewohnen, kann 
diese Ansicht vorläufig nicht geteilt werden. Die Aberrationen von E. citrinella 
mit braunroter Zeichnung an Kehle und Wangen finden sich nicht nur in 
den Grenzgebieten, die gelblich angehauchten E. leurocephalos von Tomsk 
aber könnten Bastarde sein. (Vgl. das p. 168 unter E. citiindld Gesagte und 
Journ. f. Orn. 1903, Taf. VII.) 

Lebensweise und Fortpflanzung sollen mit der der (roldammer übereinstimmen, 
auch die Eier scheinen den ihrigen zu gleichen oder ihnen wenigstens sehr ähnlich 
zu sehen und sehr zu variieren. Maße 20.5 — 23x15.5 — 16.5, 21.5 >< 17 ram. 

276. Emberiza melanocephala Scop. 

Kappenammer. 

Emherizd inelunocepliala Scojjoli, Aunus I Hist. Nat., p. 142 (1709 — Ty])us Avahrscheinlicii 

aus Kärnthen. Vgl. Aum. p. 14.). 
T((nagra melanictcra Griildenstädt, Nov. Comm. Acad. Imp. Petrop..XIX, p. 466 (1775- 

X.- & Mittel-Kaukasus, heiße Quellen am Terek in Geoi'gia, Tiflis). 
Fringilla t-rocea Vieillot, Ois. Ohant., Taf. 27 (1805— Senegal! errore!). 
Xaiitliornus caucasiciis Pallas, Zoogr. Rosso-Asiat. I, p.428 (1831 — Kaukasus und Tiflis). 
Emberiza granativora Menetries, Catal. rais., p. 40 (1832- — zwischen Baku und Kuhy 

am Kaspischen Meere, Juli). 
Euspiza simillima Blyth, Journ. As. Soc. Eengal XVIII, pt. 2 p.811 (184*J — S. -Indien). 
Ensplza atricapilla Brehm, Vogelfang, p. 112 (1855 — (Triechenland). 
Euspiza melanocephala macrorhynchos, brachyrhynchos A. E. Hrehm. Verz. Samml., j). 9 

(1866 — nomina nuda!). 



Fringilliclae. j[ 7 j[ 

dad. Oberkopf und Kopfseiten schwarz, im frischen Herbstkleide durch 
lireite graulichbraune Federränder ganz verdeckt. Rücken und Schulterfedern 
rostrot, auf dem JJürzel mit gelbem Schimmer, Oberschwanzdeckcu braun 
mit gelbem Schimmer. Im frisclien Herbstkleide ist die rostrote Farbe der 
Oberseite durch liellgraulichbraune Säume und schwarzbraune Streifen an 
den Federspitzeu verdeckt, Säume und Streifen verschwinden aber gänzlich 
im Frühjahr. Flügel und Schwanz dunkelbraun mit hellfahlbräunlichen Säumen. 
Unterseite schön gelb, im Herbste durch fahle Säume, besonders an der 
Vnrderl)rust, verdüstert, Seiten der Vorderbrust rostrot, ünterflügeldecken 
und Achselfedern hellgelb. Das Gelb der Unterseite zielit sich liiuter den 
sclnvarzen Kopfseiten an den Halsseiten aufwärts und manchmal in einem 
schwach angedeuteten Halsbande über den Nacken hin. Au der gelben 
Kehle zeigen sich bisweilen weiße, häufiger schwarze Federn, selten ist die 
ganze Kehle bis an den Kropf schwarz. Iris braun. Sclmabel dunkelbraun, 
rnterschnabel heller, Füße hellbräunlich. Flügel 94 — 99, Schwanz etwa 75 — 80, 
Schnabel etwa 14, Lauf 21 — 22 mm. 9 ad. Oberseite bräunlichgrau mit 
braunschwarzen Schaftstreifen, die auf dem etwas hellereu, vorn rostrot, 
weiter hinten gelb schimmernden Bürzel fast oder ganz verschwinden. Unter- 
seite gelblicliweiß oder weißlichgelb, über die Vorderbrust ein bräunlicher 
Schimmer. Junge ähneln den c , jüngere 6 haben nicht die Pracht alter. 
Der Verfall des Gefieders ist bei dieser Art sehr auffallend, von Doppelmauser 
ist keine Rede. 

S.O.-Europa und Kleinasien, Palästina bis Persien und Baluchistau, im 
Winter in den nordwestlichen Teilen Indiens. "Westlich bis Italien, wo sie 
besondei-s im adriatischen Küstenlande häufig ist, seltener Gast im südlichen 
Deutschland, Osterreich. Süd-Franki-eich, 4 mal in England, etwa 15 mal in 
Helgoland. Nordwärts bis zur untern Wolga. 

Bewoliut hiischreiclies (leläude, AVeinberge, Gärten und ist ein Zugvogel. Stimme 
ainmerartig: Jjockton ein scharfes „zitt", Angstruf ein leises „zih", (lesang dem der 
Goldammer ähnlich, von Naumann mit „dzi der üh-zi zi zih'' versiunlicht. Das große 
lockere Nest, das sehr leicht zu finden ist, steht meist in Büschen oder Bauniausschlag. 
nie sehr hoch, manchmal am Boden. Die 5 Eier haben nichts von den Schnörkeln und 
Hieroglyphen der meisten Aramereier, sondern sind sehr blaßbläulicli oder bläulichgrüu, 
fast weiß, mit aschbraunen und hellgraulichen Schalenflecken gezeichnet, an helle 
Sperlingseier erinuornd, bisweilen uugefleckt. Maße durchschnittlich 22.5 X 1(5.1, 
"Miiximuu) 25 X Hj.5 oder 22x17.7, Minimum 19 >: 14.5 mm. Gewicht 0.172 g. 

277. Emberiza luteola Sparrm. 

Eiiiherlza luteola Sparrman, Mus. Carlsonian., fasc. 4, Taf. 93 und Text (1789 - ohne 
Fundort. Vermutlich erhielt ihn Carlson aus S.-Indien,- woher er \iele Vögel 
hatte. Die Beschreibung bezieht sich sicher auf unsre Art, die Abbildung 
aber ist so gräßlicli. daß man glauben kann, sie sei von einem andern Vogel 
genommen). 

Emberiza icterica Eversmann, Addenda ad Pallas, Zoogr. liosso-Asiat. 11, p. 10 (1841 — • 
„Hab. in campis elatis et in lit. sax. Orient, mar. Caspii, nee nou in loc. 
clivosis sub montium Altaicorum i'adicibus, circa Bist, etc."). 

Kiitheriza bruniceps Brandt. Bull. Sei. Acad. St. Petersb. IX, p. 11 (1842 — l'urkomanen 
Gebiet). 

dad. Kopf, Vorderhals bis auf den Kropf lebhaft orangenartig zimmt- 
braun, auf dem Pileum lieller. übrige Oberseite gelb, Kücken gTüulichgell) 



172 Fringillidae. 

mit scliwarzbrauueu Schaftstreifen, übrige Unterseite guldgelb. Flügel und 
Schwanz dimkelbraim mit isabellfarbenen Säumen, ünterflügeldecken blaßgelb. 
Iris braun, Schnabel bläulichgrau, Spitze des Oberschnabels braun, die des 
Unterschnabels weißlich. Füße bräunliclifleischfarbeu. Im Herbstkleide wird 
die Oberseite durch bräunlichgraue Säume unscheinbarer, die Unterseite durch 
weißlichfahle Federränder hall) verdeckt. Flügel 87 — 90, sehr selten 91, 
Schwanz etwa 72 — 75, Schnabel etwa 12 — 13. Lauf 21 mm. Abgesehen 
von der Verschiedenheit des Herbst- und Frühlingskleides variiert die Far)>e 
des Oberkopfes individuell: sie ist manchmal fast kastanienbraun, bisweilen 
nur orangegelb, ausnahmsweise überzieht sie Teile des Rückens, o . Ober- 
seite im frischen Gefieder aschbräunlich bis zimmtbraun. im Sommer grau- 
braun, immer mit schwarzbraunen Schaftstreifen. Bürzel und Oberschwanz- 
decken etwas gelblich schimmernd. Unterseite hell isabellbräunlich, fast 
bräunlichweiß, Kehle heller, Vorderbrust bräunlicher. Unterkörper und Unter- 
schwanzdecken mit gelbem Schimmer. Junge wie o , aber oben mehr zimmt- 
bräunlich, breiter gestreift, am Kröpfe mit schwärzlichen Längsflecken. 

Transkaspien. Afghanistan und Turkestau. nördlich bis in das süd- 
westliche Sibirien und zum Altai. Im Winter am Persischen Golf und in den 
Ebenen Indiens, vom Fuße des Himalaja bis au den Fuß der Nilghiri Berge, 
von Sindh bis Chutia Nagpur. In Kaschmir auf dem Durchzuge. Zweimal 
auf Helgoland erbeutet. 

-Bewohner von Feldrainen, Grehölzeii und einzelnen Büschen zwischen Feldern 
und Gärten, sucht seine Nahrung meist am Boden, auf und bei den Feldern. Nicht 
besonders scheu, paarweise, nur auf dem Zuge in kleinen Flügen. Nester aul' oder 
nahe dem Erdboden. Das Nest gleicht andern Ammernestern und enthält (meist im 
Mai) 3 — 4 Eier, die bis auf ihre geringere Größe denen von E. melanocephala gleichen, 
somit also denen der weißen Bachstelze ähneln. Sie messen nach Key 20.7 x 15.3 und 
20x14.9 mm. Gewicht 0.138 ^0.150 g. 

' 278. Emberiza rutila VwW. 

Emberiza rutila Pallas. Heise d. versch. Prov. d. lluss. Beiehs III, j». 698 (ITTti — ..In 
salicetis ad Ononem, versusque Mongoliae fines"). 
Abbildung: Temminck & Schlegel, Fauna Japonica, Taf. 56b. 

dad. Kopf, Hals und ganze Oberseite rotbraun, zwischen kastanienbraun 
und zimmtbraun, nur im frischen Gefieder mit schmalen asclifiililen Säumen. 
Viele Stücke zeigen diese breiter und außerdem uacli den Spitzen zu braun- 
schwarze Schaftstreifen; dies sollen jüngere Individuen sein, es könnte sich 
aber auch um zwei Subspezies handeln, deren Verbreitung jedoch unklar wäre. 
Schwingen und Steuerfedern schwarzbraun mit sclimalen olivenbrnunen Säumen, 
innere Armschwingen mit ganz oder teilweise rotbraunen .Vußenfahnen. 
Innensäume der Schwingen weißlicli. Kinn und Kehle bis Kropfgegend wie 
Oberseite, übrige Unterseite lebhaft schwefelgelb, Seiten grünlich, oliveugrau 
gesti-eift. Oberschnabel bräunlich oder bläulich hornfarben. Unterschnabel 
heller, Iris braun. Füße hellbraun. Fügel 73 — 74.5, Schwanz etwa 58. 
Schnabel 10 — 11, Lauf 19 mm. o ad. Kopf und Bürzel wie der Rücken 
des dad., aber bräunlichgrau gesäumt, Rücken olivengraubraun mit schwärz- 
lichen Streifen. Vorderer Teil der Kehle l>räunlic]i rahmfar))en. Kropfgegend 
rotbraun mit fahlen Federränderu, übrige Unterseite wie beim uad. Juv. 
Oberseite braun, breit schwarzbraun gestreift, auf dem Kopfe ein deutlicher 



Fringillidae. 173 

Mittelstrcif und zwei Superciliarstreifeu vou heller gelbbräualicher und zwei 
Streifen von dunkler rotbräimlicher Färl)ung. Obrdecken bräunlich, Bürzel 
und Oberschwanzdecken rotbraun, Kopf und alles andre gleichmäßig- braun- 
schwarz gestreift. Flügel und Schwanz etwa wie beim dad. Unterseite 
hellgelb, Kehle und Kropf hellbräunlich. Kropf, Vorderbrust und Seiten mit 
kurzen schwarzen Streifen. 

Brutvogel in Ost-Sibirien bis zur Lena, Daurien und Baikal, der Mand- 
schurei und Nord-China. — Wintervogel im südlichen China, Slam und den 
östlichen Teilen Indiens, westlich bis Sikkim. Soll 1 — 2 mal in Japan vor- 
gekommen sein. 

Uesaug verschieden beschrieben. Xest amnierartig. Eier sandgelblich mit grau- 
bräunlichen Schalenflecken und blaß olivenfarbenen Oberflächenflecken einigen schwarzen 
Zickzack- und Schnörkellinien und kurzen Strichen. Eier aus Daurien (nach Tacza- 
nowski\ 17 >< 14.2, 18.3 x 13.7 mm. 

-/- 279. Emberiza aureola Fall. 
Weiden-Ammer. 

Emhcriza Aureola Pallas, Reise d. vex'sch. Prov. d. Russ. Reichs II, Anhang, p.711 (1773^— 

,.Hab. in Populetis, insulisque salice luxuriantibus ad Irtin aliosque Sibiriae 

fluvios"). 
Fasser'ma collaris \"i(i\\\ot^ Nouv. Diet. d'Hist. Xat. XXV, p. (1817 — Südamerika(!), 

errorelj. 
Mirafra flavicolUs McClelland, Proc. Zool. Soc. London 1839, p. 163 (Assam). 
Emberiza doücJionia Bouaparte, Atti della sett. Adun. Sei. Ital. 1845. p. 715 (teste 

Salvadori). 
Emberiza selysii Veranj-, Atti de Congres Sei. Ital. Xapoli 1848 (teste Salvadori). 
Euspiza flavoyularls (,.flavocollarls'' irrtümlich in Gray's Hand-list II, p. 112) ßlyth. 

Journ. As. Soc. Bengal XVIII, p. 86, 811 (1849— Indien). 
Abbildungen in Dresser, Xaumann u. a. m. 

dad. (Hochzeitskleid). Stirn bis an die Augen, Kopfseiten und oberer 
Teil der Kehle schwarz, übrige Oberseite und ein 3 — 5 mm breiter Ring 
über die Kropfgegend kastanienbraun, die Spitzen der Federn auf dem Vorder- 
rücken mit schwarzen Mittelflecken und schmalen fahlen Säumen. Schwingen 
und Schwanz tiefbraun mit aschbräuulichen Außensäumen, äußerstes Steuer- 
federpaar mit breitem, zweites mit schmälerem weißen Mittelstreifen, kleine 
Oberflügeldecken sehr dunkel rotbraun, mittlere weiß, große rotbraun mit 
schmutzigweißen Spitzen. Unterer Teil der Kehle und Halsseiten, Brust und 
Unterkörper goldgelb, Seiten mit fahlweißlichem Schimmer und breiten dunkel- 
braunen Streifen, ünterschwanzdecken gelblichweiß, Unterflügeldecken weiß 
mit gelblichem Schimmer. Oberschuabel dunkel-. Unterschnabel hellbraun, 
B.eine hellbraun, Iris braun. Flügel etwa 77 — 79, Schwanz etwa 62, Schnabel 
etwa 11, Lauf etwa 22 mm, Im Herbstkleide sind Ober- und Unterseite durch 
aschgraue Säume halb verdeckt, sodaß die Vögel dann ganz anders aussehen. 
Q ad. Oberseite graubraun mit breiten, schwarzen Mittelstreifen, nur Vorder- 
kopf schwarz, Pileum tiefbraun mit hellbraunem Mittelstreif und hellfahlen 
Superciliarstreifeu, Kopfseiten schwarzbraun, in der Mitte fahl hellbraun. 
Bürzel rotbraun, schwarzgestreift. Vordere Kehle weißlichgeib. Kleine Flügel- 
decken graubraun, an der Basis rotbraun, mittlere weiß, an der Wurzel und 
in der Mitte braunschwarz, gToße schwarzbraun mit breiten aschbräunlich- 



174 Fringillidae. 

graueu Säumen. Unterseite etwas heller, als beim ö ad., das Kropf band 
schmäler. Andre q haben letzteres nur angedeutet oder es fehlt ganz. Q mit 
schwarzen Kopfseiten und schwarzer oberer Kehle, sowie kastanienbraunem, 
schwarzgestreiftem Pileum (? hahnenfedrig) scheinen öfter vorzukommen. 
Flügel kürzer. Im Winter ist das Gefieder durch aschfahle Säume sehr 
verdüstert. Junge Vögel ähneln den Q , haben aber ein gleichförmigeres 
Pileum, weniger rotbraunen Bürzel, bräunliclie Kelile. unrein gestreifte Kropf- 
gegeud. 

Nord-Rußland (Dwina, nur vereinzelt noch w(?iter westlicl), südlich 
noch 1)ei Moskau), nicht selten durch Sibiiien bis Kamtschatka, im Osten viel 
häufiger als im Westen, und bis auf die Kommandeur-Inseln, selten bis 
Japan reichend, soll aber auf Jesso auch noch brüten. Auf dem Zuge 
durch China bis Siam, Indien vom Norden bis zum Süden, streicht auch 
bisweilen nach Mittel-, Süd- und West-Europa: Osterreichisch-Schlesieu und 
Böhmen je einmal, Italien siebenmal, mehrmals in Südfrankreich. 2 oder 
3 mal auf Helgoland. 

Bewohnt besonders AViesen mit Gebüsch, Weidendickichte und andres Enschwerk 
an Flußnfern und dergl. m. Lockton ein scharfes zip, zip, Gesang dem von Emberizo 
hortulana äußerst ähnlich, aber etwas höher und i-ascher. Xester mit Eiern fand man 
nicht vor dem Juni, wie der Vogel auch erst im Mai an seinen Brutplätzen eintriflft. 
Das Nest steht am Boden oder niedrig darüber im Gras oder in Büschen und ist ein 
echtes Ammernest. Es enthält 4 — 6 Eier. Sie sind auf grünlich- oder bräunlichgrauem, 
hellbläulichgrauem oder grauweißem Grunde mit fast schwarzen Flecken und Figuren, 
häufiger aber nur mit braunen Flecken und Punkten, seltener Kritzeln bedeckt und immer 
mit tiel'erliegenden hellgrauen oder hell bräunlichen Flecken gezeichnet und mess<'n 
von 18.6x14 8, 20x14.5 bis 19x15, 20.7x15.2, 21x15.5' und 22x15 mm. 

280. Emberiza elegans Temm. 

Einberiza elegans Temminck, PI. Col. 583 (1835 — Japan). 

Emberiza elegantida Swinhoe, Proceed. Zoo). Soc. London 1870, p. 134 (..Kweichow, 
the westernmost city of Hoopih province on the Yangtsze"). 

dad. Kopfmitte, ganze Kopfseiten und großer Fleck auf dem Kröpfe 
schwarz. Schmaler Streif über den Zügeln weiß, hinter dem Auge in einen 
breiten, gelben Streifen übergehend, der in breitem Bande über den Hinter- 
kopf hinzieht, dort aber von den haubenartig verlängerten, schwarzen Scheitel- 
federn fast ganz verdeckt wird. Obere Kehle gelb, von dem schwarzen 
Kropffelde durch einen weißen Ring getrennt. Rücken- und Schulterfedern 
rotbraun mit schmalen schwarzbraunen Schaftstreifen und hell fahlliräun- 
lichen Säumen. Bürzel braungrau. Kleine Oberflügeldecken bräuulichgrau, 
mittlere und große braunschwarz mit hcllröstlichen bis weißlichen Spitzen. 
Mittelstes Steuerfederpaar graubraun, die nächsten beiden Paare braunschwarz, 
die beiden Seitenpaare mit der bei den meisten Ammern bekannten weißen 
Zeichnung. Brust und Unterkörper weiß, Seiten hell rostbraun mit dunkel- 
braunen Streifen. Im frischen Herbsfckleide ist der Rücken bräunlicher, das 
Schwarz und Gelb am Kopfe und Kröpfe durch rostbraune Spitzen halb verdeckt, 
die Unterseite ist rostbräunlich angehaucht, die Flügelbinden mehr rostbräun- 
lich. Schnabel schwarz, Iris braun, Füße bräunlich fleischfarben. Flügel 
74—79, Schwanz etwa 70, Schnabel etwa 9^'.,. Lauf 187., mm. Q etwas 
kleiner, Oberkopf braun mit braunschwarzen Federmitten, das Gelb an den 



Friugillidae. 175 

Kopfseiten blasser. Kopfseiten dunkelbraun; Kehle schmutzigweiß mit hell- 
gelbem Schimmer, an den Kehlseiten einige braune Flecke, Kropfgegend 
rostbräunlich mit rotbraunen Flecken, Schnabel braun. Im übrigen dem d 
ähnlich. Juv. dem 9 ähnlich, aber das Gelb an den Seiten des Pileum durch 
helles Eostbraun ersetzt. 

Ost-Sibirien und die Mandschurei, seltener Japan, in China überwinternd, 
im Norden dieses Landes (Mupin, nach Pere David) noch nistend. 

Bewohner der Waldränder und buschreicher Gelände, Lockton dem andrer Aranieru 
gleichend, Gesang der beste aller Animerngesänge. Die verlängerten Scheitelfedern 
oft haubenartig erhoben. Das Nest steht im Grase, unter Büschen und Krautwcrk am 
Hoden und enthält (am Ussuri) in der zweiten Hälfte des 31ai 5 — 6 Eier. Sie sind 
hell rötlichgrau mit violetten Schalenfiecken und scharf markierten, braunschwarzen 
Punkten und Kritzeln, meist aber ohne die letzteren! Sie messen 17x15 (Radde), 
17—18.5x14.5—15.5 (Nehrkorn), bis 19 x U.8, 19 x 15 mm (Taczanowski). Es ist 
möglich, daß die mit Kritzeln beschriebenen Eier fälschlich dieser Art zugeschrieben 
wurden. Abbildung: Radde, Reisen i. S. von 0. -Sibirien. II (1863), Taf. 5. 

281. Emberiza cirlus L. 
Zaunammer, Zirlammer. 

Kmheriza Cirlus Linnaeus, Syst. Nat. Ed. XII, I, p. 311 (1760— ex Brissou etc. — ,,Hal>. 

in Europa australi"). 
Emberiza Elaeathorax Bechstein, Orn. Taschenb. I, p. 135 (1803 — „in den mittleren 

Rheingegenden, in Hessen und Thüringen"). 
Engl.: Cirl-ßunting. Franz.: Bruant zizi. Ital.: Zigolo nero. 

cJad. Oberkopf und Hinterhals grünlich olivengTau mit schwarzen, am 
Hinterhalse spärlicheren und fast verschwindenden Schaftstreifen. Rücken und 
Schulterfederu kastauienrotbraun mit länglichen schwarzen Flecken an den 
Spitzen der Federn und bräunlicli aschgrauen Säumen. Bürzel bräunlich 
olivengrau mit dunkelbraunen Streifen, Oberschwauzdecken mehr braun, eben- 
falls mit dunklen Mittelstreifen und etwas helleren Säumen. Schwingen 
schwarzbraun mit schmalen, schmutziggelblichen, Armschwingen mit bräun- 
licheren, an den innersten viel breiteren, rotbräunlicheren Außensäumeu, 
Innensäume weißlich. Steuerfedern schwarzbraun mit gelblichgrauen Säumen, 
äußerstes Paar mit großem weißen Keilfleck an der Innen- und weißem Saum 
an der Außenfahne, das nächste nur mit kleinerem weißen Keilfleck an der 
Innenfalme. Superciliarstreif, Streif unter dem Auge bis in die Mitte der 
Ohrgegend, ein manchmal damit verbundener Fleck hinter derselben großer, 
bis an die Halsseiten ausgedehnter Fleck in der Mitte der Kehle, Brust- 
mitte und Unterkörper gelb. Ohrdecken größtenteils scliwärzlich. Obere 
Kehle schwarz. Breites Band über die Kropfgegend und kleine Flügeldecken 
grünlicholivengrau. Brustseiten kastanienrotbraun njit bräunlichweißgrauen 
Federräudern. Körperseiten hellbi'aun mit schwärzlichen Schaftstreifen, 
ünterschwanzdeckeu hellgelb, die längern mit dunkelbraunen Mittelstreifen. 
Im Herbstkleide ist das Schwarz der Kehle dnrdi granliche Federspitzen 
verdeckt, die ganze Oberseite matter, mehr verwaschen, im Frühling durch 
Abnutzung lebhafter. Flügel 79. H — 88.6, Schwanz 70 — 75, Lauf etwa 17.5, 
Schnabel etwa 1 1.3 mm. 9 .Kopf wie der Rücken, hellbraun mit breiten, schwarz- 
braunen Streifen, der Hinterhals matter. Ohrdeckeu dunkel aschbraun, hinter 
und über denselben ein mattyelber Fleck, über dem Aiiye ein meist nur im 



176 Frinüillitlaf. 

abgetragenen Kleide auffallender gelber Superciliarstreif. Kehle mattgelb, 
meist fein, manchmal gröber schwarz gestrichelt und von schwarzen Streifen 
begrenzt. Kropf und Yorderbrust bräunlich, schwarzbraun gestreift, Unter- 
körper gelb, aber nur in der Mitte ungestreift, »Seiten bräunlich, breit dunkel- 
braun gestreift. 

Bewohner der Mittelmeerländer, durch Griechenland und die Türkei 
bis zur Krim, Kleinasien, selten bis zum Kaukasus; in Österreich-Ungarn, 
von vereinzelten Fällen abgesehen, nur im ungarisch-kroatischen Littorale; 
durch Italien, Frankreich, Spanien, Portugal, auf den Inseln des Mittelmeeres 
und in N.W.-Afrika (Algier und Nord-Marokko). Durch Frankreicli erstreckt 
sie sich nordwärts (wie mehrere andre südlichere Vogelformen) bis England, 
wo sie die südlicheren Grafschaften bewohnt: das Themse-Tal und ihre 
Zuflüsse bis Gloucestershire und die Kreidehügel in Hertfordshire, Bucking- 
hamshire und Bedfordshire, in Wales (nach Jourdain) in Cardigan und nördlich 
bis Denbigh. In Deutschland nur vereinzelt im S.W. (Rhein-, Mosel- und 
Saartal). 

Bewohner buschreichen Geländes, namentlich im Hügellande, wo sie anch steinige, 
spärlich mit Wachholder bestandene Hänge liebt, in Algier bis hoch in die Berge, aber 
auch an Flußufern, Heckeu, in Gärten und Feldhölzeru. Meist Standvogel, so auch in 
England, soll aber an seinen sonstigen nördlicheren Wohnorten (S.W. -Deutschland) Zug- 
vogel sein. In der ganzen Lebensweise ein echter Ammer. Lockton ein feines zib, zib oder 
zi, zi, Gesang dem des Goldammer ähnlich, jedoch ganz ohne die Endstrophe, leiser 
und mehr klirrend, mehr wie aus r und 1 zusamniengesetzt. Nest niedrig in Büschen, 
meist fast am Boden, einem Goldammerneste ähnlich. Zwei Brüten, in England früh 
im Mai und Juli Eier. Die 4 — 5 Eier sind charakteristisch; in Sammlungen: schmutzig 
grauweißlich, frisch: schwacli grünlich oder graubläulich, sehr selten rötlichweiß, mit 
fast schwarzen und braunen Punkten, Klecksen und feinen, oft labyrinthisch versclihmgenen 
Haarzügen oder Wurmlinien überzogen. 25 Eier der Rothschildschen Sammlung messen 
19x15.1 (abnorm klein), 20.3x16.4, 20.4x15.9, 20.8x16.1, 21x16.8, 21.5x16.4, 
21.6x17, 21.7x16.6, 21.7x17.4, 22.2x16.4, 22.5x16.4, 22.2x16.6, 22.4x16.8 
bis 23.1 X 16.4 mm. Gewicht nach Hey 166 mg. 

"I 282. Einberiza spodocephala spodocepliala Fall. 

Emberiza spodocephala Pallas, Reise d. verscli. Prov. d. Russ. Reichs III, p. 698 (1776 — 

Daurische Alpen). 
Emberiza sordida vel chlorocephala? Gray 's Zool. Miseell., p. 84 (1844 — noniina nuda(!), 

ex Hodgson's M.S.). 
Abbildung in Schrenck's Reise etc. Amurland, Taf. 12 (1859). 

ö ad. Kopf, Hals und Kropfgegend grünlichgrau mit gelblichem Scliimmer. 
auf dem Kopfe braune Federspitzen, die aber im Frühjahr verfallen. Um 
den Schnabel herum eine schwarze Maske. Rücken- und Schulterfedern rost- 
braun mit lichteren Bändern und breiten braunschwarzen Längsflecken. 
Bürzel und Oberschwanzdecken olivenbraun, dunkler in der Mitte der Federn. 
Schwanz und Schwingen dunkelbraun, mit braunen, an den Handschwiugeu 
mehr olivenfarbigeu, an den Armschwingen mehr röstlichen Säumen. Äußeres 
Steuerfederpaar größtenteils weiß, das nächste nur mit langem, keilförmigen 
Fleck an der vorderen Hälfte der Innenfahne. Mittlere und große Ober- 
flügeldecken dunkelbraun mit hellgelblichbraunen Spitzen und Außensäuraeu. 
Unterseite hell schwefelgelb, die Seiten mehr olivenbräunlich mit tiefbraunen 
Streifen. Unterflügeldecken und Achselfedern gelblichweiß, Inneusäume der 



Friugillidae. ]^JJ 

Schwingen weißlieb. Im abgetragenen Gefieder sind die Seiten lichter, die 
Kehle etwas gelblicher, weniger mit grau verwaschen. Flügel 70 — 75, 
Schwanz etwa 65 — 68, Schnabel lOVo — H mm. — 9 ad. Oberkopf und 
Oberhals im Herbst und Winter etwas bräunlicher und mehr gefleckt, im 
Sommer wie beim d. Kehle hellgelb, mehr oder minder dunkelbraun gefleckt, 
7Ä\gel graubraun, darüber ein oft undeutlicher, kurzer, hellgelber Superciliar- 
streif. Flügel einige mm küj-zer als beim ö. — Junge im ersten Gefieder 
ähneln den Q , aber oben viel mehr rostbraun, beinahe rotbräunlich, der 
Oberkopf braun, vorn und an den Seiten dicht dunkelbraun gefleckt und 
gestreift, Mitte des Hinterkopfes heller, der Superciliarstreif deutlicher, 
rostbräuulich von Farbe. Ohrdecken streifig, Unterseite gelblich, die Seiten 
mit bräunlichem Schimmer, Kehle und Kropf mit braunschwarzen, pfeil- 
.spitzenartigen Strichen. 

Ost-Sibirien, Mandschurei und Korea, westlich bis Irkutsk, uördlicli 
Ins zum Ochotskischen Meerbusen. Überwintert in China und im nördlichsten 
Indien, am Fuße des Himalaja. Jouy erlegte ein Stück im Januar bei iJSAfAj ^/f-^7 
Tokio. Zur Brutzeit erlegte Stücke von Korea, wo sie häufig ist, haben 
gelbe Flecke an den Spitzen der Federn am Kropf und an der untern Kehle. 
(Vielleicht Subspezies?) 

Bewohnt Waldränder und buschreiche Flußufer. Kommt an seinen Brutplätzen 
in der zweiten Plälfte des Mai wieder an. Der Gesang wird als kurz, leise aber angenehm 
geschildert, genauere Angaben habe ich nicht darüber gefunden. .Das Nest steht in 
Büschen, meist 1/2 — 1 m hoch, oder am Boden. Es enthält 4 — 6 Eier, welche weiß 
mit braunen Flecken sind und 18.2 x 14, 18 X 14, 18.3 x 14, 18.5 x 14, 18.6 x 14.3. 
19x14, 19x14.2, 19x14.6, 19x15, 19.2 x 14.8, ausnahmsweise 21.6 x 15.2 mm 
messen. Sie gleichen also sehr in der Färbung den Eiern von Emberiza melanocephala 
und sfriolata, nicht den bekritzelten Eieru der meisten Ammern. Nur ausnahmsweise 
zeigen sie feine schwarze Linien. Abbildung: Ibis 1904, Taf. III, Fig. 10. 

283. Emberiza spodocephala melanops Blyth. 

Emberiza melanops Blyth, Journ. Asiat. Soc. Bengal XIV, p. 554 (1845 — Tipperah, 
Hinter-Indien). 

Unterscheidet sich von E. sp. spodocepliala nur durch etwas lebhaftere 
und grünlichere Färbung au Kopf, Hals und Kropfgegend und lebhafter 
^•elbe Unterseite, das o nur durch letztere. 

Brütet nach Styan im Gebiete des Jang-tse-kiang (Mupin) und über- 
wintert in Hiuterindien, von Assam und Manipur bis Birma. Weitere 
Forschungen über die Verbreitung sind notwendig! 

284. Emberiza spodocephala personata Temm. 

Emberiza personata Temminck, PI. Col. 580 (1835 — ■ „ . . les part. septentr. du Japon 
et probabl. la Coree." Korea ist ein Irrtum, die typische Lokalität also 
N. -Japan). 

Auf der Oberseite nicht von E. sp. spodocephala verschieden, aber der 
Schnabel mächtiger, Beine und Füße kräftiger, Kehle gelb (nicht grünlich- 
grau!), im frischen Gefieder mit schwärzlichen Federspitzen. Kropfseiten etwas 
gefleckt, Unterseite schön gelb, Seiten dunkler gestreift. 

E. Hartert, Die Vögel der paläarkti sehen Region. 12 



178 Fringillidap. 

Japan von Itunip (der südlichsten der Kurilen) bis zu den Ijiu-Kiu- 
luseln. In den nördlicheren Teilen ihres Wohngebietes Zugvogel. 

Das Nest steht in Grasbüscheln, auf oder nahe über dem Boden. Die Eier werden 
von Jouy, der sie selbst gesammelt (Proc. U. S. Xat. Mus. 1883, p. 298) beschrieben als 
weißlich, mit blaßlila und braunen Punkten und Flecken, haben also augenscheinlich 
den Charakter derer der andern spodocepJtala -Formen. Nach Seebohm sind Eier in der 
Prj'erschen Sammlung denen von E. Iwrtulana ähnlich — icli möchte diese für unecht 
halten. Nach Jouy messen sie 20x16 mm. 

285. Emberiza spodocephala subsp.? 

Emheriza jicrsonata (non Temminck !) Taczanowski, Faune Siberie Orient. I., p. 567 (1891 — 
Sacchalin !). 

Nikolski und Taczanowski beschrieben ,, Emberiza iiersonata'-'- als häufigen 
Brutvogel auf der Insel Sacchalin, aus der Beschreibung geht aber hervor, 
daß es sich dort nicht um die japanische peisonata, sondern eine anscheinend 
der E. sp. mehnops sehr nahestehende Form mit gelberer Unterseite und 
grünlicherer Färbung auf dem Kopfe handelt. 

Sacchalin. 

286. Emberiza sulphurata Temm. & Schleg. 

Emberiza sulphurata Temminck & Schlegel, Fauna Japonica, Aves p. 100, Taf. 60 (1848 — 
Lokalität nicht angegeben, Typus von Japan). 

dad. Oberseite grünlichgrau (im Herbstkleide stark mit Rostbraun 
überlaufen) Pileum gelblicher, Rücken und Schulterfedern breit braunschwarz 
gestreift. Zügelfleck und Kinufedern schwärzlich. Schwingen dunkelbraun 
mit grünlichgrauen Säumen, innere Armschwiugen mit breiten rostbraunen 
Säumen, Innenräuder aller Schwingen hellbräunlichgrau. Schwanz dunkel- 
braun mit bräunlichaschgraueu Säumen, äußei'stes Steuerfederpaar weiß mit 
schwarzbrauner Wurzel und ebensolcliem Saumfleck an der Spitze, zweites 
Paar mit langem keilförmigen weißen Streif an der Inneufahue. Kleine 
Flügeldecken grau, mittlere und große schwarz oder schwarzbraun mit breiten 
weißen (im frischen Kleide bräunlichweißeu) Spitzen. Unterseite hellgelb, 
(im frischen Gefieder olivenbrauu überlaufen), Seiten olivengrau überlaufen. 
Weichen mit braunschwarzen Streifen. Flügel 70 — 74, Schwanz 65 — 68, 
Schnabel 10 — 11, Lauf etwa 18 mm. o oben bräunlicher, Kehle, Kropf 
und Seiten bräunlicher, Zügel ohne Schwarz. Junge Vögel den Q ähnlicli. 
aber noch bräunlicher. 

Brutvogel in Japan (Jesso bis Nagasaki). — Wintergast in Süd-China 
und Formosa. 

Häufig auf dem Fudschi-Jama, wo er in Büschen nahe dem Boden ein mit 
Pferdehaaren ausgelegtes Nest ans CTrashalmen und etwas Moos baut, iu dem man von 
3Iai bis Juli etwa 4 Eier findet, die denen der Gartengrasmücke ähneln. Sie messen 
nach Nehrkorn 20x15 mm. 

287. Emberiza cinerea -Stricld^ ;£> t-<i-y\'yv\ 

Emberiza cinerea Strickland, Proc. Zool. Soc. London 1832, j). 99 (Smyrna).^ pT^f* CC-, 
Emberiza cineracea Brehm, Vogelfang, p. 114 (18.55 — ■ „Smyrna, verirrt sich nach 
Griechenland"). 
Abbildung: Dresser, B. Europe IV, Taf. 207. 



Fringillidae. J79 

dad. Kopf hellgrau mit schwefelgelbem Anfluge. Vorderbals schwefel- 
gelb, dies Gelb in einem leichten Anfluge auf die Vorderbnist fortgesetzt. 
Hiuterhals wie der Kopf Übrige Oberseite bräunlich aschgrau, jede Feder 
in der Mitte braun, am dunkelsten an den Schäften. Bürzel und Ober- 
schwanzdecken einfarbig aschgrau. Drei mittelste Steuerfedern dunkelbraun 
mit schmalen, am mittelsten Paare viel breiteren hell bräunlichweißen Säumen. 
Das vierte Steuerfederpaar, von der Mitte aus gezählt, mit an Ausdehnung 
wechselnden, aber immer kleinen weißen Spitzen, das vorletzte mit fast 
zur Hälfte, das äußerste mit zur Hälfte weißer Innenfahne und einem 
schmalen weißen Saume am mittleren Teile der Außenfahne. Vorderbrust 
hellgrau mit hellgelbem Anfluge, Brust, Unterkörper und Unterschwanzdecken 
liell bräunlichweiß, die Brust zuweilen mit hellgelbem, Körperseiten mit 
bräunlichem Anfluge. Schwingen dunkelbraun, Handschwingeu mit sehr 
schmalen, Armschwingen mit breiten hellbräuulichen Außensäumeu. Ober- 
flügeldeckeu tiefbraun mit breiten weißlichbraunen Rändern, ünterflügeldecken 
weiß. Oberschnabel dunkelbraun, Unterschuabel und Füße (im Balge) hell- 
braun. Flügel 95—97, Schwanz 76—78, Schnabel 12, Lauf 21 mm. 
Jüngere ö haben weniger Gelb an Kopf und Kehle. 9 ad. kleiner als 
das d, Oberkopf graubraun, die Federn in der Mitte dunkelbraun und 
mit nur schwachem gelblichen Anfluge, Kopfseiten bräunlich. Kehle hell- 
bräunlichgelb, einige der Kehlfedern in der Mitte etwas dunkler, Vorderbrust 
hell bräunlich, aber nicht deutlich grau, übrige Unterseite mit bräunlichem 
Aufluge, sonst wie das d'ad. Flügel 87 — 88, Schwanz 68 — 70, Schnabel 11 mm. 
Der junge Vogel im ersten Kleide ist viel mehr braun und es fehlt bei ihm 
das helle Gelb und das Grau an Kopf, Vorderbrust und Hals vollkommen. 
Kehle, Vorderbrust und Brust hellbräunlich mit dunkelbraunen länglichen 
Flecken an den Spitzen der Federn, Körperseiten mit langen, schmalen, tief- 
braunen Schaftstrichen. Das große weiße Feld an den Innenfahnen der 
äußern Steuerfedern weniger ausgedehnt. Die für das Qjuv. im Catalogue 
of Birds XII angegebenen Unterschiede sind nicht zutreffend. 

Kleinasien (Smyrna und Südküste) brütend. Ostwärts bis Persien, wo 
sie am Persischen Meerbusen bei Bushire erlegt wurde, aber dort vielleicht 
nur als Zugvogel. Wurde von Heugiin bei Kereu in Bogos (Abessinien) und 
neuerdings ebendort von Schrader am Mareb-Flusse am 6. XL 1903 erbeutet. 
Die Vermutungen vom Vorkommen in Süd-Rußland uud Griechenland haben 
sich nicht bestätigt, ebenso kann eine Beobachtung auf Helgoland 1877 nur 
als unbewiesene Vermutung hingenommen werden. 

Bewohner felsiger, steiniger Lagen mit spärlicher Vegetation. Die vertikale Ver- 
breitung reicht vom Fuße der Berge bis über die Kiefernwälder hinaus. Lockruf ein 
kurz ausgestoßenes „küp", Gesang aus kurzen, verschieden modulierten, etwa wie „dir 
dir dir didl de" klingenden Strophen bestehend. Am 10. Mai 1889 fand Krüper ein 
Gelege bei Smyrna. Die Eier sind weiß mit bläulichem Schimmer, .spärlich mit schwarzen 
Punkten uud Flecken und einigen blassen Schalenfleckeu nahe dem stumpfen Ende 
gezeichnet. Ein Ei in Drcsser's Sammlung mißt etwa 20.7x15.5 mm. Abbildung: 
Ibis 1904, Taf. IIL 



/ 288. Emberiza stewarti Blyth. 

Emberiza stewarti Blyth, Journ. As. Soc. Bengal XXIII, p. 215 (Februar 1854 — Himalaya). 
Emberiza caniceps Gould. B. Asia V, Taf. 6 (1854 — Agra in Indien). 

12* 



1^0 Fringillidae. 

d'ad. Oberkopf bis auf den Nacken und Kopfseiteu weiß, Zügel und 
breiter Superciliarstreif schwarz. Kinn, Kehle und breiter Streif unter der 
Ohrgegeud schwarz, Kropfgegend und Mitte des Unterkörpers und der Brust 
rahmweiß. Brustband, an den Seiten breit, in der Mitte schmal, rotbrauu, 
Seitenfederu rotbraun mit rahmweißen Spitzen. Oberseite vom Hinterhalse 
an braunrot, Rückenfedern mit scliwarzen Mittelstreifen und fahlbraunen 
Säumen. Flügel dunkelbraun, hellbraun gesäumt, Schwanz schwarzbraun, das 
äußerste Steuerfederpaar weiß mit schwarzbrauner Basis und Schaftlinie, das 
zweite schwarz, Spitzenhälfte der inneren Fahne weiß. Unterflügeldecken und 
Achselfedern weißlich. Innensäume der Schwingen weißlich. Unterschwanz- 
decken rahmweiß mit braunroter Basis und ebensolchem Schaftstreif. Schnabel 
dunkelbraun, Iris rotbraun, Beine hellbraun. Flügel 80 — 84, Schwanz etwa 73, 
Schnabel etwa 10 — 11 mm. Im Herbstkleide ist das ganze Gefieder durch 
fahlbraune Säume verdüstert, die oben beschriebenen Farben treten erst im 
Frühjahr schön hervor, wenn die Ränder verschwinden. 9 ganz verschieden 
vom ö. Der Kopf ist oben graubraun mit schwärzlichen Streifeu, der Rücken 
ebenso mit breiteren schwarzbraunen Streifeu, Bürzel und Oberschwanzdecken 
braunrot, letztere mit schwarzen Schaftstreifen. Unterseite rahmforben, schmal 
graubraun gestreift, nur an den Brustseiten etwas rotbraun, Mitte des Unter- 
körpers und der Brust einfarbig. Juv. dem ganz ähnlich, aber unten 
etwas gelbbräunlicher und kräftiger schwarzbraun gestreift. 

Himalaya von Hazara, Gilgit und Kaschmir l)is Almora, weite]- nördlicli 
in Turkestan und Afghanistan, im Winter in den Ebenen Indiens bis Sindh. 

Brütet im Mai und Juni, im Himalaya in Höhen von 5 — 7000 engl. Fuß. Das 
napfförmige Nest steht in Büschen nahe über dem Boden und ist aus Gras und Wurzel- 
fasern gebaut. Die 4 — 5 Eier sind schmutzigweiß oder grauweiß mit tief rotbraunen, 
fast schwarzen, und tiefer liegenden violott-bläuliclien Punkten und 8trich(>ln, die den 
größten Teil der Oberfläche bedecken. Maße etwa 20x15 mm". 



/ 289. Emberiza hortulana L. 
Gartenammer, Ortolau. 

Emberiza Hortulana Linnaeus, Syst. Nat. Ed. X, p. 177 (1758- - „Habitat in Buropa". 
Erstes Zitat: Fauna Suecica 208. AVir acceptieren daher als typische Lokalität: 
Schweden.). 

Emberiza maelbyensis Sparrmann, Mus. Carlson. I, Taf. 21 (1786 — Landgut Maelby in 
Schweden). 

Emberiza cJdorocephala ümelin, Syst. Xat. I, p. 887 (1788 — ex Brown & Latham, Fund- 
ort London). 

Emberiza Badensis Gmelin, Syst. Nat. I, p. 873 (1788 — ex Sander, Naturforscher 13, 
p. 198, Fundort Baden). 

Emberiza tunstalli Latham, Index ürn. I, p. 418 (1790 — bei London gefunden. Neuer 
Name für chlor acephala !). 

Emberiza pinguescens Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschi., p. 295 (1831 — ..Deutsch- 
land, z. ß. bei Berlin"). 

Emberiza antiquorum Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschi., j). 297 (1831 — Italien). 

Emberiza shah Bonaparte, Consp. Av. I, p. 4(35 (1850 — Persien). 

Emberiza delicata & intercedens Brehm, Vogelfang, p. 113 (1855 — Deutschland). 

Glycispina liortulana major & planiceps A. E. Brehm, Verz. Samml., p. 8 (1866 — noin. 
nud.!). 
Engl.: Ortolan. Franz.: Briiant-Ortolan. Italien: Ortolano. 



Fringillidae. 181 

dad. Oberkopf bis in das Genick und Kopfseiten gTünlichgrau, Zügel 
mehr gelblich, scbnialer Ring um das Auge bellgelb, Rücken braun mit 
braunschwarzen Streifen, Bürzel und Oberschwanzdecken bra.un mit schmalen, 
schwarzgrauen Schaftstrichen. Schwingen, Flügeldecken und Schwanz dunkel- 
braun mit hellbraunen Säumen, letzterer fast schwarz, äußeres Schwanzfeder- 
paar am mittlem Teil der AuBeufahne und fast der ganzen Endhälfte weiß, 
nächstes Paar mit weißem Enddrittel der Innenfahne. Kinn und Kehle gelb, 
jederseits von einem schmalen, grünlichgrauen Bartstreifeu durchzogen, 
Kropfgegend gelblich graugrün, übrige Unterseite bräunlichzimmtfarlien. 
Brust dunkler, mehr rotbraun. Unterflügeldecken und Achselfedern hellgrau- 
gelb. Im frischen Herbstkleide ist das Pileum etwas heller und hat deut- 
lichere Schaftstriche, der Rücken ist etwas graulicher; die Kropfgegend ist 
mehr gelb mit grünlichgrauen Streifen; im Sommer ist der Kropf einfarbiger, 
der ganze Vogel blasser. Schnabel bräunlichfleischrot, Iris braun, Füße bräun- 
lichfleischfarben. Flügel etwa 85 — 91, Schwanz etwa 65 — 71, Schnabel 9 — 11, 
Lauf 19 — 20,5 mm. Q ad. blasser. Pileum bräunlicher und mit schwarzbraunen 
Schaftstreifeu, Kehle fahlgelb, untere Kehle und Kropfgegend schwarzbraun 
gestreift. — Juv. dem o ähnlich, aber Pileum breiter gestreift, Oberseite mit 
lichteren Federränderu, Unterkörper mehr gelblich oder fahl, mehr oder 
minder gestreift, Kehle uud Kropf breit gestreift. Die Maße ändern vielfach 
ab. Außer den normalen Individuen kommen Riesen vor: Flügel 92, 95, 
96 mm. Solche wurden aus dem Kobdo-Tale in der westlichen Mongolei 
und Palästina untersucht. Es könnte sich vielleicht um eine östliche 
Form handeln, aber die Verlireitung ist unklar und das vorliegende 
Material ungenügend; die aus Palästina mindestens sind nicht immer so 
groß und auch in Europa schwanken die Maße. Falls eine größere Form 
unterschieden werden kann, könnte der Name sliah vielleicht dafür gebraucht 
werden. 

Bewohnt Europa vom Polarkreise bis zum Mittelmeere, N.W.Afrika, 
Asien von Klein-Asien uud Syrien bis Ost-Persien, Afghanistan und Kobdo 
in der W.-Mongolei, im Winter bis Abyssinien und vereinzelt in Gilgit 
(Kaschmir). In England nicht heimisch, nur wenige Male wurden verirrte 
Wanderer erlegt, in Schottland nur zwei, in Irland fraglich einmal. In den 
nördlichen Teilen ihres Wohngebietes Zugvogel. 

Lebt in buschreichem Gelände, fehlt im höhern Gebirge. Eine jetzt noch statt- 
findende AVeiterverbreitung ist durchaus nicht erwiesen, Vorkommen in Gegenden, aus 
denen man sie vorher nicht kannte, fallen meist mit der Ankunft guter Beobachter 
in den betreffenden Gegenden zusammen. Indessen ist der Ortolaa vielleicht nicht 
so regelmäßig, wie manche andre Vögel verbreitet, sondern fehlt hier und da und 
ändert zuw'eilen seine Wohnsitze, woran ebensowohl eine Veränderung des Geländes, 
als der Umstand, daß der Ortolan „ein Neuling in imsrer Fauna ist" schuld sein 
kann. Der Lockton ist ein echt ammerartiges ,.jlih ji", manchmal wiederholt und 
moduliert. Der Gesang ist eine melancholische Ammerstrophe, trefflich mit „trü trü 
trü. tri tri tri ürr-' wiedergegeben, bisweilen verlängert, aber wo ich ihn hörte selten 
merklich anders, immer der erste Teil tiefer als der zweite, während der Schlußtou 
wieder um eine kleine Terz fällt. Nahrung wie die andrer Ammern. Das Nest am 
Boden oder wenige Zoll darüber; es enthält im Mai 4 — 5, ausnahmsweise 6 Eier, die 
ziemlich wenig variieren. Sie sind mattgrau oder blaß graurötlich mit einigen wenigen 
dunkleren, grauen wolkenartigen Schalenflecken und braunschwarzen Punkten, Flecken 
und meist nur kurzen und wenigen Kritzeln. Unter den zahlreichen mir vorliegenden 
Eiern messen die kleinsten 18.3 x 15.3, das größte 21.8x16.8, Rey gibt als Durchschnitt 



182 Fringillidae. 

von nur 2!) Stück 19.9 X 15.6, als Maximum 22 X 16.25 bez. 19.5 x 16.75, als Minimum 
18.25x16 bez. 18.5 x 14.75 mm, das Gewicht mit 0.158 g an. In Deutschland dürfte 
nur eine Brut stattfinden. 

290. Emberiza buchanani Blytb. 

Emberiza Buchanani ßlyth, Journ. Asiat. Soc. ßengal XIII. p. 957 (1844 — nach einer 
Abbildung von Buclianan Hamilton. Indische Halbinsel. Die Beschreibung 
ist kurz, aber, in Verbindung mit dem Fundorte, vollkommen bezeichnend 
und genügend.). 

Emberiza Huttoni Blyth, Journ. Asiat, öoc. Bengal XVIII, 2, p. 811 (1849 — Afghanistan. 
— Blyth erklärt hier seine buchanani für identisch mit hortulana, ist aber 
damit durchaus im Irrtum, denn er hat in der ursprünglichen Beschreibung 
einen der Hauptunterschiede hervorgehoben, auch kommt hortulana nicht auf 
der indischen Halbinsel vor. Man vgl. auch Stray-Feathers VII, p. 150.). 

Emberiza Cerruttii De Filippi, Ai-ch. per la Zool. etc. Genova II, fasc. 2, p. 383 (1863 — 
Persien). 
Abbildung: Dresser, B. Europo, Suppl. (IX), Taf. 681. 

Rriunert sehr an E. hortuLoia, unterscheidet sich aber namentlich wie 
folgt: Oberkopf imd Bartstreifeu rein grau, ohne eiue Spur von Grün, Ohr- 
decken rein grau ; Kehle grauweiß anstatt gelb, das Rotbraun der Brust reicht 
bis an die Kehle, es fehlt also das lichtgelblichgraue Kropf band; die dunklen 
Läugsstreifen auf dem Rücken sind schmäler und blasser, die ganze Ober- 
seite matter, die Schulterfederu im abgeriebeneu Kleide lebliaft rotbraun 
hervortretend, Unterkörper und ünterschwauzdecken heller; Flügel meist 2 mm 
kürzer, oft aber ganz wie bei E. hortidana. 

Vom Altai bis Turkestan, in den Gebirgen Persieus, Afghanistans. 
Transkaspiens, ausnahmsweise westlich bis Derbeut am Kaukasus und in der 
Krim, wandert durch Kaschmir und ist Wintergast in N.W.-Tndien, östlich 
bis Etawah, südlich bis Khandäla und Chanda. 

Lebensweise wie die andrer Ammern. Blanford fand ($ erlegt) das Xest 
8000 engl. Fuß hoch in Persien. Es war etwa einen Fuß über dem Erdboden in 
dichtem Busche angebracht und enthielt 3 Eier. Die Eier sind blaßgrün mit tief 
purpurschwarzen Punkten und Flecken und blasseren rötlichgrauon Zeichnungen, die 
letzteren meist am stumpfen Ende. Sie messen 24 x 16.5 mm, sind also merklich 
anders und größer als Ortolaneier. Nehrkorn gibt an, daß Eier vom Altai denen 
des Ortolans „sehr ähnlich" seien, gibt aber weder den Sammler noch die Art der 
Identifizierung an. 

291. Emberiza caesia Cretzschm. 

Emberiza caesia Cretzschmar, Atlas z. Reise von B. Uüppell, Vögel, p. 17, Taf. 10 (1826 — 
im Winter bei der Insel Kurgos im Nil). 

Emberiza rufibarba Xordmann in Erman's Reise, Taf. 8, Fig. 1, 2 (1835 — ex Lichten- 
stein M.S.: X.O.-Afrika). 

Emberiza rufigularis Brehm, Vogelfang, p. 113 (1855 — Syrien). 

Glycispina caesia lonyirostris, crassirostris, tenuirostris A. E. Brehm, Verz. Sammlung, 
p. 8 (1866 — noniina nuda!). 

(5 ad. Oberkopf und Hals, durch ein breites Kropf band verbunden, 
hell schiefergrau, Zügel, Kinn und Kehlmitte, sowie ein davon nur durcli 
einen schmalen, grauen Streif getrennter Bartstreif lebhaft zimmtfarben. 
Rücken und Schulterfedern röstlich braun mit breiten schwarzbraunen 



Fringillidae. 133 

Längsstreifeii. Büvzelfedern röstlicbbraim mit fühlen Säumen. Kleine Flügel- 
decken aschbraun mit schwärzlicher Basis, Flügel und größere Flügeldecken 
scliwarzbrauu mit braunen Säumen, Scliwanz ebenso, aber die äußern beiden 
Steuerfedern mit ausgedehntem, an der zweiten Feder etwa ^j.^ der Länge ein- 
nehmenden, an der äußersten noch größern weißen Fleck am Spitzenteil der 
Innenfahne. Brust und Unterkörper rötlich zimmtbraun. ünterflügeldecken und 
Achselfedern röstlichgrau, im abgetragenen Gefieder fast weiß. Oberschnabel 
kastanienbraun, im Herbst und Winter mehr graubraun, Unterschnabel heller, 
Füße gelbbräunlich, Iris braun. Flügel 83 — 86, Schwanz etwa 70, Schnabel 
19 — 20, Lauf etwa 20 mm. 9. Oberkopf bräuulichgrau mit tief brauneu 
Streifen, Ohrdecken graubraun, Bürzel schmal dunkel gestreift. Kehle blaß 
zimmtbraun, an den Kehlseiten je ein schwärzlicher Fleckenstreif, Kropf 
graulich fahlbraun mit schwärzlichen Läugsflecken. Brust und Unterkörper 
heller als beim ö und mehr zimmtfarben, an den Weichen schwache Streifung. 
Sonst wie das d. Juv.: dem 9 ähnlich, aber der Oberkopf noch mehr gelb- 
bräunlich und breiter dunkelbraun längsgefleckt, Kehle noch blasser und 
brauugefleckt, Kropfgegend viel breiter gestreift, die ganze Unterseite etwas 
schwarzbraun gestreift. 

S.-O.-Uuropa, westlich selten bis Dalmatien (in Österreich, Italien und 
Südfrankreich, sowie auf Helgoland nur ausnahmsweise auf dem Zuge), öst- 
lich bis Kleinasieu, nördlich bis zum südlichen Kaukasus. Im Winter bis 
Nordost- Afrika und Süd- Arabien. 

Bewohner felsigen Geländes mit spärlichem Buschbestande. Das auf dem Boden 
stehende Nest besteht aus Grashalmen und ist mit Pferdehaaren ausgefüttert. Es enthält 
4 — 6 Eier, die denen der E. hortulana täuschend ähnlich sehen. Sie sind meist rötlich- 
grau, manchmal aber auch ohne den rötlichen Ton. 4 Eier aus Griechenland (Krüper) 
messen 22.5x17, 20.6x16.2, 21.6x16, 20.6x16.1 mm. Roy gibt für 28 Eier aus 
derselben Quelle als Maximum 21x16, als Darchschnilt 19.08x14.72, als Minimum 
17.8 X 14.3 und 18.5 x 13.5 mm, als mittleres Gewicht 0.138 g an. Krüper fand frische 
Gelege vom April bis .Juni und vermutet danach, daß diese Vögel zwei Brüten machen. 

292. Emberiza cia cia L. (Fig. 36, p]i). 
Zip-Ammer. 

Emheriza Cia Linnaeus, Syst. Xat. Ed. XII, I, p. 310 (1766 — ex Krumer, Gesner, Aldrov., 
Brisson. „Habitat in Europa australi.'^ Als typische Lokalität ist Xieder- 
Osterreich anzusehen, aus dem 1. Zitat: Kramer, Elench. Yegetab. & Animal. 
per Austriam infer. observ., p. 371, 1756.). 

Emheriza barhata Scopoli, Annus I Hist. Nat., p. 143 (1769 — neuer Name für E. cia L., 
Kärnthen). 

Emberiza lotharingica Gmelin, Syst. Nat. 1, p. 882 (1788 — ex Buffon; Lothringen). 

Emberiza meriäionalis Cabanis, Mus. Hein. I, p. 128 (1850 — Bischerre in Palästina), 
(unterscheidet sich gar nicht von E. c. cia, sehr abgetragener Sommervogelj. 

Emheriza hordei Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschi., p. 298 (1831— S.O. -Europa). 

Emberiza canigularis Brehm, Vogelfang, p. 114 (1855 — S. -Deutschland bis Italien). 

Emberiza cia major A. E. Brehm. Verz. Samml., p. 9 (1866 — nom. nud!). 

Engl.: Meadow-Bunting. Franz.: Bruant fou. Ital.: Zigolo muciatto. 

dad. Oberseite, mit Ausnahme des ganz anders gezeichneten Kopfes 
der von E. c. cioides sehr ähnlich, aber die Federränder mehr bräunlich, 
Bürzel und Oberschwanzdecken nicht so lebhaft und dunkler rotbraun. Pileum 
aschgrau, im frischen Gefieder mit bräunlichen Federspitzeu und mit scliwarzeu 




184 Fringillidac. 

8chaftstreifen, au jeder Seite des Pileum ein breiter schwarzer, nach der Mauser 
braungeräuderter Streif; Zügel, in einem Streifen hinterm Auge fortgesetzt, 
schmaler Bartstreif von der Schnal)elwurzel an und unter der Ohrgegend nach 
dem Genick hinziehend schwarz. Flügel etwa wie bei cloides, aber die mittlem 
Oberflügeldecken braunschwarz mit breiten röstlichweißen Spitzen,, 
ohne subterminale rotbraune Färbung. Superciliarstreif weißlich, im 
fiischen Herbstkleide bräunlich, Ohrgegend und Kopfseiten weißlich- 
grau, Fleck unter den Ohrdecken, an den Halsseiten weiß. Kinn^ 
Kehle und Vorderbrust hellgrau, übrige Unterseite röstlich zimmt- 
Figur 3e. ],j.j^|^ij^ jjj (jgj. Mitte heller. Schwanz wie bei cioides. Flügel 82 — 85^ 
Schwanz etwa 75 — 77 mm. Q kleiner, Pileum graubraun mit schwarzen 
Streifen, Ohrgegend und Zügel braun, Kehle bräuulichgrau, Federspitzeu mit 
di'eieckigen schwärzlichen Flecken, wie auch die Brustseiten, Unterseite und 
Eücken nicht so lebhaft gefärbt. 

Brutvogel in Süd-Europa von Portugal und Spanien durch Süd-Frank- 
reich, Italien, die Balkauhalbinsel bis Klein-Asien, nördlich in Deutschland 
im Neckartal und Eheintal bis in die Gegend von Bingen, in der 
Österreich-Ungarischen Monarchie bis an den Fuß der siebenbürgischen Alpen 
und bis Nieder-Österreich reichend. — Nur die nördlich wohnenden Individuen 
sind Zugvögel, die im Winter bis Nord-Afrika ziehen. 

Bewohner warmen, sonnigen Berg- und Hügellandes, namentlich der A\'ein- 
berge. Nahrung wie die andrer Ammern. Lockton ein feines zi, zi, zi, Gesang dem 
der Goldammern ähnelnd, aber etwas klarer, etwa wie ü, ü, ü-ih, oder bisweilen ü, ii, ü- 
i, i. i. Das Nest steht meist zwischen Steinen und Grasbiischeln, oft auf und an den 
Mauern, die die verschiedenen Weinberge abgrenzen, und. enthält im Mai oder Jnni 
4 — 5 Eier. Diese sind sehr charakteristisch (Fig. 36). Sie sind gräulichweiß, manchmal 
schwach bläulich oder rötlich angehaucht und mit irrgartenartig hin- und herlaufenden 
und sich kreuzenden tief braunen bis schwarzen Haarlinien reichlich bekritzelt. Dazwischen 
sieht man noch tieferliegende grauliche Linien und einzelne Punkte. Größere Flecke 
sind selten. Maße von 14 Eiern nach Key 22.5 X 16.5, 20.87 X 16.37 bis 20 x 15.7r> 
und 20.5 X 15.25 mm, Durchschnittsgewicht 158 mg. 

293. Emberiza cia stracheyi Moore. 

Emheriza stracheyi Moore, Proc. Zool. Soc. London 1855, p. 215, Taf. 112 (Kumaon). 

Wie E, c. cia, aber die mittleren Flügeldecken nicht mit röstlichweißen, 
sondern mit hell rotbraunen Spitzen. Unterseite dunkler, Eücken dunkler 
rotbraun, die Kopfzeichnung schärfer weiß und schwarz. 

Himalaya von Kaschmir bis Kumaon. 

294. Emberiza cia par subsp. nov. 

Wie E. cia cia, aber die Oberseite merklich lichter, was besonders im 
abgetragenen Gefieder auffällt, die Spitzen der mittlem Flügeldecken dagegen 
rotbräunlich, nicht so weißlich, Flügel länger: ö etwa 88 — 91 mm. (Typus 
von E. cia par: Nr. 1767, bei Gudan, Transkaspien 13. V. 1892. N. Sarudnv 
coli, d.) 

Mittleres Asien, vom nördlichen Kaukasus durch Transkaspien Ivis 
Turkestan, Afghanistan, Ost-Persien und Baluchistan, vielleicht im Winter 
bisweilen in N.-Indien. 



Fringillidae. Ig5 

T 295. Emberiza cia godlewskii Tacz. 

Emberiza Godleivskü Taczauowski. Journ. f. Orn. 1874, p. ü;30 (Üstsibirien). 
Abbild.: Cat. B. Brit. Mus. XII, Taf. 12. 

Untersclieidet sieb sehr von eleu andern Formen von cia: Kopf und 
Hals sind bläulich aschgrau, Pileum mit dunkeln Schäften und an jeder 
Seite einem kastanienbraunen bis auf den Hals reichenden Streifen, Zügel 
und Bartsti'eif schwärzlich; Ohrgegend et^ras dunkler, über derselben ein 
kastanienbrauner Streif. Maße sehr variabel, ö Flügel 87 — 95 mm in derselben 
Gegend. 9 auf Oberkopf und Vorderbrust gestrichelt, Kehle isabell. 

Ost-Sibirien, Mongolei bis Ala-Schan und Kausu, im Süden des Baikal- 
Sees, westlich bis Ost-Turkestan, im Winter in China (Ta-tsien-lu), einmal nörd- 
lich von Kaschmir im März erlegt. — Das Brutgebiet dieser Ammer ist niclit 
ü'euau bekannt, doch scheint sie die andern tuVr-Forraen nordöstlich zu ver- 
treten, daher ich sie als Subspezies aufzufassen vorschlage. Vielleicht lassen 
sich noch wieder hellere und dunklere Formen davon unterscheiden. 

Eier nach Xehrkorn wie die von E. cia cia. 

! 296. Emberiza cioides cioides Brandt. 

Emberiza cioides Brandt, Bull. Scient. Acad. Imper. St. Petersb. 1843, I, p. 363 (Sibirien). 
Abbild.: Ibis 1889, Taf. X, Dresser, B. Europe, IX. Taf. 683. 

dad. Pileum und Ohrgegend vom Auge an kastanienbraun, Federn 
des ersteren an den Spitzen etwas schwärzlich und im frischen Herbstgetieder 
breit hell aschbräuulich, die der letzteren nur sclimal aschgrau gesäumt. 
Zügel und Wangenstreif schwarz. Ein über den Zügeln beginnender Super- 
ciliarstreif und ein anderer von den Mundwinkeln bis unter die Ohrgegend 
hinziehender grauweiß. Bücken rotbraun mit dunkelschwarzbraunen Streifen 
und breiten aschbräunlichen Bänden], die sich in der Brutzeit großenteils 
abnutzen. Bürzel und Oberschwanzdecken zimmtartig rotbraun, im frischen 
Gefieder, mit schmalen, helleren Säumen. Schwingen schwarzbraun, Hand- 
schwingen mit schmalen weißlichbraunen, x-Vrm schwingen mit rotbraunen, an den 
inneren viel breiteren Außen-, alle mit weißlichbraunen Inneusäumen. Kleine 
Oberflügeldecken aschbraun mit aschgrauen Säumen, mittlere und große dunkel- 
braun mit hellrostbräunlichen Spitzen und subterminalen braunroten Flecken. 
Äußere zwei Steuerfederpaarc weiß mit schwärzlichem Schaft und an der äußersten 
weniger ausgedehntem, an der inneren Fahne bis zur Hälfte oder weiter schräg 
hinauflaufeuden braunschwarzem Wurzelfleck, die nächsten drei Paare schwarz- 
braun mit schmalem, hellen Außensaum, das mittelste ringsum mit sehr breiten 
braunroten Säumen. Kehle und Halsseiten hellgrau, an den vordem 
Halsseiten ein weißer Fleck. Kropfgegend kastanienbraun mit breiten, hell 
aschbräunlichfahlen Säumen. Übrige Unterseite rostgelblichweiß, die Seiten 
ausgedehnt bräunlich zimmtfarben, an den Weichen undeutliche dunklere 
Streifung. Unterschwanzdecken weiß mit röstlichem Schimmer, ünterflügel- 
decken weiß. Schnabel dunkel hornfarbig, ünterschuabel heller, Füße braun. 
Läufe heller. Flügel etwa 84— 88, Schwanz etwa 84, Schnabel 9— 10, Lauf 
18.5 — 19.6 mm. Q kleiner, Oberseite graubräunlicher, Pileum dunkler, die 
Federmitten dunkelbraun, die Federn der Kropfgegend nui' an der Wurzel, 
und auch dort heller rotbraun, nicht lebhaft kastanienbraun. Flügel etwa 
78—80 mm. 



186 Fringilliclae. 

West-Sibirien und Turkestan. Genaue Grenze nach 0. nicht sicher, 
doch scheinen typische cioides bis Daurien zu gehen, und am Altai- und 
Baikal-See allein vorzukommen, auch scheiut es im mittlem Sibirien Über- 
gänge zu geben. Sehr hoch nach Norden geht die Form nicht. 

Stand-, Strich- und teilweiser Zugvogel, ßewoliner offenen, buschigen Landes, 
aber nicht von Wäldern. Nest echtes Ammernest, am Boden. Die 4 — 5 Eier sind denen 
von E. cid gleich oder sehr ähnlich, manchmal aber mehr gefleckt, meist auch etwas 
größer: 20.5 x 16, 19 x 15.2, 19.5 x 15.6, 19.6 x 15, 20 x 14.8—15.4, 20.1 x 15, 
21 X 16, 21.5 X 16.2 mm. Gesang zweistrophig, angenehm, melodiös. 

297. Emberiza cioides castaneiceps Moore. 

Einberiza castaneiceps Moore, Proc. Zool. Soc. London 1855, p. 215 (China). 

Merklich kleiner und rötlicher. Der Unterschied in der Größe ist 
auffallend genug, wenn mau nur wirklich Exemplare der beiden Formen und 
d mit d, 5 mit o vergleicht, die viel rötlichere Färbung im frischen Herbst- 
kleide verborgen, im abgetragenen Gefieder aber sehr deutlich. Flügel der 
ä 78—82, der Q 73—76 mm. 

Bewohnt das östlichste Sibirien (den untern Amur und Ussuri, die Insel 
Askold), die Mandschurei und Korea, überwintert in China. Genaue Grenze 
nach W. nicht bestimmt, doch kommt am Baikal-See und in Daurien schon 
E. c. cioides vor. (Im November 1886 in England erbeutet.) 

298. Emberiza cioides ciopsis Bp. 

Emberiza ciopsis Bonaparte, Consp. Av. I, p. 466 (1850 — Japan). 

Emberiza cioides ijimae Stejneger, Proceed. U. S. Nat. Mus. XVI, p. 638 (189-1; — Insel 
Tschusima). 
Abbild.: Temm. & Schlegel, Fauna Japonica, Taf. 59, unter dem Namen cioides. 

Unterscheidet sich von den andern Subspezies der Art im männlichen 
Geschlecht durch braunschwarze anstatt kastanienbraune Ohrgegend, die nur 
im frischen Gefieder mehr oder minder tiefbraun ist, dunkler kastanienbraune 
Grundfarbe auf dem Kopfe (abgerieben tief kastanienbraun), weniger aus- 
gedehnten, aber viel dunkler braunen (nicht blasseren wie Dresser sagt!) 
Kropffleck, oft auch kürzere Flügel, die beim ö nur etwa 76 — 81 mm 
beü-agen. 9 wie das von E. c. castaneiceps, nur die Mittelstreifen auf Kopf 
und Rücken dunkler. 

Japan, häutig auf Jesso und Hondo brütend, sowie auf Tschusima, wo 
sie völlig denen aus Japan gleichen. 

Xest auf oder nahe über dem Boden, Eier wie die von E. c. cioides, nach 
Xehrkorn 22 x 16.5 mm. 

/ 299. Emberiza jankowskii Tacz. (Fragliche Art.) 

Emberiza jankowskii Taczanowski, Ibis 1888, p. 317, Taf. 8 (Sidemi). 

Im allgemeinen E. cioides ähnlich, ist aber kleiner, die Oberseite ist 
viel heller, die Kopfseiten, namentlich die Ohrdeckeu, sind weiß, die Unter- 
seite ist heller und mehr graulich, mit einem kastanienbraunen Fleck in der 
Mitte des Unterkörpers, aber ohne kastanienbraune Farbe an der Brust. 



Fringillidae. 187 

p]iu einziges Stück vom Sidemi, au der Grenze von Korea und der 
chinesischen Mandschurei bekannt. Es läßt sich mit keiner der bekannten 
Formen vereinigen, aber es ist schwer zu glauben, daß ein solcher Vogel in 
jener Gegend nie wieder gefunden sein sollte. Die Zukunft muß lehren, ob 
es sich um eine wirkliche Art, Aberration, Bastard (?) oder was sonst handelt. 

f 300. Emberiza fucata fucata Fall. 

Emhcriza fucata Pallas, Reise d. vcrsch. Prov. d. Russ. Reichs III. p. 698 (177(3 — ,.Ad 
Ouonem et Ingodam in ripis"). 
Abbildungen: Tenim. & Schleg., Fauna Japonica, Tat'. 57, Gould, B. Asia V, 
Taf. 9 & B. Europe III, Taf. 178. 

d'ad. Oberkopf grau mit schwarzen Schaftstreifeu, Rücken braun mit 
sehr breiten schwarzen, Bürzel braunrot mit einigen braunen Streifen. 
Schwingen dunkelbraun mit schmalen rostbraunen Außeusäumen, innere 
Armschwingen schwarz mit breiten hellrostbraunen Säumen. Äußeres Steuer- 
federpaar mit dem ül)lichen, keilförmigen weißen Längsfelde, das nächste 
aber nur mit kurzem weißen Keilfleck an der Spitze. Kleine Flügeldecken 
hell rotbraun, mittlere und große schwarz mit hell rostbraunen Spitzen. 
Ohrdeckeu lebhaft kastanienbraun. Kehle weiß mit rahmfarbenem Schimmer, 
an den Kehlseiten je ein schwarzer, durch eine breite schwarze Fleckenreihe 
über die Kropfgegend hin verbundener Streif. Über die Vorderbrust zieht sich 
ein braunrotes, in der Mitte etwas unterbrochenes Band. Brust und Unter- 
körper weißlich rahmfarben, Seiten braun gestreift. Unterflügeldecken weiß- 
lich. Oberschnabel schwarzbraun. Unterschnabel hellbraun, Iris braun, Füße 
fleischfarben. Flügel 74—78, Schwanz 75—77^1^, Lauf 41—43, Schnabel 
etwa 11 — 1 2^2 mni. g etwas kleiner, Oberkopf bräunlicher, schwarze und 
braunrote Zeichnungen an Kehlseiten, Kropf und Vorderbrust beschränkter. 
Ln Herbstkleide ist in beiden Geschlechtern der Oberkopf durch rotbraune 
Säume ganz bräunlich, die Oberseite mehr rotbräuulich, die schwarze und 
rotln-aune Zeichnung an Kropf und Vorderbrust durch gelbbräuuliche Ränder 
etwas verborgen, Brust und Unterkörper rostgelb. 

S.O.-Sibirien (südliches Daunen, Ussuri), Mandschurei, Korea, Japan. 
Nord-China, Wintervogel durch ganz Süd-China bis Haiuau und Hinter-Indieu. 

Bewohnt offenes steiniges, mit niederm Buschwerk bestandenes Gelände und hat 
einen der besten und längsten aller Aramei-ngesänge. Nest am Boden oder nahe 
darüber, 4 — 6 Eier im Juni. Diese sind denen der weißen Bachstelze (Motacilla alba) 
ähnlich, blaßgrünlich bis weiß mit mattbraunen, dunkelgrauen und fuchsigen Flecken 
dicht bedeckt, ohne Kritzel und Haarzüge. Maße 17.4—19.6x14.7—15.6 (Tacza- 
nowski), 19—23 x 16 mm (Nehrkorn). 

301. Emberiza fucata arcuata Sharpe. 

Emberiza arcuata Sharpe, Cat. B. Brit. Mus. XII, p. 494, im Text (1888— Himalaya). 

Das d unterscheidet sich auf den ersten Blick durch einförmig braun- 
rote Schulterfedern, den mehr braunroten Rücken, und lebhafter und aus- 
gedehnter lebhaft zimmetartig braunrote Brust- und Körperseiten, 

Himalava von Kaschmir bis Assam. 



188 Fringillidae. 

Brütet im Himalaya in Höhen von 6 — 8000 engl. Fuß, im Mai und Juni. Die 
4 Eier sind grünlichgrau, über und über rotbraun oder purpurbraun gefleckt. Sie 
messen etwa 20.7 x 15 mm. 

302. Emberiza rustica Fall. 

Waldammer. 

Emberiza rustica Pallas, Keise d. verseh. Prov. d. Russ. Reichs III, p. 698 (1776 — ,.ln 

salicetis Davuriae"). 
Emheriza lesbia Gmelin, Syst. Nat. I, p.882 (1788 — ex Buffon & Daubenton PL enl. 656 

fig. 2: Provence. Irrtümlich für E. fucata gehalten!) 
Emheriza borealis Zetterstedt. Resa Sver. och Norr. Lappm. I, j). 107, Taf. 1, 2 (1822 — 

Haparanda). 
Engl.: Rustie Bunting. Schwed.: Videsparf. 

(5 ad. Oberkopf imd Kopfseiten schwarz, breiter Postokiüarstreif imd 
kleiner Fleck im Genick weiß, Hiuterhals, Bürzel und Oberschwauzdecken 
braunrot mit weißgrauen Säumen, Rückenfedern braunrot mit schwarzen 
Mittelstreifen und rostgelblichen Säumen. Schwingen und Schwanz dunkel- 
braun mit fahlbraunen Säumen, die beiden äußern Steuerfedern mit den 
üblichen weißen Längsfeldern, am äußersten Paare am ausgedehntesten. 
Unterseite weiß, Kinn oft schwarz, breites Band über die Kropfgegend und 
reichliche Seitenfleckung rostrot. Unterflügeldccken weiß. Im Herbstkleide 
haben das Schwarz des Kopfes, das Brauurot und die ganze Oberseite fahl- 
braune Ränder, wodurch das Gesamtaussehen ein wesentlich anderes wird. 
Flügel 771/2 — 83, Schwanz 62—63, Lauf etwa 19, Schnabel 20— 21.5 mm. 
O kleiner (Flügel etwa 5 mm kürzer), Oberkopf schwarzbraun mit fahlbraunen 
Säumen, die auch in der Brutzeit nie gauz verschwinden, das Kropfband 
nicht komplett, sondern aus einer Fleckenreihe bestehend, Kehle etwas gelblich, 
an den Kehlseiteu ein schwärzlicher Streif. Ohrdecken braun. Sonst dem 
Herbstkleide des ö ähnlich. 

Von Kamtschatka und Ost-Sibirien bis Ost-Finnland, wo sie noch 
regelmäßig brütet. Auf der Wanderung zieht sie durch die Mandschurei und 
Mongolei, nach China und Japan, Turkestan, erscheint bisweilen in Schweden, 
vereinzelt in v./sterreich, Deutschland, Helgoland (mehr als ein Dutzend Male), 
Italien, Süd-Frankreich, Holland und in England (etwa dreimal). 

Bewohner feuchten, busch- und baumreichen Geländes. Das leicht gebaute Nest 
steht auf oder nahe dem Erdboden und besteht meist aus Grashalmen. Im Juni findet 
man die 5 — 6 Eier, die fälschlich als denen des Rohrammer ähnelnd beschrieben 
wurden. Sie erinnern viel mehr an Bachstelzeneier, sind auf bleigrauem oder grünlich- 
grauem, seltener olivenbräunlichem bis rötlichem Grunde, über und über mit wolken- 
artigen bräunlichgrauen Längsflecken bedeckt. Haarlinien und Schnörkel fehlen. Maße 
nach Sandman (Rey) durchschnittlich 20.57 x 15.01, Maximum 21.8x15.2 und 21.3 X 15. 3, 
Minimum 19x14 mm. Gewicht 0.117 g. 

303. Emberiza pusilla Fall. 

Zwergammer. 
Emberiza pusilla Pallas, Reise d. verseh. Prov. d. Russ. Reichs III, p. 697 (1776 — 

Daurische Alpen). 
Ei)iberiza Durazzi Bonaparte, Fauna Ital., Uccelli, Taf. 35, Fig. 1, 2 und Text (1832^—41 

Ligurieu). 
Ocyris oinops Hodgson, Proc. Zool. Soc. London 1815, p. 35 (Nepal). 

Engl.: Little Bunting. Italien: Zigolo minore. Franz.: Bruant uain. Schwed. : 
Dvägsparf. 



Friugillidae. 189 

dad. Mitte des Oberkopfes bis auf den Nacken, ganze Kopfseiten mit 
Kinscbluß der Obrdecken und Zügel braunrot. An beiden Seiten des Pileum 
von den Zügeln bis zum Hinterhalse ein breiter schwarzer Streif, hinter den 
Ohrdecken ein schwarzer Bogen. Rückenfedern und Schultertittiche in der 
Mitte schwarz, daneben braunrot, dann hellbraun, Bürzelfedern und Ober- 
schwanzdecken braungrau, in der Mitte dunkelbraun. Schwingen dunkelbraun 
mit schmalen, hellbraunen Rändern, die inneren Armschwingen dunkler, fast 
schwarz, mit breiteren und mehr rotbraunen Säumen. Kleine Oberflügeldecken 
braungrau, mittlere und große schwarzbraun mit weißlich fahlbraunen Spitzen. 
Steuerfedern dunkelbraun mit graubraunen Rändern, das äußerste Paar mit 
dem bei den meisten Ammern vorkommenden, den größern Teil der Feder 
einnehmenden, zweites Paar nur mit sehr schmalem, weißen Längsstreif. 
Unterseite weiß, an den Seiten der Kehle eine schwarze Fleckenreihe. Brust 
und Seiten mit schwarzen, an der Brust pfeilspitzeuförmigeu Streifen, oberer 
Teil der Kehle meist, aber nicht immer, rostrot. Uuterflügeldecken und 
Achselfedern weiß. Oberschnabel dunkel-, Unterschuabel hellbraun. Iris 
braun, Füße hellbraun. Im frisch vermauserten Herbstkleide ist das Braunrot 
am Kopfe heller, das Scliwarz halbverdeckt, die ganze Oberseite mit Rost- 
braun überzogen, im abgetragenen Soramerkleide das Rotbraun und Schwarz 
reiner, scharf getrennt, der Rücken natürlich durch das Abnutzen der Feder- 
seiten schwärzer, am Oberrücken treten vorher verborgene weiße Flecke zu 
Tage. Flügel 72 — 76, Schwanz etwa 60, Lauf etwa 17 — 18, Schnabel 10 mm. 
:> wie d, nur etwas kleiner, Flügel meist nur 69 — 71 mm. Juv,: Oben 
hellrostbräunlich, breit schwarzgestreift, Kopf sehr rostfarben, Ohrdecken rot- 
braun, Unterseite weiß mit rostfarbenem Schimmer, schwarzgestreift, Mitte 
des Unterkörpers ungestreift. 

Nord-Rußland bis zum Onega und durch ganz Sibirien bis zur Amur- 
Mündung, Turkestan und Mongolei. — Im Winter durch China bis Nord-Indien 
und Birmah, vereinzelt nach den Andaraanen und Philippinen, sowie im 
westlichen I]uropa: Ostpreußen, Süd-Schweden, Holland, Belgien. Helgoland, 
Frankreich, dreimal in England, auch öfter in Italien, Österreich, Kleinasien 
und Algier. 

Bewohner bebuschter Gegenden, namentlich sumpfiger Wälder und Ufergelände. 
Die Lockstimme wird als ein leises tick tick tick, der Gesang als melodisch, mehr dem 
eines Rotkehlchens als einer Ammer ähnelnd bezeichnet. Unter den Eiern finden wir äußerst 
verschiedene Typen. Einige ähneln nach Popham ganz denen von JE. schoeniclus, andre 
denen von E. spodocepJiala, andre den grünen Varietäten von E. rustica. Middendorf 
fand schon vor langen Jahren dieselbe Tatsache, daß nämlich zwei Gelege (die Weibchen 
in beiden Fällen erlegt!) einander durchaus unähnlich waren. Maße 17.5 X 14, 20x14, 
20.2 X 14.3 mm, Gewicht 0.130 g. Das Nest steht am Boden und ist mit feinen Gräsern 
und Haaren gefüttert, das Gelege besteht aus 4 — 6 Eiern. 

^^ 304. Emberiza chrysophrys Fall. 

Emberiza chrysophrys Pallas. Reise d. versch. Prov. d. Russ. Reichs III, p. 698 (1776 — 
Daurische Alpen). 
Abbildungen: Dresser, B. Europe IV, Taf. 212, Neuer Naumann, 111, Taf. 22. 

dad. 01)erkopf und Kopfseiten schwarz, die schwarze Kappe in der 
Mitte durch einen von der Stirn zum Nacken reichenden, schmalen rein- 
weißen Streifen geteilt. Über dem Auge ein breiter zitronengelber Streif, 



190 Fringillidiie. 

die ganze übrige Oberseite brauu mit schwarzbraimeu Längsfleekeu. die 
einzelnen Federn braim mit breiter schwarzbrauner Mittellinie, die auf dem 
Bürzel und den Oberschwanzdecken uudeutlicli sind, sodaß diese Teile fast 
einfarbig erscheinen. Schwingen schwarzbraun, Innen- und Außenfahnen mit 
schmalen hellgraubraunen Säumen. Schwanz deutlich ausgeschnitten, Steuer- 
federn schwarzbraun, das mittelste Paar mehr brauu, das äußerste mit der 
AVurzelhälfte der Außen ftihne und etwa der Hälfte der Innenfahne dem 
Schafte entlang weiß, das zweite Paar von außen gerechnet mit langem keil- 
förmigen, dem Schafte entlang laufenden weißen Streifen an der Inneufahue, 
das dritte entweder einfarbig schwarzbraun oder mit einem schmalen weißen 
Strich nahe der Spitze der Innenfahne. Unterseite weiß, an den Kehlseiten 
ein schmaler schwarzer Bartstreif Vorderbrust hell rostbräuulich mit dunkel- 
braunen Schaftstreifen, Körperseiten ebenso. Iris braun, Schnabel dunkel 
hornbraun, nach der Wurzel des Unterschnabels zu hellbraun, Füße bräunlich 
fleischfarben. Flügel etwa 80, Schwanz 63, Lauf 20, Schnabel 11 mm. 
o ad. : Oberkopf und Kopfseiten braun, der Mittelstreif in der Kopfmitte 
nicht so scharf begrenzt, Unterseite an den Seiten mehr gestreift, Kehlmitte 
mit einigen braunen Flecken. Bücken, Bürzel und Oberschwanzdecken mehr 
rotbraun. Etwas kleiner. Sonst wie dad. Juv. dem Qad. ähnlich, aber 
Kehle und Brust mit schwarzbraunen, länglichen Flecken, Schwingensäume 
und Steuerfedern mehr rostfarben. 

Bewohnerin des östlichen Sibiriens: Daurien, Tarei-Nor, an den Flüssen 
Argun und Willui. Insel Askold. Im nördlichen uud mittleren China (Jangtse- 
Kiaug) überwinternd, bei Pekin im Herbst und Frühling durchziehend. Soll bei 
Lille uud in Luxemburg je einmal erbeutet sein (über die teilweise wider- 
sprechenden Angaben s. Neuausgabe des „Naumann" III, p. 202). 

Lebt in buschreicliem Gelände, besonders in Weidengebiisch. Lockruf zippeud, 
nach Radde sanfter und mehr pfeifend, als bei andern Ammern. Gesang angenehm. 
Fortpflanzung unbekannt. 

305. Emberiza striolata sahari Levaill. 

Emberiza Sahari Levaillant jun., Expl. Scient. de l'AIgerie, Atlas, Ois. Tai. IX ^is, Fig. 2 
(1850 — als typ. Lok. ist Algier anzunehmen, die Tafeln erschienen aber 
ohne Text). 

Fringillaria saharae Tristram, Ibis 1859, p. 295 (ex Bonaparte, Cat. Parzudaki, nomen 
nudum — ll'zab, Algier, erste Beschreibung). 

Fringillaria Sahara Loche, Expl. Scient. de l'AIgerie, Oiseaux I, p. 182. 

(5 ad. Oberkopf hellgrau mit bräunlichem Scliimmer und schwarzen 
Streifen, Zügel uud Streif hinter dem Auge schwärzlich, darüber ein schmaler, 
weißer, schwarzgefleckter Superciliarstreif, Ohrdecken schwarzbraun, Kinn uud 
Kehle bis auf den Kropf grau und schwarz, jede Feder schwarz mit breiten 
hellgrauen Säumen. Rücken und Schulterfedern rotbraun mit dunkelbraunen, 
nicht scharf begrenzten uud nicht sehr scharf hervortretenden Federmitten, 
hintere Bürzelfedern und vordere Oberscliwanzdeckeu einfarbig rotbraun. 
Flügeldecken rotbraun, die kleinen einfarbig, die großen mit schieferschwarzen 
Mittelstreifen, Schwingen schwarzbraun, außen und iimen breit rötlicli zimmt- 
braun gesäumt. Schwanz schwarzbraun, schmal rötlich zimratfarben gesäumt. 
Brust, ünterschwanzdecken. Unterflügeldecken, Schcukelbeflederung und Unter- 
körper rötlich zimmtbraun. Iris bräunlich orange, l^'üße bräunlich fleisch- 



Fringillidae. 191 

färben, Oberschnabel schwarzbraun, Unterschnabel liell bräunlich fleischfarben. 
Flügel 75 — 80, Schwanz 65—70, Lauf etwa 18—19, Schnabel 10—11 mm. 
In der 13rutzeit wird das Rotbraun etwas heller, auf Kopf. Kehle und Kropf 
aber tritt infolge des Abnutzens der hellgrauen Federsäume das Schwarz 
mehr hervor. 9 etwas kleiner, das Rotbraun niclit ganz so lebhaft, der Kopf 
nicht hellgrau, sondern graulicli zimratbraun mit schwärzlichen Streifen. Kehle 
schmutzig ziramtbräunlich. Das Gefieder wird im Frühjahr sehr viel blasser. 
N.W.-Afrika: Tunis, Algier, Marokko. In Tunis und Algier nur südlich 
des Atlas, in Marokko aber nördlicli desselben, in Marakesch, Mogador, 
Mazagan (in letzterer Stadt aber nicht Brutvogel), im Norden (z. B. bei 
Tanger) fehlend. (Angeblich als Irrgast in S.-Spanien.) 

Bewohnt Oasen, Dörfer, Städte, Brunnen und felsige Sahara, Überaus vertraut, 
so zahm wie wenig andre Vögel. Der Gesang kann ein Mittelding zwischen Finken- 
sclilag und zwitschernder Ammerstrophe genannt werden. Das ordentlich und fest- 
gebaute Nest wird unter Dächern, an Mauern, auf Balken in Häusern, in Brunncn- 
vvänden, an Felsen und unter Steinen angelegt. Es enthält im April und März B, selten 4, 
Eier, die zartschalig, fast glanzlos sind. Sie sind grünlich oder gelblich weiß mit 
lebhaft lehmbraunen Flecken und Punkten und matt violettgrauen Schalenflecken, meist 
nicht allzu dicht gezeichnet. Sie sind der Größe des Vogels angemessen. 18 X 13, 
18 X 14, 19 X 13, 19 X 14, 19 x 14.5, 20 x 14, 20 x 13.5 mm. 

306. Emberiza striolata striolata (Licht.). 

Fringilla striolata Lichtenstein, Verz. Doubl, zool. Mus. Berlin, ]). 24 (1823 — Ambukol 

in Nubien). 
Glycispina striolata crassirostris & tenuirostris A. E. Brehm, Verz. Sammlung, p. 9 

(1866 — noniina nuda!). 

Ähnlich E. striolata sahari, aber die Oberseite viel l)lasser, die Federn 
des Rückens mit helleren, mehr graulichen Rändern und etwas deutlicher 
schwarzbraun gestreift. In der Mitte des Oberkopfes kann man oft, be- 
sonders im abgetragenen Gefieder, einen weißen Läugsstreif erkennen, der 
liei E. s. f'dhari nicht markiert ist. Flügel ö 75 — 79 mm. 

..Standvogel im mittleren und südlichen Nubien, in Kordofau, am 
Atbara und in den Gebirgen der Hadendoa- und Bischarin- Arabei'. 
nördlich bis zum 20** nördL Breite". (Heuglin). Standvogel in N.W.-Indien, 
vom Punjab bis Sindh und Cutch, östlich bis Saugor; Baluchistan, Süd- 
Persien bis Palästina und Arabien. 

Im Gegensätze zu dem vorzugsweise Städte und Dörfer bewohnenden Vertreter 
in N.W.-Afrika (E. str. sahari) lebt diese Form in menschenarmen Steppen und 
vegetationsarmen Felsbergen, wie der Bajuda-Steppe, den Aravalli-Hügeln in Kajputana, 
wo sie besonders bei Ajmir häufig ist, und ist lange nicht so vertraut und zahm, sondern 
duckt sich hinter Steinen, Grasbüsoheln, Euphorbiastöcken, bis man fast auf sie tritt, 
und huscht dann davon. Das Nest besteht in Rajputana aus dornigen Akazienzweiglein 
und trockenem Gras, und ist innen mit feineren Halmen und Federn gefüttert. Es 
enthält (in Indien) im November und Dezember, wahrscheinlich aber auch noch im 
Juni ein erstes (oder zweites) Mal etwa 3 Eier, die denen von E. str. sahari ähneln. 
Sie messen zirka 18.5 x 12.7 mm. 

307. Emberiza variabilis Temm. 

Emberiza variahiiis Temniinck, PI. Col. 583 (1835 — Nord-Japan). 

Zonofrichia musica Kittlitz, Denkwürd. Reise 11, p. 201 (1858 — zwischen Peter-Pauls- 
Hafen und Awatscha auf Kamtschatka). 



192 Fritigillidae. 

dad. Oberseite schiefergrau, im frischen Gelieder mit braunen und 
gelblichbraunen Federspitzen, Rücken und Schulterfittiche mit schwarzen 
Längsflecken und breiten rostgelben Säumen. Kleine Flügeldecken dunkel 
aschgrau, in frischem Gefieder mit rostgelblichen Säumen, mittlere und 
große schieferschwarz mit grauen Säumen und rostgelblichen Spitzen. Schwingen 
Schieferfarben mit bräunlichen Außensäumen, innere Armschwingen mit breitern 
und mehr rostgelblicheu Säumen. Schwanz schieferfarben, ohne Weiß, das 
mittelste Steuerfederpaar bräunlich, oft fuchsig braun. Unterseite aschgrau, 
Mitte des Unterkörpers und Säume der ünterschwanzdeckeu weißlich. Ober- 
schnabel schwarzbraun, Unterschnabel hellbraun, Füße bräunlich fleischfarben, 
Iris braun. Flügel 85—92, Schwanz etwa 75, Lauf etwa 22. Schnabel 
13 mm. 9 kleiner (Flügel 80 — 88), an den Seiten des Pileura ein rost- 
brauner Streif, Rücken mehr mit Rotbraun überzogen, Bürzel und Ober- 
schwanzdeckeu mit fuchsigbraunen Federspitzen, sodaß diese Teile ganz rot- 
braun aussehen, Unterseite gi-aulicliweiß mehr oder minder unregelmäßig 
braungestreift und mit heilem Federspitzen, Mitte des Unterkörpers weiß. 
Junge Vögel sind oben und unten schwarzbraun gestreift. — Sehr abweicliende 
Form der Gattung, an nordamerikanische Formen erinnernd. 

Bewohner der großen Inseln Japans und der Kurilen-Insel Iturup 
(Münchener Museum), aucli mehrere Male auf Kamtschatka, Askold, der 
Berings-Insel und in der Ebene des Sungatschi gefunden. Seltene Art. 

Lebensweise und Fortpflanzung scheinen nicht beschrieben zu sein. 

308. Emberiza tristrami Swiub. 

Emheriza tristrami Swinlioe, Proc. Zool. Soc. London 1870, p. 441 (Anioy in China). 
Emberiza quinqucUneata Taczanowski, Journ. f. Orn. 1874, p. 323 (Argim — ex David 
M.S., nomen nudum! Synonym von tristrami teste David & Oustalet). 
(Abbildung fehlt.) 

c5'ad. Kopf bis auf den Hinterhals schwarz, eine etwas unregelmäßige 
Mittellinie und Superciliarstreifen weiß. Kopfseiten schwarz. Streif vom 
Mundwinkel abwärts weißlich. Rückenfedern graubraun mit braunschwarzen 
Mittelstreifen; längs der Rückenmitte ein etwas unregelmäßiger rotbrauner 
Streif Bürzel und Oberschwanzdecken dunkel zimmtfarbeu. Schwingen 
dunkelbraun mit hellbraunen Außensäumen, innere Armschwingen dunkler 
und außen breit zimmtbraun gesäumt, Innensäume aller Schwingen hell 
aschbräunlich. Steuerfedern schwarzbraun, das mittelste Paar zimmtbraun, 
kleine Oberflügeldecken graubraun, mittlere mit fahlen Endsäumeu, große 
schwärzlich mit graulichen Säumen, das äußerste mit dem üblichen breiten 
keilförmigen, das nächste mit sehr schmalem weißen Längsstreif in der Mitte 
der Endhälfte. Kehle schwarz. Unterkörper weiß, Kropfgegend und Seiten 
hellrostbraun. Iris dunkelbraun, Oberschnabel braun, Unterschnabel gelb- 
bräunlich, Füße rötlich fleischfarben. Flügel 72 — 73, Schwanz etwa 54, 
Lauf 20, Schnabel 10 mm. 9: das Weiß der Kopfstreifen weniger rein, 
Kopfseiten braun, nur über der Ohrgegend etwas schwarz. Kehle weiß mit 
bräunlichem Schimmer, au jeder Seite derselben ein dunkelbrauner Streif 
Kropfgegend und Seiten hell rostbraun mit dunkler rostbraunen Streifen. 

Süd-Daurien, am Amur und Ussuri uud Korea. Wandert durch die 
Mandschurei und Nord-China in das mittlere und südliche China. 



Kringillidae. 193 

Diese seltene Ainnierart bewuliut waldreiches Gelände. Das Nest ähnelt dem 
von Eniberiza citrinella, die Eier ähneln denen von Emberiza hortulana, sind aber 
kleiner. Eier von der Ussuri-Mündnng messen nach Taczanowski 18.5x14.8, 19.3x14.5, 
19.8 ;■: 14.8 nun. 



aovi. Emberiza yessoensis (Swinh.). 

Emberiza minor (non Midd!) Hlakiston. Ibis 1863, p. 99 („Hakodadi, Yesso" — erste 

Beschreibung). 
Schoenicola yessoensis Swinhoe, Ibis 1874. ]». 161 (ex Blakiston Ibis 1863. p. 99). 
Abbild.: Ibis 1879, Taf. I, Fig. 2. 

d ad. Schnabel wie ein etwas längerer und stärkerer schoenidus-Sahüahel. 
i Hierkopf, Ohrdecken, ganze Kopfseiten und Kehle bis auf den Kropf schwarz, 
Oberkopf mit kastanienbraunen Federrändern, Mitte des Oberkopfes mit teil- 
weise sich abnutzendem zimmtbräunlichen Streifen, im frischen Gefieder mit 
hellbräunlichem Superciliarstreif, die ganze Kehle mit breiten, hellgrau- 
bräunlichen Spitzen, die sich ganz abnutzen. Hinterhals rötlich zimmtbraun, 
frisch mit graubräunlichen Säumen, hinter den Ohrdecken bis auf die Hals- 
seiten ein weiBliclier Fleck. Rücken breit schwarzgestreift, jede Feder im 
frischen Zustande in der Mitte schwarz mit rotbrauner Einfassung und 
bräunlichweißen Außensäumen. Hand- und äußere Armschwingen dunkel 
iischgrau mit zimmtbraunen Außensäumen; Außenfahnen der inneren Arm- 
schwingen rötlichzimmtbraun mit großem schwarzen Basalfleck und licht rahm- 
farbenen Außensäumeu, Innenfahuen bis etwas über den Schaft hinaus schwarz 
mit lebhaft rötlicli-zimmtfarbenen Spitzen. Kleinste Oberflügeldecken asch- 
grau, mittlere und große schwarz mit sehr breiten, fast die ganze Feder 
einnehmenden lel)haft rötlich zimmtfarbenen Rändern. Bürzel und Ober- 
scliwanzdecken zimmtfarben, frisch mit helleren Säumen. Mittelstes Steuer- 
federpaar an den Außenfahnen ganz zimmtfarben, Innenfahnen grau mit 
zimmtfarbenem Anflug und ebensolchen Außensäumen, übrige Steuerfedern 
scliwarzbraun mit braunen Säumen, äußeres Paar mit großem weißen Längs- 
fleck wie die Rohrammern, vorletztes nur mit weißem dreieckigen Längsfleck 
an der Innenfahne, Außenfahne ohne weiß. Unterseite vom Kropf bis zu 
den Unterschwanzdecken licht zimmtfarben, Mitte des Unterkörpers weißlich, 
Brastseiten mit scharfen, breiten. Weichen mit weniger hervortretenden 
kastanienrotbraunen Streifen. Unterflügeldecken und Axillaren weiß. Iris 
braun, Schnabel dunkelbraun, Unterschnabel heller, Füße hellrötlichbraun. 
Flügel etwa 68, der Abstand von der Flügelspitze zu der der längsten Arm- 
schwingen etwa 12, Schwanz etwa 64, Schnabel etwa 10, Lauf 20 — 21 mm. 
Q etwas kleiner, Pileum mehr braun, Kehle hell zimmtfarben mit zwei 
scliwärzlichen Bartstreifen. 

Japan (Jesso und Hondo), vielleicht nur auf Jesso brütend. 

(E. yessoensis ist keineswegs eine Form von E. schoemclus, denn 
erstens brütet sie im gleichen Gebiete mit einer solchen, zweitens ist sie 
<lurch die sehr kurzen, breiten Flügel, gänzliches Fehlen der weißen 
Wangenstreifen und des weißen Hiuterhalses, sowie einfiirbig zimmt- 
farbenen Bürzel sehr wesentlich verschieden. E. ynssocnsis dürfte uächst- 
verwandt mit trlsfmud sein.j 

E. Hartert, Die Vögel der paläarktischeu Region. 13 



194 Fringillidae. 

310. Emberiza pallasi (Cab.). 

Cynchramiis Pallasi Cabanis, Mus. Heiu. I. p. 130 (1851 — ex Pallas Emberiza Sdioeniclus ß, 

Zoogr. Rosso-Asiat. II, p. 48: Transbaikalien, besonders in Weidendickichten am 

Flusse Selenga).^) 
Emberiza polaris Middendorff, Sibir. Reise II, p. 146 (1851 — Boganida). 
Emberiza schoeniclus var. minor Middendortf, Sibir. Reise IL p. 144 (1851 — Stanowoj- 

Gebirge bis Udskoj-Ostrog überall). 
Emberiza canescens Swinhoe, Ibis 1860, ]). 62 (Amoy in China). 
Emberiza Alleonis Vian, Rev. & Mag. Zool 1869, p. 97 (Daurien -und wiederum 

ex Pallas E. Schoeniclus ß). 
Abbild. : Ibis 1879, Tai". I, als E. passerina. 

Eine kleine ßohrammer mit dünnem, spitzen Schnabel und bräunlich 
aschgrauen anstatt rotbraunen kleinen Oberfitigeldecken, was beim 
dad. im abgetragenen Frühlingskleide am auffallendsten, aber auch beim 
frisch vermauserten 9 im Herbste zu bemerken ist, da diese Federn dort 
graubraun, keineswegs aber rotbraun sind. Das abgetragene (5 ist auf dem 
Kücken sehr schwarz mit sehr hellen, fast weißlichen, rostbräunlichen Feder- 
rändern. Das frische Herbstkleid ist ziemlich licht und rostfarben. Die 
beiden äußern Steuerfedern haben meist einen großen Teil der Außen fahne 
weiß. Flügel dad. 72 — 73.5 mm. — Da (vgl. Taczanowski u. a. Autoren) 
in O.-Sibirien sowohl eine Form von sclioeniclus als pal/asi heimisch zu sein 
scheinen, müssen wir letztere als Art auffassen. Die grauen kleinen Flügel- 
decken bieten ein scharfes Merkmal dar. 

Brütet im östlichen Sibirien. Genaue Grenze gegen Westen nicht 
ermittelt, d'och trafen Seebohm und Harvie-Brown sie schon einzeln am Jenissei. 
Wie weit nach Norden ebenfalls noch nicht sicher, doch fand Hall keine an 
der untern Lena. Häufig in Daurien, üssurien (Khanka-See), bei Oudskoi 
Ostrog, im Stanowoi-Gebirge, an der Boganida und am Baikal-See. — Über- 
wintert in der Mandschurei, der Mongolei, im nördlichen und mittleren China 
und Korea, angeblich auch zur Zugzeit in Teilen von Turkestan. 

Lebensweise wie die der scJweniclus- Formen, auch die Eier ebenso gezeichnet, 
aber kleiner. 



311. Emberiza schoeniclus schoeniclus (L.).^) (Fig. 37.) 

Rohrammer. 

Fringilla Schoeniclus Linnaeus, Syst. Nat. Ed. X, p. 182 (1758 — „Habitat in Europa." 
Typische Lokalität Schweden, denn Linne bezieht sich in erster Linie auf 
Fauna Suecica 211). 



') Diese Form wird meist fälschlich als E. passerina bezeichnet, denn E. passerina 
wird ausdrücklich mit rostroten kleinen Flügeldecken beschrieben, E. schoeniclus ß aber 
mit grauen. Außerdem stimmte ja die Lokalität nicht! (S. unter schoeniclus.) 

^) Die Gruppe der Rohrammer-artigen Vögel bietet z. Z. noch mancherlei 
Schwierigkeiten dar. Die Formen derselben sind noch nicht genügend untersucht 
worden, die Angaben in der vorhandenen Literatur oft falsch und irreführend. Die 
Schnäbel variieren von den dünnen, spitzen der eigentlichen Rohrammern (schoeniclus) 
bis zu dem hochgewölbton, breiten, an der Spitze runden (,,bec bombe") der gimpel- 
schnäbligen Rohramnier (pyrrJmloides), in den Formen palustris, canneti u. a. m. merk- 
würdige Mittelstuten zeigend. Flüchtige Beobachter haben daraus folgern wollen, daß 



Fringillidae. I95 

Emheriza provincialis Gmelin, Syst. Xat. I. p. 881 (1788 — ex Buffon & Daubenfcon PI. 

Eni. 656 fig. 1: Provence. Bisher irrtümlich für E. rustica gehalten!) 
? Emheriza arundinacea S. G. Gmelin, Reise ßussl. II, p. 175 (1774 — Astrachan. Wird 

stets als Synonym von sclioeniclus zitiert, die aber Gmelin auch kannte ! Soll 

vielleicht pyrrhuloides sein!). 
Emheriza passerina Pallas, Reise d. verscli. Prov. d. Russ. Reichs 1, p. 456 (1801 — ,,Ad 

Jaicum antumno", also S. -Rußland, Herbstkleid). 
Cynchramtis stagnatilis Brehm, Handb. Xaturg. Vög. Deutsch!., p. .'JOl (1831 — „vt)ii 

Wien bis Kiel hinauf, wandert"). 
Cynchramus septentrionalis Brehm, Handb. Xaturg. Vög. Deutsch!., p. 302 (1831 — 

„bewohnt das nördliche Europa"). 
Cynchramus pseudo-pyrrhuloides Brehm, Vogelfang, p. 115 (1855 — l'riest). 
Cynchramus riparius Brehm, Vogelfang, p. 115 (1855 — Deutschland). 
Cynchramus stagnatilis, limicola, phragmitis, lacustris, alnorum, lapponicus, septentrionalis 

Brehm, Vogelfang, p. 116 (1855- — „von Lappland an in Deutschland" — nur 

vage vergleichende Angaben über Allgemeingröße und Schnabelform). 
Cynchramus niicrorhynchos Brehm, Vogelfang, p. 116 (1855— „wandert sehr selten durcli 

Deutschland"). 
Emheriza scotata Bonaparte, Rev. & Mag. Zool. 1857, p. 164, Taf. 7 (Brescia — merk- 
würdige Aberration oder Artefakt, sicher aber nicht junge leucocephala, wie 

der Autor meint!). 
Emheriza schoeniclus Valloni Arrigoni, Atlante Oruitolog., p. 267 (1902 — kleine Varietät 

der Rohrammer benannt, augenscheinlich von Italien, t)rp: Lok. und Typus 

nicht angegeben, aber wohl bei Udine gesammelt). 
Engl. : Reed-Bunting, Reed-Sparrow. Franz. : Bruant des Roseaux. Ital. : 

Migliarino di palude. Schwad.: Säfsparf. 

d'ad. Kopf, Kopfseiten und Kehle bis auf den Kropf schwarz, Kehle 
von den Kopfseiten durch einen weißen Wangenstreifeu getrennt, von den 
Kopfseiten zieht sich ein breiter weißer Ring über das Genick hin. Rücken 
schwarz und rostbraun gestreift, Bürzel und Oberschwanzdecken aschgrau 
mit rostbraunen Streifen. Schwingen tiefbraun mit helleren, schmalen, au 
den Armschwingen breiteren und mehr rotbraunen Säumen, kleine Oberflügel- 
decken lebhaft rotbraun, mittlere braunschwarz mit lebhaft rotbraunem Spitzen- 
drittel, große braunschwarz mit breiten, hell rostbraunen Außensäumen. Mittleres 
Steuerfederpaar tiefbraun mit breiten rostbraunen Außensäumen, die nächsten 
beiden Paare schwarz, das vorletzte schwarz mit großem, laugen, fast die 
halbe Feder entlang laufenden weißen Keilfleck an den Innenfahnen, 
die Außenfahne schwarz, meist mit sehr schmalem, leicht abgeputzten Außen- 
saum; das äußerste Steuerfederpaar weiß mit langem schwarzen Keilfleck 
am basalen Saumteile der Innenfahne, schwarzer äußerster Basis und Spitze 



alle diese Formen derart ineinander übergehen, daß man überhaupt nur 1 — 2 unter- 
scheiden kann, das ist aber falsch, denn trotz einer gewissen, das Studium etwas 
erschwerenden individuellen Aberration sind alle diese Formen in ihren Bi-ut- 
gebieten recht konstant. Neuerdings hat man nun — im Gegensätze zu der ganz 
veralteten und unhaltbaren Auffassung, die dickschnäbligen Formen in eine besondre 
Gattung {Pyrrhulorhyvcha Gigl.) zu stellen — alle als Subspezies einer Art ansehen 
wollen. Dem steht aber die Verbreitung im Wege, denn in vielen Ländern brüten 
dick- und dünnschnäbüge Formen nebeneinander, z. B. in Italien schoeniclus und 
palustris (Salvadori, Giglioli, Arrigoni u. a.), in Griechenland canneti und reiseri, usw. 
Man muß daher 2 Arten, eine dickschnäblige (pyrrhuloides) und eine dünnschnäbUge 
(schoeniclus), jede mit mehreren Unterarten, unterscheiden. 

13* 



296 Fringillidae. 

der Außenfahne. Unterseite vom Kröpfe au weiß, Brust- und Körperseiten tiel- 
hrauu, Weichen nocli stärker und schwärzlicher gestreift, ünterschwanz- und 
Cnterflügeldecken weiß. Im Herbstkleide sind der schwarze Kopf und der weiße 
Halsring durch sehr breite hellrostbräunliche Federsäume fast ganz verdeckt, die 
Oberseite ist bräunlicher, verwischter, einförmiger, die Unterseite hat einen rost- 
farbenen Schimmer. Flügel 80—82, Schwanz etwa 69 — 70, Schnabel 9 mm 
lang, 5 — 5.5 hoch, 4—5.5 breit, Lauf etwa 20 mm laug. — Das 9 ist etwas 
kleiner, der Oberkopf ist rotbraun, die Mitte desselben mit lichteren Säumen, die 
Seiten mit schwärzlichen Schaftstreifen und einem breiten rahmfarbenen Super- 
cilium, Ohrgegend dunkel rotbraun, nach unten zu mehr schwarzbraun, Kehle 
röstlich rahmfarben mit schwarzbraunen, nach unten zu breiter werdenden Bart- 
sti-eifen. Ohne Aveißes Halsband, nur an den Federwurzeln zeigt sich dort ein 
weißlicher Fleck. Kropfgegend und Körperseiten reichlich dunkel rotbraun 
gestreift. Im abgetragenen Sommerkleide ist der Vorderkopf dunkel, beinahe 
schwarz, die Oberseite viel dunkler. Juv. dem Q ähnlich, aber oben mehr gelblich, 
nur der Kopf dunkler, mehr braun, Unterseite reichlicher und fast über und 
über gestreift. 

Brutvogel in Europa, mit Ausnahme des Südostens; britische Inseln 
(Hebriden, Orkneys, Großbritannien und Irland), Skandinavien und Nord- 
Rußland, Nord-Spanien und ganz Italien, in Südost-Europa nur bis in das 
nordwestliche Ungarn, im Osten jedenfalls bis West-Sibirien, nach Tacza- 
nowski u. a. m. durch ganz Sibirien bis Kamtschatka. Fast überall, noch im 
nördlichen Italien, Zugvogel, aber in Mittel- und Süd-Italien, sowie teilweise in 
dem milden Klima p]nglands, Stand- und Strichvogel. — Überwintert in 
Süd-Spanien, Italien, Südost-Europa, am Schwarzen Meere, in Kleiuasien, der 
Türkei und Griechenland, in geringerer Anzahl in Nord-Afrika, sowie 
anscheinend in Asien bis in das nördliche Punjab in Indien. 

Wohnt immer am Wasser, wo Weiden und Erlen oder andre Büsche mit Rohr, 
Schilf und Binsen, oder auch Getreide abwechseln, auf dem Strich und Zuge trifft 
man sie aber auch an andern Orten. Man sieht sie meist auf niedern Büschen, Rohr und 
Schilf sitzen, nicht oft auf höhern Bäumen. Unruhig und munter, aber nicht eigentlich 
scheu. Tjockstiuirae ein helles, hohes, gedehntes Zih oder Tschih, auch hört mau ein 
leises Zirpen. Gesang ziemlich laut, den ammerartigen Oliarakter nicht verleugnend, 
von Naumann mit „zja, tit, tai, zississ-tai, zier, zississ" übersetzt, wie mit Anstrengung 
hervorgequetscht. Nahrung allerhand Sämereien, namentlich die der Rohrarten und 
andrer Sumpfpflanzen, im Sommer größtenteils Käfer und andre Insekten. Nisten 
auf sumpfigem Terrain, besonders da, wo Salweiden und andre Weidenbüsche stehen. 
Das Nest steht meist am Boden, meist gut versteckt zwischen den Stämmen und 
Wurzeln der Weidenbüsche, auf Seggenkufen, im Gras oder zwischen Sumpfpflanzen, 
selten und nur wo diese sehr dicht stehen, einige Fuß über dem Boden. Es ist wie 
andre Ammernester nicht sehr gut gebaut, besteht aus Halmen, Stengeln, Schilfstücken, 
dürren Blättern, die Wände locker, meist mit Haaren und Pflanzenwolle ausgelegt. 
Die Eier unterscheiden sich von unsern andern Ammern-Eiern, denn sie sind braun, 
oft dunkel, wie Schokolade mit Milch, bräunlich oder hell bräunlichgrau, nur selten 
mit grünlich olivenartigem Schimmer. Die Zeichnungen sind charakteristisch, aber schwer 
zu beschreiben: die hieroglyphenartigen Figuren oder Schnörkel dick, die Flecke groß, 
plump, oft wie umwölkt oder verlaufen. Meist ist die Form ziemlich rund und dick, seltener 
.spitz. Nach Rey messen 37 Eier seiner Sammlung im Durchschnitt 19.3 x 14.3 mm, 
im Maximum 22 x 15 bez. 19.5 x 15.5, Minimum 17.75 X 13.75 bez. 18 x 13.5 mm. Das 
Gewicht beträgt etwa 0.135 g. Brutzeit 12 — 14 Tage, das $ brütet meist allein, soll 
aber vom cJ in den 3Iittagstunden auf kurze Zeit abgelöst werden. Meist zwei Brüten 
im Jahr, die zweite manchmal bis in den August hinein. 



briiigillKlap. l\) I 

J~ 312. Emberiza schoeniclus pallidior subsp. uov. 

Heller als E. seh. schoeniclus, die Federrändev auf der Oberseite hell- 
röstlich oder bräuulichweiß (anstatt rostbraun). Flügel etwas länger, 80—84, 
meist etwa 82 mm. (Typus im Mus. Tringd Nr. 1298, Aiderli in Turkestan 
11. XL 1899, gesammelt von Sarudny.) 

Im Münclieuer Museum (Hellmayr in litt.) vom Baikal-See. 8elir 
häutiger Wintervogel in Turkestan, ferner in Kascligar und am Lob-Nor und 
mittlem Jang-tse-kiang vorkommend, im British Museum ein Stück von 
Omsk. — Brutgebiet noch nicht erforscht, aber vermutlich am Baikal-See. 

_) 313. Emberiza schoeniclus pyrrhulinus Swiuh. (Fig. 38.) 

Emberiza pyrrhulinus Swiuhoe. Ibis 1876, p. 333, Taf. VIII, 2 (Hakodate, Japan). 

Ein echter großwüchsiger Rohi'ammer, mit etwas dickerem Schnabel, der 
Oberschnabel etwas deutlicher gewölbt, aber nicht so hoch wie bei den p7/irhuloid es - 
Formen, Färbung der Oberseite nicht so dunkelbräunlich, sondern melir 





\ • 

Figur 37. Figur 38. Figur 39. Figur 40. 

rotbräunlich, Rücken mit helleren Pederrändern als bei K. s. sr/ioenir/Ks. 
Bürzel mit dunklen Schaftstreifen, Seiten mit schmalen, rotbraunen Streifen. 
Flügel dad. etwa 86, Schnabel etwa 10, Schwanz etwa 70—71 mm. — 
Es war wohl nur der übel gewählte Name pyrrlmlina, der einige Ornithologen 
verleitete, diese Form in die Nähe von p//rrhidoides, weit entfernt von 
schoeniclus, zu stellen, oder sie gar mit palustns zu identifizieren. 

Japan, wo sie auf Jesso und den Bergen von Hondo Brutvogel sein soll. — 
Im Winter mehr auf den japanischen Inseln verbreitet, von Schmacker's 
Sammlern auch bei Nanking in China erbeutet. (Diese Stücke wurden von 
Hartlaub irrtümlich als pyrrhuloides verzeichnet.) 

314. Emberiza schoeniclus canneti (Brehm). (Fig. 39.) 

? Schoenicola intermedia Bonaparte, ßev. Crit. Em-., p. 39, 164 (1850) & Consp. Av. I, 

p. 465 (1850— ex Michahelles M. S. „Dalmatia"; nouien nudumü). 
Cijnchramus canneti Brehm, Vogelfang, p. 115 (1855 — Dalmatien). 
Abbild.: Neuausgabe des „Xaumann", HI, Taf. 26. 

Der I'l schoeniclus schoeniclus ähnlich, ajier der Schnabel gewölbter, 
dicker, der Oberschnabel etwa so hoch wie der Unterschnabel, ersterer ganz 
gebogen, wenn auch nicht annähernd so hoch gewölbt wie der von E. ]>. 
pyrrhuloides oder palustris. Rücken dunkel, die Federn schwarz mit licht 
rostbräunlichen Säumen. Bürzel ziemlich licht grau. Flügel d'ad. etwa 
81—83, Schnabel 5.5—6.5 mm hoch, etwa 10 lang. 



198 friügillidae. 

Vertritt E. sckoeniclus schoenlclus in Südost-Europa, üngaru, Dalmatieii, 
Bulgarien, Serbien, Bosnien und Griechenland (Thessalien). 

Im Winter Stand- und Strichvogel und dann manchmal in die Brutgebiete andrer 
Formen streichend. Eier wie die von E. s. sckoeniclus; 20.1x14.9. 20.9x15.1 mm. 

315. Emberiza schoeniclus tschusii Reiser & Almäsy. (Fig. 40.) 

Emberiza sckoeniclus tschusii Reiser &, Almhsy. Aquila V, j). 122— 125 (1898 — Dunavat 
in der Dobrudscha 18. IV. 1897). 

Eine dick- und hochschnäbligere canneti, aber auf der Oberseite viel 
lieller, fast so licht wie E. jjyrrh. pyrrlmloides. Flügel 81 — 82, Schwanz 
82 — 83 mm. (Stücke dieser Form sind vielfach in Sammlungen als pyrrlm- 
loides bezeichnet, sie brütet aber augenscheinlich im selben Gebiet mit 
letzterer, auch ist der Schnabel, obwohl hoch und kurz, lange nicht so 
stumpfspitzig und breit wie der der 7)^/?■;•ÄM/o^(ie.s-Formen. Diese Unterschiede 
in der Scbnabelform sind leichter zu sehen, als in Worten oder Abbildungen 
darzustellen.) 

Von der nördlichen Dobrudscha (Douaudelta) bis Süd-Rußland und 
Lenkoran am Südwestufer des Kaspischeu Meeres. Ob an letzterem Orte 
brütend oder nur Wintervogel, konnte nicht sicher festgestellt werden. 

316. Emberiza schoeniclus othmari subsp. nov. 

Wie E. seh. tschusü, aber mit dunklerer Oberseite und größerem Schnabel. 
Von E. pyirlt. palustris, womit man sie bei oberflächlicher Betrachtung ver- 
wechseln könnte, durcli spitzeren und verhältnismäßig längern Schnabel und 
weniger braune Oberseite unterschieden. Genaue Maße sind besser vorläufig 
nicht anzugeben, da nur abgetragene Brutvögel vorliegen. (Typus <5ad. 
Sultanlar in Bulgarien 19. VI. 1890, im Bosnischen Laudes-Museum zu 
Sarajevo, gesammelt von lü. Reiser, dem Bruder von Othmar Reiser.) 

Verti'itt augenscheinlich E. seh. tschusii weiter südlich im östlichen 
Bulgarien als Brutvogel. — Im Winter melir umhersti-eichend, vereinzelt 
bis Egypten (Nildelta). 

317. Emberiza pyrrlmloides pyrrhuloides Fall. (Fig. 41.) 

Eiiiheriza pyrrlmloides Pallas. Zoogr. Kosso-Asiat. II, |». 49 (1831 — • „ad Volgam et 

ßhymnum, versus mare caspium"). 
Emberiza caspia Meuetries, Cat. Raisonne, p. 41 (18B2 — ..pro« du Bechehermak. mm 
loin de la raer Caspienne, au mois de juillet"). 
Abbild.: Dresser IV, Tat'. 222; Xeuausgabe des ,.Naumann" III, Tal'. 2(). 

Von allen andern Ammern, uamentlicli aber den Rohrammei'n. durch den 
außerordentlich dicken, hochgewölbten Schnabel, _^ 

dessen Oberkiefer höher ist als der Unterkiefer, /^^^ ~^' 

und dessen Spitze nicht spitz, sondern rund i^^^^^l^^ 
und stumpf ist, unterschieden von den Rohr- ^"^^n"" 
ammern durch sehr l)edeutende Allgemeiugröße, Figur 42. 
• " sehr lichte, rostgelblichgraue, durch die sehr 

breiten, hellen Federränder liervorgebrachte Oberseite, liell gelblichgrauen. 




Fringillidae. X99 

numerklich gestreiften Bürzel, weiße Unterseite mit ungestreiften Seiten, au denen 
mau nur ganz ausnahmsweise Andeutungen von Streifen bemerkt. Außenfahne der 
beiden äußern Steuerfedern weiß. Flügel c?ad. 90 — 92, Schwanz mindestens 85. 
Höhe des geschlossenen Schnabels 9 — ^10.5, Lauf etwa 21 — 22 mm. 

An den Küsten des Kaspiscben Meeres vom Fuße des N.-Kaukasus 
durch die Wolga-Auen nach Transkaspieu und Turkestan. bis zum Issik-Kul 
und Semiretschensk. Einmal auf Helgoland vorgekonjmen. 

Die Lebensweise und Fortpflanzung sclieint ganz die der schoenichis-Formen 
zu seilt, nur sind Xest und Eier etwas größer. 

318. Emberiza pyrrhuloides reiseri subsp. nov. 

Schnabel vollkommen so dick, hoch und stumpfspitzig wie bei E. pyrrhu- 
loides 2'^yrrlmloides. aber die Oberseite viel dunkler, die Federsäume nicht 
licht rostgelblichgrau, sondern rostbraun, die Flügeldecken dunkler rotbraun, 
Bürzel dunkler grau, Seiten schmal aber deutlich und regelmäßig gestreift, 
Flügel und Schwanz 2 — 4 mm kürzer. (Typus ä Lamia, Thessalien, 4. XII. 
1901, Nr. 10009 Tring Museum.) Benannt zu PJhren des fleißigen neuern 
Erforschers Griechenlands, Othmar Eeiser. 

Brutvogel in Thessalien (Lamia, Volo), wo man ihn auch im Winter findet. 

319. Emberiza pyrrhuloides centralasiae subsp. nov. 

Ebenso sandfarben, ebenso hell auf der Oberseite wie E. p. pyrrhuloides, 
jedoch der Schnabel merklich kleiner, verhältnismäßig kürzer, aber fast ebenso 
stumpfspitzig, der ünterschnabel nicht so breit. (Typus Nr. 97, 12, 10, 589 
im British-Museum, Maralbaschi in Ost-Turkestan, Januar 1874, gesammelt 
von Oberst Biddulph.) 

Bewohnt Zentral-Asieu imd Ost-Turkestan (Maralbaschi, Kaschgar, 
Tarkand) bis Tsaidam, Alaschan und Kara-ussu in der nordwestlichen Mongolei. 

320. Emberiza pyrrhuloides subsp.? 

In Seistan im östlichen Persien (von Sarudny gesammelt) und merk- 
würdigerweise auch in Saisan in West-Sibirien (von Finsch gesammelt) kommen 
Formen vor, die dunkler und kleiner als E. pyrrh. j^yrrhnloides zu sein 
scheinen. Die von Seistan sind vielleicht noch etwas schwärzlicher auf der 
Oberseite und etwas gToßschnäbliger als die von Saisan. Es liegen nur 
wenige, sehr abgeti-agene Brutvögel aus beiden Gegenden vor, und unsre 
Kenntnis ihrer Verbreitung ist noch zu unvollkommen, als daß man wagen 
dürfte, diese Formen zu benennen, doch scheinen sie nicht auffallend von- 
einander verschieden, aber mit E. p. pyrrlmloides kaum zu vereinigen zu sein, 
auch nicht gut (der dunklen Oberseite halber) mit E. p. centralasiae zu stimmen. 

321. Emberiza pyrrhuloides palustris Savi. (Fig. 42.) 

Emberiza palustris Suvi, Orn. Toscaua II, ]).91 (1829 — Toskana). 
Abbild. : Neuausgabe des „Naumann" III, Taf. 26. 

Wie eine gToße Kohi'ammer, aber etwas größer, Flügel etwa 83, 
Scliwanz etwa 73 — 78. Schnabel dick, hoch und verhältnismäßig kurz, der 



200 Fringillidae. 

Oberschuabel stark gebogen. Seiten reichlicli tief rotbraun gestreift, Färbung 
dunkel und braun.') 

Italien: Standvogel in Toskana, Süd-Italien und Sizilien, in Ober-Italien 
nur zur Brutzeit; im südlichsten Frankreich und Spanien. 

Lebensweise und Fortpflanzung wie die von E. schoeniclus. 

Gattung CALCARIUS Bechst. 1803. 

Sehr ähnlich der Gattung Emberiza, aber der Flügel länger und .spitz, 
die drei ersten Schwingen fast gleich und am längsten, von Emheriza wwd 
Passerill a durch die flach gebogenen Nägel der Vorderzehen und die ver- 
längerte, flach gebogene, oft fast gerade Kralle der Hinterzehe zu unter- 
scheiden. Färbungscharakter von dem von Passerma sehr verschieden. Nur 
eine Art in der Alten Welt, von der eine sehr deutliche Subspezies in N.W.- 
Amerika, eine weniger auffallende im äußersten Nordosten unterschieden 
werden kann, wälu'end noch 2 andre Arten. C. jncta (Swains.) und C. omafifs: 
(Towns.j in den Ebenen von Nord-Amerika und Mexiko leben. — Die 
Gattung steht Einhcriza viel näher als Passerina, womit sie sonderbarerweise 
oft vereinigt und verglichen wurde. 

322. Calcarius lapponica lapponica (L.). 

Lerchen-Spornanimer. 

Fringilla lapponica Linuaeus, Syst. Nat. Ed. X, p. 180 (1758 — Lappland). 

Fringilla calcarata Pallas, Reise d. versch. Prov. d. Russ. Reichs II, p. 710 (177.'i — 

„Nidulatur in Sibiriae borealibas". Der Xame ist mit Unrecht angezweifelt 

worden, denn er ist so sicher wie nur möglich). 
Emberiza calcarata Temminck, Manuel d'Orii. 1, p. 322 (1820 — ,. Les regions boreales-j. 
? Hortulamis montanns Leach, Syst. Cat. Maiuui. & Birds in Brit. Mus., p. 16 (181H — 

nonien nudum(!), Somerset) muß zweifelhaft bleiben, denn der Name ,,Mountain- 

Brambling" ist kein sicherer Name der Lerchen-Spornammer. 
Plectrophanes Groenlandicns Prehm, Handb. Naturg. Vög. Doutschl., |t. 307 (1831 — 

Gi'önlandi. 
CentropJumes calcaratus major, latirostris, aagnatirostris, hrachyrliynr/ios, microrhyiichoa 

A. E. Brehm, Verz. Samml., p. 8 (1866— nom. nuda!). 
Engl.: Lapland-Bunting. Franz.: Plectropliane lapon. Schwed.: Lappsjiarf. 

dad. Oberkopf und Kopfseiten, mit Ausnahme eines breiten rahm- 
farbigen postokularen Streifens, Kehle und Kropf bis auf die Seiten der 
Vorderbrust schwarz, in der Mitte der Kehle, selbst im Sommer, selten ohne 
einige weiße Federspitzen. Auf dem Oberhalse ein breites zimmtrotes Hals- 
band, zwischen dem Scliwarz der Kopfseiten und dem Zimmti'ot des Ober- 
halses zieht ein weißer, sich bis an die Kropfseiten erstreckender und dort 
breiter werdender Streif hin. ßflckenfedern schwarzbraun mit breiten rahm- 
farbenen Säumen, in der Kückenmitte auch mit rotbraunen Partien vor den 
helleren Säumen. Der Rücken sieht somit braunschwarz und rahmfarben 
gestreift aus, auf dem Oberrücken, namentlich in der Mitte, rotbraun 
gemischt. Schwingen dunkelbraun mit schmalen weißen Außensäumen, 
die inneren Armschwingen mit breiten rotbraunen Außensäumen. Kleine 
Oberflügeldecken schwarzbraun mit weißliclicn. große (ebenso mit breiteren 

^) Es ist höchst interessant, daß diese kleinschnäbligsto Form von E.pyrrhuloides der 
groBschnäbligsten Form von E. schoenicJms (nämlich E. sr]i. (ithiiiari) äußerst nahe konnnt. 



Fringillidae. 2<)1 

hellbraunen Säumen, Handcleckeu wie die Schwingen. Steuerfedern schwarz- 
braun rait weißlichen Säumen; Außenpaar mit dem größten Teil der Außen- 
fahue (mit Ausnahme der Wurzel und Spitze), und einem großen keilförmigen, 
den größten Teil der Spitzenhälfte der Inuenfahne einnehmenden weißen 
Fleck; zweites Paar mit mehr oder minder keilförmigem weißen Apikaifleck 
au der Innenfahne. Unterseite von der Vorderbrust an nebst Unterschwanz- 
und Unterflügeldecken weiß, Seiten breit schwarz gestreift. Schnabel hell- 
gelb mit schwarzer Spitze, Füße und Iris tiefbrauu. Im Herbstkleide ist das 
Schwarz des Kopfes und Vorderhalses, sowie das Zimmtrot des Hinterhalses und 
die übrige Oberseite durch hell rostbraune Federsäume halb verdeckt, die 
Säume der Schwingen und Steuerfederu, sowie der Unterkörper sind rahm- 
farben augehaucht, der Schnabel ist braun mit schwarzer Spitze. Flügel 
94—99, Schwanz etwa 64—67, Lauf 20.5—22.3, Schnabel 10.4—12 mm. 
O ad. Vom ö sehr verschieden durch weiße, von schwarzem Fleckenkranz 
umgebene Kehle, nicht rein schwarzen, sondern dunkelbraun-schwarzen, rahm- 
farbig gestreiften Oberkopf (dessen helle Federränder nie ganz verschwinden), 
rostgelben statt zimmtroten Hinterhals, hellere Oberseite und geringere Größe. 
Das Herbstkleid sieht infolge der rahmfarbenen Federsäume ganz anders aus. 
Der junge Vogel ist auf der ganzeu Oberseite schwarz mit hell gelbbraunen 
Säumen, an den Kopfseiten, hinter den Ohrdecken, mit weißem Fleck, Kehle 
schmutzigweiß mit schieferfarbenen Streifen, Kropfgegend und Brustseiten 
hell gelbbraun mit schwarzbraunen Streifen, Unterkörper rahmweiß. 

Brutvogel in den arktischen und sul)arktischen Breiten der Alten und 
Neuen Welt: an den Küsten Grönlands, Lappland, Jan Mayen, Kolgujew. 
Waigatsch, Novaja Semlja, Franz-Josef-Laud, Nord-Sibirien, Nord-Amerika. 
Südlich des Polarkreises nur auf hohen Gebirgen, wie dem Dovre-Fjeld in 
Norwegen. — Zieht im Herbste in südlichere Gegenden, ist dann im öst- 
lichen Europa nicht allzu selten, im westlichen dagegen selten. In England 
etwa 40 mal bis 1892 und 1893 vorgekommen, in welchen beiden Jahren 
sie sehr zahlreich erschienen. Südlich in Europa nur ganz vereinzelt bis 
Nord-Italien, in Asien bis etwa 30 ** nördl. Breite in China festgestellt. 

Bewohner der Tundren und sumpfigen Flächen über der Grenze des eigentlichen 
Baumwuchses, wo Zwergweiden, Zwergbirken die einzige höhere Vegetation bilden, 
seltener auf trockenem Boden. Das (J singt nach Baumpieperart meist im Fluge, der 
Gesang erinnert an einen stümperhaften Feldlerchengesang. Der Lockruf ist meist ein 
klagender, etwas trillernder Pfiff, an den der Schneeammer erinnernd. Nahrung: 
Sämereien und Insekten. Das Nest steht am Boden, meist in Grasbüscheln wohl versteckt 
und ist innen reichlich mit Federn ausgelegt, äußerlich aus Halmen und Moos gebaut. 
Es enthält im .Juni 5 — 6 Eier, die auf olivbraimem, oft hellerem und stark ins Grün- 
liche ziehenden Grunde dicht braunrot gewölkt und sparsam mit schwarzbraunen Haar- 
zügen. Xritzeln und Schnörkeln versehen sind. Die Durchschnittsmaße von 36 lap])- 
ländischen Stücken in Dr. Rey's Sammlung betragen 20.7 >c 14.8, das Maximum 
22.5 X 15.5 und 20.5 x 16, das Minimum 19 x 14.8 und 19.3 X 14 mm. Das Durch- 
schnittsgewicht 0.149 g. 

323. Calcarius lapponica coloratus Bidgw. 

Valcarlus lapponicus coloratus Ridgway, Auk XV, p. 320 (1898^ — „Commander Islands, 
Kamtschatka, in summer; Plover Bay, Siberitl. and other parts of northeastern 
Asia in summer?" Typus von „Copper Island, Kamtschatka".). 

Nach Ridgway ist die Oberseite stark rostfarbig überlaufen, die Außeii- 
fahnen der inneren Armschwine'en und «roßeu Oberflüo-eldecken sind lebhaft 



202 Friiigillidtic. 

rostbraun oder hell kastaiiieufarben, das 9 ad. mit sehr deutlichem rot- 
kastanienbraunem Halsband. Ein ö von Kamtschatka im Müuchener Museum 
(Hellmayr in litt.) bestätigt die angegebenen Merkmale. 

Auf den Kommandeur-Inseln und Kamtschatka brütend. Vermutlich 
auch in andern Teilen Nordost-Asiens. (Nach Ridgway.) 

Außerdem kommt noch eine oben hellere Hubspezies in Alaska und 
auf den umliegenden Inseln voi*: C. lapjwnica alascensis Eidgw. 

Gattung PASSERINA Vieill. 1816. 

Enthält lediglich die nordische Schneeammer mit circumpolarer Ver- 
breitung und einer oder zwei nah verwandten Formen auf den Aleuten und 
Inseln des Bering-Meeres. Plectroplumes und Flectrojihenax älterer und 
späterer Autoren. — Schnabel echt ammerartig, die Schneide des Oberschnabels 
an der Wurzel scharfwinklig herabgebogen, der Unterschnabel dementsprechend 
geformt, die Schneiden beider Schnäbel wie eingezogen. Kein deutlicher 
Gauraenhöcker. Gefieder voll und weich. Flügel viel länger als bei den Arten der 
Gattung Ei)iberiza, Handschwingen um die doppelte Lauflänge über die Arra- 
schwingen hinausragend. Erste Schwinge rudimentär, zweite (erste ausgebildete) 
am längsten, die nächste gleich oder nur sehr wenig, die folgende schon 
mehrere mm kürzer, die ferneren rapide abnehmend. Scliwanz etwa drei 
fünftel der Flügellänge, in der Mitte stark ausgeschnitten, das mittelste 
Steuerfederpaar spitz. Lauf etwas länger als Mittelzehc, die Tafeln ziemlich 
stark verwachsen. Hinterkralle etwa so lang wie die Hinterzehe, schwach 
gebogen. In der Färbung erinnern die Schneeammern an die Schneefinken, 
ohne jedoch näher mit ihnen verwandt zu sein. 

324. Passerina nivalis nivalis (L.).') 

Schneeammer. 

Kinheriza nivalis Linnaeus, Syst. Nat. Ed. X, p. 176 (1758 — ,,Hab. in alpibu« Lapponiae, 
Spitsbergae ad sinum Hudsonis alibiqne." — Basiert auf Act. Stockh. 1740, 
p. 368 ucid Fauna Suecica, typischer Fundort daher Lappland.). 

^) Amerikanische Ornithologen unterscheiden noch eine zweite Art und eine 
Unterart von E. nivalis: 

1 . Passerina hyperhorciis (Ridgway), welche F. nivalis auf der Hall- und 8t. Matthews- 
Insel im nördlichen zentralen 13erings-Meere als Brutvogel vertritt, und im Winter im 
westlichen Teile von Alaska erscheint. Sie ist leicht durch die große Ausdehnung 
des Weiß auf der Oberseite (Rücken und Schulterfedern weiß) und an den Schwingen 
zu untei'scheiden, welche mindestens zur Hälfte weiß sind. Vielleicht auch nur Sub- 
spezies von nivalis. 

2. Passerina nivalis toionsendi (Kidgway). welche auf den Alenten. einschließlich 
der Kommandeur-Inseln, den Pribilof- und Schumagin-Inseln. sowie an der sibirischen 
Küste des Berings-Meeres vorkommen soll. Sie soll sich lediglich durch bedeutendere 
Größe unterscheiden — Flügel nach Eidgway 108.71—120.40 gegenüber 106.43--116.33 
bei P. n. nivalis -, ich finde aber die Maße mir vorliegender Stücke von den Pribilol- 
Inseln und Alaska durchaus nicht größer. Ich kann daher die Berechtigung der 
Subspezies toionsendi vorläufig nicht anerkennen, doch scheint es, als ob die Stücke 
von den Pribilof-Inseln und Alaska, wie die von Kamtschatka und Wintervögel aus 
Ussurien den Unterrücken immer weiß haben. (Vgl. Ilidgwaj', B. North and Middle 
America I. p. 147—153; 1901.) 



Fringillidae. ^O;; 

Kmheriza notata P. L. S. Müller, Syst. Xat. Suppl., p. 157 (1776 basiert auf Buffon). 
Emhi'riza musteUiia Gmelin, Syst. Nat. I, p. 867 (1788 — basiert auf Ray, VVillugjhby, 

Albiu, Peunant und namentlich Latliam. „Habitat cum ^livall, ejus, ut videtur, 

varietas."). 
E i/tberiza montana (ymeVm, Syst. Nat. 1, p.867 (1788 — basiert auf Wiliughby. Pennant 

und Latham. „Habitat in Anglia."). 
Emheriza glacialis Latham, Ind. Orn. I, ]). 308 (1790 — neuer JS'ame für E. mustelinu 

und nivalis der Fauna Suecica). 
Plectrophanes hiemalis Brehm, Handb. Xaturg. Vög. Deutschi., p. 304 (1831 — „in sehr 

schueereicheii Wintern in Jllittel -Deutschland"). 
Plextrophanes borealis Brehm, Handb. Xaturg.Yög. Deutschi., p. 305 (1831 — „bewohnt 

rirönland, wahi'scheinlich auch Island . . . ."). 
FlecfrophuMes nivalis major, macrodactylns A. R. Brehm, Verz. Sammlung, p. 8 (1866 — 

nomina nuda!). 
Engl.: Snow-Bunting. Scliwed. : Snösparf. Franz.: Ortolun de neige. 

dad. im Sommer. Kopf und Hiuterhals, die meisten Oberschwanz- 
decken, Oberflügeldeeken, die meisten der Armscliwingen ganz und die Hand- 
schwingeu zu mindestens einem Drittel an der Wurzel weiß; Rücken und 
Bürzel, manchmal ein Streif auf den Schwanzdeckeu, die letzten Armschwingen 
mit ihren Decken, der größere Teil der Handschwingen, mittelste 4 — 6 Steuer- 
federn ganz oder größtenteils und Spitzen der Außenfahnen der seitlichen 
Steuerfedern, sowie dieWurzeln des Kleingefieders schwarz. Scheukelbefiederung 
schwarz mit weißen Spitzen, ganze Unterseite und Uuterschwanzdecken weiß. 
Schnabel tief braun bis scliwarz, Iris braun, Füße schwarz. Flügel 107 — 114, 
Schwanz 65—70. Lauf 12—14.2, Schnabel 9.6—10.5 mm. Die Färbung 
der ä variiert vielfach; ganz ausnalimsweise sind der ganze Bürzel und die 
mittleren Oberschwanzdecken schwarz, öfter der ganze Bürzel und die Ober- 
schwanzdecken (mit Ausnahme der längsten, die schwarz sind mit weißen 
Rändern) rein weiß; letztere Form scheint in Ost-Sibirien im Winter die 
vorherrschende zu sein, kommt aber auch in Nord-Amerika und seltener in 
Kuropa vor. Die weißen Armschwiugen haben bisweilen etwas Schwarz an 
den Außenfahnen, c ad. im Sommer. Oberkopf und übrige Oberseite mit 
Einschluß der kleinereu Flügeldecken mattschwarz mit nie ganz verschwindenden 
schmutzigweißen Säumen. Über Hinterhals und unteren Bürzel (oder vordere 
Oberschwanzdecken) je ein weißes, melu- oder minder mattschwarz geflecktes 
Band. Handschwingen dunkelbraun mit weißen Außen- und schmutzigweißen 
Innensäumen, innere Armschwingeu ebenso, äußere weiß mit schwarzen 
Flecken an den Spitzen, namentlich au den Außenfahneu. Sonst etwa wie 
das dad., nur kleiner (Flügel 5 — 10 mm kürzer), Beine und Schnabel dunkel- 
braun. Im Herbstkleide haben alle Federn der Oberseite rostbraune Spitzen, 
wodurch Oberkopf, Bürzel und Oberschwanzdecken rostbraun erscheinen und 
auch das Schwarz des Rückens mehr oder minder verdeckt wird. Unterseite 
weiß, ein großer Fleck an den Seiten der Vorderbrust, die ganzen Körperseiten 
oder nur ein Teil derselben, bisweilen auch ein Band über die Vorderbrust 
rostbrauu. Das Rostbraun ist variabel in Ausdehnung und Farbenton. Man 
nimmt ohne rechten Grund an, daß jüngere Vögel mehr und tieferes Rot- 
braun haben. Schnabel gelbbraun, Füße schwarz. In der Mitte des Winters 
ungefähr sind die braunen Säume schon zum Teil fort, das schwarze Gefieder 
der Oberseite aber zeigt nocli Überreste davon in Gestalt schmälerer weißer 
Ränder, denn jene braunen Säume gehen nahe d^m Schwarz in bräunliches, 
später reiner werdendes Weiß über. Erst in der Brutzeit wird der Rücken 



204 Fringillidae. 

rein scbwarz, der Kopf rein weiß. Juv. Oberseite briuinlicligrau. der 
Rücken mit brauuscbwarzen Streifen und mehr rostbräunlichen Säumen. 
Unterseite weißlich, Kehle und Vorderbrust hellrostbräunlich, Brustseiten 
und Vorderbrust düstergrau gestreift. Schwanz und Flügel denen der alten 
Vögel ähnlich. 

Brutvogel im Norden der Alten untl Neuen Welt, in den arktischen 
und den Bergen der subarktischen Regionen, südlich bis zu den Shetlands- 
Inseln und in geringer Anzahl auf den Hochgebirgen Schottlands. Auf den 
Färöer und Island häufig brütend. — Im Winter südlich wandernd, in oft 
großer Anzahl in den nördlichen und mittleren Teilen Europas erscheinend, 
in geringerer Anzahl bis zum Mittelmeer, vereinzelt bis zu den Canaren, 
Azoren und Nord-Afrika. Im Osten im Winter in Japan und Nord-China, 
in Amerika über einen großen Teil der Vereinigten Staaten. 

Kasch laufender, meist scheuer Bodenvogel, der sich ol't uacli Art der Lerchen 
verbirgt und nur sehr selten auf Bäume und Zäune setzt. Flug sehr rasch und kräftig. 
Größere Scharen M'älzen sich gleichsam fort, indem die hinteren die vorderen überfliegen. 
Nahrung wie die der Ammern. Lockruf ein langgezogenes Tsirrr. Warnruf ein flötendes 
füd, fid, der Gesang zwitschernd. Das Nest steht am Boden oder an Felsen, meist 
verdeckt oder doch geschützt, in Spalten, unter Steinen oder Holzklötzen. Es ist 
ammernartig gebaut, meist aus Grashalmen, aber weich und dicht mit Federn, Haaren 
u. dergl. ausgefüttert. Die Eier, 4 — 6 an Zahl, findet mau im Juni. Sie sind ziemlich 
variabel. Ihre Grundfarbe ist grünlichweiß, weniger oft gelblich, rötlich oder gelbbraun. 
Die oft am stumpfen Ende ringförmig gehäufte Zeichnung besteht oft nur aus blassen, 
bräunlich-rostroten, zahlreichen Flecken von vei'schiedener Größe, oder aus spärlicheren 
von tief ]nirpurbrauner Färbung, nebst helleren, mehr violettgrauen Unterflecken. 
Kritzeiförmige Linien und Haarlinien sind sehr selten. Bisweilen sind die Eier über 
und über rotbräunlich gefleckt und gewölkt. 27 Eier in Dr. Rey's Saumilung messen 
durchschnittlich 22.37 >< 16.8 mm, das größte 24x17, die beiden kleinsten 21x15.5 
und 21.2x14.9. Das durchschnittliche Gewicht beträgt 0.168 gr. 



Gattung UROCYNCHRAMÜS Pr/ew. 1876. 

Diese merkwürdige Gattung steht sehr isoliert. Der Schnabel ist lang 
und spitz, aber ganz ammerartig, mit großem Gaumenhöcker, der Oberschnabel 
breit und flach, die Firste über den Nasenlöchern buckelartig gewölbt. Höchst 
abweichend ist der Flügelbau. Die 1. Schwinge ist niclit, wie sonst bei den 
Fringilliden (vgl. p. 54) ganz verkümmert, sondern etwa 22 mm lang. d. h. 
etwas über halb so lang wie die 2. Der Flügel kann somit nicht „neun- 
handschwingig" genannt werden, sondern gleicht dem der meisten Ploceiden 
oder Webervögel! Die 2. Schwinge ist etwa '''j^ cm kürzer als die dritte. 
die 3., 4., 5., 6. sind etwa gleich lang und am längsten, die 7. nur ganz 
wenig kürzer, der Flügel also breit und stumpf, der Abstand von den bingsten 
Ai'mschwingen beträgt etwa 12 mm. Der Flügel ist sehr lang, nur etwa 1 cm 
kürzer als der Schwanz, der infolge seiner Länge und starken Abstufung 
an den der Meisengimpel (Uragus, p. 86) erinnert, obwohl er keine verkürzten 
mittelsten Steuerfedern hat. Die Färbung ist ganz eigenartig, denn die 
Oberseite ist schwarz und liraun gestreift, wie V>ei einigen der amerikanischen 
ammerartigen Fringilliden, während die Unterseite und seitlichen Steuerfedern 
rosenrot sind. Wir kennen nur eine Art in Kansu und Nanschan. 



Fringillidae. Alauclidae. 205 

- 325. Urocynchramus pylzowi Przew.^) 

Urocynchramus pylzowi Przewalski. Mongol i Strana Tangut, II, p. 99, Tal'. X\' (1876, 
russisch!); Übersetzung in Orn. Mise. II. p. 309. Taf. 7. (Am Tatung-Flusse 
in der X.-Mongolei.) 

dad. Oberseite fahl aschbraim mit breiten, hrauuschwarzeu Streifen. 
.Schwingen schwarzbraun mit blaßbräunlichen, nacli der Wurzel zu mehr rost- 
braunen Säumen, kleine und mittlere Oberflügeldecken schwarzbraun mit 
breiten, fuchsig rotbraunen Säumen. Die mittleren 4 Steuerfederu dunkelbraun 
mit fahlgraubraunen Säumen, die übrigen schön rosenrot mit weißen Schäften 
und Spitzensäum eu. Zügel, Superciliarstreif, Handrand und ganze Unterseite 
rosenrot, die Federn des Unterkörpers und Uuterschwanzdecken im frischen 
Gefieder mit schmalen weißen Säumen, Seiten fahlbraun mit dunkelbraunen 
Strichen, Unterflügeldecken und Achselfedern hellbräunlich, mit leichtem, 
rosigen Schimmer. Schenkelbefiederuug fahlbraun. Schnabel braun, ünter- 
schnabel heller, Füße schwarz. Flügel etwa 78, Schwanz etwa 80 — 90, Lauf 25, 
Schnabel IV 1^ mm. 9 oben wäe das d", Unterseite rahmweißlich, an der 
Vorderbrust mit schwachem rosigen Schimmer, an Kehle, Vorderbrust und 
Seiten mit braunschwarzen Streifen, äußere Steuerfedern rosenrot wie beim d. 
Etwas kleiner als das ö. 

Am Tatung-Flusse in Nan-Schau und in Kansu. 

Wurde in alpinen Höhen in den mit Büschen der Potentilln tenuifolia bestandenen 
Strichen gefunden. Die Lockstimme erinnert an die von Emheriza schoeniclus, der 
Flug an den des Urngns. 



Familie ALAUDIDAE. 

Die Ataudidae oder Familie der Lerchen bilden im Gegensatze zu 
.mehreren andern Singvogelfamilien, an deren Unterscheidung wir uns wahr- 
scheinlich mit Unrecht gewöhnt haben, eine wohl unterscheidbare Gruppe. 
Äußerlich zwar den Piepern (Antlms) aus der Familie Motacillidae ähnlich, 
unterscheiden sie sich von diesen durch die aus vierseitigen Schildern 



1) Mit Urocynchramus schließt die Liste der paläarktischen Fringilliden. In der 
Nähe von Acanthis hätte vielleicht noch der eigentümliche 

CaUacanthis burtoni (Gould) 

Platz finden können. Er ähnelt einem riesenhaften Stieglitz (Acanthis carduelis). Der 
Schnabel ist dick, oben flach; das <5ad. hat Stirn, Zügel und Augenstreifen rot, Kopf- 
platte schwarz, übrige Oberseite braun mit rötlichem Schimmer, Schwingen und große 
Flügeldecken schwarz mit weißen Spitzen, Schwanz schwarz mit weißen Spitzen, äußere 
Steuerfederu großenteils weiß, Unterseite braun mit rotem Schimmer. Flügel etwa 98, 
Schwanz 65 — 70 mm. — Bewohner des Himalaya von Murree bis Garwhäl und Xumaon. 

Ein nordamerikanischer Fink 

Junco hycmalis (L.) 

wurde von den Sammlern der Vega-Expedition in einem Stück am 4. VI. 1879 an der 
Küste der Tschuktschen-Halbinsel, nördlich von Kamtschatka gefunden (Palmen, Vega- 
Exped., p. 284). Das <S ist oben, wie auch Kehle und Vorderbrust dunkel schiefergrau, 
Unterkörper und äußere Steuerfedern weiß, das $ etwas blasser, sonst wie das (5. 



206 Alaudidae. 

bestehende Bekleidung der Laufseiten, Dies Merkmal ist meist sehr deutlich. 
nur selten finden wir, bei sehr alten Vögeln, die Schilder etwas verwachsen. 
Fast alle und teilweise sonst sehr konstaute Charaktere variieren bei den 
Lerchen ungemein: Der Schnabel von dem kurzen dünnen, an den der 
Motacillidae erinnernden von Alauda, Lullula u. a. m., bis zu dem gewaltigen, 
kernbeißerartigen von Bhumjjhocorys (Fig. 43) und dem langen, gebogenen 
von Alaemon (Fig. 45); die bald höheren, bald kürzeren Läufe und Füße 
haben einen verschieden geformten Nagel an der Hinterzehe; derselbe ist 
bald kurz und gebogen, wie bei Calandrella bracliydadyla, bald lang uiul 
gerade; die erste (rudimentäre) Schwinge ist bald so klein, daß man sie 
nur bei genauerer Untersuchung entdecken kann (Ccdandrella, Otocorü), bald 
deutlich sichtbar, wenn auch noch sehr klein, bald groß, bis zu ^/.j und 
fast ^/^ der Länge der folgenden Schwinge (Alaemon alaudipes, Ammomanes) \ 
die Armschwiugen sind entweder ziemlich gleich lang, oder die hinteren 
sind stark verlängert wie bei den Piepern (Antlms). Geschlechter meistens 
einander ganz ähnlich, nur selten merklich verschieden. Die Jungen meist 
gefleckt, selten (z. B. bei Aimnomams) uugefleckt, den Alten ähnlich. 

Die Lerchen mausern nur einmal im Jahre. Sie sind meist Bewohner 
offenen Geländes, nur wenige Formen (z. B. Lullula und die afrikanischen Mirafra- 
Formen) sind mehr oder weniger Waldbewohner. Ihre Nahrung suchen sie 
am Boden, auf dem sie geschwind zu rennen vermögen, die meisten Arten 
sieht man selten oder nie auf Bäumen. Nester kunstlose, offene Bauten 
auf dem Erdboden, Eier gefleckt, oft der Umgebung angepaßt. Gesang 
meist schön. Europa, Asien, Afiika, in Amerika nur durch die Gattung 
Otocoris, in Australien nur durch Mirafra vertreten. In Afrika am arten- 
reichsten. 

Gattung RHAMPHOCORYS Bp. 1850. 

Mit wunderbarem, an den der dickschnäbligen Fringilliden erinnernden 
Schnabel: an der Basis beinahe so hoch wie lang; die Firste stark gekrümmt, 
fast wie bei einem Falkenschnabel, die Schneide des Oberschnabels in der 
Mitte eingebuchtet; die Schneide des Unterschnabels in der Mitte mit einem 
vorspringenden Zahn, vor dem eine Einsenkung ist, bei welcher man bei 
alten Vögeln bei geschlossenem Schnabel hiudurchsehen kann (Fig. 43). 
Flügel sehr lang, fast bis an das Schwanzende reichend, die erste Schwinge 
etwa % der Handdecken, nämlich zirka ly., cm laug, dritte Schwinge am 
längsten, 2. und 4. nur wenige mm kürzer. Schwanz kurz, nur ganz flach 
ausgeschnitten, etwa halb so lang wie der Flügel. Lauf kurz und stämmig, 
etwas länger als Mittelzehe mit Nagel, Zehen kurz und kräftig; Nagel der 
Hinterzehe beinahe so lang wie jene, dick, sehr flach gebogen. Eine Art 
in der nördlichen Sahara. 

326. Rhampliocorys clot-bey (Bp.). (Fig. 43.) 

MelanocorypJia clot-hey Bonaparte, Consp. Av. I, ]). 242 (1850 — ex Tcmm. M.S. — 

„ex Deserto Egypt."). 
lerapterhina Cavaignacü Des Murs et. Lucas, Rev. et Mag. de Zool. 1851, p. 25, 

Taf. 1 („Kegours D'Ain Sefra, Sahara algerien"). 
Hierapterhina Ülot-Bekii Heuglin, Journ. f. Orn. 18fi8, p. 220. 
Abbild.: Journ. f. Orn. 1893, Taf. II, 1895 Taf. XIV. 




Alaiulidae. 207 

dad. Oberseite isabellbräuulicli sandfarben oder rötlich sandgrau, die 
Federränder etwas lichter, die Federn des Oberkopfes in der Mitte dunkel- 
grau, die Oberschwanzdeckeu lichter, ins Ealnufarbene ziehend, Zügel weiß, 
Fleck unterm Auge und oberes Augenlid weiß, Kopfseiten schwarz, in der 
Mitte derselben ein rundlicher weißer Fleck. Schwingen dunkelbraun mit lichten, 
fahlen Säumen, Armschwiugeu au den Spitzen fast 2 cm weit weiß, nur die 
vorletzten beiden tief braun mit fahlen Säumen, die letzte wie der Rücken. 
Kleine Flügeldecken wie der Eücken, mittlere braunschwarz mit schmalen, 
große braun mit breiten fahlbräunlicheu Säumen, sodaß die mittlem eine 
dunkle Fleckenreihe über den Flügel bilden. Steuerfedern rahmweiß, an 
den Spitzen mit großen längiichruudlichen, nach der Mitte zu an Ausdehnung 
von Feder zu Feder zunehmenden, schwarzen Flecken, das mittelste Paar 
ganz, das angrenzende an den Eändern fahlbräunlich wie der 
Rücken. Unterseite rahmweiß, die Seiten graurötlich-sandig 
überlaufen, an der Basis des Unterschnabels jederseits ein 
kleiner, am Kinn ein großer weißer Fleck, unter dem das 
Schwarz der Kopfseiten sich fast oder ganz begegnet. Die 
Mitte der Unterseite dicht und groß, nach den Seiten zu 
kleiner schwarz gefleckt, nur der hinterste Teil des Unter- ^^^"^' *^- 
körpers und die Unterschwanzdecken uugefleckt. Unterflügeldecken und 
Achselfedern bräunlichschwarz. Schnabel gelblich hornfahl, an der Spitze 
schwärzlich. Iris braun. Füße fahl bläulich grau. Flügel 123 — 127, Schwanz 
etwa 61, Lauf etwa 24, Schnabel 18 mm lang, an der Wurzel 13 — 15 mm 
hoch, o etwas kleiner, oben mehr rötlich sandfarben, ohne den beigemischten 
grauen Ton des d, die Fleckung der Unterseite nicht ganz so grob, das 
Schwarz der Flecke mehr bräunlich, der Schnabel etwas gelblicher. Juv. 
(Beschr. Koenig, Journ. f. Orn. 1893 p. 47) unten ohne schwarze Fleckung, 
Kehle weiß mit grauen Schatten, Vorderbrust gelblich zimmtfarben, oben 
blasser und gelblicher, der Schnabel noch ohne den eigenartigen Zahnaus- 
schnitt der alten Vögel. 

Der Typus der Art soll aus der Libyschen Wüste westlich vom Nil 
stammen, die von Ornithologen bisher nicht ordentlich durchforscht wurde. 
Wir kennen die Art jetzt nur als Bewohnerin steiniger Plateaus und Hügel- 
reihen am Nordrande der Sahara in Tunis und Algier. Der Typus im 
Leidener Museum stimmt ganz mit Vögeln aus Tunis überein. 

Ein Vogel der peträischen Wüste. Nahrung Sämereien und Insekten. Duckt 
sich gern vor dem Verfolger und fliegt meist niedrig über den Boden. Das von Koenig 
entdeckte Nest stand am Boden unter einem Halfabüschel. Es bestand aus Pflanzen- 
stengeln, Crras und feingekräuseltem Bast und war von kleinen Steinen umringt. Die 
beiden Eier sind von gedrungener, bauchiger Gestalt, mattglänzend, zartschalig. Die 
Grundfärbung ist rahmfarben mit zartem Aprikosenschimmer, über und über mit matt 
violetten Schalenflecken und rostroten Flecken bedeckt. Maße 24x19, 24x18 mm, 
Gewicht 0.22 und 0.25 gr. (Journ. f. Orn. 1895, Taf. 14.) 

Gattung MELANOCORYPHA Boie 1828. 

Schnabel hoch, stark, an die Schnäbel einiger Fringilliden erinnernd, 
aber nicht so breit, viel mehr seitlich zusammengcdiückt. Oberschnabel seiner 
ganzen Länge nach gebogen, ünterschnabel fast gerade (Fig. 44). Nasenlöcher 
dicht vor den Zügeln, ganz von vorstehenden kleinen Federchen und einigen 



2(i8 Alaudidae. 

deutlicheu Borsteuhaaren überragt. Flügel laug und ziemlicli spitz, zweite 
bis vierte oder zweite und dritte Schwinge fast gleich und am längsten. 
Erste Schwinge ganz verkümmert, äußerlich nicht sichtbar und nur etwa 
5 — -7 mm lang (bei M. Mmacidata, sihinca, mongolica und auch noch yelto)nensis), 
oder von unten deutlich zu sehen und etwa 1 cm lang (bei M. caiandra und 
maxima). Letzte Armschwingen verlängert und etwas zugespitzt, aber noch 
weit von der Fliigelspitze zurückbleibend. Füße stark, Lauf länger als 
Mittelzehe mit Nagel, Nagel der Hinterzehe länger als diese selbst und gerade. 
Schwanz kurz bis mittellang, nicht ausgeschnitten. 6 Arten, Mittelmeerländer 
bis Zentral-Asien und N.W.-Indieu. (Als „Typus" der Gattung Melanocoryphi 
[Boie, Isis 1828, p. 322], die ein greuliches Gemisch ist, muß nach dem 
Eliminationsverfahren mongolica augesehen werden. Die Namen Caiandra, 
Londra, Calandrina, Saxilauda, Nigrdanda und Pallasia sind Synonyme, von 
denen sich die ersten beiden auf caiandra, der dritte auf bimacidata, der 
vierte und fünfte auf yeltonienm, der letzte auf mongolica beziehen, während 
die durch ihren schlanken Schnabel recht abweichende maxima nocli ohne 
synonyme Gattungsbezeichnung dasteht.) 

Übersicht der (5 der Arten: 

I Unterseite weißlich 2 

\ Unterseite schwarz M. yeUoniensis . [>. 213 

J Kleine Flügeldecken rostrot 3 

\ Kleine Flügeldecken schwarzbraun mit fahlen Säumen 4 

J Kropfseiten schwarz M. mongolica . p. 212 

) Kropfseiten ohne schwarz M. sihirica . p. 211 

/ Schnabel länger und dünner, 2 cm oder darüber, Kropfseiten mit kleinem 

I schwarzem Fleck, Kropf mit aschgrauem Auflag. . . . M. maxima . \). 211 

1 Schnahel kürzer und dicker, unter 2 cm lang, Kropfseiten mit großem 

y schwarzen Fleck, Kropf ohne aschgrauen Anflug 5 

I Innere Armschwingen mit ausgedehnten weißen Spitzen . M. caiandra . p. 208 

"^ \ Innere Armschwingen ohne weiße Spitzen M. himaculata . p. 210 

327. Melanocoryplia caiandra caiandra (L.). (Fig. 44.) 

Kalauderlerche. 

Alauda Caiandra Linnaeus, Syst. Nat. Ed. XII, I, p. 288 (1766 — aus Brisson, ürn. III, 

p. 352, u. a. „Habitat circa Pyrenaeos."). 
Alauda collaris P. L. S. Müller, Natursystem, Suppl., p. 137 (1776-- Ex Edwards, 

Gleanings II Taf. 268. „Carolina" errore!). 
Melanocoryplia subcalandra C. L. Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschi., p. 310 (1831- — 

„lebt im südöstlichen Europa und in Asien, kommt äußerst selten nach 

Deutschland.'' In Naumannia 1856, p. 374: „Griechenland und Dalmatien".). 
Melanocoryplia albigularis C. h. Brehm, Vogelfang, p. 120 (1855— „Süd-Europa". Als 

typischer Fundort ist Dalmatien anzunehmen, nach Naumannia 1856, p. 374.). 
Melanocoryplia caiandra uiegarhynchos 0. L. Brehm, Naumannia 1856, ji. 374 („in Algerien 

und auf Sardinien"). 
Melanocoryplia semitorqnata C. L. Brehm, Naumannia 1856, p. 374 (Sarepta. Der Typus 

am Vorderlialse beschädigt, daher „semitorquata".). 
? Melanocoryplia Caiandra torquata, longirostris, tennirostris A. E. Brehm, Verz. Sammlung, 

p. 8 (nomina nuda! Jedenfalls nur individuelle Abweichungen \on caiandra, 

aber in der Sammlung nur temdrostris erhalten.). 
Enofl. : Oalnndra Lark. Franz.: Calandre. Italien.: Caiandra. 




Alaudidae. 209 

(5 ad. Oberseite graulich sepiabrauu mit schwarzbraunen Federmitten, 
die auf dem Vorderrückeu, wo sich auch hell gelblichfahle Federsäume zeigen, 
am breitesten und dunkelsten sind. Oberhals etwas graulicher. Hinterer 
Teil des Bürzels und Oberschwanzdecken fast einfarbig, letztere mit blaß- 
fahlen Säumen. Schwingen schwärzlich, Außeufahnen schmal, an den inneren 
Armschwingen breiter und bräunlicher, rahmfarben gesäumt, Armschwingen, mit 
Ausnahme der letzten (verlängerten), mit etwa 6 — 9 mm breiten weißen 
Spitzen. Steuerfedern schwarzbraun mit schmalen, nach den äußeren Federn 
zu größer werdenden weißen Spitzen, das mittelste Paar weniger schwärzlich 
und mit fahlbräunlichen Säumen, das äußerste größtenteils weiß, an der Basis 
aber ein schiefer, keilförmiger, dunkelbrauner Fleck, das zweite Paar mit 
etwa 1 mm breitem weißen Außensaum. Zügel graulich weiß; ein schmaler 
rahmweißer Superciliarstreif. Kopfseiten graubraun, schmal fahlbräunlich 
gestrichelt, unter dem Auge ein hellerer Fleck. Unterseite weiß, an den 
Kropfseiten ein sehr großer schwarzer Fleck, Vorderbrust mit 
gelbbräunlichem Schimmer und kleinen dunkelbraunen Längs- 
flecken, Seiten fahl erdbraun, ünterflügeldecken und Achselfedern 
bräuulichgrau mit schmalen fahlen Säumen. Oberschnabel und 
Spitze des ünterschnabels dunkel horngrau, Schneide des Ober- „. 

1 o ' tigur 44. 

Schnabels und ünterschnabel blaß bräunlichgelb. Iris braun, Füße 
hellbraun. Flügel 127—134, Schwanz etwa 62—66, Schnabel etwa 14—17, 
Lauf etwa 17 — 18 mm. 9 wie d, nur etwas kleiner, Schnabel und Flügel 
kürzer, meist auch die schwarzen Flecke an den Kropfseiten nicht ganz so 
groß. Das Herbstkleid ist lebhafter, die fahlen Federsäume machen es hübscher, 
im Sommer wird die Färbung matter, bräunlicher. Die Variation ist namentlich 
in Bezug auf Schnabel- und Flügellänge groß, auch der dunklere und hellere, 
braunere und grauere Ton der Oberseite ist etwas wechselnd, ohne aber 
geographisch beschränkt zu sein. Der junge Vogel im ersten Gefieder ist 
oben lebhaft gelbbraun mit braunschwarzen Federmitten und fahlgelben 
Säumen, das Weiß an Steuerfedern, Schwingensäumen und Unterseite ist 
durch Rahmgelb ersetzt, die dunklen Flecke an den Kropfseiten sind braun 
und kleiner. 

Das Brutgebiet der Kalanderlerche erstreckt sich von Süd-Frankreich 
vber Süd-Europa und Nord-Afrika bis Kleinasien, Kaukasus und Armenien, 
häufig in Spanien und Portugal, Mittel- und Süd-Italien, in Nord-Italien 
jedoch nur selten und zufällig, in Korsika, Sardinien, Sizilien, Dalmatien, 
Montenegro (bei Podgorica), Bulgarien, Dobrudscha, Süd-Rußland bis zum 
Kaspischen Meere, Türkei und Griechenland, Kleinasieu bis Armenien, Nord- 
Kaukasus (aber nicht im Bakudistrikt), Palästina bis zum Libanon, in den 
nördlichen und mittleren Teilen von Marokko, Algier und Tunis (aber in 
Ägypten anscheinend nicht Brutvogel, sondern nur eine ausnahmsweise 
Erscheinung). — Stand- und Strichvogel, daher nicht oft außerhalb 
ihres Wohngebietets beobachtet. Da sie oft in der Gefangenschaft gehalten 
wird, sind vereinzelte Vorkommnisse mit Vorsicht aufzunehmen. Ist nach 
Leisler einmal bei Frankfurt a. M., nach Gloger einmal in Schlesien, nach 
Gätke einmal auf Helgoland vorgekommen, in England nicht mit Sicherheit 
festgestellt. 

Lebensweise feldlerchenartig. Bewohnt mit Gras, Steinen und Gestrüpp bedeckte 
steppenartige Ebenen, aber auch, besonders in Nord-Afrika, Gerste- und Haferfelder, 
in denen sie sehr gemein ist. Im Winter vereinigt sie sich zu großen Schwärmen, aber 

E. Hartert, Die Vögel der paläarktischeu Region. 14 



210 Alaudidae. 

schon im März beginnen sich die Paare zu sondern. Lockstimme viel kräftiger 
als die der Feldlerchen, Gesang schnarrend und flötend, häufig von dem laut und 
klar gepfiffenen Worte „klytra, klytra", sowie mit den wunderbar nachgeahmten Strophen 
andrer Singvögel durchsetzt. Das Nest steht am Eoden in kleinen vorgefundenen oder 
gescharrten Mulden, meist von überhängendem Grase mehr oder minder verborgen. 
Im Mai oder schon Ende April findet man meist 5, seltener 4 oder 6 Eier. Letztere 
sind in der Regel gröber gefleckt als Haubenlercheneier und immer größer und dicker als 
Feldlercheneier. Grundfarbe meist weißlich oder gelblich, sehr selten schwach grünlich, 
fast immer zwischen den zahlreichen, meist graubraunen Flecken deutlich hervortretend. 
Selten ist eine Kranzzeichnung ausgebildet, selten die Fleckung fein, wie bei Heide- 
lercheneiern, bisweilen erinnern die Eier an die der großen Grauwürger. Maße von 
78 Eiern in Dr. ßey's Sammlung im Maximum 27.1 X 18.9 und 26.8 X 19.2, im Durch- 
schnitt 24.3 X 17.9, im Minimum 24 x 17.2 und 22.8 X 18 mm. Gewicht etwa 239 mg. 

328. Melanocoryplia calandra psammochroa subsp. uov. 

Unterscheidet sich von M. calandra calandra durch hellere, mehr sand- 
gelbliche, weniger graue Oberseite, nicht so schwärzliche, sondern mehr braune 
Federmitten und gelblichere Säume, namentlich an den Flügeldecken, und 
lichteren Bürzel auf den ersten Blick. Auch die Körperseiten und Achsel- 
federn sind etwas heller. 

Ost-Persien, Afghanistan, Transkaspien (Gudan, Siiluklin) und Turkestan. 
(Typus ä Nr. 14, N. Sarudny coli., bei Dur-Badom 14. XL 1898. Im Roth- 
schildschen Museum.) 

329. Melanocorypha bimaculata (Menetr.). 

Alauda himacnlata Meuetries, Cat. Hais., p. 37 (1832 — Berge bei Talysch). 
Mekmocoryjiha torquatn B]yth, Journ. As. Soc. BengalXVI, p. 476 (1847 — Afghanistan). 
Melanocoryplia alhotermmata Cabanis, Mus. Hein. I, p. 124 (1851 — „Abyssinieu"). 
Melanocorypha rufescens C. L. Brehm, Vogelfang, p. 120 (185.Ö — Sudan). 
Melanocorypha biniaculata ß minor Sewertzow, Turkest. Jevotn., p. 67 (1873 — nomen 

nudum! Turkestan; cf. Journ. f. Orn. 1875, p. 174, Ibis 1876, p. 183.). 
{? Melanocoryjjha intercedens Brehm, Isis 1845, p. 343 [„bewohnt das Morgenland"] ist 

nicht sicher zu deuten, dürfte aber hierzu oder zur vorigen Art gehören. 

Typus nicht mehr in der Sammlung.) 
Abbild: Dresser, B. Europe IV Taf. 238. 

Oberflächlich beti'achtet einer M. ccdandra sehr ähnlich, aber durch 
folgende Merkmale scharf unterschieden: den Armschwingen fehlt die weiße 
Spitze; die äußere Steuerfeder ist dunkelbraun, die Außeufahne rostgelb 
gesäumt, au der Spitze der lunenfahne mit einem kleinen raiimweißen oder 
schmutzigfahlgelben Fleck ; die Fleckung der Vorderbrust ist spärlicher, mehr 
auf die Seiten beschränkt. Der Schwanz ist etwas kürzer, etwa 53 — 61 mm. 
Die schwarzen Flecke an den Kropfseiteu nähern sich mehr in der Mitte, 
ohne aber etwa ein ganz geschlossenes Band zu bilden. Die Größe variiert 
individuell (aber, so viel ich feststellen konnte, nicht geographisch) ziemlich 
bedeutend. 

Brutvogel in Transkaspien (westlich um den südlichen Teil des Kaspischen 
Meeres bis in das Tiefland von Talysch), Turkestan, Afghanistan, Baluchistau, 
Persien (in Fars bis 9000 engl. Fuß über dem Meere) bis zum Libanon 



Alaudidae. 211 

Uüd Taurus in Kleinasien. — Auf dem Zuge durch Kaschmir, überwintert 
im Puujab in Sindh, Rajputaua, Bahäwalpur, den N.W.-Proviuzeu Indiens 
und Oudh einerseits, Arabien und N.O.-Afrika (Sudan, Blauer Nil, Abessinien) 
andrerseits. 

Bewohnt baumlose, grasige Triften und Felder. Der Gesang ist wundervoll, wie 
der von M. calundra. Soll ziemlich scheu sein. Fortj^tianzung wie die von M. calandra, 
aber die Eier sollen meist etwas kleiner sein und öfter einen grünlichen Ton haben. 

330. Melanocorypha maxima Gould. 

Melanocorypha maxima Gould, Eirds of Asia IV, Taf. 72 mit Text (1867 — [schlechtes 
Bild]. ? Afghanistan. Irrtum! Ich nehme als terra typica die Grenze von 
Sikkim an). 

Von M. calandra und hiinacuLafa durch den langen, gestreckten, dünnen 
Schnabel sehr verschieden. — dad.: Federn der Oberseite dunkelbraun, in 
der Eückenmitte fast schwarz, röstlich fahlbraun gesäumt, Oberhals etwas 
graulicher und einförmiger, unterer Bürzel und Oberschwanzdecken bräunlicher 
und einfarbiger. Schwingen dunkelbraun, die erste (entwickelte) mit weißem, 
die übrigen mit bräunlich rahmfarbeuem Außensaum; Armschwingen, mit 
Ausnahme der letzten, die dunkelbraun sind, mit breiten weißen Spitzen. 
Mittleres Steuerfederpaar dunkelbraun mit gelblichbrauuen Säumen, die übrigen 
schwarzbraun mit weißen, nach außen zu an Ausdehnung zunehmenden Spitzen, 
am vorletzten Paare der größte Teil der Außenfahne, das letzte Paar aber größten- 
teils weiß mit keilförmig schiefem schwarzbraunem Basalfleck. Zügel und Streif 
hinter dem Auge schmutzigweiß. Unterseite weißlich, Kropfgegend mit 
aschgrauem Anflug, Kropfseiten braun, nach oben mit einem oft undeutlichen, 
wenig bemerkbaren schwarzen Fleck, Weichen rostbraun, ünterflügeldecken 
bräunlichgrau, Achselfedern etwas blasser. Schnabel (am Balge) braun mit 
dunklerer Spitze, Füße braun. Flügel etwa 150, Schwanz etwa 89, Lauf 
etwa 28, Schnabel etwa 22 lang, an der Wurzel 8—9 mm hoch. 9 wie ä, 
aber kleiner, Flügel etwa 135 — 138 mm laug. Im Herbstkleide sind die 
gelbbraunen Federsäume breit und auffallend, im abgetragenen Sommer- 
gefieder stark abgenutzt, sodaß letzteres dann viel dunkler und einförmiger 
aussieht. Der junge Vogel im ersten Gefieder ist schwarzbraun mit hell 
gelblichweißen Säumen, die Unterseite schwefelgelb, Seiten und breites Kropf- 
band schwarzbraun mit gelbbräunlichen Säumen und Federwurzeln. 

Hochebene von Tibet, vom Nordabhange des Himalaya bei Sikkim bis 
zum Kuku-Nor und Kausu. 

Lebt auf feuchten Wiesen in großen Höhen und ist ein vortreflflicher Säuger 
und Nachahmer andrer Gesänge. Im Winter in großen Flügen. 

331. Melanocorypha sibirica (Gm.). 

Älatiäa sibirica Gmelin, Syst. Nat. I, p. 799 (1788— ex Pallas' ßeise TI, p. 708, Nr. 15*, 

III, p. 697: „Abundat in campis apricis ad Irtin-'). 
Alauda leucoptera Pallas, Zoogr. Rosso-Asiat. I, p. 518, Taf. 33 (1831 — „In desertis 

Barabensis, ab Om fluv. usque ad Altai'ca juga, secundum omnem Irtin copios.. 

prim. observata"). 

dad. Oberkopf zimmtrot, Rücken und Bürzel schwarzbraun mit sehr 
breiten fahlgelblich-graubrauneu Federrändern, die am Halse am breitesten 

u* 



212 Alaudidae. 

sind, sodaß die Oberseite fahlgTaiibraun, auf dem Halse schmal, auf dem 
Kücken breit schwarzbraun gestreift aussieht. Oberschwanzdecken graubraun 
mit schwarzbraunem Schaftstreif und zimmtrotem Wurzelteil. Handschwingeu 
schwarzbraun mit schmalen rahmweißen Säunien, Armschwingen zur Hälfte 
reinweiß, die Basishälfte dunkelbraun, die letzten drei braun, an der Spitze 
fahler und mit schmalen weißlichen Säumen. Kleine und mittlere Ober- 
flügeldecken und Handdecken zimmtrot, letztere mit braunen Streifen an der 
Innenfahne, große Flügeldecken dunkelbraun mit weißlichen Säumen. Steuer- 
federn schwarzbraun, das mittelste Paar breit hellfahlbrauu gesäumt, alle mit 
weißen Säumen, Außenfahne des vorletzten und ganzes äußerstes Paar weiß. 
Zügel und Streif hinter dem Auge weiß, Ohrdecken zimmtrot mit braunen 
und weißlichen Strichen, üntei-seite weiß, Kehlseiten und Kropfgegeud mit 
blaßbraunen Flecken; Brustseiten zimmtrot, Körperseiten mit fahlbraunem 
Anflug und dunkelbraunen Strichen, ünterflügeldecken und Achselfedern 
weiß. Iris braun. Oberschnabel und Spitze des üuterschnabels hornbraun, 
Wurzel des letzteren rahmfarben. Füße bräunlich fleischfarben, Zehen dunkler. 
Flügel 120—126, Schwanz 67—72, Schnabel 12—14, Lauf etwa 23— 24 mm. 
Infolge der Abnutzung der hellen Federsäume sieht das Sommerkleid oben 
viel dunkler aus, der zimmrote Oberkopf erscheint einförmiger, reiner. Das 
9 ist auffallend kleiner (Flügel etwa 112 — 113 mm), die Oberseite ist ein 
wenig graulicher, der Oberkopf ist nicht zimmtrot, sondern hell bräunlichgrau 
mit schwarzbraunen Streifen, ebenso die Ohrdecken, die kleinen und mittleren 
Oberflügeldecken sind blasser zimmtrot und weißlich gesäumt, die Brustseiten 
schwarzbraun gefleckt, die Kehle reichlicher gefleckt. Die Jungen ähneln 
den 9 , die äußerste Steuerfeder hat nahe der Spitze einen brauneu Fleck, 
den mau auch bei alten Weibchen manchmal findet. 

Bewohnt die südrussischen Steppen, Transkaspien, das westliche Turkestan 
bis zum Jenissei. — Im Herbst und Winter mehr umherstreichend, dann 
nicht selten in der Türkei, einmal in Ungarn, Polen, Galizien, Tirol, vereinzelt 
bis West-Europa, z. B. zweimal auf Helgoland, dreimal in Süd-England, 
dreimal in Belgien, mehrfach in Italien u. a. m. festgestellt. 

Lebt auf Steppen und grasigen Triften. Kommt an ihren Brutplätzen wieder 
an, wenn das Grras grün wird. Im Winter in großen Flügen. Singt ein schönes 
kräftiges Lied, steigt aber nicht so hoch in die Lüfte wie die Feldlerche, sondern 
kehrt nach kurzem Fluge wieder zum Erdboden zurück. Nistweise wie die der Feld- 
lerclie. Die 3 — 5 Eier sind meist etwas grünlich und grobgefleckt und gleichen ganz 
denen der Kalanderlerche, nur daß sie viel kleiner sind. Hey mißt 72 Eier aus der 
Gegend von Astrachan wie folgt: Durchschnitt 22.6x16.3, Maximum 24.3x16.8 und 
23.5x17.2, Minimum 21.6x16 und 23 x 15.5 mm. Mittleres Gewicht 213 mg. 

332. Melanocorypha mongolica (Fall.). 

Älauda mongolica Pallas, Reise d. versch. l'rov. d. Russ. Reichs III, p. 697 (1776 — „in 

campis salsis inter Ononem et Argunum abundat"). 
Alauda sinensis Waterhouse, Proc. Zool. Soc. London 1839, p. 60 („China", nach zwei 

im Zool. Garten gestorbenen Stücken, Typus im Erit. Museum). 
Abbild, in Radde's Reise S.O.-Sibirien, Vögel n, Taf. 3 (1863). 

Im allgemeinen M. sibirica ähnlich und möglicherweise als geographische 
Form der letzteren anzusehen, aber durch folgende zum Teil sehr scharfe Merkmale 
leicht zu unterscheiden: Schnabel größer und stärker, überhaupt größer (Flügel 



Alaiididae. 213 

etwa 132 — 136 mm); auf dem dunkler lebhaft rotbraunen Pileum ein bräunlich 
rahmfarbener Fleck; Zügel weiß; hinter dem Auge ein breiter rahmweißer 
Streif, der sich mit einem das Hinterhaupt umfassenden Halbkreise von 
bräunlicher ßahmfarbe vereinigt; äußere Armschwingen fast bis zur Wurzel 
weiß; Rückeufederu lichter, weißlicher gesäumt; Oberschwanzdecken zimmt- 
braun; au den Kropfseiteu ein großer schwarzer Fleck, der sich am Vorder- 
halse in schmaler Binde vereinigt. Q dem d ähnlich (also der Oberkopf 
nicht wie bei den 9 von AL sibirica bräuulichgrau und schwarzbraun gestreift!) 
aber das schwarze Kropfband in der Mitte ganz unterbrochen, der Oberrücken 
etwas graulicher, Flügel etwa 10 — 12 mm kürzer. Winterkleid oben mehr 
hell aschgrau gesäumt, die Federn des schwarzen Kropfbaudes mit weißlichen 
Rändern, sodaß dasselbe oft in der Mitte scheinbar unterbrochen ist. 

Daurien, Mongolei bis Mandschurei. — Im Winter auch in Nord-China. 

Nur teilweiser Strich- und Zugvogel, wie M. sibirica, auf den Hochebenen und 
hochgelegenen^ Steppen ihres Verbreitungsgebietes. Singt wie andre Lerchen meist im 
Fluge, der eigentliche Gesang soll nicht so lang und laut wie der andrer Melanocorypha- 
Arten sein, sondern kurzstrophiger und etwas an den der Feldlerche erinnern, aber 
diese Lerche ahmt \vie die Kalander andre Gresänge nach. Fortpflanzung und sonstige 
Lebensweise wie die andrer Lerchen. Eier denen der Haubenlerchen ähnlich, Maße 
nachXaczanowski 24xl8.Ü, 23.5x18.1, 23.4x17.5, 23.2x18.2, 23.2x18, 23x18, 
22.7 X 17, 22.3 x 17.2, 22.2 x 17 mm. 

333. Melanocorypha yeltoniensis (Forst.). 
Mohrenlerche. 

Älauda yeltoniensis Forster, Philos. Transact. LVII, p. 350 (1767 — Süd-Rußland, untere 

Wolga beim See Yelton oder Elton). 
Alauda tatarica Pallas, Reise d. versch. Pi-ov. d. Russ. Reichs II, p. 707, Tab. C (1773 

„Hab. in desortis aridissimis, salsis inter Volgam et Jaicum, itemque in toto 

deserto tatarico australiore "). 

Alauda mutabilis Gmelin, Syst. Nat. I, p. 796 (1788— ex S. G. Gmelin und Latham: 

„Habitat in desertis Astracanicis . . . ."). 
Alauda nigra Stephens, in Shaw's Gen, Zool. XIV, p. 25 (1826 — ex Levaillant, Ois. 

d'Afr. IV, „Le T-acal": Ar -'^blich aus Süd-Afrika, was natürlich unrichtig ist). 
Nigrilauda nigra Bogdanow, Vög. Gau .asus (russisch), p. 76 (1879). 

Abbildungen im „Neuen Naumann" III, Taf. 3 und anderwärts. 

dad. Das gesamte Gefieder bräunlichschwarz, die Federn der Ober- 
seite und der Körperseiten mit breiten, die des Vorderhalses, der Kropfgegend 
und Brustseiten, die üuterschwanzdecken und Schwingenspitzen mit schmalen 
fahlbräuulichweißen Säumen. Schnabel bräunlichgrau, au der Wurzel gelblich, 
Füße grauschwarz. Im Frühjahre nutzen sich die hellen Federsäume derart ab, 
daß sie sich unten ganz verlieren und oben sehr schmal werden, ja schließlich 
nur noch auf dem Rücken als sclimale Ränder zu bemerken sind. Flügel 
128—136.5, Schwanz etwa 70 — 75, Schnabel 14 — 15, Lauf 25 mm. 9 vom 
d ganz verschieden ; Federn der Oberseite hellfahlbräunlichgrau, in der Mitte 
dunkelbraun. Schwingeu dunkelbraun, die äußeren und Innern mit breiten, 
die mittlem mit schmalen weißlichen Säumen. Steuerfedern schwarzbraun 
mit weißlichen, an dem äußern Paar die ganze Außenfahne einnehmenden 
Säumen. Unterseite weiß, Federn der Kropfgegeud und Seiten in der Mitte 
tielbraun. Uuterflügeldecken bräunlichschwarz. Kleiner als das d, Flügel 



214 Alaudidae. 

etwa 1 cm kürzer. Die Jungen sind den 9 ähnlich, erscheinen aber noch 
mehr gefleckt, da die Federsäunie der Oberseite rostfarbiger sind und sehen 
daher mehr einer jungen Ohreulerche ähnlich. 

Die Mohrenlerche bewohnt die Salzsteppen von Transkaspien, die 
Kirghisensteppe bis zur Wolga, östlich bis Turkestan, nördlich bis West- 
Sibirien. — • Im Winter in Scharen und mehr umherstreichend, z. B. mitunter 
im Talyscher Tieflande südlich des Kaukasus, vereinzelt sogar bis Nordost- 
galizien (Schauer), Helgoland und Belgien. 

Brehm nennt diese Lerche eine der anmutigsten Erscheinungen der Steppe. 
Der Gesang ist wundervoll, an den der Kalanderlerche erinnernd, und wahrscheinlich 
wie jener mit den nachgeahmten Liedern andrer Vögel gemischt. Das kunstlose Nest 
steht wie das andrer Lerchen am Boden und enthält meist vier Eier, die denen der 
Kalanderlerche ähneln, aber, wie es scheint, infolge noch gröberer und weniger zahl- 
reicherer rieckang die Grundfarbe mehr erkennen lassen. Sie messen durchschnittlich 
von 25.5 bis 26 x 18.5 bis 19 mm und wiegen 300 bis 350 mg. 

aattung CALANDRELLA Kaup 1829. 

Eine Gruppe kleiner der Gattung MelanocoryjJia nahestehender Lerchen 
mit kurzem, fast kegelförmigem Schnabel, der denen der Melanocorypha-AYten, 
besonders denen von M. iieltoniensis und sibirica selir ähnlich sieht, nur kleiner ist. 
Erste Schwinge ganz verkümmert, unter den Handdeckeu verborgen, innere 
Armschwingeu stark verlängert, oft so lang wie die Handschwingen, nutzen 
sich aber viel mehr ab. Flügel und Schwanz mittellang bis laug, die zweite 
bis vierte Schwinge meist etwa gleich und am längsten. Nagel der Hinter- 
zehe etwa so lang wie diese, fast gerade, wenig gekrümmt. Geschlechter 
gleich. Die ;nii«or-Gruppe generisch zu trennen, hat keinen praktischen 
Wert. Die Unterschiede sind trefflich zu spezifischer, aber nicht wohl zu 
generischer Trennung geeignet. Calandritis, CoraiMdea und Ahnuhda, erstere 
beiden für C. braclujdactyla, letztere für C. luinov, sind synonyme Bezeichnungen. 
Sharpe's ganz unbegründete Gattung ..Teplirocori/s'-'- besteht aus einer Reihe 
von tropischen, bis Süd-Afrika reichenden Vertretern von Cal. hracJiydactyla. 
Im paläarktischen Faunengebiete kennen wir zwei von einander sehr ver- 
schiedene Arten. 

Übersicht der paläarktischen Arten: 

Innere Armschwiiigen so lang wie die Handschwingen oder wenig kürzer, Krojif- 

seiten mit dunklem Fleck, Kropfgegend nicht merklich gefleckt C. hrachydactyla . p. 214 

Innere Armschwingen merklich kürzer als die Handschwingen, Kropfgegend scharf 

gefleckt C. yninor . p. 217 

334. Calandrella brachydactyla brachydactyla (Leisler). 
Die kurzzehige Lerche. 

??Älauda testacea Gmelin, Syst. Nat. I, p. 797 (1788— ex Latham, Syu. 11, 2, p. 393: 
Gibraltar! Der Name testacea ist m. E. ganz undeutbar, da er sich fast 
ebensogut auf Agrobates galadodes u. a. m. beziehen könnte). 

Alauda brachydactyla Leisler, Annalen der Wetterauischen Gesellsch. III, p. 357, Taf. 19 
(1814 — „Frankreich und Italien. Typischer Fundort Montpellier in Süd- 
Frankreich".). 



Alaudidac. 225 

Alaucla arenaria \ie\]\ot, Nouv. Dict. d'Hist. Nat. 1, p. 343 (1816 — Frankreich: südliche 

Provinzen und Champagne). 
? Alauda KoUyi Temminck, PI. Col. 305 (1824 — nach einem bei Dijon gefangenen 

Käfigvogel. Wahrscheinlich eine C. brachydactyla, aber die gefleckte Brust 

erinnert an C. minor.). 
Alauda calandrella Savi, Orn. Toscana II, p. 67 (1829 — Toskana). 
Melanocorypha Itala Urehm, Handb. Naturg.Vög. Deutschi., p. 311 (1831 — „Italien, 

besonders Sardinien"). 
Phileremos moreatica Mühle, Orn. Griech., p. 38 (1844 — Griechenland). 
Melanocorypha affinis Brehm, Isis 1845, p. 343 (Griechenland). 
Melanocorypha Gallica Brelun, Isis 1845, p. 345 („Süd-Frankreich, namentlich bei 

Montpellier"). 
Melanocorypha tenuirostris Brehm, Isis 1845, p. 346 (ohne Vaterlandsangabe, nach 

Vogelfang, p. 121, „in Griechenland und bei Triest"). 
Calandriüs KoUyi (? Temminck) Cabanis, Mus. Hein. I, p. 123 (1851— N.O.-Afrika). 
Alauda macroptera A. E. Brehm, Journ. f. Orn. 1854, p. 77 (N.O.-Afrika). 
Melanocorypha graeca Brehm, Vogelfang, p. 121 (1855 — „Griechenland bis Sennaar"). 
Calandrella hernionensis Tristram, Proc. Zool. Soc. London 1864, p. 434 (Hermon und 

Libanon). 
Calandrella brachydactyla albicollis und bifasciata A. E. Brehm, Verz. Samml., p. 8 

(1866 — nomina nuda!). 
Calandriüs Immaculata Homeyer, Journ. f. Orn. 1873, p. 194 (ex Brehm M.S. -Spanien). 
Engl.: Sliort-toed Lark. Franz.: Calandrelle. Ital.: Calandrino. 

dad. Oberseite erdbraun mit breiten, fahl saiidfarbeueu Säumen, unterer 
Teil des Bürzels und (^berscbwanzdecken fahler, beinahe einfarbig, der 
Oberkopf meist stark rotbräunlich. Zügel und Superciliarstreif rahm färben. 
Schwingen dunkelgraubraun, die äußerste (entwickelte) mit rahmfarbener 
Außenfahne, die übrigen mit ebensolchen schmalen Säumen, innere Arm- 
schwingen breit fahlsandbräunlich umsäumt. Alle Scliwiugen mit weißlich- 
fahlbraunen Innensäumen. Steuerfederu schwarzbraun, das mittelste Paar 
wie der Rücken, daß äußerste Paar mit dem Schafte, der Außenfahne, mit 
Ausnahme der AVui'zel, und großem keilförmigen Fleck an der lunenfahue 
weiß, oft, besonders nach der Spitze zu rahmfariiig angehaucht, zweites Paar 
nur an der Außenfahne weiß. Unterseite weiß mit rahmfarbenem Auflug ; Ohr- 
gegend hellbraun, in der Mitte am hellsten, nahe dem Supercilium am dunkelsten, 
an den Kehlseiten einige kleine duukelbraune Flecke; Kropfgegend und Seiten 
hellrötlichfahlbraun, an den Halsseiten jederseits ein großer schwarzbrauner Fleck, 
ünterflügeldecken rahmweiß. Iris braun. Oberschuabel dunkel hornbraun, 
üuterschnabel hell hornfarben. Füße bräunlich fleischfarben. Flügel 93 — 96, 
Schwanz etwa 62, Lauf 20 — 21, Schnabel etwa 11 mm. 9 wie d,nur wenig 
kleiner. Das erste Jugendkleid ist oben gefleckt, indem die dunklen Federn 
scharfe weißliche Säume haben. 

(Diese Lerche ist sehr variabel und variiert augenscheinlich nach der 
Färbung des Bodens, auf dem sie lebt, ohne aber (außer in Asien) geographisch 
abgrenzbare Formen zu bilden. Sehr rötliche Stücke findet man in Frankreich, 
Italien, Spanien, Portugal, der Herzegowina, Griechenland, Palästina (sogenannte 
hermonensis, nach abgetragenen Brutexemplaren beschrieben); ebenso rötliche, 
bisweilen noch lichtere, zum Teil sehr helle in Marokko, Algier, Tunis. p]inige 
frisch vermauserte Stücke aus Palästina (Jerusalem) sind auffallend graulich, 
weiter nach Osten hin aber nimmt die graue Färbung zu, sodaß wir dort 
mindestens eine graulichei'e Form (Cal. hrtich. /onr/ipeiwis) wohl unterscheiden 
können. In Afrika finden sich mehrere Subspezies dieser Art, die sich durch 



216 Alaudidae. 

einfarbig braunroten Oberkopf und ebensolche Brustseiten auszeichnen ^). 
Sie wurden irrtümlicher Weise unter dem Namen Tephwconjs generisch 
getrennt. Wenn man sich über die angeblichen generischen unterschiede 
informieren will, mag mau den Schlüssel der Lerchengattungen im Catalogue 
of Birds XIII, p. 512 — 513, nachsehen, wo die Nummern b'^ und a*^ 
einander widersprechen, sodaß die Unterschiede wegfallen, oder die Gattungs- 
Diagnosen in Shelley's Birds of Africa III, p. 1^2 und 128, die fast 
gleich lauten.) 

Süd-Europa: Süd-Frankreich, nördlich noch in der Champagne bis 
Tro^yes, Spanien und Portugal, Italien, die ganze Balkanhalbinsel bis Süd- 
Rußland; Nord-Afrika von Marokko bis Ägypten; Kleinasien, Palästina, Persien 
bis Baluchistau. — Die nördlicher wohnenden Kurzzehenlerchen sind Zug- 
vögel, die bis in den Sudan und nach N.W.-Iudien wandern. Verfliegt sich 
vereinzelt weiter nach Norden, z. B. mehrfach auf Helgoland und in England, 
einmal in Irland, Nord-Frankreich, der Schweiz und bei Metz erlegt. 

Bewohner trockenen, sandigen, spärlich bewachsenen Geländes, namentlich in 
wüstenartiger Steppe. Gesang laut flötend, wenig zusammenhängend, mit den oft 
wiederholten Locktönen durchsetzt, soll auch andre Gesänge nachahmen, was aber 
einige Beobachter leugnen. Das Nest steht am Boden wie das andrer Lerchen, ist lose 
zusammengeschichtet und mit Haaren und Pflanzenwolle weich ausgefüttert. Im April 
und Mai findet man die Gelege von 4 — 5 Eiern, die außerordentlich variieren. Sie sind 
meist weißlich, gelblich, bräunlich, seltener blaß grünlich, mit blaßbräunlichen, gelb- 
grauen oder bi'äunlichgrauen Flecken über und über bedeckt, manchmal kranzförmig 
gezeichnet. Bisweilen sind die Eier fast weiß. Durchschnittsmaße von 14 aus- 
gewählten Gelegen aus Montenegro nach Reiser im Mittel 19.7 x 14.6, im Maximum 
23.8x15.2, Minimum 17.5x13.4 mm. Gewicht 12 — 18 cg. Das Durchschnittsmaß 
der von Koenig in Tunis gesammelten Eier ist etwa 22 X 16 mm, Gewicht durch- 
schnittlich 14 cg. 

335. Calandrella brachydactyla longipennis (Eversm.). 

Alauda longipennis Eversmann, Bullet. Soc. Imp. des Natural. Moscou XXI, p. 219 (1848 — 

Songarei). (Vgl. Journ. f. Orn. 1877, p. 95.) 
Calandrella ncutirostris Hume, Lahore to Yarkand, p. 265 (1873 — Yarkand). 
Calandrella brachydactyla ß tenuirostris Severtzow, Turkest. Jevotn., p. 67 (1873 — 

nomcn nudiini! Turkestan. — Übers.: Journ. f. Orn. 1875, p. 174.). 
Calandrella tihetana Brooks, Stray Feathers VIII, p. 488 (1880— „Thibet beyond 

Sikkim"). 

Unterscheidet sich von C. h. brachydactyla durch merklich graulicheren 
Ton der Oberseite, welche ganz der rötlichsandfahlen Färbung entbehrt. Der 
Oberkopf ist wie der Kücken, niemals rötlich, ebenso Bürzel und Oberschwauz- 
decken. Der weißliche Superciliarstreif ist sehr deutlich! Der Schnabel ist 
meist etwas schlanker, der Flügel 3 bis 5 mm kürzer. — So leicht es ist, 
eine Serie von der Grenze von Sikkim (Tibet) oder von Turkestan zu unter- 
scheiden, so wenig leicht ist es, die Grenze nach Westen genau anzugeben, 
denn auch ostpersische Stücke (die ich aber im allgemeinen nicht von C. l>. 
brachydactyla trennen kann) sind oft sehr graulich, bisweilen sogar kaum von 
den turkestanischeu zu unterscheiden, auf der andern Seite finden sich in 
Turkestan und noch mehr in Transkaspien bräunlichfahle Exemplare, die der 



^) Calandrella brachydactyla cinerea, ruficeps, blanfordi (auctorum!) u. a. m. 



Alaudidae. 217 

typischen hracJiydactyla ganz nahe kommen. (Die zur Unterscheidung von 
acutirostris und übetana benutzte Ausdehnung des Weiß an den Steuerfedern 
ist ganz variabel.) 

Transkaspien, Turkestan, Afghanistan und Tibet. — Im Winter in den 
westlichen Teilen Indiens. 

336. Calandrella brachydactyla dukhunensis (Sykes). 

? JEmberiza bagheira Franklin, Proc. Zool. Soc. London 1831, p. 119 (nom. nudum). 
Alauda dukhunensis Sykes, Proc. Zool. Soc. London 1832, p. 93 (I)ukhun, Indien). 

Ähnlieh C. h. brachydactyla, unterscheidet sich aber durch die mehr 
fahlbräuuliche, fast gelbliche Färbung der Unterseite, besonders der Kropf- 
gegend, dunklere Körperseiten und bräunliche Oberseite. Flügel meist ziemlich 
lang, oft mehrere mm länger, als bei C. b. brachydactyla im Durchschnitt. 

Wintervogel in Indien, mit Ausnahme der westlichen Teile. — Brut- 
heimat unbekannt, wahrscheinlich in einem Teile Tibets. 

337. Calandrella minor rufescens (VieilL). 

Alauda rufescens Vieillot, Tabl. Enc. et Meth. I, p. 322 (1820— „Teneriffe"). 

Alauda tigrina Bonaparte, Compt. ßend. Seances Acad. Paris XXXVIII, p. 67, Anmerk. 
(1854 — nom. nudnm). 

Calandrella pispoletta canariensis Hartert, Bull. B. O. Club 1901, p. 64 (Tenerife). 

Calandrella pispoletta rufescens Savtert, Aus d. Wanderj. e. Naturf., p. 106(1901 — Ge- 
schichte, Synonymie, Kritik); Nov. Zool. 1901, p. 325. 

Unterscheidet sich von allen Verwandten durch die zimmtartig rötlich- 
braune Färbung der Oberseite. Die schwarzbraunen Federmitten sind sehr, 
ausgedehnt, die Fleckung der Kropfgegend gröber und dunkler als bei 
C. hl. minor, aber meist nicht ganz so grob wie bei C. m. baetica. Die rahm- 
weiße Unterseite ist fast immer durch den rotbraunen Ackerboden, auf dem 
diese Vögel leben, beschmutzt, nur frische Herbstvögel sind frei von dieser 
Beschmutzung. d: Flügel etwa 88 — 91 V^ mm. 

Bewohnt die fruchtbare Hochebene von Laguna auf Tenerife, wo sie 
sehr häufig ist. 

338. Calandrella minor polatzeki subsp. nov. 

Eine große Serie (32 Stück), die ich mit einer ebenfalls guten Serie 
von Tenerife vergleichen konnte, zeigt, daß sich (entgegen meiner früheren 
Ansicht) die Lerchen der östlichen Canaren gut unterscheiden lassen. Sie 
sind oben heller (nicht so zimmtartig) rötlich sandfarben und etwas kleiner 
als C. m. rufescois. ö: Flügel 87 — 88, nur in einem Stücke 91 mm. Der 
junge gefleckte Vogel hat rötlich rahmfarbene Spitzen an den Federn der 
Oberseite. — Benannt zu Ehren des eifrigen Sammlers Herrn Hauptmann 
Polatzek. Typus d, Nr. 1178, Lanzarote 3. III. 1902, gesammelt von Polatzek. 

Lanzarote und Fuertaventura, also die östlichen Inseln der Canaren-Gruppe. 

Die zahlreich vorliegenden Eier ähneln denen der verwandten Formen, doch ist die 
Grundfarbe meist etwas weißlicher, fast nie so grünlich, sodaß die Flecke sich stärker 
abheben. 54 Stücke von Fuertaventura messen im Maximum 23.5 x 14.7. 21.7 x 15.4, 
21.5x14.8, im Durchschnitt 19.7x14.2, im Minimum 20x13 und 17.6x14 mm und 
wiegen etwa 136 mg. 



218 Alaudidae. 

339. Calandrella minor baetica Diesser. "\ 

Calandrella haetica Dresser, ß. Europe IV, p. 351, Taf. 236, fig. 2 (1873— Sevilla). 

Auf der Oberseite viel dunkler und brauner als C. m. tninor und C. m. heinei, 
außerdem von beiden durch die viel größeren, dunklereu, schwarzbraunen 
Längsflecke der Kropfgegend zu unterscheiden, die sich über die Kehle hin 
bis fast an den Schnabel und an den Körperseiteu entlaug ziehen. Größe 
etwa wie die von C. m. minor. Die Färbung der Oberseite variiert wie bei 
allen Verwandten, ohne aber den charakteristischen dunklen Ton zu verlieren. 

Süd-Spanien (die Provinzen Andalusien, Granada, Murcia, Valencia).^) 

Bewohnt zur Brutzeit hauptsächlich die Marismeu. Fortpflanzung wie die der 
verwandten Formen, aber die Eier scheinen meist etwas gröber gefleckt zu sein als die 
von C. m. minor und C. ni. heinei. 

340. Calandrella minor minor (Gab.). 

Calandrifis minor Cabanis, Mus. Hein, I, p. 123 (1851 — „N.O. -Afrika"). 

Calandrella reboudia Tristram, Ibis 1859, p. 58 (ex Loche M. S. und Loche nom. nud. 1858 — 

„In Sahara Algeriensi"). 
Calandrella descrti Tristram, Ibis 1866, p. 286 (Sahara — nomen nudum). 
Abbildung: Dresser, B. Europe IV, Taf. 236, fig. 1. 

. (Sud. Oberseite hell rötlich sandfarben, die Federmitten schwarzl)rauu, 
Bürzelfederu und Oberschwauzdecken rötlicher, in der Mitte nicht schwarzbraun, 
sondern mehr rostbraun. Schwingen dunkelbraun mit licht isabellftirbenen 
Außen- und Inneusäumeu und Spitzen, die letzten Armschwiugen von der 
Färbung des Rückens. Steuerfederu schwarzbraun mit schmalen weißen 
'Spitzen, das mittelste Paar weicher und von der Farbe des Rückens, das 
äußerste weiß mit schwarzbraunen Längsstreifen an der Wurzel und am 
Lmeusaume der Innenfahne, das zweite nur mit breitem weißen Saum der 
Außenfahne. Schmaler, weißlicher Superciliarstreif, Ohrdecken braungestreift; 
Unterseite weiß mit leichtem isabellfarbenen Schimmer, die Seiten der Kehle, 
Kropfgegend und ßrustseiten mit dunkelbraunen, schmalen Längsflecken in 
der Mitte der Federn. Körperseiten isabellbräunlich, dunkel gestreift. 
Unterflügeldecken weiß mit isabellfarbenem Schimmer. Schnabel horuartig grau- 
braun, unten gelblich, Füße bräunlichfleischfarben, Iris braun. Flügel 90—94, 
Schwanz etwa 55 — 60, Lauf 20 — 22, Schnabel 9 — 9,5 mm. 9 wie d, nur 
etwas kleiner. Durch die breiten hell isabellfarbenen Federränder erscheint 
das Herbstkleid lichter, zarter, während nach der Brutzeit die dunkeln Feder- 
mitten mehr hervortreten. Stücke von Algier (Medeah) scheinen etwas dunkler 
als tunesische. 

Bewohner der nördlich des großen Wüstengürtels gelegenen Länder, 
von Marokko, durch Algier und Tunis bis Ägypten (Unter-Ägypten, selten) 
und Palästina, auch in einem Stücke von Fao am Persischen Golf im British 
Museum. Bei Fao wohl nur auf dem Zuge, denn dort brütet C. m. jiersica 
oder eine sehr nahe Form. Vereinzelt in Malta und Italien. 



') Zwei mir vorliegende, angeblich von den Balearen stammende Stücke, leider 
ohne Datum, sehen auf der Überseite aus wie C. m. baetica, aber die Fleckung der 
Kropfgegend ist feiner, mehr wie die von C. m. minor. Vielleicht wäre die Balearen- 
Form zu sondei-n. Was A. v. Homeyer (Journ. f. Orn. 1862, p. 266) C. brachydacfyla 
nannte, ist vielleicht diese Form der winor-Gruppe gewesen. 



Alaudidae. 219 

Blau findet diese niedliche Lerche nur an gewissen ()rtlichkeiten, nach Koenig 
meist in der Nähe des Wassers. Sie ist auf dem rötlichen Steppenboden, den sie bevorzugt, 
schwer zu sehen, meist aber gar nicht scheu. Wie die Feldlerche „klettert sie an ihren 
Liedern in die Luft" und singt wunderschön, wenn auch sehr abwechselnd an Stärke 
und Klang. Die Nester sind kunstlos, wie die andrer Lerchen, meist mit Pfianzenwolle 
ausgepolstert. Die Gelege bestehen wahrscheinlich nur aus drei Eiern. Man findet 
die Eier vom April bis Juni. Sie sind auf weißlichem oder graugrünlichem Grunde 
mit lelunbraunen Flecken besät, zwischen denen man hier und da violettgraue Schalen- 
flecke bemerkt. Sie sind gedrungen eiförmig und messen 18x14, 19x15, 20x14, 
20 X 15, 20 X 16 mm. 

341. Calandrella minor heinei (Hom.). 

Calanärifis Heinei E. v. Homeyer, Journ. f. Orn. 1873. p. 197 (Wolgagegend). 

{Calandrella ins]poletta auctorum. — Dieser Name ist von Alaxula Pispoleita Pallas, 
Zoogr. Kosso-Asiat. I, p. 526 genommen. Pallas adoptierte Linne's Namen 
Alauda spinoletta, dessen Schreibweise er, der italienischen angemessen, in 
pispoletta veränderte. Linnes Name gehört einem Anthus an, wurde also von 
Pallas mit Unrecht auf die von ihm beschriebene Lerche angewandt. Dieser 
alteingewurzelte Irrtum ist somit zu beseitigen und der nächst alte Name 
einer Stummellerehe, minor Gab., muß für die Art mit ihren Formen in 
Anwendung kommen.) 
Abbildung: Dresser, B. Europe IV, Taf. 237. 

Wie C. minor minor, aber die Oberseite nicht so sandfarben, sondern 
mehr gräulich, besonders der Bürzel weniger rötlich, mehr saudgrau; außerdem 
größer als C. m. minor. Flügel (5 ad. 95—100, Schwanz etwa 63—66, 
Lauf 21—22.5, Schnabel 9—10 mm. 

Steppen Süd-Rußlands und Transkaspiens. — Im Herbst und Winter 
mehr umherschweifend und dann ausnahmsweise auch in anderen Ländern, 
so einmal auf Helgoland. Regelmäßig in Klein-Asien, aber wahrscheinlich 
nur als Wintergast. 

Fortpflanzung wie die von C. m. minor, nur sind die Eier meist etwas trüber 
und grünlicher, durchschnittlich auch etwas größer. 54. Eier aus Südrußland messen 
nach Roy: Durchschnitt 18.8x14.6, Maximum 20.1x15.2, Minimum 17 x: 13.8 mm. 
Durchschnittliches Gewicht 139 mg. 

342. Calandrella minor lencophaea Sewertz.^) 

Calandrella leucophaea Sewertzow, Turkest. Jevotn., p. 142 (1873 — Turkestan); vergl. 
Dresser, Ibis 1876, p. 182. 

Wie C. m. heinei (C. jnspoleüa auctorum), aber auf der Oberseite heller, 
mehr graulich, der Schnabel sehr klein. Äußeres Steuerfederpaar weiß, schmaler 
Innensaum und äußerste Basis der Innenfahne braungrau, diese Farbe aber 
am Innensaume nicht ganz bis zur Spitze reichend. 

1) Im Cat. B. Brit. Mus. XIII, p. 593, ist diese Form als Subspezies zu Calandrella 
raytal (Blyth) gestellt, während die nur schwer zu unterscheidende, lediglich oben etwas 
mehr gelbbräunliche seebohmi als Subspezies zu ,,pispoletta" (minor) aufgefaßt ist! 
Diese lediglich auf Vergleichung der Färbung der Oberseite beruhende Trennung ist 
unrichtig. Calandrella raytal raytal (Blyth, 1844) und C. raytal adanisi (Hume, 1871) 
bilden eine indische Art, die sich durch geringere Größe, dünneren und gestreckteren 
Schnabel und längere innere Armschwingen von den asiatischen Formen der minor- 
Gruppe sehr wesentlich unterscheidet. 



220 Alaudidae. 

West-Turlfestun (Amu Darja, Syr Darja). — Im Wiuter anscheinend 
weiter nach Süden ziehend, z. B. nach Ost-Persieu. Genaueres darüber 
ist schwer festzustellen, weil man sich auf die Angaben in der Litteratur 
nicht immer verlassen kann, wie es häufig bei schwieriger zu bestimmenden 
Formen der Fall ist. 



343. Calandrella minor seebohmi (Sharpe). 

AlmuhiJa seebohmi Sharpe, Cat. B. Brit. Mus. XIII, p. 590 (1890 — „Central Asia from 
Yarkand and Kaschgar to Mongolia". Diese Verbreitung ist nicht richtig, 
denn das angeblich mongolische Stück, unglücklicher Weise der Typus, ist 
irrtümlicher Weise „Mongolia'' etikettiert; es stammt vielmehr aus Turkestan, 
wo es von Sewertzow gesammelt wurde). 

Genau wie C. m. leucophaea, nur auf der Oberseite nicht so graulich, 
sondern gelb-bräunlich sandfarben. 

Ost-Turkestan (Yarkand, Kaschgar, Aksu). — Im Winter bisweilen in 
Nord-Indien. 

344. Calandrella minor persica (Sharpe). 

Alaudula persica Sharpe, Cat. B. Brit. Mus. XIII, p. 590 (1890 — „From Persia to 
Afghanistan and N.W.-Indiu". Diese Verbreitung ist nicht richtig, denn die 
Stücke von Afghanistan und N.W. -Indien gehören einer andern Form an. 
Typus: Niris östlich von Schiras, Persien, terra typica also: Niris in Persien). 

Eine sehr großschnäblige Form, Flügel bis 100 mm. Äußeres Steuer- 
federpaar weiß, an der lunenfahne breit braunschwarz gesäumt. Oberseite 
licht sandbräunlich. 

Persien. — Genaue Verbreitung nicht bekannt. Der Typus von Niris 
hat einen sehr langen und starken Schnabel. Ein alter Brutvogel von 
Fao am Persischen Golf hat einen etwas kürzeren und dabei dickeren, 
geschwolleneren Schnabel. Eine große in Seistan in Ost-Persien von Sarudny 
gesammelte Serie hat auch stärkere Schnäbel als alle andern Formen dieser 
Gruppe, aber sie stehen hinter denen des Stückes von Niris und dem von 
Fao zurück. Es dürfte sich bei Vergleichung einer Serie von Niris und Fao 
ergeben, daß in Persien 2 bis 3 Formen vorkommen: eine kleinschnäbligere 
von Seistan und Afghanistan, die vielleicht im Winter auch in Nord-Indien 
vorkommt und eine großschnäbligere aus Farsistan, mit der die von Fao am 
Persischen Golf große Ähnlichkeit hat, aber vielleicht auch nicht ganz 
übereinstimmt. Im Winter scheint auch noch C. m. leucophaea in Ost-Persien 
vorzukommen. 



345. Calandrella minor cheleensis (Swinh.). 

Alaudula cheleensis Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London 1871, p.390 („Talien Bay" in China). 

Ziemlich kleine, feinschnäblige Form mit fein und schwach gefleckter 
Kropfgegend. 

Brutvogel in der südöstlichen Mongolei und Nord-China. — Im Winter 
in großen Flügen bei Peking. 



Alaudidae. 221 

346. Calandrella minor kukunoorensis Przew. 

Calandrella Tcukunoorensis Przewalski. Mong. i Strana Tangut II, p. 103 (1876 — Kukunoor) ; 
(russisch!) vgl. Übersetzung in Rowley's Orn. Mise. II, p. 316 und Journ. f. 
Orn. 1877, p. 93, Anra.). 

Nach Przewalski und Bogdanow eine blaß isabellfarbene Form von 
cheleeitsis mit langem Flügel und sehr viel Weiß im Schwänze. Die Außen- 
fahue des dritten Steuerfederpaares soll weiß sein, die Innenfahne weiß mit 
dunkelbraunem Saume. 

Kuku-Nor. 

Gattung AMMOMANES Gab. 1851. 

Schnabel, Schwanz und Füße nicht wesentlich von denen von Calandrella 
verschieden, aber Flügelbau und Körperbefiederuug ganz anders. Das Gefieder 
ist sehr weich und zart, die Federn nicht in der Mitte dunkel, Ober- und 
Unterseite erscheinen daher meist ungefleckt. Die erste Schwinge ist ungefähr 
= ^3 ^^^' zweiten, die bei den meisten Formen merklich kürzer ist als die 
dritte bis fünfte, welche meist etwa gleich lang sind und die Spitze des 
Flügels bilden. — Die jungen gleichen den Alten, sind also nicht gefleckt. 
Bewohner der wüstenartigen Landstriche von den Kapverdischeu Inseln durch 
die Sahara bis Somalilaud und Indien. In Süd-Afrika wohnen noch drei zu 
dieser Gattung gezählte Formen, die zum Teil derart von den typischen 
Arten abweichen, daß man sich fast wundern muß, weßhalb sie von den 
großen Gattuugsspaltern noch nicht generisch getrennt wurden. Die auf 
den ersten Blick sehr verschiedene tropisch indische A. phoemcum wird durch 
zarndnyi mit cmetura verbunden, sodaß man alle diese Formen als Subspezies 
einer Art behandeln muß. 

Übersicht der paläarktischen Arten: 

Innere Armschwingen nicht länger als die übrigen, Schwanz ohne scharf begrenzte 

schwarze Spitze A. deserti . p. 221 

Innere Armschwingen meist merklich verlängert, Schwanz mit scharf abgegrenzter 

schwarzer Spitze A. phoenicura . p. 224 

347. Ammoinanes deserti algeriensis Sharpe. 

"i Alauda lusitana Gmelin, Syst. Nat. I, p. 798 (1788 — ex Latham, Gen. Syn. II, p. 393: 
„Portugal". Der Name lusitana kann nicht angenommen werden, da die 
Beschreibung der Oberseite auf keine dieser Ammomanes paßt und keine 
derselben Portugal bewohnt). 

AmmO'ma7ies algeriensis Sharpe, Cat. B. Brit. Mus. XIII. p. 645 (1890 — „Algerian 
Sahara, ranging into Nubia"). Abbildung: Journ. f. Orn. 1895, Taf. YIII. 

Innere Armschwingen nicht merklich länger, als die übrigen, zweite 
(erste lange) Schwinge erheblich kürzer, als die dritte. 

dad. Oberseite von einem schwer zu beschreibenden rosigen sandgrau, 
auf dem Kopfe etwas matter und mit Andeutungen dunkler Federmitten, 
Bürzel und Oberschwanzdecken am rötlichsten. Schwingen graubraun, Außen- 
fahne mit Ausnahme des Spitzenteiles rötlich zimmtbraun, an den Spitzen 
schmal weißlich gesäumt, Innenfahnen au der Basalhälfte breit zimmtrot 



222 Alaudidae. 

gesäumt, letzte Arm schwingen dem Rücken ähnlich, aber etwas bräunlicher. 
Steuerfedern schwarzbraun, Spitzen und breite Außensäume hell zimmtrot, 
vorletztes Paar mit der ganzen Außenfahne, das äußerste nur an der lunen- 
fahne mit braun, oft fast ganz bell zimmtrot. Unterseite rötlich rahmfarben, 
Kehle weiß, Kropfgegend matt braungrau gefleckt, ünterflügeldecken, Achsel- 
federn und Seiten hell rosig zimmtbräunlich. Schnabel oben hornbraun, 
unten weißlich, Füße licht fleischartig hellbraun, Iris braun. Flügel 99 — 103.5, 
Schwanz 68—72.5, Lauf etwa 22—23, Schnabel 13—15.5 mm. Q meist 
etwas kleiner: Flügel 91—99, Schnabel 12.5 — 13.5 mm. Juv.: wie der alte 
Vogel, nur auf der Oberseite nicht so graurötlich, sondern mehr gelblich, 
Unterseite blasser. Gänzlich ungefleckt. 

Algerien und Tunis südlich der Atlas-Wasserscheide, von da nach 
Westen bis Tripolis und durch die libysche Wüste bis an den untern Nil, 
wo sie in steinig-wüstenartigem Gelände hart neben A. d. deserti vorzukommen 
und sich mit letzterer manchmal zn vermischen scheint. 

Eewoliiier steiniger Höhenzüge und spärlich bewachsener Abdachungen der Berge 
in der nördlichen Sahara oder vielmehr an deren Rändern, nicht auf dem fliegenden 
Sande der eigentlichen Wüste. Der Gesang ist ein lullend weiches, oft wiederholtes 
viersilbiges „Krieüe". das in den trostlosen Einöden, die das Vögelchen bewohnt, nicht 
verfehlen kann, den Lauscher zu entzücken. Nester halb unter und neben Steinen, aus 
feinen Grashalmen, Pflanzenwolle und Blütenrispen wohl gefügt. Hauptbrutzeit Mai. 
Gelege 3, seltener 4 Eier. Sie sind auf rahmfarbenem oder milchweißem Grunde mit 
hellgrauen Schalenflecken und rotbräunlichen Flecken und Punkten bedeckt. Sie messen 
nach Koenig 20 x 15, 21 X 15, 21 x 16, 22 x 15, 22 x 16 mm, nach Erlanger 21 X 15 
bis 23 X 16 mm. Gewicht nach Koenig im Durchschnitt etwa 0.13 g. 

348. Amraomanes deserti erythrochroa Rchw. 

Animomanes lusitana erythrochroa Reichenow, Journ. f. Orn. 1904, p. 307 (Ambukol). 

Wie A. d. deserti, aber der Schnabel meist noch etwas stärker (länger), 
die Färbung ausgesprochen rötlicher, fast ganz wie bei A. d. algeriemis 
namentlich auch die ünterflügeldecken und Unterseite des Körpers (mit Aus- 
nahme der weißen Kehle) im abgeriebenen Gefieder sehr stark isabell-rötlich 
und die Schwanzwurzel rötlicher. In der Färbung A. d. algeriensis äußerst 
ähnlich, aber etwas mehr zimmtrötlich, der Schnabel merklich stärker und länger. 

Südliches Nubien vom Dongola-Bogen des Nils an (Ambukol, Schendi, 
Bajuda-Steppe). 

349. Ammomanes deserti deserti (Licht.). 

Alauda deserti Lichtenstein, Verz. Doubl, zool. Mus. Berlin, p. 28 (Sept. 1823 — „ex Aegypto 
super". Partim! Lichtenstein hatte auch Stücke von erythrochroa vor sich). 

Melanocorypha galeritaria Brehm, Vogelfang, p. 122 (1855-- „Nordost-Afrika"). 

Ammomanes deserti macrorhynchos A. E. Brehm, Verz. Samml., p. 8 (1866 — nomen 
und um!). 

Ammomanes Isahellina minor A. E. Brehm, Verz. Samml., p. 8 (1866 — nomen nudum!). 
Abbildung: Dresser, B. Europe IV. Taf. 233, vordere Figur! 

Sehr ähnlich A. d. cdgenensis, aber die Oberseite nicht so rötlich isabell, 
sondern mehr bräunlichgrau. Einigermaßen variabel, in frischem Gefieder 
lichter und graulicher, im abgetrageneu Kleide dunkler, bräunlicher. 

Niltal, von Kairo durch ganz Ober-Ägypten, bis fast nach Dongola, 
jedenfalls bis Wadi Haifa. 



Alaudidae. 223 

350. Ammomanes deserti isabellina (Temm.). 

Alauda isabellina Temminck, PI. Col. 244, Fig. 2 (Ocfc. 1823, dem Wortlaute des Textes 
nacli später als Lichtenstein's Beschreibung erschienen. Asaba in Arabien; 
von Rüppell gesammelt). 

Melanocorypha arahs ßrehm, Vogelfang, p. 122 (1855 — „Verirrt sich aus dem steinigen 
Arabien zuweilen nach Europa". Typus aus dem Peträischen Arabien). 

Die Stücke von der Sinai-Halbinsel sind etwas lichter als die meisten 
von A. deserti deseiii; sie sind nicht so rosig augehaucht wie die von cdgeriensis; 
sie werden im abgetragenen Kleide nicht so rötlich wie die vou erytlirocliroa 
und sind im frischen Gefieder nicht ganz so licht; sie sind großschnäbliger 
als fratevculus und weniger graulich. Stücke von Unteregypten stimmen 
ganz mit solchen vom Sinai überein. 

Sinai-Halbinsel (Asaba, Sinai) und Unter-Ägypten. (Berechtigung dieser 
Form und Verbreitung zweifelhaft, ebenso die von Nr. 351 und 352. Einige 
Stücke aus dem Niltal, wo sonst die graulichere echte deserti wohnt, sind 
von solchen vom Sinai nicht zu unterscheiden.) 

351. Ammomanes deserti fraterculus Tristr. 

Ammomanes fraterculus Tristram, Proc. Zool. Soc. London 1864, p. 434. (Ohne genaue 
Lokalität. — Wüstengegenden Palästina's, nach „Fauna und Flora of Palestine", 
p. 80. Tristram's Name muß natürlich für die palästinensische Form benutzt 
werden, obwohl er die $ von den cJ, die er deserti nannte, artlich trennte!) 

Ganz wie A. d. deserti, aber im frischen Gefieder ist die Oberseite eine 
Nuance mehr graulich, die Kropfgegend meist deutlicher gefleckt, die Ohr- 
gegeud ziemlich dunkel und streifig, der Schnabel etwas plumper und kürzer, 
bei alten d etwa 13 mm lang. 

Von Palästina bis zum Persischen Meerbusen. 



352. Ammomanes deserti parvirostris Hart. 

Ammomanes lusitanica parvirostris Hartert, Journ. f. Orn. 1890, p. 156 („Aschabat". 
Diese Angabe beruhte auf einem Irrtum. Die Typen sind vom Knba-dagh 
bei Krasnowodsk). 

Ganz wie A. d. plioenicvroides, aber die Oberseite vielleicht eine Nuance 
heller, der Schnabel merklich feiner und kürzer. Schnabel 1.5 — 2 mm kürzer. 

Trauskaspien (Krasnowodsk, Turkmenen-Steppe). 

353. Ammomanes deserti subsp. nov.? 

Ammomanes phoenicurokles (? ! non Blyth) Whitaker, Ibis 1902, p. 654 (Djebel Soda 
in Ti'ipolis). 

Whitaker erwähnt, 1. c, daß in den Schwarzen Bergen (Djebel Soda) 
von Tripolis eine Form der AVüstenlerche wohnt, die ganz A. d. jdioenicuroides 
gleicht, aber vielleicht etwas kleiner sei, besonders kleinern Schnabel habe. 
Es ist nicht denkbar, daß dies typische phoeniairotdes sind oder daß sie mit 
einer der andern dunkeln Formen völlig übereinstimmen. Diese Form 
dürfte daher zu benennen sein. 



224 Alaudidae. 

354. Ammomanes deserti phoenicuroides (Blytb). 

Mirafra 2)^i'Oenicuroides Blj'th, Journ. As. Soc. Bengal XXII, p. 583 (1853 — Kaschmir). 
Abbildung: Dresser, B. Europa IV, Taf. 233, hintere Figur! 

Wie A. iL fvatercuhis und A. d. j^arvirostris, aber der Schnabel stärker, 
die Oberseite mit noch graulicherem Ton, Unterseite dunkler bräunlich fahlgelb. 
Schnabel dad. etwa 14 mm lang. Das erste Jugendkleid ist sehr hell, 
fast rahmfarben. 

Bewohnt das Indus-Tal und umliegende Gebiete, von der Mündung bis 
in das nördliche Punjab und südlichste Kaschmir sowie Teile von Afghanistan.^) 

355. Ammomanes deserti subsp. nov.? 

Oberseite noch merklich dunkler und mehr bräunlichgrau, was beim 
Vergleich einer Serie sehr auffällt. Auch das erste Jugendkleid ist oben 
bräunlichgrau mit lichten Federrändern. Oberschnabel dunkel hornbraun, 
ünterschnabel gelblich mit dunkler Spitze. Noch zweifelhafte Form. Stücke 
von Afghanistan (Kandahar) sind zum Teil echte plioenicnroides, zum Teil 
gleichen sie den ostpersischen Stücken. 

Ost-Persien, von der Straße von Hormus bis Baluchistan und Afghanistan. 

Die Eier sind unter Nr. 216 (A. phoenicuroides) von Sarudny in Ois. Perse 
Orientale, p. 197 — 200 (1903 — russisch!) beschrieben. 

356. Ammomanes phoeüicura arenicolor (Sundev.). 

Alauda arenicolor Suudevall, Oefv. Iv. Vet. Al<ad. Förh. Stockholm 1850, p. 128 („in 

arenosis Aegypti inferioris vel Arabiae petraeae"). 
Ammomanes imllida Cabanis, Mus. Hein. I, p. 125 (1851 — „Arabien"). 
Melanocorypha elegans Brehm, Vogelfang, p. 122 (1855 — ■ „Nubien". Typus von 

Abu-Hamed.). 
Ammomanes re^n/us Bonaparte, Compt. Rend. XLIV, p. 1066 (1857 — Algerische Sahara). 
Abbildung: Journ. f. Orn. 1893, Taf. IX. 

Auf den ersten Blick wie eine kleine A. deserti algerieims aussehend, 
unterscheidet sich aber sehr wesentlich: Die Handschwingen sind an beiden 
Fahnen zimmtartig rötlich isabell, nur die äußersten Spitzen rauchschwärzlich 



1) Die Liste der Subspezies von A. deserti ist auch hiermit noch nicht erschöpft, 
denn das tropische Afrika und Arabien beherbergt noch mehrere Formen: 
A. deserti alceleyi EUiot, Field Columbian Mus. Publ. Nr. 17, Orn. Nr. 2, p. 39 (1897— 
Somaliland. Sehr ähnlich A. d. phoenicuroides, aber kleiner (kurzflügliger), 
Unterseite rötlicher. — Mehrfach fälschlich als „A. deserti" angeführt — es 
soll aber auch eine cZeser^i-ähnliche helle Form im Somalilande vorkommen, 
über die es aber noch an sichern Nachrichten fehlt. 
A. deserti samharensis Shelley, B. of Africa III, p. 99, Taf. 21, 1 (Mai 1902). — 
Abyssinien: Amba. Damit ist assabensis Salvador!, von Assab an der 
abessinischen Küste beschrieben, identisch (cf. Bollet. Mus. Zool. et Anat. 
Torino XVII, Nr. 425 p. 2. Juni 1902). Noch dunkler, etwa so groß wie 
phoenicuroides. Steht saturatus am nächsten und ist von letzterer nur schwer 
zu unterscheiden. 
A. deserti saturatus Grant, Nov. Zool. 1900, 249. — Süd-Arabien. Die dunkelste Form, 
außerdem sehr groß. Von A. d. samharensis kaum zu unterscheiden, aber 
nicht ganz damit identisch. 



Alaudidae. 225 

mit schmalen weißlichen Endsäumen, die Armschwingen ganz zimmtrötlieh- 
isabell. Die inneren Armschwingeu ragen in frischem Gefieder etwa 1 cm 
über die vordem hinaus. Schwanz zimmtrötlich isabell mit schwarzem isabell- 
weißlich gesäumten Fleck an der Spitze, der an dem äußeren Steuerfederpaar 
nur klein ist, nach der Mitte zu an Ausdehnung zunimmt. Flügel 92 — 97, 
Schwanz So — 59, Schnabel 11 — 11.5, Lauf 21— 23 mm. Q meist, aber nicht 
immer, etwas kleiner, sonst wie d. Juv. wie ad., nur noch lichter, blasser, 
fast rahmfarben. 

Von Algier und Tunis durch die nördliche Sahara bis in die Wüsten- 
gebiete Ägyptens und N.-Arabiens (Sinai-Halbinsel). 

Standvogel auf steinigen Hochplateaus und am Kande der Sanddünengebiete 
der Sahara. Das S steigt (nach Koenig) wie das von Ammomanes deserti algeriensis 
kerzengerade in die Luft und wiegt sich ruckweise im klaren Äther, wobei es pfeifend 
die weithin vernehmbaren schrillen Töne ausstößt, die wie „e-hiht, e-hiht, e-hiht" 
klingen und eine auffallende Ähnlichkeit mit den bei physikalischen Demonstrationen 
durch Schwingung erzeugten Tönen einer Glasröhre oder eines Holzstabes haben. Das 
Nest steht in einer kleinen Mulde des Bodens, an oder unter einem schützenden Stein 
oder Strauch. Der Rand des aus Gräsern und Stengeln gebauten, mit Pflanzen- vmd 
Tierwolle und Lappen ausgefütterten Nestes ist mit Steinen umpflastert, augen- 
scheinlich zur Befestigung des Nestes. Eier 2 — -3. Mattweiß mit aschgrauen Flecken 
und graubraunen Punkten, meist äußerst fein, am stumpfen Ende gezeichnet. Maße 
nach Koenig 19x14, 19x15, 20x14 mm, Gewicht 0.11 bis 0.12 g. 

357. Ammomanes phoenicura cinctura (Gould). 

Melanocorypha cinctura Gould., Zool. Voy. Eeagle 111, Birds, p. 87 (1841 — Insel St. 
Jago, Kapverden). 

Obwohl oberflächlich ähnlich, doch mit A. ph. areuicolor gar nicht zu 
verwechseln: Oberseite dunkler, ein tieferes braungrau scheint wie untergelegt, 
wie darauf getragen eine hell rötliche Zimmtfarbe, Schwanz und- Flügel 
dunkler rötlich zimmtfarben; Unterseite viel dunkler, der Unterkörper nicht 
fast weiß, sondern hell zimmtartig isabell, die Kropfgegend dunkler und 
deutlich aschgrau gefleckt. 

Kapverden (Sao Thiago, Boavista). 

358. Ammomanes phoenicura zarudnyi Hart. 

Ammomanes cinctura zarudnyi Hartert, Bull. B. 0. Club Xll, p. 43 (Januar 1902 — • 
Mudjnabad in Ost-Persien). 

Amynomanes heterura Madaräsz,Ornith.Monatsber. 1903,p.91 (Mudschun-Abadf= Mudjna- 
bad] in Ost-Persien). 

Von A.pli. arenicolor und A. jyh. cinctura durch die staubartig' bräunlich 
erdgraue Oberseite auf den ersten Blick zu unterscheiden. Schwanzwurzel 
und Oberschwanzdecken rötlich isabell, noch dunkler als bei cinctura. Hand- 
schwingen graulich isabell, Basishälfte der Außenfahne und breiter Saum am 
Basalteile der Innenfahne hell rötlich zimmtfarben, Spitzen rauchschwarz. 
Spitze des Schwanzes viel weiter schwarz als bei A. ph. arenicolor und cinctura, 
an den mittelsten Steuerfedern fast bis zur Hälfte. Unterkörper rahmfarben, 
Unterschwanzdecken in der Mitte bräunlich-isabell, am Schafte dunkelbraun. 

E. Hartert, Die Vögel der paläarktischen Regiou. 15 



226 Alaudidae. 

Kehlmitte weiß, Kropfgegend stark aschgrau gefleckt. Flügel etwa 5 mm 
länger als bei A. ph. areiücolor, Füße anscheinend dunkler. Juv. heller, lichter! 

Ost-Persien (Mudschuu-Abad, Nusi, Bamrud, Minn-Basaar, Pendsch- 
Sara, Schur-ab) und westliches Baluschistan (Maschkid-Ebeue). 



359. Ammomanes phoenicura phoenicura (Frank!.). 

Mirafra phoenieura Franklin, Proc. Zool. Soc. London 1831, p. 119 (am Ganges zwischen 
Calcutta und Benares oder Vindhya-Berge zwischen Benares und Narbudda. 
Ich acceptiere letztere Lok. als tyjj. Lok.). 

Von den übrigen Formen der Art sehr verschieden: Der Schnabel viel 
stärker und höher, Allgemeingröße bedeutender, Unterseite zimmtartig rot- 
braun, Kehle bis über die Kropfgegend heller und dunkel graubraun gefleckt; 
Oberseite dunkelgraubraun; Schwanzwurzel und Oberschwanzdecken lebhaft 
zimmtrot, die schwarzbraune Schwauzspitze an den mittleren Steuerfedern 
ziemlich gerade abgeschnitten. Schwingen dunkel erdbraun, außen zu etwa % 
ganz schmal, innen ebensoweit breit zimmtrot gesäumt. Flügel etwa 108, 
Schnabel etwa 12—13 mm lang. — Trotz der großen Verschiedenheit durch 
A. j)h. zariuhnjl mit den andern Formen so auffallend verbunden, daß man 
sie nicht artlich trennen sollte. 

Standvogel in einem großen Teil der vorderiudischen Halbinsel; dem 
paläarktischen Faunengebiete fremd. 



Gattung GALERIDA Boie 1828. 

(Der Name wurde von Boie Galerida (mit d) geschrieben, oder ist wenigstens 
so im Druck erschienen. Man hat ihn verworfen, weil es einen älteren Gattungs- 
namen Galerita (mit t) für eine Käfergattung gibt. 1844 bezeichnete Hodgson die 
Haubenlerchen als Heterops, aber auch dieser Name war bereits vergeben. 1900 
zeichnete sich Madaräsz durch die Schaffung von Ptilocorys, 1902 Dresser durch die 
von Corydus für die Gattung aus. Keiner dieser Namen braucht angenommen zu 
werden, denn jeder Grund, jede Entschuldigung muß gelten, einen alten Namen zu 
retten, solange er nicht irrtümlicher Weise auf eine Gattung oder Art angewandt wurde.) 

Von den übrigen Lerchengattungen sind die „Haubenlerchen" durch 
eine etwa in der Kopfmitte entspringende, aus einigen stark verlängerten Federn 
bestehende spitze Haube (Schopf) zu unterscheiden. Schnabel von wechselnder 
Länge und Stärke. Erste (verkümmerte) Schwinge deutlich sichtbar, etwa 
so lang wie, oder etwas kürzer oder länger als die Handdecken. Die ersten 
(vier) entwickelten Schwingen nicht wesentlich verschieden lang. Hinterzehe 
mit ziemlich langem, fast geraden Nagel (Sporn). — Im paläarktischen 
Faunengebiete 2 oft verwechselte und nicht immer leicht zu unterscheidende 
Arten (cristata und theklae) in weiten Gebieten nebeneinander. Eine von diesen 
(cristata) in veränderter Form bis Korea, in Indien noch eine dritte Art, 
(G. dem.) die weder als Form von theklae noch als solche von cristata auf- 
gefaßt werden kann. Kaum generisch trennbar ist ,,IieUocorys" nwdesta aus 
dem Sudan. (Vgl. Cat. B. Brit. Mus. XIH, p. 623.) — Die Haubenlerchen sind 
meist Standvögel und sehr zur Bildung lokaler Formen geneigt, sodaß ihr Studium 



Alaudidae. 227 

ZU den allerschwierigstea gehört, wenn man sich nicht leichter Hand unwissen- 
schaftlich darüber hinwegtäuscht.^) 



■I 
^1 



Übersicht der Arten: 

Flügel über 90 mm, erste (rudimentäre) Schwinge länger, als Nagel der 

Hinterzehe, Schnabel schlanker , 2 

^ Flügel unter 90 mm, erste (rudimentäre) Schwinge kürzer oder doch nicht 

I länger, als Nagel der Hinterzehe, Schnabel an der Wurzel viel dicker 

l Gr. deva (Sykes)'^) 

Schnabel länger, ünterflügeldecken rötlich isabell ohne grauen Anflug, 

erste (rudimentäre) Schwinge nie länger, als die Handdecken G. cristata . p. 227 
Schnabel kürzer, Unterflügeldecken mit deutlichem grauen Anfluge, erste 
(rudimentäre) Schwinge so lang wie oder länger, als die Handdecken 

G. theklae . p. 237 

360. Galerida cristata nigricans Brehm. 

Galerita nigricans (partim) Brehm, Vogelfang, p. 123 (1855— „Ägypten und Thüringen". 
Brehm gibt im Vogelfang und Naumannia 1858, p. 206. die Kennzeichen der 
Form des Nildelta an, verniengt damit aber wunderbarer Weise eine Anzahl 
von deutschen Stücken). 

Galerida cristata deltae Hartert, Nov. Zool. 1897, p. 144 (Nil-Delta, Typus von Damiette). 

Weitaus die dunkelste aller Formen von G. cristata. Grundfarbe der 
Oberseite sehr dunkel aschenurtig graubraun, die Pedermitten fast rein schwarz. 
Unterer Bürzel etwas einfarbiger graubraun, Oberschwanzdecken mit breiten 
fast schwarzen Schaftstreifen, nur die Außenränder etwas ins rötlich-Sand- 
farbene ziehend. Kopfseiten dunkel schwarzbraun gefleckt. Unterseite im 
frischen Gefieder bräunlich rahmfarben, die Fieckung der Kropfgegend auffallend 
dunkel, fast rein schwarz und groß, bei manchen Stücken über den größten 
Teil der Unterseite ausgedehnt, immer an den Seiten deutlich. Unterschwauzdecken 
hell bräunlich, die längsten mit dunkelbraunen Federmitten, ünterflügeldecken 
dunkler rostbräunlich als bei irgend einer der andern Formen der Art. Flügel 
dad.: 104 — 107, oad. etwa 97— 100 mm. (22 verglichen, darunter den Typus.) 

Wohnt auf dem dunklen Boden des Nildelta von Damiette bis Kairo. 



^) Die hier anerkannten Formen scheinen mir festzustehen, obwohl es in einigen 
Fällen kaum möglich ist, ihre Unterschiede mit Worten so zu beschreiben, daß man 
sie danach „bestimmen" kann. Dazu ist die Vergleichung von Serien im Verein mit 
der Kenntnis der geographischen Verbreitung notwendig. Nur das kann wissen- 
schaftlich wertvolle Resultate ergeben. Wie schon früher (Einl. p. VI) gesagt wurde, 
ist die „richtige Bestimmung" einzelner Bälge nicht das Endziel unsrer Foz'schungen. 
Der Zweck dieses Buches ist nicht der, dem Ornithologen alle Arbeit zu ersparen, 
denn dazu sind die Formen in der Natur zu kompliziert entwickelt. Einen ., Abschluß" 
bedeutet diese Übersicht natürlich auch nicht. Die südeuropäischen Formen bedürfen 
noch weiteren Studiums, die Wolga-Form ist unsicher, aus Kleinasien und Palästina 
ist das vorliegende Material ungenügend, im nöi'dlichen Afrika dürften noch neue Formen 
zu entdecken sein, vielleicht auch (doch weniger wahrscheinlich) im Innern Asiens, wo 
die Verbreitung der Formen noch ungenau bekannt ist. Aus der Literatur über die 
Haubenlerchen ist am wichtigsten: Erlanger, Journ. f. Orn. 1899, p. 324 — 352. Außer- 
dem: Whitaker, Ibis 1895, 1896; Hartert, Nov. Zool. 1897, p. 142— 147; Lebensweise 
und Verbreitung in Algier: Koenig, Journ. f. Orn. 1895; u. a. m. — Abbildungen: 
Journ. f. Orn. 1899, Taf. IX. 

2) Alauda deva Sykes, Proc. Zool. Soc. London 1832, p. 92: Vorderindische 
Halbinsel. {Spizalauda deva des Catalogue of Birds XIII.) 

15* 



228 Alaudidae. 

361. Galerida cristata cristata (L.). 
Haubenlerche. 

Älauda cristata Linuaeus, Syst. Nat. Ed. X, p. 166 (17.^8 — Ex Raius. Syn. Meth. 

Avium, p. 69: ohne Lokalität. [1713], „Will." [Raius] Orn. lib. II, p. 151: 

„Viennae Austriae \isa & descr.", Olina, Albin, Aldrov. — • „Habitat in 

Europae viis." — Als terra typica ist Wien anzunehmen, nach dem zweiten 

Zitat Linne's, da das erste keine genaue Angabe enthält). 
Alauda cochevis P. L. S. Müller, Natursystem, Suppl., p. 136 (1776 — ex „Buffon": 

„Europa"). 
Alauda matutina Boddaert, Tabl. PI. Eni. Daubenton, p. 40 (1783 — ex üaubenton's 

„Coquillade". — Provence. Da südfranzösische Stücke sich nicht von denen 

aus Mittel-Enropa unterscheiden lassen, dürfte die „Coquillade" trotz des 

abweichenden Aussehens des Bildes nichts als cristata sein). 
Alauda phimata P. L. S. Müller, Natursystem, Suppl., p. 137 (1776-— ebenfalls ex 

Daubenton's „Coquillade". — Provence). 
Alatida undata Gmelin, Syst. Nat. I, p. 797 (1788 — auch ex Daubenton's „Coquillade" ! 

Provence). 
(? partim.) Alauda Galerita Pallas, Zoogr. Rosso-Asiat. I, p. 524 (1831 — „in Rossia et 

Sibiria . . ."). 
Alauda provincialis Schrank, Fauna Boica I, p. 161 (1798 — Umbenennung von 

Gmelin's undata. „Ingolstadt". Autor scheint eine junge Haubenlerche vor 

sich gehabt zu haben). 
Galerida viaruni Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschi., p. 315 (1831 — „N.W.-Deutsch- 

land, namentl. in Westfalen, im Winter bei Saalfeld"). 
Galerida major Brehm, Isis 1841, p. 123 („in der Nähe von Berlin, geht wenigstens 

bis an die Elbe"). 
Galerida viarum Brehm, Isis 1841, p. 123 („zwischen Leipzig und Delitzsch, im 

Winter mehr südlich und besucht das Saaltal"). 
Galerida pagorum Brehm, Isis 1841, p. 123 („lebt im nordwestlichen Deutschland". 

Typen von Witten in Westfalen). 
Galerida Karinthiaca Brehm, Isis 1841, p. 124 (Klagenfurt). 

Galerita cristata vidgaris Brehm, Naumannia 1858, p. 207 („bei Leipzig und Witten"). 
Galerita cristata gallica Brehm, Naumannia 1858, p. 208 (Lyon). 
Galerita cristata communis und longirostris A. E. Brehm, Verz. Samml., j). 8 (1866 — 

nom. nuda! Gehören nach der Sammlung hierher). 
Galerita Varia Rey, Eier d. "Vög. Mitteleuropas, p. 256 (1902 — nomen nudum! angeblich 

ein Brehm'scher Name. Unde?!) 
Engl.: Crested Lark. Franz.: Cochevis, Alouette huppee. Italien.: Cappellaccia. 

Erste Schwinge deutlich (2 — 4 mm) kürzer als die Handdecken. dad. 
Oberseite fahl saud- oder staubartig-graubrauu, Federmitten dunkel schwärzlich- 
braun; Pileum mehr gestreift, Haubenfedern braunschwarz mit schmalen Räudern 
von der Rückenfarbe; Bürzel einfarbiger, weil dort die dunklen Federmitten 
weniger deutlich sind, die Oberschwanzdecken (mit Ausnahme der längsten, 
die wieder mehr dunkelbraun sind) etwas ins Rostfarbene ziehend. Schwingen 
braun (etwa wie sepia) mit sehr schmalen, rötlich-fahlbräuulichen Außen- 
und sehr breiten hell rötlich zimmtfarbenen Innensäumen an der Wurzelhälfte; 
die innersten Armschwingen dem Rücken ähnlich. Das mittelste Steuerfederpaar 
dem Rücken ähnlich, die übrigen schwarzbraun, das vorletzte mit schmalem 
isabell-rahmfarbigen Außensaum, das letzte an der Außenfahne und einem 
großen Teil derlunenfahne bräunlich isabell-rahmfarbig. Ohrgegend dunkelbraun 
mit hellbraunen Strichen, Unterseite bräunlich rahmfarben, an den Kehl- 
seiten zwei kurze dunkelbraune Fleckenreihen, Kropfgegend durch dunkelbraune 



Alaudidae. 229 

Feclermitten stark gefleckt, Seiten fahlbräunlicb, schmal dunkelbraun gestreift, 
ünterschwanzdecken mit deutlichen dunkeln Federmitten. Schnabel hell 
hornbraun, ünterschnabel etwas heller, Füße sehr hell braun. Iris braun. 
Flügel ö etwa 105—110, Schwanz etwa 64—70, Lauf etwa 27—29, Schnabel 
17.5—19.9 mm. 

9 wie d,nur etwas kleiner, namentlich Schnabel und Flügel merklich 
kürzer. Flügel etwa 97 — 109 mm. 

Durch die Abnutzung im Frühjahr wird die Oberseite stärker gefleckt, 
da die dunkeln Federmitten sich schärfer abheben, die Fleckung der Kropf- 
gegend kleiner und schärfer. Der junge Vogel im ersten Kleide hat an den 
Spitzen der Federn der Oberseite kleine weiße, davor anteapikale schwarzbraune 
Flecke, an den Flügeldecken und Schwingen rahmweiße Säume und anteapikale 
schwarzbraune Linien, ist also „gefleckt". (86 Stück untersucht.) 

Europa vom südlichen Schweden (ausnahmsweise bis Drontheim) bis 
Italien, im S.O. bis zu den Pyrenäen, im S.W. bis an den Balkan, östlich 
bis Süd-Rußland. (Norditalienische Stücke sind typisch, in der römischen 
Campagna kommen sehr dunkle Stücke vor.) Fehlt auf Sardinien und Korsika. 
Fehlt in Großbritannien und Irland — kaum ein halbes Dutzend Vorkommnisse 
verflogener Stücke sicher beglaubigt. 

Unsre Haubenlerche lebt zur Brutzeit in offenem Gelände mit wenig Vegetation, 
auf trockenen, unfruchtbaren Plätzen, besonders auf Sandflächen, mit niedrigem 
Unkraut bewachsenen Brachen, trockenen Exerzierplätzen, Schuttablagerungsstätten, 
Sandgruben, an Bahnhöfen, Ladeplätzen, auf den Landstraßen usw. In Deutschland 
hat sie sich durch die Anlage von breiten Chausseen und Eisenbahnen im vergangenen 
Jahrhundert weiter verbreitet. Höhere Gebirgslagen meidet sie gänzlich. Sie ist aus- 
gesprochener Standvogel, nur tiefer Schnee treibt sie in Städte, Dörfer und weiter im 
Lande umher. Sie läuft meist nur am Boden, sitzt gern auf kleinen Bodenerhebungen, 
Erdschollen, Steinen, Mauern und niedrigeren Haus- und Scheunendächern, aber nicht 
auf Bäumen. Sie hat einen sanft flötenden Lockton, der nicht übel von Naumann 
durch „düdidria" veranschaulicht wurde. Der Gesang wird bisweilen im Sitzen, meist 
aber in der Luft, und zwar in unregelmäßigerem, meist weniger himmelanstrebenden, 
mehr flatternden Fluge, als bei der Eeldlerche vorgetragen. Er hat nicht die schmetternde 
Kraft und Stärke des jubelnden Feldlerchenliedes, sondern ist sanfter, flötender, schwer- 
mütiger, für Viele angenehmer. Nahrung Sämereien und Insekten. Die meist schwer 
zu findenden Nester enthalten 4 bis 5 Eier. Man findet sie von der letzten Woche 
des April bis Anfang Juni (in Deutschland). Sie sind typische Lercheneier, meist 
etwas grob gefleckt, nach Art der Kalanderlercheneier, oft feiner und den Feldlerchen- 
eiern sehr ähnlich. 100 Eier in Dr. Rey's Sammlung (ob alle von der echten cristata?) 
messen im Durchschnitt 22.7 x 16.8, im Maximum 24.7 X 17 und 22 x 18.3, im 
Minimum 19 x 15 mm. Ihr mittleres Gewicht ist 192 mg. 

362. Galerida cristata subsp.? 

Die cypriotische Haubenlerche gleicht so auffallend der mitteleuropäischen 
G. c. cristata, daß ich mich nicht entschließen kann, ihr einen Namen beizulegen. 
Allenfalls ließe sich sagen, daß die Schnäbel bei durchschnittlich ziemlich 
geringer Stärke zu größerer Länge neigen und daß das frische Herbstgefieder 
einen gewissen rötlichen Anflug der grauen Oberseite hat, während dieser 
bei G. c. cristata mehr lehmbräunlich ist. Obwohl ich 28 Stück untersuchte, 
möchte ich diese Form doch noch unbenannt lassen und fernerem Studium 
anheimstellen. 

Cypern. 



230 Alaudidae. 

363. Galerida cristata tenuirostris Brehm. 

Galerita cristata tenuirostris Brehm, Naumannia 1858, p. 208 (Sarepta). 

Die südrussischeu Haubenlerchen sind etwas graulicher als G. c. cristata, 
fast so grau wie G. e. cancaslca und zeichnen sich durch auffallend dünne 
Schnäbel aus. (8 untersucht, darunter den Typus. Unterschiede und Verbreitung 
sind durch größere Serien zu bestätigen!) 

Süd-Rußland bis Rumänien (Sarepta, Poltava, Cernavoda, Baragana). 
364. Galerida cristata eaucasica Tacz. 

Galerida cristata eaucasica Taczanowski, Bull. Soc. Zool. de France 1887, p. 621 (Lago- 

dechi im Kaukasus). 
Galerida cristata ma<jdae, Loudon n. Sarudny, Ornith. Jahrb. XIV, p. 172 (1903 — 

Petrowsk bis Baku u. Lenkoran). 

Wie G. c. cristata, aber die ganze Oberseite mit einem so deutlichen 
grauen Anfluge, im ganz frischen Gefieder etwas wie grau bepudert, daß 
der Unterschied beim Vergleiche einer Serie sofort in die Augen fällt. Flügel 
dad. 106 — 110, 9 ad. etwa 99 — 104 mm. Schwanz d etwa 64, 9 etwa 
63 mm, Nach den vorliegenden Bälgen zu urteilen scheint der Schnabel 
etwas dunkler, mehr horngrau zu sein als bei G. c. cristata. (26 untersucht.) 

Kaukasus und Westufer des Kaspischeu Meeres: Lagodechi, Wladikawkas, 
von Petrowsk bis Baku und Lenkoran. 



365. Galerida cristata meridionalis Brehm. 

Galerida meridionalis Brehm, Isis 1841, p. 124, 128 (l)almatien). 

Galerita cristata planormn Brehm, Naumannia 1858, p. 207 (Dalmatien). 

Galerita cristata brevirostris A. E. Brelim, Verz. Samml., p. 8 (1866 — nomen nudum! 
Auf dem Etikett ist der Name planorum in brevirostris geändert). 

Galerita cristata balcanica Arrigoni, Atlante ürnitologico, p. 241 (1902 — ex Brusina 
M.S., unauffällig im Text erwähnt als Name für die von Madaräsz unter 
dem Namen G. senegalensis beschriebene dalmatinische Haubenlerche). 

Galerida cristata-madaräszi (sie!) Herman, Aquila 1903, p. 274 (Name für die ungarisch- 
litorale Form, unauffällig im Text. Trotz Versicherung der Ernsthaftigkeit 
des Verfassers beabsichtigte er doch wohl nicht einen neuen Namen zu 
Schäften, da ihrer schon drei vorhanden waren.). 

Im frischen Herbstgefieder oben lichtbraun mit röstlichem Anfluge, 
Außenfahnen der seitlichen Steuerfedern sehr rötlich rostfarben, Unterseite 
mit rostbräuulichem Aufluge, im abgetragenen Brutgefieder ganz anders 
aussehend, auffallend hell und mehr graulich. (Vgl. Madaräsz, Magyar 
Madarai, p. 51 und 474.) (32 untersucht, darunter den vermutlichen Typus.) 

Balkanhalbinsel (Griechenland), Dahnatieu (bis Fiume), Herzegowina 
(Mostar), Montenegro (Podgorica). Die Exemplare aus den verschiedenen 
Gebieten sind zwar nicht alle gleich, aber doch ohne Zwang miteinander zu 
vereinigen und sie variieren auch am selben Orte, und zwar ebenso sehr, 
wie die aus verschiedenen Gegenden stammenden Stücke. 



Alaudidae. 231 

366. Galerida cristata pallida Brelim. 

Galerita cristata x>aUiäa Brehm, Naumannia 1858, p. 207 („Spanien"). 

Galerita cristata angustistriata (partim) Brehm, Naumannia 1858, p. 208 („Spanien, 

Griechenland und Nubien"). 
Galerita rufescens Brehm, Vogelfang, p. 124 (1855 — ohne Lokalitätsangabe). 
Galerita cristata rufescens Brehm, Naumannia 1858, p. 209 („Südspanien"). 
Galerita cristata maculata und altirostris Brehm, Naumannia 1858, p. 208, 209 (gehören 

teilweise hierher, d. h. die sjjanischen Stücke). 
Galerita cristata gigantea und striata A. E. Brehm, Verz. Samml., p. 8 (1866 — nomina 

nuda!, gehören nach der Sammlung hierher). 

Wie G. c. cristata, aber die Oberseite heller, mit fahleren, blasseren 
Federräudern, was sowohl im frischen Herbstkleide als im abgetragenen 
Frühliugskleide auffällt. Flügel meist 2 — 4 mm kürzer. (18 untersucht, 
darunter den Typus.) 

Spanien (Valencia, Murcia, Granada, Sevilla) und Portugal (Beira, 
Estremadura). 



367. Galerida cristata kleinschmidti Erl. 

Galerita cristata kleinschmidti Erlanger, Journ. f. ürn. 1899, p. 345 (Nord-Marokko). 

Von derselben Größe wie G. c. pallida, aber Oberseite dunkler, die 
Federmitten schwärzlicher, Federränder nicht so isabell, sondern mehr grau, 
Vorderbrust sehr scharf und dunkel, fast schwarz, gefleckt, wie bei G. theklae. 
Durch diese scharfe Fleckung, die düstere Oberseite und etwas geringere 
Größe von G. c cristata unterschieden. (8 untersucht.) 

Nord-Marokko (Gegend von Tanger). 

368. Galerida cristata riggenbachi Hart. 

Galerida cristata riggenbachi Hartert, Nov. Zool. 1902, p. 333; G. c. riggenhachi und 
G. macrorhyncha randoni Hartert, A. d. Wanderj. e. Naturf., p. 316, 317 
(1902— Mazagan, W. -Küste von Marokko). 

Erste Schwinge nur wenig, bisweilen kaum kürzer als die Handdecken. 
Von den bisherigen Formen durch bedeutendere Größe, namentlich längern 
Schnabel, unterschieden. Unterseite im frischen Herbstkleide nicht weißlich, 
sondern isabell-bräunlich-rahmfarben. Iris rotbraun, Schnabel hornartig gTau- 
braun, Füße hellbraun, ö Flügel 107 — 113, meist etwa 110, Schnabel 
meist 20 — 22, seltener 18, ausnahmsweise 17.2 mm lang. 9 : Flügel 98 — 102, 
Schnabel 15.8 — 18 mm. (60 untersucht, darunter den Typus.) 

Mittleres und südliches westliches Marokko (Gegend von Mazagan: 
Mazagan, Djebel Chedar, am Oum-R-biah, Rahamna, Zania Sidi Abas ben 
Omar, Aounat; Mogador). 

Bewohnt hauptsächlich die Getreidefelder, worin sie bei Mazagan ganz die Feld- 
lerche ersetzt, grasiges und offenes Gelände. Von Riggenbach gesammelte Eier 
sind meist nicht sehr grob, bald reichlich, bald spärlicher gefleckt und messen 
25.5 X 17.5, 25.2 x 17.5, 23.8 x 17.6, 23 x 16.6 mm. 



232 Alaudidae. 



369. Galerida cristata macrorhyncha Tristr. 

Galerita randonii Loche, Cat. Mamm. Ois. Algerie, p. 85 (1858 — nomen nudum!); 

descr. : Rev. et Mag. Zool. 1860, p. 150, Taf. XI, fig. 2. 
Galerida macrorhyncha Tristram, Ibis 1859, p. 57, 426 (Nordrand der Sahara. — Der 

Typus ist aus Laghouat!). 

Ganz wie G. c. riggenhacM, aber die Oberseite heller, die Unterseite 
etwas weißlicher. Bisweilen noch langflügiiger. Längste Unterschwauzdecken 
mit braunen Federmitten. Flügel bis 117, Schnabel bis 18 mm. (12 unter- 
sucht, darunter den Typus.) 

Mittleres und nördliches Algier und nördliches Tunis. In Tunis nur 
nördlich der Ausläufer der Atlaskette, im mittleren Algier aber südlich 
bis Laghouat (el Arhouat). Erlanger führt sie nur für sein „Gebiet I" an 
(siehe die Zoogeographische Karte der Atlasläuder im Journ. f. Orn. 1898), 
aber Laghouat liegt in seinem „Gebiet II". Die Verbreitung scheint sich also 
hier nicht genau nach der Wasserscheide zu richten. 

Bewohnt die mit Haifa und niedern Sträuchen bewachsenen Ebenen und Saat- 
felder. Eier gelblichweiß oder grünlichweiß, dicht mit violett-aschgrauen Schalen- 
flecken und braunen, lehmbraunen oder gelbbraunen Flecken mehr oder minder dicht 
besetzt. Maße von Stücken aus Oued Kasserine nach Erlanger 23 — 24x17 mm. 



370. Galerida cristata arenicola Tristr. 

Galerida arenicola Tristram, Ibis 1859, p. 58, 426 (Algerische sandige Sahara). 
Galerita cristata reichenowi Erlanger, Journ. f. Orn. 1899, p. 351 (Kebilli und Tozer 
im Djei-id (Typus) in Tunis. Nach nur 2 Exemplaren). 

Von G. c. macrorhyncha sofort durch die viel lichtere Färbung der 
Oberseite zu unterscheiden, die viel mehr hellbräunlich sandfarben ist, auch 
durch geringere Größe. Die Unterschwanzdecken sind völlig einfarbig, fast 
weiß. Schnabel 2 bis 5, Flügel 5 bis 10 mm kürzer als bei Gr. c macrorhynclia. 
(36 untersucht, darunter den Typus.) 

Schließt sich in Tunis und Algier südlich an das Gebiet von G. c. macrorhyncha 
an, in Tunis sofort südlich der Atlaskette, in Algier offenbar erst etwas weiter 
südlich auftretend, von Biskra an (noch nicht bei Laghouat) und bis Ghardaia 
(Guardaia), weiter im Osten auch in Tripolis. Ein Stück von der Insel 
Djerba (Gabes gegenüber) ist rostbräunlicher, aber ein ganz ähnliches liegt 
auch von Gabes vor. Bei Ghardaia meist eine Idee dunkler, die hellsten 
von „Ferme Dafourg" bei Biskra (Koenig) gesehen. G. c reicJtenoiin scheint 
mir ununterscheidbar zu sein. Erlanger gibt sie für sein „Gebiet III" (siehe 
Karte, Journ. f. Orn. 1898) an, Tozer (woher der Typus stammt) liegt aber in 
seinem Gebiet II, Kebilli, woher das zweite Exemplar kam, an der Grenze 
desselben, auch scheinen einige Stücke aus der Gegend von Biskra in Koenigs 
Sammlung ebenso hell zu sein. 

Bewohnerin der mit Haifa und andern niedrigen Sträuchern bewachsenen Steppe. 
Der Vogel ist der Bodenfärbung wunderbar angepaßt. Das Nest steht meist an einem 
Halfabüschel und enthält 4 — 5 Eier. Sie gleichen denen andrer Haubenlerchen und 
messen etwa 23 x 16, 23 x 17, 25 x 17, 26 x 16, 26 x 17 mm. Gewicht nach Erlanger 
0.18—0.22 gr. 



Alaudidae. 238 

371. Galerida cristata senegallensis (P. L. S. Müll). 

Alanda senegallensis P. L. S. Müller, Natursystem Suppl., ]>. 137 (1776 — ex „ßuffon" — 
richtiger Daubenton's Taf. mit Text von Montbeillard. „Senegal"). 

Südlich der Sahara finden wir in W.-Afrika eine helle, licht sandbraiiue 
Haubenlerche, die sich namentlich durch ihre geringe Größe von den meisten 
Verwandten auszuzeichnen scheint. Sie ist oben hell, nicht sehr verschieden 
von G. c. arenicola, aber etwas kleiner und kurzschnäbliger. Oberschwanzdecken 
und mittlere Steuerfedern rötlich sandfarben. Iris nußbraun, Füße sehr hell- 
bräunlich, fast weißlich fleischfarben. Flügel 92 — 102, Lauf 21, Schwauz 
etwa 60, Schnabel bis 15 mm. (8 untersucht.) 

W.-Afrika: Senegambien, Sierra Leone bis zum nördlichen Haussalande. 
Genaue Verbreitung nicht festgestellt, erstreckt sich vielleicht am Südrande 
der Sahara entlang bis Nordostafrika, wie so manche andere Vogelformen. 

372. Galerida cristata isabellina Bp. 

? Galerida ahyssinica Bonaparte, Consp. Av. I, p. 245 (1850 — angeblich „G. cristata 
ex Abyssinia, Kupp." Diese Angabe ist nicht mit der Diagnose in Einklang 
zu bringen, die nichts enthält, als die Worte : „Similis praeced. (d. h. G. 
cristata L.) at distincta colore deserti sequentis". Rüppell's abyssinische 
Haubenlerchen sind eine ganz dunkle, nicht wüstenfarbige Form. Wahr- 
scheinlich hatte ßooaparte sudanische Stücke (? aus Chartum) vor sich). 

Galerida isabellina ßonaparte, Consp. Av. I, p. 245 (1850 — „ex Nubia aegyptiaca"). 

Galerita flava A. E. Brehm, Journ. f. Orn. 1854, p. 77 („Ost-Sudan, südlich des 16. Grades 
nördl. Br."). 

Galerita lutea & flava Brehm, Vogelfang, p. 124 („Nordostafrika"); Naumannia 1858, 
p. 209, 210. 

Galerita flava tenuirostris & crassirostris Brehm, Naumannia 1858, p. 210 (Chartum 
und Berber). 

Oberseite hellsandbräunlich mit ziemlich starkem rötlich-sandfarbenem 
Ton. Fleckung der rahmfarbig überlaufenen Vorderbrust sehr blaß, nicht 
schwärzlich, sondern hellrotbräunlich. Längste Untei-schwanzdecken mit licht 
rotbräuülichen Längsstreifeu. Groß: Flügel ö-äd. 106 — 113, Schnabel 
18 — 20 mm. Ist G. c. seiiegallemis außerordentlich ähnlich, aber merklich 
größer (langflügiiger) und die dunklen Federmitten sichtbarer. (Etwa 25 
untersucht, darunter die Typen der Brehm'schen Formen.) 

Südliches Nubien und ägyptischer Sudan (ßajuda-Steppe bis zum 
Blauen und weißen Nil), unterer Atbara. Stücke von Schendi sind zum Teil 
etwas weniger rötlich als solche von Khartum, stimmen aber im allgemeinen 
so genau damit überein, daß man sie ohne Bedenken zu einer und derselben 
Form rechnen kann. 

373. Galerida cristata altirostris Brehm. 

Galerita altirostris Brehm, Vogelfang, p. 124 (1855— „in Oberägypten"). 

Galerita cristata maculata (partim) Brehm, Naumannia 1858, p. 208 (Assuan und 

Masnou in Spanien. Terra typica: Assuan.). 
Galerita cristata altirostris (partim) Brehm, Naumania 1858, p. 209 („Ober-Ägypten, 

Nubien und bei Murcia"). 



234 Alaudidae. 

Trägt auffallender Weise genau das Kleid, das man von ihrem Wohn- 
gebiete, zwischen dem von G. c. nhjricana und G. c. üahellina, vormuten 
sollte, denn sie steht zwischen diesen beiden Formen. Im Kolorit ist sie 
unserer G. c. criMata äußerst ähnlich, nur etwas mehr lehmbräunlich, nicht 
so graubräunlich und der Flügel ist im Durchschnitt etwa 5 mm kürzer. 
(18 untersucht, darunter die Typen.) 

Bewohnt das Niltal südlich von Kairo bis ins nördliche Nubien. Süd- 
licher, am Dongola-Bogen, tritt eine hellere, graulichere Form auf. Siehe 
Nr. 376.) 

374. Galerida cristata caroli subsp. uov. 

Im Natron-Tal westlich von Kairo und vielleicht weiter verbreitet in 
der Libyschen Wüste findet sich eine Haubenlerche mit langem, gestrecktem 
Schnahel, ziemlich grauem Gefiederton und weißem Unterkörper, die ich 
ca7'o/i nenne. Sie ist langschnäbligcr als allirostris, lange nicht so dunkel 
auf der Oberseite wie nigricans, dunkler und weniger rötlich als imheUina, 
viel mehr graulich als arenicola. (Scheint [wie Haubenlerchen überhaupt 
merkwürdig oft] sehr zu Schnabelmißbildungen zu neigen und verbleicht im 
Frühjahr bis zur Unkenntlichkeit.) Flügel ä etwa 1 10 — 113, Schnabel d 1 8.5 mm. 
Typus im Kothschildschen Museum zu Tring, 6 2G.II. 1903 Natron-Tal, no. 176, 
gesammelt von N. C. Rothschild und F. R. Henley. Benannt zu Ehren des 
Erstgenannten. (4 untersuclit, darunter den Typus.) 

Natron-Tal in Unter-Ägypten. 

375. Galerida cristata bracliyura Tristr. 

Galerida hrachyura Tristraiii, Proc. Zool. Soc. London 1864, ]). 435 (Ghor am Südonde 

des Toten Meeres). 
Galerita cristata var. deserticolor Festa, Boll. Mus. Zool. Anat. comp. Torino IX, Ni*. 174, 

p. 4 (1894— Palästina). 

Oberseite fahl saudbräunlich, ziemlich rötlich, nicht so gelblich und 
wüstenfarbig wie G. c. arenicola; mit etwas mehr grauem Schimmer und 
nicht so lohmbräunlich wie G. c. altirostris; nicht so graulich wie G. c. iwanowi. 
01)eu in der Färbung wohl kaum von G. c. magna zu unterscheiden, aber 
kleiner, dad. Flügel etwa 105 — 110, 9 etwa 95 — 98 mm. (15 untersucht, 
darunter den Typus.) 

Palästina: Senke des Toten Meeres, Beerseba im südlichen Judäa und 
Jordantal. (Bei Jerusalem und auf dem Berge Carmel kommen andere 
Formen vor.) 

376. Galerida cristata subsp.? \) 

Die abessinischen Küstenländer, vielleicht sogar beide Ufer des Roten 
Meeres, werden von einer ziemlich blassen mittelgroßen Haubenlerche bewohnt. 
Ich konnte nur 5 Bälge untersuchen, die mir nicht von G. cristata bracliyura 



') Der Name abyssinica ßp. kann nicht etwa auf diese Form bezogen werden, 
denn wahrscheinlich gab Bonaparte diesen Namen Stücken von der hier isabellina 
genannten Form, die aber nicht aus Abessiuien, sondern aus dem Sudan (? Khartum) 
stammten. Siehe G. c. isabellina. 



Alaudidae. 235 

unterscheidbar zu sein schienen. Mit diesen scheint mir die den Dongola- 
Bogen des Nil bewohnende Form übereinzustimmen. Ehe sie mit Bestimmtheit 
untergebracht werden kann, müssen größere Serien, namentlich von frischen 
Herbstvögeln, untersucht werden. Es wäre nicht unmöglich, daß sich die süd- 
palästinensische Form über die Sinai-Halbinsel bis an die Küsten des Koten 
Meeres und an den mittleren Nil erstreckt. 

377. Galerida cristata cinnamomina subsp. nov. 

AVie schon unter 6r. c. In-achr/ura bemerkt wurde, gehören die Hauben- 
lerchen des nördlicheren Palästina nicht zu hrachyura. Zwei frischvermauserte 
Herbstvögel vom Berge Carmel haben eine so stark matt-rötlich-zimmtfarben 
überlaufene Oberseite, daß ich sie gestrost neu benenne. Sie stimmen in 
der Größe mit hracliynra überein, genaue Maße können nicht gegeben werden, 
da sie mausern. Schnabel ziemlich kurz und stark. (Typus im Ti-iug 
Museum, Carmel 28. VHI. 1897. ö Nr. 151a.) 

Nord-Palästina: Berg Carmel. Vom nördlicheren Judäa und Jerusalem 
liegen nur abgetragene Stücke vor (Jerusalem 7. HI., 27. HL), die sehr wohl 
zur selben Form gehören könnten, aber des zimmtfarbenen Anflugs entbehren. 
Stücke von Kleinasien im abgetragenen Gefieder sehen ihnen gleich. Es 
wäre also möglich, daß diese Form von Kleiuasien bis Palästina reichte, wo 
sie im Jordantai und dem äußersten Süden durch die hellere brachynra vertreten 
wird. Das untersuchte kleinasiatische Material ist leider nur sehr ungenügend. 

378. Galerida cristata subsp.? 

Außer der kurzschnäbligen G. theklae ellioti (siehe p. 240) lebt im 
Somalilande noch eine langschnäblige, oben sehr blasse, nicht aber rötliche 
oder gelbliche crütata-^oYm mit sehr blassen Unterflügeldeckeii. Schnabel 
ziemlich lang und merklich gebogen. Ich konnte nur wenige Stücke unter- 
suchen, die mir nicht zur Charakterisierung der Form genügten. 

379. Galerida cristata tardinata subsp. nov. 

(Siehe Nov. Zool. 1900, p.248 u Uenkschr. math. natiirw. Cl. Kais. Ak. Wiss. WienLXXXI, 
p. 7, 8, 1902.) 

Ähnlich G. c. magna, aber Flügel durchschnittlich 1 cm (5 bis 12 mm) 
kürzer, Unterflügeldecken lichter. Ähnelt auch G. c hrachyura sehr, ist aber 
im frischen Gefieder oben viel heller, ohne den rötlichen Ton. Tvpus im 
Tring-Museum: Dthubiyat, W.-Hadramaut, 21. VHI. 1903, Nr. 239 G. Bury coli 
(26 untersucht, darunter den Typus.) 

Süd-Arabien: Westliches Hadramaut, Aden. (Zwei Stücke von Marah 
im Hadramaut, östlich von Makalla, unterscheiden sich nach Lorenz & Hellmayr 
so wesentlich durch schlankeren Schnabel und Färbung, daß sie einer 
andern Form angehören dürften.) 

380. Galerida cristata magna Hume. 

Galerida magna Hume, Ibis 1871, p. 407 (Yarkand). 

Eine sehr große, oben sehr hell bräunlichgelbliche, unten deutlich 
rostgelblich überlaufene Subspezies. Flügel alter ö 110 — 117 mm! 



236 Alaudidae. 

Zentral- Asien: Lob-Noor, Ost Turkestan (Yavkand, Kaschgar), die süd- 
lichen Teile von Turkestan und Transkaspien (Tal des Amu Darja), nach 
Süden bis Ost-Persien. Afghanistan und Baluchistan. Im Winter durch das 
rauhe Klima aus Ost-Turkestan teilweise bis N.W.-Indien vertrieben. 

381. Galerida cristata iwanowi London. 

Galcrida cristata iioanowi Loudon „und Sarudny", Ornith. Jahrb. XIV, p. 171 (1903 — 
.,Syr-Darja-Gebiet, Ferghana- und Sarafschan-Gebiet"). 

Ist G. c. magna äußerst ähnlich, aber die Unterseite samt den Unter- 
schwanzdecken ist weißlicher. Die Oberseite hat einen deutlichen grauen 
Ton, der bei typischen magna ganz fehlt. (Etwa 15 untersucht.) 

Vertritt G. c. magna in den nördlichen Teilen von Russisch-Turkestan 
und Transkaspien: Issik-Kul, Dscharkent, Ferghana, Sarafschan und Tal des 
Syr-Darja, vielleicht auch im östlichen Buchara. 

382. Galerida cristata chendoola (Frankl). 

Alauda chendoola Franklin, Proc. Zool. Soc. London 1831, p. 119 (Ganges und 

Nerbudda). 
Certhüauda Boysii Blyth, Journ. As. Soc. Beugal XV, p. 41 (1846 — ohne Lokalität. 

Nach Ibis 1867, p. 48 bei Labore). 

Im nordwestlichen Indien wohnt eine kleine, auf der Oberseite im 
frisch vermauserten Gefieder gelbbräunlich staubgraue Haubenlerche. Die 
Unterseite ist weißlich, fast ohne bräunlichen Anflug, die Unterflügeldecken 
sind hei] isabellfarben. Größe gering. Flügel alter d etwa 100 — 105 mm, 
oft kürzer, Schnabel etwa 13 — 15 mm. Im abgetragenen Kleide ist die 
Oberseite nicht so ausgesprochen staubgrau, sondern mehr wie verschossen 
bräunlich. (Über 20 untersucht.) 

Nordwest-Indien, besonders das Indus-Tal von Kaschmir bis Sindh, 
Punjab, Eajputana, östlich etwa bis zum 85. Längengrade, südlich etwa bis 
Haidarabad. (Im Winter scheint G. c. magiia im Nordwesten vorzukommen.) 

Brütet in Indien etwa vom März bis Juni und legt meist drei Eier, die denen 
andrer Haubenlerchen-Formen gleichen. 

383. Galerida cristata leautungensis (Swinh.). 

Alauda leautungensis Swinhoe, Ibis 1861, p. 256 (Talienwan in der Provinz Liautung). 

Kleiner und viel mehr graurötlich, als magna. Flügel ö 101 — 110 mm. 
(10 untersucht, darunter den Typus.) 

Nördliches und westliches China bis in die Provinz Szetschwan. 
384. Galerida cristata coreensis Tacz. 

Galerita cristata coreensis Taczanowski, Proc. Zool. Soc. London 1887, p. 603 (Seoul, Korea). 

Ebenso groß wie leautungensis, also kleiner als magna, aber wieder 
viel mehr grau, nur der Oberrücken etwas rötlich und heller. (3 untersucht.) 

Korea. * 



Alaudidae. 237 

385. Galerida theklae theklae Brehm. 

Galerita Theklae Brehm, Naumannia 1858, jj. 210 („in der Umgegend von Jativa, nicht 
weit von Valencia und auf der Sierra Nevada"). 

Galerida Miramarae Homeyer, Journ. f. Orn. 1882, p. 316 („Scheint an einzelnen Orten 
Südspaniens nicht gar selten, wurde jedoch bisher nicht unterschieden". — 
Offenbar hatte Homeyer 6r. theklae ganz vergessen. Die von Kronprinz 
Hudolfs Reise stammenden Cotypen im Braunschweiger Museum gleichen 
völlig den typischen theklae, der im Wiener Museum aufbewahrte, aufgestellt 
gewesene und wieder zum Balge gemachte „Typus"' ist in sehr schmutzigem 
und sehr abgetragenem Gefieder, gleicht daher fast den dunklen Stücken 
von Tanger). 

Wie alle Formen von G. theklae von denen von G. cristata durch 
kürzeren und verhältnismäßig dickern Schnabel, sehr stark und scharf 
(„Heidelerchen-artig") gefleckte Kropfgegend und nicht rötlich isabell- 
farbene, sondern schmutzigrahmfarbene, deutlich grau überlaufene Unter- 
flügeldecken zu unterscheiden. Die erste (verkümmerte) Schwinge ist 
nicht merklich kürzer als die Handdecken, sondern ebenso lang oder 1 — 2 mm 
länger. - — Die Oberseite von G. th. theklae ist der einer mitteleuropäischen 
cristata ähnlich, aber etwas blasser und nicht so braun, sondern etwas 
graulicher; sie ist also dunkler als bei G. c. paUida. Die Unterseite hat 
keine Spur von röstlichem Schimmer, sondern ist weiß mit ganz schwachem 
rahmgelblichen Anflug; die Kropfgegeud ist ganz wie der Unterkörper, 
ohne einen deutlichen röstlichen Schimmer, daher tritt die schwarze Fleckung 
schärfer hervor. Unterschwanzdecken ganz einfarbig. Schnabel beim ä 
14 — 15.5 mm, Flügel etwa 100 — 104 mm. Q nur ein wenig kleiner. Das 
Nestjunge hat auf der Oberseite einen staubgrauen Anflug. (15 untersucht, 
darunter den Typus.) 

Spanien, von Murcia und Valencia bis Süd-Spanien, und Teile von 
Portugal.^) 

Die Formen von G. theklae weichen in ihrer Lebensweise von denen von 
G. cristata im allgemeinen nicht unwesentlich ab. Sie bevorzugen nicht wie die 
cristata-Fovraeii flache, sandige Triften oder Getreidefelder (wie in Marokko u. a.), 
sondern steinige Höhenrücken, Gebirge, Abhänge und setzen sich oft und gern auf 
Sträucher und Bäume. Ihr Gesang ist noch schöner, voller, länger, lauter, mehr an 
den der f eldlerchen erinnernd. Es scheint, daß die Eierzahl in der Regel 3 nicht 
überschreitet. Die Eier sind meist feiner gefleckt als die von G. cristata, aber oft 
nicht von ihnen zu unterscheiden. Wegen der häufigen Verwechselung der ver- 
schiedenen Formen ist das von Händlern bezogene Material wertlos und ich verzichte 
darauf, Maße anzugeben. 

386. Galerida theklae erlangeri subsp. nov. 

Ganz wie G. theklae theklae, aber die Oberseite dunkler: die Gruud- 
färbung eine Schattierung bräunlicher, die dunkle Fleckung etwas schwärz- 
licher und gröber. Vorderbrust sehr grob und reichlich schwarzgefleckt. 



^) Auf den Balearen lebt eine vielleicht noch zu benennende Form von G. theklae, 
die anscheinend mehr mit G. theklae harterti übereinstimmt, als mit der typischen 
spanischen tlieklae. Ich konnte nur ein Exemplar vergleichen. Es muß eine Serie 
untersucht werden, um sie klarzustellen. (Vgl. Journ. f. Orn. 1862, p. 267.) 



238 Alaudidae. 

(Typus im Tring-Museum : „9" Nv. 1177. Tanger 16. III. 1897, Olcese 
coli.) — Wurde von Erlauger irrtümlicher Weise mit miramarae identifiziert. 
Es macht mir besonderes Vergnügen, diese Form zur Erinnerung an seine 
wertvolle Haubenlerchenarbeit im Journ. f. Orn. 1899 nach Baron Carlo von 
Erlanger zu benennen. 

Nord-Marokko: Gegend von Tanger. 

387. Galerida theklae ruficolor Whit. 

Galerida theklae n<^coZor AVhitakei-, Ibis 1898, i>. 603 („Central and Southern Marocco"). 

Ähnlich G. th. tliekUie und erlangen, aber die Oberseite bräunlicher, 
oft stark ins Rotbraune ziehend, unterer Bürzel und Oberschwanzdecken 
matt zimmtfarben. Unterseite, namentlich Seiten und Kropfgegend mit 
leichtem isabellfarbenen Anflug. Unterflügeldecken hellgrau mit isabell- 
farbenem Anflug. Dimensionen nicht wesentlich verschieden von denen der 
obengenannten Subspezies, auch der Lauf keineswegs kürzer. (36 untersucht.) 

Mittleres und südliches Marokko. (Eine ähnliche, aber anscheinend 
blassere Form wurde in einem ganz abgetragenen Stücke am Rio de Oro 
gesammelt.) 

Obwohl diese Haubenlerche mit G. cristata riggenbachi dieselben Gebiete 
bewohnt, so bevorzugt sie im Gegeusatze zu der vorzugsweise feldbewohnenden 
riggenbachi hauptsächlich steinige Höhenrücken init Buschwerk und Gras. Ihr Gesang 
ist prächtig. Eier fand ich am 10. April. Das Gelege scheint nur aus 2, höchstens 
3 Eiern zu bestehen. Die Eier sind typische Haubenlerchen-Eier und könnten eben- 
sogut kleine Stücke deutscher Feldlerchen sein. Maße von 4 Eiern : 23.6 x 17.7, 22 x 16.5, 
21.6 X 16.4 mm. 

388. Galerida theklae harterti Erl. 

Galerlta thecMae harterti Erlanger, Journ. f. Orn. 1899, p. 332 („Nord-Algerien und 
l'unesien bis zum Nordrand des Atlasgebirges''). 

Kaum von G. th. ruficolor zu unterscheiden, aber beim Vergleich einer 
Serie fällt es auf, daß ruficolor oben etwas mehr rotbräunlicli ist und einen 
rötlicheren Bürzel hat, harterti also oben graulicher, weniger rötlich ist. — 
Von G. ih. theklae durch viel bräunlicheren Ton im Gefieder der Oberseite 
unterschieden. (12 untersucht.) 

Nord-Algier und Tunis bis zum Atlasgebirge. (Angeblich von Bone 
stammende sind teils typische harterti, teils intermediär, teils wie siiperßua). 

Erlanger fand Gelege von drei Eiern bei Kasserine. Die Eier sind verhältnis- 
mäßig fein und matt punktiert und messen nach Erlangcr 22x17, 23x16, 23x17 
bis 24x;17 mm. Gewicht 17 — 21 cg. 

389. Galerida theklae superflua Hart. 

Galerida cristata superflua Hartert, Nov. Zool. 1897, p. 144 (neuer Name für Whitaker's 
Alauda cristata pallida (non Brehm), Ibis 1895, p. 100 „South of Tunis''). 

Galerita thecklae deichlcri Erlanger, Journ. f. Orn. 1899, p. 339 (soll Erlanger's Gebiet III 
[s. Karte im Journ. f. Orn. 1898] bewohnen. Tyiius von Douz in Tunis. 
Ist von Gr. t. su^perfiua nicht zu trennen. Aus „Gebiet II" liegen zu viele 
Stücke vor, die denen, aus „Gebiet HI" gleichen, an denselben Orten 
kommen Exemplare vor, die mehr voneinander abweichen, als „deichleri" von 
superflua. Eine Trennung scheint daher nicht geraten. S. auch Ibis 1898, jj. 603.). 



Alaudidae. 239 

Dies ist die von Taczanowsld und Koeuig iiTtümlicli als G. arenicola 
bezeichnete Form. Sie ist durch ihren Schnabel und die übrigen Merkmale 
sowie durch ihr Vorkommen im gleichen Gebiete mit einer Form von G. cridata 
deutlich als eine Form von G. tkeklae gekennzeichnet. Sie unterscheidet sich 
von allen übrigen Subspezies von G. tkeklae durch die helle, dem Wüsten- 
gelände prächtig angepaßte hell sandähnliche, graugelbliche Grundfarbe der 
Oberseite, die der im selben Gebiete wohnenden G. cridata arenicola gleich- 
kommt. Die dunkeln Flecke der Oberseite sind braun, nicht schwärzlich, 
auch die Kropffleckung ist nicht so dunkel. Die ünterflügeldecken licht isabell, 
aber nicht so rötlich wie bei den gleichgefärbten hellen rnWai!a-Formen, 
sondern immer noch mit einem deutlichen graulichen Anflug. (Neben typischen 
Stücken kommen, z. B. am Djebel ßatoum, auch sehr rötliche vor.) (30 untersucht.) 

Bewohnt Algier und Tunis von den Ausläufern der Atlaskette bis in 
die Sahara. Vielleicht sind südalgerische Stücke im allgemeinen dunkler 
und subspezitisch zu sondern, was ich aber vorläufig unterlasse, da mir keine 
frischvermauserten Stücke vorliegen. Einige angeblich bei Boue gesammelte 
Stücke, woher derselbe Sammler (Mocquerys), die dort heimische typische 
G. th. harterti sandte, gleichen G. th. superßua, wieder andere sind intermediär. 
Entweder ist der Fundort ungenau oder es sind verflogene Stücke, was 
bei der sedentären Lebensweise dieser Vögel nicht allzu wahrscheinlich ist, 
oder aber die Form ist in Algier variabler als in Tunis. 

Erlanger fand anfangs Juni mehrere Gelege von 3 Eiern. Diese sind auf 
weißem Grunde fein i:)unktiert und messen 22x17, 23x16, 23x17 — 24x17 mm 
und wiegen nach Erlanger etwa 17, 18 — 21 cg. 

390. Galerida theklae carolinae Erl. 

Galerida cristata carolinae Erlanger, Orn. Blonatsber. 1897, p. 186 („Hab. in Sahara 
petraica Tunesiae, Typus ex Oued-oum el Graf".) Vergl. Journ. f. Orn. 1899, 
p. 342 (peträischc Sahara von Tunis und Süd-Tripolis). 

Unterscheidet sich von der ähnlichen G. th. superßna durch die rostrote 
Oberseite. (1 untersucht.) 

Bewohnt die öde, fast vegetationslose peträische Sahara von Süd- 
Tunis und dem angrenzenden Tripolis (Gebiet IV, Erlanger's Karte, Journ. 
f. Orn. 1898). 

391. Galerida theklae cyrenaicae Whit. 

Galerida theklae cyrenaicae Whitaker, Ibis 1902, [). 654 (Cyrenaica). 

Wie die andern Subspezies voia? G. theklae, aber von ganz andrer 
Färbung, die Oberseite mehlig grau, wie bepudert, ähnlich den graueren 
zentralasiatischen Formen von G. crlstata. 

Barka (oder Cyrenaica): Bir Tabilleh, Bischer, Sidi Sweya. 
392. Galerida theklae praetermissa (Blanf.). 

Alauda ^^rae^ermissa . Blanford, Ann. & Mag. Nat. Hist. (4) IV, p. 330 (Nov. 1869 — 
Tigre in Abessinien); Elanf. Geol. & Zool. Abyss., Taf. VI. 



240 Alaudidae. 

Älaucla (Galerita) arenicola ? Tristram, var. fxisca Blanford, Geol. & Zool. Abyssinia, 

p. 387 (1870 — „Abyssinian highlands at Ashaiigi"*). 
Galerita mycrocristata Homeyer, Journ. f. Orn. 1873, p. 202 (Abessinien. Typus im 

Museum Heine). 
Galerida rüppelli Hartert, Journ. f. Orn. 1890, p. 102 (..Simen in Abyssinien"). 

Eine tief dunkle Gebirgsform von G. theklae. Die Oberseite ist gelblich- 
braim mit breiten, großen, last schwarzen Schaftfleckeu versehen. Kropf- 
lieckuug klein, aber sehr scharf begrenzt. Die erste (rudimentäre) Schwinge 
überragt die Handdecken um beinahe 4 mm. Haube breit und kurz. 
Flügel 104 — 105, culmen 14, Lauf etwa 25, Schwanz 67 mm. (8 unter- 
sucht, darunter den Typus.) 

Hochgebirge Abessiniens (Tigre, Simen). (Es scheint, als wenn in 
Teilen von Abessinien [z. B, Senafe] noch eine bräunlichere [nicht aber 
wüstenartig blasse] Form vorkommt, die z. Z. noch nicht genügend bekannt ist.) 

393. Galerida theklae ellioti Hart. 

Galerida ellioti Hartert, Nov. Zool. 1897, p. 144 (neuer Name für G. 2>allida EUiot [non 
pallida Brehm] aus dem Somalilande). 

Schnabel kurz, stark und spitz, also echter ^At'/./a^-Schnabel, erste 
(rudimentäre) Schwinge lang, ünterflügeldecken hell rostfarben, ohne eine 
Spur von Grau, wodurch sich ellioti von allen andern theklae-Fovmeu unter- 
scheidet. Oberseite blaß, etwa wie bei G. cristala senegallensis, aber mehr 
rötlich, die dunkeln Federmitten schärfer hervortretend. Erste (rudimentäre) 
Schwinge völlig so lang wie die Handdecken. Scheint G. th. carolinae sehr 
ähnlich, aber nicht ganz so rostrot zu sein. 



Somaliland. 



394. Galerida malabarica (Scop.). 



Alauda malabarica Scopoli, Del. Flor, et Faun. Insubr. II, p. 94 (1786 — ex Sonnerat, 
Voyage I. 0. & Chine II, p. 203, Taf. 113, „Cote de Malabar"). 

Eine sehr wohl unterscheidbare Form, die nach den p. 227 gegebenen 
Kennzeichen unter G. theklae kommen würde. Es ist aber nicht leicht 
zu sagen, ob man sie als eigene Art oder als Subspezies einer der hier 
angenommenen Arten aufzufassen hat. (Sollten malabarica und theklae sub- 
spezifisch verwandt sein, so müßte ersterer Name anstatt theklae für die 
Art angewandt werden.) Der Schnabel ist kurz wie bei ellioti, an der 
Wurzel breit, nach der Spitze zu sehr merklich verjüngt und ziemlich spitz. 
Allgemeinfärbung sehr roströtlich, Unterseite ganz hellrostfarben, der Kropf 
stark gefleckt, die mittleren Steuerfedern sehr dunkel, dagegen die Außen- 
fahnen des äußeren Paares hell, lebhaft zimmtfarben. Die erste (rudimentäre) 
Schwinge so lang wie oder etwas länger als die Handdecken. Unterflügel- 
decken dunkel rostfarben oder zimmtfarben, meist mit leichtem graulichen 
Schimmer. Flügel etwa 95 — 99 mm. 

Westliche Teile der vorderindischen Halbinsel, zum Teil in denselben 
Gebieten wie Galerida cleva. 



R. Mediäader & Sohn in Berli n NW. 6. 

In unserem Verlage erscheint: 

Das Tierreich. 

Eine Zusammenstellung und Kennzeichnung 
der rezenten Tierforinen. 

— ^ Begründet von der Deutschen Zoologischen Gesellschaft. ^ 



Im Auftrage der 

Königl. Preuß. Akademie der Wissenschaften zu Berlin 

herausgegeben von 

Franz Ellhard Schulze. 



Die Henuiso-abe liudet in Lieferiuio-en (in Groß-Lcxikon-Oktav mit 
Abbildungen im Texte) statt, die je eine oder mehrere nahestehende Gruppen 
behandeln, jedoch unabhängig von einer systematischen Folo-e erscheinen 
Jede Lieferung ist einzeln käuflich. '^ 

Bei Subskription auf das gan;^e Werk tritt eine Preisermäßigung ein. 

Aus der Gruppe der 

Vögel (Aves) 

sind bisher erschienen: 

Lieferung 1 : Podargidae, Caprimulgidae und Macropterygidae. Bearbeitet 
von E. Hartert (Tring). 1897. VIH und 98 Seiten mit 16 Abbildungen 
und Beilage: Terminologie des Vogelkörpers von A. ßeichenow 
4 Seiten mit Abbildung: Einzelpreis IWark 7 -. 

Lieferung 2: Paradiseidae. Bearbeitet von The Hon. Walter Rothschild. 
1898. VI und 52 Seiten mit 15 Abbildungen. Einzelpreis Mark 3,60. 

Lieferung 9: Trochilidae. Bearbeitet von E. Hartert (Tring). 1900 X und 
254 Seiten mit 34 Abbildungen. Einzelpreis Mark 16,-. 

Lieferung 15: Zosteropidae. Bearbeitet von 0. Fiusch (Leiden). 1901. XIV 
und 55 Seiten mit 32 Abbildungen. Einzelpreis Mark 4 80. 

Lieferung 18: Paridae, Sittidae und Certhiidae. Bearbeitet von 0. E Hellmavr 
(3iunchen). 1903. XXXI und 255 Seiten mit 76 Abbildungen. " 

Einzelpreis Mark 16,—. 

W^eitere Lieferungen erscheinen in ununterbrochener Folge. Bestellungen 
und Subskriptionen können durcli jede Buchhandlung bewirkt w.erden. 

Berlin, Juni 1904. 

R. Friedländer & Sohn. 



R. Eriedländer & 80I111 in Berlin NW. 6. 

In unserem Kommissions-Verlage erschien 1902: 

Aus den 
Wanderjahren eines Naturforschers. 

Reisen iiiid Forschuiigeii 

in Afrika, Asien und Amerika 
nebst daran anknüpfenden nieist ornitliologischen Studien 

von 

Ernst Hartert. 

Ein Band von XV und 329 Seiten mit 17 Abbildungen im 
Text und 13 Tafeln ( — lloutenkarten, Landschaftsbilder, ethno- 
graphische Typen, Abbildungen neuer Fische — ). klein-4. 
In geschmackvollem Leinenband. 

Preis 2 5 Mark. 

Inhalt: 

I. Reise nach Sokoto und Kauo im westlichen Sudan (Westküste. 
Flußfahrten auf dem Niger und Benue. Von Loko bis Kano, Sokoto und 
Gandu durch vorher unerforschte Gebiete, dann zurück zum Benue. Loko 
am Benue). Zur Fauna der Canarischen Inseln. Die Oruis der Los-Inseln. 
Verzeichnis der bisher ]iekanuteu Vögel des Haussalandes. Übersicht der 
im Haussalande beobachteten Nutzpflanzen. — IL Reise nach Sumatra, 
Malakka und Indien. (Die Insel Penang. Sumatra. Naturgeschichtliches 
aus Sumatra. Die Insel Salauga. Der britische Schutzstaat Perak. Assam. 
Indien.) — III. Reise nach den Inseln des Caribischen Meeres (Reise nach 
Westindien und Venezuela: St. Thomas. Faunistisches. Porto Rico. Venezuela. 
Caracas. Autimano. Cura9ao, Aruba und Bonaire. Flora und Fauna dieser 
Inseln. Hayti). Die Vögel der Inseln Aruba, Cura^ao und Bonaire, neue 
Formen. — IV. Frühlingsausflug nach Marokko und Tenerife. (Reise nach 
Marokko und den Canaren. Vogelleben. Der Oum Rbiah. Entdeckung 
neuer Fische. Tenerife. Orotava.) Notizen über die Vögel der Gegend 
um Mazag-an im mittleren Marokko. 



^^ 



/ V 

Die Vögel 

der paläarktischen Fauna. 



Systematische Übersicht 

der 

in Europa, Nord-Asien und der Mittelmeerregion 
vorkommenden Vögel. 



Dr. Ernst Hartert 




Heft III 



Berlin. 

Verlag von R. Friedländer und Sohn. 

Ausgegeben im Juni 1905. 




Es 



Js gab bisher kein Werk, welches die lokalen Formen aller palä- 
arktischen Vögel in knapper Form berücksichtigt, und überhaupt kein Werk 
in deutscher Sprache über die Ornis der paläarktischen Fauna. 

Von dem sehr kostspieligen Prachtwerke H. E. Dresser's abgesehen, 
haben wir zwar ein soeben erschienenes praktisch eingerichtetes Handbuch 
desselben Verfassers. Dieses „Manual of Palaearctic Birds" hat aber 
die Ergebnisse des subtilen Studiums der letzten 15 Jahre unbeachtet ge- 
lassen, und bringt fast nur die leicht unterscheidbaren Formen, bietet also 
nur einen Teil von dem, was wir gebrauchen, und ist nur in englisch^ 
Sprache erschienen. 

Das vorliegende Werk bemüht sich vor allen Dingen zu zeigen, was: 
bibüer in Unterscheidung der Subspezies geleistet worden ist, und somit auch,v 
wo noch Lücken auszufüllen sind. Das Bekannte ist zusammengestellt, an^ 
der Hand von Material und Literatur geprüft, gesichtet und viel Neues 
hinzugefügt worden, wozu die bedeutende von dem Verfasser verwaltete 
Sammlung, und das nahe größte Museum der Welt in London, Gelegenheit boten. 

Die Synonymien sind nicht in der herkömmlichen Weise zusammen- 
gestellt, sondern bei jedem Zitat ist der ursprüngliche Fundort, die sogenannte 
ten"a typica, sorgfältig ermittelt. Der Ballast unnötiger und unwichtiger 
Literaturangaben ist -vermieden. Die Beschreibungen sind, wenn nicht anders 
angegeben, nach der Natur entworfen, also vollständig neue Original- 
beschreibungen; sie sind möglichst kurz und knapp gehalten. Nicht nur 
die Arten und Unterarten, sondern auch Familien und Gattungen sind 
charakterisiert, die Gattungen enthalten Bestimmungsschlüssel der Arten. 
Außer den eigentlichen paläarktischen Formen sind häufig auch nahestehende 
Formen der angrenzenden Gebiete kurz erwähnt. 

Die Nomenklatur ist so konservativ wie möglich, d. h. der älteste 
ermittelte Name ist für Gattung, Art und Unterart in jedem Falle ohne 
Ausnahme angewandt, sodaß Streitigkeiten um die Namen in Zukunft nicht 
mehr stattzufinden brauchen. 

Das Werk wird in Lieferungen von je 8 Bogen, zum Preise 
von 4 Mark für die Lieferung, erscheinen. Das Ganze wird in 
10 Lieferungen (zusammen etwa 1200 bis 1300 Seiten in 2 Bänden) 
abgeschlossen sein. Die Vollendung des ganzen Werkes ist zu 
Ende 1907 zu erwarten. 



Berlin, NW. 6, 

Karlstr. 11. 



R. Friedländer & Sohn. 



Alle Kechte vorbehalten. 



Die Vögel 

der paläarktischen Fauna. 



Systematische Übersicht 



der 



in Europa, Nord-Asien und der Mittelmeerregion 



vorkommenden Vögel. 



Von 



Dr. Ernst Hartert. 



Heft III. 

Seite 241—384. 
Mit 16 Abbildungen. 



Berlin. 

Verlag von R. Friedländer und Sohn. 
Ausgegeben im Juni 1905. 



NACHTRAGE. 



Die emsige Tätigkeit im Gebiete der paläarktischeu Oriiitbologie, die 
schon vor dem Erscheinen der ersten Lieferung der „Vög. d. paläarkt. FauDa" 
größer war, als zuvor, hat seither merklich zugenommen. Namentlich werden 
da, wo durch meine Übersicht der bisher bekannten Formen Lücken ersichtlich 
wurden, neue Formen beschrieben. 

Die neueren Entdeckungen und Ergänzungen, Übersehenes und Ver- 
besserungen werden in einem Nachtrag nach Vollendung des Buches ergänzt 
werden. Folgendes sei schon hier erwähnt: 

Auf p. 5 ist als Synonym von Corvus corax hehvingianns einzufügen: 

Corvus grebnitskii Stejneger, Proc. Eiol. Soc, Washington II, p. 97 (1884 — 
„Commander Islands"). 

Zu p. 25—27: Die Übersicht der Ä'^ucifraga-F ormen hat sich nach Prüfung 
ferneren Materials als vollkommen richtig erwiesen. Die Formen sind 
leicht zu unterscheiden. Die Kritik ßeichenows, der sich bemüht, seine 
relicta aufrecht zu erhalten, ist nicht zutreffend. 

Zu p. 41 — 46: Die Gattung Stur)nis muß vollkommen neu bearbeitet werden. 
Seit Erscheinen meiner Übersicht sind neun neue Formen beschrieben 
worden! 

Zu p. 65: Der Name der Gattung, die ich Acanthis nannte, muß Canhielis 
lauten, wenn die von Schaeffer 1789 aufgestellten Gattungsnamen 
angenommen werden. Ich verwarf sie, weil Schaeffer nicht durchgehends 
binäre Nomenklatur anwandte. Die Ansichten über diesen Fall sind 
verschieden. Man vgl. Ibis 1905, p. 85 — 88, namentlich aber p. 86, 87. 

Auf p. 94 ist einzufügen: 

146 a. Pyrrhula pyrrhula rossikowi Derjugin. 

Pyrrhula pyrrhula rossikowi Uerjugin, Ann. Mus. Zool. Acad. Imp. Sei. Petersb. V, 
p. 285 (1900 — Salolet-Topass, Caucasus & Transcaucasia. ßiissiscli!). 

Unterscheidet sich von der sehr ähnlichen P. pyrrhula pyrrhula 
durch die sehr lebhafte, weniger rosen- und mehr ziegelrote Unterseite, 
auch ist der Schnabel wohl meist dicker. 

Transkaukasien, von Lasistan und Provinz Tiflis bis Askhabad in 
Transkaspien. Wahrscheinlich im ganzen (auch nördlichen) Kaukasus. 

Auf p. 168 und 169 sind die Flügelmaße verdruckt oder verschrieben: sie 
sollten sein: E. c. citrinelia 85 — 93, E. c. erythrogenys 91 — 94 mm. 

Zu p. 182: Sarudny & Korejew unterschieden eine dunklere Form von 
Eniberiza huchanani aus dem Semiretschje-Gebiet in Turkestau, die sie 
als „obsciira'-'^ bezeichneten (Orn. Monatsber. 1903, p. 130). 



Druck von A. Hopfer in Burg b. M. 



Alaudidae. 241 

Gattung LULLULA Kaup 1829. 

Schließt sich zunächst an die Haubenlerchen (Galerida) an, mit denen 
sie in der deutlich sichtbaren ersten Schwinge, die etwa 1^2 <-'iii l^wg ist und 
dem verhältnismäßig kurzen Schwänze (etwa % so lang wie der Flügel), 
sowie einer Haube übereinstimmt. Die Haube ist aber nicht ein spitzer, 
aus einigen Federn des Oberkopfes gebildeter Schopf, sondern nur eine 
etwas weitere Ausbildung der Oberkopffedern der Feldlerchen, welche ja 
auch „gern ein Häubchen stellen", also eine volle rundliche aus fast allen 
Oberkopffedern, die etwas verlängert sind, bestehende Haube. Der Schnabel 
ist nur halb so lang wie der Kopf, gerade, fein und dünn, fast wie ein 
.Sylvien-Schnabel. Geschlechter gleich. 

395. LuUula arborea (L.). 
Heidelerche. 

Alauda arhorea Linuaeus, Sj'st. Nat. Ed. X, p. 166 (1758 — „Habitat in Europa'^ 

Typische Lokalität Schweden, denn die Diagnose basiert auf dem ersten 

Zitat: „Fd. suec. 192"). 
Alauda nemurosa Gmelin, Syst. Mat. I, p. 797 (1788 — ex Rajus, Brisson, Buffon, Latham, 

WiUughby. ,, Habitat in Italia, Austria, Silesia, Polonia, Anglia, solitaria, 

cristata minor, in silvis et dumetis nidificans"). 
Alauda cristatella Lathain, Index Orn. 11. p. 499 (1790— „Habitat in Europa; frequens 

in Italia; in Anglia, comitatu Eboracensi, rarius"). 
Galerita ahthirostris Landbeck, Syst. Aut'z. Vög. Württ., p. 36 (1834 — auf den höchsten 

Bergen der Alp. Vgl. „Neuer Naumann" 111, p. 33). 
Galerita nemorosa, arhorea, musica Brehm, Vogelfang, p. 124 (1855 — ,,ln Deutschland 

bis Dalmatien"). 
Corys nemorosa sylvestris, ?brachyrliyncha, anthoides A. E. Brehm, Verz. Samml., p. 8 

(1866— nomina nuda!). 
LuUula arborea cherneli Prazäk, Orn. Monatsber, 1895, p. 143 (Deliblater Sandwüste 

in Ungarn. Vgl. „Neuer Naumann'" III, p. 33). 
Engl.: Woodlark. Franz.: Cujelier, Alouette lulu. Italien: Tottavilla. Schwed. : 

Trädlärka, Skogslärka. 

(5 ad. Oberseite rostbraun mit graubräunlichem Schimmer, die Mitte 
jeder Feder ausgedehnt braunschwarz; Federn des Hinterkopfes heller, mehr 
weißlich, dieser helle Fleck durch die gelblichweißen Superciliarstreifen 
verbunden; Bürzel und Oberschwanzdecken etwas mehr olivenbräunlich und 
ohne die braunschwarzen Federmitten. Schwingen dunkelbraun mit rahm- 
weißen, an den Armschwingen hellbraunen Außen- und grauweißlichen Innen- 
säumen, Armschwiugeu mit schmalen weißlichen Spitzen. Handdecken tief- 
braun mit weißlichen Spitzen; Oberflügeldecken wie der Bürzel, an der 
Wurzel dunkler, die mittlere Serie dunkelbraun mit rahmfarbener Spitzen- 
hälfte, die große hellbräunlich mit tief brauner Basis; Steuerfedern dunkel- 
braun, das äußerste Paar mit hellerer, rahmfarben gesäumter Außenfahne 
und Spitzenhälfte, die andern mit nach der Mitte zu an Ausdehnung 
abnehmenden weißlichen Spitzen, das mittelste wie der Bürzel, nur in der 
Mitte dunkler. Ohrdecken rostbraun, nach dem Superoilium zu dunkler. 
Unterseite rahmfarben, an den Kehlseiten kleine braunschwarze Flecke, Kropf- 
gegend mit ebensolchen größeren Flecken, Körperseiten mit schmalen braunen 
Schaftstrichen. — Flügel 92 — 99, meist etwa 95-796 mm, die 9 in der 

E. Hartert, Die Vögel der paläarktischen Region. 16 



242 Alaudidae. 

Regel, aber nicht immer, kleiner (92 — 96) als die ä , Schwanz etwa 52 — 54,. 
Lauf 22, Schnabel 11.5 — 12.3 mm. Im Frühjahr wird das Gefieder blasser, 
mehr olivenfarben, weniger röstlich. die schwarz.brauuen Federmitten treten 
infolge der Abnutzung der Säume mehr hervor. Das erste Jugendkleid ist 
von dem der Alten verschieden: Die Federn der Oberseite sind schwarzbraun 
mit rostgelben seitlichen Säumen und rahmfarbenen Spitzen, die Fleckung 
der Kropfgegend ist kleiner, mehr tropfenartig. 

Heidelerchen wohnen vom mittleren Skandinavien durch ganz Eluropa 
bis zum Ural, auf Korsika und Sardinien, im gebirgigen Algier; östlich vom 
Kaukasus bis Transkaspien und Ost-Persien. In den nördlichen Teilen ihres 
Wohngebietes sind sie Zugvögel, die in den Mittelmeerländern tiberwintern, 
aber schon in Süd-England und den milderen Gegenden Deutschlands über- 
wintern sie teilweise. Es fehlt mir an genügendem Material frisch vermauserter 
Vögel, um über die Subspezies der Heidelerche zu einem befriedigenden 
Resultate zu kommen, obwohl ich 130 Stück vor mir hatte. Nach dem von 
mir untersuchten Material scheinen sich folgende Formen unterscheiden 
zu lassen: 

a) lyullula arhorea avhorea (L.). 

(Synonyme siehe oben): Dunkler, im fi'ischen Gefieder mit viel Rost- 
farbe: Europa, mit Ausnahme des Südostens. Die „t}^pischsten" Stücke sind 
die von Skandinavien, Großbritannien und Irland (selten), Norddeutschland,, 
sowie italienische Wintervögel. Russische Stücke sind zum Teil (Pskov) 
schon auffallend hell, aber anscheinend nicht durchgehend. 

b) Lidliila avborea subsp.? 

Stücke von Sardinien und Korsika sind oben sehr wenig rostfarben, 
der Bürzel sehr olivenartig gräulich. Wahrscheinlich zu benennende Subspezies, 
es liegen aber nur Wintervögel vor, deren Brutheimat zweifelhaft ist. 

c) Lidhila arhorea Subsp.? 

Algerisch-tunesische Brutvögel sind den korsisch-sardinischen ähnlich, 
nur heller. Da frischvermauserte Serien fehlen, ist eine Benennung vorläufig 
nicht angebracht. 

d) Lullula arborea ßavescens Ehmcke. 

? Corys nemorosa tenuirostris A. E. Brehm, Verz. Samml., p. 8 (1866— nomen nudum !). 

Lullula flavescens Ehmcke, Journ. f. Orn. 1903, p. 152 („Rumänien". — Aus der teilweise 
nach Käfigvögeln entworfeneu Beschreibung ist wenig für die eventuelle 
Subspezies bezeichnendes ersichtlich. Der von mir verglichene Typus stimmt 
mit griechischen Stücken überein.). 

Federränder der Oberseite auffallend licht und gelblich, daher in scharfem 
Gegensatze zu den fast schwarzen Federmitten. Hierin stimmen die Vögel 
von der Balkanhalbinsel (Griechenland) bis Rumänien, Dalmatieu, Herzegowina 
überein. Einige deutsche Frühlingsvögel (Rentheudorf) der Brehmschen 
Sammlung scheinen ununtcrscheidbar zu sein, sind aber vielleicht durch das 
hohe Alter der Exemplare etwas verändert. Die Berechtigung dieser Form 
ist jedenfalls noch fraglich, ihre Verbreitung unsicher. 



Alaudidae. 243 

e) Ijidhda arborea pnlliJa Saruäny. 
Lulluda arborea j^Mida Sarudnj', Oru. Monatsber. 1902, p. 54 („J-Jergo Traiiskaspiens"). 

Ostpersische und transkaspische Rnitvögel sind auffallend blaß, aber 
die A'OU N.W.-Afrika sind ähnlich, wenn auch nicht so blaß. Die von 
"Witherby in Farsistan erbeuteten Stücke sind schon nicht so bleich, wie die 
von Sarudny in Ost-Persien gesammelten. Diese bergbewohuendc Subspezies 
ist anscheinend gut zu unterscheiden und dürfte bis Palästina reichen. Auch 
Sarudny sammelte keine frischen Herbstvögel. 

Die Heidelerche bewohnt lichte Wälder, namentlich mit Heidekraut und Farn- 
kräutern bestandene Blößen im Nadelholze, besonders Kiefernheiden, auch Brachen mit 
Gestrüpp und niederm Gebüsch oder steinige, dünn bebuschte Hochfläclien, immer nur da, 
wo der Boden trocken, besonders sandig ist, im Hügellande und im Gebh'ge bis zu ziemlichen 
Höhen. Nie in sumpfigem Gelände. Verläßt die nördlichen Wohnbezirke im Oktober und 
kehrt Ende Februar oder im März wieder heim. Die Lebensweise ist echt lerchenartig, 
aber die Heidelerche ist im Gegensatze zu den übrigen europäischen Lerchenarten mehr 
Waldvogel und setzt sich oft auf Bäume. Der Gesang, der am besten als „lullend" 
bezeichnet wird (woher der Name Lulllerche und das französische Lulu), übertrifi't 
durch seine sauft flötenden und doch in der stillen Kiefernheide und namentlich in der 
Nacht weithin klingenden Strophen alle andern Lerchengesänge. Niemand kennt die 
einsamen, weiten Kiefernforsten Norddeutschlands, der nicht von dem Zauber des wunder- 
vollen, schwermütigen Liedes ergriffen wurde. Das Nest besteht aus Moos, Wurzeln 
und Halmen und steht wunderbar versteckt unter Grasbüscheln oder Büschen. Es 
enthält in Deutschland im Mai und Juni frische Gelege, in PJngland oft schon im März. 
ßegelmäßig werden zwei Brüten gemacht. Gelege 4 — 5 Eier. Die Eier unterscheiden 
sich von den andern deutschen Lercheneiern durch die zarte, -feine Fleckung, die nur 
selten gröber ist. Die Schale ist sehr fein und glänzend, weiß, trüb weiß, manchmal 
etwas rötlich, mit braunen, rötlichen, graubraunen, bräunlichgrauon Ober- und blaß- 
grauen Schalenflecken gezeichnet. Oft bilden die Flecke einen Kranz nahe dem 
stumpfen Ende. Bisweilen kommen ganz weiße Eier mit nur wenigen grauen Flecken 
vor, sowie weiße mit roten Flecken, an die der Rauchschwalbe erinnernd. 46 von 
Dr. Rey gemessene Stücke aus Deutschland ei-gaben: Durchschnittsmaß: 20.7x15.5, 
Maximum 22 >c 16 und 20.5 x 16.5, Miniraum 19.5 x 15.5 und 21.5 x 14.7 mm. 
Mittleres Gewicht 156 mg. 



G-attung ALAUDA L. 1758. 

Schnabel viel stärker als bei Lullnla, gestreckter und feiner als bei 
Calandrella. Hinterzehe mit langem, schwach gebogenem oder geradem Nagel. 
Erste (rudimentäre) Schwinge sehr klein, zwar von unten deutlich sichtbar, 
aber weit unter der Hälfte der Handdecken. Innerste Armschwingen stark 
verlängert, aber immer noch erheblich, meist über einen cm von der Spitze 
des Flügels zurückbleibend. Geschlechter gleich. Die Gattung enthält unsre 
Feldlerche mit ihren Verwandten. Trotz der großen äußern Ähnlichkeit 
müssen wir die tropische gnlyula Gruppe artlich trennen, denn in weiten 
Gebieten (Transkaspien und Turkestan) brütet eine Fcldlerchen-Form (Alauda 
arvemis cantarella) und eine pidgii/a-Form {Alauda gulgnki iiicoiispmui). 
Die Scheu vieler Ornithologen, die schwierige Gattung eingehend zu studieren, 
erschwert das Verständnis sehr, ein großer Teil der Literatur über dieselbe 
ist systematisch sehr minderwertig. 

16* 



244 Alaudidae. 

Übersicht der Arten: 

Größer, Flügel und Schwanz meist länger (Flügel bei den meisten Formen weit 
über 10 cm), Lauf etwas über 1/3 der Schwanzlänge, fünfte Schwinge (die erste 
rudimentäre mitgezählt), 5 mm oder mehr kürzer als die längste: A. aroensis . p. 244 

Kleiner, Flügel und Schwanz meist kürzer (Flügel bei den meisten Formen unter 
10 cm),Lauf beinahe ^2 der Schwanzlänge, fünfte Schwinge (die erste rudimentäre 
mitgezählt) nur wenig (unter 5 mm) kürzer, als die längste: . . A. gulgula . p. 249 



— 396. Alauda arvensis arvensis L. 

Feldlerche. 

Alaiida arvensis Linueus, Syst. Nat. Ed. X, p. 165 (1758 — „Habitat in Europae apricis." 
Terra typica: Schweden, nach dem ersten Zitat). 

?Alauda italiea Gmelin, Syst. Nat. I, p. 793 (1788 — Italien. Ex Brisson u. a. m. 
Wahrscheinlich übertriebene Beschreibung einer jungen Feldlerche). 

?Alauda arvensis ruficeps Bechstein, Gemeinn. Naturg. Deutschi. IV, p. 120 (1795 — 
Waltershausen. Man hat diese rotköpfige Lerche zu MelanocorypJia sibirica 
gezogen, aber es scheint mir eher, daß Bechstein eine Feldlerchen-Varietät 
vor sich hatte). ^) 

Alauda coelipeta (partim!) Ballas, Zongr. Rosso-Asiat. I, [i. 5'i4 (1827— „Per omnem 
Rossiam et Sibiriam." Pallas gab den Namen nicht etwa den östlichen Feld- 
lerchen im Gegensatze zu den europäischen, sondern ersetzte Linne's Alauda 
arvensis durch Alauda coelipeta.). 

Alafula vulgaris Leach, Syst. Cat. Mamm. Birds in Brit. Mus., |). 21 (1816 — nomen nudum!). 

Alauda agrestis Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschi., p. 320 (1831 — „erscheint bei 
uns im März und Oktober"). 

Alauda montana Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschi., p. 319 (1831 — „auf den höchsten 
Bergen des Thüringer Waldes"). 

Alauda segetum Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschi., p. 318 (1831 — „sie bewohnt die 
Felder ebener und hügeliger Gegenden unsres Vaterlandes"). 

Alauda praiorum Brehm, Isis 1841, p. 136, 141 (Brinnis). 

Alauda rohusta Brehm, Isis 1841, p. 137, 145 (Mittel- und Nord-Deutschland). 

Alauda Bugiensis Brehm, Isis 1841, p. 137, 150 (Bug auf Rügen und 20 Minuten von 
E-enthendorf). 

Alauda galeridaria Brehm, Isis 1841, p. 137, 151 (Nerdin in Pommern und bei Renthendorf). 

Alauda albigularis (partim!) Brehm, Isis 1841, p. 137, 152 (Ragusa und Xlageufurth). 

Alauda gracilis Brehm, Isis 1841, p. J37, 153 (Kärnthen). 



') Bechstein hat (t. c. p. 121) auch noch eine ,. langbeinige Feldlerche. Alauda 
arvensis longipes.'-^ Ich habe in diesem Buche die zahllosen Bechsteinschen und 
Naumannschen , zum großen Teile immer wiederkehrenden Aberrations-Namen für 
Albinismen, Luteismen, Melanismen und gescheckte Stücke {alba, lutea, nigra, vuria, rufa, 
Candida, albida usw.) ausgelassen. Ihre Zitierung würde den Umfang des Buches sehr 
vermehrt haben und ich folgte mit der Weglassung derselben dem allgemeinen Gebrauch 
aller Ornithologen. Diese Namen haben nicht die (wenn auch oft nur vermeintliche) 
Bedeutung der Brehmschen Namen, da sie ausdrücklich nur individuellen Aberrationen 
beigelegt wurden. Nomenklatorischer Wert wurde ihnen niemals beigelegt, denn sie 
kehren bei vielen xlrten in derselben Gattung wieder, oft auch wurden sie weggelassen, 
oft waren sie nur Übersetzungen von Trivialnamen in andern Sprachen. Die meisten 
Ornithologen werden sich daher freuen, daß ich diesen Ballast fortließ: Trotzdem wäre 
es vielleicht besser gewesen, sie zu zitieren, denn es könnte die Frage aufgeworfen 
werden, ob nicht diese Namen den Gebrauch derselben (für Spezies und Subspezies) 
innerhalb der Gattung fernerhin ausschließen. 



Alaudidae. 245 

Alauda termirostris ßrehm, Isis 1841, p. 137, 153 (Brinnis bei Lci[)zig brütend, bei 

Kenthendorf nur zur Zugzeit). 
Alauda crassirostris Brehm, Voj^elfaug, p. 125 (1855 — Deutschland). 
Alauda minor ürehni, Vogelfang, p. liiS (1855 — Deutsehland). 
Alauda arvensis planorum. major A. E. Brehm, Verz. Sanunl., j). 8 (18tifi — nojnina 

nnda!). 
Alauda nana Giglioli, Avil. Ital.. p. 68 (1886- bei Florenz. [Zwerg.J). 
Alauda suhalpina Ehmeke, Journ. f. Orn. 1903, p. 150 („Savoyer Alpen"). 
Alauda arvensis scotica Tschusi, Orn. Jahrb. Xil, p. 162 (1903 — Schottland). 
Alauda sordida Ehmeke, Ann. Mus. Nat. Huug. 1904, p. 300 (Hiddensee bei Kügen 

und Ungarn). 

Engl.: Skylark. Franz.: Alouette des chanips. Ital. : Lodola. Schwed.: Sanglärka. 

dad. Obei'seite brauu, alle Federn in der Mitte schwarzbraun. Hinter- 
hals etwas licliter, Zügel und kurzer Superciliarstrcif weißlicli. Obrgegend 
hellrostbraun mit dunkleren Streifen. Unterseite weißlich, Kehle mit kleinen, 
dunkelbraunen Flecken, der obere Teil mehr oder minder einfarbig. Kropf- 
gegend und Körperseiten hellrostbräuulich mit breiten dunkelbraunen Scbaft- 
strichen. Handschwingen und kürzere Armschwingen dunkelbraun mit bräunlieh 
rahmfarbenen Säumen und schmalen weißen Spitzen, letzte verlängerte Arra- 
schwiugen dunkelbraun mit weiten rostbraunen Säumen. Steuerfedern sehi* 
dunkelbraun mit hellereu Säumen, äußerstes Paar weiß, mit breitem, dunkel- 
braunen Streif am Saum der Innenfahne, zweites Paar mit größtenteils oder 
ganz weißer Fabne. UnterÜügeldeckeu hellgrau-bräunlich. Schnabel dunkel- 
braun, üntersclinabel mit Ausnahme der Spitze hellbraun. Füße dunkelbraun 
mit schwärzlichen Gelenken. Iris braun. Flügel alter cJ etwa 1 10 — 120. Schwanz 
etwa 70 — 75, Lauf etwa 25, Schnabel 10 — 12 mm. Nagel der Hinterzehe 
von sehr verschiedener Länge, aber immer länger als die Hinterzehe selbst. 

9 ad. wie d, nur etwas kleiner. Flügel etwa 95 — 105 (meist circa 100), 
Schwanz etwa 65 mm. Junge Vögel sind oben mehr rostfarben, das erste 
Federkleid ist oben dunkelbraun mit sehr breiten rostbraunen Säumen und 
rahmweißen Spitzen. Unten weißlich mit rostbrauner, dunkel gefleckter Kropf- 
gegend. — Aberrationen sind bei diesem ungemein häufigeu Vogel sehr 
gewöhnlich. Abgesehen von Albinos und gescheckten Stücken sind fahlröstliche, 
semmelgelbe und prachtvoll silbergraue usw. liekanut. Kiesen (Flügel 1 is 
127 mm) und Zwerge (Flügel 87 — 90 mm) siud ebenfalls nicht ganz selten, 
wie überhaupt die Maße außerordentlich schwanken. Zwei im selben Felde 
bei Tring am 30. April erlegte ö (von mir selbst seziert) haben Flügel von 
112 und 116.5 mm. 

Europa mit Ausnahme das äußersten Südens. Regelmäßiger Brutvogel 
bis zum Polarkreise, in Skandinavien in geringer Anzahl bis zum 70. Grade 
nördlicher Breite. Der einzige regelmäßige Brutvogel' auf Helgoland. Seltener 
Brutvogel auf den Faröer. In den nöidiichen Wohngebieten Zugvogel, der 
in Nord-Afrika und Süd-Europa überwintert. Schon in den milderen Teilen 
Deutschlands in geringer x^nzahl, in England in Menge überwinternd, aber 
noch aus Nord-Italien fortziehend. In Süd-Europa durch grauere Formen 
■ ersetzt. Schon Sharpe und Dresser sprachen von der rostbräunlichen Färbung 
englischer und der dunkeln Farbe schottisehor Brutvögel. Neuerdings be- 
nannte Tschusi die letzteren. Ich kann mich aber nach Vergleichen einer 
ungeheueren Serie nicht dazu entschließen, die britische Form zu sondern. 
Es ist wahr, daß britische Lerchen (die englischen sowohl Avie die schottischen) 



24G Alaiiflidae. 

im Durchsc'liiiitt sehr duukel und rostbraun sind, es kommen aber so viele 
völlig ebenso gefäi-bte Stücke auf dem europäischen Kontinente vor, daß 
eine Unterscheidung unmöglich einen Nutzen bringen kann, auch trifft man 
in England bisweilen etwas hellere Stücke brütend an, gerade wie auf dem 
Koutinente. Auf Rügen und auf dem dunkeln Marschboden einiger Gegenden 
Nord-Deutscblands kommen auflallend dunkle Lerchen vor [bugiensis Brehm 
1841, sordida Ehmcke 1904!), Sie sind aber nicht konstant und nicht 
geographiscli begrenzt genug, um sie subspezitisch zu unterscheiden. 

Die Feldlerchen bewohnen Felder, Wiesen und offenes Ödland. Im Winter 
streichen sie in Flügen umher und die nördlicher wohnenden wandern in großen Massen 
in mildere Gegenden. Sie halten sich fast immer am Boden auf, sehr selten sieht man 
sie auf einem Busche oder Baume sitzen. Eben so selten hört man eine sitzende 
Feldlerche singen, fast immer steigen sie in die Luft, wenn sie ihren jubelnden Gesang 
hören lassen. Das locker gebaute Nest steht meist in einer kleinen Vertiefung des 
Bodens und ist in der Regel der Umgebung so ähnlich, daß es nur schwer su sehen 
ist. Die 3—5 Eier findet man von Mitte April bis Mitte Juli; es werden sicher zwei, 
angeblich bisweilen auch 3 Brüten im Jahre gemacht. Die Eier variieren außerordentlich. 
In der Regel sind sie auf rahmfarbeneiu oder weißlichen Grunde über untl über mit 
braunen und dunkelgrauen Flecken bedeckt, die nach dem stumpfen Ende hin größer 
werden und dort manchmal einen Kranz bilden. Bisweilen sind sie fast steingrau oder 
hellkaffeebraun mit undeutlicher Fleckung, hellbräunlich, mit wenigen kleinen Flecken 
und tief dunkelbraunem Kranze oder fast weiß. Sehr selten haben sie einen rötlichen 
Schimmer. 100 Eier in Dr. Reys Samnilnng messen durchschnittlich 24.1 x 16.8, die 
beiden größten 25.5x17 und 24.3x18.5. die kleinsten 20.6x16.6, 22.7x15.3 mm. 
Durchschnittsgewicht 182 mg. 

397. Alauda arvensis cantarella Bp. 

?Alau(la cantarella Bonajjarte, Geogr. & Compar. List B. Europe & N. America, p. 37 

(1838 — nomon nudum!). 
Alauda cantarella Bonaparte, Iconogr. Fauna Ital., Uccelli. Introd., p. 5 (1832 — 1841 — 

Italien. Mittelitalien: nach Consp. Av. I, p. 245. Cf. Bp., Rev. Crit., p. 57). 
Alauda albigularis (partim!) Brehm, Isis 1841, p. 137, 152 (Ragusa und Klagenfurth. 

Beschreibung nicht für die südöstliche Form bezeichnend.). 
Alauda lunata, Brehm 1842, p. 342 (Unterungarn, Ragusa, Türkei, Griechenland. Be- 
schreibung paßt auf die südliche Form.). 
?Alaiul(t flavesceiis Ehmcke, Journ. 1'. Ürn. 1903, p. 151 (Wahrscheinlich zu cantarella 

gehörend, aber unsicher, da nach Kätigvögeln beschrieben!!). 
Alauda intercedens Ehmcke, Ann. Mus. Nat. Hung. 1904, p. 206 (Attika). 
Alauda halca)iica Ehmcke, Ann. Mus. Nat. Hung. 1904, p. 297 (Balkan). 
Alauda minuta Ehmcke, Ann. Mus. Nat. Hung. 1904, p. 298 (Corfu, Kaukasus und Balkan !). 
Alauda cypriaca Ehmcke, Ann. Mus. Nat. Hung. 1904, p. 300 (Cypern). 
Alauda insularis Ehmcke, Ann. Mus. Nat. Hung. 1904, p. 300 (Cypei-n — wie cypriaca 

nach Wintervögeln beschrieben, die zum Teil auch der nordöstlichen Form 

angehören dürften). 

Diese Form ist A. a. arvensi.'< sehr ähnlich, unterscheidet sich aber 
durch weniger rostbräunliclie, grauere Federränder auf der Oberseite, sodaß 
sie dort mehr grau und schwarz heller aussieht, dicke Flecke auf der Kropf- 
gegeud, ziemlich weißlichen Unterkörper und im allgemeinen wohl auch 
etwas geringere Größe. 

Ersetzt A. a. arvends als Bratvogel schon im südlichen Italien (liesonders 
Apulien), auf Sizilien, Korsika und Sardinien, in Dalmatien, Griechenland, 
der Türkei bis Süd-Üngarn und Süd-Rußland. 



Alaudidae. 247 

398. Alauda arvensis cinerea Ehmcke. 

Alauda cinerea Ehmcke, .Journ. f. Oni. 190.'}, p. 149 (Barnoul ia Sibirien). 
Alauda cinerasceiis Ehimtlce, Journ. L Orn. 1904, j). 313 (Umänderung des Namens cinerea). 
? Alauda schach Ehmcke, Ann. Älus. Nat. Hung. 1904, p. 299 (Üst-Persien). 
? Alauda heludschistana Ehincke, Ann. Mus. Nat. Hung. 1904, {).299 (Dus-Ab in Persisch 
Jieludschistan und Hu.ssein Abad in Ost-Persien). 

Meist kleiner, merklich lichter und gräulicher als südeuropäische cantarella, 
doch gibt es Stücke, die sich kaum oder nicht unterscheiden lassen, und die 
geographische Verbreitung ist noch unsiclier. 

A. a. cinerea dürfte Brutvogel sein in West-Sibirien (mindestens bis 
Krasnoyarsk), Turkestan, Persien bis (?) Palästina. (Über die kleinasiatische 
Form bin ich nicht unterrichtet.) Im Winter häufig an der Nordseite des 
Kaukasus und bis Algier, Tunis und Ägypten. Ostrussische Stücke (Orenburg) 
scheinen intermediär zu sein. In Ost-Porsien und Bnluchistan sind viele 
Exemplare (? Brutvögel) sehr hellbräunlich sandfarben. Wenn man sie von 
<;inerea abtrennen kann, müssen sie den Namen .^r/tach tragen. Die in Indien 
und China überwinternden Lerchen scheinen meist zu der noch zweifelhaften 
Form der himalayanischen Hochebenen und der ebenfalls noch unsicheren 
intermedia (Nr. 402) zu gehören. 

a) Alauda arvensis subsp.? 
? Alauda leiopus vel orientalis (?partiin) Hodgson, in Gray's Zool. Mise, ]>. 84 (1844 — 

nomina nuda!). 
Alauda leiojms (? partim) Hume, Stray Feathcrs I, p. 40 (1873 — „High Himalayan 

Plateaus."). 
Alauda dulcivox Hodgsou, in Gray's Zool. Mise, j). 84 (1844 — nomen nudum!); 

Brooks, Stray Feather^ I, p. 484 (1873— Alpine Regionen Nord-Indiens). 

Auf den alpinen Matten des Himalaya brütet eine Feldlerche, die meist 
einfach Alauda arvensis genannt oder zu cantarella gezogen wurde. Sie 
ist oben licht, hat ziemlich laugen Flügel, kurzen, dicken Schnabel, und ist 
der nördlichen Form der cantarella -(jyw^^q (cinerea) so ähnlich, daß ich 
sichere Unterscheidungsmerkmale nicht angeben kann — es fehlt jedoch 
an Serien von den Brutplätzen. Vergleichung weniger Stücke kann keine 
neuen Resultate ergeben. 

In Sikkim und an andern Plätzen im Himalaya erscheinen zur Zugzeit 
Lerchen, die teils -1. a. japonica (Nr. 401) sehr ähnlich sehen, teils wie die 
in ihrer Verbreitung und ihren Kennzeichen nach noch nicht fixierte intermedia 
aussehen. Sie dürften von der auf diesen Hochebenen brütenden Form 
auch wieder verschieden sein. 

399. Alauda arvensis liarterti Whit. 

Alauda arvensis harterti Whitaker, Bull. B. 0. Club XV, p. 19, Nov. 1904 (Brutvogel in Tunis). 
Von der ihr sehr ähnlichen, im selben Gebiete im Winter erscheinenden 
nordöstlichen cantarella-'F orm (cinerea) sowie von A. a. arvensis auf den ersten 
Blick durch den viel längeren und etwas spitzeren Schnabel zu unterscheiden. 
Färbung nicht so grau wie die von A. a. cirm'ea und heller als die von 
A. a. aniensis. 

Nord-Tunis, Algier und vielleicht Teile von Marokko. (Nordmarokkanische 
und namentlich spanische Brutlerchen dürften nicht hierzu gehören und 
sind noch genauer zu untersuchen.) 



248 Alaudidae. 

--400. Alauda arvensis pekinensis Swinh. 

Älauda 'pekinensis Swinhoc, Proe. Zool. Soc. London 1863, p. 69 (Peking). 
Alaudahlakistoni Stcvjnegcr, Proceed. Biol. Soc. Washington 11, p. 98 (1884 — Kamtschatka. 
Vgl. Proc. U. S. Nat. Mus. XV, p. 303, 1892— Kurilen, Japan). 

Sehr große, lebhaft rosti-ote Form. Von allen liier unterschiedenen: 
Formen A. aniensis arvensis am ähnliclisten, aber im frisch vermaiiserten 
Getieder ist der Unterkörper rein weiß, während die Kropfgegeud in scharfem^ 
Gegensatze dazu rötlich rostfarben, nicht bräunlich ist. Die Federsäume der 
Oberseite sind nicht so matt braun, sondern von lebhafter rötlicher, ziemlich 
heller Kostfarbe, während die Fedormitten sehr dunkel, in der Rückenmitte 
fast rein schwarz sind. Die Scliwingensäume stark rötlich, fast zimmtfarbon. 
Fünfte (erste rudimentäre mitgezählt) Scliwinge über 1 cm kürzer, als die 
zweite bis dritte. Flügel alter cS immer weit über 100, meist etwa 115 — 1 24 mm,. 
Schwanz 69—7(5, Schnabel 12—13, Lauf 26—27, Mittelzehe mit Kralle' 
22—24 mm. 

Brutvogel in Kamtschatka, dem nördlichen Ost-Sibirien mit Sachalin; 
auf den Kurilen (Iturup) und ansclieinend auch Nord-Jesso. Auf dem Zuge 
aucli auf andern japanisclien Inseln und in Nord-China (Peking). 

Lebensweise ganz wie die unsrcr Eeldlorche. Taczanowski gibt die Maße von 
Eiern von Darasun, die vei'mutlich zu dieser Form gehören, wie folgt an: 21.3x17,. 
22.2x16.8, 23x16.1, 23.3x16.6, 24x16, 24.2x16.3, 24.2 x 17.2 mm. 

401. Alauda arvensis japonica Temm. & Schleg. 

Alauädjaponica'l^enmüwi'k 6t Schlegel in Siebold's .Fauna .laponioa, Aves, p. 87, 1^x^47 
(1848— Japan). 

Ganz wie A. arvensis pekinensis^ aber viel kleiner, njeist auch ein wenig 
dunkler auf der Oberseite. Flügel alter ö unter oder höchstens 8 — 4 mm 
über 100 mm lang. Schwanz 63—66, Schnabel 11 — 12.5, Lauf 23—25, 
Mittelzehe mit Nagel etwa 19 — 22 mm. 

Brutvogel auf den japanischen Inseln, bis Jesso (wahrscheinlich nur Süd- 
Jesso). Auf Jesso nur Sommervogel, auf den südlicheren Inseln ein häuüger 
Wintervogel iu den Ebenen. Ob auch teilweise in China überwinternd, ist 
nicht sicher, weil die als japonica bestimmten Lerchen wohl meist zu 
intermedia gehören. 

Nistet anscheinend im (lebirge und in der Ebene. Eier vom April bis Juli. 

402. Alauda arvensis intermedia Swinh. 

Alauda intermedia Swinhoe, Proc. Zool. Soc. 1863, p. 89 (Shangliai). 

A. intermedia ist eine noch ganz fragliche Form, aber wahrscheinlich 
zu unterscheiden und mit der in Korea brütenden identisch, die im Winter 
nach Mittel-China bis zum Jang-tse-kjang wandert. Der koreauisclie Brut- 
vogel ist sicher nicht japonica, denn er ist weniger rötlich und größer, der 
Flügel der cj mißt etwa 105 — 115 mm, er ist auch nicht pekinensis, denn 
er ist nicht so rötlich und kleiner. 

Brutvogel in Korea und wahrscheinlich in der Mandschurei bis in die 
Amur-Provinz, sowie im mittlem Sibirien (Lena). Überwintert im mittleren China. 



Alaudidae. 249' 

403. Alauda gulgula gulgula Frankl. 

Alauda gulgula Franklin, Proc. Zool. Soc. IBJJl, p. 1 19 (ain Ganges zwischen Calcutta 

und Benaros odfr Vindliya Berge). 
? Alauda triborliyncha (partim) Hodgson, in Gray's Zool. Mise, p. 84 (1844— nomen nudum !). 
Alauda gracülH Blylh, Journ. As. Soc. Bengal XI, p. 201 (1842 — (üalcutta). 
Alauda Ganyetica lilyth, Journ. As. Soc. Bengal Xll, j). 181 (1843 — Ganges Ebene). 
Alauda pegucnsls Gates, Stray Feathors III, p. iJ43 (1875 — Begu). 

Von kürzerer, «gedrungenerer Gestalt als eine Feldlerche, Oberseite braun, 
ähnlich wie bei A. a. arveims. Unterseite rahrafarben, Kropfgegend bräunlich,, 
sehr fein gefleckt. Flügel 83 — 97 mm. * 

Bewohnt das tropische Indien vom Himalaya südwärts, wird aber im 
äußersten Hüdcn durch auMralis vertreten. 

404. Alauda gulgula guttata lirooks. A^^'^ -^^ ^^,. 

Alauda guttata Brooks, Journ. As. Soo. Bengal XLI, 2, j). 84 (1872— l^HUlllHlrj: ' '' 

Ganz wie A. g. guhjuia. aber größer, 01)erseite dunkler, weniger röstlich,. 
Fleckung der Kropfgegend etwas gröber und schwärzlicher, an den Seiten 
in einen größern schwarzen Fleck zusammenfließend. Flügel 95 — 1U2,. 
ausnahmsweise bis 107 mm. 

Bewohnt Kasclimir. 

405. Alauda gulgula inconspicua Severz. 

Alauda inconspicua Severzow, Turkest. Jevotn., p. 142 (1873 — Turkestan. Russisch 1). 
Alauda transcaspica Ehmcke, Ann. Mus. Nat. Hung. 1904, p. 301 (Tedscheu in Trans- 
kaspien). 
Abbild.: Dresser, B. Europe Suppl., Taf. HH4. 

Außerordentlich ähnlich A.g. gulgula, die Kropfgegend ebenso fein gefleckt,, 
aber oben etwas lichter, mehr sandbräunlich, Flügel etwa 97 — 100 mm. 

Transkaspien und Turkestan (Aschabad, Tachtabasaar, Salfigar, Baghir, 
Ostufer des Kaspischen Meeres, Alial-Tcke, Merw, Finde, Murghal), Tedschen, 
Buchara). 

40(i. Alauda gulgula australis Brooks. 

Alauda australis Brooks, Slray Feathers I, p. 48() (1873 — Ootacamund). 

Rütbräunlicher als A. g. gulgula, ganze Unterseite hell rostbräunlich,. 
Federmitten der Oberseite sehr dunkel. 

Südindien und Ceylon. 

407. Alauda gulgula coelivox Swinh. 

Alauda coelivox Swiidioe, Zoologist 1859, p. 6724, Ibis 1860, p. 52, 132 (Amoy). 

Kleine Subspezies von gulgula mit hellbraunem Kropfbande, dessen 
oberer Teil fein schwarzbraun gestreift ist. Unterkörper weiß. 

Süd-China bis Hainan und Formosa. (Auf letzterer Insel vielleicht 
nur Wintervogel?) Vereinzelt (wohl nur im Winter) auf den Philippinen. 



250 Alaudidae. 

408. Alauda gulgula sala Swinh. 

Alauda sala Swinhoe, Ibis 1870, p. 355 (Hainan). 

Alauda rvattersi Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London 1871. ]>. 389 (Süd-Formosa und 
Pescadoreö). 

Eine sehr dunkle, etwas langflügeligere und merklich dick- und groß- 
schnäbligere Form. 

Scheint A. g. coelivox auf Formosa (und Süd-Hainan?) als Brutvogel 
7A1 vertreten. (Die Stücke von den Pescadores sind vielleicht noch dunkler. 
Vgl. Ibis 1-895, p. 3;}5.) 

Gattung ALAEMON Keys. & Blas. 1841. 

Von allen bisher besprochenen Lerchengattungen durch den langen, 
schlanken, leicht gebogenen Schnabel zu unterscheiden. (Fig. 45.) Fast von 
Drosselgröße. Die kurzen Zügelfedern erstrecken sich zwar an den Schnabel- 
•Seiten entlang, lassen aber das eigentliche Nasenloch ganz frei. Erste rudimentäre 
Schwinge mehrere mm länger, als die Handdecken, immer weit über 2 cm 
(etwa 25 mm oder mehr) lang. Dritte, vierte und fünfte Schwinge fast 
gleich und die Spitze des Flügels bildend, zweite über ^j^ cm kürzer. Innere 
Armschwiugeu weich und verlängert, aber lange nicht bis an die Flügelspitze 
reichend. Schwanz gerade, etwa % der Flügellänge. Läufe lang, Mittelzehe 
mit Nag'el nicht länger, als der halbe Lauf Nagel der Hinterzehe kurz, dick, 
gerade, so lang wie die Hinterzehe oder kürzer. 

409. Alaemon alaudipes alaudipes (Desf.). (Fig. 45.) 

Upupa alaudij)es Desf'onlaines, Mem. de l'Acad. 1787, p. 504 (Gafsa & Tozer in Tunis). 
Alauda bifasciata Lichteiistein, Verz. Doubl. Zool. Mus. Berlin, ]). 27 (1823 — ,,Nubia"). 
Certhilauda meridionalis A. E. Brehm, Journ. f. ürn. 1854, p. 77 (Dongola in Nubien). 
Certhilauda salvini Tristram, Ibis 1859, p. 57 (Algerische Sahara). 

dad. Oberseite blaß gelblich oder bräunlich isabell, auf Kopf und 
Hals mehr grau schimmernd, auf ünterrückeu, Scapularen und Innern Arra- 
:schwingen mehr rötlich isabell; die kleinen oberen Oberschwanzdecken weißlich, 
die längern isabell mit dunkelbraunen Schaftstrichen, Handschwingen schwarz- 
braun, die ersten an der Basis der Innenfahnen, die innern an der Basis 
beider Fahnen weiß. Armschwingen braunschwarz, Außen- 
fahne isabell gesäumt, Basis und Spitze ausgedehnt weiß. 
Letzte verlängerte Armschwingen dunkelbraun, sehr breit 
lichtisabellfarben gesäumt. Kleine Oberflügeldecken isabell, 
mittlere fahlbraun mit isabellfarbenen Säumen, große 
dunkelbraun mit weiten weißen Spitzen. Steuerfedern 
schwarzbraun, das äußerste Paar mit fast ganz weißer Außenfahne, das 
zweite mit ganz schmalem weißen Außensaume, die folgenden mit ganz 
schmalem, fahlbraunem Außenrande, das mittelste Paar weich und spitz 
(fast wie verlängerte Schwanzdecken), lebhaft isabell mit schwarzem Schafte 
und dunkelgrauem Schatten entlang dem Schafte. Jederseits an der Basis 
des Oberschuabels ein rahmweißer Fleck, Zügel weiß, nach dem Auge 
zu einige schwarze Federn. Kurzer weißer Superciliarstreif, Ohrgegend 




Alandidae. 251 

weißlich, unten und oben von einem schwärzliclien Streifen begrenzt. Unter- 
seite weiß, an den Seiten und über die Kropfyeyend mit grauem Schatten, Kropf- 
federn bald stärker, bald schwächer, mit teilweise verdeckten braunschwarzen 
Federmitten gefleckt, ünterflügeldecken weiß. Schnabel schiefergrau, Füße 
grauweiß, Iris braun. Flügel 118 — 130, Schwanz 90 — 94, Lauf 35, Schnabel 
25 — 27 mm. 9 merklich kleiner, meist auf der Oberseite etwas gelblicher, 
Kopf und Hinterhals nicht so grau, wenig vom Rücken abstechend, Kropf- 
gegend nicht gräulich, sondern gelblich überlaufen, die schwärzliche Fleckung 
feiner. Flügel 108— 116 mm; Schnabel 21— 24 mm. In der Brutzeit treten 
die schwarzen Kropfflecke durch das Abnutzen der verdeckenden Federränder 
viel mehr hervor. Junge Vögel sind oben heller, gell>licher. Juv. im ersten 
Gefieder auf der Oberseite gefleckt: jede Feder mit einem dunkelbraunen 
Fleck vor dem rahmfarbigen Endsaum. 

Sahara vom ßio de Oro bis h]g7pten. Soll sich ausnahmsweise nach 
Südeuropa verflogen haben, doch sind die Angaben darübej- meist niclit sehr 
genau. Auch auf den Oapverden. (Auf diesen Inseln vielleicht etwas bräun- 
licher, es liegen aber nur wenige Stücke vor.) 

Ausgesprocheuer Wüstenvogel, Färbung dem AVüstenboden wunderbar angepaßt. 
Der klangvolle, nach Lerchenart in langsam aufsteigendem Fluge ansgestoßene, weh- 
mütige Gesang hebt an mit einer aus 3 — 4 Tönen bestehenden aufwärts steigenden Scala, 
an den sich ein lebhafter Trilier anschließt. Jeder Reisende bewundert die überaus 
liebliche Erscheinung dieser zutraulichen „ Wüstenläuferlerche*'. Die Nahrung scheint 
fast ganz aus Inselvten zu bestehen; Nest (Koenig u. a.) frei auf dem Boden oder auf 
niedrigen Büschen, (ielego 2 — ü (nach Erlanger auch 4) Eier. Diese sind milchweiß, 
mit matt lila Schalentlecken und gelbbraunen oder dunkelbraunen Oberflecken bedeckt. 
Sie messen 20x15, 20x16, 21 >c 15, 21 x U), 22 >< 17 mm und wiegen etwa 0.15 
bis 0.17 g, nach Neiirkorn 24 x: 16.5 mm. 



41(1. Alaemon alaudipes desertorum (Stanl.). 

Älauda Deserforuni. Stanley in Sah's Exped. Abyssinia App. IV', p. XLIX und LX 
(1814 — Insel Hamphilah im roten Meere und abessiinsche Küste). 

Certhilmida doriue Salvadori, Atti R. Accad. Torino III, p. 292 (1868). 

Alaemov .Jessei Finsch, Trans. Zool. Soc. London VII, p. 27cJ (1870 - „ZouUa" an der 
abessinischen Küste). 

Ganz wie A. a. dlaudipes, aber Oberseite viel gräulicher, die kleinen 
Oberschwanzdecken grau (niclit weiß), Kropffleckung vielleicht etwas gröber. 

Inseln und Küsten des roten Meeres, bis Süd-Arabien. 



411. Alaemon alaudipes pallida (Blyth). 

Saxicola (?) pallida Blyth, Journ. As. Soc. Beugal XVI, p. 130 (1847— Sindh). 
Certhilauda desertorum, Stanley, var. cinerea (sie!) Sarudny, Ois. Perse Orientale, p. 188 
(„1903" (?1904) — Ost-Persien. Russisch!). 

Wie A. n. desertorum gefärbt, aber viel gi'ößer. Flügel alter d 138 bis 
141 mm, Schnabel 28—30 mm. Flügel alter 9 etwa 128—130 mm. 

Persien, Afghanistan, Cutch und Sindh. 



252 Alaudidae. 

Gattung CHERSOPHILUS Sharpi^ 1890. 

Steht Ahemon sehr nahe, iiuterscheidet sich aber wie folgt: Die l^urzen 
Federchen der Zügelgegend reichen weiter nach vorn nnd bedecken das ganze 
Nasenloch vollständig. Erste Schwinge nur etwa 10— 12rani, l<auni mehr 
als halb so lang wie die Hauddecken. Steuerfedern schmal und spitzig. 
Zweite bis fünfte Schwinge fast gleich lang und die Spitze des Flügels bildend. 
Mittelzehe mit Nagel etwa % — Vö der Lauf länge. Nagel der Hinterzehe spitz 
und schlank, etwa so lang oder etwas länger als die Hinterzehe sell)st. 

412. Chersophilus duponti duponti (Vieill.). 

Alauda Duponti Vieillot, Faune Frang., p. 173 Taf. 76, Fig. 2 (1820— Provence!). 
? Certhilauda Duponti, var. lusitanica ßocage, Journal Sei. Math. Phys. e Nat. XI, 

Nr. XLIV, p. 214 (Febr. 1887— „Qointa do Alfeite, au .sud du Tage, vis-ä-vis 

de Lisbonne"). 
(Alauda femiginea v. d. Mühle, Beitr. Üru. Gricchenl.. p. 35 (1844) ist mit Unrecht als 

Synonym zitiert. Es ist eine aberrante Haubenlerche.) 
Abbikl. : Dresser, B. Europe IV, Tai". 227 ; Journ. f. Orn. 1899. Taf. VIIL linke Figur. 

dad. Oberseite dunkelbraun, die Federn rahmfarben umsäumt, der 
Bürzel einfarbiger, im Nacken etwas weißere und breitere Federsäume, 
wodurch ein oft recht auffallender weißlicher Fleck entsteht. Flügel und 
Schwanz wie der Rücken, äußerstes Steuerfederpaar weißlich rahmfarben. nur 
die Innenfahne mit breitem schwarzbraunen Streifen, zweites Paar dunkelbraun, 
mit dem größten Teil der Außenfahne weißlich, ßahmweißlicher Superciliarstreif ; 
oberer Teil der Ohrdecken einfarbig braun. Unterseite weiß, mit schwachem, 
rahmfarbenen Schimmer, Vorderbrust und Vorderhals mit breiten, braunen 
Längsstreifen, nur der obere Teil der Kehle einfarbig. Körperseiten braun, 
gestreift, längste ünterschwanzdecken mit schmalen braunen Streifen. Unter- 
flügeldecken hellbräunlichgrau. Oberschnabel dunkelbraun, Unterschnabel heller 
brauü. Iris braun. Füße bräunlichfleischfarben. Flügel 91 — 100, die kleineren 
Stücke wahrscheinlich 9, die größeren d. Schwanz etwa 60 — i\h, Schnabel 
17^ — 19, Lauf 13 — 14 mm. In der Brutzeit nutzen sich die hellen Feder- 
säume der Oberseite ab, sodaß die Vögel dann noch dunkler aussehen. Das 
Gefieder variiert stark, einzelne Stücke sind gräulicher, andre schwärzlicher, 
einzelne fast zimmtartig, an A. d. margarüae erinnernd, aber doch nicht so rot. 

Der Norden von Tunis und Algier, in Algier anscheinend bis über die 
Atlaskette hinaus, in Tunis nur bis zu den Ausläufern derselben. In neuerer 
Zeit kommen durch einen Händler in Nizza viele Stücke in den Handel, 
die von den Balearen stammen sollen. Sie sind zwar variabel, aber alle 
sehr dunkel. A. v. Homeyer und andre Ornithologen trafen die Art nicht auf 
den Balearen an. Wenn die Art in Portugal wirklich heimisch ist, wird 
die dortige Form wohl unterschieden werden können. Eines der typischen 
Stücke, das ich vor einigen Jahren sah, schien mir aber zur typischen diqxmti 
zu gehören. Die angeblich geringere Größe ist nicht Tatsache. Verirrte 
Stücke sind ausnahmsweise in Süd-Frankreich und Süd-Spanien, sowie 1900 
in Toskana erlegt. 

Eier 3 — 4, Grundfarbe bräunlichweiß oder hell rötlich graugelb mit feiner 
braungrauer oder gelbbrauner, oft verschwommener Zeichnung und wenigen bläulich- 
aschgrauen Schalenflecken. Sie messen nach Erlanger 23x17, 24x18, 23 x: 18, 
24 X 18 mm und wiegen 0.20 bis 0.23 gr. 



Alaudidae. 253 

413. Chersophiliis dnponti margaritae (Koeuig). 

Älaemon Margaritae Koenig, Jonru. 1'. Orn. 1888, p. 228 (Uubes in Tunis). 

Abbild.: Journ. f. Uro. J888, Taf. II, 1899, Taf. VIII, beide Figureu rechter Hand. 

Typische Fjxemphire uutorscheideu sich auf eleu ersteu Blick vou C. d. 
dupoHti durch die rötlich zimmtfiirbeue Oberseite. Die Federmitteu sind 
zimmtfarbeu, nicht dunkelbraun, die Säume mehr rötlich rahmfarbeu. Auch 
die Flecke der Unterseite sind zimmtrötlich anstatt schwärzlich. Aber auch 
diese Fonn variiert, sodaß einzelne Stücke den rötlicheren von C. d. dnponti 
etwas näher kommen. Der Schnabel ist merklich länger, bei alten ä bis 
25 und 26 mm. 

Vertritt C. d. dupotifi südlirh der Ausläufer des Atlas in Tunis und im 
südlichsten Algerien. 

Bewolint den Nordrand der Sahara, mehr die peträische Wüste als die eigentlichen 
Elugsandflächen. Auch ihr Gesang ist prachtvoll und wird im aufwärts steigenden 
Fluge ausgestoßen. Die Brutzeit ist von Mitte März bis Mitte April. Gelege 3 bis 4 
Eier. Diese sind weiß mit schwachem grüngelbliehen oder bräunlichen Schimmer, 
trübgelblichweiß bis blaß gelbgrünlich. Die Zeichnung besteht aus zarten bräunlich- 
grünen, graugelben bis braunen Flecken und blaß violettgrauen Schalenflecken, aus- 
nahmsweise bemerkt man feine dunkle Haarzüge. Maße nach Erlanger 31 x 17, 22 x 17, 
23 X 17, 22 X 16, 22 x 17 mm. Gewicht 0.19—0.20 gr. 

Gattung EREMOPHILA Boie 1828. 

Eremophila wurde unnötigerweise wegen des Namens Ereniophihiü Humb. (1811), der 
eine Fischgattung bezeichnet, verworfen, 1831 von Brehm durch Philereinos 
ersetzt, ein Name der wegen Phileremus Latr. (1826) nicht angenommen 
wurde. 1838 schuf Bonaparte den Namen Otocoris, den spätere Autoren in 
Otocorys verbesserten. 

Von allen andern Lerchen durch spitze, verlängerte, „Federohren" ähnelnde 
Federbüschel in der Schläfen gegend ausgezeichnet. (Fig. 46.) Schnabel viel 
kürzer als der Kopf, stark, bei vielen Formen fast kegelförmig, bei andern 
spitzer, gestreckter. Nasenlöcher rundlich, ganz von kurzen, nach vorn 
gerichteten Federchen bedeckt. lunere Armschwiugeu zwar verlängert, aber 
nicht annähernd so lang wie die Handschwingen. Schwanz schwach aus- 
gebuchtet, obere Schwanzdecken bis zur Mitte des Schwanzes oder darüber 
hinaus reichend. Geschlechter ziemlich ähnlich, Junge gefleckt. Verbreitung: 
Nord-Amerika und Mexiko, nördliche Anden bis Bogota, Europa. Nord-Afrika 
und Nord-Asien bis zum Himalaja. Am formenreichsten in Nord-Amerika. 
Das Vaterland von E. herlepscki Hart. (Journ. f. Orn. 1890, p. 103) ist nicht 
bekannt. — Nach unsrer heutigen Kenntnis dürfen wir annehmen, daß alle 
Formen der Gattung einander in ihren Brutgebieten verti-eten. Einige 
variieren auffallend individuell. Die sogenannten Artcharaktere sind oft 
mehr oder minder auffallend durch Übergänge oder Anklänge verbunden,') 
es ist also willkürlich, wenn Obevholser (Proceed. U. S. Nat. Mus. XXIV, 1902) 
bei den ihm weniger bekannten, meist in sehr geringer Anzahl von ihm 



1) Außergewöhnliche, die Artmerkmale nicht .gut aufweisende Stücke wurden von 
Sharpe, Bianchi u. a. als Bastarde bezeichnet. Ob das im allgemeinen richtig ist bei 
diesen Vögeln, mag dahingestellt sein, sicher aber ist es bei den meisten sogenannten 
Hybriden im Britischen Museum nicht zutreffend. 



254 Alaudidae. 

untersuchteu Asiaten mehi'ere Spezies annimmt, während er alle Amerikaner 
als Subspezies von alpestris auffaßt, und wenn Bianchi (Ibis 1904 p. 370) 
8 Spezies und 4 Subspezies unterscheidet. Das einzige Naturgemäße ist, 
alle Formen als lokale Vertreter (Subspezies) einer Art zu behandeln. Erst 
wenn festgestellt sein sollte, daß mehrere Formen im gleichen Gebiete nisten, 
könnte diese Auffassung geändert werden. Scheinbare in der Literatur nach- 
weisbare Widersprüche dagegen sind nicht anzuerkennen, denn die Formen 
sind nur zu oft falsch bestimmt worden, sodaß man durchaus nicht alle 
Angaben gläubig hinnehmen darf, auch sind die Lokalitätsangaben in den 
Sammlungen nur zu oft ungenau, ja bisweilen sogar falsch. Außerdem ist 
zu bedenken, daß die genauere Geographie der gewaltigen Gebirgslünder 
Zenti-al-Asiens nicht allzu bekannt ist, und auf der Karte oft sehr nahe 
erscheinende Lokalitäten nicht selten ganz verschiedenen Gebirgssystemen 
und Klimateu angehören. 

Übersicht zur Bestimmung der (5 der paläarktischen Formen: 

j Das Schwarz der Kropfgegend mit dem der Kopfseiten verbunden ... 2 

\ Das Schwarz der Kropfgegend von dem der Kopfseiten getrennt ... 5 

I Kinn und Kehle schwarz E. berhpschi ^) . 

2 l Kehle im frischen Gefieder gelblich 3 

l Kehle niemals gelblich, sondern weiß 4 

\ Oberseite reiner grau E. a. balcanica . p. 262 

^ ) Oberseite etwas bräunlicher E. a. penicillata . p. 261 

f Schnabel dünner und länger E. a. bicornis . p. 263 

^ \ Schnabel kürzer und dicker E. a. albigula . p. 262 

J Oberseite ohne dunkle Federmitten E. a. bilopha . p. 257 

\ Oberseite mit dunklen Federmitten 6 

/ Kehle gelb 7 

^ \ Kehle weiß 8 

{Kleine Oberflügeldecken saudbräunlich E. a. atlas . p. 257 

Kleine Oberflügeldecken graulich rosa E. a. flava . p. 255 

Kleine Oberflügeldecken brauurötlich E. a. alpestris . p. 255 

j Vorderkopf vom Schnabel bis zum Scheitel schwarz . E. a. teleschoivi . p. 261 

\ Mit breiter weißer Stirnbinde 9 

I Nur die kleinen Nasenborsten schwarz 10 

9 \ Ein schmales schwarzes Band über dem Schnabel . . E. a. ehvesi und 

I E. a. khamensis . p. 260 

J Oberseite viel lichter und rötlich-sandfarbener . . . . E. a. przeivalsJeii . p. 259 
\ Oberseite mehr graubräunlich 11 

( Langflügeliger, Flügel des cJ merklich über 120 mm . E. a. longirostris . p. 260 
11 -j Kurzflügeliger, Flügel des cj meist merklich unter 120 mm . E. a. brandti 

\ und E. a. montana . p. 257, 258 

{E. a. diluta, p. 259, wird meist unter 11 fallen, man beachte aber, was über 
ihre Variation in Bezug auf Stirnbinde, Ausdehnung des Schwarz und Größe gesagt ist.) 



1) Otocoris berkpschi Hartert, Journ. f. Orn. 1890, p. 103, Ibis 1892, p. 522, Taf. 13. 
Nach einem Stücke mit unsicherem Fundorte im Senckenbergischen Museum zu Frank- 
furt a. M. beschrieben. Angeblich aus „Caffraria" ! 



Alaudidae. 255 

—414. Eremophila alpestris alpestris (L.). 

Arktisoh-amerikaDische Alpenlerclie, Ohreiilerche. 

Almida alpestris Liuuaeus, Syst. Nat., Ed. X, p. 166 (1758 — beruht auf Catesby's 

Alauda gutture flavo von der Küste von Carolina). 
Phileremos rufescens Brehm, Vogelfang, p. 122 (1855 — Nord-Amerika). 

Ganz wie E. alpestris flava, aber der Schnabel größer, meist erheblich 
länger, wenn aber ausnahmsweise kurz gewöhnlich stärker, kleine Flügel- 
und Oberschwanzdecken nicht so rosig, sondern mehr braunrötlich, Flügel 
im Durchschnitt 2 — 3 mm länger. 

Zur Brutzeit im nordöstlichen britischen Nord-Amerika westlich bis 
Hudson's Bai, von Neufundland, Labrador und James Bucht nördlich; vereinzelt 
in Grönland. — Im Winter über einen großen Teil der Vereinigten Staaten, 
westlich bis Manitoba und Mississippi, südlich bis Illinois, Ohio, Carolina, 
Louisiana und Bermudas Inseln. 

(Außer dieser, der nord-europäischen Form (E. a. flava) so nahe stehenden und 
meist mit ihr vereinigten Subspezies werden in Nord- Amerika noch etwa 18 weitere 
und eine in den nördlichen Anden Süd-Amerikas unterschieden. Die beste Auskunft 
hierüber gibt Oberholsers Artikel in Proc. U. S. Nat. Mus. XXIV, p. 801—883, 1902. 
Während die meisten der unterschiedenen Formen sehr auffallend kenntlich sind, scheinen 
einige wenige derselben nicht unterscheidbar zu sein.) 

415. Eremophila alpestris flava (Gm.). (Fig. 46.) 
Nordeuropäische Alpenlerche, Ohrenlerche. 

Alauda flava Grmelin, Syst. Nat. I, p. 800 (1788 — beruht auf „Buffon's" und Daubenton's 

Ceinhire de Pretre ou Alouette de Siberie. Typ. loc. Sibirien.). 
Alauda nivalis Pallas, Zoogr. Rosso-Asiat. 1, p. 519 (1827 — Europa und Sibirien bis 

zur Lena). 
Phileremos striatus Brehm, Vogelfang, j). 122 (1855 — Europa). 
Phileremus alpestris macrourus, brachyurus A. E. Brehm, Verz. Samml., p. 8 (1866 — 

nomina nuda!). 
Engl.: Shore lark. Franz.: Alouette de la Siberie, Ceinture de Pretre. Schwed. : 

Berglärka. Ital. : Lodola gola gialla. 

ö ad. Stirn, größter Teil der Kehle, Streif überm Auge und hinter 
den schwarzen Wangeuflecken an den Halsseiten bis zur Kehle hinziehend 
schwefelgelb. Die nach vorn stehenden kleinen Federn über den Nasen- 
löchern und Zügel schwarz, unter dem Auge mit einem großen schwarzen 
Kopfseitenfleck verbunden, von dem schwarzen Kropffleck breit geti'ennt. Quer 
über den Scheitel eine breite schwarze ßinde, aus der 
die ebenfalls schwarzen „Federohren" entspringen. 
Im fi-ischen Herbstkleide haben die schwarzen Scheitel- 
federn und Kopfseitenflecke bräunlichgelbe Säume. 
Oberkopf von der schwarzen Scheitelbinde an und 
Hinterkopf gräulich-rosa mit graubräuulichen Feder- 
spitzen und Säumen, Rücken braun, in der Mitte der 
Federn dunkler, an den Seiten der Federn mit rosigem ^^^^^ 

Anflug, die Schwanzdecken an der Basis ausgedehnt rosa und mit helleren, fast 
weißlichen Spitzen. Schwingen dunkelbraun, beide Fahnen weiß gesäumt, die 
inneren verlängerten Armschwingen mehr röstlich braun und mit röstlichen 




256 Alaudidae. 

Säumen. Kleine Oberflügeldecken gräulich rosa, mittlere graurosa mit brauner 
Wurzel und weißlichen Spitzensäumen, große braun mit zimmtartig helleren 
Säumen und weißlieben Spitzen. Steuerfedern braunschwarz, äußerstes Paar mit 
breitem, zweites mit schmalem weißem Außensaum, Spitzen aller Steuerfedern 
weißlich, mittelstes Paar braun, nur mit braunschwarzem Mittelstreifen. Keble 
gelb, großer schwarzer, bis zur Kehle ansteigender Kropffleck; übrige Unterseite 
weiß, unter dem schwarzen Kropffleck einige, durch graue Federspitzen 
gebildete Fleckung, Brustseiten graurötlich. Weichen hellbraun mit rötlichem 
Schimmer und dunkleren Strichen, ünterflügeldecken weiß, die äußeren mit 
schwarzbraunen Wurzeln. Schnabel horngrau, an der Spitze fast schwarz, 
Basis des Unterschnabels schmutziggelblich. Beine schwarz. In der Brutzeit 
werden die Farben reiner, weil sich die Federränder abnutzen: Das Gelb 
der Stirn und Kehle verbleicht zu einem gelblichen Weiß, das Schwarz des 
Scheitels und Kropfes wird rein und tief, Hinterkopf und Hiuterhals werden 
rosiggrau, die Oberschwanzdecken rötlicher, die graue Beschuppuug der untern 
Kropfgegeud verschwindet. Flügel 106 — 112, Schwanz 68 — 74, Schnabel 
9 — 11, Lauf 21 — 23 mm. Das 9 ad. ist merklich kleiner (Flügel etwa 
102 — 106 mm), weniger lebhaft gefärbt, die „Federohren" nicht lang, sondern 
fast nur angedeutet, das Gelb der Stirn durch schwärzliche Federwurzeln 
undeutlich und schmäler, das Schwarz des Scheitels nicht so scharf begrenzt, 
die rosigen Partien des Gefieders mehr grau, der ganze Rücken durch aus- 
gedehnt braune Federmitten dunkler uud brauner. Juv. im ersten Kleide: 
Oberseite dunkel sepiabraun, die meisten Federn mit rostgelblichen Säumen 
und rahmfarbenen tropfenartigen Flecken, Zügel gelb. Unterseite matt und 
blaß rahmfarben, Kehle gelblicher, Kropfgegend und Seiten braun gefleckt. 
Schnabel und Füße gelblich fleischforben. 

Bewohnt zur Brutzeit das nördlichste Nord-Europa, fast nur innerhalb 
des Polarkreises, in den ebenen Teilen sowohl, als auch im Gebirge, immer 
über der Baumregion, und die Tundren und waldlosen Nordlandsgebiete 
Nord-Asiens. — Auf dem Zuge erscheint sie in Mittel-Europa, überwintert 
aber schon an den Küsten Nord -Deutschlands und in Süd -Rußland, 
erscheint nur selten in Italien, im Osten südlich bis zum Amur und Nord- 
China. Die Behauptung von rezenter Weiterverbreitung von Amerika nach 
Westen hin ist nicht aufrecht zu erhalten, denn nicht nur sind die amerikanischen 
Formen verschieden, sondern die Alpenlerche war auch schon 1736, 1747 
und 1767 in Deutschland bekannt. 

In der Lebensweise lerchenartig; läßt ihren lieblichen, weichen, im Vergleich 
zu dem der Feldlerche kurzen und unbedeutenderen, weniger schmetternden Gesang 
auch während des kalten Mitternachtsonnenscheins von erhöhten Gegenständen und 
in der Luft schwebend erschallen. Am Brutplatze zutraulich, auf der Wanderung in 
Scharen, mit Vorliebe auf Brachen. Steppen, und namentlich am Seestrande, ziemlich 
scheu; sie fliegen dann rasch uud gewandt, mit hellem, vernehmlichen Lockruf. Die 
Nester stehen in kleinen Bodenvertiefungen im offenen Gelände. Sie sind je nach des 
Orts Gelegenheit aus Zweigleiu, Pflanzenstengeln, Halmen und Wolle gebaut, mit Weiden- 
kätzchen und Haaren ausgefüttert und enthalten (in Lappland) in der zweiten Hälfte 
des Mai und im .Juni 8 — 5 Eier. Diese ähneln bis auf die meist geringere Größe den 
Feldlercheueiern, sind jedoch in der Regel grünlich, obwohl auch oft graulich und 
überhaupt recht variabel. Sie messen nach ßey's Messungen an 17 Exemplaren im 
Maximum 25.1 x 15.9 und 22.1 X 16.8, im Durchschnitt 22.7 x 16.4, im Minimum 
21.2 X 16.3 und 25.1 x 15.9 mm. 



Alaudidae. 257 

416. Eremopliila alpestris atlas (WMt.). 

Otocorys atlas Whitakei-, Bull. Brit. Orn. Club. VII, p.47 (1898), Ibis 1898. pAiOi, Taf. 13 
(Glaoui, 5(jOO Fuß im Atlas, Marokko). 

Das Schwarz der Kopfseiten wie bei E. a. flaoa getrennt. Hat die 
gelbe Gesiclitsfärbiiug von E. alfeshis ßava, unterscheidet sich aber von 
dieser Form durch die einförmig saudbräunlichen (nicht rosig augehauchten) 
Oberfliigeldecken, mehr sandbräunlicheu Rücken, mehr roströtlichen Hinter- 
hals uud Hinterkopf, und längere „Federohreu", die mehr denen von 
E. a. peiiicülata ähneln. Iris braun, Schnnbel grauschwarz, Beine schwarz, 
d Flügel 111.2, Culmen 15, Lauf 20 mm. 9 kleiner (Flügel 102.5 mm), 
„Federohren" kürzer, Obeikopf schwarzbraun gestrichelt. Hinterhals nur röstlich 
angehaucht, der schwarze Kopfseiteufleck nicht so scharf markiert. 

„Glaoui" etwa 5000 und Jebel Ogdimt 8—10.500 engl. Fuß im 
marokkanischen Atlas. 

417. Eremophila alpestris bilopha (Temm.). 

Alauda hilopha Temminck, PL Col. 244 (1823 — Akaba in Arabien). 

Der schwarze Wangenfleck reicht weiter nach unten, als bei E. a. ßava, 
ist aber doch von dem schwarzen Kropffleck deutlich getrennt. Stirn, Kehle, 
Kopfseiten nicht hellgelb, sondern reinweiß. Oberseite zart rötlichsandgrau, 
ohne alle braune Streifung, innere Armschwingeu mehr zimmtfarben. Unter- 
körper, Unterflügel- und Unterschwanzdecken rein weiß, Seiten wie der Eücken. 
Steuerfedern braunschwarz, die äußern beiden Paare schmal weiß gesäumt, 
das mittelste wie der Rücken, das nächste nur an der Wurzel rötlich. 
„Federohren" sehr lang und spitz. Flügel etwa 96 — 100 mm. 9 etwas 
kleiner, die schwarze Scheitelbinde und die Kopfseitenflecken weniger scharf. 
Die Jungen im ersten Gefleder sind oben hell rot-isabell, jede Feder mit 
weißer Endspitze, unten weiß mit zartem rötlichem Auflug. 

Bewohner der steinigen Teile der Sahara vom Atlantischen Ozean (Rio 
de Oro, südlich von Marokko, von wo allerdings nur zwei sehr abgenutzte 
Weibchen aus dem Sommer untersucht werden konnten) bis Egypten (Natron- 
Tal) und Nord-Arabien (Akaba). Verirrte Stücke wurden in Süd-Spanien 
beobachtet. 

In den hochplateauartigen Teilen der Sahara findet man dies überaus anmutige 
Vögelchen namentlich da, wo Relianthemum , Erodium und distelartige Pflanzen spärlich 
■den Boden bedecken. Standvogel, außer der Brutzeit in kleinen Flügen und etwas 
mehr umherstreichend. Das (J läßt bisweilen eine aus zwitschernden und gurgelnden 
Tönen zusammengesetzte Strophe hören, das $ lockt etwa wie „tiri — tiri — tiri — tiri". 
Die Nester fand Koenig am Boden unter distelartigen und andern Pflanzen. Sie ent- 
hielten meist 2, seltener 3 Bier. Die Nester sind aus feinen Stengeln und Halmen 
gebaut und mit wolligen Blüten oder Haaren ausgepolstert. Die ziemlich variablen 
Eier sind milchweiß oder hell rötlichweiß, mit braunen, lehmbraunen, rostbraunen, 
rötlich graubraunen Punkten und Flecken und violettgrauen Schalenflecken bedeckt, 
oft so dicht, daß die Grundfarbe nicht zu erkennen ist. Sie messen im Durchschnitt 
etwa 21 X 15 mm uud wiegen etwa O.IH gr. 

418. Eremophila alpestris brandti (Dress.). 

{Otocorys aVngula einiger Autoren, aber nicht 0. albigula ßp.) 
Otocorys brandti Dresser, B. Europe IV, p. 397, 402 (1874— Kirgisen-Steppe). 
E. Hartert, Die Vögel der paläark tischen Region. 17 



258 Alaudidae. 

Otocorys parvexi Taczanowski, Bull. Soc. Zool. Erance 1, p. 161 (1876 — Daurische- 

Steppen und bei Kiachta). 
(?) Otocorys petropJiila Scwertzoff, Journ. f. Ürn. 1873, p. 379 (uomen nudumi Tjan-Shan^ 

partim). 

Das schwarze Kropfband von dem Schwarz der Kopfseiten durch einen 
weiten weißen Zwischenraiiin getrennt. Kehle, der nicht schwarze Teil der 
Kopfseiten und Stirn rein weiß, nur äußerst selten mit schwach gelblichem 
Anfluge. Hinterkopf und Hinterhals weinrötlich (graurosa), der Ettcken 
deutlich braun gestreift, was im Sommer sehr auffallend, im frischen Herbst- 
kleide aber durch die sandbräunlichen Federränder undeutlich ist. ö ad. 
Flügel 110 — 115, seltener bis 118 mm. Schnabel 10 — 11.5 mm. § kleiner, 
das Schwarz des Kopfbandes und der Kopfseiten immer durch weißliche 
Federränder geschuppt, Hinterkopf mit braunen Federmitten, Hinterhals nur 
mit scliwachem weinrötlichen Hauche, Rücken breiter und dunkler braun 
gestreift. Flügel etwa 101 — 104 mm. Bisweilen ist die Trennung der beiden 
schwarzen Flächen durch schlechte Präparation der Bälge nicht zu sehen, 
es kommen aber auch aberrannte Stücke vor, an denen sie fast ganz zu- 
sammenfließen. 

Steppen Asiens von der Kirgiseusteppe bis Daurien. Südlich bis zur 
Mongolei und dem nördlichen Teil der Wüste Gobi(?). Im Winter mehr 
umherstreifend und dann bis an die Wolga, bis Ost-Turkestan und Nord-China. 
Vielleicht geht das Brutgebiet nur bis zu den Vorbergen des Tian-Schan 
und Altai und ist sie in der Mongolei und Gobi auch nicht mehr Brutvogel. 

Die.se Form ist Stand- und Strichvogel. Wenn auch im Winter weit umher- 
schweifend, doch kein eigentlicher Zugvogel. Im Winter in oft großen Flügen. 
Gesang schwach, im Sitzen, meist von einem Erdhügel oder Stein herab. Es scheint, 
daß die Eier Ende Mai gelegt werden und die Jungen Ende Juni das Nest verlassen. 
Wahrscheinlich werden zwei Brüten gemacht. 

419. Eremophila alpestris naontana (Bianchi). 
(Unsicher begrenzte Form.) 

? Otocorys sibirica Swinhoe. Proc. Zool. Soc. London 1871, p. 390 (nach einem angeblich 
Eversmannschen M.S.-Namen in Gould's Sammlung. Der Typus ist ein voa 
Fleming bei Tientsin gesammeltes oder erworbenes Stück, das im Cat. B. 
Brit. Mus. Xm, p. 536, irrtümlich als E. a. elioesi aufgezählt wurde. Zu 
letzterer Form gehört es auf keinen Fall. Es sieht ganz aus wie eine auf- 
fallend lang- und schlankschnäblige brandti, ist aber abnorm, denn die erste 
(ausgebildete) rechte Schwinge ist weiß, Flügel und Schwanz abgestoßen, so 
daß man sie nicht messen kann ; vielleicht ist das Stück ein Käfigvogel 
gewesen. Es könnte sehr wohl zu montana gehören, einer Form, die im Winter 
gelegentlich nach China streichen kann). 

Otocorys brandti montana Bianchi, Ibis 1904, p. 371 und Aves Przewalskianae, p. 227 
(„Alps of the northern parts of Central Asia". Typ. Lok.: Julduss im 
zentralen Tian-Schan, nach Av. Przew.). 

Ganz wie E. alpestris brandti, aber der Schnabel dünner und länger, der 
weiße Zwischenraum zwischen dem schwarzen Kropffleck und den Kopfseiten 
schmäler, die „Federohren" des ö sehr lang, Flügel des ö (nach Bianchi) 
106 — 119,5 mm. Unterscheidet sich von E. a. elwesi dm'ch den fehlenden 
schwarzen Stirustiich. 



Alaudidae. 259 

Nach Bianchi Bewohner des nördlichen Zentral-Asiens: Pamir, Alai 
und Trans -Alai Ketten, Tian-Schan, Tarbagatai, Altai, Tannu-ola Berge 
nördlich vom Sajan-Gebirge. Soll Brutvogel auf den höchsten Gebirgen sein. 

Diese Verbreitung ist a priori eine auffallende. Bianchi nennt E. a. 
montaiio, in den „Wissensch. Result. d. Przewfilsk. Reisen" eine schwach 
differenzierte Form, die man „nicht als eine wohl abgesonderte Form 
betrachten könne", und daß er weit entfernt sei. ihr jetzt schon die Bedeutung 
einer Subspezies beizulegen, auch daß es wohl möglich sei, daß einige dazu 
gerechnete Stücke lediglich Hybriden seien. Da diese Vögel auf den höchsten 
Gebirgen brüten sollen, dürften sie schon deshalb nicht leicht zu hrandü gehören. 
Es scheint, daß in der Tat im zentralen und östlichen Tian Schau eine der 
hrandti ähnliche aber langschnäbligere Form lebt, die wir als montana oder 
vielleicht dldnca getrennt halten müssen. Die Stücke aus dem Pamir gehören 
vielleicht zu Sharpe's diiuta. Aus dem westlichen Tian-Schan-Gebiet (Issik 
Kul, Karakol, Aksu-Tal) erhielt das Triug Museum typische, im Winter 
gesammelte brandti. Aus dem Altai („Katun-Karagai", von Tancre's Sammlern) 
untersuchte ich zum Teil ganz mit brandti übereinstimmende, zum Teil auffallend 
dickschnäblige Exemplare. 

420. Eremophila alpestris diiuta (Sharpe). 

Otocorys pallida (nicht 0. alp. pallida Dwight 1890) Sharpe, Cat. B. Biit. Mus. XIII, 
p. 533 (1890— „Central Asia". Typ. Lok.: Kaschgar (Dezember 1873) und 
Yarkaud in Ost-Turkestan). 

Otocorys diiuta Sharpe, Cat. B. Brit. Mus. XIII, p. 670 (1890- Ersatz für 0. puUida). 

?Otocoris penicillata oreodrama Oberholser, Proc. U. S. Nat. Mus. XXIV, p. 876 (1902 — 
Tagdumbash Pamir). 

Wie E. a. elwesi, aber kleiner (Flügel 116 — 124 mm), das Schwarz der 
Kopfseiten von dem der Kropfgegend meist mehr oder minder deutlich 
geti'ennt, bisweilen ineinander laufend. Stirn meist weiß, bisweilen aber ist 
ein deutlich ausgebildeter schwarzer Stirnstiich vorhanden. 

Ost-Turkestan: SeePandjong (Henderson), Kaschgar, Yarkand (Biddulph), 
Karakorum, Akthag (Stoliczka), anscheinend Teile des Pamir, aber das Brut- 
gebiet ungenügend festgestellt. 

421. Eremophila alpestris przewalskii (Bianchi). 

Otocorys brandti przeivalsläi Bianchi, Ibis 1904, p. 371 (Zaidam). 

Wie E. alpestris brandti, aber der Schnabel viel länger, noch feiner 
als der von E. alpestris montana (ö 14 — 14.5 mm), die Oberseite sehr viel 
heller, der Rücken sehr licht sandfarben, die Bürzelfedern mit breiten weißen, 
licht rosig angehauchten Säumen. Flügel sehr lang (114—117 mm). 

Im südlichen und westlichen Teile des Zaidam im nördlichen Tibet. 

Die von Przewalski am 9. Mai 1884 im südöstlichen Zaidam gefundenen Eier 
dürften wohl zu dieser Form und nicht zu elwesi gehören. Sie waren auf schmutzig- 
weißem oder grünlichem Grunde mit unregelmäßigen, größeren und kleineren Flecken 
bedeckt und hatten einige wenige schwarze Sprenkel. Sie messen 26.5 X 16.5 und 
24.5 X 16.5 mm und wiegen 0.20—0.22 gr. (Bianchi.) 

17* 



260 Alaudidae, 

422. Eremophila alpestris longirostris (Moore). 

Otocoris longirostris Mooi-e, Proc. Zool. Soc. London 1855, p. 215, Taf. Aves 111 (ex 
Goiild M.S. — „Agra". Irrtümliche Angabe: Die Typen stammen von Kulu!). 

Otocoris longirostris perissa Oberliolser, Proc. U. S. Nat. Mus. XXIV, p. 869 (Tsokr 
CJiunio Lake, Ladak). 

Otocoris longirostris argalea Oberliolser, Proc. ü. S. Nat. Mus. XXIV, p. 871 (Suget Paß 
im nördlichen Kaschmir). 

Das Schwarz der Kopfseiten von dem der Kropfgegeud durch breiten 
weißen Zwischenraum getrennt. Gesicht und Kehle weiß, ohne alles Gelb. 
Oberseite wie bei /'J. a. brandti, Flügel viel länger: 6 125 — 135, 9 115 bis 
123 mm. Unterscheidet sich von brandii und montana durch die viel bedeutendere 
Größe, vou przeioahkii durch die dunklere Färbung und bedeutendere Größe. 
Schnabel länger und schlanker, als der von E. a. brandii. 

Bewohnt große Höhen (meist 12 000—18000 engl. Fuß über dem Meere) 
in Kaschmir nördlich bis zum Suget Paß im Karakorum und nordwestlichen 
Himalaya (Kulu, Sutlej-Tal. nördliches Kumaon). 

423. Eremophila alpestris elwesi (Blanf.). 

Otocoris Ehvesi Blanford, Journ. As. Soc. Bengal 1872, p. 62 (.,Kongra-Laiiia pass, 

between 15 000 and 16000 feet, iu Sikkim"). 
Otocorys nigrifrons Przewalski, Mongol i Strana Tangut. IL p. 103 (1876 — Kansu, 

Ktiku-Nor, Zaidam und Nord-Tibet. Russisch! Siehe Übersetzung in ßowley's 

Orn. Mise. II, p.313). 

Das Schwarz der Kopfseiten von dem des Kropfes geti-ennt, Kehle 
usw. rein weiß. Unterscheidet sich von den bisher erwähnten weißkehligen 
Formen durch ein deutliches, wenn auch sehr schmales, schwarzes Stirnband. 
Während bei jenen nur die Nasendeckfedern schwarz sind, finden wir bei 
E. a. elwesi auch die darüber befindlichen Stirnfedern schwarz, sodaß an 
der Stirn eine schwarze Linie entsteht. Flügel des 6 etwa 115 — 125 mm. 

Tibet von Nan-Schan und Kuku-Nor bis auf die Hochflächen des 
Himalaya von Sikkim und Nepal. Im nordöstlichen Zaidara vertritt ehmsi 
die im Südwesten dieses Landes lebende przewalskii. 

E. a. elwesi ist eine Form des tibetanischen Hochlandes, wo sie Stand- und 
Strichvogel ist. Sie bewohnt im Sommer Höhen von 16 — 18000 Fuß, im Winter kaum 
unter 8000 Fuß herabgehend. Przewalski beschreibt am Kuku-Nor gefundene Eier als 
denen von Melanocorypha mongolica sehr ähnlich. Sie waren sehr langgestreckt und 
maßen 24.5 x 16 mm. Hell olivenfarbig mit bräunlichen, verschwommenen kleinen 
Flecken reichlich bedeckt. Nest in einer Vertiefung des Bodens unter einem Strauche, 
aus trockenem Grase, mit Schafwolle ausgekleidet. Von Koslow im .Juni am nördlichen 
Abhänge des Humboldt-Gebirges gefundene Eier messen nur 23.5x16 und 22.5 x 16 mm 
und wiegen nur 0.14 — 0.16 gr. (Bianchi). Wahrscheinlich nistet E. a. elwesi zweimal 
im Jahre. 

424. Eremophila alpestris khamensis (Bianchi). 

Otocorys elwesi khamensis Bianchi, Ibis 1904, p. 372 („Kham, South-eastern Tibet"). 

Sehr ähnlich E. a. elwesi und wie jene mit ziemlich breitem schwarzen 
Stirnband, aber dunkler, auf dem ganzen Rücken viel rostbräunlicher, die 



Alaudidae. 261 

graurötliehe Farbe der Flügeldecken und des Nackens etwas dunkler. Flügel 
ö 117—126, Q 112.5—114 mm. Erstes Jugendgefieder: Federn der Ober- 
seite braunschwarz, nach den Seiten und der Wurzel zu gelbbraun, Spitzen 
rahmfarben. Kehle rahraweißlich, Kropfgegend gelblicli mit schwärzlichen 
Flecken, Unterkörper weiß. 

Gebirgslaud Khani im südöstlichen Tibet. 

425. Eremophila alpestris telescliowi (Przew.). 

Otocorys teleschotvi Przewalski, Joiirn. f. Oi-ri. 1887, p. 2 und Ibis 1887, p. 410 — aus 
dem russischeii! (ßergläiidor an der Nordgrenze von Tibet, am Cherchen, 
Klioten und Keria). 

Cntersclieidet sich von allen andern Formen durch den Mangel des 
weißen Bandes am Vorderkopie, indem das Schwarz vom Schnabel ununter- 
brochen bis über die Kopfmitte hin reicht. Rücken sehr liclit saudbräunlich, 
aber nicht so licht und nicht so rötlich wie bei E. «. jirz&ioahkü. Flügel 
<5 108 — 116.5 mm, o 99 — 105. Beim Q haben die Federn der Stirn und 
des Oberkopfes schwarzbraune Schaftstreifen, die Kopfseitenflecke sind nur 
dunkelbraun angedeutet; die Größe ist geringer. Im abgeriebenen Kleide 
nach der Brutzeit treten wie bei allen Ohreulerchen die dunklen Federmitten 
der Oberseite viel mehr hervor. 

Gebirgszüge des Kwenlun (Küen Ijün), Chamen-Tag und Altyn Tag, 
im Winter von Stoliczka bei Karghalik erboutet. 

Tancre's Sammler faml mehrere Gelege von je 4 Eiern im Altyn Tag im 
Mai ly03. Sie variieren wie die Eier andrer Ohren lerchen, denen sie gleichen. Einige 
haben hellrötlichen, andre rahmwreißlichen Grund, alle sind mit dunkleren, der Grund- 
farbe entsprechenden Flecken über und über bedeckt. Sie messen 22.2 x IfJ.S, 22.7 x 16, 
23 X 16.5, 23 X 17.3, 23.5 x 16, 23.2 x 16.2 mm. 

426. Eremophila alpestris penicillata (Gould). 

Alauäa penicillata Gould, Proc. Zool. Soc. London 1837, p. 126 (Erzernm). 

Otocoris scriba Bonaparte, Consp. Av. 1, [). 246 (1850 — partim! Descr. nuUa! Beruht 
auf Gmelin, Reise, Taf. XII, I. p. 62, wo das Winterkleid von 0. alpestris 
flava dargestellt ist, und der Abbildung von Gould's penicillata in Gray & 
Mitchell, Gen. B., Taf. 92). 

Von sämtlichen bisher erörterten Formen dadurch unterscliieden, daß 
das Schwarz der Kropfgegend mit dem der Kopfseiten verbunden ist. — 
Der Eücken ist grau mit rotbräuulichem Schimmer, nach dem Abmitzeu 
der Federränder wird auch hier die Oberseite dunkler, die schwärzlichen 
Federmitten auffallender, Oberkopf und Hinterhals rötlicher. Federn der 
Kopfseiten hinter dem Schwarz, Stirn und Kehlfleck im Herl)st- und Winter- 
kleide hell schwefelgelb, während der Brutzeit in Weiß verbleichend. Der 
gelblichweiße Kehlfleck viel beschränkter als bei allen vorhergehenden Formen, 
das schwarze Kropfband breiter. Säume der mittelsten Steuerfederji grau- 
bräunlich. Die „Federohren" sehr lang und sclinial. an den Spitzen nach 
innen geschweift, d Flügel etwa 117 — 122 mm. 

Kaukasus und Kleinasien. 



262 Alaudidae. 

Brutvogel im gesaniteu Hochgebirge der Kaukasusläader und des Taurns bis zu 
14000 Fuß über dem Meere. Im Herbst und Winter steigt sie immer weiter abwärts. 
Der Lockruf ist ein etwas klagender Pfiff. Radde beschreibt das Nest als flach und 
kunstlos, grobe Gräser bilden die Basis, verfilzte Schafwolle dient als schwaches Polster. 
Die 4 Eier sind nach demselben Autor auf grüngelblichem Grunde fein und dicht 
rotbräunlich punktiert. Sie gleichen denen von E. a. flava, sind aber etwas größer. 

427. Eremopliila alpestris balcanica (Rchw.). 

Otocorys penicillata balcanica Reichenow, Orn. Monatsber. 1895, p.42 (Balkan. Reichenow's 
„Typen" stammten aus Bosnien). 

Unterscheidet sich im frischen Gefieder von der ihr sehr nahe stehenden 
(kaukasischen) E.a. penicillata durch reiner grauen Ton der Oberseite, besonders 
der Säume der mittleren Steuerfedern, sowie durch dunkler gelbe Kehle 
und Stirnbinde. Dies Gelb verbleicht zur Brutzeit zu einem gelblichen Weiß. 
Die in der Original-Beschreibung angegebenen Unterschiede finden sich bei 
einer Serie zu gleicher Jahreszeit erlegter Stücke nicht bestätigt. Abgetragene 
Sonimerstücke der beiden Formen dürften kaum zu unterscheiden sein. 

Brutvogel auf den Gebirgen der Balkanhalbinsel: Bulgarien und Ost- 
Rimielien, Bosnien, Herzegowina. Serbien, Montenegro. Türkei und Griechenland, 
besonders häufig auf den bulgarischen Gebirgen. 

Die (5 steigen am Brutplatze (nach Reiser) ebenso trillernd in die Höhe wie 
die Feldlerche. Die Nester sind geräumiger und dickwandiger als die der Feldlerche 
am gleichen Staudorte und aus Gras, Hieraciuni, Verbascum, Luzula und andern 
Alpenpflanzen gebaut. Die Ende Mai gefundenen 3 — 4 Eier variieren stark und ähneln 
bis auf die bedeutendere Größe denen von E. a. flava. Die Schale ist ziemlich glänzend. 
Maße: 28.7 x 17.7, 23.6 x 17.4, 23.2 x 17.3, 23.1 x 17, 22.9 x 16.8, 22.8 x 16.5, 
22x16.5 nun, Gowiclit 18—21 gr. (O.Reiser). 

428. Eremophila alpestris albigula (Bp.). 

Otocoris albiytila Bonaparte, Consp. Av. 1, j). 246 (1850 — ex Brandt M.S. .,]\Ius. Lugd. 
ex Alp. Ross. -Asiat." Das Original im Leidener Äluseum trägt die Aufschrift 
..Alpes de liussie". Es hat 7-ein weiße Kehle und geliört .sicher zur asiatischen 
Form, auch schon der Diagnose nach. Der genaue Fundort ist leider unsicher). 

Otocoris larvata Filippi, Arch. Zool. Anat. & Phys. II, p. 382 (1863 — Berge um den 
Demavend in Nord-Persien. Vgl. Note di un Viaggio in Persia, p. 348). 

Otocorys pennicillata transcaspica Flöricke, Gefiederte Welt 1898, p. 46 (Hochmatten 
des Gebirges bei Gudan im südlichen Transkaspien, hart an der persischen 
Grenze). 

Otocorys penicillata iranica Sarudny & Härms, Ornith. Monatsber. 1902, p. 53 (,. nörd- 
liches Persien, ostwärts von der Elbrus-Kette und nach Süden bis zur Wüste 
Lut und den Bergen der Gegend Sarhad in Beludschistan"). 
Abbild. : Dresser, B. Europe IV, Taf. 244. 

Von E. a. penicillata und E. a. balcanica auf den ersten Blick durch die 
immer weiße (niemals gelbe) Färbung von Kehle und Stirnband, meist 
geringere Größe und viel sandbräunlichere Oberseite zu unterscheiden. Auch 
der junge Vogel ist schon im ersten Gefieder an der viel lichteren Färbung 
kenntlich. Bei E. n. hnleanica (wovon Reiser mir eine Serie aus dem 
Bosnisch-herzegowiniiSchen Landesmuseum lieh) ist die Oberseite dunkler, 
vor den rahmfarbeneu Federspitzen stehen fast rein schwarze Flecke, bei 



Alaudidae. — Motacillidae. 263 

E. a. laivata ist sie lichter braun, die anteapikaleu Flecke sind nicht so 
dunkel braun, die Vorderbrust ist bei E. a. bak-anica dunkel braun gefleckt, 
bei E. a. larvata rahmfarben mit hellbraunen Flecken, die Kehle ist bei 
E. a. balcanica oft schon deutlich gelb, bei E. a. larvata nie. Flügel der 
(^ ad. 114—120, ausnahmsweise bis 125 mm. Es kommen Stücke im 
Herbstgefieder vor, bei denen weiße Federspitzen den Anschein erwecken, 
als sei das Schwarz an den Halsseiten getrennt, aber auch Exemplare, bei denen 
eine solche Trennung wirklich augedeutet ist. Ich halte diese für aberrante 
Stücke, nicht aber notwendigerweise fiir Bastarde zwischen E. a. hmndti 
und E. a. larvata, wie Sharpe und Bianchi es tun. 

Sollte diese Form wirklich (im Pamir und Tian-Schan) mit einer 
andern Form zusammen brüten, so möchte dies dazu füliren, die penirl/lata- 
Gruppe {penldJlata, balcanica und al/>i</iila) artlicli von den andern zu trennen, 
es ist aber höchst unwahrscheinlich, daß die Trennung des Schwarz an den 
Halsseiten — das einzige auffallende Merkmal dieser Formen, das zudem 
noch manchmal nicht scharf ausgebildet erscheint — wirklich mehr als ein 
subspezifischer Charakter ist. Höchstwahrscheinlich brütet in den oben genannten 
Gebieten nur eine Form. 

Hochgebirge von Nord-Persien und Turkestan, bis zum Pamir und 
Tian-Schan. 

Steigt bis in gewaltige Höhen, aber nicht höher, als wo noch fließendes Wasser 
und Moos gefunden wird. Biologisches bei Sarudny, Mem. Soc. Imper. Russe de Geogr. 
XXXVI, no. 2, „Ois. Perse Orient.", p. 202 — russisch! 

429. Eremophila alpestris bicornis (Brehm). 

Fhileremos bicornis Brehm, Vogelfang, p. 122 (1855 - ex Hemprich M.S. „kommt 
wahrscheinlich aus Syrien nach den griechischen Inseln"). 

Ähnlich E. a. albigula, Kehle und Stirnband ebenfalls weiß, aber der 
Schnabel etwas länger und dünner, der Nacken heller weinrötlich, der Rücken 
rötlicher, blasser, die dunklen Federmitten blasser und weniger deutlich. 

Bewohner der höchsten Teile des Libanon und Hermon, unmittelbar 
an der Schneegi-enze. 

Tristram beschreibt ihren vollen und doch gedämpften Gesang, den er nie von 
fliegenden, sondern nur von sitzenden Vögeln vernahm. Die auf dem Libanon 
gefundenen Eier sind denen der E. a. flava ganz ähnlich, aber größer. Die Nester 
sind kompakt und wohlgebaut, tiefer als die andrer Lerchen zu sein pflegen. 



Familie MOTACII.LIDAE. 

Umfaßt die Pieper und Bachstelzen. Meist kleinere Singvögel mit 
weichem Gefieder, zum Teil (Ant/utf^) den Lerchen zum Verwechseln ähnlich, 
aber durch die mit ungeteilten Schienen bedeckten Laufseiten sofort zu 
unterscheiden. Die Vorderseite des Laufes ist mit mehr oder minder ver- 
wachsenen Schildern, die oft nur am untern Teil erkennbar sind, bedeckt. 
Läufe lang. Flügel meist lang und spitz, „neun-handschwingig", d. h., daß 
die erste Schwinge so verkümmert ist, daß sie ohne genauere Untersuchung 



264 Motacillidae. 

nicht zu bemerken ist, innere (meist drittletzte) Armschwingen so verlängert, daß 
sie fast oder völlig die Spitze des Flügels erreichen, wie bei vielen Lerchen. 
Schwanz meist lang, immer zwölffedrig. Schnabel spitz und dünn. Geschlechter 
meist gleich (Ant/ais), oft (MotacUla) deutlich verschieden. Von den Lerchen 
und andern bisher behandelten Familien durch eine doppelte Mauser unter- 
schieden: eine vollständige Spätsommermauser, und eine Ausgang des Winters 
bis Anfang des Frühlings stattfindende Mauser, bei der aber nur das Klein- 
gefieder, Schwanz und Schwingen nicht mehr gewechselt werden.^) Man kann 
daher hier wirklich von einem Herbst- oder Winterkleide reden. Bewegen sich 
auf dem Boden, au dem sie sich meist aufhalten, gehend wie die Lerchen, 
nicht hüpfend foi-t. Fast kosmopolitisch, am formenreichsten im paläarktischen 
Faunengebiete. Nester am Erdboden oder in Höhlungen, Eier gefleckt. 

Gattung ANTHUS Bechst. (1807). 

Kleine Vögel mit lerchenartigem Gefieder, meist auf Oberseite, Vorderbrust 
und Seiten lerchen-ähnlich gestreift und gefleckt, Geschlechter ganz oder 
fast gleich. Schwanz meist erheblich kürzer als Flügel, fast gerade 
abgeschnitten oder schwach ausgebuchtet. Innere Armschwingen völlig so lang 
wie die längsten Handschwingen. Fast kosmopolitisch, auf den Inseln des 
Stillen Ozeans aber nicht nachgewiesen. Im paläarktischen Faunengebiete 
sehr formenreich. — Nester am Boden, Eier lerchenartig gefleckt. 

Eine generische Trennung der Wiesen-, Baum-, Brachpieper in ebensoviele 
und mehr Gattungen ist weder nutzbringend, noch durchführbar. Die Namen 
Covydalla, Pij-xutes, Agrodromn u. a. m. sind daher nur Synonyme von 
Anthus. 

Übersicht der <5 im Frühlingskleide: 

Achselfedern griinlichzitronengelb A. roseatus . p. 279 

Achselfedern weiß oder weißlich mit gelblichem, bräunlichem oder grauem 

Anflug 2- 

j Ganze Kehle lebhaft rostrot A. cervina . p. 277 

I Kehle weißlich, rötlich angehaucht oder trübrötlich 3 

( Beine schwarz oder dunkelbraun . . A. spinoletta mit allen seinen Sub- 

{ Spezies außer japonicus . p. 279 

I Beine hellbraun 4